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Jod, wichtig für die Schilddrüse und die Brustgesundheit

Von | 18. Juni 2017 – 22:20 17 Kommentare 6.901 AufrufeDrucken

Jod ist für die Brustdrüse nicht nur beim Stillen wichtig, sondern auch als Schutz vor Mastopathie und Brustkrebs. Der Jodsättigungstest deckt Jodmangel auf.

Brustgesund © Piotr Marcinski Fotolia.com

Es sind oft ganz banale Zufälle, die den Lauf der (Medizin-)Geschichte verändern können. Fast alle medizinischen Wahrheiten, die wir heute für uns als selbstverständlich erachten, mussten sich in der Regel sehr langsam und gegen viele Widerstände durchsetzen. So scheint dies auch für das Thema Jod und seine Bedeutung für die Gesunderhaltung der Brust zu gelten.

Denn welche Frau mit Stillschwierigkeiten, Mastopathie oder Brustkrebs ist von ihrem Frauenarzt mal gefragt worden, ob sie genug Jod zu sich nimmt? Meistens reicht der Blick auf den Hals: wenn dort keine vergrößerte Schilddrüse zu sehen ist, geht man von einer ausreichenden Jodversorgung aus. Dabei kann Jod viel mehr!

Schon seit einigen Jahren ist bekannt, dass die empfohlene tägliche Jodmenge weder von Kindern noch Erwachsenen erreicht wird. Und wenn wir uns auf der Welt umsehen, fällt auf, dass der Jodverzehr um ein Vielfaches über dem der Deutschen liegt, ohne dass die Menschen dort kränker wären. Im Gegenteil: solch eine Explosion in unserem Land von Hashimoto-Erkrankten und Frauen, die Schilddrüsenmedikamente einnehmen müssen, gibt doch zu denken.

Was könnte da falsch laufen?

Zufällige Entdeckung: Jod fördert die Milchbildung

Zum Ende des zweiten Weltkrieges entdeckte ein englischer Arzt auf einer Wöchnerinnenstation ganz zufällig, dass eine junge Mutter, die er eigentlich wegen ihrer Schilddrüsenerkrankung mit Schilddrüsenextrakt behandelte, plötzlich begann Muttermilch in normalen Mengen zu produzieren. Erwähnt werden muss, dass die Patientin zuvor Probleme hatte, ihren Säugling zu stillen.

Erstaunt über diese Neben-Wirkung, verabreichte Professor Dr. Young der Frau daraufhin Lugol’sche Lösung – eine konzentrierte wässrige Jod-Jod-Kalium-Lösung – mit dem Ergebnis, dass die Milchbildung der Frau sogar noch zunahm.

Bald schon wurden alle Frauen in diesem Londoner Krankenhaus, die Stillprobleme hatten, mit Lugol’scher Lösung behandelt. Mit großem Erfolg! Und so konnte vielen Frauen geholfen werden.

Dennoch: Trotz mehrfacher Veröffentlichung in den führenden medizinischen Fachzeitschriften dieser Zeit – ist das Wissen um die Bedeutung von Jod für die Milchbildung der weiblichen Brust bis heute unter Gynäkologen und Hebammen quasi unbekannt.  Zu viele Frauen können ihre Kinder nicht oder nur unzureichend stillen, weil ihnen schlichtweg ein kleines Spurenelement fehlt –nämlich Jod.

Andere Länder anderes Wissen: Algensuppe für die Wöchnerin

Algensuppe © fotolia.com

In anderen Kulturen scheint das Wissen um Jod intuitiv noch vorhanden zu sein. Koreanische Frauen beispielsweise bekommen traditionell nach der Entbindung eine Algensuppe mit besonders hohem Jodanteil (Kombu), nicht nur, um die junge Mutter wieder zu Kräften zu bringen, sondern vor allem auch, um die Milchbildung anzuregen.

Auch die Autorin selbst konnte sich nicht nur bei ihren eigenen Kindern, sondern auch bei vielen ihrer Patientinnen von der unmittelbaren Wirkung von Jod auf die Milchbildung überzeugen.

