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Naturidentische Hormone bei Krebserkrankungen

Von | 3. März 2015 – 23:40 32 Kommentare 61.410 AufrufeDrucken

Bestimmte bioidentische Hormone, wie bspw. Östriol oder Progesteron, können vor Krebs schützen und bei Krebserkrankungen eingesetzt werden.

Hormone leisten Teamarbeit ©-ARochau, Fotolia.com

Hormone leisten Teamarbeit
©-ARochau, Fotolia.com

Bei einer Hormontherapie denken die meisten an synthetische Hormone. Der feine Unterschied liegt jedoch in der wunderbaren, bei richtiger Anwendung sicheren und vitalisierenden Applikation von naturidentischen Hormonen. Naturidentische Hormone entstehen genau wie synthetische Hormone im Labor. Trotzdem wirken sie wie unsere natürlich im Körper vorkommenden Hormone!

Vor über einem Jahr hat Ihnen meine gynäkologische Kollegin, Frau Dr. Faust-Albrecht, bereits die Bedeutung von bioidentischem Progesteron vorgestellt. Bei vielen Frauenkrankheiten reicht die alleinige Ergänzung mit Progesteron, um den Östrogenüberschuss auszugleichen. Bei Krebserkrankungen geht es um mehr. Das Krebswachstum darf auf keinen Fall angeregt, sondern muss gebremst werden. Die Metastasenbildung muss verhindert werden. Die schulmedizinischen Therapien dürfen nicht gestört werden, dabei soll aber die Lebensqualität verbessert werden. Nur durch eingehende Voruntersuchungen und gewissenhafte Kontrollen durch einen Arzt, der sich mit der bioidentischen Hormontherapie vertraut gemacht hat, gelingt es, das Hormongleichgewicht wiederherzustellen. Denn Hormone leisten Teamarbeit!

Im Folgenden möchte ich Ihnen erklären, wie Sie sich dieses Zusammenspiel der Hormone vorstellen müssen.

Naturidentische versus synthetische Hormone

Naturidentische Hormone

diosgenin

Diosgenin aus Yamswurzel oder Soja

Ursprung der bioidentischen Hormone ist – genau wie bei vielen synthetischen Hormonen – das „Diosgenin“, welches aus der mexikanischen wilden Yamswurzel oder Soja gewonnen wird. Es ist eine Vorstufe, aus dem Hormone labortechnisch hergestellt werden können, indem durch Veränderung lediglich einer chemischen OH-Gruppe z.B. folgende Steroidhormone hergestellt werden: Pregnenolon, Progesteron, Testosteron, DHEA, 17ß-Estradiol (systemisch wirksam) und 17a-Estradiol mit lokaler Hautwirkung…und Cortisol!

Naturidentisch bedeutet, dass das Hormon exakt in der molekularen Struktur hergestellt wird, in welcher es auch vom menschlichen Organismus produziert wird.

Naturidentische/bioidentische Hormone haben dieselbe/identische Strukturformel wie die körpereigenen Hormone und sind somit Hormone!

Naturidentische Hormone sind bis auf einige Standardverordnungen nicht in einer üblichen Apotheke verfügbar und müssen als sog. Magistralrezeptur individuell hergestellt werden (Adressen siehe unten).

Synthetische Hormone

Synthetische Hormone sind Östrogene und Gestagene in chemisch veränderter Form und sind somit „Medikamente mit hormon-ähnlicher Wirkung“ – und keine Hormone!

Drei verschiedene Östrogene und Progesteron

Progesteron

Progesteron

Die Definition und Kenntnis der verschiedenen Östrogene und des Progesterons ist insbesondere für die Anwendung bei Krebserkrankungen wichtig: Es existieren drei bekannte Östrogenformen mit jeweils unterschiedlichen Funktionen und Wirkungen:

  • Östron = Estron (E1)
  • Östrogen = Estradiol (E2)
  • Östriol = Estriol (E3).

Estradiol ist das bekannteste und (vermeintlich!) wichtigste Östrogen- allerdings sind seine zellvermehrenden Eigenschaften innerhalb der Krebstherapie unbedingt zu beachten!

Progesteron = Progesteron. Ich empfehle die Verwendung des Begriffs „Gestagen“ nur für das synthetische Progesteron.

Wann eine Hormonsubstitution empfehlenswert ist

Eine Hormonsubstitution wird heute bei den unterschiedlichsten Erkrankungen und Beschwerden eingesetzt. Hier einige Bespiele:

  • Schilddrüsenunterfunktion
  • Menopause-bedingter Verlust von Östrogen und Progesteron
  • Ungleichgewichte der Botenstoffe im Gehirn (Neurotransmitter)
  • Kinderwunschbehandlung
  • Burn-out
  • Fibromyalgie
  • Multiple Sklerose
  • Depression
  • Panikattacken
  • Gelenkbeschwerden
  • …und insbesondere bei Krebserkrankungen.

Neueste Erkenntnisse zeigen, dass immer mehr Krebserkrankungen durch hormonelle Ungleichgewichte getriggert oder sogar verursacht werden. So zeigen erste Tumor-Rezeptormessungen, dass ca. 20-30% der Darm-, Bauchspeicheldrüsen- und Eierstock-Karzinome Östrogenrezeptoren tragen und Her2neu+ sind. Somit müssen hormonelle Ungleichgewichte, wie eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel, bei einem Krebsgeschehen ausgeglichen werden.

Hier ist eine Unterscheidung in naturidentische und synthetische Hormone noch gewissenhafter zu beachten!

Einer guten Therapie geht eine gewissenhafte Untersuchung voraus!

Ein gezielter Ausgleich mehrerer Hormonmangelzustände ist nur möglich, wenn alle fehlenden Hormone in der entsprechenden und angemessenen Dosis gleichzeitig ersetzt werden, denn, wie ich oben schon sagte,

Hormone leisten Teamarbeit!

Dazu gehört auch die entsprechende Diagnostik, welche zu Beginn einen Überblick gibt.

Welche Hormone gemessen werden

Um die Zusammenhänge im Körper verstehen zu können, ist die Messung folgender Hormone im Blut empfehlenswert:

  • Progesteron, DHEA, Testosteron, Östron (E1), Östradiol (E2), Östriol (E3).
  • Zusätzlich empfehle ich die Messung des Cortisoltagesprofils im Speichel.
  • Zur exakten Beurteilung der Verhältnisse ist die gleichzeitige Bestimmung der Hypohysenhormone FSH und LH empfehlenswert.
Hormonsynthese

Hormonsynthese

Hormonbestimmung in Blut, Urin oder Speichel?

Die drei Diagnostikmöglichkeiten: Untersuchung der Hormone im Blut und Untersuchung der Hormone im Speichel sowie die 24-Stunden-Urin-Sammlung geben jeweils unterschiedliche Antworten. Somit sind natürlich auch die Fragestellungen jeweils unterschiedliche.

Blutentnahme

Blutentnahme

Blutentnahme © Klaus Eppele, Fotolia.com

Verschiedene Hormone, wie zum Beispiel die Schilddrüsenhormone oder das körpereigene Cortisol haben ihre morgendlichen Ausschüttungsspitzen. Erfolgt nun in diesem Zeitraum die Blutentnahme, spiegelt diese die gut gesättigten Hormonwerte genau dieser Uhrzeit wieder. Andere Hormone, wie z.B. das Melatonin, haben ihre Spitzenausschüttungen zu nächtlichen Uhrzeiten und werden bei der morgendlichen Blutentnahme nicht mit dargestellt.

