Bei Hashimoto liegt häufig eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel vor. Ganzheitliche Ursachensuche erforderlich.
Die Hashimoto-Thyreoiditis könnte man fast eine typische Frauenkrankheit nennen, denn zehnmal mehr Frauen als Männer leiden daran. Diese Schilddrüsenstörung kann anfangs ganz untypische Symptome zeigen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen. Es können Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion als auch der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Viele Frauen kennen sich selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.
Vor zwei Monaten hat Ihnen Christina Sachse ausführlich über diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse berichtet, die sie den Clown unter den Schilddrüsenkrankheiten nannte. Da bei kaum einer Erkrankung das hormonelle Gleichgewicht und gleichzeitig das Immunsystem so durcheinander sind wie bei Hashimoto, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen.
Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung
Ein Kollege von mir, Prof. Dr. Schulte-Übbing, dessen Arbeit ich Ihnen schon in früheren Artikeln vorgestellt habe, weist Erfahrungen sowohl mit der Hormontherapie als auch mit verschiedenen alternativen Methoden auf. Mit Ihm führte ich ein Interview zu seinem Vorgehen bei Hashimoto-Thyroiditis.
Was Hashimoto bedeutet
Prof. G: Können Sie für unser Netzwerk kurz zusammenfassen, was M. Hashimoto bedeutet, und welche Auswirkungen die Krankheit haben kann?
Prof. SU: Sehr gern. Der M. Hashimoto, auch „autoimmune Thyreoiditis“ oder „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ genannt, ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Auswirkungen auf das gesamte Hormonsystem und den gesamten Organismus haben kann. Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten Autoimmun- Thyreopathien gehört neben der Hashimoto- Thyreoiditis auch der Morbus Basedow. Zwischen beiden Krankheiten kann es auch diverse Übergänge geben.
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Prof. SU: Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Nach unserer Auffassung sollte ein M. Hashimoto behandelt werden, wenn entsprechende Symptome und/ oder auffällige Hormonwerte (z. B. fT3 und fT4 vermindert, TSH erhöht) vorliegen. Bei normalen fT3 und fT4 Werten kann u. U. auch ein erhöhter TSH Wert (als möglicher Hinweis auf eine bereits latente Unterfunktion) eine Indikation zur Behandlung darstellen. Genauere Angaben zur Diagnostik haben Sie ja schon in Ihrem Schilddrüsenartikel gemacht.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto
Prof. G: Was können wir gegen Hashimoto-Thyreoiditis tun? Und stimmt es wirklich, dass auch ein Progesteronmangel eine Rolle spielen kann?
Prof. SU: Wir betreuen viele Patientinnen mit M. Hashimoto. Bei sehr vielen sehen wir einen deutlichen Zusammenhang mit einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz.
Prof. G: Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?
Prof. SU: Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.
Prof. G: Wirkt die Therapie auch bei besonders hohen Antikörpern?
Prof. SU: Ja. Interessant ist, dass bei Patientinnen mit sehr hohen Antikörper- Ausgangswerten diese Therapie besonders wirksam zu sein scheint.
Prof. G: Viele Patientinnen mit M. Hashimoto sind schlechter belastbar, schlafen schlecht etc. Wirkt die Therapie auch in dieser Hinsicht?
Prof. SU: Ja. Die meisten Patientinnen geben an, dass sich durch die Therapie auch die körperliche und seelische Belastbarkeit, die Stimmung und der Schlaf bessern.
Prof. G: Sie erwähnen immer wieder mögliche Zusammenhänge zwischen M. Hashimoto, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Welche Krankheiten gehen noch mit Progesteronmangel und Östrogendominanz einher?
Prof. SU: Viele unserer Patientinnen mit gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungen (z. B. mit hormonabhängigen Tumoren (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs), Endometriose, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, Dysmenorrhö, Habituelle Aborte) haben nicht nur eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel. Viele Frauen leiden gleichzeitig auch unter einer Schilddrüsen- Unterfunktion, sehr oft unter einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Prof. G: Woher wissen Sie das? Gibt es dazu schon Studien?
Prof. SU: Nein, es gibt meines Wissens noch keine größeren Studien. Im Rahmen einer kleinen Praxis- Beobachtungsstudie achten wir besonders auf mögliche Zusammenhänge zwischen Progesteronmangel, Östrogendominanz und M. Hashimoto. Größere Zahlen liegen noch nicht vor.
Prof. G: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?
Prof. SU: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.
Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.
Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?
Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
Prof. G: Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
Prof. SU: Bei einer laborkontrollierten L- Thyroxin- plus Progesteron- Substitutionstherapie haben wir bisher keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet. Wir kontrollieren, wenn möglich, fT3, fT4, TSH, Anti TPO, TAK im Abstand von vier Wochen. Bestehen keine Symptome mehr, bzw. liegen dann alle Werte im Zielbereich, können die Kontrollabstände verlängert werden. Eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle kann bei guter Einstellung ausreichend sein.
Prof. G: Können Sie die Therapie mit einer naturidentischen Progesteronsalbe genauer erläutern?
Prof. SU: Bei nachgewiesenem Progesteronmangel therapieren wir, falls keine Gegenanzeigen bestehen, erfolgreich mit einer naturidentischen Progesteronsalbe (z. B. aus der Yams- Wurzel, je nach Serum- Laborwerten 3 %, 5 % oder 10 %). Diese kann z.B. abends (ein bis zwei Hübe) auf die Oberarm- Innenseite aufgetragen werden. Bei Hashimoto- Threoiditis kann sie auch direkt auf die Halsregion über der Schilddrüse aufgetragen werden.
