Bei Hashimoto liegt häufig eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel vor. Ganzheitliche Ursachensuche erforderlich.
Die Hashimoto-Thyreoiditis könnte man fast eine typische Frauenkrankheit nennen, denn zehnmal mehr Frauen als Männer leiden daran. Diese Schilddrüsenstörung kann anfangs ganz untypische Symptome zeigen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen. Es können Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion als auch der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Viele Frauen kennen sich selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.
Vor zwei Monaten hat Ihnen Christina Sachse ausführlich über diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse berichtet, die sie den Clown unter den Schilddrüsenkrankheiten nannte. Da bei kaum einer Erkrankung das hormonelle Gleichgewicht und gleichzeitig das Immunsystem so durcheinander sind wie bei Hashimoto, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen.
Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung
Ein Kollege von mir, Prof. Dr. Schulte-Übbing, dessen Arbeit ich Ihnen schon in früheren Artikeln vorgestellt habe, weist Erfahrungen sowohl mit der Hormontherapie als auch mit verschiedenen alternativen Methoden auf. Mit Ihm führte ich ein Interview zu seinem Vorgehen bei Hashimoto-Thyroiditis.
Was Hashimoto bedeutet
Prof. G: Können Sie für unser Netzwerk kurz zusammenfassen, was M. Hashimoto bedeutet, und welche Auswirkungen die Krankheit haben kann?
Prof. SU: Sehr gern. Der M. Hashimoto, auch „autoimmune Thyreoiditis“ oder „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ genannt, ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Auswirkungen auf das gesamte Hormonsystem und den gesamten Organismus haben kann. Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten Autoimmun- Thyreopathien gehört neben der Hashimoto- Thyreoiditis auch der Morbus Basedow. Zwischen beiden Krankheiten kann es auch diverse Übergänge geben.
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Prof. SU: Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Nach unserer Auffassung sollte ein M. Hashimoto behandelt werden, wenn entsprechende Symptome und/ oder auffällige Hormonwerte (z. B. fT3 und fT4 vermindert, TSH erhöht) vorliegen. Bei normalen fT3 und fT4 Werten kann u. U. auch ein erhöhter TSH Wert (als möglicher Hinweis auf eine bereits latente Unterfunktion) eine Indikation zur Behandlung darstellen. Genauere Angaben zur Diagnostik haben Sie ja schon in Ihrem Schilddrüsenartikel gemacht.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto
Prof. G: Was können wir gegen Hashimoto-Thyreoiditis tun? Und stimmt es wirklich, dass auch ein Progesteronmangel eine Rolle spielen kann?
Prof. SU: Wir betreuen viele Patientinnen mit M. Hashimoto. Bei sehr vielen sehen wir einen deutlichen Zusammenhang mit einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz.
Prof. G: Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?
Prof. SU: Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.
Prof. G: Wirkt die Therapie auch bei besonders hohen Antikörpern?
Prof. SU: Ja. Interessant ist, dass bei Patientinnen mit sehr hohen Antikörper- Ausgangswerten diese Therapie besonders wirksam zu sein scheint.
Prof. G: Viele Patientinnen mit M. Hashimoto sind schlechter belastbar, schlafen schlecht etc. Wirkt die Therapie auch in dieser Hinsicht?
Prof. SU: Ja. Die meisten Patientinnen geben an, dass sich durch die Therapie auch die körperliche und seelische Belastbarkeit, die Stimmung und der Schlaf bessern.
Prof. G: Sie erwähnen immer wieder mögliche Zusammenhänge zwischen M. Hashimoto, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Welche Krankheiten gehen noch mit Progesteronmangel und Östrogendominanz einher?
Prof. SU: Viele unserer Patientinnen mit gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungen (z. B. mit hormonabhängigen Tumoren (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs), Endometriose, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, Dysmenorrhö, Habituelle Aborte) haben nicht nur eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel. Viele Frauen leiden gleichzeitig auch unter einer Schilddrüsen- Unterfunktion, sehr oft unter einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Prof. G: Woher wissen Sie das? Gibt es dazu schon Studien?
Prof. SU: Nein, es gibt meines Wissens noch keine größeren Studien. Im Rahmen einer kleinen Praxis- Beobachtungsstudie achten wir besonders auf mögliche Zusammenhänge zwischen Progesteronmangel, Östrogendominanz und M. Hashimoto. Größere Zahlen liegen noch nicht vor.
Prof. G: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?
Prof. SU: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.
Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.
Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?
Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
Prof. G: Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
Prof. SU: Bei einer laborkontrollierten L- Thyroxin- plus Progesteron- Substitutionstherapie haben wir bisher keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet. Wir kontrollieren, wenn möglich, fT3, fT4, TSH, Anti TPO, TAK im Abstand von vier Wochen. Bestehen keine Symptome mehr, bzw. liegen dann alle Werte im Zielbereich, können die Kontrollabstände verlängert werden. Eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle kann bei guter Einstellung ausreichend sein.
Prof. G: Können Sie die Therapie mit einer naturidentischen Progesteronsalbe genauer erläutern?
Prof. SU: Bei nachgewiesenem Progesteronmangel therapieren wir, falls keine Gegenanzeigen bestehen, erfolgreich mit einer naturidentischen Progesteronsalbe (z. B. aus der Yams- Wurzel, je nach Serum- Laborwerten 3 %, 5 % oder 10 %). Diese kann z.B. abends (ein bis zwei Hübe) auf die Oberarm- Innenseite aufgetragen werden. Bei Hashimoto- Threoiditis kann sie auch direkt auf die Halsregion über der Schilddrüse aufgetragen werden.
Ein Fallbeispiel
L. S.-B., geb. 1967, 43 Jahre alt,
Patientin kommt im 3. Quartal 2010 in die Praxis.
Diagnosen: Uterus myomatosus, Dysmenorrhö, Metrorrhagien, bekannter therapieresistenter M. Hashimoto, chron. hohe Anti-TPO- Werte trotz normaler T3- , T4- Werte bei Thyroxin- Substitution, Leistungsverminderung, Müdigkeit.
Labor vor Therapie (14. und 21. Zyklustag): Östrogendominanz: Estron und Estradiol (14. ZT) massiv erhöht. Extremer Progesteronmangel (21.ZT) 1,22 ng/ml (Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO 95,4 IU/ml (Norm: < 9 IU/ml), Serotonin 43,01 ng/ml (Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Therapie: Progesteronsalbe, 10%, abends in der 2. Zyklushälfte
Labor nach Therapie (1. Quartal 2011): Estron und Estradiol (14. ZT) im Normbereich, Progesteron (21.ZT) im Normbereich (25 ng/ml, Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO erstmals halb so hoch (48,4 IU/ml, Norm: < 9 IU/ml). Serotonin besser (212,6 ng/ ml, Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Effekte: Myome sonographisch kleiner, dopplersonographisch weniger durchblutet, Zyklus normal. Keine Dysmenorrhö mehr. Leistung besser, voller Erfolg.
Follow up: 2. Quartal 2012: Zyklus regelmäßig, optimale Progesteronwerte (2. Zyklushälfte), T3, T4 normal, Dysmenorrhö minimal, Myome nach wie vor kleiner. Operation konnte vermieden werden. Patientin zufrieden.
Andere naturheilkundliche Ansätze
Prof. G: Gibt es auch noch andere naturheilkundliche Ansätze?
Prof. SU: Ja, eine Menge. In meinem Buch „Frauenheilkunde“ finden Sie eine Vielzahl naturheilkundlicher Rezepturen. Bewährt haben sich v. a. Heilpflanzen, die progesteronähnlich wirken können, z. B. Teemischungen, Tinkturmischungen oder Salben mit Extrakten u. a. aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schwertlilie, Steinsamen, Rainfarn und Weinraute. Die genannten Heilpflanzen können die Ovarial-, Nebennieren- und Hypophysen- Funktionen günstig beeinflussen und ggf. auch beruhigend bzw. harmonisierend auf das Zentrale Nervensystem und Neurovegetativum wirken.
Das Wolfstrappkraut
Das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus, bspw. in thyreo-loges Tropfen) hilft bei leichten Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Unterstützend setzte ich selbstverständlich auch gerne die Akupunktur, die Neuraltherapie und die Homöopathie ein. In diesem Webmagazin hat Ihnen eine Kollegin ein Beispiel der homöopathischen Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis gegeben.
Prof. G: Welche weiteren wichtigen Aspekte für die Therapie gibt es?
Prof. SU:
- Es gibt infektiologische Aspekte: Infektionen können hormonelle Störungen bewirken oder verstärken.
- Es gibt toxikologische Aspekte: Giftstoffe können M. Hashimoto, Progesteronmangel, Östrogendominanz bewirken oder verstärken.
- Wichtig sind auch diätetische Aspekte und
- immunologische Aspekte.
Infektionen bei Hashimoto
Prof. G: Welche infektiologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Die Hashimoto- Thyreoiditis kann und muss als sogenannte „Silent inflammation“ (stille Infektion) gesehen werden. Immundefizite und/ oder andere Entzündungsherde im Organismus können die Hashimoto- Thyreoiditis fördern.
Umweltgifte bei Hashimoto
Prof. G: Welche toxikologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.
Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.
