Progesteronmangel ist Ursache für viele Beschwerden von Frauen. Hormonbestimmungen und Ausgleich mit bioidentischem Progesteron bringt Hilfe.
Wenn von Hormonmangel gesprochen wird, denkt frau zunächst an Estrogen, das Hormon, das im Wesentlichen in den Eierstöcken produziert wird. Dessen Mangel wird mit Unfruchtbarkeit, Wechseljahresbeschwerden, Osteoporose, Demenz und vielen Befindlichkeitsstörungen in Verbindung gebracht. Dabei gerät leicht in Vergessenheit, dass erst Progesteron, das Gelbkörperhormon, einen normalen Zyklus ermöglicht, eine Schwangerschaft und Wohlbefinden.
Deshalb verwundert es nicht, dass ein Progesteronmangel in vielen Lebensphasen zu Störungen der Gesundheit führen kann. Aber wie kann frau wissen, ob sie einen Progesteronmangel hat? Wie lässt sich ein Gestagenmangel beheben, ohne das empfindliche körpereigene hormonelle Gleichgewicht durcheinander zu bringen?
Netzwerk Frauengesundheit hat eine Frauenärztin befragt, die sich seit vielen Jahren in ihrer Praxis mit der Anwendung von bioidentischem Hormon beschäftigt.
Bedeutung von Progesteron
Interview mit der Frauenärztin Frau Dr. Hildegard Faust-Albrecht
Sie sind eine der wenigen Kolleginnen, die sich mit der Progesterontherapie befassen. Warum ist Progesteron Ihrer Erfahrung nach so wichtig für die Frau? So wichtig, dass es sogar als Hormon der Weisheit gilt?
Progesteron ist ein Steroidhormon mit vielfachen Wirkungen:
- Progesteron ersetzt sich selbst (bei Gelbkörperhormonschwäche, z.B. in der 2. Zyklushälfte und in der Schwangerschaft) – dies ist bisher auch die reguläre schulmedizinisch nachgewiesene Wirkung.
- Progesteron antagonisiert die Wirkung von Östrogenen (z.B. bei Östrogendominanz).
- Progesteron stimuliert die hormonproduzierenden Organe (z.B. Ovarien), diese können dann teilweise schon bei ganz minimal zugeführten Mengen an Progesteron (das nicht zur Substitution im herkömmlichen Sinn verwendet werden kann) wieder selbst alle Hormone (auch Estrogene) bilden, und es resultiert ein normaler Zyklus.
- Progesteron schafft Ausgleich zwischen allen Hormonen, sofern eine Dysbalance festgestellt wird – hierbei werden auch zu hohe Androgene (männliche Hormone) sowie Schilddrüsenfunktionsstörungen positiv beeinflusst.
Funktion von Progesteron
Schon kurz vor dem Eisprung wird im Follikel Progesteron gebildet, um die Gebärmutterschleimhaut für eine Schwangerschaft vorzubereiten. Im Gehirn beeinflusst Progesteron unser Denken und unsere Stimmung. Progesteron hat eine ausgleichende und schlaffördernde Wirkung. Progesteron fördert die Wasserausscheidung, Progesteron hemmt den Knochenabbau und Progesteron soll auch die Faltenbildung verhindern.
Verschiedene Arten von Progesteron
Synthetisch hergestelltes Gestagen ist vorwiegend in der „Pille“ enthalten – hier ist es auch sinnvollerweise einsetzbar, da es den Eisprung unterdrücken soll; es gibt für jedes synthetische Gestagen eine sogenannte Ovulationshemmdosis als Mengenangabe.
Mit Progesteron (dem Hormon der 2. Zyklushälfte aus den Eierstöcken) wird die Fruchtbarkeit eher begünstigt. Es ist nicht als Verhütung zugelassen.
Können Sie den Begriff „bioidentisches“ Progesteron erklären?
Progesteron wird zur Therapie nicht von Menschen gewonnen, so natürlich ist es nun auch wieder nicht! Hierzu wird eine Pflanze aus der Natur (Yamswurzel) benutzt. Aus einem ihrer Inhaltsstoffe, dem Diosgenin, wird durch eine chemische Umwandlung „bioidentisches“ Progesteron hergestellt, d.h. ein Progesteron, dessen Molekülstruktur und Verhalten genauso wie das in den Eierstöcken selbst produzierte Progesteron ist.
Arten der Progesteron-Applikation
Wie kann man bioidentisches Progesteron verabreichen?
Die beste Applikation von bioidentischem Progesteron ist die Gabe über die Haut. Hierbei kann der Körper unter Umgehung des Leberstoffwechsels vorwiegend die Progesterontherapie als Reinform erhalten. Dies geschieht in Form von Progesteroncremes, Progesterongelen oder Progsteron-Vaginal-Kaps/Vaginal-Ovula. Sie müssen, bis auf die Kapseln, immer speziell in einer dafür fachkundigen Apotheke hergestellt werden.
Was hat Sie dazu bewogen, besonders die Progesteron-Verabreichung über die Haut zu propagieren?
Mind. 90 % aller Menschen haben die Möglichkeit, über die Haut (auch Scheidenschleimhaut) Hormone aufzunehmen. Im Gegensatz zur oralen Form fällt hier keine enzymatische Umwandlung, z.B. in Estrogene, durch den Leberstoffwechsel an. Es ist die schonendste Therapie zu Beginn. Auf orale Applikation (in Kapselform) kann als Test während der Therapie immer noch umgestellt werden. Gleichzeitig kann bei oraler Therapie Progesteron nur mit einer fixen Dosis (100 mg oder das mehrfache) zugeführt werden, während für die Therapie über die Haut oftmals schon 20 – 50 mg Progesteron/Tag ausreichen.
Indikationen für die Therapie mit Progesteron
Welchen Frauen empfehlen Sie natürliches Progesteron?
Ich empfehle Progesteron allen Frauen mit Gelbkörperhormonschwäche in der fruchtbaren Phase, mit unregelmäßigen Zyklen und meist starken und schmerzhaften Menstruationsblutungen. Die Progesterontherapie rhythmisiert den Zyklus, nimmt die Beschwerden (auch PMS) und steigert die Fruchtbarkeit.
