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Verhüten ohne Hormone? Na sicher!

Von | 25. November 2015 – 23:12 5 Kommentare 15.309 AufrufeDrucken

Nichthormonelle Verhütungsmethoden, wie Diaphragma, Spirale und NFP, haben eine hohe Methodensicherheit und Anwendersicherheit und stellen besonders für Frauen mit späterem Kinderwunsch eine echte Alternative zur Hormonpille dar.

Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all

Ihr Kinderlein kommet, oh kommet doch all

Viele Frauen glauben, dass es abgesehen von der Pille keine sichere Verhütungsmethode gibt. Weit gefehlt, es gibt eine ganze Reihe von Möglichkeiten, sehr sicher und vor allem ohne synthetische Hormone zu verhüten. Neben der Kupfer-Spirale zählen die leider sehr aus der Mode gekommenen Diaphragmen und Portiokappen und die Zeitwahlmethoden dazu. Ein großer Vorteil der hormonfreien Verhütungsmethoden ist der, einen natürlichen Zyklus zu haben, der ohne Beeinflussung durch Medikamente abläuft.

Der Menstruationszyklus ist ein Ausdruck von Selbstregulation des weiblichen Körpers.

In der Naturheilkunde wird dem natürlichen Zyklus der Frau eine große Bedeutung beigemessen. Der Menstruationszyklus ist bei Frauen zwischen der Pubertät und der Wechselzeit ein Ausdruck der Selbstregulation und kann oft als ein gutes Feedback genutzt werden, wie gut oder schlecht Selbstfürsorge gelebt wird.

Was den Zyklus beeinflusst

Die seelische Einstellung und der Lebensstil können den Zyklus beeinflussen.

Negative Beeinflussung

Schlechte Ernährung, Stress ohne Ende und Bewegungsarmut verstärken häufig prämenstruelle Symptome und Bauchkrämpfe während der Mens.

Positive Beeinflussung

Ein bewusster Umgang mit dem Körper sowie eine Ernährung, die reich an Magnesium, ungesättigten Fettsäuren und anderen Vitalstoffen ist, fördern einen unkomplizierten und beschwerdefreien Zyklus.

Bedeutung des natürlichen Zyklus für die Anamnese

In der Anamnese, sei es für die Auswahl eines homöopathischen Konstitutionsmittels oder in der Diagnostik für eine traditionell chinesische Behandlung, spielt der Zyklus eine Rolle.

  • Kommt die Periode regelmäßig oder unregelmäßig?
  • Ist die Periode eher kurz oder lang?
  • Ist die Blutung stark oder schwach?
  • Ist die Blutung hellrot oder dunkel mit Klumpen?

All das kann einer naturheilkundlichen Ärztin eine Auskunft über die Konstitution der Patientin geben und Hinweise für die benötigte Therapie, selbst wenn Menstruationsbeschwerden nicht der Anlass für die Konsultation waren.

Was ein Medikamentenzyklus ist

Ein Standardzyklus aus der Packung mit den Antibabypillen ist dagegen keine echte Menstruation, denn der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut verläuft unter der Pille anders als in einem fruchtbaren Zyklus. Ein medikamentöser Zyklus kann sinnvoll sein:

Aber aus Sicht der Naturheilverfahren bedeutet die Verhütung mit der Pille eine Blockade der Selbstregulation des weiblichen Körpers. Daher lohnt es sich die Pille und Alternativen zu ihr genauer zu betrachten.

Sicherheit der Verhütung

Baby noViele junge Frauen glauben, dass die Einnahme der „Pille“ die sicherste Verhütungsmethode darstellt.

Leider ist die Pille zahlreichen Störfaktoren ausgesetzt: von Erbrechen, chronisch entzündlichen Darmerkrankungen mit Durchfällen, Medikamenteneinnahme bis hin zu ganz simpler Schusseligkeit. Im internationalen Vergleich ist die Anwendersicherheit der Pille, das heißt die Sicherheit im täglichen Alltag, seit Jahren konstant.