In der Stillzeit verbindet sich Jod mit Kasein und wird zu Jodkasein – ein Lebenselixier für den Säugling, das für eine gesunde Schilddrüsenfunktion und vor allem die Gehirnentwicklung sorgt. In der Stillzeit ist der Jodbedarf am höchsten. Kaum eine Frau weiß das.

Wir bedauern sehr, dass dieses Wissen heutzutage kaum einer Schwangeren oder Wöchnerin vermittelt wird. Eine Jodprophylaxe, wie sie im Mutterpass steht, wird in praxi nicht angewendet. Hier wären vor allem Hebammen in der Aufklärungspflicht!

Folgen des Jodmangels für die Wöchnerin

Frauen, die in ihrer Schwangerschaft nicht ausreichend mit Jod versorgt sind – und das ist nach neuesten Untersuchungen die Mehrzahl – können – sofern sie stillen – im Laufe der Stillzeit in einen Jodmangel geraten. Es sei denn, sie versorgen sich zusätzlich mit Jod (tägliche jodreiche, maritime Kost, Meeresalgen oder zumindest eine Nahrungsergänzung mit Jod).

Die Folgen eines Jodmangels betreffen den gesamten Körper, denn Jodmangel macht sich nicht nur mit Stillproblemen bemerkbar, sondern kann auch eine sogenannte Post-Partum-Thyreoiditis, eine Entzündung der Schilddrüse, begünstigen und zu einer starken Erschöpfung der Mutter in der Stillzeit beitragen. Auch Frauen, die bereits an Hashimoto Thyreoiditis erkrankt sind, sollten in der Schwangerschaft zumindest 150 mcg Jodid am Tag zuführen, um den steigenden Bedarf für sich und den Fötus einigermaßen zu decken.

Folgen des Jodmangels für das Baby

Abgesehen davon benötigt das neugeborene Kind Jod in relativ großen Mengen. Jodmangel in den ersten Lebensjahren beeinträchtigt nachweislich die Gehirnentwicklung des Kindes und kann zu einer IQ-Einbuße von bis zu 13 Punkten beitragen.

Jodmangel bereits bei Kinderwunsch vorbeugen

Jod © Sascha Kaufmann

Deswegen wäre es sinnvoll, bereits in der Phase der Schwangerschaftsplanung oder spätestens zu Beginn einer Schwangerschaft den Körper auf einen Jodmangel hin zu untersuchen, um einem Jodmangel in der Schwangerschaft vorzubeugen. Leider werden weder eine Urin-Laboruntersuchung auf Jodmangel (s.u.) noch Kaliumjodidtabletten oder andere jodhaltige Nahrungsergänzungsmittel in der Schwangerschaft und Stillzeit – bis auf ganz wenige Ausnahmen – von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Wichtig ist hier anzumerken, dass der TSH-Test, der manchmal in der Schwangerschaft durchgeführt wird, keinen Hinweis auf die Jodversorgung des Körpers gibt. Auch bei guten TSH-Werten (0,4-2,5 mU/l) kann ein Jodmangel vorliegen.

Fazit

Eine ausreichende Jodversorgung ist notwendig für Mutter und Kind und sollte mit dem notwendigen Engagement des Gynäkologen und der Hebammen unterstützt werden.

Aber Jod kann noch viel mehr: Jod kann uns helfen, unsere Brüste gesund zu halten und auch im Falle einer Brusterkrankung eine Therapie sinnvoll unterstützen.

Jod schützt vor Mastopathie und Brustkrebs

Jod-Stoffwechsel © Sascha Kaufmann

Wieder nur ein neuer Hype? Nein, ganz und gar nicht. Seit in den 1950er Jahren polnische Wissenschaftler Jod in der weiblichen Brustdrüse entdeckt haben (bis dato dachte man, nur die Schilddrüse benötige Jod), beschäftigen sich Forscher in der ganzen Welt mit dem Thema Jod und der Brustgesundheit.

