Bei Hashimoto liegt häufig eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel vor. Ganzheitliche Ursachensuche erforderlich.
Die Hashimoto-Thyreoiditis könnte man fast eine typische Frauenkrankheit nennen, denn zehnmal mehr Frauen als Männer leiden daran. Diese Schilddrüsenstörung kann anfangs ganz untypische Symptome zeigen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen. Es können Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion als auch der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Viele Frauen kennen sich selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.
Vor zwei Monaten hat Ihnen Christina Sachse ausführlich über diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse berichtet, die sie den Clown unter den Schilddrüsenkrankheiten nannte. Da bei kaum einer Erkrankung das hormonelle Gleichgewicht und gleichzeitig das Immunsystem so durcheinander sind wie bei Hashimoto, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen.
Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung
Ein Kollege von mir, Prof. Dr. Schulte-Übbing, dessen Arbeit ich Ihnen schon in früheren Artikeln vorgestellt habe, weist Erfahrungen sowohl mit der Hormontherapie als auch mit verschiedenen alternativen Methoden auf. Mit Ihm führte ich ein Interview zu seinem Vorgehen bei Hashimoto-Thyroiditis.
Was Hashimoto bedeutet
Prof. G: Können Sie für unser Netzwerk kurz zusammenfassen, was M. Hashimoto bedeutet, und welche Auswirkungen die Krankheit haben kann?
Prof. SU: Sehr gern. Der M. Hashimoto, auch „autoimmune Thyreoiditis“ oder „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ genannt, ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Auswirkungen auf das gesamte Hormonsystem und den gesamten Organismus haben kann. Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten Autoimmun- Thyreopathien gehört neben der Hashimoto- Thyreoiditis auch der Morbus Basedow. Zwischen beiden Krankheiten kann es auch diverse Übergänge geben.
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Prof. SU: Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Nach unserer Auffassung sollte ein M. Hashimoto behandelt werden, wenn entsprechende Symptome und/ oder auffällige Hormonwerte (z. B. fT3 und fT4 vermindert, TSH erhöht) vorliegen. Bei normalen fT3 und fT4 Werten kann u. U. auch ein erhöhter TSH Wert (als möglicher Hinweis auf eine bereits latente Unterfunktion) eine Indikation zur Behandlung darstellen. Genauere Angaben zur Diagnostik haben Sie ja schon in Ihrem Schilddrüsenartikel gemacht.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto
Prof. G: Was können wir gegen Hashimoto-Thyreoiditis tun? Und stimmt es wirklich, dass auch ein Progesteronmangel eine Rolle spielen kann?
Prof. SU: Wir betreuen viele Patientinnen mit M. Hashimoto. Bei sehr vielen sehen wir einen deutlichen Zusammenhang mit einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz.
Prof. G: Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?
Prof. SU: Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.
Prof. G: Wirkt die Therapie auch bei besonders hohen Antikörpern?
Prof. SU: Ja. Interessant ist, dass bei Patientinnen mit sehr hohen Antikörper- Ausgangswerten diese Therapie besonders wirksam zu sein scheint.
Prof. G: Viele Patientinnen mit M. Hashimoto sind schlechter belastbar, schlafen schlecht etc. Wirkt die Therapie auch in dieser Hinsicht?
Prof. SU: Ja. Die meisten Patientinnen geben an, dass sich durch die Therapie auch die körperliche und seelische Belastbarkeit, die Stimmung und der Schlaf bessern.
Prof. G: Sie erwähnen immer wieder mögliche Zusammenhänge zwischen M. Hashimoto, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Welche Krankheiten gehen noch mit Progesteronmangel und Östrogendominanz einher?
Prof. SU: Viele unserer Patientinnen mit gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungen (z. B. mit hormonabhängigen Tumoren (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs), Endometriose, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, Dysmenorrhö, Habituelle Aborte) haben nicht nur eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel. Viele Frauen leiden gleichzeitig auch unter einer Schilddrüsen- Unterfunktion, sehr oft unter einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Prof. G: Woher wissen Sie das? Gibt es dazu schon Studien?
Prof. SU: Nein, es gibt meines Wissens noch keine größeren Studien. Im Rahmen einer kleinen Praxis- Beobachtungsstudie achten wir besonders auf mögliche Zusammenhänge zwischen Progesteronmangel, Östrogendominanz und M. Hashimoto. Größere Zahlen liegen noch nicht vor.
Prof. G: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?
Prof. SU: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.
Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.
Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?
Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
Prof. G: Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
Prof. SU: Bei einer laborkontrollierten L- Thyroxin- plus Progesteron- Substitutionstherapie haben wir bisher keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet. Wir kontrollieren, wenn möglich, fT3, fT4, TSH, Anti TPO, TAK im Abstand von vier Wochen. Bestehen keine Symptome mehr, bzw. liegen dann alle Werte im Zielbereich, können die Kontrollabstände verlängert werden. Eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle kann bei guter Einstellung ausreichend sein.
Prof. G: Können Sie die Therapie mit einer naturidentischen Progesteronsalbe genauer erläutern?
Prof. SU: Bei nachgewiesenem Progesteronmangel therapieren wir, falls keine Gegenanzeigen bestehen, erfolgreich mit einer naturidentischen Progesteronsalbe (z. B. aus der Yams- Wurzel, je nach Serum- Laborwerten 3 %, 5 % oder 10 %). Diese kann z.B. abends (ein bis zwei Hübe) auf die Oberarm- Innenseite aufgetragen werden. Bei Hashimoto- Threoiditis kann sie auch direkt auf die Halsregion über der Schilddrüse aufgetragen werden.
Ein Fallbeispiel
L. S.-B., geb. 1967, 43 Jahre alt,
Patientin kommt im 3. Quartal 2010 in die Praxis.
Diagnosen: Uterus myomatosus, Dysmenorrhö, Metrorrhagien, bekannter therapieresistenter M. Hashimoto, chron. hohe Anti-TPO- Werte trotz normaler T3- , T4- Werte bei Thyroxin- Substitution, Leistungsverminderung, Müdigkeit.
Labor vor Therapie (14. und 21. Zyklustag): Östrogendominanz: Estron und Estradiol (14. ZT) massiv erhöht. Extremer Progesteronmangel (21.ZT) 1,22 ng/ml (Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO 95,4 IU/ml (Norm: < 9 IU/ml), Serotonin 43,01 ng/ml (Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Therapie: Progesteronsalbe, 10%, abends in der 2. Zyklushälfte
Labor nach Therapie (1. Quartal 2011): Estron und Estradiol (14. ZT) im Normbereich, Progesteron (21.ZT) im Normbereich (25 ng/ml, Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO erstmals halb so hoch (48,4 IU/ml, Norm: < 9 IU/ml). Serotonin besser (212,6 ng/ ml, Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Effekte: Myome sonographisch kleiner, dopplersonographisch weniger durchblutet, Zyklus normal. Keine Dysmenorrhö mehr. Leistung besser, voller Erfolg.
Follow up: 2. Quartal 2012: Zyklus regelmäßig, optimale Progesteronwerte (2. Zyklushälfte), T3, T4 normal, Dysmenorrhö minimal, Myome nach wie vor kleiner. Operation konnte vermieden werden. Patientin zufrieden.
Andere naturheilkundliche Ansätze
Prof. G: Gibt es auch noch andere naturheilkundliche Ansätze?
Prof. SU: Ja, eine Menge. In meinem Buch „Frauenheilkunde“ finden Sie eine Vielzahl naturheilkundlicher Rezepturen. Bewährt haben sich v. a. Heilpflanzen, die progesteronähnlich wirken können, z. B. Teemischungen, Tinkturmischungen oder Salben mit Extrakten u. a. aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schwertlilie, Steinsamen, Rainfarn und Weinraute. Die genannten Heilpflanzen können die Ovarial-, Nebennieren- und Hypophysen- Funktionen günstig beeinflussen und ggf. auch beruhigend bzw. harmonisierend auf das Zentrale Nervensystem und Neurovegetativum wirken.
Das Wolfstrappkraut
Das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus, bspw. in thyreo-loges Tropfen) hilft bei leichten Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Unterstützend setzte ich selbstverständlich auch gerne die Akupunktur, die Neuraltherapie und die Homöopathie ein. In diesem Webmagazin hat Ihnen eine Kollegin ein Beispiel der homöopathischen Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis gegeben.
Prof. G: Welche weiteren wichtigen Aspekte für die Therapie gibt es?
Prof. SU:
- Es gibt infektiologische Aspekte: Infektionen können hormonelle Störungen bewirken oder verstärken.
- Es gibt toxikologische Aspekte: Giftstoffe können M. Hashimoto, Progesteronmangel, Östrogendominanz bewirken oder verstärken.
- Wichtig sind auch diätetische Aspekte und
- immunologische Aspekte.
Infektionen bei Hashimoto
Prof. G: Welche infektiologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Die Hashimoto- Thyreoiditis kann und muss als sogenannte „Silent inflammation“ (stille Infektion) gesehen werden. Immundefizite und/ oder andere Entzündungsherde im Organismus können die Hashimoto- Thyreoiditis fördern.