Sechs bis acht von 100 Frauen werden jedes Jahr unter Pilleneinnahme  schwanger. Diese Angabe beruht auf Untersuchungen internationaler Gesellschaften für Familienplanung unter anderem der ESC (European Society for Contraception). Theoretisch, das heißt unter Studienbedingungen, ist die Pille sehr sicher, 0,5-0,3 Frauen von Hundert werden nur schwanger. Aber diese Idealbedingungen finden sich im Alltagsleben kaum.

Pearl Index

Der gerne zitierte Pearl-Index, nach dem angeblich die Pillen so sicher sind, ist nur eine Rechenmethode und sehr abhängig davon, mit welchen Daten die Rechnung ausgeführt wird. So verwundert es kaum, dass innerhalb der wissenschaftlichen Erforschung der Verhütungsmethoden ein Pearl-Index seit Jahren nicht mehr angegeben wird. Stattdessen werden der Methodenindex und der Gebrauchsindex verwendet

Methoden-Index

Der Methoden-Index gibt die maximale Sicherheit einer Verhütungsmethode bei immer korrekter Anwendung an. Das bezeichnet die ideale Anwendung ohne jeden Fehler.

Gebrauchsindex

Gebrauchsindex oder Anwendersicherheit: Dabei handelt es sich um die durchschnittlich im täglichen Leben erreichte Sicherheit. Diese weicht häufig vom Methoden-Index deutlich ab.

Vergleich der Verhütungsmethoden

Werden die einzelnen Verhütungsmethoden danach angesehen, fällt der Vergleich viel besser zu Gunsten der hormonfreien Verhütungsmethoden aus.

VerhütungsmethodeMethodensicherheitAnwendersicherheit
Pille 0,3-0,76-8
Intrauterinpessar mit Kupfer0,3-0,70,7
Diaphragma1,2-42-8 (ohne Gel bis 20!)
NFP = symptothermale Zeitwahlmethode (s. u.)0,31-3
  • die Zahlen geben an,  wieviele Frauen pro Jahr schwanger werden, wenn 100 diese Verhütungsmethode anwenden

Das heißt, im täglichen Leben ist die Pille nicht notwendigerweise das sicherste Verhütungsmittel. Ein Grund, sich andere Verhütungsmethoden einmal näher anzusehen. Denn es hat sich in den letzten Jahren im Bereich der hormonfreien Verhütung viel Gutes in der Entwicklung und Forschung getan.

Diaphragma zu Unrecht selten verwendet

images_datepicWaren in den 80er und frühen 90er Jahren in der Frauengesundheits-Bewegung Diaphragmen en Vogue und als selbstbestimmtes Verhütungsmittel ohne hormonelle Beeinflussung des Körpers oft Methode der Wahl, so ist es im letzten Jahrzehnt eher ruhig geworden um das Diaphragma.

Was ein Diaphragma ist

Ein Diaphragma ist eine Membran, die vor dem Muttermund liegt und diesen in einem spermienhemmenden Gel badet. Diese Art der Verhütung gehört damit zu den Barriere-Methoden. Diaphragmen werden vor dem Geschlechtsverkehr eingeführt und acht bis 24 Stunden danach wieder entfernt.

Frühere Nachteile des Diaphragma heute gelöst

DiaphragmaWar das Material früher Latex, das mit Weichmachern gelegentlich zu Allergien führte und für manche Frauen und Männer ein juckendes Problem darstellte, haben wir heute nur noch Modelle aus antiallergischem Silikon.

Auch das Problem der häufigen Pilzinfektionen, das so manche Frau in den 70er Jahren dazu brachte, ihr Diaphragma frustriert aufzugeben, ist gelöst. Früher war ein spermientötendes Gel mit Nonoxinol-9 der Standard und in jeder Apotheke erhältlich. Da aber Nonoxinol-9 nicht nur Spermien abtötete, sondern auch gleich die guten Döderlein´schen Milchsäurebakterien in der Vagina vernichtete, waren Tür und Tor geöffnet für Scheideninfektionen.

