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Energie tanken mit naturheilkundlicher Leberpflege

Von | 21. April 2017 – 00:09 2.522 AufrufeDrucken

Bei Müdigkeit und Erschöpfung muss immer auch an die Leber gedacht werden. Mit dem Prometheus-Programm können Sie Energie tanken und mühelos in die lebergesunde Lebensweise gleiten.

Erschöpfung © Hilly Kessler*

Im rechten Oberbauch liegt ein kleines Kraftwerk: Die Leber. Kein anderes Organ im Körper übernimmt so viele verschiedene Aufgaben. Wie intensiv in der Leber gearbeitet wird, verdeutlichen die folgenden Zahlen:

  • Die vielen Stoffwechselvorgänge in den Leberzellen heizen das Organ auf 40 °C hoch. Damit liegt ihre Temperatur drei Grad über der normalen Körpertemperatur.
  • Ungefähr jeden achten Atemzug machen wir nur für die Leber. Denn rund zwölf Prozent des eingeatmeten Sauerstoffs wird für die vielen Prozesse in den Leberzellen benötigt.

Von der intensiven Arbeit der Leber profitieren die restlichen Körperzellen. Sie versorgt sie unter anderem mit Wärme und Energie. Mit ihrer hohen Temperatur wärmt sie ihre Umgebung und das Blut. Zusätzlich ist sie wesentlich am Energiestoffwechsel beteiligt. Die Leber achtet zum Beispiel auf den Spiegel des Blutzuckers, der den meisten Zellen als Energielieferant dient. Sinkt er ab, setzt sie Traubenzucker frei, den sie in Form von Glykogen in ihrem Gewebe speichert. Auch an der Energiegewinnung aus Fettsäuren und Proteinen ist sie beteiligt.

Müdigkeit, der Schmerz der Leber

Ist der Leberstoffwechsel beeinträchtigt, kann sich das durch ein Energiedefizit bemerkbar machen. Die Betroffenen fühlen sich dann müde und erschöpft. Dieses Phänomen lässt sich auch bei vielen Lebererkrankungen bemerken. Aus diesem Grund nennt der Mediziner die Müdigkeit auch „den Schmerz der Leber“. Anders als andere Körpergewebe kann sich die Leber nicht durch Schmerz bemerkbar machen, wenn ihr etwas fehlt. Sie äußert sich auf anderem Wege. Etwa durch Müdigkeit.

Naturheilkundliche Therapeuten raten deshalb Patienten mit Erschöpfungssymptomen bisweilen dazu, mittels einer Kur ihre Leber zu reinigen und zu revitalisieren. Dies kann sich positiv auf den Energiehaushalt und die eigene Leistungsbereitschaft auswirken.

Warum die Leber mehr Aufmerksamkeit verdient hat

Leberzellen haben es heutzutage nicht einfach. Die Belastungen, denen sie ausgesetzt sind, nehmen mit unserem modernen Lebensstil zu. Dazu zählen:

  • Genussgifte wie Alkohol, Medikamente, bei Frauen künstliche Hormone aus Pille und Co
  • Schadstoffe in Luft, Wasser, Kosmetik und Nahrung sind für unseren Stoffwechsel gefährlich und müssen von den Leberzellen entgiftet werden. Das ist für diese ein Spiel mit dem Feuer. Einige Leberzellen müssen bei diesen gefährlichen Aufgaben selbst dran glauben.
  • Bewegungsmangel, und dadurch Sauerstoffmangel und Durchblutungsstörungen (tiefes Atmen fördert die Bauchpresse)
  • Übergewicht, Überernährung und Diabetes mellitus überfordern die Leber in ihrer Funktion als Energielieferant und -speicher. So werden zum Beispiel nicht benötigte Kalorien im Lebergewebe als Fett gespeichert. Dies kann die Funktion des Organs einschränken.
  • Dauerhafter Stress und anhaltende seelische Anspannungen beeinträchtigen die Arbeitsleistung der Leber. Stellen Sie sich vor, sie müssten ein Zimmer aufräumen, in dem vier Kinder wild spielen. Um wieviel einfacher gelingt dies, wenn Ruhe einkehrt und die Kinder sich mit einem Buch in die Ecke setzen, anstatt weiter zu toben? So ähnlich geht es der Leber. Wenn wir zur Ruhe kommen, kann sie ihr volles Potential entfalten und alle anstehenden Aufgaben erledigen. Gleichzeitig nutzt sie diese Zeit, um abgestorbene Leberzellen zu ersetzen.

