Bei Hashimoto liegt häufig eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel vor. Ganzheitliche Ursachensuche erforderlich.
Die Hashimoto-Thyreoiditis könnte man fast eine typische Frauenkrankheit nennen, denn zehnmal mehr Frauen als Männer leiden daran. Diese Schilddrüsenstörung kann anfangs ganz untypische Symptome zeigen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen. Es können Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion als auch der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Viele Frauen kennen sich selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.
Vor zwei Monaten hat Ihnen Christina Sachse ausführlich über diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse berichtet, die sie den Clown unter den Schilddrüsenkrankheiten nannte. Da bei kaum einer Erkrankung das hormonelle Gleichgewicht und gleichzeitig das Immunsystem so durcheinander sind wie bei Hashimoto, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen.
Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung
Ein Kollege von mir, Prof. Dr. Schulte-Übbing, dessen Arbeit ich Ihnen schon in früheren Artikeln vorgestellt habe, weist Erfahrungen sowohl mit der Hormontherapie als auch mit verschiedenen alternativen Methoden auf. Mit Ihm führte ich ein Interview zu seinem Vorgehen bei Hashimoto-Thyroiditis.
Was Hashimoto bedeutet
Prof. G: Können Sie für unser Netzwerk kurz zusammenfassen, was M. Hashimoto bedeutet, und welche Auswirkungen die Krankheit haben kann?
Prof. SU: Sehr gern. Der M. Hashimoto, auch „autoimmune Thyreoiditis“ oder „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ genannt, ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Auswirkungen auf das gesamte Hormonsystem und den gesamten Organismus haben kann. Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten Autoimmun- Thyreopathien gehört neben der Hashimoto- Thyreoiditis auch der Morbus Basedow. Zwischen beiden Krankheiten kann es auch diverse Übergänge geben.
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Prof. SU: Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Nach unserer Auffassung sollte ein M. Hashimoto behandelt werden, wenn entsprechende Symptome und/ oder auffällige Hormonwerte (z. B. fT3 und fT4 vermindert, TSH erhöht) vorliegen. Bei normalen fT3 und fT4 Werten kann u. U. auch ein erhöhter TSH Wert (als möglicher Hinweis auf eine bereits latente Unterfunktion) eine Indikation zur Behandlung darstellen. Genauere Angaben zur Diagnostik haben Sie ja schon in Ihrem Schilddrüsenartikel gemacht.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto
Prof. G: Was können wir gegen Hashimoto-Thyreoiditis tun? Und stimmt es wirklich, dass auch ein Progesteronmangel eine Rolle spielen kann?
Prof. SU: Wir betreuen viele Patientinnen mit M. Hashimoto. Bei sehr vielen sehen wir einen deutlichen Zusammenhang mit einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz.
Prof. G: Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?
Prof. SU: Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.
Prof. G: Wirkt die Therapie auch bei besonders hohen Antikörpern?
Prof. SU: Ja. Interessant ist, dass bei Patientinnen mit sehr hohen Antikörper- Ausgangswerten diese Therapie besonders wirksam zu sein scheint.
Prof. G: Viele Patientinnen mit M. Hashimoto sind schlechter belastbar, schlafen schlecht etc. Wirkt die Therapie auch in dieser Hinsicht?
Prof. SU: Ja. Die meisten Patientinnen geben an, dass sich durch die Therapie auch die körperliche und seelische Belastbarkeit, die Stimmung und der Schlaf bessern.
Prof. G: Sie erwähnen immer wieder mögliche Zusammenhänge zwischen M. Hashimoto, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Welche Krankheiten gehen noch mit Progesteronmangel und Östrogendominanz einher?
Prof. SU: Viele unserer Patientinnen mit gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungen (z. B. mit hormonabhängigen Tumoren (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs), Endometriose, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, Dysmenorrhö, Habituelle Aborte) haben nicht nur eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel. Viele Frauen leiden gleichzeitig auch unter einer Schilddrüsen- Unterfunktion, sehr oft unter einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Prof. G: Woher wissen Sie das? Gibt es dazu schon Studien?
Prof. SU: Nein, es gibt meines Wissens noch keine größeren Studien. Im Rahmen einer kleinen Praxis- Beobachtungsstudie achten wir besonders auf mögliche Zusammenhänge zwischen Progesteronmangel, Östrogendominanz und M. Hashimoto. Größere Zahlen liegen noch nicht vor.