Ein Fallbeispiel
L. S.-B., geb. 1967, 43 Jahre alt,
Patientin kommt im 3. Quartal 2010 in die Praxis.
Diagnosen: Uterus myomatosus, Dysmenorrhö, Metrorrhagien, bekannter therapieresistenter M. Hashimoto, chron. hohe Anti-TPO- Werte trotz normaler T3- , T4- Werte bei Thyroxin- Substitution, Leistungsverminderung, Müdigkeit.
Labor vor Therapie (14. und 21. Zyklustag): Östrogendominanz: Estron und Estradiol (14. ZT) massiv erhöht. Extremer Progesteronmangel (21.ZT) 1,22 ng/ml (Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO 95,4 IU/ml (Norm: < 9 IU/ml), Serotonin 43,01 ng/ml (Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Therapie: Progesteronsalbe, 10%, abends in der 2. Zyklushälfte
Labor nach Therapie (1. Quartal 2011): Estron und Estradiol (14. ZT) im Normbereich, Progesteron (21.ZT) im Normbereich (25 ng/ml, Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO erstmals halb so hoch (48,4 IU/ml, Norm: < 9 IU/ml). Serotonin besser (212,6 ng/ ml, Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Effekte: Myome sonographisch kleiner, dopplersonographisch weniger durchblutet, Zyklus normal. Keine Dysmenorrhö mehr. Leistung besser, voller Erfolg.
Follow up: 2. Quartal 2012: Zyklus regelmäßig, optimale Progesteronwerte (2. Zyklushälfte), T3, T4 normal, Dysmenorrhö minimal, Myome nach wie vor kleiner. Operation konnte vermieden werden. Patientin zufrieden.
Andere naturheilkundliche Ansätze
Prof. G: Gibt es auch noch andere naturheilkundliche Ansätze?
Prof. SU: Ja, eine Menge. In meinem Buch „Frauenheilkunde“ finden Sie eine Vielzahl naturheilkundlicher Rezepturen. Bewährt haben sich v. a. Heilpflanzen, die progesteronähnlich wirken können, z. B. Teemischungen, Tinkturmischungen oder Salben mit Extrakten u. a. aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schwertlilie, Steinsamen, Rainfarn und Weinraute. Die genannten Heilpflanzen können die Ovarial-, Nebennieren- und Hypophysen- Funktionen günstig beeinflussen und ggf. auch beruhigend bzw. harmonisierend auf das Zentrale Nervensystem und Neurovegetativum wirken.
Das Wolfstrappkraut
Das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus, bspw. in thyreo-loges Tropfen) hilft bei leichten Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Unterstützend setzte ich selbstverständlich auch gerne die Akupunktur, die Neuraltherapie und die Homöopathie ein. In diesem Webmagazin hat Ihnen eine Kollegin ein Beispiel der homöopathischen Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis gegeben.
Prof. G: Welche weiteren wichtigen Aspekte für die Therapie gibt es?
Prof. SU:
- Es gibt infektiologische Aspekte: Infektionen können hormonelle Störungen bewirken oder verstärken.
- Es gibt toxikologische Aspekte: Giftstoffe können M. Hashimoto, Progesteronmangel, Östrogendominanz bewirken oder verstärken.
- Wichtig sind auch diätetische Aspekte und
- immunologische Aspekte.
Infektionen bei Hashimoto
Prof. G: Welche infektiologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Die Hashimoto- Thyreoiditis kann und muss als sogenannte „Silent inflammation“ (stille Infektion) gesehen werden. Immundefizite und/ oder andere Entzündungsherde im Organismus können die Hashimoto- Thyreoiditis fördern.
Umweltgifte bei Hashimoto
Prof. G: Welche toxikologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.
Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.
Ernährung bei Hashimoto
Prof. G: Welche diätetischen Aspekte sind wichtig? Gibt es eine spezielle Anti- Hashimoto- Diät?
Prof. SU: Eine gezielte Ernährungs- Analyse und ggf. –Umstellung kann sehr sinnvoll sein. Aufgrund unserer Erfahrungen sind Genussgifte im Allgemeinen zu meiden (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Alkohol kann als Lösungsmittel wirken und ggf. die Effekte sog. Endokriner Disruptoren, vor allem von diversen Metall- Östrogenen, potenzieren. So wenig wie möglich tierische Fette (in diesen reichern sich Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. an). Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. So viel wie möglich Lebensmittel verzehren, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind, Getreide, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl kann das Wachstum progesteron- und östrogenabhängiger Zellen bremsen.
Häufig findet sich bei Patientinnen mit Hashimoto auch eine Glutenunverträglichkeit. Die Abwehrstoffe gegen Gluten kann man im Stuhl und im Blut nachweisen. Ist das der Fall, müssen sämtliche glutenhaltigen Getreide weggelassen werden: Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste. bei manchen Frauen ist es lediglich eine Weizenunverträglichkeit. Machen Sie am besten selber den Versuch und lassen Sie mal zwei Wochen alle Weizenprodukte weg. Wenn Sie sich wie neugeboren fühlen, wird auch Ihre Schilddrüse wieder normaler arbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. William Davis empfehlen: „Weizenwampe: warum Weizen dick und krank macht„. Darin erklärt er, dass der heutige Weizen so genetisch verändert wurde, dass das viele Gluten darin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führt. Er gibt Hilfestellung, wie man selber herausfinden kann, ob einem der Weizen schadet, und wie man wieder gesund werden kann.