Die Blutuntersuchung liefert also die Antwort auf die Frage: „Wie ist die Hormonversorgung zu einem bestimmten Zeitpunkt?“ Ausnahme sind einige langsamer reagierende Hormonwerte, wie z.B. der des Östrons (E3) und DHEA-S, welche eher eine Auskunft über die Hormonversorgung der letzten Wochen ergeben und tageszeitenunabhängig sind.

Speicheldiagnostik

Speicheltest ©-benik.at-Fotolia.com

Speicheltest © benik.at, Fotolia.com

Die Speicheldiagnostik hat den klaren Unterschied zur Blutdiagnostik, dass sie noch genauere Hormonwerte ergibt, da im Speichel das Hormon im Gegensatz zum Blut ohne Trägermolekül vorliegt. Bei der Blutuntersuchung wird immer das Trägermolekül mitbestimmt und ergibt so eine gewisse Ungenauigkeit. Genau wie Blut zeigt die Speicheluntersuchung ebenfalls den genauen Hormonwert im Körper zum Abgabezeitpunkt auf.

Da eine Speichelabgabe in ein Röhrchen wesentlich einfacher und weniger invasiv als eine Blutentnahme ist, eignet sich die Speicheldiagnostik auch für sogenannte Tagesprofile, wo der Hormonwert mitsamt seinen physiologischen oder pathologischen Schwankungen an bis zu acht Zeitpunkten des Tages bestimmt werden kann.

Ich führe den Speicheltest nur für eine Anfangsdiagnostik durch, da sich unter Substitutionstherapie die gegebenen Hormone in den Speicheldrüsen anreichern und dann bei erneuter Kontrolle bis zu absurd erhöhte Werte angezeigt werden. Um vergleichbare Werte von der Ausgangsdiagnostik bis hin zur Erfolgskontrolle zu erstellen, empfehle ich also bereits für den 1. Wert die Serumdarstellung im Blut. Diese dienen dabei als Vergleichs- und Ausgangswerte für die weiteren Kontrollen zur Beurteilung der Wirksamkeit der Therapie. Lediglich das Cortisol-Tagesprofil und die nächtliche Melatonindarstellung führe ich im Speichel durch.

Die 24-Stunden-Urin-Sammlung

Die Sammlung des Urins über 24 Stunden liefert eine durchschnittliche Aussage über die Versorgung des Körpers über einen ganzen Tag hinweg und somit auch die Antwort, ob die Versorgung im Durchschnittswert für den Körper überhaupt ausreicht. Es werden hauptsächlich Hormonabbauprodukte (Metabolite), die über den Harn ausgeschieden werden, bestimmt- und nicht die Hormone selbst! Atypische Abbauverläufe, z.B. bei hartnäckigem Progesteronmangel, können damit erkannt werden.

Voruntersuchungen

Vor Beginn der Hormonkombinationstherapie sollten folgende Untersuchungen durchgeführt werden, um auszuschließen, dass in ein unerkanntes Krebsgeschehen hinein behandelt und ein östrogenabhängiger Tumor mit einer Östrogengabe ggf. getriggert wird:

  • Gynäkologische Untersuchung von Brust und Unterleib einschließlich Ultraschalluntersuchung
  • 2-16-OH-Östrogen-Bestimmung im Urin (siehe unten)
  • Mammografie oder Ultraschalluntersuchung der Brust
  • Knochendichtemessung: Eine Knochendichtemessung dient bei Östrogenmangel bzw. dessen Substitution als Verlaufsparameter zur Erfolgsmessung. Nicht selten ist auch bereits mit einer knochenaufbauenden Therapie, z.B. mit Bisphosphonaten, begonnen worden, der ursächliche Östrogenmangel blieb jedoch unbeachtet oder wurde durch ein synthetisches Östrogenpflaster behandelt.
  • Tumormarker: Bei einer bereits bestehenden Krebserkrankung gehört auch die Untersuchung der Tumormarker mit zu den gebotenen Voruntersuchungen.

Bioidentische Hormontherapie

Oft hat der Mangelzustand mehr „Nebenwirkungen“ als die Therapie!

Eine bioidentische Hormonersatztherapie, bei der lediglich Mängel körpereigener Hormone ausgeglichen werden, ist nahezu nebenwirkungsfrei, bzw. gleicht die Nebenwirkungen des Mangels sogar aus! Lediglich bei vorausgegangenen oder bestehenden hormonabhängigen Tumorerkrankungen, wie Gebärmutter- und Brustkrebs, einer Thromboseneigung und familiären – insbesondere östrogenabhängigen- Tumorhäufungen, ist Vorsicht geboten. Auf keinen Fall sollte ein unreflektierter Einsatz von (synthetischen) Hormonen erfolgen, z.B. zur „allgemeinen Osteoporoseprophylaxe“.

Sollten verschiedene Hormone ersetzt werden, müssen diese in regelmäßigen Abständen, z.B. 1/4-jährlich, im Blut kontrolliert werden. Damit wird sichergestellt, dass sich alle Hormone in dem angestrebten Bereich befinden.

Pregnenolon und Progesteron bilden das Fundament der Behandlung

Progesteroncreme

Progesteroncreme

In der onkologischen Therapie ist Progesteron mit bei den allerersten Verordnungen! Die Stimulation des Progesteronrezeptors fördert den natürlichen (gewünschten) Zelltod und wirkt immunmodulierend:

Klinisch reagieren Pankreas-Krebs-Patientinnen mit einer deutlichen Steigerung der Lebensqualität bei Gabe von bioidentischem Progesteron.

Progesteron ist ein natürlicher Aromatasehemmer. Das Enzym Aromatase ist zuständig für die Umwandlung von Testosteron in Östrogen. Progesteron ist, z.B. bei Östrogendominanz, als Gegenspieler zum Östrogen zu betrachten.

Naturidentisches Progesteron darf nicht mit synthetischen Progestinen bzw. synthetischen Gestagenen verwechselt werden.

Ich beginne die Therapie meist mit 30 mg Progesteroncreme zur Nacht. Beim Ersttermin bestimme ich jedoch auch die Vorstufe des Progesterons, das Pregnenolone, mit. Sollte dieser Wert ebenfalls erniedrigt sein, sollten wir kein Haus ohne Fundament bauen! Die Vorstufe Pregnenolon kann, dann z.B. mit 50 mg transdermal, dazu genommen werden.

„Progesteron ist reine Energie“!

Und das stimmt! Fatiguepatienten (und in anderen Fällen sind es die sog. Burn-out-Patientinnen) reagieren wie ein aus der Asche aufstehender Phönix auf die abendliche transdermale Gabe von 30 mg Progesteron.

Cortisol

Der bei einer erhöhten Produktion des „Stresshormons“ Cortisol entstehende Progesteronmangel kann einen Substitutionserfolg mit Progesteron vereiteln. Dann muss zunächst die Nebennierenfunktion pflanzlich gestärkt oder durch die direkte Gabe eines naturidentischen Cortisols substituiert werden. Dies ist bei erschöpften und Tumorpatienten sehr häufig der Fall und sollte unbedingt beachtet werden.