Umweltgifte bei Hashimoto
Prof. G: Welche toxikologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.
Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.
Ernährung bei Hashimoto
Prof. G: Welche diätetischen Aspekte sind wichtig? Gibt es eine spezielle Anti- Hashimoto- Diät?
Prof. SU: Eine gezielte Ernährungs- Analyse und ggf. –Umstellung kann sehr sinnvoll sein. Aufgrund unserer Erfahrungen sind Genussgifte im Allgemeinen zu meiden (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Alkohol kann als Lösungsmittel wirken und ggf. die Effekte sog. Endokriner Disruptoren, vor allem von diversen Metall- Östrogenen, potenzieren. So wenig wie möglich tierische Fette (in diesen reichern sich Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. an). Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. So viel wie möglich Lebensmittel verzehren, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind, Getreide, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl kann das Wachstum progesteron- und östrogenabhängiger Zellen bremsen.
Häufig findet sich bei Patientinnen mit Hashimoto auch eine Glutenunverträglichkeit. Die Abwehrstoffe gegen Gluten kann man im Stuhl und im Blut nachweisen. Ist das der Fall, müssen sämtliche glutenhaltigen Getreide weggelassen werden: Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste. bei manchen Frauen ist es lediglich eine Weizenunverträglichkeit. Machen Sie am besten selber den Versuch und lassen Sie mal zwei Wochen alle Weizenprodukte weg. Wenn Sie sich wie neugeboren fühlen, wird auch Ihre Schilddrüse wieder normaler arbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. William Davis empfehlen: „Weizenwampe: warum Weizen dick und krank macht„. Darin erklärt er, dass der heutige Weizen so genetisch verändert wurde, dass das viele Gluten darin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führt. Er gibt Hilfestellung, wie man selber herausfinden kann, ob einem der Weizen schadet, und wie man wieder gesund werden kann.
Immunsystem bei Hashimoto
Prof. G: Welche immunologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Immundefizite können die Effekte von Entzündungen und Östrogendominanz noch mal verstärken. Eine Lymphozytendifferenzierung kann zeigen, ob immunologische Schwachstellen bestehen. Ein Mangel an Natürlichen Killerzellen, T- Helfer, T- Suppressorzellen oder B- Lymphozyten sowie eine Interleukin- Verschiebung sollten behandelt werden, z. B. mit hochdosierten Antioxidantien. Bewährt haben sich Vitamin-C-Infusionen (Hochdosis), ggf. plus Folsäure, Vitamin-B-Komplex, reduziertem Glutathion etc. Der Therapieerfolg sollte dann mittels Lymphozyten- Differenzierung kontrolliert werden.
Glutathion bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Glutathion erwähnt. Ich halte es für eine sehr wichtige Substanz und habe selbst einige Artikel darüber geschrieben. Können Sie dem Netzwerk kurz erklären, was Glutathion ist und wozu wir es brauchen?
Prof. SU: Sehr gern. Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid, d. h. eine Substanz, die aus drei wichtigen Aminosäuren besteht. Die Schilddrüsenrezeptoren sind – wie auch die Östrogen- und Progesteronrezeptoren – u. a. vom Glutathion- Stoffwechsel (bspw. von dem der sogenannten Glutathion-S-Transferase, GST, einem wichtigen Enzym) sowie von der Glutathionkonzentration abhängig. Ein Mangel an Glutathion-S-Transferase und an Glutathion kann M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel- Effekte fördern. Die Glutathion- und GST- Serumspiegel sollten gemessen werden. Ggf. sollte Glutathion (GSH) substituiert werden. Wir haben bei Hashimoto- Patientinnen sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten Glutathion- Infusionen gemacht. Wenn das nicht möglich ist, kann man auch das S-Acetylglutathion einnehmen. Vorher sollte aber eine Messung des reduzierten Glutathions in einem Speziallabor erfolgen.
Vitamin D bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Vitamin D3 erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Patientinnen mit Hashimoto- Thyreoiditis haben oft deutlich niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Serum als gesunde Frauen. Vitamin D3 zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende und antientzündliche Effekte. Die Vitamin D3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden, und Vitamin D sollte bei Mangel substituiert werden.
