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Zink – das Frauenmineral

Von | 28. Februar 2017 – 22:03 4 Kommentare 5.252 AufrufeDrucken

Ähnlich wie Magnesium ist auch das Spurenelement Zink an unzähligen Stoffwechselvorgängen beteiligt. Gerade Frauen leiden oft unter einem versteckten Mangel.

Fröhliche Frau © Hilly Kessler*

Zugegeben – der Titel klingt zunächst ein bisschen provokant. Wenn wir uns aber eingehender mit dem Spurenelement Zink beschäftigen, erkennen wir leicht, dass es, neben seinen lebenswichtigen Aufgaben für beide Geschlechter, speziell auch für die Frauengesundheit wichtige Schlüsselaufgaben im Körper übernimmt.

Zink aktiviert und reguliert den Gehirnstoffwechsel und das gesamte Hormonsystem. Es bewirkt und ermöglicht unzählige Enzymreaktionen und hat über Stammhirn und Großhirnrinde auch bedeutenden Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Wir Frauen wissen am besten, wie wichtig die hormonelle Balance ist. So ist Zink beispielsweise ein wichtiger Schlüsselfaktor im Stoffwechsel der Steroidhormone. Das sind in erster Linie die Geschlechtshormone und die etwa 50 verschiedenen Hormone der Nebennierenrinde, wie zum Beispiel Progesteron, Aldosteron, Kortisol und Kortison.

Das ausgewogene Zusammenspiel unserer Hormone und Botenstoffe ist aber nicht nur für unsere Gesundheit wichtig, sondern auch für unsere Stimmung. So nimmt Zink Einfluss auf die Produktion von Hormonen aus der Hirnanhangsdrüse, die uns Auftrieb und Motivation geben. Ein Zinkmangel kann all diese oben genannten Bereiche negativ beeinflussen und so Ursache für die unterschiedlichsten Beschwerden bis hin zu Unfruchtbarkeit sein.

Fröhlich mit Zink

Unser Schlaf-Wach-Rhythmus wird ganz wesentlich über hormonelle Botenstoffe geregelt. Wenn wir morgens aufwachen, werden Hormone ausgeschüttet, die uns helfen, aktiv und voll Tatendrang aufzustehen und uns den Herausforderungen des Tages zu stellen. Mit diesen Aktivierungshormonen am Morgen werden auch geringe Mengen von Glückshormonen, die Endorphine, freigesetzt. Endorphine erzeugen im Gehirn Gefühle von leichter Euphorie. Zink ist an vielen dieser Prozesse beteiligt und hilft uns schon frühmorgens, wach, konzentriert und fröhlich in den Tag zu starten.

Mit Zink Osteoporose vorbeugen

Das Parathormon und das Kalzitonin aus der Schilddrüse regulieren den Kalziumstoffwechsel und spielen bei der Entkalkung der Knochen, der Osteoporose, eine bedeutende Rolle. Der Knochenerhalt wird durch Zink unterstützt. Ein besonderes Augenmerk sollten wir in der Zeit der Wechseljahre darauflegen.

Zink wichtig für die Fruchtbarkeit

Ebenso sind die Gonadotropine zinkabhängig. Diese Hormone der Hirnanhangsdrüse steuern über die Geschlechtshormone  die Entwicklung der körperlichen Geschlechtsmerkmale. Sie sind außerdem zuständig für die Steuerung des weiblichen Zyklus, das Reifen von befruchtungsfähigen Eiern in den Eierstöcken. Bei Zinkmangel kann es zu Progesteronmangel und Zyklusstörungen kommen, was die  Fruchtbarkeit einschränkt.

Zink in der Schwangerschaft und danach

Schwanger © detailblick-foto-Fotolia

Neben anderen wichtigen Mineralien sollte in der Schwangerschaft auch auf einen ausgewogenen Zinkstatus geachtet werden, denn der Fetus benötigt für sein Wachstum im Mutterleib große Mengen Zink. Studien haben gezeigt, dass die Zinkblutkonzentrationen bei Frauen häufig im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel absinken. Auch zwei bis drei Tage vor der Geburt geht viel Zink von der Mutter auf das Kind über. Bei einem Zinkmangel der Mutter ist das Wachstum ihres Babys gestört.