Zusätzlich empfehle ich Progesteron den Patientinnen, die sich im Übergang zur Menopause (letzte Menses)/Postmenopause befinden und Anzeichen einer Östrogendominanz aufweisen. Die Patientinnen können hierbei auch die klassischen Beschwerden mit Hitzewallungen oder Schlafstörungen haben, für die sonst üblicherweise zumeist vorrangig Estrogene als Therapie eingesetzt wurden.
Symptome der Östrogendominanz
Symptome der Östrogendominanz äußern sich in vielen Bereichen:
- auf körperlicher Ebene klagen die Patientinnen mit Östrogendominanz meist über Schweregefühl in den Beinen und im ganzen Körper (wie vor den Menses früher) sowie Wassereinlagerungen. Diese können bei manchen Patientinnen auch zu höherem Blutdruck führen. Diese Patientinnen haben zumeist in hormonsensiblen Geweben weitere Anzeichen für Östrogendominanz: sie haben häufig Uterusmyome, Uterus (Endometrium)- oder Cervixpolypen, glandulär-zystische Hyperplasie der Gebärmutterschleimhaut (Vorstufe von Gebärmutterschleimhautkrebs), evtl. noch Zysten in den Eierstöcken und ganz häufig Zysten in der Brust. Meistens klagen diese Patientinnen auch über zunehmende Gewichtsprobleme seit der hormonellen Veränderung und registrieren nächtliche Wadenkrämpfe, die nur schwer auf Magnesiumtherapien ansprechen.
- Auf seelischer Ebene fühlen sich manche Frauen mit Östrogendominanz ebenfalls so wie früher vor der Periode: sie werden schnell reizbar und sind launisch, einige bekommen auch Angst- und Panikattacken bei den geringsten Anlässen. Sie sind schnell aus der Balance zu bringen und haben nicht mehr die Ruhe und Stärke wie früher, um in schwierigen Situationen die richtige Entscheidung zu treffen.
Stellenwert der Hormonbestimmung
Muss eine Frau erst Hormonuntersuchungen machen lassen, ehe Sie bioidentisches Progesteron benutzt?

Blutentnahme
Jede Frau sollte vor einer Hormontherapie, auch mit bioidentischem Progesteron, eine genaue Analyse der Hormone erhalten.
Zu welchem Zeitpunkt des Zyklus müssen welche Hormone überprüft werden?
Vor der Menopause sollte die Hormonbestimmung vorwiegend in der Mitte der 2. Zyklushälfte erfolgen.
Ab der Menopause ist der Zeitpunkt unwesentlich – es sollte aber mindestens eine Bestimmung vor der Hormontherapie erfolgen.
Die beste Bestimmung erfolgt aus dem Blut. Im Urin können nur andere Hormone gemessen werden, z.B. das Schwangerschaftshormon HCG. Die Bestimmung aus dem Speichel ist zu störanfällig, es sind hierbei nur wenige Hormone nachweisbar, und es gibt keine Standarttestungen.
Die Tageszeit ist in der Regel unwesentlich, bis auf die Bestimmung von Cortisol, Schilddrüsenhormonen unter Therapie und Prolaktin.
Es sind keine Nüchternkontrollen notwendig, außer man möchte gleichzeitig Insulin bestimmen.
Die folgenden Hormonbestimmungen empfehle ich vor der Therapie:
Bei Frauen, die ihre Periode noch haben, sollten am 2.-5. Zyklustag die Hormone FSH und LH (beides Hypophysenhormone), Estradiol, Estron, DHEAS, Testosteron, SHBG und wenigstens ein Schilddrüsenwert (TSH) gemessen werden.
- Optional auch die Stresshormone (Prolaktin, Cortisol als Tagesprofil),
- Androstendion (bei Androgenisierungserscheinungen) und
- bei Verdacht auf Schilddrüsenfunktionsstörungen die restlichen Schilddrüsenwerte (freies T3, freies T4 sowie evtl. Schilddrüsen-Antikörper).
Bei Frauen mit Eisprung wird in der zweiten Zyklushälfte um den 21. Tag herum Estradiol und Progesteron gemessen.
Müssen auch während der Behandlung Hormonkontrollen gemacht werden?
Es sollte wenigstens eine Hormonkontrolle 4 – 12 Wochen nach Beginn der Hormontherapie erfolgen. Hierbei kann individuell nach anamnestischen Daten gemeinsam mit den Laborwerten die Therapie mit minimalster Dosierung angepasst werden. Auch der interhormonelle Ausgleich (zwischen Androgenen, Estrogenen, Schilddrüsenhormonen, Stoffwechselparametern) wird hierbei kontrolliert.
Progesteron bei verschiedenen Beschwerden und Krankheitsbildern
Können Sie im Folgenden einige Krankheitsbilder und Ihr Vorgehen beschreiben?
Mastopathie und PMS

Mastopathie © fairith – Fotolia.com
Schmerzhafte Brüste, meist vor den Menses reagieren gut auf wenig Progesteroncreme (in der Regel max. 3%ig) oder das fertige Progestogel.
PMS mit Wassereinlagerungen, auch in den Brüsten, Schweregefühl, Reizbarkeit und labiler psychischer Verfassung – zumeist nur in der 2. Zyklushälfte: ¼ bis 2 Hub Progesteroncreme (zumeist 10 %ig)
Zyklusstörungen, Gelbkörperunterfunktion
Zumeist bioidentischer „Ersatz“ von Progesteron in der 2. Zyklushälte durch Cremes oder vaginale Kapseln/Zäpfchen, selten in oraler Form als Progesteron-Kapseln. Bei Patientinnen, die gleichzeitig verhüten müssen, sind hier analog synthetische Gestagene mit Verhütungseffekt sinnvoll.
Myome
Gutartige muskuläre Wucherungen der Gebärmutter können gut mit wenig Progesteroncreme oder Progesteron-Kapseln behandelt werden, kontinuierlich bei peri-/postmenopausalen Patientinnen, sonst analog „Gelbkörperunterfunktion“ – Vermeidung von Überöstrogenisierung in jeder Form.
Endometriose und Dysmenorrhö
Schmerzen vor und während der Menses entstehen häufig durch hormonelles Ungleichgewicht mit Schwäche der eigenen Gelbkörperfunktion: Progesterontherapie (am besten mit 10 %iger Creme) in der 2. Zyklushälfte.
