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Migräne – ein Frauenleiden neu verstehen

Von | 19. April 2015 – 00:39 8 Kommentare 10.605 AufrufeDrucken

Migräne hat unterschiedliche Ursachen. Nach genauer Diagnostik kann sie mit Ernährungsberatung, Hormon- oder Entgiftungstherapie, Ausschaltung von Störherden und durch Traditionelle Chinesische Medizin gebessert oder geheilt werden.

Migräne © Dr. Hilly Kessler

Migräne © Dr. Hilly Kessler*

Ein Großteil der Migränepatienten sind Frauen. Viele von ihnen müssen sich mit der Einnahme von Schmerzmitteln zufrieden geben, weil eine ursachenorientierte Therapie nicht praktiziert wird. Das etablierte Migräneverständnis lässt solch eine Therapie nicht zu, weil Migräne als nicht heilbar gilt. Und dennoch existiert die Möglichkeit, Migräne zu lindern oder gänzlich zu heilen. Die Voraussetzung ist ein Abrücken vom gängigen Migräneverständnis hin zu einem ganzheitlichen Menschen- und Krankheitsbild sowie zu einem ganzheitlichen Diagnose- und Therapieangebot.

Migräne, eine Volkskrankheit

Während in den TV-Shows der 1980er Jahre der Witz „Schatz, ich kann nicht. Ich habe Kopfweh.“, ein „running gag“ war, wurde man sich in den 1990er Jahren sowie in den Folgejahren über die Ernsthaftigkeit von Kopfschmerzen, insbesondere von Migräne, bewusst. 2002 konstatierte das Robert Koch-Institut „Nach Hochrechnungen sind in Deutschland mindestens 2 Millionen Menschen von rezidivierenden Migräneattacken betroffen. (…) In stationärer Behandlung wegen Migräne befanden sich fast doppelt so viele Frauen wie Männer.“

Dieser Befund zeigt nicht nur, dass Migräne als eine Volkskrankheit bezeichnet werden kann, sondern er zeigt auch den signifikanten Anteil an Frauen, die von Migräne betroffen sind. Auch wenn diese Tatsache empirisch als gesichert gilt, spielt sie in der Fachöffentlichkeit immer noch eine untergeordnete Rolle. Viel zu stark liegt der Fokus auf der Entwicklung und der Verbreitung von Schmerzmitteln, die zwar bei akuten Schmerzen helfen, langfristig aber keine Linderung verschaffen.

Dass primär Frauen von Migräne betroffen sind, lässt sich an den typisch weiblichen Einflussfaktoren erklären, die die Gesundheit der Frau kennzeichnen. An erster Stelle ist hier das Hormonsystem zu nennen. Dieses steht im Kontext des Zyklus, der Wechseljahre, der Schwangerschaft und der Pille.

Darüber hinaus sind aber noch andere Einflussgrößen zu nennen, die die Entwicklung von Migräne fördern können: Ernährungsweisen, Schwermetallbelastungen, Entgiftungsstörungen oder eine schwache Darmflora.

Migräne ist oft nur ein Symptom

Solange diese und andere Faktoren bei der Diagnostik und Therapie von Migräne ausgeschlossen werden und die Kopfschmerzattacken als eigenständige Krankheit definiert werden, lässt sich die Migräne langfristig weder lindern noch heilen. Wie will man zu den Ursachen einer Störung vordringen, wenn wesentliche potentielle Ursachen von vornherein unberücksichtigt bleiben?

Daher ist das Problem der gängigen Schulmedizin weniger ein praktisches als vielmehr ein theoretisches. Doch aus der Theorie wird allzu oft auf die Praxis geschlossen. Und von einer unzureichenden Theorie schließt man leider auf keine gelingende Praxis.