Prof. G: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?
Prof. SU: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.
Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.
Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?
Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
Prof. G: Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
Prof. SU: Bei einer laborkontrollierten L- Thyroxin- plus Progesteron- Substitutionstherapie haben wir bisher keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet. Wir kontrollieren, wenn möglich, fT3, fT4, TSH, Anti TPO, TAK im Abstand von vier Wochen. Bestehen keine Symptome mehr, bzw. liegen dann alle Werte im Zielbereich, können die Kontrollabstände verlängert werden. Eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle kann bei guter Einstellung ausreichend sein.
Prof. G: Können Sie die Therapie mit einer naturidentischen Progesteronsalbe genauer erläutern?
Prof. SU: Bei nachgewiesenem Progesteronmangel therapieren wir, falls keine Gegenanzeigen bestehen, erfolgreich mit einer naturidentischen Progesteronsalbe (z. B. aus der Yams- Wurzel, je nach Serum- Laborwerten 3 %, 5 % oder 10 %). Diese kann z.B. abends (ein bis zwei Hübe) auf die Oberarm- Innenseite aufgetragen werden. Bei Hashimoto- Threoiditis kann sie auch direkt auf die Halsregion über der Schilddrüse aufgetragen werden.
Ein Fallbeispiel
L. S.-B., geb. 1967, 43 Jahre alt,
Patientin kommt im 3. Quartal 2010 in die Praxis.
Diagnosen: Uterus myomatosus, Dysmenorrhö, Metrorrhagien, bekannter therapieresistenter M. Hashimoto, chron. hohe Anti-TPO- Werte trotz normaler T3- , T4- Werte bei Thyroxin- Substitution, Leistungsverminderung, Müdigkeit.
Labor vor Therapie (14. und 21. Zyklustag): Östrogendominanz: Estron und Estradiol (14. ZT) massiv erhöht. Extremer Progesteronmangel (21.ZT) 1,22 ng/ml (Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO 95,4 IU/ml (Norm: < 9 IU/ml), Serotonin 43,01 ng/ml (Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Therapie: Progesteronsalbe, 10%, abends in der 2. Zyklushälfte
Labor nach Therapie (1. Quartal 2011): Estron und Estradiol (14. ZT) im Normbereich, Progesteron (21.ZT) im Normbereich (25 ng/ml, Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO erstmals halb so hoch (48,4 IU/ml, Norm: < 9 IU/ml). Serotonin besser (212,6 ng/ ml, Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Effekte: Myome sonographisch kleiner, dopplersonographisch weniger durchblutet, Zyklus normal. Keine Dysmenorrhö mehr. Leistung besser, voller Erfolg.
Follow up: 2. Quartal 2012: Zyklus regelmäßig, optimale Progesteronwerte (2. Zyklushälfte), T3, T4 normal, Dysmenorrhö minimal, Myome nach wie vor kleiner. Operation konnte vermieden werden. Patientin zufrieden.
Andere naturheilkundliche Ansätze
Prof. G: Gibt es auch noch andere naturheilkundliche Ansätze?
Prof. SU: Ja, eine Menge. In meinem Buch „Frauenheilkunde“ finden Sie eine Vielzahl naturheilkundlicher Rezepturen. Bewährt haben sich v. a. Heilpflanzen, die progesteronähnlich wirken können, z. B. Teemischungen, Tinkturmischungen oder Salben mit Extrakten u. a. aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schwertlilie, Steinsamen, Rainfarn und Weinraute. Die genannten Heilpflanzen können die Ovarial-, Nebennieren- und Hypophysen- Funktionen günstig beeinflussen und ggf. auch beruhigend bzw. harmonisierend auf das Zentrale Nervensystem und Neurovegetativum wirken.
Das Wolfstrappkraut
Das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus, bspw. in thyreo-loges Tropfen) hilft bei leichten Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Unterstützend setzte ich selbstverständlich auch gerne die Akupunktur, die Neuraltherapie und die Homöopathie ein. In diesem Webmagazin hat Ihnen eine Kollegin ein Beispiel der homöopathischen Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis gegeben.
Prof. G: Welche weiteren wichtigen Aspekte für die Therapie gibt es?
Prof. SU:
- Es gibt infektiologische Aspekte: Infektionen können hormonelle Störungen bewirken oder verstärken.