Heute sind spermienhemmende Gele auf Milchsäurebasis das beliebteste Produkt zur Verwendung mit dem Diaphragma. Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass die Verhütungssicherheit genauso gut ist wie mit Spermiziden, aber die ansäuernde Wirkung fördert die natürliche Vaginalflora und schützt daher vor Infektionen.

Die Verträglichkeit von Diaphragmen und Cremes ist über die Jahre viel besser geworden. Da bei konsequenter Anwendung bei jedem Verkehr die Sicherheit sehr gut ist, ist es schade, dass es um diese weibliche Barrieremethode so ruhig geworden ist.

Weitere Barrieremethoden für die Frau

Caya

Neben dem klassischen Diaphragma, das in mehreren Größen hergestellt wird und individuell angepasst werden muss, gibt es mittlerweile auch ein Diaphragma in einer Einheitsgröße in einer anatomisch besonders angepassten Form, das Caya. Unsere Erfahrungen in der Praxis sind damit sehr gut, es passt bei nahezu allen Frauen und die Handhabung ist sehr einfach.

Femcap

capsesDie Portiokappen des letzten Jahrhunderts, die damals alle aus Latex waren und gelegentlich Allergien und Juckreiz auslösten, sind von der Femcap aus Silikon abgelöst worden. Diese neue Portiokappe ist in drei Größen verfügbar und kann 2 Tage vor dem Muttermund bleiben. Die Femcap ist explizit für mehrfachen Verkehr bei liegender Barriere konzipiert und gerade für Wochenendbeziehungen gut geeignet.

Frau Professor Ingrid Gerhard hat in den 90er Jahren von Doktorandinnen Untersuchungen zur Sicherheit von weiblichen Barrieremethoden bei gut informierten Frauen durchführen lassen. Es konnte eine sehr gute Anwendersicherheit nach dem Pearl-Index von 1,2-2 nachgewiesen werden. Auch wurde eine große Akzeptanz der Methode bei den Probandinnen erreicht.

Zeitwahlmethoden: Äpfel und Birnen in einen Topf

apfel und BirneAls Zeitwahlmethoden werden Verhütungsmethoden bezeichnet, bei denen auf verschiedene Weise die fruchtbaren Tage ermittelt werden und dann der Geschlechtsverkehr auf die unfruchtbaren Tage beschränkt wird. Dabei reicht die Spannweite vom einfachen (und sehr, sehr unsicheren) Abzählen der Zyklustage bis zu einer komplexen Beobachtung des eigenen Körpers und seiner Symptome.

Natürliche Familienplanung (NFP)

Natürliche Familienplanung (NFP), auch unter dem Namen „Sensiplan“ bekannt, bezeichnet ein System, in dem die morgendliche Körpertemperatur, die Veränderungen des Muttermund-Schleimes und ggf. die Position des Muttermundes zur Ermittlung der fruchtbaren Tage herangezogen werden.

Es ist eine wissenschaftlich sehr gut untersuchte Verhütungsmethode, mit der eine sehr hohe Verhütungssicherheit möglich ist.

Ein weiterer Vorteil dieser Methode ist, dass die Anwenderinnen Störungen im Zyklusverlauf, wie eine unzureichende Gelbkörperphase, bemerken können. Dann ist naturheilkundliche Abhilfe möglich, bevor der Kinderwunsch drängend wird! Heilpflanzen, zum Beispiel Extrakte der Keuschlamm-Früchte, können hilfreich sein.

Und wenn Kinderwunsch entsteht, wissen Sie bereits genau, wann und wie sich Ihr Eisprung ankündigt, und wie Sie Ihr Zykluswissen nutzen können, um schwanger zu werden.

Leider werden die Zeitwahlmethoden oft alle über einen Kamm geschoren und haben daher einen eher schlechten Ruf als kompliziertes und eher ungenaues „Vatikanisches-Roulette“.

Unterscheidung der Zeitwahl-Methoden

Es ist daher wichtig, genau zu unterscheiden, ob es sich um

  • eine symptothermale Methode handelt, das heißt um ein System, in dem zu der Messung der Körpertemperatur mindestens ein sicheres körperliches Symptom hinzugezogen wird, – Doppelt genäht hält besser!
  • oder ob es sich um eine monosymptomale Methode handelt, das heißt nur die Messung der Temperatur oder nur die Beobachtung des Muttermund-Schleimes.
  • Oder gar um eine reine Kalender-Methode, das heißt eine reine Berechnung ohne Beachtung der Körpersignale

Nur Technik ohne Körperbeobachtung, nein danke!