Wechseljahre
Klimakterisches Syndrom: Hitzewallungen, Schweißausbrüche, Durchschlafstörungen, Dysphorie, Konzentrationsstörungen, Energiemangel… Hier sind neben Progesteronmangel auch ein Mangel an Estrogen und/oder Androgenen als Ursache möglich. Die meisten meiner Patientinnen verwenden täglich abends Progesteron (Creme oder Kapseln dermal) und geben je nach Bedarf ca. 2x wöchentlich Estriol (vaginal) und 2-7 mal wöchentlich Estradiol-Gel (1 Hub) oder Estradiol-Pflaster in niedrigster Dosierung dazu. In wenigen Fällen reicht auch mal die alleinige Estrogen- oder Androgentherapie.
Über Hitzewallungen klagen ja auch noch 70-jährige Frauen. Können Sie denen auch mit der alleinigen Progesteroncreme helfen?
Dies sind meist Patientinnen mit minimal erhaltener ovarieller Reserve (d.h. funktionierenden Eierstöcken) – sie sind aber eher selten. Auch hier gilt der gleiche Grundsatz wie bei jüngeren menopausalen Patientinnen: erstens Anamnese, zweitens Untersuchung (auch vaginalen Ultraschall und Ultraschall der Brüste), drittens Hormonkontrolle – dann kann eine individuelle Therapie ausgearbeitet werden. Evtl. brauchen auch diese Frauen nur Progesteron als Ausgleich!
Weitere Symptome/Beschwerden, die für den Einsatz von bioidentischem Progesteron sprechen:
Schlafstörungen
V.a. Aufwachen frühmorgens (3 – 5 Uhr mit Hellwachsein), nicht nur durch Hitzewallungen allein, sprechen für den Einsatz von bioidentischem Progesteron abends.
Unerfüllter Kinderwunsch

Kinderfinger
Bei nachgewiesener Gelbkörperhormonschwäche und daraus resultierender hormoneller Dysbalance ist die Therapie mit Progesteron in der 2. Zyklushälfte sicher und zufriedenstellend (v.a. wenn die Patientin eine Erleichterung von sonstigen Beschwerden, wie Dysmenorrhoe, PMS, überstarke Blutungen hat). Ansonsten ist unerfüllter Kinderwunsch ein multifaktorielles Problem, evtl. auch mit psychischem Hintergrund. Es sollten spätestens nach 6 – 12 Monaten, je nach Alter der Mutter, aber immer die partnerschaftliche Samenqualität und eine mögliche anatomische Störung (Gebärmutter, Eileiter) ausgeschlossen werden. Auch Gewichtsprobleme, Vitamin- oder Mineralstoffmangelzustände sowie eine Schilddrüsenstörung können viel zu Unfruchtbarkeit beitragen.
Frühschwangerschaft
Bei nachgewiesener Gelbkörperhormonschwäche mit drohender Abortneigung, Schmerzen im Unterleib, langdauernder Übelkeit ohne Schilddrüsenüberfunktion wird der/die erfahrene Frauenarzt/-ärztin zumeist bioidentisches Progesteron in Form von Gel oder Kapseln über die Scheide einsetzen.
Spätschwangerschaft
Bei ebenfalls nachgewiesener Lutealschwäche kann auch hier (Achtung: off label – d.h. außerhalb von Studien, bisher wissenschaftlich nicht belegt) zur Verhinderung von Frühgeburtlichkeit und Insuffizienz des Muttermundes mit Progesteron therapiert werden.
Metabolisches Syndrom
Anzeichen von Insulinüberschuss durch hormonelles Ungleichgewicht sind Neigung zu Adipositas (Apfeltyp), Hypertonie (Bluthochdruck), Hyperurikämie (Gicht), Fettstoffwechselstörungen (meist Hypertrigliceridämie) und Neigung zu Diabetes Typ II (Alters- bzw. Erschöpfungsdiabetes). Hier ist durch die erhöhte Fettansammlung im Bauchbereich meist eine Hormonstörung mit hohen Estronwerten (Speicherestrogen) vorhanden, die günstig neben Bewegung und Diät mit Progesteron beeinflusst werden kann.
Hashimoto
Entzündung der Schilddrüse mit Bildung von Antikörpern gegen Schilddrüsenzellen mit konsekutivem Untergang von Schilddrüsengewebe und langfristiger Unterfunktion der Schilddrüse: es wird immer wieder beobachtet, dass sich in den hormonellen Krisenzeiten (Progesteronmangelzeiten) der Frau (Pubertät, nach der Geburt, periklimakterisch) gehäuft der Beginn von Hashimoto-Erkrankungen findet. Es sollte daher immer neben den restlichen Therapien bei Hashimoto ein Ausgleich von Progesteron bei Defiziten angestrebt werden (s. analog „Gelbkörperhormonschwäche“). Dies gilt v.a. für die Patientinnen mit unerfülltem Kinderwunsch.
Urge- und Stressinkontinenz
Beides sind Formen der Harninkontinenz, wobei nur die Urge-Inkontinenz eine hormonelle Dysbalance darstellt. Viele wissen, dass die Scheiden- und Blasenstabilität abhängig von Östrogenen ist. Das Progesteron gibt aber die Stabilität, so dass bei der Urge (Drang-)inkontinenz unbedingt meist in lokaler Form (Progesteronkapseln) therapiert wird. Bei der muskulär bedingten Stress-Harn-Inkontinenz ist meist eine gezielte Beckenbodengymnastik oder Operation nach dem hormonell lokalen Ausgleich erfolgreich. Durch die biologische Therapie mit Progesteron speziell bei der Urge-Inkontinenz kann die nebenwirkungsreiche Therapie mit Anticholinergika (Mundtrockenheit…) oder Psychopharmaka vermieden werden und gleichzeitig die soziale Situation extrem verbessert werden.
Umweltgifte mit Östrogenwirkung
Östrogenähnliche Umweltgifte, Xenoöstrogene genannt, werden für die Zunahme von Brust- und Prostatakrebs verantwortlich gemacht. Ist es denkbar, dass deshalb heutzutage die Progesterontherapie als Ausgleich so wichtig geworden ist?
Diese Überlegung muss man anstellen, wenn man bedenkt, dass früher als Hormonersatz nur mit Estrogenen gearbeitet wurde. Die alten Frauenärzte waren bestimmt nicht so wenig aufmerksam oder die therapierten Frauen so indolent, dass die über Jahrzehnte gültige Östrogenersatztherapie (Hormon replacement therapie, HRT) nicht doch früher ihre Richtigkeit hatte.