- Es gibt toxikologische Aspekte: Giftstoffe können M. Hashimoto, Progesteronmangel, Östrogendominanz bewirken oder verstärken.
- Wichtig sind auch diätetische Aspekte und
- immunologische Aspekte.
Infektionen bei Hashimoto
Prof. G: Welche infektiologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Die Hashimoto- Thyreoiditis kann und muss als sogenannte „Silent inflammation“ (stille Infektion) gesehen werden. Immundefizite und/ oder andere Entzündungsherde im Organismus können die Hashimoto- Thyreoiditis fördern.
Umweltgifte bei Hashimoto
Prof. G: Welche toxikologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.
Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.
Ernährung bei Hashimoto
Prof. G: Welche diätetischen Aspekte sind wichtig? Gibt es eine spezielle Anti- Hashimoto- Diät?
Prof. SU: Eine gezielte Ernährungs- Analyse und ggf. –Umstellung kann sehr sinnvoll sein. Aufgrund unserer Erfahrungen sind Genussgifte im Allgemeinen zu meiden (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Alkohol kann als Lösungsmittel wirken und ggf. die Effekte sog. Endokriner Disruptoren, vor allem von diversen Metall- Östrogenen, potenzieren. So wenig wie möglich tierische Fette (in diesen reichern sich Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. an). Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. So viel wie möglich Lebensmittel verzehren, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind, Getreide, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl kann das Wachstum progesteron- und östrogenabhängiger Zellen bremsen.
Häufig findet sich bei Patientinnen mit Hashimoto auch eine Glutenunverträglichkeit. Die Abwehrstoffe gegen Gluten kann man im Stuhl und im Blut nachweisen. Ist das der Fall, müssen sämtliche glutenhaltigen Getreide weggelassen werden: Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste. bei manchen Frauen ist es lediglich eine Weizenunverträglichkeit. Machen Sie am besten selber den Versuch und lassen Sie mal zwei Wochen alle Weizenprodukte weg. Wenn Sie sich wie neugeboren fühlen, wird auch Ihre Schilddrüse wieder normaler arbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. William Davis empfehlen: „Weizenwampe: warum Weizen dick und krank macht„. Darin erklärt er, dass der heutige Weizen so genetisch verändert wurde, dass das viele Gluten darin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führt. Er gibt Hilfestellung, wie man selber herausfinden kann, ob einem der Weizen schadet, und wie man wieder gesund werden kann.
Immunsystem bei Hashimoto
Prof. G: Welche immunologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Immundefizite können die Effekte von Entzündungen und Östrogendominanz noch mal verstärken. Eine Lymphozytendifferenzierung kann zeigen, ob immunologische Schwachstellen bestehen. Ein Mangel an Natürlichen Killerzellen, T- Helfer, T- Suppressorzellen oder B- Lymphozyten sowie eine Interleukin- Verschiebung sollten behandelt werden, z. B. mit hochdosierten Antioxidantien. Bewährt haben sich Vitamin-C-Infusionen (Hochdosis), ggf. plus Folsäure, Vitamin-B-Komplex, reduziertem Glutathion etc. Der Therapieerfolg sollte dann mittels Lymphozyten- Differenzierung kontrolliert werden.
Glutathion bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Glutathion erwähnt. Ich halte es für eine sehr wichtige Substanz und habe selbst einige Artikel darüber geschrieben. Können Sie dem Netzwerk kurz erklären, was Glutathion ist und wozu wir es brauchen?
Prof. SU: Sehr gern. Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid, d. h. eine Substanz, die aus drei wichtigen Aminosäuren besteht. Die Schilddrüsenrezeptoren sind – wie auch die Östrogen- und Progesteronrezeptoren – u. a. vom Glutathion- Stoffwechsel (bspw. von dem der sogenannten Glutathion-S-Transferase, GST, einem wichtigen Enzym) sowie von der Glutathionkonzentration abhängig. Ein Mangel an Glutathion-S-Transferase und an Glutathion kann M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel- Effekte fördern. Die Glutathion- und GST- Serumspiegel sollten gemessen werden. Ggf. sollte Glutathion (GSH) substituiert werden. Wir haben bei Hashimoto- Patientinnen sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten Glutathion- Infusionen gemacht. Wenn das nicht möglich ist, kann man auch das S-Acetylglutathion einnehmen. Vorher sollte aber eine Messung des reduzierten Glutathions in einem Speziallabor erfolgen.