Das Dilemma liegt darin, dass Migräne als genetisch determiniert und darum als unheilbar gilt. Würde man davon abrücken, könnte Migräne nicht mehr als eigenständige Krankheit, sondern als Symptom für unterschiedliche Störungen verstanden werden. Dadurch können die Therapeuten nicht nur gezielter nach verschiedenen Ursachen suchen, sondern diese alle in einen Zusammenhang bringen, was letztlich zu einem ganzheitlichen Migräneverständnis und zu ganzheitlichen Therapieformen führen würde, statt zur bloßen Schmerzmitteltherapie.

Migräne kann nur ganzheitlich verstanden werden

viele Ursachen © high_resolution - Fotolia.com

viele Ursachen © high_resolution – Fotolia.com

Erst wenn der Gesamtzustand des Patienten vom Therapeuten erfasst und interpretiert wurde, ist es möglich, ein umfassendes Bild über Gesundheit und Krankheit des Patienten zu zeichnen. So kann Migräne in den Kontext des gesamten Lebens des Patienten gerückt werden. Das wiederum ermöglicht Rückschlüsse auf bestimmte Entwicklungstendenzen im Organismus.

Migräne entsteht demnach nicht durch eine einzelne Ursache wie z. B. genetische Bedingtheit, sondern durch das Zusammenwirken vieler einzelner Wirkfaktoren, die in ihrer Gesamtheit die Konstitution des Patienten bestimmen. Dieses Menschen- bzw. Krankheitsbild ist in der naturwissenschaftlichen Medizin noch unterrepräsentiert.

Die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) ergänzt die Schulmedizin

Anders dagegen in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM), in der der Mensch mit all seinen physischen und psychischen Stärken und Schwächen diagnostiziert wird. Der TCM-Arzt untersucht nicht einen Einzelaspekt, wie z. B. die Migräne, sondern berücksichtigt den gesamten Lebenswandel des Patienten und geht der Frage nach, welche Konstellation von Einzelelementen zu bestimmten Symptomen geführt haben könnte.

Dieser Ansatz, kombiniert mit den modernen schulmedizinischen Diagnoseverfahren, erlaubt ein erweitertes Migräneverständnis und damit auch gänzlich andere Therapieergebnisse als in der konventionellen Medizin.

Migräne als Symptom und die Suche nach individuellen Ursachen

In der Diagnostik entscheiden weniger die technischen Hilfsmittel. Essenzieller ist die Aufmerksamkeit des Therapeuten, die er seinen Patienten schenkt, denn nur er vermag es, alle Signale – bewusste wie unbewusste – zu erfassen und zu deuten. Erst nach der ausführlichen Anamnese, die neben Fachwissen und Einfühlungsvermögen ein hohes Maß an Erfahrung und Intuition erfordert, können entsprechende Diagnoseverfahren herangezogen werden.

Hierbei haben sich Zusammenhänge zwischen

  • Hormonsystem,
  • Ernährungsgewohnheiten,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten,
  • Schwermetallvergiftungen,
  • Schwächen innerer Organe,
  • gestörter Darmflora
  • Muskelverspannungen,
  • Zahnproblemen und
  • allgemeinen energetischen Disharmonien

herausgestellt, die zur Migräne führen können und bei entsprechender Kenntnis positiv verändert werden können. Das Hormonsystem ist hierbei ein besonderes „Ursachensystem“, da es auf viele Reize reagiert und sich verändert.

Frauen, Hormone und Migräne

Gleichgewicht

Gleichgewicht

Das Hormonsystem reguliert neben physischen Prozessen auch psychische und ist maßgeblich am Wohlbefinden beteiligt. Vor allem die Sexualhormone Östrogen und Progesteron spüren Frauen in ihrem Monatszyklus wesentlich deutlicher als Männer. So ist es auch keine Seltenheit, dass Frauen immer zu bestimmten Zeitpunkten ihres Zyklus mit Migräne zu kämpfen haben. Kommt es bei einer Frau zu einer reduzierten Produktion von Progesteron wird das Gleichgewicht gegenüber dem Östrogen empfindlich gestört.