Nach fast 60 Jahren ist es Zeit, dass das umfangreiche Wissen nun endlich aus den Elfenbeintürmen der Wissenschaftler weltweit Frauen zur Verfügung gestellt wird, denn Jod kann uns vor Brustkrebs schützen, mehr als jeder andere Mikronährstoff.

Der Schutzmechanismus ist mittlerweile gut erforscht: Jod gelangt in der Regel als Kaliumjodid aus der Nahrung in die Brustdrüsenzelle hinein und wird dort enzymatisch in elementares Jod umgewandelt.

Diese Jodform (die auch in der Lugolschen Lösung vorhanden ist) verbindet sich mit Fettsäuren zu sogenannten Jodlaktonen.

Diese besondere chemische Verbindung kann auf den Epidermalen Wachstumsfaktor (EGF) einwirken und so die normale Zellteilung regulieren. Jodlaktone haben noch eine weitere wichtige Funktion: Sie können unterstützend beeinflussen, dass geschädigte oder kranke Zellen sich selbst vernichten, d.h. den natürlichen Zelltod (Apoptose) einleiten.

So kann ursächlich gutartigen, aber auch bösartigen Brusterkrankungen entgegengewirkt werden. Viele Studien konnten diese Wirkungen zwischenzeitlich belegen.

Studienbeispiele

Im Tierversuch konnte bereits in den 1960er Jahren gezeigt werden, dass Ratten bei Jodmangel deutliche Veränderungen des Brustdrüsengewebes (Dysplasie, Krebsvorstufen) zeigten, welches sich unter Jodgabe wieder in gesundes Gewebe zurückbildete.

In den letzten Jahren konnten auch deutsche Forscher an der Universität Hohenheim zeigen, dass Jodgaben in entsprechender Dosierung einen wachstumshemmenden Effekt auf verschiedene menschliche Brustkrebszelllinien haben.

In entsprechender Dosierung bedeutet, dass Jod nur im Bereich von mehreren mg pro Tag einen Effekt auf die Brustgesundheit hatte. Zumindest im therapeutischen Bereich.

Jodmangel sicher diagnostizieren

Leider wird Jod nur sehr selten untersucht. Im Gegensatz zu Eisen, Magnesium und Kalium ist Jod kein Routineparameter – weder beim Hausarzt noch beim Internisten. Dabei ist ein Jodmangel einfach zu erkennen. Wer zumindest den Jodmangel in Bezug auf die Schilddrüse ausschließen möchte, der kann einen Test auf Jodausscheidung im 2. Morgenurin durchführen. Dies sagt freilich noch nichts über die Jodversorgung des restlichen Körpers aus. Daher wurde vor einigen Jahren der sog. Jodsättigungstest entwickelt, der nach Jodgabe die Jodausscheidung über 24 Stunden hinweg misst.

Dieser Test wird mittlerweile in Deutschland in vier Laboren angeboten (z.B. Biovis Diagnostik, Labor Südwest Ettlingen). Um den Risikofaktor Jodmangel auszuschalten, sollte jede Frau ihren Jodstatus kennen. Die Laborkosten liegen bei ca. 40 Euro.

Verbesserte Jodversorgung durch die Ernährung

Queller © Sascha Kaufmann

Japanerinnen haben durch ihre besondere Ernährungsweise und einer durchschnittlichen Jodzufuhr von ca. 6 mg pro Tag (in Deutschland durchschnittlich 125 mcg pro Tag!) nicht nur die höchste Lebenserwartung weltweit, sondern auch die geringste Inzidenz an Brustkrebs. Auch andere Tumorerkrankungen kommen in Japan seltener vor.

Um unsere Brüste prophylaktisch mit ausreichend Jod zu versorgen, müssen wir also unsere Jodzufuhr – am besten über eine entsprechende jodreiche Kost – deutlich erhöhen. Hier ist ein grundsätzliches Umdenken unserer Ernährungsgewohnheiten erforderlich. Eine jodreiche Kost gehört täglich auf unseren Tisch: Viel Seefisch und Meeresfrüchte aus nachhaltigem Fang, biologischer Aquakultur sowie Algen und Meeresgemüse aus biologischer Zucht bzw. Wildsammlung sind wichtige Jodlieferanten.