Testosteron

Naturidentisches Testosteron setze ich oft als „Booster“ zu Therapiebeginn ein. Über 1-2 Monate gegeben trägt es entscheidend zum Wohlbefinden und zur geistigen Stärkung bzw. Stabilität bei. Geistige Unentschiedenheit, Grübeln, Libidoverlust und Muskelabbau sind dafür Indikationen. Als Vorstufe von Östrogen muss es in der onkologischen Therapie mit Vorsicht eingesetzt werden.

DHEA

Bauchfett

Bauchfett

Das Hormon DHEA (Dehydroepiandrosteron) hat einen anabolen Charakter und ist die Vorstufe von Testosteron und Östrogen. So ist zum Beispiel bei der so gefürchteten Zunahme des Bauchumfanges immer ein DHEA-Mangel laborchemisch nachweisbar. Bei Mangel kann also eine katabole Stoffwechsellage überwiegen.

Ferner hemmt DHEA den anaeroben Stoffwechsel einer Tumorzelle. Im Tierversuch konnte in der Gruppe der DHEA-substituierten Tiere eine reduzierte Tumorentstehung in 35% der Fälle gezeigt werden!

Körpereigene und Umweltöstrogene können ein Krebswachstum auslösen und fördern

Hormonelle Dysbalancen im Sinne einer Östrogendominanz können eine Tumorentstehung triggern. Diese wird z. B. durch die aus Umweltbelastungen stammenden Xenoöstrogene sowie durch eine immer früher einsetzende Pilleneinnahme mit synthetischen Östrogenen verursacht. Fettzellen produzieren ebenso Östrogene. Führt so die Summe aus Xenoöstrogenen, Pilleneinnahme und Gewichtszunahme gegebenenfalls bereits zu einer Triggerung der Tumorentstehung? Noch gibt es keine ausreichenden Untersuchungen dazu, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch.

Progesteron- und Östrogengehalt im Körper sind vorstellbar wie ein Gleichgewicht aus Yin und Yang.

Die Östrogenrezeptoren ERα und ERβ

Rezeptoren ©fotoliaxrender, Fotolia.com

Rezeptoren ©fotoliaxrender, Fotolia.com

Der Östrogenrezeptor teilt sich in zwei Unterrezeptoren: den Östrogen-α- sowie den Östrogen-ß-Rezeptor. Die Östrogenrezeptoren werden durch Östrogen (E2) aktiviert. Östrogene sind nicht primär karzinogen, werden es aber, wenn

  • Der Östrogen-ß-Rezeptor niedrig ist oder fehlt,
  • Die kontrollierende Wirkung des Progesterons fehlt,
  • Der Östrogenstoffwechsel gestört ist,
  • Umweltöstrogene den Östrogen-ß-Rezeptor (ERß) besetzen.
  • Krebs ist meist verbunden mit der Aktivierung von ERα. Die Stimulation bzw. Besetzung des Östrogen-α-Rezeptors wirkt potenziell krebsauslösend.
  • Doch es gibt auch schützendes Östrogen: das Östriol (E3).

Das schützende Östrogen, Östriol

1960 zeigte Harry Lemon bereits, dass Frauen, die mehr Östriol (E3) im Urin hatten, nach Brust-OP länger überlebten: Östriol (E3) bindet an ERß und wirkt somit anti-kanzerogen. Wenn also mehr Östriol (E3) im Körper vorhanden ist als Östradiol (E2) und Östron (E1), dann besetzt es die ERß-Rezeptoren und wirkt somit krebsprotektiv.

Jod stimuliert die Bildung von Östriol (E3) und kann z.B. in Form von Lugol´scher Lösung direkt lokal auf die Brust gegeben werden,

Phytoöstrogene binden überwiegend an den ERß-Rezeptor und sind somit eigentlich Anti-Östrogene. Phytoöstrogene wie Soja binden nicht am gleichen Rezeptor wie Tamoxifen, welches hauptsächlich am ERα-Rezeptor abbindet

Die Hormonersatztherapie (HRT) mit synthetischen Hormonen erhöht den Östrogen-α-Rezeptor. Die herkömmlichen synthetischen Hormonpräparate, die gemeinhin verwendet werden, enthalten kein Östriol (E3) und haben daher eine potenziell kanzerogene Wirkung.  Dies gilt nicht für die individuell herstellbaren naturidentischen Hormone!

Östrogenabbauprodukte (Metaboliten)

Neben der Entdeckung der Östrogen-Rezeptoren spielen auch die Östrogen-Abbauprodukte eine wichtige Rolle. Als Östrogen-Metaboliten gelten das

  • 2-Hydroxy-Östron,
  • 4- Hydroxy-Östron,
  • 16-Hydroxy-Östron sowie das
  • 2-Methyl-Östron,
  • 4- Methyl-Östron,
  • 16- Methyl-Östron.

Die 2-OH-Metaboliten besitzen kein nennenswertes östrogenes bzw. zellvermehrendes Potential. Die 16-Hydroxy-Östron-Formen haben jedoch ein starkes Östrogenpotenzial und gelten als direkt krebsauslösend. Auch die 4-Hydroxy-Östrone besitzen ausgeprägte östrogene und tumorauslösende Eigenschaften. Östrogen als Estradiol (E2) ist grundsätzlich als ein proliferationsförderndes Hormon zu betrachten – bis hin zur Tumorentstehung. Seit etlichen Jahren wird bei der Frau die Diagnostik der Abbauformen von körpereigenen Östrogenen im Labor angeboten. Dabei werden im 24-h-Urin die unterschiedlichen Östrogen-Abbauformen bestimmt.

Wir orientieren uns dann an dem Quotienten aus 2-Hydroxy- und 16-Hydroxy-Abbauformen, welcher einen Mindestwert von 1,25 erreichen sollte.

Frauen haben durch eine erniedrigte 2-16-OH-Ratio ein erhöhtes Brustkrebs-Risiko! Je höher die 2-16-OH-Ratio ist, desto besser ist das anti-karzinogene Potential.

Pflanzen fördern die „guten“ Östrogenrezeptoren

Pflanzen helfen beim „Positiv-Tuning“ der Östrogenabbauformen und fördern die „guten“ Östrogenrezeptoren:

  • Kohl

    Kohl

    Indol-3-Carbinol: Das Indol-3-Carbinol ist enthalten in Kohlsorten und mit höchster Konzentration im Broccoli. Es wirkt im Östrogenmetabolismus reduzierend auf die Bildung der direkt krebserregend wirkenden 16-Hydroxy-Östron-Formen. Es verbessert somit die als Marker dienende 2-16-OH-Ratio. Indol-3-Carbinol reduziert den Östrogen-α-Rezeptor und eignet sich für die Therapie aller östrogenabhängigen Tumore!

  • Chrysin mit Bioperin (Pfeffer): Das Chrysin ist ein Wirkstoff aus der Passionsblume und gilt als ein natürlicher Aromatasehemmer. Das Enzym Aromatase ist zuständig für die Umwandlung von Testosteron in Östrogen. Ein Aromatsehemmer vermindert diese Umwandlung und reduziert das Östrogen.
  • Rotklee

    Rotklee

    Phytoöstrogene wie Soja und Rotklee.

  • Fermentiertes Soja ist fast so effektiv wie Tamoxifen: Durch ihre Bindungsaffinität an zwei verschiedenen Rezeptoren können Soja und Tamoxifen synergistisch eingesetzt werden.