Selen bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Selen erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Selen ist zur Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. Die Funktion wichtiger Enzyme, wie z. B. die Aktivität der Glutathion-Peroxidase, ist selenabhängig. Bei Selenmangel kann das Gewebe durch H2O2 (=giftiges Wasserstoffperoxid) geschädigt werden. Auch die Aktivität eines anderen wichtigen Enzyms, der sogenannten Dejodase ist selenabhängig. Fehlt Selen, wird zu wenig T3 aus dem vorhandenen T4 hergestellt. Selen scheint generell bei einer Reihe von Entzündungsreaktionen vor allem von hormonellen Organen eine Schlüsselrolle zu spielen: Selen hat antientzündliche Effekte.
Psyche bei Hashimoto
Prof. G: Welche Rolle spielt die Psyche?
Prof. SU: Eine ganz große Rolle. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es sein kann, bei der Therapie des M. Hashimoto seelische, psychische und psychosomatische Faktoren mit einzubeziehen.
Zusammenfassung
Prof. G: Können Sie noch mal die wichtigsten Zusammenhänge zusammenfassen?
Prof. SU: Sehr gerne. Wir sehen bei unseren Patientinnen immer wieder Zusammenhänge zwischen dem Auftreten einer Hashimoto- Thyreoiditis, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Oft besteht auch ein gleichzeitiger Selen-, Zink- und Vitamin- D- Mangel. Wenn wir neben der Substitution der Schilddrüsenhormone sowie von Selen, Zink und Vitamin- D3 den Progesteronmangel behandeln, können wir immer wieder beobachten, dass dadurch die Schilddrüsenantikörper sinken, meist innerhalb von 2- 6 Monaten, um im Schnitt etwa um dreißig bis fünfzig Prozent. Dies gilt auch für sogenannte therapieresistente hypothyreote Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution bestehen bleiben. Wirksam scheint der beschriebene Effekt vor allem bei Patientinnen mit hohen Antikörper- Ausgangswerten zu sein. Viele Patientinnen äußern auf Befragen, dass sich durch die Therapie auch Schlaf, Stimmung sowie körperliche und seelische Belastbarkeit besserten. Für dauerhafte Besserung ist es natürlich erforderlich, dass Umweltbelastungen so weit wie möglich reduziert werden und dass die Ernährung angepasst wird.
Prof. G: Vielen Dank für das sehr interessante Interview. 
Für alle, die weitere Informationen über Hormone und Hormonstörungen wünschen, weise ich auf Clio 75 hin. In dieser Broschüre des FFGZ Berlin geht es um Schilddrüsenhormone, männliche und weibliche Hormone und vieles mehr.
Zur Person: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Übbing
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing ist Frauenarzt mit der Spezialisierung Umweltmedizin, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie. Er leitet das Umweltmedizinische Therapiezentrum am Dom in München. Schulte-Uebbing ist umweltmedizinischer Gutachter, Autor medizinischer Fach- und Lehrbücher und international gefragter Referent. Er hält regelmäßig Vorlesungen und hat seit 2007 eine Professur.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstr. 7A
80333 München
Tel.: 089/ 299655
089/ 299655
Fax: 089/299672
E-Mail: info@prof-schulte-uebbing.de
Und welche Erfahrungen haben Sie mit der ganzheitlichen Behandlung der Hashimoto- Schilddrüsenerkrankung gemacht? Berichten Sie doch Ihren Leidensgenossinnen in einem Kommentar darüber.







Netzwerk Frauengesundheit





Sehr geehrte Frau Prof.Dr.Gerhard,
vielen Dank für Ihre freundliche Auskunft.
Darf ich mich nochmals kurz mit folgender Frage an Sie wenden:
Wenn im Zusammenhang eines „polyglandulären Autoimmunsyndroms“ [mitunter Hashimoto + Diabetes + Hypothalamusinsuffiziens] durchgängig Paresen und wiederholt extreme Bewusstseinstrübungen auftreten, [trotz in dem Moment einwandfreier BZ-Werte], kann dann eine „Hashimoto Enzephalitie“ der Verursacher sein?
Ich frage, weil sich auf dem kraniellen MRT Jahre zuvor schon der Altersnorm untypisch viele Flecken befanden (aus denen man damals aber keine entzündliche ZNS-Erkrankung schlussfolgerte) und mir die Paresen v.a. aber diese wiederholt auftretenden Bewusstseinseinbrüche ungemein zusetzen.
(p.s.: Die Paresen hält man wegen des exellenten Hb1ac nicht für Polyneuropathie.)
Vorab schon mal vielen herzlichen Dank.
Liebe Frau Korte,
die Hashimoto Enzephalopathie ist extrem selten, aber so wie Sie es beschreiben, denkbar. Sprechen Sie bitte Ihren Endokrinologen darauf an, denn die Therapie ist bisher noch sehr unklar. Ich hoffe, dass er Ihnen weiterhelfen kann. Gute Besserung!