Da Fische und Meeresfrüchte zum Teil stark mit Umweltgiften belastet sind, sollte eine Nahrungsauswahl mittels Qualitätssiegeln erfolgen. Ein guter Ratgeber für sicheren Fischverzehr sind auch die Internetseiten von wwf und greenpeace.

Wir empfehlen auch den einheimischen Queller (Meeresspargel, Salicornia), ein schmackhaftes, jodhaltiges Meeresgemüse, das in den Salzwiesen an Nord- und Ostsee wächst und sich als Rohkostsalat oder Gemüse verwenden lässt. Mittlerweile ist der Queller vor allem im Sommer – der Haupterntezeit – auch in gut sortierten Fischgeschäften, Biomärkten und – ganzjährig – über das Internet erhältlich.

Gute Nachrichten für Vegetarier und Veganer: Essbare Meeresgemüse sind sogar bessere Jodlieferanten als Fische und Meeresfrüchte.

Fibrozystische Mastopathie und Jod

Bei Frauen mit fibrozystischer Mastopathie – einer sehr häufigen, gutartigen Erkrankung – kann Jod in Form von elementarem Jod in hohen Dosen (mindestens 3 mg/ Tag für mehrere Wochen gegeben) in vielen Fällen die Erkrankung stark reduzieren bzw. heilen. Eine Jodgabe von mehr als 1 mg pro Tag sollte jedoch in jedem Fall therapeutisch überwacht werden. Von einer Eigentherapie raten wir ab.

Jodtherapie als Nahrungsergänzung bei Brustkrebs

Brustkrebs © Axel Kock fotolia.com

In der Prävention reicht es aus, Jod in Form von Kaliumjodid z. B. durch die Nahrung (Fische, Meeresfrüchte, Algen) zuzuführen, da gesunde Zellen Kaliumjodid enzymatisch leicht in das für die Brustdrüse notwendige elementare Jod umbauen können. Kranke Brustzellen können das viel schlechter, daher ist in diesen Fällen die direkte Gabe von elementaren Jod (aus der Apotheke, rezeptpflichtig) empfohlen. Ein Therapeut, der Erfahrung mit der Jodtherapie hat, wird dann durch hochdosierte Nahrungsergänzungsmittel oder Arzneimittel die Therapie unterstützen.

Vor kurzem hat die Gesellschaft für biologische Krebsabwehr Heidelberg die Jodprophylaxe und –therapie für Brustkrebs in ihre Empfehlungen aufgenommen. Dies ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung und immerhin ein Anfang.

Jod auch bei Hashimoto Thyreoiditis

Viele Menschen mit Hashimoto Thyreoiditis vertragen Jod nicht gut. Dies ist aber nicht der Fall, wie oft angenommen wird, weil Jod „schädlich“ sei, sondern weil die entzündete Schilddrüse den Prozess der Kopplung von Jod an die Aminosäure Tyrosin (Schilddrüsenhormonsynthese) nicht mehr problemlos bewältigen kann. Ähnlich wie ein chronisch entzündeter Darm auch mit Symptomen auf die sonst problem- und symptomlos ablaufende Verdauung reagiert, nehmen Hashimoto Patienten die Jodzufuhr als unangenehm wahr.

Wir haben in unseren Praxen festgestellt, dass es kaum Probleme mit Jod gibt, wenn der Autoimmunprozess ZUERST behandelt und dann Jod in geringen Mengen wieder eingeschlichen wird. Wichtig vor allem für Frauen mit Hashimoto Thyreoiditis ist es zu verstehen, dass viele andere Organe ihres Körpers auch Jod dringend benötigen und dass ein Jodverzicht gesundheitsgefährdend ist. Der Ratschlag vieler Ärzte, Jod bei Hashimoto komplett zu meiden, ist demnach falsch.

Wir wünschen uns sehr, dass das Wissen um Jod und Brustgesundheit viele Frauen erreicht.