In der Substitutionstherapie mit bioidentischen Hormonen im Bereich der Menopause-Beschwerden verwende ich Phytoöstrogene wie Soja und Rotklee fast gar nicht- habe ich doch die direkten Hormone zur Verfügung, die sehr zielgerichtet an den richtigen bzw. natürlichen Rezeptor binden. Warum dann „hormonähnlich“-wirkende Substanzen verwenden?
In der onkologischen Therapie sieht das anders aus: Phytoöstrogene werden bei Östrogen-α-Rezeptor positiven Tumoren zur gewünschten Vermehrung der Östrogen-β-Rezeptoren verwendet. Sie binden vorwiegend an den Östrogen-ß-Rezeptor und blockieren diese für das vorhandene körpereigene Östradiol (E2) und wirken damit anti-kanzerogen.

Nicht zu vergessen, dass es durchaus sinnvoll ist, mit der geeigneten Ernährung die „guten“ Östrogenrezeptoren zu fördern. Dazu finden Sie in diesem Webmagazin immer wieder Hinweise.

Ein Patientenbeispiel mit Mamma-Ca

Brustkrebs © goa novi, Fotolia.com

Brustkrebs © goa novi, Fotolia.com

Frau F. aus München, 46 Jahre alt und prämenopausal, hatte einen Knoten in der rechten Brust getastet. Durch eine Biopsie wurde ein Östrogen- und Progesteron- Rezeptor positiver Tumor nachgewiesen. Die Brust wurde brusterhaltend operiert. Eine Chemotherapie kommt für sie auf keinen Fall in Frage. Auch eine Strahlentherapie und die übliche Anti-Hormontherapie lehnt sie ab.

Sie beginnt mit 30 mg Progesteroncreme und 1,0 mg/g Estriolcreme transdermal zur Verdrängung des Östradiol (E2) durch Estriol (E3) am ERα-Rezeptor. Zur Förderung der ERß-Rezeptoren erhält Frau F. fermentiertes Soja, z.B. Tegaran®.

Im Rahmen der postoperativen Zusatzuntersuchungen wurden  Metastasen in zwei Brustwirbeln festgestellt.  Sie werden mit einer kombinierten Artesunate- und Curcuma-Infusionstherapie behandelt.

Frau F. ist seit 2 Jahren stabil und ohne Lokalrezidiv. Natürlich müssen die Tumormarker und der Lokalbefund stetig beobachtet werden.

Einige Fakten zusammengefasst

  • Die Behandlung mit bioidentischen Hormonen ist eine sinnvolle Therapiestrategie.
  • Östriol (E3) hat eine onko-protektive Wirkung bei Brustkrebs.
  • Progesteron ist ein natürlicher Apoptoseförderer und bei Brust-, Pankreas- und Colon-Krebs insbesondere zum Ausgleich gegen eine Östrogendominanz einsetzbar.
  • Progesteron ist ein natürlicher Aromatasehemmer und ebenso bei Brust-, Pankreas- und Dickdarm-Krebs einsetzbar.
  • Substanzen, welche am Östrogen-ß-Rezeptor binden, gelten als anti-östrogen, regulieren die Immunität und eliminieren Krebszellen.
  • Melatonin kann den Östrogenbedarf des Körpers um 2/3 reduzieren.

Naturidentische Hormone als individualisierte Rezeptur

Progesteron aus der Pumpflasche

Progesteron aus der Pumpflasche

Naturidentische Hormone als individualisierte Rezeptur sind nicht in jeder Apotheke zu erwerben. Die Apotheke muss sich zu einem gewissen Maß darauf spezialisiert haben, die Rezeptur herstellen zu können. Ferner muss sie die Rohstoffe in möglichst hochwertiger Form vorrätig halten.

Auch Cremegrundlage ist nicht gleich Cremegrundlage: Die Rezeptur sollte möglichst in eine sog. Pumpflasche abgefüllt sein. Denn 1 Hub aus der Pumpflasche entspricht einem Gramm der Rezeptur. Wenn Sie so dosieren, können Sie sich optimal mit Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin über die verwendete Dosiermenge austauschen und ggf. erhöhen oder reduzieren. Das ist bei Cremetuben und wechselnden Messlöffelgrößen kaum möglich. Fragen Sie den Apotheker!

Die Rezeptur ist immer mit Ihrem Arzt abzustimmen. Wenn Sie keinen Therapeuten für bioidentische Hormontherapie kennen, fragen Sie in den unten stehenden Apotheken nach. Meistens können die Ihnen einen erfahrenen Therapeuten in Ihrer Wohnortnähe nennen.

Apotheken, die bioidentische Hormone für meine Patientinnen herstellen

in alphabetischer Reihenfolge:

Individualherstellung

Individualherstellung

Arnika Apotheke am Herkomerplatz, Oberföhringer Str. 2, 81679 München, Ansprechpartnerin Frau Dr. Herzog, Tel. 089 / 99 83 73 63

Klösterl Apotheke, Waltherstraße 32a, 80337 München, Ansprechpartner Dr. Schlett, Tel.: 089 54343211

Receptura-Apotheke, Altenhöferallee 5, 60438 Frankfurt am Main, Ansprechpartner Herr P. Cornelius,Tel.:069 92880300

Eisbär-Apotheke, An der RaumFabrik 6, 76227 Karlsruhe, Ansprechpartnerin Frau Sabine Bäumer, Tel.:0721- 89330880

Rondell-Apotheke, Isenschmidstraße 19 am Theodolindenplatz, 81545 München-Harlaching, Ansprechpartnerin Frau Sonja Michalke, Tel.:089- 3090860

West Apotheke, Heimstättenstraße 34, 82256 Fürstenfeldbruck, Ansprechpartner Apotheker Manfred Weyerer, Tel.:08141- 12375

Über die Autorin

Dr. Seebach Dr. Elke Schwesig-Seebach war nach dem Medizinstudium und den ersten medizinischen Jahren in Hamburg als Beraterin für verschiedene medizinische Unternehmen tätig. Ständige Weiterbildungen in schulmedizinischen (Schwerpunkt Endokrinologie und Immunologie) und naturheilkundlichen (TCM, Naturheilkunde, Applied Kinesiology) Verfahren. Seit 2006 ist sie niedergelassen in eigener Praxisklinik mit den Schwerpunkten Komplementäre Endokrinologie, Immunologie und Onkologie.

Schwesig-Seebach integrative Medizin Seit über 10 Jahren widmet sie sich bereits der Diagnostik und Therapie mit naturidentischen Hormonen. Sie hat gerade ein Buch verfasst, das am 1. April 2015 erschienen ist: „Integrative Medizin – Ganzheitliche Onkologie„.

Kontakt

Dr. med. Elke Schwesig-Seebach
Dachauer Str. 9
80335 München
Email: info@duale-medizin.de
www.duale-medizin.de

Kommentar der Redaktion

Die bioidentische Hormontherapie ist unter Frauenärzten ähnlich umstritten wie die Hormonersatztherapie mit synthetischen Hormonen in den Wechseljahren. Besonders bei hormonsensiblen Krebserkrankungen besteht die Befürchtung, dass jegliche Hormontherapie das Tumorwachstum fördern könnte. Außerdem wird vermutet, dass die Therapie mit natürlichem Progesteron nicht ausreichend sein könnte, um die Schleimhaut in der Gebärmutter richtig umzuwandeln. Das ist aber nötig, damit die körpereigenen oder zugeführten Östrogene nicht die Gebärmutterschleimhaut zu hoch aufbauen und einem Krebs der Gebärmutter Vorschub leisten könnten, wie man das als Nebenwirkung der Östradiol- oder Tamoxifentherapie kennt.