Heute erleben wir durch Wohlstand und Bewegungsmangel (Übergewicht) wie durch die Zusätze von Estrogenen in der Nahrungsmittelkette (ob fremd ( =xeno) oder synthetisch) bei den meisten Frauen eher nur Progesteronmangel als Zeichen einer generellen Überöstrogenisierung. Schlanke und sportliche Frauen im Klimakterium, die sich nur von biologischen Produkten ernähren oder Vegetarierinnen haben meist nur einen Mangel an Östrogen. Hier wird mit Progesteron allein nicht sehr viel hormonell bewirkt. Diese Frauen sind meist generell gesundheitsbewusster und meiden auch Xenoöstrogene, die in vielen Verpackungsmaterialien (z.B. Bisphenol A) enthalten sind.
Anwendung der Progesteroncreme

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Die Creme wird im Bereich beider Unterarme (Innenseiten, keinesfalls behaarte Haut) großflächig aufgetragen und wie bei anderen Hormoncremes eine Wasseranwendung (Baden, Duschen, Schwimmen, Sauna) in der folgenden Stunde vermieden. Die Dosis richtet sich nach dem individuellen Beschwerdebild, nach dem Hormonstatus sowie dem Vorhandensein einer Gebärmutter.
Die Dosierung erfolgt in der Regel 2x täglich (morgens, abends), zumeist ¼ bis 1 ganzer Hub, in der 2. Zyklushälte, d.h vom 14.-28. Zyklustag. Bei ausgeprägten Beschwerden bzw. fehlender regelmäßiger Blutung ist auch eine Therapie über 3 Wochen /Monat möglich, bei geringeren Symptomen erfolgt die Anwendung nur 1 x täglich. Bei einem Hub Progesteroncreme 10% entspricht 1 Hub 120 mg Progesteron.
Nebenwirkungen der Progesterontherapie
Welche Probleme können bei der vaginalen, bzw. oralen oder transdermalen Progesterontherapie auftreten?
- Oral: unerwünschter Abbau zu Estrogenen mit allen Formen der Östrogendominanz, Schwindel, Schläfrigkeit bis zur Narkolepsie
- Vaginal: Ausfluss
- Transdermal: selten überschießende Reaktion der Ovarien (Überstimulation) mit Symptomen der Überöstrogenisierung; bei fehlender Indikation (z.B. bei Frauen, die nur Estrogenmangel im Klimakterium haben) auch Verschärfung der Estrogenmangelbeschwerden (Hitzewallungen, Müdigkeit…)
Die Hormontherapie in und nach den Wechseljahren wird kritisch gesehen, da in der WHI-Studie die Östrogen-Gestagentherapie in Tablettenform zu einer Zunahme von Brustkrebs und Herzinfarkt geführt hatte. Müssen die Frauen unter der Progesterongabe auch Angst davor haben?
Nein, da hier 1 : 1 mit bioidentischen Hormonen (und nicht mit synthetischen Medikamenten) therapiert wird. Es sind Fehler mit Über- oder Unterdosierung möglich. Es gibt keinen Nachweis für ein gehäuftes Auftreten von Brustkrebs oder Schlaganfall/Herzinfarkt/Thrombose – bei rechtzeitigem Einsatz sogar eher einen Schutz davor. Rechtzeitig bedeutet: wenige Jahre nach Beginn der Mangelzustände. Brustkrebs und Herzinfarkt haben auch viele andere Ursachen wie Bewegungsmangel, Rauchen, Alkoholkonsum (v.a. Brustkrebs) und Vitamin D Mangel (Reduktion von Brustkrebs um 70 % bei guter Versorgung) sowie Übergewicht, so dass selbst bei synthetischer Hormonersatztherapie der Schaden diesbezüglich nur minimal wäre im Vergleich zu den vorgenannten „life style“Problemen.
Nahrungsergänzungen mit Progesteronwirkung
Viele Frauen nehmen Produkte mit Yamswurzel ein oder DHEA. Was halten Sie davon?
Yamswurzelprodukte sind unsinnig. Das Diosgenin aus der Yamswurzel kann der Körper gar nicht in Progesteron umbauen, das funktioniert nur im Labor! Bewirkt zumeist nur gewebespezifische Überestrogenisierung (Wachsen von Myomen und Polypen), da auch Phytoestrogene an estrogenspezifischen Rezeptoren einzelner Organe andocken können. Das genaue Ansprechen ist noch nicht geklärt, es haben auch nicht alle Frauen hierfür Rezeptoren.
DHEA (Dehydroepiandrostandion) ist ein Hormon aus der Nebennierenrinde, das auch in Testosteron, Estron und Estradiol umgewandelt wird. Bei nachgewiesenem niedrigen DHEA Spiegel und entsprechender Symptomatik kann in engmaschiger Kontrolle mit geringer Dosis (meist 5 – 10 mg) ein Hormonersatz erfolgen. DHEA gehört zu den bioidentischen Hormonen, wird zumeist oral angeboten. Nur in seltenen Fällen ist die komplizierte Therapie mit DHEA-Cremes sinnvoll. Hier wird eher mit Testosterongels, wie oben beschrieben, therapiert.
Bezugadressen für Progesteroncreme und Kps.
Sie brauchen immer ein ärztliches Rezept, das Sie an die Apotheken schicken können, die auf bioidentische Hormone spezialisiert sind.
- Utrogest®, Progestan® und Famenita® sind Kapseln, die bioidentisches Progesteron in unterschiedlichen Dosierungen enthalten.
- Progestogel ist ein Progesteron-haltiges Gel (10mg/g), das bei Mastopathie auf die Brust appliziert werden kann.
- Progesteroncreme: wird von verschiedenen Apotheken nach individueller Rezeptur hergestellt.
Wo findet man Therapeuten, die sich mit bioidentischer Hormontherapie auskennen?
Es sind mir leider keine bekannt, die sich mit allen Formen der bioidentischen Hormontherapie auskennen. Die meisten verwenden nur Teilbereiche (nur Progesteron) oder Estradiol-Gel (und Progesteronkaps oral). Die Schilddrüse wird dann wieder von Schilddrüsen-Spezialisten betreut. Ganzheitlich ist es sehr schwierig, überhaupt punktuell Literatur zu finden!
