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Milchsäure (Laktat) – Unterstützung für Darm und Leber

Von | 26. Juni 2015 – 21:53 Ein Kommentar 34.483 AufrufeDrucken

Getränke mit rechtsdrehender L-(+)-Milchsäure, am besten täglich genossen, fördern eine gesunde Darmflora und entlasten die Leber.

Happy woman drinking water from a glass outdoorIn der Küche unserer Großeltern wurden viele Nahrungsmittel milchsauer vergoren, um sie bekömmlicher und haltbarer zu machen. Leider ist in der modernen Ernährung nicht mehr viel davon übrig geblieben, wenn man mal davon absieht, dass sich Schweinebraten mit Sauerkraut besonders in Süddeutschland noch großer Beliebtheit erfreut. In früheren Artikeln dieses Webmagazins wurde schon auf die große Bedeutung von milchsauer vergorenen Getränken hingewiesen, bspw. in Form von Kanne Brottrunk oder in Lactacholin.

Die rechtsdrehende L-(+)-Milchsäure wird in der Volks- und Naturheilkunde aufgrund ihrer vielfachen positiven Wirkungen im Körper hoch geschätzt. Besonders im Darm wirkt Milchsäure regulierend, indem sie eine gesunde Darmflora fördert. Auch für die Leber spielt Milchsäure eine wichtige Rolle, da sie die Ammoniak-Ausscheidung über den Darm fördert und so die Leber entlastet.

Milchsäure reguliert das Darmmilieu

Eine fleischreiche, ballaststoffarme Ernährung und Antibiotika fördern ein alkalisches, ungesundes Darmmilieu. Eine Fäulnisflora gewinnt die Oberhand und bildet leberbelastende Stoffwechselgifte wie Ammoniak und Leichengifte (Cadaverine). Auch hochalkalische Basenmittel wie Natron und Calciumkarbonat alkalisieren bei langfristiger Einnahme das Darmmilieu und können die Darm­flora schädigen.

Milchsäure bewirkt im Darm eine Senkung des pH-Wertes, der Darm wird angesäuert. Das leicht säuerliche Darmmilieu erschwert es krankmachenden Mikroorganismen, wie Fäulnisbakterien und Pilzen, sich im Darm anzusiedeln und zu vermehren. Dadurch werden im Darm weniger schädliches Ammoniak und Fuselalkohole gebildet. Das Wachstum gesunder Bakterien wird dagegen durch das leicht saure Milieu gefördert. So unterstützt Milchsäure eine gesunde Darmflora und reguliert die Verdauung.

Milchsäure schützt die Darmschleimhaut

Darmbakterien ©-rob3000-fotolia

Darmbakterien ©-rob3000-fotolia

Milchsäure wird von der Darmflora direkt zu Butyrat verstoffwechselt. Diese kurzkettige Fettsäure ist für die Darmschleimhaut besonders wichtig, denn sie ist die Hauptenergiequelle für die Schleimhautzellen. Bei Energiemangel in den Schleimhautzellen können Lücken in der Darmschleimhaut entstehen – das Leaky-Gut-Syndrom. Durch diese Lücken können schädliche Substanzen aus dem Darm direkt in den Blutkreislauf wandern und z. B. allergische Reaktionen und Entzündungen auslösen.

Eine ausreichende Versorgung der Zellen mit Butyrat beugt dem Leaky-Gut-Syndrom vor, pflegt die Darmschleimhaut und schützt vor Entzündungen. Butyrat schützt zudem vor Krebs, denn Butyrat hemmt das Wachstum aggressiver Krebszellen und fördert die Normalisierung des Zellstoffwechsels.

Milchsäure entlastet die Leber

Milchsäure kann die Leber entlasten, denn durch die Ansäuerung des Darms verhindert sie die Aufnahme von giftigem Ammoniak.

Ammoniak wird im Darm von Bakterien aus unverdauten Eiweißbestandteilen gebildet. Vor allem unvollständiges Kauen beeinträchtigt die Verdauung der Proteine, so dass diese unverdaut in den Dickdarm gelangen. Dort werden sie von Fäulnisbakterien u.a. zu Ammoniak verstoffwechselt. Dies gilt insbesondere für Fleisch, dessen Fasern sich sogar noch im Stuhl nachweisen lassen. Je höher der Proteinkonsum, desto alkalischer ist der Dickdarm und desto höher die Ammoniakbelastung.