Die großen internationalen Studien zur Hormontherapie in den Wechseljahren zeigten eine Zunahme des Brustkrebsrisikos, wenn Östrogene und synthetische Gestagene verabreicht wurden. Dass dabei die Art des Gestagens eine Rolle spielen dürfte, legt eine französische Kohortenstudie nahe: Über die Dauer von fünf Jahren hat sich die Kombination von transdermalem Estradiol mit Progesteron als nachweislich sicherer erwiesen als die Verbindung von oralen Estrogenen mit synthetischen Gestagenen.

Wissenschaftlich untermauert wird der unterschiedliche Einfluss auf das Brustepithel durch Studien am renommierten Karolinska-Institut in Stockholm: In vitro und in vivo vermindert Progesteron proliferative Effekte von Estrogenen auf das Brustgewebe.

Studien zur bioidentischen Hormontherapie bei Krebs liegen nicht vor. Dabei werden individuell sehr niedrige und natürliche Hormone verabreicht. Frauen, die sich für diese Therapie entscheiden, sollten aber wissen, dass sie diese Therapie nur unter ständiger Betreuung durch einen mit dieser Methode vertrauten Arzt machen sollten. Eine Eigentherapie „auf gut Glück“ und „nach Gefühl“ sollte auf jeden Fall unterbleiben.

Dieser Artikel über naturidentische Hormontherapie soll Frauen mit und ohne Krebs helfen, sich im Hormon-Dschungel zurechtzufinden. Bisher gibt es noch zu wenige Ärzte, die mit dieser Therapie vertraut sind. Die Autorin des Artikels bietet deshalb Seminare an. Die NATUM, eine Arbeitsgemeinschaft der deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe, wird im April ein Ausbildungswochenende ausschließlich für Frauenärzte in der Nähe von München durchführen. Frau Dr. Faust-Albrecht, deren Artikel über bioidentische Progesterontherapie Sie in diesem Webmagazin lesen können, wird ihn zusammen mit mir gestalten. Wenn Sie Ihren Frauenarzt motivieren wollen, sich mit der bioidentischen Hormontherapie auseinanderzusetzen, drucken Sie ihm doch einfach diesen Artikel aus oder die Flyer zu den Veranstaltungen.

Buchempfehlung der Redaktion

Natürliche Hormontherapie.

Alles Wissenswerte über Hormone, die Ihre Gesundheit ins Gleichgewicht bringen

Scheuernstuhl natürliche HormontherapieEndlich gibt es seit 2014 eine überarbeitet Auflage dieses Hormonbuches von 2010 „Natürliche Hormontherapie. Alles Wissenswerte über Hormone, die Ihre Gesundheit ins Gleichgewicht bringen“. Es wurde von einer Ärztin, Dr. med. Annelie Scheuernstuhl, und einer Heilpraktikerin, Anne Hild, geschrieben, die sich seit Jahren in ihren Praxen mit der natürlichen Hormontherapie beschäftigen. Interessanterweise sind beide zusätzlich in Naturheilverfahren, bzw. klassischer Homöopathie ausgebildet. Sie wissen also, dass es in der Regel nicht damit getan ist, bei Hormonstörungen nur ein bestimmtes Hormon zu geben, egal ob synthetisch oder natürlich. Sondern es ist wichtig, dass auch die Ursachen der Hormonstörungen herausgefunden werden. Dann kann sich der Körper mit Hilfe eines geänderten Lebensstils, Vitalstoffergänzung, Pflanzenheilkunde oder Homöopathie bald wieder selber regulieren.

Natürlich ist das Hauptthema dieses Buches, die Leserin mit ihren Hormonen und deren Störungen bekannt zu machen. Das gelingt den Autorinnen sachlich richtig und so anschaulich und mit vielen Praxisbeispielen, dass man beim ersten Mal gar nicht mit dem Lesen aufhören will. An vielen Frauenkrankheiten wird demonstriert, wie sie möglicherweise durch ein Hormonungleichgewicht entstehen und mit welchen Hormongaben sie gebessert werden können.

Wundern Sie sich aber nicht, wenn Sie das Buch lesen und Ihnen die Hormonbestimmung aus dem Speichel empfohlen wird. Wie Sie wissen, sind die Ärztinnen, die in diesem Webmagazin über natürliche Hormontherapie geschrieben haben, Frau Dr. Faust-Albrecht und Frau Dr. Schwesig- Seebach, ebenso wie ich da anderer Meinung. Aber Sie sollten ja sowieso nicht eine Hormontherapie auf eigene Faust machen. Also erweitern Sie Ihr Körper- und Hormonwissen mit diesem Buch und reden Sie dann mit Ihrem Frauenarzt.

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zur bioidentischen Hormontherapie haben, dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

32 Kommentare »

  • Sonny sagt:

    Sehr geehrte Frau Dr. Seebach,
    Himmelfahrt 2014 wurde bei mir rechts ein Her2- positiver,Hormonrezeptor negativer, aggressiver Tumor diagnostiziert,welcher auf eine neoadjuvante Chemotherapie mit Epirubicin/ Cyclophosphamid und Taxanen sehr gut ansprach und auch komplett in Remission ging. Trotzdem ließ ich mir beide Brüste entfernen und bekam einen Brustaufbau mit Implantaten.Ich erhielt außerdem ein Jahr lang Herceptin.
    Da ich noch einen Kinderwunsch hatte und vor Chemobeginn noch schnell Eizellen entnommen,befruchtet und eingefroren werden konnten,habe ich im letzten Jahr, leider erfolglos drei Kryoversuche hinter mich gebracht.Ich habe bis auf einmal immer einen natürlichen Zyklus nutzen können,denn vor der Gabe von Östrogenen wurde ich, trotz negativem Hormonrezeptor, gewarnt.
    Nachdem ich nun aber vor ein paar Tagen 43 geworden bin und meine Krankenkasse mich nicbt länger finanziell unterstützt,muss ich den Kinderwunsch wohl leider aufgeben.
    Da ich aber immer wieder von Hitzewallungen und Schlafstörungen,sowie Gelenkbeschwerden und Migräne geplagt bin und außerdem mein Zyklus recht unregelmäßig ist,habe ich meine Hormonwerte vor einer Woche per Speicheltest überprüfen lassen.Wie erwartet habe ich einen Östrogenmangel. Alle anderen Werte sind ok. Die Progesteron/ Östrogenbalance ist ausgeglichen. Wie kann ich diesen Mangel ausgleichen,ohne mein Krebsrisiko wieder zu erhöhen? Muss ich mich mit Hitzewallungen,Schlaflosigkeit und Schmerzen abfinden oder kann ich guten Gewissens etwas tun,was mir hilft?
    Vielen Dank im Voraus!
    MfG
    Sonny

  • Edith sagt:

    Guten Tag Frau Dr. Schwesig-Seebach,
    Ihr Bericht, sowie die Kommentare hier sind sehr interessant.
    Ich lese nun schon längere Zeit über die Yamswurzel, Studien über die Wirksamkeit habe ich nicht gefunden.
    Auch keine Beiträge dazu, ob die Yamswurzel krebserreend sein könnte. Bzw. die Berichte waren zum teil so zweideutig und widersprüchlich, dass ich am Ende nicht wußte , wie diese nun zu werten sind.
    Ich bin seit 4Jahren im Klimakterium und leide vorallem unter massiven Schlafstörungen und zeitweise unangenehmen Hitzewallungen, die sich aber in Grenzen halten.
    Auf Anraten einer Freundin versuche ich nun auch die Yamswurzel als Kapsel als homöopathisches Mittel in D2 und habe den Anschein es hilft gegen die Schlafstörungen.
    Meine Frage
    welche Dosis ist wirklich sinnvoll als Kapsel
    ist im Vorfeld ein Hormonstatus notwendig
    und gibt es Hinweise über negative Auswirkungen bzgl. canzerogener Wirkung bzw. ist genau das Gegenteil, also ein schützender Effekt der Fall.
    Ich würde mich sehr freuen von Ihnen zu hören.
    Herzlichen Dank und viel Erfolg weiterhin.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Edith,
      Mit der Yamswurzel können Sie wenig verkehrt machen, es sind weder kanzerogene noch schützende Effekte bekannt. Die in Yamswurzel enthaltenen Stoffe verändern die weiblichen Hormone nicht, man nimmt an, dass eventuell die Nebennierenfunktion etwas angeregt wird. Es sind also auch keine Hormonbestimmungen erforderlich. Wenn Ihr Schlaf damit besser wird, können Sie ruhig damit weitermachen. Andernfalls lesen Sie mal unseren Schlafartikel und die Artikel über Wechseljahre. Alles Gute!

  • Karla sagt:

    1992 wurde mir mit 32 der 1. Eierstock entfernt, 2001 nach der Geburt des 3. Kindes auch der zweite. Habe dann noch 2 Jahre gestillt und gar nichts eingenommen. Nach dem Stillen habe ich mit mit Öströgen als Gel begonnen, ebenso Progesteron. Mit Öströgen habe ich ca. 2015 ganz aufgehört. Danach sind auch Zysten verschwunden, die ich an den Eierstock-Resten bekommen hatte.
    Mit Progesteron geht es mir sehr gut. Nehme es vaginal, um möglichst keine Nebenwirkungen zu haben. Aber jetzt, mit 57, will mir das meine Gyn. nicht mehr verschreiben. Es würde die Krebsgefahr erhöhen. Mein Brustkrebsrisiko ist durch insgesamt 7,5 Jahre Stillen und 0 familiäre Belastung sehr gering.
    Meine Eltern sind allerdings beide an Krebs gestorben (Vater an Pankreas-Krebs). Sollte ich vielleicht mal einen Gentest machen, ob bei mir eine erhöhte Gefahr vorliegt?
    Real habe ich Osteopenie und lege viel Wert darauf, körperlich fit zu bleiben und bewege mich viel in der Natur. Ich meine, für all das ist Progesteron für mich hilfreich, weil es mir Antrieb gibt, im Übrigen auch eine positive Grundstimmung.
    Sollte ich vielleicht von der Kapsel 100 mg auf eine Progesteron-Creme übergehen, die ich niedriger dosieren kann?
    Ich habe Angst, jetzt einfach aufzuhören, weil ich auch im Beruf viel Kraft brauche und mir endlich auch etwas aufgebaut habe.
    Für eine umfassende Beratung würde ich auch eine längere Anfahrt in Kauf nehmen.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Karla,
      Ihre Idee, Progesteron etwas zu reduzieren, ist prima, und Angst vor Progesteron brauchen Sie nicht zu haben! Progesteron erhöht keine Krebsgefahr, im Gegenteil! Ein Gentest bringt Sie nicht weiter. Wenn Sie eine Osteopenie haben, könnte eventuell auch etwas Estrogen als Creme zusätzlich gut sein. Denn Östrogen bremst den Knochenabbau und Progesteron fördert den Aufbau. Erkundigen Sie sich bei den angegebenen Apotheken, sowohl in diesem Artikel als auch in dem über Progesteron oder den über Aromatherapie, welche Ärzte in Ihrer Gegend mit bioidentischen Hormonen arbeiten. Alles Gute!

  • Cora sagt:

    Guten Tag Frau Dr. Schwesig-Seebach,
    wie schön, Ihren informativen Beitrag gefunden zu haben!
    Ich bin etwas ratlos über folgende Begebenheit: Ich war bei einem privaten Orthopäden (wegen einschlafender Arme). Dieser hatte sich aber wohl auf Hormone spezialisiert und empfahl mir dirngend eine Blutuntersuchung auf Östradiol (Normal-/Zielwert nach einem gewissen „Dr. Rimkus“ zw. 120-180pg/ml) lag bei mir bei 358,4 pg/ml.
    Progesteron (Normal-/Zielwert nach einem gewissen „Dr. Rimkus“ zw. 10-30ng/ml) lag bei mir bei 0,58 ng/ml.
    Es scheint tatsächlich eine „Hormon-Schieflage“ zu existieren.
    Nun verlangt dieser Arzt für das Ausstellen eines entsprechenden Rezepts sage und schreibe € 120,–, denn schließlich würden seine Fortbildungen viel Geld kosten(!).
    Ich habe bei diesem Arzt für 2 Arztbesuche und verschiedenen Blutuntersuchungen fast € 800,– bezahlt, immer noch einschlafende Arme in der Nacht (die er nicht weiter in seine Untersuchungen einbezog) und nun zusätzlich eine Schieflage im Hormonsystem – und damit diese behandelt wird, soll ich nochmals in die Tasche greifen. Das Medikament ist damit ja auch noch nicht bezahlt. Ich finde das ehrlich gestanden unverschämt und würde gerne von Ihnen erfahren, ob ich ein entsprechendes Präparat auch so in der Apotheke erhalten kann.
    Mit einer Antwort würden Sie mir sehr helfen!!!
    Vielen Dank im Voraus, mit lieben Grüßen
    Cora S.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Cora,
      von den Rimkus-Pillen, verschrieben durch einen Orthopäden, kann ich nur dringend abraten. Sprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt über diese fragliche Hormonschieflage, die ich nicht beurteilen kann, da ich Ihr Alter und Ihre Vorgeschichte nicht kenne. Haben oder hatten Sie einen hormonabhängigen Krebs? Es gibt, falls Sie wirklich einen bestimmten Hormonmangel haben, auch bestimmte bioidentische Hormone auf Rezept. Wegen der einschlafenden Arme gehen Sie mal zu einem Osteopathen. Vielleicht haben Sie auch einen Vitamin-B12– oder Vitamin-D-Mangel? Alles Gute!