Die zuletzt genannten monosymptomalen Methoden erreichen keine so gute Verhütungssicherheit, auch wenn sie im modernen Gewand eines Zykluscomputers daherkommen. Wenn eine Frau einen Zykluscomputer verwenden möchte, sollte sie ein Modell wählen, das mehr kann, als nur die Temperatur registrieren (z. B. Cyclotest MyWay). Dies ist zurzeit der ausgereifteste Zykluscomputer. Der Vorläufer war bei Stiftung Warentest der absolute Sieger in Sachen Verhütungscomputer.

Apps können irreführend sein.

Gerade in unserer heutigen technik-verliebten Welt fallen junge Frauen gerne auf Zyklus-Apps herein, die die „fruchtbaren Tage“ oder „den“ Einsprung anzeigen auf Grund einer Berechnung mit einem sehr simplen Algorithmus für einen Durchschnitts-Zyklus. Da diese Berechnung nichts mit dem individuellen Zyklusgeschehen der Frau zu tun hat, ist es kein Wunder, das viele Apps nicht zur Verhütung geeignet sind, auch wenn sie „den Eisprung“ anzeigen. Das Smartphone meldet mit den meisten Apps eben nur den Eisprung von Frau Dora Durchschnitt. Nur Apps, die eine Aufzeichnung von Morgentemperatur und anderen Körpersymptomen, wie dem Muttermundsschleim, ermöglichen, können zur sicheren Verhütung verwendet werden, z. B. myNFP.

Kombination von Symptothermaler Methode und Barrieren

Gerade die Kombination von NFP und Barrieremethoden in der fruchtbaren Phase des Zyklus ermöglicht eine sehr praktikable und flexible Verhütung, leider existieren dazu überwiegend Erfahrungswerte aber wenige wissenschaftliche Studien.

Kupfer-Spiralen, heute viel besser als früher

IUB_IUPWenn eine Frau sich nicht ausführlich mit ihrem Körper beschäftigen möchte oder das Leben gerade sehr turbulent ist, sind natürlich auch Spiralen eine Möglichkeit. Neben den Hormonspiralen gibt es heute eine breite Auswahl an Spiralen, die über die Abgabe von Kupfer wirken. Kupfer ist ein Spurenelement wie Eisen und Kalzium, aber eines, das in der Gebärmutter Spermien abtötet. Die modernen Spiralen geben deutlich weniger als 10% der Kupfermenge ab, die wir täglich mit der Ernährung aufnehmen.

Waren früher die Nebenwirkungen, wie Menstruationsschmerzen und starke Blutungen, an der Tagesordnung, so ist es heute dank verschiedener Modelle und Größen möglich, die Spirale passend zur Gebärmutter zu wählen. Die meisten Blutungsprobleme mit der Spirale entstehen durch schlecht sitzende, oft zu große Modelle. Für sehr zierliche Gebärmütter gibt es die Kupferkette, die keinen Rahmen hat, der drücken kann.

Verhütung für Frauen mit späterem Kinderwunsch

Gerade Frauen, die zwar aktuell kein Kind wünschen, aber gerne in der Zukunft eine Familie gründen wollen, sind gut beraten, irgendwann auf eine hormonfreie Verhütung zu wechseln.

Am besten hormonfreie Verhütung

  • Zum einen, da der natürliche Zyklus dann ausreichend Zeit hat, sich wieder einzuschwingen.
  • Zum anderen, da die langjährige Einnahme der Anti-Baby-Pille zu einer Verarmung an Mikronährstoffen führt.

Nachteile der Pille für Frauen mit späterem Kinderwunsch

Einige Frauen werden nach dem Absetzen der Pille sofort schwanger oder haben sofort wieder einen regelmäßigen Zyklus. Es gibt aber auch das Gegenteil: Frauen, die nach dem Absetzen monatelang auf eine Regelblutung warten oder die eine völlig unregelmäßige Menstruation haben.