Alles, was ich Ihnen hier über bioidentisches Progesteron berichtet habe, wurde von mir auch für Frauenärzte publiziert. Sie können sich den Progesteron-Artikel von Frau Dr. Faust-Albrecht als pdf-Dokument hier herunterladen und Ihren Frauenarzt darüber informieren.
Buchempfehlungen
1. Rosenshein B, Oechsler R: Wechseljahre– nein danke! Wie Sie die Menopause risikofrei mit bioidentischen Hormonen vermeiden und rückgängig machen können. VAK-Verlag, Kirchzarten 2010
2. Platt ME: Die Hormonrevolution: Spektakuläre Behandlungserfolge bei Schilddrüsenstörungen, Migräne, Osteoporose, Wochenbettdepressionen,ADHS, … Wechseljahresbeschwerden,Diabetes u.v.a.m.VAK-Verlag, Kirchzarten 2012
Über die Autorin
Frau Dr. Faust-Albrecht hat in München studiert und die Facharztausbildung gemacht. Seit 30 Jahren wendet sie Homöopathie an. Seit 20 Jahren ist sie in einer kleinen Einzelpraxis niedergelassen, die es ihr erlaubt, ihre Patientinnen individuell schulmedizinisch mit Hormonen oder homöopathisch zu behandeln.
Dr. med. Hildegard Faust-Albrecht
Niedergelassene homöopathische Frauenärztin
Hauptstr. 10
82008 Unterhaching
Bitte berücksichtigen Sie, dass Frau Dr. Faust-Albrecht keine neuen Patientinnen annehmen kann. Durch die Hormon-Workshops (s.u.) werden Frauenärzte in der Methode ausgebildet, so dass Sie sicher bald auch in Ihrer Nähe einen Therapeuten für transdermale bioidentische Hormontherapie finden werden.
Über die Künstlerin
*Frau Dr. Hilly Kessler ist Frauenärztin in Luxemburg und international bekannte Künstlerin. Ihre Frauenportraits machen betroffen und nachdenklich. Für dieses Webmagazin hat Frau Dr. Kessler mir ihre Bilder zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Aktuelles 2016 mit Therapeutenliste
In den letzten drei Jahren ist das Interesse an der Bioidentischen Hormontherapie enorm gewachsen, zumindest bei den Patientinnen. Deshalb hat sich die Redaktion vom Netzwerk Frauengesundheit entschlossen, im April und Oktober 2015, sowie im April 2016 Workshops für Frauenärzte zur Bioidentischen Hormontherapie anzuregen. Der zunächst letzte Workshop fand im September 2016 in Potsdam statt.
Einige der Teilnehmer sind inzwischen so erfahren, dass sie in ihren Praxen Patientinnen nach den Vorgaben von Frau Dr. Faust-Albrecht behandeln. Ihre Adressen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz habe ich Ihnen in dieser Therapeutenliste zusammengestellt.
Weitere Workshops für Frauenärzte sind von uns zur Zeit nicht geplant. Da es sich bei der bioidentischen transdermalen Hormontherapie um eine effektive, sehr individuelle und komplizierte Therapie handelt, raten wir von einer Eigentherapie ohne Begleitung durch einen erfahrenen Therapeuten und ohne sachgerechte Hormonkontrollen dringend ab. In den zahlreichen vorliegenden Kommentaren der letzten drei Jahre sind alle Fragen, die bei Ihnen als Laien aufkommen könnten, schon mehrfach beantwortet worden. Berücksichtigen Sie bitte, dass uns eine individuelle Beratung zu Ihrem speziellen Fall auf die Distanz nicht erlaubt ist. Wir haben uns deshalb entschlossen, die Kommentarfunktion für diesen speziellen Artikel am 15.12.2016 abzustellen.



Netzwerk Frauengesundheit





Liebe Frau Dr. Gerhard,
ich bin 21 Jahre alt, habe Hashimoto und nehme jetzt seit ca. 3 Monaten Euthyrox 50mg. Seit ca. 5 Jahren habe ich massive Schlafstörngen, eher unregelmäßige Zyklen und starke Schmerzen während der Menstruation mit PMS und schwitze stark. Zudem hat sich meine Haut (Kinn) vermutlich seit meiner latenten Unterfunktion stark verschlechtert und ich neheme tortz gleicher Essgewohnheiten eher zu. Seit Beginn der Einnahme von Euthyrox,hat sich die Gesamtsituation etwas verbesser aber nicht so wie erhofft.
Als ich kürzlich bei der FA war lehnte sie einen Hormontest ab. Hat mir aber empfohlen Mönchspfeffer einzunehmen, weil ich persönlich eigentlich keine Pille oder Hormone nehmen möchte.
Meine Frage ist, wie kann man die Hormone denn überhaupt richtig bestimmen, wenn der Zyklus unregelmäßig ist und wie finde ich einen Arzt der das macht. Ist es sinnvoller gleich zu einem Endokrinologen zu gehen oder macht das eher der Frauenarzt? Was halten sie von der Einnahme von Mönchspfeffer, ohne einen vorherigen Hormontest?
Vielen Dank im Voraus!
Viele Grüße,
Valerie
Liebe Valerie,
auf Grund Ihrer Beschwerden können Sie ohne Weiteres Mönchspfeffer einnehmen. Da Sie ja eine Menstruation haben, halte ich eine Hormonbestimmung vorher nicht für erforderlich. Eine schlechte Haut und Schmerzen bei der Periode sind IMMER ein Zeichen für mangelhafte Ernährung mit zu wenig Vitaminen, Spurenelementen und Mineralstoffen. Reduzieren Sie tierische Produkte, essen Sie überwiegend Pflanzenstoffe wie Gemüse, Salat, Obst und Vollkorngetreideprodukte. Lassen Sie alle einfachen Kohlenhydrate weg. Innerhalb von 3 Monaten werden ALLE Beschwerden weg sein! Wenn nicht, noch mal schreiben.
Viel Glück!
Liebe Aline,
Ihre zeitlich mit hormonellen Veränderungen einhergehenden Beschwerden des Asthmas deuten relativ sicher auf ein hormonelles Ungleichgewicht im Sinne einer Oestrogendominanz hin: die Lungen sind wohl eher voller „Wasser“, während es sonst bei den meisten Frauen andere Organe wie Brust, Unterbauch, Fettgewebe sind.