      • Cora sagt:

        Liebe Frau Prof. Dr. Gerhard,
        ganz vielen lieben Dank für Ihre Antwort (und das auch noch sooo schnell)!!!!
        Ich bin 54 Jahre alt, Klimaterium verlief bisher wirklich moderat (im Vergleich zu anderen). Vit. D ist im Keller, B12 ist auch nicht im grünen Bereich. Da haben Sie in Schwarze getroffen!
        Ich habe eine HPU (Stoffwechselerkrankung), die zu einem Leaky Gut Syndrom mit entsprechenden Intoleranzen geführt haben, außerdem melden sich zunehmend alle Gelenke, der Rücken hat eine lange Liste von Defiziten. Ich nehme spezielle, hochdosierte Vitamine seit kurzer Zeit ein, da ich merke, dass mein Körper die Erkrankung immer schlechter kompensieren kann.
        Krebs hatte ich als junge Frau in Form einer Vorstufe zum malignem Melanom. Meine Ur-Großmutter, meine Großmutter und meine Schwester litten an verschiedenen Krebserkrankungen.
        Ich habe mir gerade einen Frauenarzt gesucht, der eine Fortbildung mit naturidentischen Hormonen absolviert hat.
        Würden Sie mir vielleicht verraten, welche bioidentischen Hormone es auf Rezept gibt? Ich würde diese Info gern bei dem bevorstehenden Frauenarztbesuch anmerken.
        Nochmals vielen lieben herzlichen Dank für Ihre Hilfestellung!!!
        Liebe Grüße
        Cora

        • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

          Liebe Cora,
          das weiß der Gynäkologe schon. Es gibt Estradiol als Gel, Spray und Progesteron als Kapseln, sämtlich von der Phrmaindustrie. Sind oft nicht so gut individuell dosierbar wie die bioidentischen Hormone über die Haut. Aber viel wichtiger erscheint mir Ihre Darmbehandlung. Alles Gute!

  • Elke sagt:

    Besten Dank für den interessanten Bericht.

    Leider gibt es nicht allzuviele Informationen zu der Behandlung von Brustkrebs mit Progesteron. Als Betroffene mit einem sehr hohen Anteil von Progesteronrezeptoren (Score 12) bin ich verunsichert ob eine Progesterongabe in meinem Fall nicht kontraproduktiv wäre. Meine Onkologin ist nämlich der Meinung dass Progesteron sehr wohl eine Rolle bei der Krebsentstehung spielt.

    Eine krebsschützende Funktion bei der Gabe von Progesteron vor Ausbruch der Krankheit scheint einigermaßen gesichert. Wie sieht es nach dem Ausbruch der Krankheit aus? Verändern sich da die Eigenschaften des Progesterons?

    Besten Dank für eine klärende Antwort und

    freundliche Grüße

    E. Fleps

    • Dr. Schwesig-Seebach sagt:

      Liebe Elke,
      Die histologische Messung der Östrogen- und Progesteronrezeptoren wurde einst als sog. prädiktiver Marker für die Krankheitsprognose erstellt.
      Somit heißt ein positiver Progesteronrezeptor nicht, dass Progesteron ein Tumor triggernder Faktor ist.
      Grundsätzlich gilt Progesteron als Apoptoseförderer, sendet also Zellen in ihren gewünschten Zelltod, was bei Tumorzellen ein durchaus gewünschter Effekt ist. Somit wird Progesteron bei Mamma-CA gegeben.
      Es gibt 2 bisher bekannte Ausnahmen:
      1.) BRCA1 und 2 -Mutation: Da bildet der Progesteron- mit dem Östrogenrezeptor eine Zwitterstruktur. Somit würde Progesteron auch den Östrogenrezeptor speisen, was zu vermeiden ist!
      2.) Die Bildung von vermehrten kanzerogenen Progesteronmetaboliten, wie sie analog zum Östrogen im Urin gemessen werden können. Diese Frauen verfügen dann über eine sehr aktive Aromatase. Auch dann ist Progesteron kritisch zu betrachten.
      Auch heute ist das Wissen über die Hormone noch nicht 100%ig. Grundsätzlich gilt bei natur-identischer Hormontherapie eine besonders intensive Labor- und Radiologiekontrolle, wobei ich gerne auch den „ultra-early“ Krebstest EDIM TKTl-1 zum Screening verwende.

      Mit besten Grüßen,

      • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

        zur Ergänzung: Der Urintest für die Progesteronmetaboliten wird von dem Labor Ganzimmun in Mainz angeboten, ebenso der Estronex, der Urintest, der die Östrogenmetaboliten misst, von denen es ebenfalls gute und schlechte gibt.

      • Elke sagt:

        Besten Dank für Ihre schnelle Rückmeldung Fr. Dr. Scheswig-Seebach. Dass bei BRC-1 und 2-Mutationen Progesteron nicht angebracht ist, war mir schon bekannt. Punkt 2 werde ich versuchen schnellstmöglich zu überprüfen. Auf der HP von Ganzimmun ist der Test nicht aufgeführt, aber ich werde nachforschen. Auch für den Tipp bezüglich dem EDM TKTI-1 bin ich sehr dankbar. Zurzeit mache ich nach überstandener Behandlung den Test der zirkulierender Tumorzellen, auch weil ich ihn vor der Behandlung gemacht habe. Aber preislich liegen Welten dazwischen. Und der EDM TKI-1 Test scheint ja auch speziell für Brustkrebs (u.A.) konzipiert zu sein.

        Besten Dank und freundlichen Gruß

        E. Fleps

  • Cathi sagt:

    Hallo Frau Dr. Seebach,

    ich habe über eine Hormonberaterin von der Hormonselbsthilfe einen Speicheltest wegen meinen Stimmungsschwankungen,Haarausfall, Kopfschmerzen/Migräne, Trockener Haut, Libidoverlust und pms machen lassen.(Nachdem ich vorher alle 3 Schilddrüsenwerte habe checken lassen, welche eine Schilddrüsenunterfunktion ergaben.

    Meine Werte:
    TSH 1,35
    Ft3 1,96
    Ft4 0,96

    Estradiol 2,8 pg/mg
    Progesteron 93,6 pg/mg

    Daraufhin bekam ich folgende Therapieempfehlung:

    Progesteroncreme 1% zyklisch 1 hub morgens und abends
    Estradiol Creme D4 morgens u abends 1 hub morgens und abends ab 2. Zyklushälfte 1 hub morgens u zwei abends

    Zusätzlich nehme ich täglich 25mikrog L-Thyrox u 5mikrog Thybon, dies hat mir mein Arzt verordnet.

    Meine Frage ist nun, ob sie die Dosierung u Empfehlung zu den bioidentischen Hormonen teilen. Leider gibt es keine kompetenten Ansprechpartner bzw. bin ich noch niemand begegnet.

    Über ihre Rückmeldung wäre ich sehr dankbar- da ich eine falsche Dosierung insbesondere vom Estradiol vermeiden möchte.

    Danke!

  • Daniela sagt:

    Hallo Frau Dr. Seebach,

    ich habe das Buch von „Natürliche Hormontherapie“ von Anne Hild und viele Dinge im Internet gelesen. Ich habe den Lektüren entnommen, dass es ein sehr großer Unterschied für den Körper ist, ob es natürliche oder naturidentische Hormone sind. Da mir allmählich der Kopf aufgrund dieser Unsicherheit schwirrt und nicht weiterkomme, wende ich mich mit dieser Frage an Sie.

    Da ich zu früh in die Wechseljahre gekommen bin, rät mir meine Frauenärztin zu einer natürlichen Hormontherapie. Konkret hat sie mir nun Gynokadin Dosiergel und Famenita Kapseln verschrieben.

    Mein Apotheker stellt sogar eine eigene Progesteron D4 Salbe her, konnte mir aber nicht erklären, ob diese zwei Dinge nun naturidentisch oder nicht sind.

    Besten Dank,
    Daniela

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Daniela,
      natürlich oder naturidentisch meint in diesem Fall dasselbe. Das gilt für Gynokadin und Famenita. Die Salbe vom Apotheker ist wahrscheinlich auch naturidentisch, aber in homöopathischer Verdünnung. Ihre Frauenärztin hat Ihnen wohl das richtige empfohlen. Alles Gute!