Über die Autoren

Kyra Hoffmann, geb. 1971, ist Heilpraktikerin und Mutter zweier Söhne. Sie ist Journalistin sowie Autorin mehrere Fachbücher. Zudem ist sie Referentin vor allem für die Themen Schilddrüse, Nebennieren, mitochondriale Störungen sowie Umweltmedizin.

Sascha Kauffmann, geb. 1973, ist Heilpraktiker, Journalist und Autor. Er ist Begründer des Patienten- und Therapeuteninformationsportals www.kpu-online.de.

Kontakt

Kyra Hoffmann
Heilpraktikerin
Hauptstrasse 66A
65719 Hofheim am Taunus 
Tel:   06192-9550950
Fax:  06192-9550951
e-mail: kyra@naturheilkundliche-medizin.de
http://naturheilkundliche-medizin.de

Buchempfehlung von der Redaktion

Jod. Schlüssel zur Gesundheit

Es ist unfassbar, wie wenig die meisten Ärzte über dieses wichtige Mineral wissen. Man hat den Eindruck, dass Jod uninteressant geworden ist, seitdem die Jodmangel-Kröpfe aus unserem Blickfeld verschwunden sind. Außerdem können wir uns damit beruhigen, dass wir Jodsalz, Himalayasalz oder Meersalz benutzen, und da ist ja wohl genug Jod drin, oder?

Die Autoren dieses Jod-Buches nehmen uns an der Hand und führen uns von der Pike auf in die Geschichte und die Bedeutung von Jod ein. Das Buch ist schon ein Jahr auf dem Markt, aber welcher Mediziner kennt es? Mal wieder ein lebensnotwendiges Nahrungsmittel, über das die Ärzte von den Patienten aufgeklärt werden dürfen/müssen. Das haben wir ja inzwischen lange genug bei der angeblichen Vitamin D-Hype erlebt.

Das Buch ist sehr gut strukturiert, man merkt, dass beide Autoren journalistische und schriftstellerische Erfahrungen haben. In Interviews mit Experten wird die ganze Tragweite der neuen Erkenntnisse klar. Haben Sie sich nicht auch schon mal gewundert, dass bei Ihnen trotz Schilddrüsenunterfunktion kein Arzt den Jodspiegel untersucht hat? Diese Blutuntersuchung gibt es nämlich nicht, aber mit der neuen Methode des Jodsättigungstests aus dem Urin können Sie Aufschluss darüber gewinnen, ob Sie einen Jodmangel haben. Und ich kann Ihnen fast garantieren: den haben Sie!

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Dieses Buch „Jod. Schlüssel zur Gesundheit“ wird Ihr Leben verändern!

Berichten Sie unseren Leserinnen über Ihre Erfahrungen mit Jod und schreiben Sie einen Kommentar!

17 Kommentare »

  • Sabine sagt:

    Liebe Frau Hoffmann, gerade habe ich Ihr Buch bestellt und sehr sehr gespannt. Darf ich vorab eine kurze Frage stellen? Ich hatte vor 5 Jahren Brustkrebs und würde gern prophylaktisch JOD einnehmen. Was empfehlen Sie: KELP-Tabletten oder doch lieber LUGOLSCHE LÖSUNG ?

    Herzlichen Dank für Ihre Mühe, meine Frage zu beantworten und

    viele liebe Grüße an Sie und alles Gute für IHre Arbeit

    SABINE

    • Prof. Dr. Ingrid Gerharad sagt:

      Liebe Sabine,
      Frau Hoffmann ist momentan nicht erreichbar. Ich werde versuchen, Ihnen zu antworten. Haben Sie eine normale Schilddrüsenfunktion? Dann können Sie auch höher dosiertes Jod einnehmen. In den Kelp-Tabletten sind normalerweise nur 200 mikrogramm Jod enthalten. Dagegen in 2%iger Lugolscher Lösung in nur einem Tropfen 2,6mg!!! Wenn Sie Lugolsche Lösung nehmen wollen, verreiben Sie als Test einfach etwas in der Ellenbeuge. verschwindet die Färbung rasch, haben Sie Jodmangel. Besorgen Sie sich auch die Broschüre über jod bei Brustkrebs von der GfbK. Alles Gute