Diese verschiedenen Belastungen führen dazu, dass die Leber an ihre Grenzen kommt. Besonders Faktoren wie Übergewicht, Diabetes mellitus und Alkoholkonsum führen dazu, dass mittlerweile 30 bis 40 Prozent der Bevölkerung an einer sogenannten Fettleber leiden. Bei der Fettleber besteht das Lebergewebe zu einem großen Teil aus Fett, was die Produktivität und die Gesundheit der Leber gefährdet.

Es gibt also heutzutage genug Gründe, um ein wenig auf seine Leber zu achten. Dafür reicht es oft schon, seine Lebensgewohnheiten ein wenig zu ändern.

Tipps zur lebergesunden Lebensweise

  • Regelmäßige körperliche Aktivität.
  • Normalgewicht (BMI: 18,5 – 25) halten oder anstreben.
  • Essen, wenn Sie hungrig sind. Mit dem Essen aufhören, wenn Sie satt sind. Stress während der Mahlzeiten vermeiden. Abends nur leicht verdauliche Lebensmittel verzehren. Keine Rohkost mehr nach 18 Uhr.
  • Weniger tierische Fette und Transfette (gehärtete Fette). Lieber zu hochwertigen pflanzliche Ölen wie Lein-, Distel- oder Olivenöl greifen. Braten nur mit hitzebeständigen Fetten, wie Kokosfett.
  • Alkohol, Zucker (auch mit Fruchtzucker gesüßte Getränke und Lebensmittel) nur in Maßen. Natürlicher Fruchtzucker aus Obst ist ok.
  • Keine schimmligen Lebensmittel verzehren.
  • Verdauungsbeschwerden, insbesondere Verstopfungen vermeiden. Hierfür ist eine regelmäßige Zufuhr von Ballaststoffen und milchsauer vergorenen Lebensmitteln hilfreich. Häufig die blähungstreibenden Gewürzen wie Anis, Fenchel oder Kümmel verwenden.
  • Mehr pflanzliche als tierische Eiweiße verzehren.

Mit dem Prometheus-Programm Leber und Körper reinigen und vitalisieren

Oliven

Als Naturheilkundler schenken wir der Leber bei den unterschiedlichsten Erkrankungen Beachtung. Nicht nur wenn das Organ selbst erkrankt ist. Die Leber berücksichtigen wir zum Beispiel auch bei Erschöpfungszuständen, depressiven Verstimmungen, chronischen Schmerzen, Verdauungs- oder Wechseljahresbeschwerden. Als zentrales Organ im Körperstoffwechsel kommt ihr eine führende Rolle für unsere Gesundheit zu. Dasselbe gilt auch im Falle von Erkrankungen.

Viele chronische Erkrankungen gehen aus naturheilkundlicher Sicht mit einer Beteiligung des Leberstoffwechsels einher. Aus diesem Grund haben wir für die Patienten unserer Praxis das sogenannte Prometheus-Programm entwickelt, welches nun auch als Buch erhältlich ist. Es handelt sich um eine vierwöchige Leberkur mit Ernährungsvorschriften, Teetherapie mit vielen Heilpflanzen für die Leber, Einnahme von Schüssler-Salzen und Entspannungstechniken. Das ganzheitliche Programm fördert nicht nur die Gesundheit der Leber, sondern die des ganzen Körpers:

Ernährungsvorschriften ganz einfach

Die Ernährungsvorschriften sind einfach umzusetzen. Es darf gegessen werden, wie viel man will. Lediglich die Auswahl der erlaubten Lebensmittel ist eingeschränkt. Das Hauptaugenmerk liegt auf einer basischen, gemüsereichen Ernährungsweise.