Hallo.
ich nehme seit etwa 7 Monaten L-Thyroxin 50. Ich bemerke bei mir seit ca. 3 Monaten eine ansteigende Agressivität und habe in den kleinsten Konflikt Situationen Schwierigkeiten auf dem Boden zu bleiben und merke schnell wie mein Adrenalin Pegel steigt.Noch dazu kommt, dass ich seitdem wieder an Gewicht verliere.Ausgangs Gewicht 68kg bei einer Körpergröße von 1,68m und jetzt nach 7 Monaten ca. 50kg. Jetzt muss ich dazu sagen, dass ich Transsexuel bin von Frau zu Mann und seit März 2012 Testosteron bekomme. Im Austausch zu anderen TS Männern waren aber die Symptome wie Agressionen schon viel eher und hatten sich bis dahin wieder gelegt.Jetzt weiß ich nicht, ob es zu wenig L-Thyroxin ist oder zu viel.
Lieber Philipp,
das ist so ein spezieller Fall, dass der Endokrinologe entscheiden muss, ob Sie zu viel Testosteron oder SD-Hormone haben. Muss austariert werden.
Sehr geehrte Frau Prof.Dr.Gerhard,
Sie sagen oben, dass es mit selbstverordneten “Mineralien oder Vitaminen sicher nicht getan” sei, sofern eine Hashimoto (nebst weiteren Hormondrüseninsuffiziensen) vorliegt.
Mein Endokrinologe überhört tunlichst meine Symptome, wie da wären plötzlicher Konzentrationsverlust und diffuser Ganzkörperschmerz…..
Vielleicht täusche ich mich, aber ich habe den Eindruck, ich muss IHM gerecht werden und werde in sein medizinisches Raster eingepasst.
Ich suche daher Alternativwege.
4 hoffentlich relativ kurze Fragen:
(1) Ist eine Neuraltherapie erfahrungsgemäß und nach Ihrem Dafürhalten eine erfolgversprechende Therapie?
(2) Ist die von Ihnen im obigen Artikel beschriebene Teemischung irgendwo käuflich zu erwerben? Unter welcher Bezeichnung müsste ich recherchieren?
(3) Kann ich unbedenklich Yams-Pulver einnehmen, selbst dann, wenn ich mich noch nicht in den Wechseljahren befinde, ohne dass ich mit irgendwelchen Nebenwirkungen zu rechnen habe?
(4) Können Sie mir ganz evtl. einen ganzheitlich arbeitenden Arzt im Raum Wuppertal/Düsseldorf empfehlen (wahlweise einen Link nennen, wo ich dann selbst recherchieren könnte)?
Vielen herzlichen Dank.
Sabine Milz
Liebe Sabine,
1. Die Neuraltherapie kann eine Facette in der Gesamttherapie sein
2. Die Teemischung muss man sich selber herstellen lassen. Weiter Hinweise zu Heiltees finden Sie in meinem Pflanzenheilkundebuch
3. Yamspulver aktiviert die Nebennieren und das Gelbkörperhormone, sollten Sie nehmen dürfen
4. bitte Ärzteliste von http://www.natum.de für ganzheitlich arbeitenden Frauenarzt überprüfen, alternativ http://www.erfahrungsheilkunde.org/2.html
viel Erfolg und herzliche Grüße
Klopf klopf, wie Schuppen von den Augen, seit 10 Jahren quäle ich mich rum. Tilidin, Kadaton, Amitriptin…. Mit 35 Jahren in den Wechseljahren, Muskeln wie ein trainierter Mann, kann aber nicht mal mehr eine Tasche tragen. Der ganze Körper ist so schmerzempfindlich, selbst leichte Berührung treibt mir Tränen in die Augen. Erst in 6 Wochen 28kg verloren, dann in 1 ,5 Jahren 40 kg zugenommen. Magen Darm Herz Augen Ohren Schlaf, mein Körper quält mich! Ich brauche dringend Hilfe im Raum Wiesbaden. Ich schaffe das so nicht mehr. Bitte helfen sie mir…
Tut mir wirklich leid, dass es Ihnen so schlecht geht. Wenn Sie glauben, dass das an der Schilddrüse liegen könnte, müssen Sie einfach Ihren Hausarzt um eine Überweisung zum Schilddrüsenspezialisten, bzw. Endokrinologen bitten. Der kann dann genau die Hormone und Antikörper bestimmen. Wenn Sie schon mit 35 in den Wechseljahren waren, scheinen ja auch andere Hormone nicht ausgeglichen zu sein.