  • Nina Wetzel sagt:

    Danke für die tolle Info hier – auch ich war bis jetzt auf dem Stand, dass ich Lebensmittel mit hohem Jod-Gehalt meiden sollte ebenso wie Nahrungsergänzungsmittel damit. Nun ist es aber so, dass mein Hashimoto zwar gut eingestellt ist. Da auch meine Eierstöcke ihre Funktion eingestellt haben (lt. Schätzung der gyn. Endokrinologin auch autoimmun bedingt) bekomme ich auch Östrogen und Progesteron. Trotzdem sind die Antikörper sehr sehr hoch. Auch eine regelmäßige Selen-, Vit D, Vit K, B-Vit Einnahme etc. haben daran nichts geändert. Aber ich fühle mich wieder ziemlich gut und vital.
    Meine Frage:
    Ist bei hohen Antikörper-Werten eine Jodid-Einnahme wirklich gut? Ich habe immer im Ohr, sie heize den Entzündungsprozess an. Das will ich natürlich nicht…
    Danke im Voraus für eine Antwort auf diese Frage.
    LG Nina Wetzel

    • Sehr geehrte Frau Wetzel, ich habe in meiner Praxis die Erfahrung gemacht, dass solange die WIRKLICHEN Gründe für den Hashimoto nicht behandelt werden, Jodid teilweise eine Entzündung verschlechtern kann. Daher sollte zumindest vor einer höheren Einnahme von Jod (z.B. in Form von Nahrungsergänzungen) immer zunächst versucht werden, die Ursachen zu behandeln. Mit Vitamin D und Selen (Achtung! regelmässige Laborkontrolle notwendig) tun Sie sich sicher schon viel Gutes. Denken Sie aber auch an die Halswirbelsäule, etwaige Belastungen mit toxischen Metallen und auch an den Darm. Wie auch immer die Schilddrüse mit Jod umgeht – denken Sie daran , dass Jodvermeidung langfristig zu vielen anderen Problemen führen kann. Wir brauchen Jod quasi in jeder Zelle.

  • Cori sagt:

    Sehr geehrte Damen, mit großem Interesse verfolge ich diese Diskussion.1992 Schilddrüsen-OP radikal wg.kalten Knoten.Nebenschilddrüsen in Mitleidenschaft gezogen,nicht konkret feststellbar,wie viele noch vorhanden.Parathormon geringfügig vorhanden,ständiger Calciummangel.2006 Hysterektomie wg. Myomen,lt.Gynäkologe nicht vermeidbar.2014 schlußendlich ein Tumor in der Brust. Einen fähigen Endokrinologen habe ich noch nicht auftreiben können.Die Substitution erfolgt mit L-Thyroxin 125,was mir seit vielen Jahren mehr Probleme bereitet als mich von den Beschwerden befreit.Lt.Hausarzt,Endo usw. alles psychosomatisch.Eine Jodeinnahme wurde mir aufgrund fehlender SD quasi untersagt. Ich frage mich, ob dies vielleicht der Knackpunkt ist.2015 habe ich die Spurenelemente und einige wichtige Dinge (Zähne/ Nebennierenfunktion) vom Labor einer Heilpraktikerin untersuchen lassen,die fehlenden Sachen ersetzt. Aber auch da geschehen seltsame Dinge.Aufgrund Selenmangel Einnahme desselben. Nachdem es mir unter der Einnahme schlechter ging, Absetzen und trotzdem hatte ich nach 6 Monaten(ohne Einnahme) einen irrsinnig hohen Selenwert im Blut. Leider bin ich „nur gesetzlich“ krankenversichert und verfüge nicht über die finanziellen Mittel, mir einen Priv.arzt leisten zu können.Meine Frage ist eigentlich: kann man nun Jod einnehmen ohne Schilddrüse oder nicht? Danke Ihnen für konstruktive Beiträge. Freundliche Grüße Cori

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Cori,
      natürlich können Sie Jod einnehmen, Sie sollten es sogar. Sie können auch die Jodausscheidung im Urin messen lassen. Fangen Sie einfach mit normalen Dosen von 150 mikrogramm pro Tag an und entscheiden Sie dann, wann und wie Sie die Dosis steigern. Lesen Sie in Ruhe das empfohlene Buch, das wird Ihnen auch weiterhelfen. Alles Gute!