Pille Schuld an Zyklusstörung?

PilleDann wird oft die Pille beschuldigt, die Zyklusstörungen nach dem Absetzen verursacht zu haben. Aber bei genauer Nachfrage in der Anamnese geben doch recht viele Frauen an, dass der Zyklus auch vor der Einnahme recht unregelmäßig oder schmerzhaft war. Ist dann nur die Pille schuld? Oder hat die Tatsache, dass die Regel durch die Einnahme der hormonellen Verhütung immer alle 28 Tage kam, es zu einfach gemacht, an eventuellen hormonellen Problemen vorbei zu sehen?

Folgen des Mikronährstoffmangels unter der Pille

Die Pille verändert den Stoffwechsel für Folsäure, Vitamin B6, Vitamin B12 und andere Vitamine aber auch für Magnesium und Zink. Der Speicherstatus sinkt, und damit kann die Versorgung eines werdenden Kindes gefährdet sein.

Missbildungen

Dass ein Mangel an Folsäure Fehlbildungen, wie einen offenen Rücken oder Lippen-Kiefer-Gaumen-Spalten, beim Baby begünstigen kann, hat sich bei vielen Frauen herumgesprochen. Dass die Vitamin-Speicher bereits VOR der Zeugung gut aufgefüllt sein sollten, um den optimalen Schutz vor diesen Fehlbildungen zu gewährleisten, das wissen viele Frauen nicht.

Übelkeit in der Schwangerschaft

Abgesehen davon mindert eine gute Versorgung mit B-Vitaminen Probleme in der Schwangerschaft. Ein Mangel an Vitamin B6 kann Übelkeit in der Frühschwangerschaft verstärken,

Anämie und Erschöpfung in der Schwangerschaft

Zu wenig Vitamin B12 behindert die Blutbildung und kann zu Anämie und Erschöpfung in der Schwangerschaft führen.

Ist die Pille wirklich die ideale Lösung für die dauerhafte Verhütung?

Fazit

Es gibt also mehrere gute Gründe dafür, im Hinblick auf die langfristige Lebensplanung regelmäßig die eigene Verhütung zu überprüfen und sich nach Alternativen zur Pille umzusehen.

Über die Autorin

doro47Dr. med. Dorothee Struck, Frauenärztin und Ärztin für Naturheilverfahren, ist in ihrer eigenen Privatpraxis Kiel niedergelassen. Neben den Heilpflanzen und der Mikrobiologie hat sie zwei weitere „Hobbys“ im Bereich der Gynäkologie: Verhütung und Kinderwunsch! Scheinbar gegensätzliche Themen, aber doch nur unterschiedliche Seiten einer Münze. Die Freiheit für Frauen zu entscheiden, ob und wann in ihrem Leben Kinder einen Platz finden, ist für sie ein wichtiger Punkt für selbstbestimmtes Leben. Wenn Dorothee Struck nicht in der Praxis arbeitet, paddelt sie gerne mit ihrem Mann die kleinen Flüsse Norddeutschlands herab und betrachtet die Heilpflanzen am Ufer.

Kontakt

Dr. Dorothee Struck
Praxis für Frauengesundheit Kiel
Esmarchstr. 1a
24105 Kiel
Tel 0431-2404019
E-Mail: termin@frauengesundheit-kiel.de
Website: www.frauengesundheit-kiel.de

Buchempfehlung von der Redaktion

Verhüten ohne HormoneEndlich kann ich Ihnen einen umfassenden und leicht lesbaren Leitfaden zum Umgang mit der Verhütung vorstellen. Frau Dr. Struck hat schon an meinen beiden Lehrbüchern „Geburtshilfe integrativ“ und „Gynäkologie integrativ“ engagiert mitgearbeitet. Sie weiß also, wovon sie spricht. Im August 2015 erschien ihr Buch „Verhüten ohne Hormone – Alternativen zu Pille & Co“ im Stadelmann Verlag.