Ein Zinkmangel kann bei Schwangeren auch die Ursache für abnorme Essgelüste sein – denn der Körper will sich das holen, was er nötig braucht. Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine Zinkgabe nach der Entbindung eine Wochenbettdepression deutlich bessern kann.

Mit Zink die Milchbildung anregen und den Säugling mit Zink versorgen

Zink wirkt im positiven Sinne auf die Hormone von Schilddrüse und Nebenschilddrüse und auf das Milchbildungshormon Prolaktin ein. Für den Säugling ist das in der Muttermilch enthaltene Zink mit seiner hohen Bioverfügbarkeit für Wachstum und Entwicklung des Immunsystems besonders wichtig.

Durch Zink kein Frust beim Sex

Zinkmangel kann durch eine allgemeine Leistungsschwäche und Lustlosigkeit auch Ursache für Frust in unserem Liebesleben sein. Schließlich spielt Zink eine bedeutende Rolle für die Gonadotropine und die Prostaglandine. Diese Hormone fungieren als wichtige Botenstoffe, die für die Lust und sexuellen Fantasien bedeutsam sind. Aber auch nichthormonelle Nervenreizstoffe, die im Gehirn Liebe und Gefühle steuern, agieren zinkabhängig. So zum Beispiel der Nervenreizstoff Histamin. Im Gehirn löst diese Substanz die Lustgefühle aus, die sich bis zum Orgasmus hin steigern können.

Zink wichtig in den Wechseljahren

In dieser Lebensphase wird die Hormonbildung nach und nach eingestellt. Zuerst sinkt der Progesteronspiegel ab, danach der von Estradiol. Es kann zu Hitzewallungen und vielen weiteren unliebsamen Symptomen kommen, wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwäche, Depressionen u.v.m. Die Orthomolekulare Medizin weiß, dass auch ein Mangel an Mineralien oder Spurenelementen Hitzewallungen triggern kann. Da Zink die Produktion der Geschlechtshormone anregt, ist es besonders in der Zeit von sinkenden Hormonspiegeln unverzichtbar.

Zink für schöne Haut und gesundes Haar

Haarausfall © Cara-Foto-Fotolia

Es hat sich herausgestellt, dass das Hautbild bei unreiner Haut und Akne durch eine Nahrungsergänzung mit Zink verbessert werden kann. Denn Zink spielt auch im Hautstoffwechsel eine große Rolle, daher ist es in der Haut und in ihren Anhangsgebilden normalerweise reichlich vorhanden. Es ist unter anderem beteiligt an der Zellneubildung und bremst Entzündungsprozesse in der Haut, was für Akne-Patienten besonders wichtig ist. Zink ist deshalb gerade für Jugendliche, die in der Pubertät unter unreiner Haut und Pusteln leiden, eine große Hilfe.

Auch in den Haarwurzeln ist Zink in besonders hoher Konzentration vorhanden. Als Bestandteil wichtiger strukturbildender Proteine ist es ganz wesentlich am Aufbau der Haare beteiligt. Die Haare sind deshalb sehr früh von einem Zinkmangel betroffen. Wenn Ihr Haar stumpf und glanzlos, dünn und brüchig wird oder ausfällt, sollten Sie an die Möglichkeit einer Zinkunterversorgung denken.

Tipp: Zink bei frühzeitigem Ergrauen

Selbst ein frühzeitiges Ergrauen der Haare könnte mit einer schlechten Zinkversorgung der Haarwurzeln zusammenhängen. Frühzeitiges Ergrauen kann charmant sein, aber auch auf einen Zinkmangel hinweisen.