Bei alkalischem pH-Wert im Darm wird das Ammoniak vom Körper aufgenommen und muss von der Leber abgebaut werden. Der Energiestoffwechsel in der Leber ist dadurch stark belastet. Im sauren Milieu bildet sich aus dem Ammoniak dagegen ungiftiges Ammoniumsalz, das über den Stuhl ausgeschieden wird. Auf diese Weise wird die Entgiftungs- und Entsäuerungsleistung der Leber verbessert und die Leber als zentrales Organ des Energie- und Säure-Basen-Haushalts entlastet. So wirkt L-(+)-Milchsäure auch günstig auf den Säure-Basen-Haushalt.

Rechts- vs. linksdrehende Milchsäure

Milchsäure existiert in zwei verschiedenen Formen: rechtsdrehend und linksdrehend. Rechts- und linksdrehende Milchsäure sind vom Aufbau her identisch, allerdings spiegelverkehrt. In fermentierten Lebensmitteln kann Milchsäure in beiden Formen vorliegen, je nachdem, durch welche Bakterien sie gebildet wurde.

Unser Körper bildet selbst hauptsächlich rechtsdrehende Milchsäure. Linksdrehende Milchsäure kann vom menschlichen Körper schlecht abgebaut werden. Bei einigen Menschen kann sie daher eine Übersäuerung des Blutes begünstigen. Rechtsdrehende Milchsäure kann dagegen schnell und effizient in der Leber verstoffwechselt werden, wenn ausreichend Vitamin B1 vorhanden ist.

Milchsäure ja – aber woher?

Sauerkraut ©-Sunny-Forest-Fotolia

Sauerkraut ©-Sunny-Forest-Fotolia

Milchsäuregärung wird traditionell zur Haltbarmachung von Lebensmitteln verwendet, so zum Beispiel bei der Herstellung von Sauerkraut. Dabei verhindert die gebildete Milchsäure die Vermehrung von Bakterien, die zum Verderb des Lebensmittels führen würden. Zusätzlich kann Milchsäure eine bessere Bekömmlichkeit des Lebensmittels bedeuten, da zum Beispiel bei der Sauerkrautherstellung aus Weißkohl blähende Inhaltsstoffe abgebaut werden. Neben Sauerkraut ist Milchsäure in Sauermilchprodukten und Lebensmitteln mit Sauerteig enthalten.

Empfehlenswert ist die Aufnahme von mindestens 2 g Milchsäure pro Tag. Diese sind beispielsweise in 200 g Sauerkraut enthalten. In Lebensmitteln liegt jedoch meist eine Mischung aus rechts- und linksdrehender Milchsäure vor. Als sinnvolle Alternative bieten sich Nahrungsergänzungsmittel an, die reine rechtsdrehende Milchsäure aus natürlicher Fermentation durch Milchsäurebakterien liefern, zum Beispiel ein Glas Kanne Brottrunk oder 5 ml Dr. Jacob‘s Lactirelle oder Lactacholin.

Lactacholin enthält neben Milchsäure auch noch wichtige Vitamine der B-Gruppe, weshalb Ihnen diese Kombination bereits in einem Artikel zur besseren Vitalstoff-Versorgung in der Schwangeschaft vorgestellt worden war. In Lebens- und Nahrungsergänzungsmitteln kann Milchsäure übrigens auch als Laktat vorliegen, dem basischen Salz der Milchsäure, das die gleichen gesundheitlichen Wirkungen zeigt.

Mit Milchsäure-Produkten gesünder trinken

GetränkMit Milchsäure-haltigen Getränken können Sie gleichzeitig auch Ihren Flüssigkeitshaushalt aufbessern, denn häufig trinken wir zu wenig. Empfohlen werden mindestens 2 Liter am Tag.  Vor allem der Flüssigkeitsverlust in der Nacht wird unterschätzt. Morgens benötigen wir etwa einen halben Liter, um den Kreislauf wieder aufzufüllen.