Immunsystem bei Hashimoto
Prof. G: Welche immunologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Immundefizite können die Effekte von Entzündungen und Östrogendominanz noch mal verstärken. Eine Lymphozytendifferenzierung kann zeigen, ob immunologische Schwachstellen bestehen. Ein Mangel an Natürlichen Killerzellen, T- Helfer, T- Suppressorzellen oder B- Lymphozyten sowie eine Interleukin- Verschiebung sollten behandelt werden, z. B. mit hochdosierten Antioxidantien. Bewährt haben sich Vitamin-C-Infusionen (Hochdosis), ggf. plus Folsäure, Vitamin-B-Komplex, reduziertem Glutathion etc. Der Therapieerfolg sollte dann mittels Lymphozyten- Differenzierung kontrolliert werden.
Glutathion bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Glutathion erwähnt. Ich halte es für eine sehr wichtige Substanz und habe selbst einige Artikel darüber geschrieben. Können Sie dem Netzwerk kurz erklären, was Glutathion ist und wozu wir es brauchen?
Prof. SU: Sehr gern. Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid, d. h. eine Substanz, die aus drei wichtigen Aminosäuren besteht. Die Schilddrüsenrezeptoren sind – wie auch die Östrogen- und Progesteronrezeptoren – u. a. vom Glutathion- Stoffwechsel (bspw. von dem der sogenannten Glutathion-S-Transferase, GST, einem wichtigen Enzym) sowie von der Glutathionkonzentration abhängig. Ein Mangel an Glutathion-S-Transferase und an Glutathion kann M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel- Effekte fördern. Die Glutathion- und GST- Serumspiegel sollten gemessen werden. Ggf. sollte Glutathion (GSH) substituiert werden. Wir haben bei Hashimoto- Patientinnen sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten Glutathion- Infusionen gemacht. Wenn das nicht möglich ist, kann man auch das S-Acetylglutathion einnehmen. Vorher sollte aber eine Messung des reduzierten Glutathions in einem Speziallabor erfolgen.
Vitamin D bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Vitamin D3 erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Patientinnen mit Hashimoto- Thyreoiditis haben oft deutlich niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Serum als gesunde Frauen. Vitamin D3 zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende und antientzündliche Effekte. Die Vitamin D3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden, und Vitamin D sollte bei Mangel substituiert werden.
Selen bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Selen erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Selen ist zur Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. Die Funktion wichtiger Enzyme, wie z. B. die Aktivität der Glutathion-Peroxidase, ist selenabhängig. Bei Selenmangel kann das Gewebe durch H2O2 (=giftiges Wasserstoffperoxid) geschädigt werden. Auch die Aktivität eines anderen wichtigen Enzyms, der sogenannten Dejodase ist selenabhängig. Fehlt Selen, wird zu wenig T3 aus dem vorhandenen T4 hergestellt. Selen scheint generell bei einer Reihe von Entzündungsreaktionen vor allem von hormonellen Organen eine Schlüsselrolle zu spielen: Selen hat antientzündliche Effekte.
Psyche bei Hashimoto
Prof. G: Welche Rolle spielt die Psyche?
Prof. SU: Eine ganz große Rolle. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es sein kann, bei der Therapie des M. Hashimoto seelische, psychische und psychosomatische Faktoren mit einzubeziehen.
Zusammenfassung
Prof. G: Können Sie noch mal die wichtigsten Zusammenhänge zusammenfassen?
Prof. SU: Sehr gerne. Wir sehen bei unseren Patientinnen immer wieder Zusammenhänge zwischen dem Auftreten einer Hashimoto- Thyreoiditis, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Oft besteht auch ein gleichzeitiger Selen-, Zink- und Vitamin- D- Mangel. Wenn wir neben der Substitution der Schilddrüsenhormone sowie von Selen, Zink und Vitamin- D3 den Progesteronmangel behandeln, können wir immer wieder beobachten, dass dadurch die Schilddrüsenantikörper sinken, meist innerhalb von 2- 6 Monaten, um im Schnitt etwa um dreißig bis fünfzig Prozent. Dies gilt auch für sogenannte therapieresistente hypothyreote Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution bestehen bleiben. Wirksam scheint der beschriebene Effekt vor allem bei Patientinnen mit hohen Antikörper- Ausgangswerten zu sein. Viele Patientinnen äußern auf Befragen, dass sich durch die Therapie auch Schlaf, Stimmung sowie körperliche und seelische Belastbarkeit besserten. Für dauerhafte Besserung ist es natürlich erforderlich, dass Umweltbelastungen so weit wie möglich reduziert werden und dass die Ernährung angepasst wird.
Prof. G: Vielen Dank für das sehr interessante Interview. 
Für alle, die weitere Informationen über Hormone und Hormonstörungen wünschen, weise ich auf Clio 75 hin. In dieser Broschüre des FFGZ Berlin geht es um Schilddrüsenhormone, männliche und weibliche Hormone und vieles mehr.
Zur Person: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Übbing
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing ist Frauenarzt mit der Spezialisierung Umweltmedizin, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie. Er leitet das Umweltmedizinische Therapiezentrum am Dom in München. Schulte-Uebbing ist umweltmedizinischer Gutachter, Autor medizinischer Fach- und Lehrbücher und international gefragter Referent. Er hält regelmäßig Vorlesungen und hat seit 2007 eine Professur.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstr. 7A
80333 München
Tel.: 089/ 299655
089/ 299655
Fax: 089/299672
E-Mail: info@prof-schulte-uebbing.de
Und welche Erfahrungen haben Sie mit der ganzheitlichen Behandlung der Hashimoto- Schilddrüsenerkrankung gemacht? Berichten Sie doch Ihren Leidensgenossinnen in einem Kommentar darüber.