Man könnte dies messen (im Blut, Serum) oder v.a. in der Frühschwangerschaft ganz einfach durch Progesteron (hier 2-6 Kaps Progestan verteilt auf 2-3 Dosen, vaginal) versuchen und damit auch Risiken fürs Kind (Frühgeburt, Abort) vermeiden. Dies wird Ihre Gynäkologin/Gynäkologe sicher mittragen! Außerhalb der Schwangerschaft wäre v.a. in der 2.Zyklushälfte eine vorsichtige Therapie mit der 3-10 % igen Progesteroncreme abends sinnvoll!
Gute Besserung
Dr. H. Faust-Albrecht
Liebe Frau Dr.Gerhard!
Ich 27, habe vor 9 Monaten die Pille abgesetzt wegen kinderwunsch. Seither habe ich einen sehr unregelmäßigen Zyklus. Oft bis zu 41 tage lang. Auch habe ich teilweiße starke pms. Das ist allerdings auch sehr unterschiedlich. Letztes Monat musste ich 2 tage krankenstand nehmen, da ich so starke krämpfe hatte.
Ich habe meine Fa kontaktiert und sie hat mir progesteronkapseln 100 mg verschrieben. Ich soll im 1. Zyklus von Tag 9 bis tag 25 jeweils eine Kapsel nehmen und im 2. Zyklus jeweils 2 kapseln nehmen. Und dann soll ich mich wieder bei meiner Fa melden.
Ich mache zusätzlich zyklusmonitoring da mein kinderwunsch schon recht groß ist. Mein eisprung in den letzen Monaten war meist so um tag 20.
Nun meine frage. Macht es Sinn mit den progesteronkapseln schon an tag 9 zu beginnen. Ich habe gehört dass durch progesteron der eisprung verhindert werden kann und viele empfehlen damit erst nach dem eisprung anzufangen.
Jetzt bin ich total verunsichert. Was würden Sie empfehlen?
Danke schon im voraus.
Magdalena
Liebe Magdalena,
sind Sie sicher, dass Ihre FÄ weiß, dass Sie schwanger werden wollen? Dann wird das mit dieser Art der Progesterondosierung sicher nicht klappen, wie Sie richtig vermuten. Zyklusmonitoring ist dann jedenfalls überflüssig. Vielleicht wollte sie Ihnen aber die unangenehmen Symptome des PMS erleichtern, dann kann man das so machen. Ich würde Ihnen empfehlen, den Darm zu sanieren und die richtigen Nahrungsergänzungen zu nehmen, die sich bei PMS bewährt haben, bspw. wie in diesem Artikel:
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/dysmenorrho-teil-2-naturliche-therapien/ Um den Zyklus zu normalisieren, würde ich Ihnen Agnus castus empfehlen, z.B. Agnolyt, Agnucaston, u.ä.. Oder informieren Sie sich über die weiteren naturheilkundlichen Möglichkeiten bei Kinderwunsch in diesem Artikel: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/unerfullter-kinderwunsch-teil-2-naturheilkunde/
Alles Gute und viel Erfolg!
Liebe Frau Dr. Gerhard,
Vielen Dank für ihren interessanten Bericht .
Ich habe folgende Symptome bei denen mir bislang weder ein Pneumologe noch ein Gynäkologe helfen
konnte.
Ich leide unter Asthma , besonders vor meiner Menstruation
, vor meinem Eispung. Während der ersten
7 schwangerschaftswochen hatte ich große Atemnot
Und konnte kaum Luft holen.
Ich verwende salbutamol und symbicort, hilft aber nicht. Novopulmon
Hatte ich auch getestet. Das Pfeiffen bleibt .
Hinzu kommt meine Angst, bei der zweiten Schwangerschaft
ähnlich leiden zu müssen.
Während der stillzeit zeigte ich keine sypthome. Ich bitte um Hilfe, herzlichen dank
liebe frau dr. gerhard,
ich bin 35. und wende seit kurzem (Anfang Januar) naturidentisches Progesteron an. Zunächst als Creme verschrieben in 10% und dann Umstellung des Gynäkologen auf Vaginalkapseln 200 mg sowie Estradiol-Gel morgens.
Meine Frage: Ich leide unter starker PMS und sehr starker Periode mit starken Krämpfen und Migräneattacken. Da der Gynäkologe umgestellt hat von Creme auf Kapseln und ich somit nicht mehr über die Haut als Creme, sondern als Kapseln vaginal das Progesteron anwende, habe ich seit der Zeit starke Unterbauchschmerzen, einen verhärteten Darm und Völlegefühl mit Druck. Die Apothekerin, die die Kapseln herstellt, sagte mir gestern, 200 mg sei schon recht hoch. Ich wende es vom 5. – 27. Zyklustag an und dann vom Frauenarzt verordnet 4 Tage Einnahmepause. Er ist sehr erfahren und praktiziert seit vielen Jahren mit natürlichen Hormonen. Der Frauenarzt ist in Urlaub derzeit.
Meine Frage, kann das Progesteron für mich zu hoch sein und solche Reaktionen des Magen-Darm-Traktes darauf entstehen?
Vielen Dank für eine Rückinfo
Liebe Vera,
die Dosis könnte tatsächlich zu hoch sein. Unbedingt die Hormone im Blut überprüfen und eventuell auch einen US von der Gebärmutter machen lassen. Alles Gute!
Guten Abend und herzlichen Dank für Ihre so schnelle Antwort! Die Seiten bzgl. Magen+Darm in Ihrem Frauengesundheits-Buch hatte ich bereits gelesen (meinten Sie etwas konkretes?). An Magenspiegelung hatte ich auch schon gedacht, den Gedanken aber immer wieder verworfen, weil die Beschwerden nur nach der Mens auftreten, dann wieder weg sind. Ich hatte durch die Recherhche nach dem Umgang mit Wechseljahrsbeschwerden erfahren, dass viele Frauen oft mit Übelkeit und flauem Magen zu tun haben. Es geht auch immer mit einem Stimmungstief einher.
Zu den Vitaminen: Im Dez. hatte ich eine Blutuntersuchung, die prima war, auch Vit. D. Zu den anderen, die Sie genannt haben, kann ich nichts sagen. Werden diese B-Vitamine immer mit bestimmt ?
Könnten Sie mir bitte noch sagen, was es mit „Abbruchblutungen“ bei der Progestan-Einnahme auf sich hat? Soll evtl. ein beschleunigtes, endgültiges Ausbleiben der Regel erzielt werden? Wollte es wegen meines niedrigen Blutdrucks ja nicht nehmen, obwohl ich es gern probieren würde, ob das in Kombination mit Estreva nicht doch Besserung bringt.