  • Renate sagt:

    Liebe Frau Dr. Seebach,
    ich bin 54 Jahre alt und vor kurzem an Brustkrebs erkrankt. Der Tumor wurde vollständig entfernt (etwas größer als 1cm + Krebsvorstufe im Milchgang). Die Lymphknoten waren nicht befallen.(IHC: ER+ (95%), PR+ (65%), Her2neu negativ, Ki67-Antigen5%)
    Nun soll ich mich einer Antihormontherapie mit Tamoxifen unterziehen, bin aber aufgrund der nicht unerheblichen Nebenwirkungen stark verunsichert und suche nach Alternativen. Mit Interesse habe ich Ihren Artikel über bioidentische Progesterontherapie gelesen. Käme diese Therapie für mich überhaupt in Frage und wo finde ich einen Arzt in meiner Nähe der sich auf diesem Gebiet spezialisiert hat? Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen und verbleibe mit freundlichen Grüßen

  • Claudia sagt:

    Liebe Frau Dr. Seebach,

    ich suche dringend einen Arzt bei mir in der näheren Umgebung,
    der mit der naturidentischen Hormontherapie vertraut ist. Ich hatte schon die von Ihnen angegebenen Apotheken angerufen, die mir aber leider nicht weiterhelfen konnten. Gibt es evtl. eine Liste? Ich wohne in der Nähe von Düsseldorf.

    Mit freundlichen Grüßen
    Claudia

  • Rita Maffini sagt:

    Hallo!
    Bin 66 Jahre alt.
    OP 013 MammaK.links Duktal-invasiv ER:12 PR:6 HER2neu:neg
    OPs2015 Mamma DCIS rechts ER:12 PR:6 Her2neu:neg.
    Nehme Tamoxifen 20 mg.
    In Ihrem Artikel ist Tamoxifen in Synergie mit ferment.Soja hilfreich.
    Option auch für mich? Wenn ja, in welcher Dosis?
    Besten Dank für Ihre Hilfe. Rita Maffini

  • N. sagt:

    Liebe Frau Dr. Seebach,

    Ich bin 49 Jahre alt und in den Wechseljahren mit den dafür typischen Beschwerden. Dagegen nehme ich KLIMAKTOPLANT, was mir sehr hilft. Zusätzlich habe ich Endometriose und wurde bereits 2 mal operiert. Nun wurden mir synthetische Progesteronkapseln (FAMENITA 200 mg) empfohlen, damit die Endometriose-Herde zum Erliegen kommen.
    Habe mir jetzt lieber die Progesteron-Creme 3% gekauft und versuche es erstmal damit. Meine Frage ist: Kann ich zu der Progesteron-Creme weiterhin die KLIMAKTOPLANT-Tabletten einnehmen ? Oder gibt es eine Wechselwirkung. Vielen Dank für Ihre Antwort.
    MfG N.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Frau N.,
      3%-ige Progesteroncreme ist bei Endometriose zu niedrig dosiert. Darüber wird Ihr Frauenarzt nicht glücklich sein! Famenita ist zwar synthetisch aber das Progesteron ist auch bioidentisch. Klimaktoplant können Sie ruhig nehmen, da gibt es keine Wechselwirkungen. Gute Besserung!

  • Ursula E. sagt:

    „Der bei einer erhöhten Produktion des „Stresshormons“ Cortisol entstehende Progesteronmangel kann einen Substitutionserfolg mit Progesteron vereiteln. Dann muss zunächst die Nebennierenfunktion pflanzlich gestärkt oder durch die direkte Gabe eines naturidentischen Cortisols substituiert werden. Dies ist bei erschöpften und Tumorpatienten sehr häufig der Fall und sollte unbedingt beachtet werden.“

    Warum soll bei einer stressbedingten Cortisolerhöhung eine Substitution erfolgen? Das ist hier sehr unklar oder eventuell missverständlich dargestellt. Ich würde auch gerne wissen was man zur Stärkung der Nebennierenfunktion pflanzlich anwenden kann und welches Präparat sie empfehlen um einen Cortisolmangel bioidentisch auszugleichen.

    Vielen Dank für Ihre Rückmeldung,
    Ursula E.

  • Ulrike sagt:

    Ich kam mit 48 Jahren in die Wechseljahre, bin jetzt 54 Jahre alt. Meine Ärztin machte einen Hormonstatus, ich substituierte mit verschiedenen Hormoncremes (natürlich) wie Pregnenolon, DHEA, Progesteron, Estriol. Erst alle viertel, dann alle halbe Jahr wurde der Hormonstatus überprüft, auch die Schilddrüsenwerte. Im Oktober letzten Jahres wurde dann bei mir ein Spinaliom, ein heller Hautkrebs, festgestellt. Es sieht jetzt, ein halbes Jahr nach der Therapie, nach einem Rezidiv aus. Mein Gefühl ist, daß der Krebs durch die Hormontherapie begünstigt wurde. Ich habe jetzt alle Hormoncremes abgesetzt. Vielleicht muß ich noch sagen, daß ich jahrelang „Utrogest“ genommen habe, weil mir die Cremes von Rezeptura zu teuer waren (die Kasse ersetzt sie nicht). Meine Frage: Ist es richtig, alle Hormongaben abzusetzen? Ich habe es nicht kontrollieren lassen, fühle mich so aber viel besser. Ich hatte Herzrhythmusstörungen, richtig schlimm, die jetzt verschwunden sind. Auch seelisch geht es mir besser. Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.

    • Dr. Elke Seebach sagt:

      Liebe Ulrike,

      ob das Spinaliom bzw. dessen Rezidiv durch die Hormongabe getriggert wurde, ist nicht klar. Eines steht fest: Sie fühlen sich ohne Hormontherapie besser. Das liegt meist allerdings nicht an der Substitution selbst, sondern daran, dass Ihre individuelle Balance in der Substitution nicht gefunden wurde.

      Sie haben ja auch ein Spinaliom bereits entfernen lassen. Das bedeutet, dass in der Histologie/Pathologie, von welcher Sie den Befund bekommen haben, Ihre Proben 10 Jahre lang aufbewahrt werden müssen. An diesen Proben können Sie die Östrogen- und Progesteronrezeptoren nachbestimmen lassen. Dafür genügt ein formloser Brief mit der Anforderung. Es kostet ca. 170 Euro. So könnten Sie die Geschichte klären…

      Ihre Dr. Elke Schwesig-Seebach

  • Martina Baumann sagt:

    Ein sehr interessanter Artikel.
    Nun habe ich dazu ein Anliegen und hoffe sehr auf eine Antwort.
    Bereits mit 43 Jahren kam ich in die Wechseljahre. Auf mein Drängen wurde ein Hormonstatus gemacht und man stellte fest, daß mir Progesteron fehlte. Daraufhin habe ich mit Progestogel über die Haut ergänzt.
    Mit 49 Jahren erhielt ich die Diagnose Ovarialkarzinom. Die Eierstöcke wurden entfernt. 2014 dann die Totaloperation. Jetzt wieder Rezidiv. Alle Befunde sagen, daß die Zellen zu 80 % stark östrogenpositiv sind. Kann ich da mit Hormonergänzung/-ausgleich ein weiteres Rezidiv vorbeugen? Wenn ja – würde ich mich über einen Kontakt sehr sehr freuen. Freundliche Grüße

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