Netzwerk Frauengesundheit





Liebe Frau Dr. Gerhard,
vielen Dank für die Beantwortung der zahlreichen Fragen, was ich sehr spannend und hilfreich finde auch für meinen „hash mich, ich bin der Frühling“ um es mal leicht und flocking auszudrücken.
Ich bekomme vom Endokrinologen Thyronajod 50 verschrieben: nun ist ja jOD WICHTG für die Funktion der Schilddrüse , andere (z. B. Hausarzt) sagt wider, daß Jod kontraindiziert sei bei Hashi.
Mein bisheriges Resümee: mäßiger Jodkomsum, aber auch mit Thyronajod?
(ich esse keinen Fisch).
Was meinen Sie?
Vielen Dank für Antwort.
Sabine
Liebe Sabine,
Ihr Resümee ist richtig: solange Sie noch eigenes funktionierendes Schilddrüsengewebe haben, braucht Ihre Schilddrüse das Jod, denn sonst kann sie ja gar kein Thyroxin mehr produzieren. Hier ein sehr guter Artikel zu Jod und Schilddrüse:
http://www.pta-aktuell.de/aktion/news/9259-Jod-und-Schilddruese/
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
durch Zufall bin ich auf diese Internetseite gestoßen und hoffe in Ihnen endlich eine kompetente Fachfrau in Sachen Hashimoto gefunden zu haben. Ich habe nämlich ein etwas „kompliziertes“ Problem: Ende 2005 wurde bei mir ein TSH von 13 (FT3 und FT4 normal)festgestellt. Mein Hausarzt meinte, das sei Hashimoto. Das komische war nur, dass ich keinerlei Symptome hatte, welche die Diagnose einer Unterfunktion bestätigt hätten. Der Arzt verschrieb mir trotzdem Schilddrüsenhormone, kleinste Dosierung 25 mg. Das ging 3 Tage gut, dann bekam ich alle nur möglichen Symptome einer Überfunktion. Von da ab wurden die 25mg Tabletten halbiert. An meinem Zustand änderte sich allerdings nichts. In Absprache mit dem Arzt habe ich die Einnahme abgebrochen. Ab da war wieder alles gut und mir ging es bestens. Seit diesem Zeitpunkt lasse ich alle 3 Monate meine SW kontrollieren. FT3 und FT4 immer im Normbereich, TSH schwankt zwischen 7 und 18. Ich habe dann selber mal recherchiert und bin zu der Annahme gekommen, dass der Wert ab dann schlecht war, als ich wegen der Wechseljahre (unerträgliche Hitzewallungen) Hormone genommen habe (nehme ich immer noch, hab schon versucht zu reduzieren, aber dann kommen die Hitzewallungen wieder). Vor dieser Einnahme war der Wert immer okay. Ich habe daraufhin die Herstellerfirma angeschrieben und nachgefragt, ob hier ein Zusammenhang bestehen könne. Die Antwort darauf war wenig aufschlussreich…. Aber siehe da, einige Monate später stand plötzlich auf dem Beipackzettel, dass das Präparat die Schilddrüsenwerte beeinflussen kann.
Ich habe es dann noch ein paarmal mit den Schilddrüsenhormonen probiert, aber es war jedes Mal das gleiche: mir ging’s schlecht und geändert hat sich der Wert trotzdem nicht. Auch eine längere Einnahme von Selen hat nichts geändert. Auch ein Ultraschall der Schilddrüse war unauffällig. Seit dem gehe ich halt regelmäßig zu den Werten testen, nehme nichts ein und fühle mich rundum gesund. Ich hoffe, Sie können mir eine Erklärung für dieses Phänomen liefern.
Noch zu meiner Person: Ich bin 57 Jahre, 170 cm, 60 kg, durchtrainierte Figur, ernähre mich einigermaßen gesund ohne Kalorien zu zählen, will damit sagen, dass ich alles essen kann, meine einzige Schwäche ist Schokolade. Meine sonstigen Blutwerte sind alle normal und ich nehme außer den Wechseljahrshormonen keinerlei Medikamente ein.
Für eine Antwort wäre ich Ihnen sehr dankbar.
Liebe Andrea,
Da Sie ja offenbar keine Schillddrüsen-Antikörper haben und normale FT3- und FT4-Werte, würde ich mir wegen des TSH keine Gedanken machen. Ähnlich wie bei den Schilddrüsenhormonen gibt es wahrschenlich aktive Formen des TSH und weniger aktive, die aber im Laborassay mit gemessen werden. Habe in der Klinik einige dieser Fälle erlebt. Das gilt übrigens auch für andere Hormone, wie bspw. FSH, das eigentlich erst erhöht sein sollte, wenn die Eierstöcke nicht mehr schaffen, also in den Wechseljahren, das aber auch mal bei jüngeren Frauen mit normaler Eierstockfunktion fälschlich erhöht gemessen werden kann.
Hallo,
ich hätte eine Frage bezüglich der Einstellung bei Schilddrüsenunterfunktion. Ich habe Hashimoto und fühle mich mit einer Einstellung von 150 Mikrogramm nicht gut. Nun soll ein Teil des T4 Präparates auf T 3 umgestellt werden.
Dies riet mir mein Frauenarzt. Ich solle das mit meinem Hausarzt besprechen. Was wäre denn ihr Rat in der Sache. Mein FA dachte daran 25 Mikrogramm zu ersetzen. Wieviel T3 bräuchte ich denn dann? Im Internet steht, ein Verhältnis von 10:2 wäre für Patienten mit Hashimoto am besten geeignet ( normal wohl 10:1 ).