Ihnen auch alles GUTE!
Liebe Salamanca,
Wenn man nur Östrogen nimmt, wird die Gebärmutterschleimhat ständig aufgebaut, was sogar zu einer bösartigen Entartung der Schleimhaut führen kann. Deshalb muss, wie im normalen Zyklus auch, immer für eine gewisse Zeit Progesteron dazu gegeben werden, damit die Schleimhaut umgebaut wird und dann, wenn man das Progesteron absetzt, abbluten kann=Abbruchblutung. Eine Magenspiegelung halte ich auch nicht für nötig. Wichtiger wäre eine Stuhluntersuchung. Informieren Sie sich mal beim Institut für Mikroökologie. Das Institut für Mikroökologie ist auf den Darm spezialisiert. Sicher kann man Ihnen dort einen Arzt nennen, der sich mit der Darmdiagnostik und der Darmbehandlung auskennt. http://www.mikrooek.de/fuer-patienten
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
ich bin 50 Jahre alt und habe seit mehreren Jahren mit Durchschlafstörungen, großer Empflindlichkeit, teilweise Ängste, Schlappheit und Hitzewallungen zu tun. Sobald meine Periode rum ist, falle ich in ein Loch. Bin schlecht drauf, mir ist oft schlecht u. der Magen ist empfindlich (vor 3 J. Entf. der Gallenblase). Alles kostet mehr Kraft. Insgesamt verschiebt sich das. War es vor 2 J. noch so, dass es mir bis zur Mens schlecht ging und mit Einsetzen schlagartig besser, habe ich jetzt vor Beginn ein regelrechtes HOCH. Insg. sind es 7-10 Tage eines Monats, an denen ich stark beeinträchitgt bin. Deshalb habe ich Ende Nov. 2013 auf Empfehlung meines Frauenarztes mit Estreva Gel angefangen. Anfang Februar sollte ich zusätzl. Progestan einnehmen, abends vor dem Schlafengehen 1 Tabl. Ich habe mit meinem Frauenarzt nie besprochen, dass mein Blutdruck meist niedrig ist (2. Wert 50-55). Habe dann auf Beipackzettel gelesen, dass Progestan blutdrucksenkend wirken kann, das hat mich erschreckt. Ende Dez. war ich zum Belastungs-EKG, bei dem mein Zweitwert auf 40 abgefallen ist, deshalb wurde die Untersuchung gestoppt. Kurzum, ich habe mich nicht getraut mit der Einnahme zu beginnen, auch weil von „Abbruchblutungen“ die Rede ist. Hatte meinen FA von meinen Befürchtungen erzählt, (dass mir dem Blutdruck leider vergessen) und er meinte, der Beipackzettel sei nur für die Juristen erfunden worden.
Meinen Hormonstatus kenne ich nicht. Mein FA ist der Meinung, dass meine Beschwerden typische Wechseljahr-Beschwerden seien und meint, dass ein Hormontest nicht aussagekräftig sei, da mehrfach zu unterschiedlichen Uhrzeiten getestet werden muss. Er ist der Meinung, dass die HET mit Estreva und Progestan immer, mein Leben lang, sein solle, da der Körper nie wieder Östrogen bildet und ich dann wieder keine Lebensqualität habe. Das macht mich sehr unsicher; ich hatte gehofft, damit einige Zeit zu „überbrücken“. Trotzdem, weil ich meinem Arzt auch glaube, hatte ich mit Estreva begonnen, es aber Anfang Februar abgesetzt, denn es soll auf Dauer ohne ergänzende Progesterone nicht allein genommen werden (habe noch meine Gebärmutter).
Mein Hausarzt war entsetzt, als er gehört hat, dass ich Hormone nehme, auch wenn nur über die Haut. Er ist Internist, aber auch homöop. Arzt und hält gar nichts von HET, weil er der Meinung ist, dass alles an Unannehmlichkeiten beim Absetzen zurückkommt.
Während Estreva-Einnahme hat es mit dem WiederEinschlafen besser geklappt, aber insgesamt habe ich keine wesentlichen Unterschiede gemerkt. Seit letztem Jahr Apr. nehme ich Jarsin (2x 450mg tägl.) wegen Stimmungstiefs. Ihr Buch (Frauengesundheit) hat mir sehr geholfen. Z. B. habe ich vor einiger Zeit mit dem Brottrunk begonnen. An den Tagen, an denen mir übel ist und mein Magen spinnt, habe ich auch manchmal Durchfall. Kann ich den Brottrunk dann trotzdem trinken?
Habe 3 Kinder (alle gestillt), von denen das Älteste bereits ausgezogen ist. Seit 1 Jahr arbeite ich Vollzeit, weshalb ich nicht regelmäßig zum Sport komme. Meist bin ich erst gegen 19h zuhause. Aber am Wochenende bin ich immer mit dem Rad, zum NordicWalken oder spazieren unterwegs. Trinke max 2 Tassen Kaffee morgens. Von Kindesbeinen an esse ich viel Grünfutter, mehr Gemüse (Rohkost und auch bissfest gekocht), nasche aber auch leider ab und zu. Fleisch max. 2 pro Woche. Ich wiege 58 kg bei 1,60m Größe.
Im Voraus vielen Dank für Ihre Einschätzung,
Salamanca
Liebe Salamanca,
Das klingt schon alles nach typischen Wechseljahresbeschwerden. Ohne das Progestan dürfen Sie Estreva-Gel keinesfalls einnehmen. Ich bin nicht der Meinung, dass man sein Leben lang Hormone braucht, um sich wohl zu fühlen, sondern denke eher wie Sie, dass man Hormone mal eine gewisse Zeit nehmen kann, um schwierige Zeiten zu überbrücken. Die liegen ja wohl bei Ihnen mit Familie und Ganztagsjob vor. Ihren Blutdruck bekommen Sie nur stabiler, wenn Sie regelmäßig und intensiver als jetzt Sport machen. Aber auch Wechselduschen und ähnliches, wie Sie sicher in meinem Buch gelesen haben, bringen etwas. Natürlich kann man durch Hormonuntersuchungen feststellen, wie man die Hormone dosieren muss. Da Sie schlank sind, brauchen Sie sicher etwas Östrogen und etwas Progesteron. Außerdem ist die Frage, ob Sie nicht unter verschiedenen Vitamin-Mangelerscheinungen leiden: Vitamin D, B-Vitamine etc. Warum spinnt Ihr Magen und Sie haben Durchfall? Da stimmt doch auch was nicht! Lesen Sie mal die Artikel über den Darm. Lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt mal ausführlich beraten und suchen Sie sich unter http://www.natum.de eventuell einen ganzheitlich arbeitenden Frauenarzt, der Ihre Hormone individuell normalisieren kann. Normalerweise kann man Brottrunk auch bei Durchfall trinken, aber probieren Sie es selber aus, manche Patienten reagieren am Anfang zu stark darauf. Dann nur wenige Schlucke nehmen.