Begleitet wird diese durch den sogenannten Prometheus-Tee, einer leicht bitteren Teemischung, welche den Stoffwechsel und die Entgiftungsorgane Leber, Darm, Haut und Niere anregt. Der Prometheus-Tee wird täglich getrunken.

Das Prometheus-Programm empfehlen wir auch Gesunden. Es eignet sich sehr gut, um einmal im Jahr seine Energiereserven wieder aufzufüllen und seinen Körper zu entlasten.

Viele, die eine Kur machen, sind neugierig darauf, ob und wie sie ihnen genutzt hat. Der Erfolg des Programms lässt sich messen. In unserem Buch „Die Leber natürlich reinigen“ findet sich ein Test, mit dem man am Ende des Programms herausfinden kann, ob und wie einem die Kur genützt hat.

Tipp: Bitter macht lustig

Löwenzahn

Ein Merksatz der Naturheilkunde besagt: Wer bitter zuführt, entbittert den Körper. Wie ist das zu verstehen? Wird auf der Zunge ein bitterer Geschmack vernommen, reagiert der Körper darauf:

  • Der Leberstoffwechsel wird aktiviert und die Galle entleert. Damit wird die Verdauung, der Fettstoffwechsel und die Leberregeneration gefördert.
  • Das vegetative Nervensystem wird beeinflusst und der Parasympathikus gestärkt. Dies kann den Abbau von Stress fördern.
  • Das Immunsystem wird aktiviert.

Greifen Sie also zu bitteren Lebensmitteln wie Rucola, Löwenzahn, Radicchio, Chicorée, Endivie, Brokkoli, Artischocke, dunkle Schokolade, Quitten, Oliven (schön bittere) oder Grapefruit.

Übrigens: An den bitteren Geschmack gewöhnt man sich schnell. Nach kurzer Zeit wird man sogar „süchtig“ nach bitteren Lebensmitteln. Eine sehr gesunde Sucht!

Übrigens: Kennen Sie Prometheus?

Prometheus ist der Namenspatron unserer Kur. Sie kennen ihn nicht? Laut der griechischen Sagenwelt hatte der Riese Prometheus unseren ältesten Urahnen geschaffen. Während die unzähligen Götter, Halbgötter, Helden und Ungeheuer des mythischen Altertums sich liebten und zankten, formte er aus Lehm die ersten Menschen. Seine Geschöpfe fanden auch unter den Göttern Zuspruch. Sie verlangten Opfer und Huldigungen.

Aus Zorn über eine listige Opfergabe versagte Zeus den Menschen das Feuer. Prometheus besorgte es ihnen trotzdem. Nun mussten alle dafür büßen: Den Menschen schickte Zeus mit der Büchse der Pandora Krankheit und Leiden. Den Prometheus kettete er an einen hohen Felsen des Kaukasus-Gebirges. Doch damit nicht genug: Jeden Tag erschien ein Adler und labte sich an der Leber des Prometheus. Jede Nacht wuchs diese wieder nach.

Seither steht der Name Prometheus für die Regenerationskraft der Leber. Wir haben uns bei der Entwicklung des Programms von der griechischen Sage inspirieren lassen.

Unser Prometheus-Programm, ein Ausflug nach Griechenland

Die Ernährungsvorschriften orientieren sich an der griechischen Küche. So sind viele leichte Gemüsegerichte mit Olivenöl und Zitronensaft Teil des Programms.

Der Olivenbaum spielt eine wichtige Rolle. Seine Früchte, seine Blätter und sein Öl werden während der Kur verwendet.

Im Prometheus-Tee finden sich Heilpflanzen, die für Griechenland typisch sind. Dazu zählen unter anderem der Olivenbaum (Olea europea), die Schafgarbe (Achillea millefolium), die Sand-Strohblume (Helichrysum arenarium), der Spargel (Asparagus officinalis), der Fenchel (Foeniculum vulgare) und die Mariendistel (Silybum marianum).