Ernährung bei Hashimoto
Prof. G: Welche diätetischen Aspekte sind wichtig? Gibt es eine spezielle Anti- Hashimoto- Diät?
Prof. SU: Eine gezielte Ernährungs- Analyse und ggf. –Umstellung kann sehr sinnvoll sein. Aufgrund unserer Erfahrungen sind Genussgifte im Allgemeinen zu meiden (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Alkohol kann als Lösungsmittel wirken und ggf. die Effekte sog. Endokriner Disruptoren, vor allem von diversen Metall- Östrogenen, potenzieren. So wenig wie möglich tierische Fette (in diesen reichern sich Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. an). Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. So viel wie möglich Lebensmittel verzehren, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind, Getreide, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl kann das Wachstum progesteron- und östrogenabhängiger Zellen bremsen.
Häufig findet sich bei Patientinnen mit Hashimoto auch eine Glutenunverträglichkeit. Die Abwehrstoffe gegen Gluten kann man im Stuhl und im Blut nachweisen. Ist das der Fall, müssen sämtliche glutenhaltigen Getreide weggelassen werden: Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste. bei manchen Frauen ist es lediglich eine Weizenunverträglichkeit. Machen Sie am besten selber den Versuch und lassen Sie mal zwei Wochen alle Weizenprodukte weg. Wenn Sie sich wie neugeboren fühlen, wird auch Ihre Schilddrüse wieder normaler arbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. William Davis empfehlen: „Weizenwampe: warum Weizen dick und krank macht„. Darin erklärt er, dass der heutige Weizen so genetisch verändert wurde, dass das viele Gluten darin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führt. Er gibt Hilfestellung, wie man selber herausfinden kann, ob einem der Weizen schadet, und wie man wieder gesund werden kann.
Immunsystem bei Hashimoto
Prof. G: Welche immunologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Immundefizite können die Effekte von Entzündungen und Östrogendominanz noch mal verstärken. Eine Lymphozytendifferenzierung kann zeigen, ob immunologische Schwachstellen bestehen. Ein Mangel an Natürlichen Killerzellen, T- Helfer, T- Suppressorzellen oder B- Lymphozyten sowie eine Interleukin- Verschiebung sollten behandelt werden, z. B. mit hochdosierten Antioxidantien. Bewährt haben sich Vitamin-C-Infusionen (Hochdosis), ggf. plus Folsäure, Vitamin-B-Komplex, reduziertem Glutathion etc. Der Therapieerfolg sollte dann mittels Lymphozyten- Differenzierung kontrolliert werden.
Glutathion bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Glutathion erwähnt. Ich halte es für eine sehr wichtige Substanz und habe selbst einige Artikel darüber geschrieben. Können Sie dem Netzwerk kurz erklären, was Glutathion ist und wozu wir es brauchen?
Prof. SU: Sehr gern. Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid, d. h. eine Substanz, die aus drei wichtigen Aminosäuren besteht. Die Schilddrüsenrezeptoren sind – wie auch die Östrogen- und Progesteronrezeptoren – u. a. vom Glutathion- Stoffwechsel (bspw. von dem der sogenannten Glutathion-S-Transferase, GST, einem wichtigen Enzym) sowie von der Glutathionkonzentration abhängig. Ein Mangel an Glutathion-S-Transferase und an Glutathion kann M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel- Effekte fördern. Die Glutathion- und GST- Serumspiegel sollten gemessen werden. Ggf. sollte Glutathion (GSH) substituiert werden. Wir haben bei Hashimoto- Patientinnen sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten Glutathion- Infusionen gemacht. Wenn das nicht möglich ist, kann man auch das S-Acetylglutathion einnehmen. Vorher sollte aber eine Messung des reduzierten Glutathions in einem Speziallabor erfolgen.
Vitamin D bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Vitamin D3 erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Patientinnen mit Hashimoto- Thyreoiditis haben oft deutlich niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Serum als gesunde Frauen. Vitamin D3 zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende und antientzündliche Effekte. Die Vitamin D3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden, und Vitamin D sollte bei Mangel substituiert werden.
Selen bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Selen erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Selen ist zur Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. Die Funktion wichtiger Enzyme, wie z. B. die Aktivität der Glutathion-Peroxidase, ist selenabhängig. Bei Selenmangel kann das Gewebe durch H2O2 (=giftiges Wasserstoffperoxid) geschädigt werden. Auch die Aktivität eines anderen wichtigen Enzyms, der sogenannten Dejodase ist selenabhängig. Fehlt Selen, wird zu wenig T3 aus dem vorhandenen T4 hergestellt. Selen scheint generell bei einer Reihe von Entzündungsreaktionen vor allem von hormonellen Organen eine Schlüsselrolle zu spielen: Selen hat antientzündliche Effekte.