  • Heide sagt:

    Liebe Frau Hoffmann, Ihr Artikel macht mir Mut, doch noch einen Weg zu mehr Lebensenergie und Wohlbefinden zu finden. Mein Hashimoto begann, wie Sie es schildern, mit der Geburt und Stillzeit meines ersten Kindes. Seitdem leide ich an Unterfunktion, bekomme aber keinerlei Jod verschrieben, weil . Im Gegenteil,ich soll jedes zusätzliche Jod vermeiden. Ergänzung: …kein Jod verschrieben, weil euthyroid
    Können Sie mir raten, wie man die Auto-Immunität behandeln kann um dann endlich auch die Versorgung mit Jod wieder zu korrigieren? Ich wäre Ihnen sehr dankbar für entsprechende Hinweise. Wohne in Bayern.

    • Liebe Heide,
      leider wissen zu wenige Ärzte von der Notwendigkeit von Jod, auch bei Hashimoto Thyreoiditis. Die Empfehlung, Jod strikt zu meiden gilt mittlerweile als obsolet, auch bei den Endokrinologen, und entspricht schon länger nicht mehr den Leitlinien. Aber neues Wissen verbreitet sich trotz Internet etc. nur sehr sehr langsam. Die Behandlung einer Auto-Immunität muss immer ursachenbezogen erfolgen. Diese zu klären ist das Schwierigste und erfordert neben einer Anamnese (Gespräch mit dem Patienten) auch verschiedene körperliche Untersuchungen und Labordiagnostik. Ohne die möglichen Ursachen zu ergründen, ist eine Behandlung schwierig. Die „üblichen Verdächtigen“ bei Hashimoto sind die Halswirbelsäule, eine möglicherweise bestehende Kryptopyrrolurie oder Hämopyrrolaktamurie, ein Leaky-Gut-Syndrom (Darm), Vitamin D-Mangel, Selenmangel und auch die persistierende Infektion mit diversen Viren (z.B. Parvovirus, Epstein-Barr-Virus). Sie sehen, alleine die Diagnostik ist umfassend, sollte aber gründlich sein, dann dann verkürzt sich auch die Therapie. Ich wünsche Ihnen alles Gute – vor allem schnelle Genesung!

      • Heide sagt:

        Herzlichen Dank, Frau Dr. Hoffmann.
        Ich habe schon viele Ansätze verfolgt und auch Ärzte zu überreden versucht,einem Konzept systematisch zu folgen, aber es sind stets nur ganz kleine Erfolgs-Schritte.
        Jodzufuhr in minimalen Dosen ist auf jeden Fall eine neue Idee, denn meine AK-Level sind nicht mehr sehr hoch und alles andere befand sich ja offenbar im euthyreoten Bereich.

  • Kristine sagt:

    Ein unglaublich wichtiges Thema, was endlich thematisiert wird. Ich habe das oben genannte Jodbuch verschlungen und erfreue mich gerade an dem neuen Jod-Kochbuch. Lesenswert!

  • Sehr geehrte Frau Willmann, es freut uns, dass Sie sich für das Thema Jod einsetzen. Nach unserer Einschätzung sind Sie aber in der Minderzahl der Ärzte, die z.B. den Zusammenhang zwischen Brusterkrankungen und Jodmangel kennen. Wir haben bei der Recherche für unser Buch lange nach Gynäkologen gesucht, die diesen Zusammenhang kennen – es gibt kaum welche. Während meiner Schwangerschaften habe ich mit vielen Hebammen gesprochen. KEINE (!) hielt Jod für notwendig, schon gar nicht in der Stillzeit. Dies mag nicht repräsentativ sein. Aber wir haben in unserer Facebook-Gruppe eine Umfrage unter 5000 Mitgliedern gefragt, ob in den Schwangerschaften und Stillzeiten eine Jod-Aufklärung erfolgte. Weit über 90% verneinten dies. Wie sollen Patientinnen denn dann selbst aktiv werden? Daher freuen wir uns, dass unser Buch so gut aufgenommen wurde und so etwas zur besseren Jodversorgung beitragen kann.

