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Jeder kann ohne Medizin gesund werden, durch richtiges Essen

Von | 13. März 2016 – 01:40 2 Kommentare 4.527 AufrufeDrucken

Liebevoll mit sich und seinem Körper umgehen bedeutet auch, sich über qualitativ hochwertige Nahrungsmittel zu informieren und dann das zu wählen, was einem wirklich gut tut.

Auswahl © ingridge

Auswahl © ingridge

Es hat seine Zeit gebraucht, bis ich zu der Erkenntnis kam, dass ich selber für meine Heilung verantwortlich bin. Und es hat einiges an Symptomen gebraucht, bis ich herausfand, was meinem Körper und meiner Psyche fehlte.

Die richtigen Nahrungsmittel zu finden, das ist eine individuelle Reise. Zentral ist dabei das Wissen darüber, was man seinem Körper wie einverleibt. Dabei rückt die Frage nach bio oder nicht, nach vegan oder nicht, zunächst in den Hintergrund.

Zunächst zählt es, sich selbst zu kennen, und die Nahrungsmittel dementsprechend auszuwählen.

Das fängt beim Frühstück an

Haferbrei © Wallner

Haferbrei © Wallner

Da ich ein grundsätzlich nervöser Mensch bin, ist selbstgemachter Haferbrei mit frischem Apfel und Zimt zum Frühstück wohltuender als ein mit künstlichen Zusatzstoffen versetztes Industriebrötchen aus Weizen mit Butter und Käse.

Dass ich ein Käsebrötchen nicht so gut vertrage, liegt unter anderem an den künstlichen Zusatzstoffen in Brötchen und Käse, die Einfluss auf den Gehirnstoffwechsel haben, am Kasein, das weder Gehirn noch Nerven (noch menschliche Knochen) stärkt, und am Weizen, der entzündungsfördernd wirken kann.

Die B-Vitamine im Hafer dagegen sind gut für Nerven und Schleimhaut. Die natürlichen Vitamine aus dem Apfel stärken das Immunsystem. Der Zimt reguliert den Blutdruck. Und etwas Warmes umsorgt auch das Gemüt.

Meine Haltung entscheidet, ob ein Nahrungsmittel richtig für mich ist

Zur physiologischen Wirkung zählt meine Haltung. Diese entscheidet darüber, ob ein Nahrungsmittel das Falsche oder das Richtige ist: Esse ich, weil ich schnell den Magen voll bekommen möchte? Dann ist ein Käsebrötchen schnell zur Hand. Oder esse ich entspannt und genussvoll, weil ich weiß, ich stärke damit meinen Körper?

Die Haltung zu mir selbst und die Einstellung zu meiner Nahrung hat eine sich gegenseitig speisende Wirkung.

Pizzawald © Wallner

Pizzawald © Wallner

Wer deprimiert ist, scheint an einem Teller Pasta oder an einer Tafel Schokolade nicht vorbeizukommen. Doch gerade in solchen Situationen habe ich auf meiner Reise durch die nervösen Symptome gelernt, „Stopp!“ zu sagen und die Bremse zu ziehen; denn leere Kalorien ziehen in einem depressiven Moment noch mehr runter. Bereite ich mir stattdessen in Ruhe etwas Gutes zu, kann ich mich aus eigener Kraft nachhaltig stärken.

Um in diesem Moment die richtige Entscheidung zu treffen, muss ich mir natürlich über meine Handgriffe bewusst sein und darf nicht automatisch den Kühlschrank oder die Vorratsschublade öffnen (genauso wie ich sie auch nicht automatisch befüllen sollte); und ich muss meinen Körper kennen, gerade als Frau.

Wie liebevoll wir zu uns und unserem Körper stehen – das hat nachhaltigen Einfluss auf unsere Kindeskinder. Mit der Ernährung werden Verhaltensmuster erlernt, die Körper und Denken zutiefst prägen. Deshalb ist es gut, so früh wie möglich auf den eigenen Körper zu hören, anstatt sich anzupassen.

Der Leistungsdruck beginnt in der Schule

Gerade Frauen haben in einer Leistungsgesellschaft kaum die Chance, um ihren Körper richtig kennen oder gar lieben zu lernen. Das fängt in den meisten Fällen schon im Sportunterricht in der Schule an. Ohne als Schüler beigebracht zu bekommen, wie ein Körper funktioniert, muss man Turnübungen und Ballsportarten beherrschen. Die Schüler werden für die Funktionsweise ihres Körpers benotet, dessen man sich gar nicht richtig bewusst ist. Der Körper soll auch bei den verschiedensten Schwimmarten einfach funktionieren. Tut er das nicht, sind schlechte Noten die Folge – oder es wird auf die Besten im Fach verwiesen: „Wenn die es können, musst Du es auch!“

Da ist auch die Menstruation kein Grund, um dem Schwimmunterricht fernzubleiben. Zu dieser Aussage hat sich meine damalige Sportlehrerin mit dem Hinweis auf die Existenz von Tampons verstiegen. Dass jedoch nicht alle Körper junger Pubertierender einen Tampon aufnehmen können oder wollen, wird nicht einmal im Schwimmunterricht unserer Leistungsgesellschaft gesehen; wobei doch gerade dort der so individuelle Körper im Vordergrund stehen sollte.