Psyche bei Hashimoto
Prof. G: Welche Rolle spielt die Psyche?
Prof. SU: Eine ganz große Rolle. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es sein kann, bei der Therapie des M. Hashimoto seelische, psychische und psychosomatische Faktoren mit einzubeziehen.
Zusammenfassung
Prof. G: Können Sie noch mal die wichtigsten Zusammenhänge zusammenfassen?
Prof. SU: Sehr gerne. Wir sehen bei unseren Patientinnen immer wieder Zusammenhänge zwischen dem Auftreten einer Hashimoto- Thyreoiditis, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Oft besteht auch ein gleichzeitiger Selen-, Zink- und Vitamin- D- Mangel. Wenn wir neben der Substitution der Schilddrüsenhormone sowie von Selen, Zink und Vitamin- D3 den Progesteronmangel behandeln, können wir immer wieder beobachten, dass dadurch die Schilddrüsenantikörper sinken, meist innerhalb von 2- 6 Monaten, um im Schnitt etwa um dreißig bis fünfzig Prozent. Dies gilt auch für sogenannte therapieresistente hypothyreote Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution bestehen bleiben. Wirksam scheint der beschriebene Effekt vor allem bei Patientinnen mit hohen Antikörper- Ausgangswerten zu sein. Viele Patientinnen äußern auf Befragen, dass sich durch die Therapie auch Schlaf, Stimmung sowie körperliche und seelische Belastbarkeit besserten. Für dauerhafte Besserung ist es natürlich erforderlich, dass Umweltbelastungen so weit wie möglich reduziert werden und dass die Ernährung angepasst wird.
Prof. G: Vielen Dank für das sehr interessante Interview. 
Für alle, die weitere Informationen über Hormone und Hormonstörungen wünschen, weise ich auf Clio 75 hin. In dieser Broschüre des FFGZ Berlin geht es um Schilddrüsenhormone, männliche und weibliche Hormone und vieles mehr.
Zur Person: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Übbing
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing ist Frauenarzt mit der Spezialisierung Umweltmedizin, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie. Er leitet das Umweltmedizinische Therapiezentrum am Dom in München. Schulte-Uebbing ist umweltmedizinischer Gutachter, Autor medizinischer Fach- und Lehrbücher und international gefragter Referent. Er hält regelmäßig Vorlesungen und hat seit 2007 eine Professur.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstr. 7A
80333 München
Tel.: 089/ 299655
089/ 299655
Fax: 089/299672
E-Mail: info@prof-schulte-uebbing.de
Und welche Erfahrungen haben Sie mit der ganzheitlichen Behandlung der Hashimoto- Schilddrüsenerkrankung gemacht? Berichten Sie doch Ihren Leidensgenossinnen in einem Kommentar darüber.







Netzwerk Frauengesundheit





Sehr geehrte Frau Professor Dr. Gerhard,
ich habe eine Schilddrüsenunterfunktion und auch Entzündungswerte im Blut. Ich habe aufmerksam das Buch von Datis Kharrazian gelesen und habe nach diesem Buch das Muster 3. Allerdings schreibt er dort von 22 Mustern, die weitere Untersuchungen nach sich ziehen. Ich fühle mich jetzt doch überfordert, dass alleine zu verstehen, habe aber den Eindruck, dass an dem Buch viel wahres dran ist. Könnten Sie mir einen Arzt nennen der in Köln nach diesem Konzept praktiziert.
Zudem habe ich jetzt für 2 Monate Astaxanthin genommen. Erst hatte ich das Gefühl es ging mir besser, aber dann war ich wie in einer Überfunktion, wie kann dass sein?
Wenn ich das absetze, ist es so, dass ich merke wie der Stoffwechsel wieder langsamer wird, ich mich dann auch wieder schlapper fühle, was dann auch wieder nicht angenehm ist. Ist das Astaxanthin empfehlenswert, oder verstärkt dass die Einnahme von L-Thyroxin? Ich nehme L-Thyroxin 100mg.
Ich freue mich über eine Antwort,
Danke,
Daniela
Liebe Daniela,
Leider kann ich Ihnen keinen Therapeuten in Köln nennen. Das Astaxanthin putscht Sie offenbar ein bisschen. Sie können es ruhig nehmen, aber darunter mal die Schilddrüsenwerte kontrollieren lassen. Sie brauchen nicht unbedingt einen Schilddrüsenspezialisten, sondern einen Arzt für Naturheilkunde, der Ihre Gesamt-Situation mit der Entzündung therapiert. Vielleicht finden Sie über diese Ärztegesellschaften jemanden:
Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V.
Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.
Alles Gute!
Sehr geehrte Frau Professor Dr. Gerhard,
im Jahre 2012, im Alter von 24 Jahren, wurde bei mir Hashimoto festgestellt. Zuerst bekam ich Euthyrox 25, nun nehme ich schon seit einer Weile 50er.
Ich muss sagen, dass sich mein Gesundheitszustand zunehmend verschlechtert.
Die Müdigkeit ist so schlimm, dass ich selbst auf der Autofahrt und bei der Arbeit am PC einnicke.
Am schlimmsten für mich ist es, meine Gewicht zu halten. Ich ernähre mich schon jahrelang sehr bewusst, verzichte auf Kohlenhydrate, Fett, Süßes und Fleisch.
Ich komme am Tag vielleicht auf 700-800 Kalorien und halte die Kohlenhydrate sehr gering, nehme keinen Zucker zu mir und meine Essgewohnheiten beeinflussen mein tägliches Leben wirklich sehr.
Bei einer Größe von 1,65 m hatte ich bereits vor einigen Jahren ein Gewicht von 78 kg. Ich habe es geschafft, abzunehmen, aß schon immer wenig und dann ließ ich die Kohlenhydrate komplett weg und schaffte es bis auf 56 Kg.
Das Gewicht hielt ich eine ganze Weile.
Nun habe ich innerhalb der letzten 8 Wochen ganze 7 Kg zugenommen, wiege nun 65 Kg und bin sehr unglücklich. Meine Schilddrüsenwerte sind laut Arzt normal. Ich müsse damit leben, dass bei mir jede Weintraube ansetzen würde.
Die Müdigkeit ist für meine Ärzte von den Werten her auch nicht nachvollziehbar, doch leider sind mir solche Aussagen keine Hilfe. Meine depressive Stimmung macht mir auch sehr zu schaffen.
Nachdem ich mich 9 Jahre lang vegetarisch ernährt habe, fiel es mir schwer, im August 2014 laut Anweisung meines Endokrinologen wieder Fisch zu essen. Er sagte, dass mir nur noch natürliches Jod in Form von Fisch helfen könne. Ich esse nun meistens 1-2 mal pro Woche Fisch, leider kann ich keine Besserung meiner Probleme feststellen.
Ich leide auch unter Neurodermitis und auch die Haut wird durch den Verzehr von Fisch nicht besser.
Vor 4 Wochen habe ich begonnen mich glutenfrei zu ernähren, mein einziges glutenhaltiges Nahrungsmittel ( Knäckebrot), habe ich nun auch noch von der Lebensmittelliste gestrichen und esse stattdessen glutenfreies Knäckebrot, Reiswaffeln… Leider kann ich auch hier keine Besserung meines Befindens feststellen.
Ich esse sehr viel Salat, Gemüse und Obst.
Seit 2 Wochen nehme ich nun noch Vitamin D und Fischölkapseln zu mir und heute beginne ich auf eigene Faust eine 200er Selentablette zu mir zu nehmen. Meinen Selenspiegel habe ich testen lassen, dieser liegt bei 90, laut Arzt ok.
Ich kann mich mit dieser stetigen Gewichtszunahme nicht zufrieden geben und habe sehr viel recherchiert und auch Bücher gelesen. Sehr interessiert bin ich an dieser Progesteron-Creme.
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Muss unbedingt vor Benutzung der Creme ein Hormon-Test durchgeführt werden??
Macht diesen Test nur der Frauenarzt??
Woher weiß ich, welche Rezeptur in der Creme enthalten sein sollte??
Können Sie mir sagen, wo ich diese Creme beziehen kann?
Die Creme bekommt man auch nur auf Rezept vom Arzt oder??
Nimmt man die Creme dann sein Leben lang??
Sollte jene Creme dann täglich auf den Hals geschmiert werden??
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Zusätzlich würde ich dann weiterhin mein Euthyrox 50 nehmen, Vitamin D, Selen 200, Fischölkapseln und meine Blutdrucktabletten ( Bluthochdruck).
Ich wäre Ihnen wirklich sehr dankbar über die Informationen zu besagter Creme.
Ich danke Ihnen von ganzem Herzen für Ihre Hilfe und wünsche Ihnen alles erdenklich Gute.
Ich nehme noch die Pille namens Maxim zu mir.
Vielen Dank.
Liebe Grüße, April.
Liebe April,
Ihre Symptome sprechen für eine Schwäche der Leber, der (Neben)nieren und Nährstoffmängel. Da kann Ihnen nur eine sehr gute Ernährungsberaterin helfen und ein Arzt für Naturheilkunde. Mit der alleinigen Progesteroncreme ohne weitere Untersuchungen geht es überhaupt nicht! Hier die GEsellschaften, bei denen Sie sich nach einem Therapeuten in Ihrer Nähe erkundigen können:
Ärztegesellschaft für Erfahrungsheilkunde e.V.