sehr geehrte Frau Prof.Dr.Gerhard,
ganz zufällig wurde bei mir Hashimoto festgestellt,Antikörper letztes Jahr über 2500,jetzt ca 1050,TSH 1,85, ich nehme L-Thyroxin 50 und selen,meine Schilddrüse sieht laut Ärztin noch gut aus, jedoch gehts mir oft schlecht,schlapp,ohne Antrieb,Schwindel,dazu kommt noch,dass ich seit dem Tod meiner Oma 2009 an Angst und Panikatacken leide,ich erkenne mich nicht wieder und bin sehr traurig,auch habe ich das Gefühl,dass alles auf meine Psyche geschoben wird,ich hätte eine Frage und zwar möchte ich wissen,welche Mineralien und Vitamine ich nehmen kann, um meinen Körper wieder Kraft zu geben,für eine Antwort bin ich Ihnen unendlich dankbar,
mit freundlichen Grüßen
Bärbel Kristen
Liebe Bärbel,
mit ein paar Mineralien oder Vitaminen ist es sicher nicht getan. Es kann sein, dass Sie zusätzlich Progesteron brauchen. Hashimoto ist eine Erkrankung des gesamten Immunsystems und deshalb brauchen Sie einen ganzheitlich arbeitenden Arzt. Schauen Sie doch einfach mal, welcher Arzt in Ihrer Nähe Naturheilverfahren und/oder Homöopathie anbietet, und fragen Sie im Bekanntenkreis herum, wer mit welchem Therapeuten gute Erfahrungen gemacht hat. Ihr Krankheitsbild ist viel zu komplex, um jetzt nur ein Mittelchen anzupreisen, das alles wieder gut machen soll!
Sollten Sie niemanden finden, dann mailen Sie mich eunfach mit der Angabe Ihres Wohnortes an, vielleicht kenne ich zufällig jemanden.
Viel Glück!
Sehr geehrte Frau Prof.Dr. Gerhard
Ich habe auch Hashimoto , meine Hausarzt hat mir gesagt ,dass ich nie Fish essen darf :( .
Stimmt das oder?
MFG
Liebe Soraya,
in Maßen dürfen Sie Fisch essen, wenn Sie Schilddrüsenmedikamente einnehmen. Da Fisch Jod enthält und die Schilddrüse aus Jod ihr Hormon macht, hat Ihr Hausarzt Angst, dass das zu viel sein könnte. Auch Nahrungsergänzungsmittel, die Jod enthalten, sollten Sie nicht einnehmen oder nur nach Rücksprache mit Ihrem Arzt.
Sehr geehrte Frau Professor Gerhard,
ich bin ausgesesprochen froh, jemand Fachkundiges wie Sie anzutreffen.
Frage: Besteht Ihrer Auffassung nach eine realistische Chance, eine 10-jährige Hashimoto auszuheilen, selbst wenn andere Autoimmunerkrankungen zumindest landläufig als unheilbar gelten?
Konkreter Hintergrund: Bei mir liegt ein polyglanduläres Autoimmunsyndrom vor (d.h. Diabetes Typ I, Hashimoto, Hypothalamusinsuffiziens, Morbus Addison (sek/prim?), Amenorrhoe), neben einer mehr als doppelt pathologischen Colontransitzeit.
Mein Heilpraktiker ist der Auffassung, alle Symptome mit ausreichend Geduld, Leberentgiftung, Ozontherapie (?) und Homöopathie in den Griff zu bekommen.
Derzeit substituiere ich 125 (ehemals 150) Einheiten L-Thyrox, der TSH liegt bei 0,05 (also Übersubstitution), der ft3 bei 2,55 Einheiten)
Meiner Beobachtung zufolge kann ich beliebig viel L-Thyrox substituieren, ich bleibe mit dem ft3-Wert mehr oder weniger im Range von 2,0 bis 2,7.
Der Endokrinologe glaubt nun nach Jahren der Übersubstitution (zwecks Anvisieren eines passablen ft3-Wert), dass diese Übersubstitution langfristig enormen Stress für den Körper bedeute. Und tatsächlich habe ich diverse weitere Symptome entwickelt wie Belastungs-Asthma, Migräne etc.
Frage: Ist selbst eine 10-jährige Hashimoto mit den von Ihnen beschriebenn Maßnahmen evtl. noch ausheilbar? Eine Ozontherapie eher kontraproduktiv?