Dabei ist die Aussage meiner damaligen Sportlehrerin Symptom einer Zeit, in der Frauen funktionieren müssen. Sie wollte uns damit zwar auch von der Sichtweise wegbringen, die weibliche Blutung als Krankheit zu betrachten – das ist natürlich lobenswert. Aber es macht die Tatsache nicht wett, dass damit ein gewisser Gruppenzwang einhergeht. Welche Pubertierende traut sich schon zu sagen: „Ähm, ein Tampon ist mir zu groß.“ Wenn sie das in diesem Alter überhaupt schon herausgefunden hat.

Gerade weil die Frau funktionieren soll, braucht sie ein starkes Immunsystem und starke Nerven. Jedoch nicht, damit sie Tampons tragen kann, sondern um die Stärke zu entwickeln, zu sich und ihrem individuellen Körper zu stehen.

Bei PMS läuft etwas falsch

Gerade für die Frau ist es wichtig, ihren Körper zu kennen, vor allem, wenn es um „ihre Tage“ geht.

Fisch © ingridge

Fisch © ingridge

Das prämenstruelle Syndrom, starke Krämpfe, Kopfschmerzen oder nervliche Schwäche während der Monatsblutung zeigen an, wenn etwas falsch läuft. Dabei kann die richtige Nahrung viel bewirken. Dafür müssen wir jedoch erst einmal erkennen, in welche Art von  Nahrungsmittelkreislauf wir eingebunden sind:

Muttermilch gesund oder doch nicht?

Durch die Muttermilch spiegelt sich dieser komplette Kreislauf. Die Diskussion um die Frage, ob Muttermilch gesund ist oder nicht, zeigt, wie drängend die Notwendigkeit zur Veränderung ist. Nicht immer kürzer werdende Stillzeiten oder industriell hergestellte Milchersatzprodukte sind dabei die Lösung, sondern ein Umdenken in der Wahl der Lebensmittel. Dabei gilt: je ursprünglicher und natürlicher, desto gesünder die Muttermilch. Die Frau steht mit ihrer Rolle als Mutter am Ursprung des gesamten Kreislaufes, an dem sie die richtigen Nahrungsmittel für sich, ihre Kinder und ihre Familie wählen kann.

In weibliche Rolle hineinwachsen

Doch wie sieht die Rolle der Frau aus? Oder was bedeutet Weiblichkeit? Das sind Fragen, die wir bedenken müssen. In der Antike gab es Einweihungsrituale und symbolische Feste, die dafür sorgten, dass sich die Heranwachsende ihrer Rolle bewusst wurde. Die Einweihung bezog sich auf die Ernährung der ganzen Familie, auf den Umgang mit dem eigenen Körper und auf das Eheleben. Heute mutet das mystisch für uns an, weil diese Rituale irgendwann verloren gingen.

Diese Ursprünge der Weiblichkeit beziehen die natürliche Funktion des Körpers ganz selbstverständlich mit ein. Ein Rest dieser Rituale bestand oder besteht mit der alten Vorstellung, die Frau gehöre hinter den Herd. Doch die Rolle der Frau bedeutet viel mehr, nämlich die Grundlage des Lebens und die Verbindung zur Natur.

  • Das moderne Bild der Frau erlaubt Konservendosen und Schnelllebigkeit.
  • Ein weiblicheres Bild der Frau als Samenhüterin hingegen erlaubt nachhaltiges Denken und Handeln.

Wissen und Gefühle mit der Erde verbinden

Kraut © Wallner

Kraut © Wallner

Deshalb möchte ich vorschlagen, die biblische Aussage, wir sollten uns die Erde untertan machen und über sie und die Tiere herrschen, liebevoller umzusetzen. Die Herrschaft können wir als mentale Souveränität deuten, in die wir unsere Gefühle integrieren. Die Gefühle verbinden uns nämlich mit der Erde.

Genau das ist in Initiativen, die regionale Kleinbauern unterstützen, oder in Strömungen, wie dem Urban Gardening, zu beobachten. Immer mehr Menschen erkennen, dass etwas falsch läuft, und entwickeln einen Bezug zur Erde. Sie bauen ihre Kräuter und einen Teil ihres Gemüses wieder selbst an, sogar auf den kleinsten Flächen in den Städten. Auf Balkons und Terrassen werden Tomaten und Zucchinis gezogen. Und in kaum einer Küche fehlen die Blumentörpfe mit Kräutern.