Machen Sie sich die tägliche Portion Milchsäure am besten zur Routine, trinken Sie z.B. jeden Tag ein großes Glas Wasser mit Lactirelle zum Mittagessen. Dabei verbessert die Milchsäure auch den Stoffwechsel, da sie den Insulin- und Zuckeranstieg im Blut nach einer Mahlzeit verlangsamt. Aber auch zwischen den Mahlzeiten ist das Trinken wichtig und sinnvoll, denn häufig kann ein leckeres Getränk den zwischen den Mahlzeiten aufkommenden Appetit auf Snacks befriedigen und so helfen, auf Süßigkeiten und Co. zu verzichten.

Lactirelle lässt sich als gesundes Erfrischungsgetränk einfach in die tägliche Ernährung integrieren. Die Milchsäure-Essenz schmeckt fruchtig frisch und enthält auch Vitamin B12 sowie Vitamin B1, das zur Verstoffwechselung der Milchsäure in der Leber benötigt wird. Da Lactirelle ohne Zucker ist, ist es eine tolle gesunde Alternative zu herkömmlichen Limonaden und auch für Kinder empfehlenswert.

Lactacholin ist ein Milchsäure-Fermentations-Konzentrat, das neben nerven- und stoffwechsel-aktiven B-Vitaminen vor allem Cholin liefert, das für die Bildung des Neurotransmitters Acetylcholin, den Fettstoffwechsel und die Leberfunktion gebraucht wird.

Kanne Brottrunk enthält neben Milchsäure auch lebendige Milchsäurebakterien und Hefen.

Weitere Tipps für einen gesunden Darm

  • Trinken Sie täglich mindestens 2 Liter Kräutertee  oder natriumarmes Wasser, am besten mit Lactirelle oder Brottrunk. So unterstützen Sie Ihre Verdauung und fördern eine gute Stuhlkonsistenz.
  • Nehmen Sie mindestens 30 g Ballaststoffe pro Tag auf. Ballaststoffe finden sich vor allem in Gemüse, Obst und Vollkornprodukten. Besonders reich an Ballaststoffen sind außerdem z. B. Chia-Samen (einen Buchvorschlag finden Sie unten).
  • Eine Antibiotika-Behandlung oder unausgewogene Ernährung können Ihre Darmflora durcheinanderbringen. Unterstützen Sie diese bei Bedarf mit probiotischen Laktobazillen und Bifidobakterien – positiven Mikroorganismen, die in einem gesunden Darm leben (in Kapseln erhältlich, z. B. Symbiolact, LactoBifido oder 3-Symbiose).
  • Bewegung fördert die Durchblutung des Darms und die Verdauungstätigkeit. Dadurch beugt sie Darmträgheit und Verstopfung vor. Bauen Sie jeden Tag mindestens eine halbe Stunde Bewegung in Ihren Alltag ein, und treiben Sie regelmäßig Sport.
  • Bei chronischen Magen-Darm-Beschwerden kann ein Test auf Unverträglichkeiten wie Gluten-, Laktose- oder Fruktoseintoleranz und Leaky-Gut-Syndrom Klarheit bringen. Wenden Sie sich hierfür an Ihren Arzt oder Heilpraktiker.

Über die Autorin

Sandra KarlFrau Sandra Karl machte 2010 an der Universität Gießen ihren Masterabschluss in Ernährungswissenschaften. Ihre Abschlussarbeiten schrieb sie zu den gesundheitlichen Wirkungen der Holunderbeere und über das Stillen. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt im Bereich der Gesundheitsförderung durch eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Weiterhin befasst sie sich mit der Ernährungsmedizin, insbesondere in Zusammenhang mit Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Übergewicht. Im April 2014 schrieb Sandra Karl für Sie bereits einen wichtigen Artikel zur Übersäuerung in diesem Webmagazin. Und im August 2014 erklärte sie Ihnen, wie Sie sich mit der richtigen Ernährung vor Demenz schützen können.

Kontakt: sandra_karl@web.de

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Haben Sie schon Erfahrungen mit der Milchsäure?  Dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

 

Ein Kommentar »

  • Susanne sagt:

    Milder und geschmacklich abgerundet mit Gewürzen: Für alle, denen der Kanne Brottrunk situativ, z.B. während Chemotherapie, zu sauer ist(oder überhaupt) gibt es die „Basenkraft“ nach Hildegard von Bingen. Mit nur 1 Esslöffel morgens nüchtern auch sehr sparsam im Gebrauch. Und Dr.Jacobs empfehlenswertes Lactirelle ist fester Bestandteils meines morgendlichen Hirsebreis und meiner Gourmet- Ernährungstipps.

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