Frühjahrsmüdigkeit ist keine Einbildung! Erklärungen gibt die Schulmedizin, und Hilfe bietet die Naturheilkunde!

Fühlen Sie sich im Frühjahr wie eine Krokuszwiebel, die nicht erblühen kann, als würde ein Stein auf ihr liegen? Niedergedrückt und schlapp, statt aufblühend und frisch?

Wussten Sie, dass bei mehr als der Hälfte der Bevölkerung die Frühjahrsmüdigkeit zu deutlichen Einbußen bei Lebensqualität und Leistungen führt?

Dennoch befasst sich damit weder das renommierteste Medizinlexikon noch die universitäre „Schulmedizin“. Die Ganzheitsmedizin hingegen hat wirksame Tipps aus der Schatztruhe der Natur.

Was genau passiert bei der „Frühjahrsmüdigkeit“? Warum scheint die Natur um uns herum vor Kraft nur so zu explodieren, während so mancher aus dem Gähnen nicht mehr herauskommt?

Vom Winterschlaf zur Frühjahrsmüdigkeit

Endlich ist die lange dunkle Winterzeit vorbei, aber anstatt frühlingsgleich zu erwachen, scheint es mit der Vitalität noch zäher zu werden. Was passiert hier genau?

Kurz gesagt:

  • Unser Organismus hat Anlaufschwierigkeiten nach dem wohlig-trägen Winter-Stoffwechsel. In den Wintermonaten überbrückt schlafregulierendes Melatonin die lange Dunkelphase im Sinne eines sinnvollen Energie-Spar-Modus.
  • Geht hingegen im Frühjahr die Sonne früher auf, spüren wir tagsüber noch das Nachwirken dieses Schlafhormons und sind müde.
  • Der Gegenspieler, das vitalisierend-stimulierende Serotonin wird erst bei noch mehr und steiler stehender Sonne produziert.
  • Der noch wintermüde Kreislauf schafft es nicht, die Blutgefäße adäquat zwischen aprilwetterhafter Morgenkälte, mittäglicher Sonnenwärme und wieder abendlicher Kälte hin und her zu switchen.

Zauberformel: Solarpower

Es geht so einfach und ist Balsam für Leib und Seele: Erfreuen Sie sich ganz bewusst an Sonnenlicht und Bewegung, Farben und Vitaminen! Medizinischer ausgedrückt: Kurbeln Sie die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin wirkungsvoll an mit zehn Minuten Tageslicht-Tanken nach dem Mittagessen im Freien. Dann steht die Sonne am steilsten und schenkt am meisten Sonnenlicht und damit auch UV-Licht. Das Motto heißt jetzt: Solarpower statt Elektrosmog!

Bis genügend davon tankbar ist durch das langsam kräftiger werdende Sonnenlicht, hilft es, Vitamin D zuzuführen. Exakt als Tropfen dosierbar in natürlicher Menge gibt es dieses z.B. bei meinem sehr geschätzten Kollegen Dr. Ludwig Jacob. Um herauszufinden, welche Dosis für Sie die richtige ist, lohnt es sich, Ihren 25OH-Vitamin D-Spiegel im Blut messen zu lassen (Kosten zwischen 25 und 30 €).

Oxygenieren mit jedem Atemzug

Noch mehr Power tanken Sie, wenn Sie das Sonnenbad mit einem strammen Spaziergang verknüpfen. Das vertieft zusätzlich Ihre Atmung, was wiederum verbrauchte Luft aus den Tiefen Ihrer Lungen austauscht gegen frischen Sauerstoff. Wer sich zusätzlich noch dehnt und streckt wie eine Katze, der belebt die Faszien, die Muskeldurchblutung und auch nochmals die Atmung. Also ran ans Strecken, als wollten Sie sich ein paar Frühlingswolken greifen.

Aquafit auf dem stillen Örtchen

Einen weiteren Kreislaufkick weiß Pfarrer Kneipp mit gezielter Wasseranwendung, der Balneotherapie: einfach bei jedem Toilettengang einen kräftigen Strahl eiskalten Wassers über die Innenseite der Unterarme und der Handgelenke brausen lassen. Dieser kleine Kälteschock direkt auf die Blutgefäße beschleunigt den Blutfluss – das wirkt auf den Blutdruck wie ein Peitschenschnalzen beim müden Kutschpferd.

Äußerlich und innerlich wachrubbeln

Wer vor morgendlichem Wechsel- oder Kaltduschen zurückschreckt, kann das körpereigene Regulationssystem mit 90 Sekunden Trockenbürstenmassage anregen. Kreisen Sie dazu von Herz-fern nach Herz-nah, also von den Fingerspitzen und Zehen zum Herzen mit einem kochbaren Sisalhandschuh. Die so gesteigerte Hautdurchblutung weckt über Nerven-Reflexbahnen die inneren Organe und erhöht auch innerlich die Durchblutung. Und wo frisches Blut ist, dort kommt Sauerstoff hin und auch alle aufgenommenen Vitalstoffe.

Farb- und Duft-Frischekick

Nach der Trockenbürstenmassage bringt eine zitronenduftige Körperlotion aus der Aromatherapie und frische Farben aus dem Kleiderschrank alle Sinne zum Aufblühen. Tauschen Sie dunkle Bordeaux-, Grau- und Schwarztöne und wecken Sie jetzt mit frisch-fröhlichen Farben die Seele.