Natürliche BIO-logie für qualitativ hochwertige Nahrungsmittel

Schnecke © Wallner

Schnecke © Wallner

Wenn wir unseren Kindern von klein auf ganz selbstverständlich zeigen, wie Gemüse wächst und wie es am besten gedeiht, gehören Schnecken, Bienen und andere Insekten zum Leben dazu und sind kein Grund, um Ekel oder gar Angst zu entwickeln. Wenn unsere Kinder von Anfang an sehen, dass die natürliche Biologie zwischen Erde, Tieren und Pflanzen qualitative Nahrungsmittel hervorbringt, ist bio kein Label mehr, sondern eine Haltung dem Leben und der Gesundheit gegenüber – eben das logisch Richtige: Ein Kreislauf, in den sich der Mensch liebevoll und nachhaltig einbringt. Ein Kreislauf, in dem der Mensch eine Souveränität entwickelt, die dafür sorgt, dass auch unsere Kindeskinder eine Chance auf gesundes Leben auf und mit der Erde haben.

Auf diese Weise kann die Erkenntnis, dass ich gar nicht krank bin, sondern oft einfach nur das Falsche gegessen habe, nachhaltig positiven Einfluss auf das Leben nehmen.

Über die Autorin

PortraitSabrina Wallner ist Autorin und Lektorin. Sie schreibt über Wahrnehmung, kreatives Denken, Medien, Ernährung, Hypersensibilität und Synästhesie. 1983 geboren, ist sie ein Kind des analogen Zeitalters. Umso mehr liebt sie digitale Oberflächen – jedoch mit äußerst kritischem Blick. An die digitale Welt wurde sie durch eine Tätigkeit in einer Werbeagentur herangeführt. Die Leidenschaft zum geschriebenen Wort entwickelte sie mit ihrem Studium der romanischen Philologie an der Universität Konstanz. Seit 2012 arbeitet sie als freie Lektorin.

Kontakt

kontakt@sabrina-wallner.de

www.sabrina-wallner.de

Buchempfehlung

Du bist nicht krank, du isst das Falsche! Die großen Ernährungslügen.

Wallner du bist nicht krankSchon als Kind hatte ich nach dem Essen immer ein Zwicken im Bauch. Mit den Jahren kamen weitere Symptome hinzu. Weil mir kein Arzt helfen konnte, musste ich mir selbst helfen. Ich erkannte nach Recherchen, dass meine Symptome irgendwie mit Histamin zusammenhängen. So stellte ich meine Ernährung um, und die Symptome schwanden nach und nach – jedoch nicht alle.

Erst nachdem ich keine Milchprodukte und schließlich auch kein Fleisch mehr aß, war ich wieder komplett symptomfrei. Noch dazu stellte sich eine Klarheit im Kopf ein und eine Energie, die völlig neu für mich waren. Ich erkannte dadurch, dass im Körper Kräfte schlummern, die durch die richtigen Nahrungsmittel erschlossen werden können. Das gelingt jedoch nur, wenn man die Lügen der Nahrungsmittelindustrie erkennt.

Basierend auf diesem Umdenken plädiere ich mit meinem Buch für ein selbstbewusstes Auswählen wirklich gesunder Nahrungsmittel. Tipps und Rezepte für eine ursprüngliche und pflanzliche Ernährung gibt es in meinem Blog.

Auf meinem Weg habe ich eines gelernt und möchte das an meine Leser weitergeben: Man darf sich nicht irritieren lassen, weder von der Meinung, Histaminempfindlichkeit existiere nicht, noch davon, man mache sich durch pflanzliche Ernährung das Leben schwer. Wenn Du Dich für eine neue Ernährungsform interessierst, lasse Dich nicht von Deinem Weg abbringen! Reflektiere verschiedene Meinungen, gehe verantwortungsbewusst mit Deinem Körper um – und Du wirst Dir eine neue Sensibilität erschließen, die das Leben so genussvoll macht.

Haben auch Sie Ihre richtige Ernährung gefunden? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

2 Kommentare »

  • Agathe sagt:

    Hallo, auch ich habe mich auf Grund vieler Beschwerden, ohne wirkliche Hilfe von Ärzten, durch Bücher und das Internet gelesen. Das Ergebnis war eine erhebliche Ernähungsumstellung. Leider erfahre ich in meinem privaten Umfeld wenig Akzeptanz aber dafür Hohn und Spott. Ich verzichte nahezu auf jegliches Getreide und Zucker, wenig Milchprodukte aber keine Milch. Als Ergebnis kann ich nur bestätigen, dass man sich nicht verunsichern lassen darf, der Erfolg (dauert etwas) rechtfertigt jedoch die Anstrengungen.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Agathe,
      Sie haben Recht, dass es uns oft von unserer Umwelt sehr schwer gemacht wird, einen besonderen und eigenen Weg zu gehen. Sie können wirklich stolz auf sich sein, dass Sie es geschafft haben, trotzdem auf Ihren Bauch und Ihr Herz zu hören und das zu tun, in diesem Fall zu essen, was für Ihr Wohlbefinden richtig ist. Vielen Dank, dass Sie mit Ihren ermutigenden Worten unseren Leserinnen eine Hilfe und Ansporn sind. Weiter alles Gute für Sie!!!

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