Zentralverband der Ärzte für Naturheilverfahren und Regulationsmedizin e.V.
Institut für MIkroökologie
Alles Gute! Sollten Sie nicht weiterkommen, ruhig noch mal melden, denn bei Ihnen muss wirklich was passieren!
Sehr geehrte Frau Professor Dr. Gerhard,
vielen herzlichen Dank für Ihre Antwort.
Habe nun einen Termin in der Endokrinologie. Ich nehme mir vor, das Thema mutig und besonnen anzusprechen. Bin gespannt wie es läuft…
Übrigens war ich selbst vor ca. 25 Jahren mal in Ihrer Ambulanz als Patient in der Frauenklinik, habe Ihre Arbeit aber dann aus den Augen verloren. Es ist sehr beeindruckend, was Sie alles geleistet haben und noch leisten.
Weiterhin alles Gute
Carolin
Liebe Frau Prof. Gerhard
ich nehme seit 2005 L-thyroxin. Damals hieß es TSH schlecht -Kinderwunsch- einnehmen 25mg. Nach der Geburt 2007 weiter so. Meine Hausärztin sagte nix weiter. Ich bin dann selbst zur Szinthigraphie. es wären 2 Zysten kein Problem. Es wird nur TSH fT3 und fT4 gemessen. Sonst nix! Vor 2 Jahren bin ich dann auf 50mg hoch und nun ist laut dem Internisten alles i.O.
2009 Gallenop., Magenspiegelung alles i.O., Ultraschall Ductus choledochus leicht erweitert 9mm.Ich habe seit mehreren Jahren MagenDarmprobleme. Erst Oberbauchbeschwerden und jetzt wechselnde Stühle und meist hellbraun/gelblich. Der Internist meint MRCP und der gang ist zu…Alle Blutwerte CRP Leberwerte …alles i.O. außerdem habe ich Heisshunger auf Süßes und bin extrem müde, antriebslos und habe zugenommen.
Können nicht alle diese Beschwerden von der Schilddrüse kommen ?
Bei Enterosan habe ich eine Stuhldiagnostik gemacht alles i.O. bis auf wenig Enterokokken und Fett im Stuhl 5, wäre aber durch Fettanflutung im Darm.
Welche Werte sollten dringend gemacht werden??, da ich jetzt 38 bin und weiterer Kinderwunsch besteht.
Können Sie qualifizierte ganzheitliche Ärzte in Sachsen empfehlen.
LG, vielen Dank für Ihre Zeit
Liebe Kristin,
da haben Sie ja schon Einiges untersuchen lassen! Ihre Beschwerden sprechen für mich eher für Nährstoffmangel durch unausgeglichene Ernährung und Darmprobleme. Wenn bei der Stuhldiagnostik nur die Mikroflora gemessen wurde, reicht das meist nicht aus. Unter http://www.natum.de finden Sie sicher auch ganzheitliche Frauenärzte in Ihrer Gegend.
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard,
unsere 11-jährige Tochter bekam im Dezember die Diagnose Hashimoto. FÜr die Unterfunktion bekommt sie Thyroxin weiter wird nichts unternommen.
Das Buch
„Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln: Wenn Sie sich trotz normaler Blutwerte schlecht fühlen. Die 22 Muster der Schilddrüsenunterfunktion Broschiert – August 2014
von Datis Kharrazian“
wurde mir empfohlen (vielleicht kennen Sie es ja auch?) Zwar habe ich das Biuch noch nicht ganz durchgelesen, aber es scheint mir sehr logisch und faktisch stimmig zu sein. Vieles vom obigen Artikel wird hier auch erwähnt. Da meine Tochter auch noch einen Klumpfuss hat und selektive Mutistin ist, möchte ich dass in Bezug auf Hashimoto mehr geschieht. (Ein Punkt scheint mir die Ernährung zu sein, dies Thema zieht sich durch unsere Familie seit Generationen (Morbus Crohn bei der Oma, Unverträglichkeiten usw.) Mit scheint wir haben hier eine sehr „große Baustelle“, die mich immer wieder auch in die Frustration treibt…
Nun meine Frage: Gibt es im Heidelberger Raum einen Arzt, der idealerweise auch eine Kassenzulassung hat, und Hashimoto behandelt, indem er versucht, das Immunsystem zu modulieren, also ncht nur Thyroxin gibt. Denken Sie die endokrinologische Ambulanz der Kinderklinik Heidelberg wäre für einen solchen Weg offen? (Hier könnte ich mir vorstellen, dass sie vom Budget her besser ausgestattet ist…)
Vielen herzlichen Dank für Ihre Arbeit!