Die Reduktion des Progesterons kann eine Folge bestimmter Verhütungsmethoden (Pille oder Hormonspirale), von Stress, Schwangerschaften, Operationen, Giftstoffen, Medikamenten oder Fehlernährungen sein. Kippt das Gleichgewicht zwischen den beiden Hormonen, dominieren die östrogengesteuerten Wirkungen, und es kann zu einer permanenten Östrogendominanz kommen. Der Monatszyklus kann dauerhaft gestört werden und mehr oder weniger schlimme körperliche oder psychische Symptome, die auch eigenständige Krankheiten sein können, werden die Folge sein.

Die Migräne ist dabei nur eine Folge unter vielen. Allerdings sind die Chancen für die Entstehung einer hormonabhängigen Migräne hoch, wenn sich Menstruationsbeschwerden entwickeln. Damit sind Hormonschwankungen eine Hauptursache von Migräne.

Da sich Hormonschwankungen durch das Ungleichgewicht zwischen Progesteron und Östrogen entwickeln, ist bei der Anamnese bzw. späteren Diagnostik zu ergründen, wie das Ungleichgewicht zustande gekommen ist. Ist es das Ergebnis eines Progesteronmangels und eines Östrogenüberschusses oder spielen noch weitere Hormondrüsen (bspw.: Schilddrüse) eine Rolle? Hier geben weitere Symptome der Patientinnen Aufschluss.

Wenn eine hormonelle Störung als Hauptursache für die Migräneanfälle ausgemacht werden konnte, ist es möglich, mit bioidentischen Hormonen das Hormonsystem der Betroffenen zu regulieren. Da das hormonelle Ungleichgewicht jedoch selbst eine Folge von anderen Ursachen ist, müssen auch diese in die Therapie integriert werden. Beispielsweise kann sich herausstellen, dass das Hormonsystem eines Patienten empfindlich auf bestimmte Nahrungsmittel, Schwermetalle oder Kunststoffe reagiert.

Migräne ist nicht nur eine Angelegenheit für Ärzte

Wenn Migräne als Symptom bzw. Hinweis auf eine Störung im Organismus verstanden wird, dann kann es nicht nur der Arzt sein, der sich mit den potentiellen Ursachen beschäftigt. Wesentlich besser als der Therapeut kennt der Patient seinen Körper und seine Lebensgeschichte. Er sollte bewusst durch seinen Alltag gehen und aufmerksam seine körperlichen und psychischen Reaktionen in Folge der Einwirkung bestimmter Reize beobachten. Dadurch verbessert sich seine Sensitivität dem eigenen Körper gegenüber und der Patient kann selbst beurteilen, was ihm gut tut und was nicht.

Viele Migränebetroffene fühlen sich als Opfer – Opfer der Schmerzen, der Krankheit oder der unzureichenden medizinischen Versorgung. Dies muss nicht sein. Migränepatienten sollten keine Opferrolle einnehmen, die zu Passivität verleitet. Statt die Verantwortung für das eigene Wohlbefinden den Ärzten zu überlassen, sollte das Leben pro-aktiv gestaltet werden. Das bedeutet, sich selbst unabhängig von äußeren Umständen, die nur bedingt änderbar sind, die Macht einräumen, Herr über das eigene Schicksal zu werden.

Wenn Migräne eine Tatsache ist, an der nicht gerüttelt werden kann, dann sollte als Erstes bedacht werden, dass man die Einstellung sich und dem Kopfschmerz gegenüber ändern kann. Dadurch werden neue Perspektiven möglich, neue Lösungsmöglichkeiten ergeben sich und die Krankheit kann als Anlass genommen werden, um eine Reise in sein Innerstes vornehmen zu können. So lassen sich hinderliche Glaubenssätze, scheinbare Wahrheiten oder längst vergessene Gefühlsregungen entdecken, hinterfragen und verändern. All dies gehört zu einer ganzheitlichen Therapie, in der der Mensch das Maß aller Dinge ist.