Vitamin D bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Vitamin D3 erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Patientinnen mit Hashimoto- Thyreoiditis haben oft deutlich niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Serum als gesunde Frauen. Vitamin D3 zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende und antientzündliche Effekte. Die Vitamin D3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden, und Vitamin D sollte bei Mangel substituiert werden.
Selen bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Selen erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Selen ist zur Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. Die Funktion wichtiger Enzyme, wie z. B. die Aktivität der Glutathion-Peroxidase, ist selenabhängig. Bei Selenmangel kann das Gewebe durch H2O2 (=giftiges Wasserstoffperoxid) geschädigt werden. Auch die Aktivität eines anderen wichtigen Enzyms, der sogenannten Dejodase ist selenabhängig. Fehlt Selen, wird zu wenig T3 aus dem vorhandenen T4 hergestellt. Selen scheint generell bei einer Reihe von Entzündungsreaktionen vor allem von hormonellen Organen eine Schlüsselrolle zu spielen: Selen hat antientzündliche Effekte.
Psyche bei Hashimoto
Prof. G: Welche Rolle spielt die Psyche?
Prof. SU: Eine ganz große Rolle. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es sein kann, bei der Therapie des M. Hashimoto seelische, psychische und psychosomatische Faktoren mit einzubeziehen.
Zusammenfassung
Prof. G: Können Sie noch mal die wichtigsten Zusammenhänge zusammenfassen?
Prof. SU: Sehr gerne. Wir sehen bei unseren Patientinnen immer wieder Zusammenhänge zwischen dem Auftreten einer Hashimoto- Thyreoiditis, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Oft besteht auch ein gleichzeitiger Selen-, Zink- und Vitamin- D- Mangel. Wenn wir neben der Substitution der Schilddrüsenhormone sowie von Selen, Zink und Vitamin- D3 den Progesteronmangel behandeln, können wir immer wieder beobachten, dass dadurch die Schilddrüsenantikörper sinken, meist innerhalb von 2- 6 Monaten, um im Schnitt etwa um dreißig bis fünfzig Prozent. Dies gilt auch für sogenannte therapieresistente hypothyreote Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution bestehen bleiben. Wirksam scheint der beschriebene Effekt vor allem bei Patientinnen mit hohen Antikörper- Ausgangswerten zu sein. Viele Patientinnen äußern auf Befragen, dass sich durch die Therapie auch Schlaf, Stimmung sowie körperliche und seelische Belastbarkeit besserten. Für dauerhafte Besserung ist es natürlich erforderlich, dass Umweltbelastungen so weit wie möglich reduziert werden und dass die Ernährung angepasst wird.
Prof. G: Vielen Dank für das sehr interessante Interview. 
Für alle, die weitere Informationen über Hormone und Hormonstörungen wünschen, weise ich auf Clio 75 hin. In dieser Broschüre des FFGZ Berlin geht es um Schilddrüsenhormone, männliche und weibliche Hormone und vieles mehr.
Zur Person: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Übbing
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing ist Frauenarzt mit der Spezialisierung Umweltmedizin, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie. Er leitet das Umweltmedizinische Therapiezentrum am Dom in München. Schulte-Uebbing ist umweltmedizinischer Gutachter, Autor medizinischer Fach- und Lehrbücher und international gefragter Referent. Er hält regelmäßig Vorlesungen und hat seit 2007 eine Professur.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstr. 7A
80333 München
Tel.: 089/ 299655
089/ 299655
Fax: 089/299672
E-Mail: info@prof-schulte-uebbing.de
Und welche Erfahrungen haben Sie mit der ganzheitlichen Behandlung der Hashimoto- Schilddrüsenerkrankung gemacht? Berichten Sie doch Ihren Leidensgenossinnen in einem Kommentar darüber.







Netzwerk Frauengesundheit





Hallo Frau Dr. Gerhard,
Ich danke vorab für Ihre Aufmerksamkeit.
Seit Okt. 2013 leide ich unter permanentem Schwindel, konzentrationsschwaeche und Erschöpfungszuständen mit erhöhtem Schlafbedarf und körperlich. Schwäche.