Alles Gute und herzliche Grüße
Carolin
Liebe Carolin,
da haben Sie ja wirklich viel Kummer mit Ihrer Tochter! Über die endokrinologische Ambulanz kann ich nichts sagen, da keiner von den Ärzten, mit denen ich zusammengearbeitet habe, mehr da ist. Versuchen Sie es einfach und sprechen Sie das Thema mutig an! Es gibt wohl 46 Kinderärzte in Heidelberg, einige davon haben auch Naturheilkunde dabei, kenne keinen von ihnen. Zusätzlich habe ich einen Kinderarzt gefunden, der leider privat ist und Homöopathie und Anthroposophie macht. Sie müssen sich einfach mal umhören. Alles Gute!
sehr geehrter Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing. Interessante dinge habe ich gelesen, danke. Eine Unterfunktion hae ich seit 10 jahren und Hashimoto evtel. 5 Jahre. Behandelt werde ich seit Juni 14. Ich bin jetzt wieder mal verunsichert. Mal steht in Büchern und Berichten, man soll Selen nehmen, wo anders steht es ist eher schädliche wenn man es zu lange nimmt- aber was ist zu lange? Vitamin D soll hoch sein, aber zuviel ist schädlich. Ich suche einfach verlässliche Infos, die mir helfen. Ich bekomme einfach meine Energie nicht wieder. Dabei habe ich schon so vieles an Ehrenämter und Dingen aufgegeben, die mir Freude machten- ich bin manchmal um 11.00 uhr schon so müde das ich mich hinlegen möchte. Ich bin nicht ich und will so gern wieder die „alte“ sein. Gibt es ein Buch das mich nicht verunsichert?
Liebe Gini,
Leider kann ich Ihnen kein Buch nennen, das Ihnen genau sagen könnte, was Sie einnehmen müssten, um sich wieder fit zu fühlen. Am schnellsten wirkt meistens eine Ernährungsumstellung, kombiniert mit Nahrungsergänzungen. In meinem Frauengesundheitsbuch gibt es einige vorschläge. Aber bei der Auswahl müssen Sie sich von einem Arzt für Naturheilkunde helfen lassen.
Liebe Frau Prof. Gerhard
Danke für den informativen und interessanten Artikel.
Seid 12 Jahren habe ich die Hashimoto Autioimmunerkrankung, es hat mit dem Begin meiner Pubertät angefangen (ich bin jetzt 25).
Vor eineinhalb Jahren hat sich meine Gesundheit deutlich verschlechtert aufgrund eines Virus von dem ich mich einfach nicht erholen kann. Ich leide an Erschöpfung, Gedächtnislücken, Depressionen und einfach extremer physischer Einschränkung und psychischer Labilität. Aber auch schon vorher hatte ich einige schleppende Symptome. Ich lese super viel interessantes über das alternative Heilen von Hashimotos, Hormoninbalancen, Verdauungstrakt Schwäche, Immunschwäche, doch ich kann mir alleine damit nicht helfen und es macht mich verzweifelt.
Können sie im Raum Köln einen alternativen Mediziner/ Naturheilkunde empfehlen der auf diese Krankheit spezialisiert ist und sich wirklich gut auskennt?
Über einen Tipp wäre ich sehr froh, mit herzlichen Grüßen und besten Wünschen
Lilly
Liebe Lilly,
Sie haben Recht, da müssen Sie unbedingt in gute Hände. Der Frauenarzt Dr. Radecki ist mir persönlich bekannt. Lesen Sie auch diesen Artikel über die chronische Erschöpfung. Der HP Herr Geßwein ist in Bonn und auf solche Krankheitsbilder spezialisiert.
Gute Besserung!
Sehr geehrte Frau Prof. Gerhard,
ich bin eben über Ihren spannenden Artikel gestolpert.
1983 wurde bei einer Appendekromie extrem viele Zysten an der Eierstöcken festgestellt. Diese wurden abpunktiert.
1986 wurde Mb. Hashimoto diagnostiziert.
Über viele Jahre habe ich mal mehr mal weniger L-Thytroxin (nach Labor) genommen, immer habe ich PMS gehabt, welches ich meist zu Jahresbeginn mit Agnus Castus über 3 Monate so regulieren konnte, dass ich damit leben konnte.
Ich habe nie die Pille genommen.
Nun meinte meine Gynäkologin, ich sollte wegen zusätzlich auftretender Schmerzen im Kreuz und Lendenbereich Desofemono nehmen.