Buchempfehlung

Migräne ade! Das neue Migräneverständnis nach Dr. Selz

Migräne adeErstmals beleuchtet ein Arzt das Thema „Migräne“ mithilfe der Traditionellen Chinesischen Medizin und der naturwissenschaftlichen Medizin. Selbst wer schon lange unter Migräne leidet, dem liefert das Buch von Dr. Selz klar beschriebene Zusammenhänge, die ein völlig neuartiges Verständnis zu dieser Krankheit eröffnen. Der Autor versteht die Migräne als Ausdruck einer Organschwäche und nicht als unkontrolliert auftretende Erkrankung. Anhand von Praxisbeispielen erklärt er mögliche Ursachen und die Beteiligung innerer Organe sowie die Abhängigkeit der Migräne von dem individuellen Hormonspiegel. Bis heute liefert kein medizinisches Lehrbuch, was Dr. Ulrich Selz in diesem Buch einfach und verständlich darstellt.

Kostenlose Leseprobe und weitere Informationen: www.migraene-ade.de

Über den Autor

Portait Dr. SelzDr. med. Ulrich Selz ist niedergelassener Arzt in seinem Heimatort Ingolstadt. Er praktiziert in seiner Privatpraxis und ist auf die Behandlung von chronischen Erkrankungen spezialisiert. Er war an einer der größten komplementärmedizinischen Kliniken Europas beschäftigt. Dort war er schwerpunktmäßig in die Versorgung von schulmedizinisch austherapierten Patienten integriert. Während der Klinikzeit entwickelte Dr. Ulrich Selz ein umfassendes Diagnose- und Therapiekonzept für Migränepatienten. Nach über 10 Jahren Forschung ist er der Begründer der „Migränetherapie nach Dr. Selz“. Diese beinhaltet klare Diagnose- und Behandlungsrichtlinien, physiotherapeutische Maßnahmen und spezielle Ernährungsrichtlinien.

Kontakt

Dr. med. Ulrich Selz
Bahnhofstr. 3
85051 Ingolstadt
Tel: 0841/ 88 55 4155
Fax: 0841/ 88 55 4156
Email Arztpraxis: kontakt@doktorselz.de
http://www.migraene-ade.de

Kommentar von der Redaktion

Im Buch über die Migränetherapie nach Dr. Selz stellt der Autor eindringlich dar, wie viele verschiedene Ursachen an einer Migräne beteiligt sein können. Auch wenn Sie nicht die Möglichkeit haben, zu Dr. Selz in die Praxis zu gehen, bekommen Sie doch viele Hinweise, in welcher Richtung Sie sich selber beobachten können und welche Diagnostik Sie bei Ihren Ärzten veranlassen können.

Was hier am Beispiel der Migräne dargestellt wird, gilt für fast alle chronischen Erkrankungen. Eine Veranlagung, die Genetik, macht nur einen kleinen Teil aus und sollte nicht zur Resignation verführen. Wichtige Rollen spielen immer

Hieraus können sich chronische Hormonstörungen und zu schwache oder überschießende Reaktionen des Immunsystems entwickeln. In diesem Webmagazin finden Sie einige Artikel, die auf diese Problembereiche eingehen. Hinzu kommt die in der Medizin noch viel zu selten berücksichtigte Belastung durch elektromagnetische Felder und andere physikalische Umweltbelastungen.

Inzwischen gibt es viele Ärzte für Naturheilkunde, die diese Faktoren bei ihrer Diagnostik und Therapie berücksichtigen. Über die Internetauftritte der entsprechenden Ärztegesellschaften können Sie sich Ärzte in Ihrem Wohnbereich heraussuchen. Hier einige Beispiele:

Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V.

Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.