Seit Jan 2014 bin ich krankgeschrieben und nachdem von meinem Hausarzt ausgeschlossen hat, nun in Psychotherapie. Da ich seit Jahren unter PMS leide u. mir vorstellen konnte, dass hormonelle Faktoren ggfs auch ursaechlich sein könnten, habe ich beim Endokrinologen einen Hormon-Status erstellen lassen und es stellte sich ein Progesteronmangel (<0,2ng/ml) u. Oestradiolmangel (27,6pg/ml), so wie ein leicht erhöhter TPO AK-Wert(18,3IU/ml) heraus. LH u. FSH im Normbereich.
Da ich seit Jahren bereits Aufgrund einer diagnostizierten SD-Unterfunktion L-Thyroxin nehme, waren diese Werte ebenfalls im Normbereich.
Der Endokrinolog empfahl nun die Einnahme von Selen u. Progesteron.
Meine Gynäkologin hat mir Progestan 2x100mg von Dr. kade verschrieben, ist aber auf die SD-Thematik nicht eingegangen. Ist diese Medikation aus Ihrer Sicht sinnvoll u. In welchem Rhythmus sollte ich deshalb nochmal Blutuntersuchungen einfordern? sehen Sie einen Zusammenhang mit meinen Symptomen?
Vielen Dank!
Liebe Kathrin,
Die Blutentnahme fand sicher nicht 5-8 Tage vor der Periode statt, sondern zu kurz vor oder nach der Periode. Deshalb weiß ich nicht, ob die alleinige Progestan-Gabe sinnvoll ist. In diesem Artikel wird genau auf die Progesteron-Problematik eingegangen http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/progesteron-das-hormon-der-weisheit-richtig-einsetzen/ Kann sein, dass Sie auch Östrogen brauchen, kann sein, dass auch die Nebennieren nicht richtig arbeiten. Den TPO-AK von 18.3 können Sie erstmal vergessen!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
seit Juli 2013 weiss ich definitiv, dass ich Hashimoto habe.
Ich nehme keine Hormontabletten, leide aber an Haarausfall
und habe eine erhöhte Infektanfälligkeit und wenn ich Sport
betreibe muß ich vorher Warm-ups machen,ansonsten tun mir die
Gelenke (Bänder oder Sehen ) weh.
Vor 10 Jahren habe ich einen Bluttest machen lassen, der
deutet auf Hashimoto.
Die Werte sind im Normbereich und ich fühle mich ansonsten gut.
Mich interessiert, ob ich die Antikörper durch die Einnnahme von
Omega-3 Fettsäuren (Leinöl) reduzieren kann?
LG
Lisa Sonntag
Liebe Lisa,
Leinöl alleine reicht sicher nicht aus. Lassen Sie sich von einem Arzt für Naturheilkunde ganzheitlich beraten.
Sehr geehrte Frau Doktor.
Ich hatte am 5.2.2014 eine Schilddrüsenuntersuchung.
Heraus kam Hashimoto mit unterfunktion.
angeraten wurden 75er tabletten.
da ich aber an Faktor V Leiden erkrankt bin darf ich laut Krankenhaus keinerlei Hormone einnehmen. Was mir auch vor 1,5 wochen von einem andren Krankenhaus bestätigt wurde.
was bedeutet das für mich? oder gibt es doch medikamente die ich nehmen darf? oder alternativ Medizin ?
WEil was ich so im net gelesenhabe hat eine nicht behandlung über die zeit fatale folgen.
vielen dank für ihre zeit und eine antwort.
lg barbara
Liebe Barbara,
sie sollen nur keine Östrogene nehmen, Schilddrüsenhormone sind erlaubt.
Vielen Dank für ihre schnelle Antwort!
Meine Frauenärztin ist eine Ärztin für Frauenheilkunde,Geburtshilfe und Naturheilkunde/Naturheilverfahren. Sie müsste doch solche Untersuchungen auch machen können? Werde sie auf jeden fall darauf ansprechen!
Liebe Grüße
Hallo Frau Dr. Gerhard,
ich bin 32 Jahre und kämpfe seit der Geburt meiner Tochter mit meinem Gewicht.
Ich habe meine Ernährung letztes Jahr umgestellt(ende Okt. 13), esse nicht mehr als 30g Kohlenhydrate am Tag und keinen Zucker.
Hatte ich letztes Jahr im März schon mal probiert und über 2 Monate gemacht. Dabei lediglich nur 1Kg abgenommen. Daraufhin ging ich zu meiner Frauenärztin und fragte ob das an den Hormonen liegen könnt.