Nicht nur die Leber des Prometheus hatte Superkräfte. Auch unsere verfügt über erstaunliche Regenerationskräfte. Diese können unter den Einflüssen unseres modernen Lebensstils an ihre Grenzen kommen. Wer auf seine Leber achtet, belohnt sich selbst. Er leistet damit nicht nur einen wichtigen Beitrag für seine Gesundheit, sondern steigert auch seine Vitalität und Leistungsfähigkeit.

Über den Autor

Sebastian Vigl (geb. 1982) ist Heilpraktiker in eigener Praxis in Berlin. Aufgewachsen in den Bergen Südtirols, teilte er früh die Begeisterung seiner Familie für die Natur. Diese Begeisterung machte er nach Abschluss einer dreijährigen Heilpraktiker-Ausbildung zum Beruf. Besonders die Möglichkeiten der Pflanzenheilkunde liegen ihm sehr am Herzen. Sein Wissen teilt er beim Schreiben von Artikeln für diverse Fachzeitschriften und in Heilpflanzenführungen und –vorträgen. Zusammen mit seiner Praxiskollegin, der Heilpraktikerin Anne Wanitschek, hat er 2016 das Buch „Pflanzliche Antibiotika richtig anwenden“ veröffentlicht und 2017 das Buch „Die Leber natürlich reinigen“.

Kontakt

Heilpraktiker Wanitschek & Vigl Berlin
Nansenstr. 31
12047 Berlin–Neukölln
Tel.: (030) 208 655 94
e-mail: info@sebastianvigl.de
www.sebastianvigl.de

Buchempfehlung von der Redaktion

Die Leber natürlich reinigen

Entgiften und Energie tanken mit dem Prometheus-Programm

Jetzt ist die richtige Zeit für eine Frühjahrskur. Nachdem ich Ihnen kürzlich vorgestellt habe, wie Sie mit Bädern, Wickeln und Einläufen natürlich entgiften können, stelle ich Ihnen heute eine andere Entgiftungs- oder besser Reinigungsmethode vor: das Prometheusprogramm. Sie verlangt keine großen Anstrengungen von Ihnen, kein Hungern oder Fasten, keine Einläufe oder Wickel. Das Vier-Wochen-Programm beruht auf einer bewussten Ernährungsveränderung, reichlich bitteren Tees, Schüßlersalzen und Entspannungsübungen.

In dem Ratgeber „Die Leber natürlich reinigen“ der beiden Heilpraktiker Anne Wanitschek und Sebastian Vigl (vor einem halben Jahr hat Sie der Artikel zu den pflanzlichen Antibiotika hoffentlich gut durch den Winter gebracht) wird zunächst viel Wissenswertes und Vergnügliches über die Leber mitgeteilt. Nachdem die Darmpflege bei uns schon einen gewissen Stellenwert erlangt hat, kommt die Leberpflege leicht zu kurz. Dabei wird die Leber am meisten in Mitleidenschaft gezogen durch unseren modernen Lebensstil, die Umweltgifte, Medikamente und Alkohol.

Systematisch erklären Ihnen die Autoren, wie Sie einkaufen sollten (incl. wichtigen Apps), welche Gemüse- und Obstsorten nach der Signaturenlehre angebracht sind, was Sie zur Entspannung und Regeneration täglich einplanen sollten.

Das Buch liest sich leicht trotz der Fülle von Informationen zum gesunden Lebensstil. Es ist modern, sogar Strichcodes für die Einkäufe sind angegeben. Es motiviert dazu, sich wirklich mal mit dem lebergesunden Lebensstil zu beschäftigen. Nach den vier Wochen kann man einen Fragebogen ausfüllen und objektivieren, was die Kur einem an Lebensenergie gebracht hat.

Unbedingte Kaufempfehlung!

Über die Künstlerin

Poortraits 018*Frau Dr. Hilly Kessler ist Frauenärztin in Luxemburg und international bekannte Künstlerin. Ihre Frauenportraits machen betroffen und nachdenklich. Für dieses Webmagazin hat Frau Dr. Kessler mir ihre Bilder zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

www.hillykessler.com

Und wie sind Ihre Erfahrungen mit der Leberkur oder der Leberentgiftung? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

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