Alles Gute!
Liebe Frau Dr. Gerhard,
ich bin 36 Jahre alt und versuche seit 8 Monaten schwanger zu werden. Im September hatte ich einen positiven Schwangerschaftstest 20 Tage nach dem Eisprung und einen Tag später setzte meine Menstruation ein. Im Februar war es wieder so. Am 19. Tag nach dem Eisprung war der Test positiv, die Körpertperatur begann wieder zu sinken und einen Tag später setzte die Menstruation ein. Außerdem leide ich seit Jahren unter Schweißausbrüchen nachts und Schlafstörungen. Jetzt habe ich die Situation mit meinem Frauenarzt besprochen. Er verschrieb mir Progesteronkapseln, welche ich sofort bei einem positiven SSTest vaginal einführen soll. Im Anschluss daran soll ich mich bei ihm für einen Bluttest melden.
Jetzt meine Frage an Sie: würde es ausreichen eine bestehende Schwangerschaft zu erhalten, wenn ich nach dem positiven Testergebnis sofort mit Progesteron beginne? Ich mache mir natürlich Sorgen, dass eine weitere Schwangerschaft wieder so endet, wie die zwei vorherigen.
Was würden Sie mir raten?
Vielen Dank für Ihre Antwort!
Liebe Alexandra,
in manchen Fällen kann es nötig sein, bereits in der 2. Zyklushälfte Progesteronkapseln einzuführen. Das würde dann aber bedeuten, dass Sie die nicht 14 Tage nach dem Eisprung einfach absetzen dürfen, sondern erst, wenn der Schwangerschaftstest negativ war. Messen Sie Temperatur? Wenn ja, können Sie ja sicherheitshalber gleich, wenn die Temperatur länger als 14 Tage erhöht bleibt, die Zäpfchen nehmen.
Alles Gute!
Ich bin 41 Jahre alt, verheiratet und habe 3 Kinder. Seit ca. 7 Jahren habe ich die Diagnose Hashimoto. Leider gibt es im Raum Schweinfurt keinen Endokrinologen. Lt. meiner Internistin bin ich momentan gut eingestellt. Meine Werte:
TSH basal: 1.36, FT3: 2.62, FT4: 1.24, TPO-Antikörper: 94 (zum Vgl. im Jahr 2007: fast 9000). Seit ca. 2 Jahren hab ich jedoch zunehmend Infekte, von denen ich mich nur langsam wieder erhole und es kommt immer wieder etwas neues hinzu, im letzten Jahr neben anderen Allergien v. a. eine starke Hausstaubmilbenallergie und Asthma. Nun möchte ich endlich wieder fit sein. Seit Mitte Jan. bin ich allerdings alles andere als das. seit einem Infekt mit Beteiligung der Nasennebenhöhlen habe ich mich noch nicht erholt. Ich leide unter ziemlichen Schlafstörungen, wache meist schon um 4.30 oder 5Uhr auf und kann nicht mehr schlafen, nachts habe ich Herzklopfen oder sogar Herzrasen.
Mein Ruhepuls liegt ständig bei über 100 bis 110. ca. 1Woche vor der Menstruation habe ich seit ein paar Jahren Stimmungsschwankungen, manchmal auch Brustspannen und in der Mitte des Zyklus einen halben Tag lang starke Schmerzen, die nach unten ziehen und schlimmer als Periodenschmerzen sind. Mein Zyklus ist seitdem jedoch total regelmäßig (fast auf den Tag genau 28 Tage). Nun meine Frage:Würde bei mir die Gabe von Progesteron etwas bringen? Der Wert lag am 24. Zyklustag bei 6,57. Ich nehme folgende Medikamente ein: Euthyrox, seit 4.3. von 100 auf 75 reduziert, außerdem Symbicort Turbohaler 160/4,5 ( in den letzten Tagen von 1xmorgens und 1xabends auf ca. 1Hub am Tag reduziert. Vielen Dank für Ihre Antwort!!! Regine.
Liebe Regine,
könnte gut sein, dass Ihnen Progesteron hilft, denn Ihr Progesteronwert am 24. Tag war zu niedrig, und die Symptome deuten auf einen Progesteronmangel hin. Unter http://www.natum.de finden Sie vielleicht einen FA, der Sie bei der Hormontherapie unterstützen kann. Auch ein Arzt für Traditionelle Chinesische Medizin könnte Ihnen sicher helfen. Gute Besserung!
Liebe Frau Dr. Gerhard,
vielen herzlichen dank für ihre so schnelle rückantwort :)
ich leide seit vielen vielen jahren unter den starken symptomen und mein gynäkologe würde schnellstmöglich eine bauchspiegelung empfehlen, aufgrund des verdachts der endometriose. ich beschäftige mich seit langer zeit sehr intensiv mit der ernährung, mache yoga,rauche nicht, trinke nicht, nehme selen, b-vitamine, vitamin D hochdosiert, darmaufbaupräparat, schilddrüse ist in mitbehandlung. ich weiss, dass man wenn man mehrere ärzte fragt, mehrere antworten bekommt. doch mein hintergrund war, dass ich gerne einen GYNÄKOLOGEN hätte, der mit bioidentischen hormonen arbeitet und auch meinen unterleib in kontrollen unter der anwendung von progesteron beurteilt, da ich zysten habe und auch letztes jahr eine pap veränderung das erste mal. so bin ich ja auf die östrogendominanz und thema progesteron gestoßen. ich habe ihnen geschrieben, da ich im bezug auf das estradiol verunsichert bin. ich habe viel nachgelesen und nirgends wird zusätzlich estradiol verordnet. warum würden Sie auch erstmal nur progesteron empfehlen?