Zink gegen brüchige Fingernägel

Spröde und brüchige Fingernägel sprechen mitunter gut auf die Zinktherapie an. Schmerzhafte Einrisse an den Fingerkuppen, meist dort, wo die Fingernägel das Nagelbett verlassen, können auf Zinkmangel hinweisen.

Die optimale Versorgung mit Zink

Je nach seelischer und körperlicher Verfassung sowie dem individuellen Lebensalter variiert die benötigte Zinkmenge. Der empfohlene Tagesbedarf von Nahrungszink liegt bei zwölf bis 15 Milligramm. Männer sollten sich im oberen Bereich der empfohlenen Zinkaufnahme bewegen, Frauen benötigen etwas weniger. Zink kann nicht im Körper gespeichert werden und muss dennoch Tag für Tag jeder Körperzelle zur Verfügung stehen. Ausreichend Zink kann dem Körper also nur durch die Nahrungsaufnahme oder in Form von Zinkpräparaten zugeführt werden.

Zinkquellen in unserer Nahrung

In fast allen Lebensmitteln ist Zink enthalten, allerdings in unterschiedlich hohen Konzentrationen. Dabei kann der Körper das an tierisches Eiweiß gebundene Zink besser aufnehmen als das Zink der Pflanzen. Wer sich gemischt ernährt, nimmt etwa ein Drittel des Zinks aus Fleischwaren zu sich, 25% aus Milchprodukten und Eiern, 20% aus Vollkorngetreideprodukten und die restlichen Prozent aus verschiedenen tierischen und pflanzlichen Lebensmitteln.

Veganer, die neben Fleisch auf Milch- und Käseprodukte sowie Fisch verzichten, sollten ein besonderes Augenmerk auf die Zinkversorgung haben. Mit einer täglich auf Gesundheit ausgerichteten Ernährungsweise aus Mischkost ist man sicherlich bestens beraten, um die Zinkversorgung langfristig zu garantieren, damit es gar nicht erst zu Zinkmangelzuständen kommt.

Zink als Nahrungsergänzung

Am besten werden organisch gebundene Zinkverbindungen vom Körper aufgenommen: Zinkcitrat, Zinkgluconat, Zinkorotat, Zinkhistidin, Zinkaspartat. Durch die Bindung von Zink an diese „Carrier“ kann Zink gut in die Zellen eingeschleust werden. Nach Möglichkeit Zink immer etwa eine Stunde vor dem Essen einnehmen. Die Dosierung sollten Sie mit Ihrem Arzt besprechen. Sie kann zwischen 10-50mg Zink/Tag liegen.

Zinkbedarf messen

Da sich Zink in über 98% in den Körperzellen befindet, ist eine Bestimmung in Blutserum oder Blutplasma unsinnig. Auch im Urin bringt die Zinkbestimmung nichts.

Am sichersten ist die Zinkanalytik im Vollblut, obwohl sie auch da schwierig ist und nur in darauf spezialisierten Labors durchgeführt werden sollte. Zusammen mit der gleichzeitigen Bestimmung von Kalium, Magnesium und Calcium hat man dann aber eine recht gute Aussage über die Versorgung des Organismus mit Mineralstoffen.

Auch bei der Haarmineralstoffanalyse wird Zink bestimmt. Verunreinigungen durch Umwelteinflüsse, Haarfärbemittel, Dauerwellen können die Ergebnisse verfälschen.

Über die Autorin

Petra Neumayer ist Medizinjournalistin und Autorin. Sie hat zahlreiche Bücher über Nahrungsergänzungsmittel, Alternativmedizin und Naturheilkunde veröffentlicht.

www.skripthaus.com

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Der handliche Kompakt-Ratgeber aus dem Hause Mankau erklärt übersichtlich und leicht verständlich:

  • wie das lebenswichtige Element in unseren Organismus gelangt und welche Funktionen es dort ausübt,
  • wie es zu Mangelerscheinungen kommt und welche Auswirkungen diese auf unser Wohlbefinden haben,
  • mit welchen Nahrungsmitteln wir eine optimale Versorgung mit Zink sicherstellen,
  • wie das Immunsystem durch ausgewogene Ernährung gestärkt wird,
  • wie wir unseren Zinkstatus beurteilen können und
  • wie wir mit Nahrungsergänzungen unsere Zinkversorgung verbessern können.