Da ich nur sehr schwer und langsam an Gewicht verliere. Sie meinte ja, meinem Körper fehlt das Gelbkörperhormon, deshalb würd ich auch kein Gewicht verlieren. Bei einem Hormontest kam heraus dass ich Progesteronmangel habe, warscheins durch die jahrelange Pilleneinnahme. Frauenärztin gab mir die Progestan Kapseln da ich auch immer ca. eine Woche nach meiner Periode dicke Beine bekomme und einen aufgeblähten Bauch. Nehme ansonsten noch L-thyroxin 25. Von den Progestan Kapseln bin ich bei mittlerweile 3 stück (ab 14.Tag nach Periode-24.) vor dem schlafen gehen und trotzdem finde ich, hat sich noch nichts geändert. Ist die Dosierung evtl immer noch zu niedrig oder könnte es auch an was anderem liegen?
Liebe Sabrina,
Wie Sie Ihren Zustand beschreiben, scheint wirklich eine Östrogendominanz vorzuliegen. Aber was ist die Ursache der Östrogendominanz? Meistens fehlen dem Körper wichtige Arbeitsstoffe, wie Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Enzyme. Auch die Darmfunktion ist meistens eingeschränkt. Sie sollten sich von einem naturheilkundlich arbeitenden Arzt beraten lassen. Die Gesellschaft der Ärzte für Erfahrungsheilkunde http://www.erfahrungsheilkunde.org/2.html kann Ihnen vielleicht einen Ansprechpartner nennen.
Viel Glück und berichten Sie ruhig mal, was Ihnen geholfen hat!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
erst einmal Danke, dass Sie sich hier so engagieren.
Meine Frage an Sie, kennen Sie vielleicht eine/n gute/n Arzt/in hier in Berlin?
Meine Lebensgefährtin leidet an seid Jahren an sämtlichen Symptomen von Hashimoto und wird nirgends adäquat behandelt.
Obwohl die Blutwerte teilweise über bzw. unter der Norm lagen und auch die Antikörpernachgewiesen wurden, wurde das entweder auf falsche Laborergebnisse geschoben oder einfach nicht beachtet.
Ich war zu vielen dieser Untersuchungen mit und konnte es selber nicht fassen, wie Ärzte hier in Berlin arbeiten.
Obwohl meine Partnerin wirklich freundlich gefragt hat, wurde sie teilweise der Praxis verwiesen oder sollte sich lieber bei einem Psychiater vorstellen.
Bloß weil Sie den Tränen nah war, wenn mal wieder gesagt wurde: alle Werte seien „normal“…
Wir waren bereits beim Endokrinologikum Berlin und der Endokrinologie in der Charité, das waren wirklich die schlimmsten von allen und in den letzten 8 Jahren sind wir nun bei insgesamt 35 Ärzten angelangt.
Wenn Sie niemanden in Berlin kennen, würden wir auch zu Ihnen nach Heidelberg kommen, Hauptsache jemand tut endlich mal etwas, danke.
Lieber Alex,
Ich praktiziere leider nicht mehr und kenne auch keinen Arzt in Berlin, den ich Ihnen empfehlen könnte. Unter http://www.natum.de/29-0-arztsuche.html finden Sie ganzheitlich arbeitende Frauenärzte, bspw Frau Dr. Bark Chinesische Medizin in Berlin.
Die Gesellschaft der Ärzte für Erfahrungsheilkunde http://www.erfahrungsheilkunde.org/2.html kann Ihnen vielleicht auch einen Ansprechpartner nennen.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Lebensgefährtin viel Glück, nicht aufgeben!
Liebe Frau Dr. Gerhard,
ich hätte zwei Fragen an Sie:
1. Ich leide seit ca. 7 Jahren oder länger an Hashimoto und bin mehr oder weniger erschöpft. meine TPO-Antikörper
sind von damals fast 9000 auf momentan 94 zurückgegangen. Welche Aussagekraft hat eigentlich die Höhe der Antikörper? Ich habe gelesen, dass die Höhe nicht entscheidend ist. Stimmt das? Ist es überhaupt möglich, mit eingestellten Schilddrüsenwerten niedrige AK-Werte zu haben bei Hashimoto? Oder liegen dann noch andere gesundheitliche Probleme vor?