Zudem wüsste ich gerne, wie das Verhältnis von Östradiol zu Progesteron sein soll, weil ich eine Östrogendominanz habe, die nun ausgeglichen werden soll. Ich möchte in einem viertel Jahr nochmal meine Werte bestimmen lassen.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Hilfe.
Liebe Grüße von Sabrina
Liebe Sabrina,
Diese Fragen sind zu speziell, um sie hier beantworten zu können. Schließlich gibt es ja Ärzte, die Sie betreuen und Ihnen in Abhängigkeit von Ihren Werten die richtige Hormondosis verschreiben müssen. Während des Zyklus ändert sich das Verhältnis von Östradiol zu Progesteron. Man muss also schon genau wissen, wo man steht. Auch kommt es darauf an, welches Gestagen in welcher Form Sie nehmen.
Viele Grüße
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard,
mit Interesse habe ich Ihre Internetkommentare zum Thema Hashimoto verfolgt. Wie auch die anderen Betroffenen befinde ich mich bei einem Arzt, der lediglich eine Schilddrüsenhormonsubstitution vornimmt und alle anderen auftretenen Probleme entweder symptomatisch bekämpft oder eine Überweisung an einen Neurologen vorzieht.
Erwiesen sind bei mir B12-Mangel und Eisenmangel. Auftretende Herzrhythmusstörungen wurden mit Beta-Blocker behandelt, massive Schlaflosigkeit sollten durch sedierende Psychopharmaka in den Griff zu bekommen sein. Beide Behandlungen waren erfolglos.
In eigener Regie begann ich durch umfangreiche Lektüre angeregt, Selen und Vitamin D einzunehmen. Beide Nahrungsergänzungen haben sich positiv ausgewirkt. Selen beruhigt mein Herz, Vitamin D hat mich nach 1,5 Jahren Schlaflosigkeit endlich wieder zum Schlaf geführt. Meine Gewichtsspirale nach unten ist endlich gestoppt. Ich bin ruhiger und kann mich endlich wieder so konzentrieren wie es für meinen Beruf erforderlich ist. Zusätzlich nehme ich Vital-Complex. Bei den behandelnden Ärzten wurde meine Initiative mit „Placeboeffekt“ quittiert.
Ich suche nach einer ärztlichen Betreuung, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgt und sich mit der Vielzahl der Symptome von Hashimoto und geeigneten Therapien auskennt. Ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn Sie mir im Raum Dortmund, Hagen, Iserlohn eine Ärztin/einen Arzt nennen könnten.
Danke im Voraus.
Herzliche Grüße
Doris
Liebe Doris,
ich bin begeistert, wie Sie sich selber therapiert haben! Von wegen „Placeboeffekt“! Da kann man nur allen Ärzten wünschen, diesen „Placeboeffekt“ mal am eigenen Leib zu erfahren. Leider kann ich Ihnen keine Ärzte nennen. An den Universitätskliniken gibt es normalerweise gute Endokrinologische Abteilungen, die Sie aber sicher schon ausprobiert haben und die ja leider nicht ganzheitlich arbeiten. Unter http://www.natum.de finden Sie ganzheitlich arbeitende Frauenärzte. Die Gesellschaft der Ärzte für Erfahrungsheilkunde http://www.erfahrungsheilkunde.org/2.html kann Ihnen vielleicht auch einen Ansprechpartner nennen.
Alles Gute!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
vielen lieben herzlichen Dank für Ihre freundliche Auskunft.
Darf ich Sie nochmals kurz belästigen und kurz nachfragen (ich befürchte, mein Endokrinologe ist wenig auskunftbereit und Alternativen gegenüber wenig aufgeschlossen):
(1) Würde bei einer Hypothalamus-Insuffiziens der ganze weibliche Zyklus zum Erliegen kommen? Ein hoher Soya-Konsum könnte nicht etwa die Dysmenorrhoe bewirken? Im Umkehrschluss: Es liegt vermutlich gar keine Hypothalamusinsuffiziens mehr vor [oder kann sie nur einzelne Hormonachsen betreffen(Wachstumshormon, ACTH?)]?
(2) Sie schreiben: Die „Progesteronsalbe sollte ausreichend sein“
Ist 1,5%-ige Progesteronsalbe (Pro-Vive) nach Ihrem Dafürhalten zu gering dosiert, wenn schmerzhafte Mastodynie vorliegt? Welche wirklich guten Alternativen gibt es zu dieser von meinem HP verordneten (durch den Endokrinologen aber für überflüssig gehaltenen), teuren und schwer aus dem Ausland zu beschaffenen Salbe?
(3) Ist nach Ihrem Dafürhalten die Substitution von DHEA („Anti-Aging-Hormon“?)- wie mein HP es für sinnvoll hält – überhaupt sinnvoll/notwendig, sofern der Normbereich noch erreicht wird?
Möchte vermeiden, dass aufgrund des „Rumjonglieren mit Hormonen“ irgendwann ernsthaftere Erkrankungen zu befürchten sind?
Ich hoffe, Sie durch das erneute Nachfragen nicht belästigt zu haben?
Freundliche Grüße und die besten Wünsche.
zu 1: Würde bei einer Hypothalamus-Insuffiziens der ganze weibliche Zyklus zum Erliegen kommen? ja.
Ein hoher Soya-Konsum könnte nicht etwa die Dysmenorrhoe bewirken? ????