(kurz eine Zusammenstellung meiner Medikamente: L-Thyrox 125, Novofem, Humatrope1,1, Huminsulin…)
Entschuldigen Sie bitten den hiermit verbundenen Zeitaufwand.
Vielen herzlichen Dank schon mal vorab.
Mit freundlichem Gruß, Claudia Korte
Liebe Frau Korte,
Das Motto, das ich chronisch kranken Menschen oder auch Krebskranken immer wieder sage, ist: Heilung ist immer möglich. Allerdings sind diese sogen. Spontanheilungen oder Wunderheilungen selten. Meiner Erfahrung nach muss sich da wirklich etwas ganz Besonderes auf der nicht körperlichen, sondern energetischen oder geistigen Ebene abspielen. Ich hatte in einigen Artikeln schon auf das Phänomen der Wunderheilungen verwiesen. Wenn ich nur mein normales medizinisches Wissen heranziehe, sehe ich keine realistische Chance zur Heilung. Allerdings sollte durch eine gute Einstellung der Medikamente und eventuell eine begleitende ganzheitliche Therapie der Gesamtzustand gebessert werden können.
Viel Glück und gute Besserung!
Sehr geehrte Frau Professor Gerhard,
durch Zufall bin ich auf Ihre Seite im Internet gestoßen. Seit einigen Jahren wurde bei mir eine leicht vergrößerte Schilddrüse bzw. Schilddrüsenunterfunktion festgestellt. Hierzu nehme ich Jodetten Henning.
Allerdings habe ich seit einigen Tagen begonnen nach Hashimoto-Thyreoiditis zu recherchieren und mich ein bißchen einzulesen.
Zu meinem Hintergrund: ich bin seit 21 Jahren in Deutschland und habe seit dann von 58 auf z. Zt. 99 kg zugenommen. Bei meiner Übersiedlung war ich 33 Jahre alt und hatte bis dann noch nie 60 kg gewogen bei einer Höhe von 173 cm; als Kind und Jugendliche war ich sehr dünn, trotz dessen, dass ich wie „ein Scheunendrescher“ essen konnte.
Meine Mutter hat ein Jodunverträglichkeit und in meinem Herkunftsland wurde das Trinkwasser mit Jod versetzt.
Viele der Symptome bei Hashimoto-Thyreoiditis kann ich bei mir schon seit Jahren feststellen.
Lange wurde ich wegen Endometriose behandelt und bis zu guter letzt wurde dann 2000 meine Gebärmutter auch wg. Myombildung entfernt. Leider bin ich nie schwanger geworden und hatte eine eher unregelmäßige und mit starker Blutung einhergehende Regel; wenn sie mal regelmäßig war dann in einem sehr kurzen Zyklus von 20-23 Tagen.
In den ersten Jahren in Deutschland hatte ich den Eindruck den Stress physisch zu spüren. Da ich volltags beschäftigt bin, hat der Stress in den letzten Jahren auch nicht nachgelassen.
Leider habe ich mir nie richtig die Zeit genommen um den ganzen Symptomen nachzugehen bzw. habe sie als Lappalien betrachtet oder auf das älter werden geschoben wie z. B. das Tränen der Augen, geschwollene, manchmal sogar schmerzende Lymphknoten, Haarausfall, geschwollene Lider, Wasseransammlungen in den Beinen, brüchigen Nägel, rheumatische Schmerzen, kalte Füße, Schlafstörungen, Müdigkeit, Apathie manchmal, Libidoverlust etc. etc.
Im Januar d. J. hat mein Frauenarzt einen Hormonspiegel gemacht und festgestellt, dass mein Hormonhaushalt die Wechseljahre eingeleitet hat. Leider kenne ich die Werte nicht – könnte sie jedoch verlangen.
Vor zwei Jahren war ich in Stuttgart bei einem „namhaften“ Endokrinologen und dessen Fazit war: ich solle abnehmen, ansonsten sei alles i. O. Diese Aussage hat mich verunsichert und deshalb bin ich dem Thema „Schilddrüse“ nicht weiter nachgegangen. Nun haben mich jedoch ein paar Berichte in unterschiedlichen Medien wieder auf das Thema gebracht.
Meine Frage nun an Sie: wie kann ich feststellen, ob bei mir die Schilddrüse in Ordnung ist oder evtl. eine Hashimoto-Thyreoiditis vorliegt.
Da ich noch ein paar Jahre zu arbeiten habe, möchte ich dies mit Freude und Elan tun und nicht nur müde und abgeschlagen.