Unabhängig von den Vorteilen, die Zink für uns Frauen hat, möchte ich Ihnen in der kalten Jahreszeit die ausreichende Versorgung mit Zink (und Vitamin C) besonders ans Herz legen. Zink ist hier ein hervorragendes Mittel, um sofort bei den ersten Anzeichen einer Infektion den Organismus in seinem gesunden Abwehrkampf gegen bakterielle oder virale Eindringlinge zu unterstützen. Die „Cochrane Metastudie“ ergab, dass bei der täglichen Einnahme von mindestens 75 Milligramm Zink die Erkältungsdauer signifikant zurückging, in manchen Fällen wurde sie sogar halbiert. Aber auch bei Leistungsschwäche, Antriebslosigkeit und Stimmungstiefs sollten wir an das Multitalent Zink denken.

Über die Künstlerin

Poortraits 018*Frau Dr. Hilly Kessler ist Frauenärztin in Luxemburg und international bekannte Künstlerin. Ihre Frauenportraits machen betroffen und nachdenklich. Für dieses Webmagazin hat Frau Dr. Kessler mir ihre Bilder zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

www.hillykessler.com

Haben Sie schon einmal an einen Zinkmangel gedacht oder Zink eingenommen? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar.

4 Kommentare »

  • Agathe sagt:

    Hallo,
    Langsam arbeite ich mich durch das Internet und auch durch die in diesem Netzwerk vorhandenen Artikel.
    Ich bin durch die Wechseljahre durch und leide seit vielen Jahren u.a. splitternden Fingernägeln, dünnen auffallenden Haare, Ämter mal Krämpfe in den Füssen, erhebliche Schlafprobleme die auch mit versch. Schlaftabletten bestehen bleiben. Diverse Arztbesuche blieben ohne Ergebnis. Bisher hat niemand auch nur 1 x eine Blutuntersuchung o.ä. vorgenommen oder auf den Mangel an Mineralstoffen hingewiesen. Also habe ich experimentiert mit Magnesium, Calzium, Astaxantin…. und es vor 3 Wochen mit Zink versucht. Nach ca. 2 Wochen konnte ich wesentlich besser schlafen und die Haare fallen nicht mehr so aus. Hoffentlich bleibt es so.
    Vielen Dank für diese Beiträge. Sie helfen mir sehr.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Agathe,
      bitte in Zusammenhang mit Zink auch immer an die B-Vitamine denken und trotzdem weiter Magnesium einnehmen oder Magnesium Oil anwenden, denn der Magnesium-Mangel besteht bei uns allen! Oft liegt die Störung auch im Darm, weshalb so viele gute Nahrungsinhaltsstoffe nicht richtig aufgenommen werden können. Wegen des Schlafens probiere ich seit 3 Wochen Melatonin B12 von Dr. Jacobs aus. Bei mir wirkt das prima. Alles Gute!

      • Agathe sagt:

        Liebe Frau Prof. DR. Gerhard,
        vielen Dank für die Hinweise. Das Magnesiumoel verwende ich inzwischen und vertrage es gut. Das Melatonin B12 ist leider nicht zu bekommen, weder in verschiedenen Apotheken noch im Internet. Gibt es eine Alternative?
        Bei mir wurde auch durch eine Heilpraktikerin ein hartnäckiger Darmpils festgestellt, der wohl so ziemlich alles behindert bzw. auch noch Schaden anrichtet. Leider konnte er beim ersten Versuch der Zerstörung nicht beseitigt werden (mittels Adiclair).
        Ich wünsche Ihnen noch ein schönes Rest-Wochenende.

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