Es liegt vermutlich gar keine Hypothalamusinsuffiziens mehr vor [oder kann sie nur einzelne Hormonachsen betreffen(Wachstumshormon, ACTH?)]? ja, kann einzelne Achsen betreffen
zu 2: Alternativ Utrogest
zu 3: Ist nach Ihrem Dafürhalten die Substitution von DHEA (“Anti-Aging-Hormon”?)- wie mein HP es für sinnvoll hält – überhaupt sinnvoll/notwendig, sofern der Normbereich noch erreicht wird? Man muss das Gesamtbild sehen, kann ich so detailliert nicht beurteilen. Am besten guten Endokrinologen fragen.
Guten Tag Frau Dr. Gerhard,
ich leide seit über 15 Jahren an einer Unterfunktion. Der erste Verdacht auf Hashimoto ist nun rund 6 Jahre her und seit Anfang des Jahres ist Hashimoto bestätigt.
Leider fühle ich mich von den Endokrinolgen im Stich gelassen mit meinen ganzen Beschwerden.
Nicht mal über Hashimoto wurde ich aufgeklärt und so langsam verzweifle ich daran.
Momentan nehme ich Euthyrox 150mg, die Ärzte würden lt . Blutbild lieber das ich 137 mg zu mir nehme aber dann werden meine Beschwerden immer schlimmer, dass habe ich schon mehrfach getestet unter Aufsicht.
Meine Beschwerden sind: Depressionen (werden mit Citalophram behandelt), starker Haarausfall, schlechte trockene Haut, Wundheilungsstörungen, Durchfall, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Müdigkeit, Ausgelaugt fühlen, Konzentrationsprobleme, endokrines Auge (rechts, nur leicht), brüchige Nägel, ständig Schnupfen (kein Heuschnupfen), Gewichtszunahme, Gefühl der Überforderung, Agressionen usw…
Mein letztes Blutbild kann ich nicht deuten, und der Arzt hat gar nichts dazu gesagt ausser das ich mein Euthyrox verringern soll. Vielleicht können Sie mir einen Tip geben.
Dianose: seronegative chronisch lymphozytäre Thyreoiditis
Leukozyten /nl 7.52
Erythrozyten /pl 4.47
Hämoblobin g/dl 12.8
Hämatokrit % 40.5
MCV fl 90.7
MCH pg 28.6
MCHC g/dl 31.6 (Ref-Bereich. 33.0 – 36.0)
Thromozyten /nl 285
Neutrophile % 71.2
Monozyten % 4.9
Eosinophile % 3.4
Basophile % 0.6
Lymphozyten % 18.5
HbA1c % 5.25
Glukose mg/dl 86
TSH mU/l 0.41
fT3 ng/l 2.75 (Ref-Bereich 2.77-5.27)
fT4 ng/dl 1.14
Anti-TG U/ml 37
Anti-TPO U/ml 10
Testosteron nmol/l 1.14
SHBG mmol/l 286 (Ref-Bereich 18.0-144)
FAI 0.399 (Ref-Bereich 0.550-12.0)
DHEAS 971
Cortisol 16.8
ACTH ng/l 6.34
AAk: Transglutamin. U/ml 0.20
AAk: TSH-Rezeptor lU/l <1.00
Freies Cortisol 64.5
Androstendion 0.57
Ich danke Ihnen herzlichst.
Viele Grüße
Cornelia
Liebe Cornelia,
Ihre Beschwerden sind mit einer Schilddrüsenstörung nicht ausreichend erklärbar. Sie haben wahrscheinlich eine extreme Mangelversorgung mit verschiedenen Mineralstoffen und Vitaminen. Suchen Sie sich einen ganzheitlich arbeitenden Arzt, der bspw. Ihren Vitamin-D-Spiegel und anderes im Blut bestimmt und Sie ganzheitlich behandelt. Informieren Sie sich über eine gesunde vollwertige Ernährung und unterstützen Sie Ihre Darm- und Leberfunktion. Hierzu gibt es eine ganze Reihe von Artikeln in diesem Webmagazin.
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard,
bei mir (44, 181, 70kg) liegt eine „polyglanduläre Insuffiziens“ vor (Hashimoto, Hypothalamusinsuffiziens, Diabetes Typ I, NNR-Insuffiziens, Amenorrhoe), neben Konzentrationsproblemen und Nervenschmerzen.
Nun hat mich ein Artikel von Frau Dr. Schreiber in München darauf aufmerksam gemacht, eine Schwermetalluntersuchung vornehmen zu lassen.
Einige Werte (nach Provokation):
– Aluminium = 66,63 ug/l Norm < 10
– Arsen = 26,69 ug/l < 15
– Quecksilber = 3,39 ug/l < 2
Darf ich folgende 3 Fragen an Sie richten:
(1) Kann eine Schwermetallbelastung die Ursache für die polyglanduläre Insuffiziens sein / und besteht (nach Ausleitung) im Umkehrschluss Hoffnung auf Besserung?
(2) Mein HP meinte kürzlich, meine Zellen müssten mehr mit ft3 gesättigt sein und verschrieb mir das nicht-synthetische Hormon "Thyro-Gold", das KK leider nicht erstatten.
(die Werte unter synthetischem L-Thyroxin-150 waren zuvor: TSH = 0,01 und ft3 = 2,2 [2,3-4,2]). Was halten Sie von nicht-synthetischem Schilddrüsenpräparaten?
(3) Ich habe die Pille abgesetzt (aufgrund wiederkehrender Migräne). Nun besteht Dismenorhoe und Mastodynie. Nachdem mein HP mir DHEA verordnete, hat sich die Mastodynie extrem verstärkt (ist DHEA= Vorstufe von Östrogen, kontraindiziert?). Reicht zur Behebung der Beschwerden eine 1,5%-Pro-Vive-Progesteronsalbe (aus`m Ausland)aus? Gibt es Alternativen (der o.g. Tee?)? Über welche Apotheke, unter welchem Namen beziehe ich den von Ihnen o.g. Tee?