Mit Dank im voraus für Ihre Antwort
und freundlichen Grüßen
Hannelore Voinea
Liebe Frau Voinea,
lassen Sie, wie im ersten Artikel beschrieben, die Antikörper bestimmen und einen Spezial-US von der Schilddrüse machen: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hashimoto-thyreoiditis-%E2%80%93-clown-der-schilddrusenerkrankungen/ Wenn die Ergebnisse gut sind, helfen einfach nur: eine Veränderung Ihres stressigen Lebensstils, eine Ernährungsumstellung und eventuell verschiedene Nahrungsergänzungen. Auch immer an mögliche Umweltbelastungen denken und Elektrosmog reduzieren.
Viele Grüße
Vermute stark, dass ich ebenfalls betroffen bin. Da ich bereits 63 J. bin, zusätzlich nur Kassenpat. werden wohl wieder keine Abklärungsversuche gestartet – bisher wurde ich auf Hinweise zu extremer Gewichtszunahme (12 Kg in 9 Monaten),u.a. die nachfrage zu lipödem, weil OS extrem verdickt, nur auf das haben sie nicht reduziert. Nächtliche Schwitzattacken, Schlafstörungen, Haarausfall werden einfach ignoriert. Kann ich überhaupt H.Syndrom haben mit 63 J.? Allein eine Befragung nach Erblichkeit scheint bei mir jede therap. Maßnahme ad acta zu legen, denn ich habe weder eine Familie noch ein Wissen über diese – meine Unterlagen sind vernichtet worden (Adoptivmutter). Manchmal glaube ich, für Ärzte bin ich eine tolle Patientin, man muss nichts herausfinden, denn das geht nur gegen Bares u. genau davon habe ich zu wenig! Mir ist bereits 1x gesagt worden, dass ich als Kr.schw. keine Beschwerden habe, bzw. die nicht wirklich da wären…so „durfte“ ich unbehandelt 4 Wochen mit einem Hinterwandinfarkt rumkriechen, bevor überhaupt ein EKG erstellt wurde – nur damit ich Ruhe gebe und dann..ach herje.. Seitdem ist mein Vertrauen arg im Keller, zumal ich stets solche charakteristischen Antworten erhalte. Keine Diagnostik weil ehem. kr.schw., bzw. Kassengezwungene?! Dennoch bitte ich um Antwort was Krh.möglichkeit in meinem Alterbetrifft. Vielen Dank.M.Struzyna
Liebe Frau Struzyna,
Das klingt ja sehr bitter! Selbstverständlich kann jeder Internist bei Ihnen eine Schilddrüsenhormonuntersuchung veranlassen. Auch in Ihrem Alter kann man eine kranke Schilddrüse haben. Bestehen Sie auf der Untersuchung!
Viele Grüße!
hallo,
seit 2010 wurde bei Hashimoto festgestellt, seitdem geht geht es nur bergab,erst musste ich mit meinen Augen kämpfen dann bekam ich Endometriose und zum Schluss musste meine Gebärmutter entfernt werden wegen Myom Bildung. Mein Sorge bin nicht ich, weil man als Erwachsene steckt man vieles weg, sondern meine 15järige Tochter, sie bekam letztes Jahr Alopecia Areata. Keiner konnte mir sagen, was meiner Tochter fehlte, bis ich dahinter kam, dass das ein Symptom von Hashimoto ist. Ich habe mich mit dem Kinderarzt in der Wolle gehabt, bis er endlich die Antikörper kontrolliert hat, und siehe da, die Mama hatte recht, meine Tochter hat auch Hashimoto. Nun ist es so, dass alle Werte grenzwertig sind und sie daher keine Schilddrüsenhormone bekommt. Die Haare sind zwar nachgewachsen, aber es kommen immer wieder neue Stellen. Sie nimmt Z.z Selen 100 und zink 12,5, mein Problem ist, dass die Ärzte mich nicht ernst nehmen. Ich suche Hilfe, wir wohnen im Raum Köln
lg
sipontina
Liebe Frau Sipontina,
Offenbar spielt sowohl bei Ihrer Tochter als auch bei Ihnen das Immunsystem verrückt. Ihre Erkrankungen sind mir sehr verdächtig auf Umweltbelastungen. Sie sollten beide zu einem Arzt gehen, der sich auch in Umweltmedizin auskennt. Ich habe mal in der Ärzteliste der NATUM http://www.natum.de/29-0-arztsuche.html nachgesehen, in Köln gibt es Dr. Michael Radecki. Der wird Ihnen sicher weiterhelfen können.
Viel Erfolg und berichten Sie mal von Ihren Erfahrungen!