Vitalstoffe schlemmen, Darmflora wecken

Pflücksalat

In Sachen Ernährung empfehlen schon Hildegard von Bingen oder Paracelsus: „Eure Nahrungsmittel seien auch Eure Heilmittel“. Mit frischen Salaten, gekeimten Sprossen, Obst und zartem jungen Gemüse füllen Sie die Vitaminspeicher auf – köstlicher, bunter und lebendiger als (nur) mit Vitamintabletten.

Unterstützend dazu stärke ich selbst meine Darmflora mit einer sinnvollen Mischung für Schleimhäute und Immunsystem, basierend auf bekömmlichem Erbsenpulver mit vielen wertvollen Vitalstoffen, dem Regenerat immun, ebenfalls von Dr. Ludwig Jacob.

Während meiner Frühjahrskurs ernähre ich mich basisch, d.h. pflanzenbetont, z.B. mit einer überraschend leckeren Suppe aus frischen Brennnesselspitzen. Rezept aus dem Naturpädagogenkurs meines Mannes Armin, nachzulesen in Tomatenrot+Drachengrün, S. 219

Rezept Brennnesselsuppe

Zutaten

Brennnessel

4 Handvoll Brennnesselspitzen
40 g Biobutter
30 g Dinkelvollkornmehl
1 L Wasser
1 Bio-Gemüsebrühwürfel
1/2 TL Gomasio

Zubereitung

Brennnesselspitzen waschen, Butter sanft erhitzen, Mehl darin anschwitzen, mit Wasser ablöschen. Brennnesseln und Brühwürfel zufügen, kurz durchköcheln, pürieren und mit Gomasio abschmecken.

ReiChi Cafe

Meinen persönlichen Hallo-wach-Kick hole ich mir mit dem ReiChi Cafe, einer Kaffeepulver-Zubereitung auf der Basis von Kokosmilchpulver, ergänzt mit etwas Ginseng, Guarana und, wie der Name schon verrät, mit dem Vitalpilz Reichi. Schmeckt mir mit leicht gesüßter Sojamilch oder mit einer Mischung aus Soja-und Mandelmilch. Macht wach, aber nicht hippelig.

Klösterliche Bitterkraft und süße „Sünde“

Armin und Therapiehund

Natürliche Bitterstoffe z. B. aus Wermut und Enzian, schon empfohlen von Hildegard von Bingen, gibt es fertig getrocknet und sinnvoll komponiert in Bitterpulvern wie in Hildegards Bitterkraft- oder dem Bitterstern-Tropfen. Sie regen den Stoffwechsel an und unterstützen die Leber, ebenso entschlackende Kräutertees.

Und gute Nachricht auch für Naschkatzen (und -Kater!): Dunkle Schokolade macht munter und glücklich.

Bei so viel Genuss für alle Sinne blühen die Frühlingsgefühle auf wie ein Krokus beim ersten Sonnenstrahl. Und wer dann mit erwachten Sinnen neugierig geworden ist, was denn da schon wieder Neues erblüht auf der Wiese, kann mal nachschauen in dem Pflanzenrätsel-Blog meines Mannes Armin, Botaniker und Natur-und Landschaftsführer, auf www.gruenkraftpfade.de.  Macht Spaß und lässt teilhaben am täglichen Aufblühen der Natur.

Einen wunderschönen Frühling wünscht Ihnen

Ihre Naturärztin

Dr. med. Susanne Bihlmaier

Über die Autorin

Dr. med. Susanne Bihlmaier ist examinierte Kinderkrankenschwester und hat sich schon ab dem 2. Semester ihres universitären Medizinstudiums parallel (und privat) weitergebildet in Naturheilverfahren. Mit Ihrer Doktorarbeit erarbeitete sie sich einen Wissenschaftspreis für ihren Brückenschlag zwischen Universität und Akupunktur. Sie ist gern gesehene Dozentin an Universitäten, Volkshochschulen und Selbsthilfegruppen, bildet vhs-GesundheitsdozentInnen, Heilpraktiker und Ärzte aus.

Ihr Fachbuch „Die Akupunktur“ und ihr Koch- und Gesundheitsbuch „Tomatenrot+Drachengrün“ sind Dauerbrenner bei den Ratgeberbüchern.

In ihrer Praxis hat sie sich ganz spezialisiert auf Traditionelle Chinesische und Traditionelle Europäische Medizin und Komplementäre (d.h. ergänzende) Krebstherapie. Zusätzlich baut sie am Brustzentrum Coburg eine komplementär-onkologische Sprechstunde auf und ist Kooperationspartnerin des Endometriose-Zentrums der Universität Tübingen. Wer einen ihrer lebendigen und kurzweiligen Vorträge miterleben möchte, findet eine Übersicht auf Ihrer

Homepage: www.bihlmaier-tcm.de

Buchempfehlung von der Redaktion

Die Akupunktur, 2. Auflage, KVM Verlag 2009

Tomatenrot+Drachengrün, das Beste aus Ost und West, 5. Auflage, Hädecke Verlag 2016, für Sie in diesem Webmagazin von Frau Prof. Gerhard besprochen

Rezepte und Gesundheitstipps aus: Tomatenrot und Drachengrün, 3x täglich das Beste aus Ost und West, Dr. med. Susanne Bihlmaier, Hädecke Verlag 2016

Und wie machen Sie sich frühlingsfit? Dann schreiben Sie uns doch einen Kommentar!

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