Deutsche Gesellschaft für Umwelt-ZahnMedizin (DEGUZ)

Internationale Gesellschaft für ganzheitliche Zahnmedizin

PreventNetwork, Service- und Informationsportal für orthomolekulare Medizin

Ärztegesellschaft Für Klinische Metalltoxikologie e.V.

Über die Künstlerin

Poortraits 002*Frau Dr. Hilly Kessler ist Frauenärztin in Luxemburg und international bekannte Künstlerin. Ihre Frauenportraits machen betroffen und nachdenklich. Für dieses Webmagazin hat Frau Dr. Kessler mir ihre Bilder zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

www.hillykessler.com

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Migränetherapie gemacht? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

8 Kommentare »

  • Annett sagt:

    Liebe Frau Prof. Dr. Gerhard,
    seit drei Jahren leide ich unter chronischer Migräne. Bevor es anfing, hatte ich während einer stressigen Zeit extreme Unterleibschmerzen ungeklärter Ursache und dann fingen die Kopfschmerzen an und noch weitere Begleitsymptome – irgendwann hatte ich sie täglich und ca. aller drei Tage Migräneanfälle. Ich habe ein Blutbild machen lassen. Dabei wurde festgestellt, dass ich PCO habe und wohl auch keinen Eisprung hatte. Östrogendominanz noch dazu. Mit Progesteroncreme wurde alles nur noch schlimmer. Gibt es weitere Alternativen?

    Vielen Dank vorab für Ihre Tipps.
    Annett

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Annett,
      ich weiß zu wenig von Ihnen, um ihnen konkrete Vorschläge machen zu können. Meistens lässt sich über eine pflanzenbasierte Ernährung, passende Nahrungsergänzungen und Bewegung die Situation verbessern. Auch Akupunktur kann häufig helfen. Alles Gute!

  • Irina sagt:

    Liebe Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,

    ich habe eine Frage bezüglich meiner Pille Jubrele. Ich nehme sie seit ca. zweieinhalb Jahren und habe seit ca. zwei Jahren mittlerweile täglich den immerselben Schmerz an der linken Schläufe (stechend/drückend). Ich war schon bei sätmlichen Ärzten, sowie Physiotherapie, mache viel Sport usw. – der Schmerz bleibt unverändert.
    Könnte der Kopfschmerz eine Nebenwirkung der Pille Jubrele sein?
    Zuvor nahm ich die Aida, jedoch bekam ich von dieser regelmäßig Migräne mit Aura – seit ich diese absetzte, verschwand die Migräne.

    Nun bin ich am Überlegen, ob ich es nun auch einmal mit dem Absetzen der Pille Jubrele versuchen sollte?

    Viele Grüße,
    Irina

  • heike m sagt:

    Liebe Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,

    ich leide seit den 18.Lebensjahr unter starker Migräne erst 14tägig, später nur vor oder nach der Regel. Heute bin ich 47. Nach dem ich keine Pille vertragen konnte, habe ich im Alter von 25 damit aufgehört. In den Jahren habe ich viel ausprobiert, aber nichts half. Seit einem Jahr nehme ich nun eine Progesteroncreme 5% von meiner neuen Ärztin verschrieben. Diese trage ich 2x täglich auf. Leider ist der Erfolg sehr schwankend, ebenso wie meine Regel. Ich führe das u.a. darauf zurück, das man die Creme nicht ganz genau dosieren kann?? Ich habe schon Zeit lebens eine sehr starke und schmerzhafte Regel. Um Migräne und Regelbeschwerden in den Griff zu bekommen, habe ich nun seit 3 Wochen mit der Pille Jubrele begonnen. (Auf anraten meiner Frauenärztin. Ich habe auch noch Hashimoto, dieser wird mit L-Thyroxin 50 behandelt und immer beobachtet. Ein aktueller Eisenmangel wird ebenfalls behandelt. Die Creme nehme ich nicht parallel zur Pille. Ich fühle mich mit der Pille nicht besonders gut – habe aber keine Migräne sowie starke Regel. Mein Gefühl sagt:“Ich bekämpfe nur das eine Übel durch das Andere.“ Was würden Sie raten?
    LG HM