Vielen lieben Dank für Ihre Mühe schon mal im Voraus.
Freundliche Grüße, Sabine
Liebe Sabine,
Eine Ausleitung kann sicher sinnvoll sein. Allerdings kann man nicht vorhersagen, ob die Drüsen wieder ihre eigene Arbeit aufnehmen werden.
Mit Thyrogold habe ich keine Erfahrungen.
Progesteronsalbe sollte ausreichend sein. Verstehe allerdings nicht, dass Sie überhaupt ohne Pille eine Dysmenorrrhö haben, wo kommen die Östrogene her, wenn Sie eine Hypothalamusinsuffiziens und dadurch eine Ovarialinsuffiziens haben? Würde an Ihrer Stelle einen guten Endokrinologen aufsuchen.
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
vor 2 1/2 Jahren wurde bei mir (jetzt 42Jahre) Hashimoto diagnostiziert und wird mit L-Thyroxin 100 behandelt. Wahrscheinlich bin ich lange Zeit „unerkannt“ gewesen.
Nach großen Problemen bei der Einstellung ist der TSH-Wert (aktuell 0,7 – 1,3 mU/l unter L-Thyroxin 100) und ich fühle mich auch wohl.
1995 + 2006 wurde jeweils ein Fibroadenom links wegen der Größe bzw. Größenveränderung entfernt. Rechts befand sich auch ein Fibroadenom, welches jedoch unauffällig, klein und in der Größe stabil war. Der Gynäkologe ist m.E. sehr gewissenhaft und lässt seine Diagnose auch durch eine Zweitmeinung absichern.
Durch diese „Vorgeschichte“ bin ich mindestens 3xjährlich in gynäkologischer Kontrolle (Ultraschall; Mammographie ist durch dichtes Gewebe nicht optimal). Bis Sommer 2012 war alles i.O. Doch bei der letzten Kontrolle (12/12)wurde rechts ein lobuläres Mamma CA (pT1c; L0; V0; pN0(0/1 sn);R0; G2; ER:80% pos.; PR:100% pos.;Her2: score 2+; FISH: neg.; Ki67>20%)festgestellt. Innerhalb von etwa 5 Monaten kam diese Veränderung zustande.
Jetzt läuft gerade das volle Programm: OP 01/2013; z.Z. Chemo (4x3wöch.Epirubicin+Cyclophosphamid; 12x wöch.Paclitaxel, davon morgen die 7. Infusion), anschließend noch Bestrahlung (Anzahl noch offen) und mind. 5Jahre Tamoxifen).
Im Rahmen der Behandlung bin ich zu einer Praxis für Integrative Onkologie (Naturheilverfahren) gekommen und dort wurde erstmals durch einen Vitaminstatus festgestellt, dass ich einen ausgeprägten Vitamin D Mangel habe (25-Hydroxy: 19,5nmol/l und 1,25-Dihydroxy: 57,1pmol/l).
Zur Behandlung nehme ich tägl. 8Tr. Vigantol-Öl 20000 1.E./ml.
Weitere Medikamente sind Milgamma 100 1×1; Neurodoron 2×1; Pascoflair 425 2×1 (erstes wg. Kribbeln in Füßen nach Chemo; letztere beide wg. Herzrasen durch Chemo).
Je mehr ich mich über die Erkrankung Brustkrebs informiere (man muss seinen Feind kennen), desto mehr Zusammenhänge lassen sich feststellen. Besonders interessant ist für mich die Kombination Brustkrebs, Hashimoto, VitD-Mangel gewesen. Manchmal erkenne ich mich in den Berichten anderer Frauen wieder. Manchmal aber auch nicht. Alles Einbildung?
Die Erkrankung jetzt ist nicht zu ändern, aber ich möchte natürlich etwas dafür tun, um nicht noch einmal damit konfrontiert zu werden. Daher meine Frage: gibt es etwas, was Sie mir aus Ihrer Sicht empfehlen können? Bspw. Östrogenwerte, Progesteronwerte – und wer führt diese Untersuchungen durch bzw. veranlasst sie und welche Schlüsse kann welcher Mediziner daraus ziehen? Oder haben Sie im Rahmen der Naturheilkunde noch Tipps / Ideen?
Oder etwas ganz anderes?!?!?
Viele Informationen und viele Fragen, ich hoffe sehr, Sie können mir weiterhelfen. Die Ärzte in der Chemotherapie und auch in der Integrativen Onkologie, wo ich nächste Woche wieder einen Termin habe, sind Neuem gegenüber sehr aufgeschlossen, aber wie es immer ist – überall herrscht Zeitnot. Nicht bei der Behandlung, eher beim Recherchieren und Erstellen von Zusammenhängen (weiter oben schrieb Fr. Armbruster: „Was lernen Ärzte eigentlich?“; die Frage ist m.E.: „Wann?“!).