  • Andrea Willmann sagt:

    Danke für diese sehr gute Zusammenfassung, allerdings stört mich immens, dass hier Ärzte, Hebammen und Frauenärzte permanent angeprangert werden, sie kämen ihrer Aufklärungspflicht nicht nach!
    Wir reden unablässig auf die Frauen ein, ihre Jodversorgung zu optimieren, schon bei der Kinderwunschpatientin wird das besprochen, in der Schwangerschaft wird das besprochen, auch bei Schilddrüsenproblemen und Brustkrebsvorbeugung// Mastopathie bespreche ich das sehr oft und ich setze elementares Jod ein. Leider machen die Patienten nur selten mit und wenn dann nur kurz- u.a.weil sie für das Jod ein paar Cent selbst bezahlen müssen! Nach meiner Beobachtung liegt es nicht an der mangelnden Information, sondern am Umsetzungswillen. Doch wir leben in einem freien Land und jeder ist selbst in der Verantwortung, etwas für deine Gesundheit zu tun. Man sollte diese Veranwortung nicht wieder nur den Ärzten in die Schuhe schieben!

    Andrea Willmann
    Niedergelassene Frauenärztin

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Frau Willmann,
      Sie sprechen mir aus der Seele. Einerseits hapert es zwar wirklich bei der Aufklärung in vielen Praxen (kürzlich war ich bei einer Frauenarzt-Fortbildung, bei der KEINER der 35 Anwesenden je etwas über elementares Jod oder die Jod-Brust-Connection gehört hatte), andererseits ist es für die, die sich um Aufklärung bemühen, frustrierend zu sehen, wie dann doch die Billigprodukte vom Supermarkt gekauft werden oder nach einer Packung Schluss gemacht wird, ohne den Arzt zu informieren. Viele Grüße und danke für Ihren Einsatz!

    • Agathe sagt:

      Sehr geehrte FrauWillmann,
      Nun bin auch ich total verunsichert.
      Meine Schilddrüse wurde wegen Hashimoto 2008 entfernt.
      Bis jetzt ist mir zu keinem Zeitpunkt und auch von keinem Arzt Jod empfohlen worden, obwohl ich auch so diverse Gesundheitsprobleme habe.
      Können Sie mir eine Empfehlung zur Menge oder Produkt geben?
      Es fehlen mir inzwischen auch noch die Gebärmutter und die Eierstöcke.
      Ich habe zwar meine Ernährung umgestellt (kein Getreide, Zucker…) und experimentiere schon selber mit Vitamin D, K2, Magnesium, jetzt auch Zink.
      Vielen Dank

      • Heide sagt:

        Liebe Agathe,
        wenn sie tatsächlich keine Schilddrüse mehr haben, dann wird es aber dringend Zeit für einen Besuch bei einem Schilddrüsen-Arzt, auch Endokrinologe genannt. Sie müssen ein Schilddrüsenpräparat verschrieben bekommen und das enthält Jod! Alles Gute. Heide

        • Agathe sagt:

          Liebe Heide,
          Ich bekomme L-thyroxin 125.
          Das das auch das notwendige Jod enthält wusste ich nicht.
          Danke für die Info
          Gruß Agathe

          • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

            Liebe Agathe,
            nicht, dass es zu einem Missverständnis kommt: Das Schilddrüsenhormon enthält Jod, also auch das L-Thyroxin. Dieses Jod reicht als Ergänzung für die Schilddrüsenfehlfunktion aus, aber nicht für den gesamten Körperbedarf. Deshalb ist es wichtig, sich jodreich zu ernähren oder zusätzlich elementares Jod einzunehmen, natürlich nach Rücksprache mit Ihrem Therapeuten. Alles Gute!

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