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Heike,
      Jubrele ist eine Pille, die ausschließlich ein Gestagen enthält. Wenn Sie damit beschwerdefrei sind, scheint das momentan für Sie ein guter Weg zu sein. In dem Artikel wird ja deutlich, wie schwierig eine langjährige Migräne zu behandeln ist, wie viele unterschiedliche Faktoren meistens an den Schmerzen beteiligt sind. Die Tatsache, dass Sie auch Hashimoto haben, bedeutet ja, dass auch Ihr Immunsystem nicht in Ordnung ist. Wenn Sie einen naturheilkundlich arbeitenden Arzt finden würden, der Sie ganzheitlich behandeln könnte (Darm, Nahrungsergänzungen, eventuell Homöopathie oder TCM) wäre das auf Dauer sicher beser. Alles Gute!

  • Margit Theresia sagt:

    Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,

    mit großem Interesse habe ich den Beitrag gelesen, ich leide schon seit 10 Jahren unter hormoneller Migräne. Sie tritt immer in der zweiten Zyklushälfte auf, meistens kurz vor der Periode oder am zweiten Tag der Periode. Ich hatte Anfang des Jahres eine bioidentische Hormoncreme verschrieben bekommen, Progesteroncreme 3%, diese habe ich aber nach einigen Monaten nicht mehr gut vertragen. Bei einem neuen Speicheltest kamen die folgenden Ergebnise:

    Östradiol: 3,1 pg/ml
    Östriol: 21,0 pg/ml
    Progesteron: 50 pg/ml

    Gerne möchte ich Sie fragen, ob es Sinn macht eine homöopathische Progesteroncreme D4 zu cremen oder Progesteroncreme 1 % oder ob es noch andere Alternativen gibt.

    Herzlichen Dank für Ihre Hilfe und die damit verbundenen Bemühungen.

    Herzliche Grüße
    Margit Theresia

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Margit,
      wegen eines Umbaus an der Webseite kann ich momentan nicht direkt antworten. Frau Dr. Faust-Albrecht gibt folgenden Rat:
      „Liebe Margit,
      die hormonell bedingte Migräne ist häufig auf eine vorherige Oestrogendominanz zurückzuführen. Im Moment der Migräneschmerzen ist aber relativ ein Östrogenmangel zu verzeichnen, weil der Körper höhere Oestrogendosen gewohnt ist. Mit der Progesteroncreme erfolgt bei fruchtbaren Frauen aber manchmal nur eine Stimulation der Östrogene und damit eine Verschlechterung. Zu Speichelwerten beziehe ich keine Stellung (siehe Artikel oben), nur Serum-Laborwerte, die zyklusgerecht zu beurteilen sind, können für eine Therapieentscheidung weiterhelfen.
      Hier gibt es 4 verschiedene Formen der Therapie:
      1.) Östrogene meiden (östrogendominante Pillen), Nahrungsmittel mit Östrogenen (konventionelles Schweinefleisch, Milchprodukte) oder auch alle „Xeno-Östrogene“ aus der Umwelt (v.a. Plastikartikel ) wie z.B. Bisphenol A
      2.) Östrogene durch gesunde Lebensweise reduzieren: wenig Alkohol, viel Sport, kein Nikotin, Übergewicht abbauen
      3.) Östrogene kurz vor der Periode einsetzen – z.B. Estrogenpflaster mit 50 mg Estradiol (das wird der Frauenarzt aufschreiben) 2 Tage vor den Menses über 4 Tage kleben lassen…
      4.) mit Melissentee die hormonell bedingten Schwankungen ausgleichen!
      Gute Besserung von
      H. Faust-Albrecht“

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