Herzlichen Dank im Voraus und beste Grüße,
Kathrin
Liebe Kathrin,
Da können Sie ja sehr froh sein, dass Sie in dieser Praxis für Integrative Onkologie gelandet sind! Andere Hormonuntersuchungen halte ich nicht für erforderlich. Wurde auch der Selenspiegel gemessen? Am besten lassen Sie sich von der Gesellschaft für Bologische Krebsabwehr Info-Material zusenden: http://www.biokrebs.de Hier einige wichtige Artikel, die Ihre Fragen beantworten können:
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/brustkrebs-hilfe-im-dschungel-der-therapiemethoden/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/ernaehrung-als-schutz-vor-brustkrebs/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/der-darm-denkt-mit-interview-mit-umweltmediziner-runow/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/wenn-die-erde-krank-macht/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/elektrosmog-und-erdstrahlen-was-ist-wirklich-dran/
Während und im Anschluss an die primäre Krebsbehandlung empfehle ich immer: Enzyme, Nahrungsergänzungen, Darmpflege, Umweltuntersuchungen und Sanierung der Umgebung, Entspannungs- und Bewegungstherapie, Energetische Methoden. Recht gute Besserung und viel Kraft!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
ich nehme seit ca. 10 Jahren L-Thyrox gegen eine Schilddrüsenunterfunktion. Zusätzlich wurde bei mir PCO diagnostiziert. Vor sechs Jahren habe ich innerhalb von vier Jahren 40 Kilo zugenommen – obwohl ich nichts an meiner Ernährung verändert habe. Im Gegenteil, je mehr ich zugenommen habe, desdo mehr verschiedene Sachen habe ich versucht. Ich hab sowohl „Schlank im Schlaf“ (1 Monat | +/- 0 kg), Ernährungsberatung (2 Monate | im ersten Monat + 2kg im zweiten Monat – 3kg), Sport (letzten Sommer 3x in der Woche 1 h Schwimmen gegangen | +/- 1kg) als auch Metabolic (2 Monate | – 1 kg) versucht. Ich bin Dankbar, dass ich in den letzten 2 Jahren nicht mehr mehr zugenommen habe. Allerdings wäre ich auch Dankbar, wenn ich irgendwie wieder abnehmen könnte.
Können Sie mir einen Rat geben?
Viele lieben Grüsse,
Christin Stachl
Seehr geehrte Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
Ich bin 32 Jahre alt und leide seit 1999 an Hashimoto T. Bis 2011 habe ich L-Thyroxin 175mg eingenommen. Innerhalb dieser Jahre wurde das Medikament immer wieder aufgrund des zu hochen TSH-Wertes erhöht…ich leidete ebenfalls unter Abgeschlagenheit, innerer Nervosität und allgemeiner Überlastung ( 2008 kam mein Sohn zur Welt/ schwere bradykäre Eklampsie) übermäßiges Schwitzen, vorallem im Gesicht und Nacken, Herzrythmusstörungen, Hypertensive Krisen, flacher Schlaf, extremer Druck in Schilddrüsen gegend. Aus Frust, da ich nicht mehr so weiter Leben konnte, habe ich die Medikation abgesetzt. Alle Symptome verschwanden! Der TSH Wert allerdings vor 6 Monaten lag bei ca 18!!! Eine Gewichtsabnahme ist unmöglich!!!
In letzter Zeit jedoch manifestierte sich bei mir extreme geistige Leistungsschwäche, Libidoverlust, und z.t. Wortfindungsstörungen und starke Vergesslichkeit. Ich fing an Selen 200 -300 mg einzunehmen. Ich wechselte den Hausarzt. Stellte meine Ernährung von Weizen auf Dinkel um und unternahm eine Schwermetallausleitung ( Nickel und Quecksilberbelastung) Meine aktuellen Werte sind :
TSH 13.84
FT3 : 2,9
FT4: 0,84
MCHC:32,6
Albumin: 55,5
Gamma-Globuline: 19,8
HDL-Cholesterin: 33
Anti-TPO 278,90
TRAK TSH-Rezeptor: 0.30
Vit. B12 : 770
Vit. D3 (RIA): 138
Vit. D3 (CLIA) 24
Selen im Urin : 28,76
IgG4 Pool1 und 2 sind mit Rastklasse 5 eingestuft worden…
Nun nehme ich außer L-thyroxin 50mg und Selen 300mg noch Vit. D3 5000IE,und Aminosäuren ein.
Momentan lese ich das Buch : Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto anders behandeln von Dr. Datis Kharratzian (kann ich allen nur empfehlen)
Dort schreibt er, dass laut seiner Erfahrungen er eine starke Senkung von Schilddrüsen antikörpern und Besserung der Beschwerden durch Glutenfreie Diät sieht. Nun stelle ich meine Ernährung danach um.
Meinen Progesteron und Östrogenspiegel möchte ich ebenfalls bestimmen lassen.
Wenn Sie meine Werte sehen, was würden Sie mir noch empfehlen?
Mir geht es allgemein schon besser, und bei Glutenverzicht merke ich, dass der Druck an der Schilddrüse verschwindet. Jedoch möchte ich so wenig L-Thyroxin einnehmen, da es mir unter Einnahme so schlecht ging, und eher mit natürlichen Mitteln meine Schilddrüse und meinen Körper helfen.
Ich würde mich über eine baldige Antwort sehr, sehr freuen.
LG
Dominika
Liebe Dominika,
Sie sind ja schon auf dem richtigen Weg. Sie müssten zu einem Frauenarzt gehen, der endokrinologisch erfahren ist, damit zum richtigen Zeitpunkt die Östrogene und das Gestagen bestimmt werden. Im Blut lässt sich ebenfalls feststellen, ob Sie Antikörper gegen Gluten haben. Viele Frauen mit Hashimoto haben Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Begleitend kann Ihnen auch die Homöopathie helfen: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hashimoto-thyreoiditis-hilfe-durch-homoeopathie/ oder psenergy: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/scheideninfektionen-was-steckt-dahinter/
Viel Erfolg!