Eine großartige Veränderung hat es aber nicht gebracht.
Vom Gefühl her würde ich lieber auf das naturidentische Progesterongel umsteigen.
Nun meine Fragen:
Ich nehme Desofemono morgens zusammen mit dem L-Thyroxin ein – spricht da etwas gegen? Oder sollte die Einnahme getrennt werden – wenn ja warum und wie?
Ist Desofemono geeignet PMS Symptomatiken unter den oben geschilderten Bedingungen zu bessern?
Welche Unterschiede in Bezug auf die Schilddrüse sind zwischen Desofemono und naturidentischem Progesteron?
Ich bin 54 und hatte bis zum zum Beginn der Einnahme von Desofemono eine regelmäßige Periode.
Haben Sie ganze herzlichen Dank für Ihre Antwort schon im Voraus!!
Mit freundlichen Grüßen, Isabel
Liebe Isabel,
Desofemono ist ein synthetisches Gestagen (Desogestrel), und ich habe keine Erfahrung damit, wenn es in Ihrem Alter kontinuierlich gegeben wird. Wenn Sie naturidentisches Progesteron nehmen wollen, sollten richtige Hormonbestimmungen aus dem Blut gemacht und unter der Therapie kontrolliert werden. Unter Desofemono ist das nicht nötig, deshalb ist es wahrscheinlich für die Praxis einfacher, zumal nicht viele Ärzte Erfahrung mit der Dosierung von naturidentischem Progesteron haben. Auf Dauer gesehen ist sicher eine individuelle, auf die Patientin abgestimmt Hormontherapie hilfreicher aber aufwendiger und teurer. Am besten sprechen Sie mit Ihrer Gynäkologin, wenn die jetzige Therapie nicht hilft. Viele Grüße!
Hallo Prof. Dr. Ingrid Gerhard
Ich wurde im Jahre 2009 an der Schilddrüse operiert. 1 ganzes Jahr musste ich keine Medikamente nehmen bis ich dann zum Kinderwunsch kam.
Ich nehme seid 2010 nun L Thyrox 125 ein und bin Momentan auf 1,0 eingestellt zwecks des Kinderwunsches soll dieses optimal sein ist das richtig?
2014 hatte ich eine Fehlgeburt. Laut meiner Hausärztin war da die SD sehr gut eingestellt.
Ich habe aber noch immer mit starker Müdigkeit zu kämpfen und Antriebslosigkeit sowie Gewicht leider nun 100 Kilo und ich fühle mich nicht mehr wohl.
Ich bin kein Süßigkeiten Fan und vermeide auch abends nicht zu essen ca.18 Uhr…
Und das aller schlimmste ist seid der SD Op wachsen mir Haare vermehrt im Gesicht die vorher nicht da waren außer eines kleinen Frauenbärtchen.
Ich hatte das in der Klink angesprochen in Magdeburg und die Ärztin wollte sich bei mir melden nach mehrmaligen anrufen brachte dieses aber keinen Erfolg. (Keine Auskunft)
Ich leide da sehr drunter und auch an dem Gewicht 2009 wog ich noch 55 Kilo bei einer Größe von 1,60 cm
Was kann ich wegen der Haare und dem Gewicht tun?
Und ist der wert 1,0 optimal bei Kinderwunsch?
Ansonsten geht es mir mit der SD Unterfunktion recht gut.
Wird das in meinem Fall auch als Hashimoto eingestuft ich kannte den Wortlaut aber nicht im Zusammenhang mit der Schilddrüse.
Vielen Dank für Ihre Antwort
MFG Melcher
Liebe Melcher,
Die Thyroxindosis muss man von den Laborwerten und Ihrem Befinden abhängig machen, dazu kann ich Ihnen nichts sagen. Aber Ihre Gewichtszunahme und die vermehrte Behaarung sprechen für eine deutliche Hormonstörung, die nichts mehr mit der Schilddrüse zu tun hat. Sie sollten um eine Überweisung in ein gynäkologisch-endokrinologisches Zentrum bitten, damit eine vernünftige Diagnose gestellt wird und Sie adäquat auch wegen des Kinderwunsches behandelt werden können. Alles Gute!
Liebe Dunja,
Liebe Frau Prof.Dr. Gerhard,
da es in Österreich noch viel, viel schwieriger ist einen Arzt zu finden, der sich auf Autoimmunkrankheiten (vorrangig Hashimoto) spezialisiert hat, wollte ich fragen ob Sie mir diesbezüglich weiterhelfen können.
Vielen Dank!
Liebe Beate,
leider nein! Aber ich könnte mir vorstellen, dass es in Graz oder Wien Spezialisten dafür gibt. Viele Grüße!