Sehr einfühlsam beschreibt sie zunächst den Frauenkörper und das Zyklusgeschehen. Sie erklärt die Geschichte der Spiralen und stellt die unterschiedlichen Typen von Intrauterinpessaren vor. In Zeichnungen macht sie deutlich, welche Spirale für welche Frau, bzw. deren Gebärmutter, am günstigsten ist. Von der Vorbereitung auf den Eingriff bis zu späteren möglichen Komplikationen wird nichts ausgelassen.

Die Barrieremethoden von Diaphragma und Caya bis Femcap und Prentiv werden mit Vor- und Nachteilen in einer Tabelle aufgeführt und mit Doc Dodo´s eigenen Erfahrungen geschmückt. Auch die chemischen Verhütungsmittel werden einer eingehenden Analyse unterzogen.

Pille für den MannNatürliche Familienplanung (NFP), Coitus interruptus, Nachverhütung, Sterilisation, Lunazeption: Sie sehen, außer der hormonellen Verhütung ist keine Methode ausgelassen. (Und natürlich wird auch an die Pille für den Mann gedacht!). Dabei ist Frau Dr. Struck wichtig, dass jede Frau ihre individuelle Methode wählen kann, die sich durchaus in verschiedenen Lebensphasen unterscheiden kann. Am Ende jeder dargestellten Methode werden die Sicherheit und die Kosten zusammengefasst.

Ein lesenswertes Standardwerk der Verhütung, das in jeden (Frauen)Haushalt gehört und auch in jeder Frauenarztpraxis gut aufgehoben wäre. Der lockere und fröhliche Stil der Autorin verführt zwar zum raschen „Durchschmökern“, aber die Fakten lassen sich jederzeit gezielt in den einzelnen Kapiteln finden. Gratulation zu diesem Buch, das eine Lücke in der Verhütungsliteratur schließt!

Und welche Verhütungsmethode schätzen Sie? Berichten Sie doch von Ihren Erfahrungen mit einem Kommentar!

5 Kommentare »

  • A sagt:

    Hallo Frau Dr. Gerhard,

    ist es möglich, die Caya nach einer Konisation anzuwenden, passt sie? Bei mir wurde vor 1,5 Jahren viel weggenommen, da kein Kinderwunsch mehr.
    Bei der letzten Kupferspirale hatte ich leider eine sehr starke Blutung mit viel Kraftverlust über 1-2 Jahre und daher jetzt Angst, es noch mal damit zu versuchen.
    Aber vielleicht ist die Caya eine Alternative?

    Vielen Dank für Ihre Antwort
    A

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe A,
      das kann nur der Frauenarzt entscheiden. Sie können es ausprobieren und dann die Lage kontrollieren lassen. Da Caya auf dem Schambein aufliegt und bis ins hintere Scheidengewölbe reicht, sollte es dort eigentlich auch nach ausgedehnter Konisation liegenbleiben können. Viel Erfolg!

  • Mariella sagt:

    Vielen Dank für diesen interessanten Beitrag!
    Ich persönlich mag die Verhütungsmethoden, die nicht in den Hormonhaushalt der Frau eingreifen oder durch den Arzt eingesetzt und wieder entfernt werden müssen.
    Seit Kurzem probiere ich die Femcap und bin ganz zufrieden damit, nachdem ich die richtige Größe für mich gefunden hatte.
    Den Umgang damit sollte man allerdings schon etwas für sich selbst üben, um sich damit vertraut zu machen!
    Dabei ist mir bisher zweimal aufgefallen, dass ich, trotz vorsichtiger Handhabung, nach dem Entfernen (nach einigen Stunden) einen geronnenen Tropfen Blut an der Femcap hatte. Ebenso fühlte sich der Muttermund nachher etwas weicher und runder und insgesamt empfindlicher an als vorher.
    Sind das normale „Nebenwirkungen“ durch die mechanische Reizung der Schleimhäute und den leichten Unterdruck, den die Kappe erzeugt? Ist das bedenklich?
    Es wäre schön, wenn noch andere Frauen ihre Erfahrungen hier mitteilen würden. Danke!

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