2. Bei mir wurde bei der Radionik festgestellt, dass mein Körper zu 90 Prozent mit Aluminium belastet ist.Habe gelesen, dass dadurch Autoimmunerkrankungen, Allergien und Asthma entstehen können. Ich habe alle 3.
Der Witz ist nur, dass es sicherlich von der Desensibilisierungsspritze kommt, die ich ja wegen meiner Haustaubmilbenallergie und dem Asthma bekomme. Mein HNO meint, dass die Dosis nichts ausmache und es kein
Präparat ohne Aluminium gäbe. Stimmt das? Er hat mir geraten weiterzumachen. Was soll ich jetzt tun? Eine Entgiftung würde ja dann nichts bringen, wenn ich jeden Monat eine Desensibilisierungsspritze erhalte.
Ich habe auch des öfteren Schlafstörungen und zwei meiner 3 Kinder nässen nachts ein (10 und fast 6 Jahre alt, der Große, 11, Gott sei Dank nicht), was für mich oft sehr belastend ist.
Viele Grüße und vielen Dank schon im Voraus!
Regine
Liebe Regine,
entschuldigen Sie, da ist die Antwort wohl total bei mir untergegangen. Die Höhe der SD-AK sagt schon was aus, nämlich wie stark Ihr Immunsystem auf Ihre eigenen SD-Zellen reagiert. Da die Werte so schön abgefallen sind, scheint sich die Situation ja etwas beruhigt zu haben. Zu den Desensibilisierungsspritzen kann ich Ihnen nichts sagen, weiß Ihr HNO-Arzt sicher besser. Ob Ihre diversen Autoimmunkrankheiten nur durch das Aluminium bedingt sind, kann ich auch nicht sagen. Meistens sind es mehrere Umweltgifte, die den Körper so belasten, dass Autoimmunkrankheiten entstehen. Am besten suchen Sie sich einen Arzt für Naturheilkunde, der Sie ganzheitlich behandelt: Ernährungsberatung, Nahrungsergänzungsmittel, entgiften, Darmbehandlung usw. In Würzburg gibt es eine HNO-Praxis, Dr. Ohnsorge, die auch Umweltmedizin und Naturheilweisen macht, vielleicht wäre das mal eine Anlaufstelle für Sie: http://www.hno-juliuspromenade.de/main.html
Viel Erfolg!
Guten Tag Dr. Gerhard,
vielen Dank für Ihre Antwort! Ich habe einen leichten VitD-Mangel, Selenwert ist im Normbereich und ich habe 1 Amalgamfüllung (schon seit ca. 20 Jahren).
Selen und VitD wurden mir verschrieben und die nehme ich seit 5 Wochen. Die Antikörper bleiben aber unverändert.
Würden Sie empfehlen, die Amalgamfüllüng duch z.B Kunststofffüllung zu ersetzen? Ich habe gelesen, dass durch boren wird noch mehr Quecksilber freigesetzt, was noch schädlicher wäre als die alte Füllung…
Danke vielmals
Jamina
Liebe Jamina,
ich empfehle Ihnen dieses Buch: „Lass Dich nicht vergiften“ von Dr. Mutter. Er ist DER Spezialist bzgl. Amalgam. Es muss nur vorsichtig rausgemacht und hinterher ausgeleitet werden. Wenn Sie erst seit 5 Wochen die Nahrungsergänzungen nehmen, können Sie noch keine Wunder erwarten. Bitte auch an die Darmbehandlung denken!
Viele Grüße
Sehr geehrte Frau Dr.Gerhard,
ich würde gerne Ihre Meinung zu meiner Situation wissen:
eine Schilddrüse-Untersuchung wegen unerfüll. Kinderwunsch (alle Hormone in Ordnung, der Zyklus ist verlängert, ES ca. am ZT 20).
Anbei meine Werte:
09.01.2014
TSH basal – 1,68 mIU/l
FT3 – 3,03 ng/l
FT4 – 11,90 ng/l
TPO – 277 IU/ml
TRAK – 0,85 IU/l
Progesteron – 6,75mg/l (ZT20)
28.02.2014 (ein anderes Labor)
TSH basal – 1,62 mIU/l
FT3 – 2,99 pg/ml
FT4 – 1,26 ng/dl
TPO – 272 IU/ml
TSH-Rezeptor Ak – 1,0 IU/l
Weitere Progesteronwerte (aus unterschiedlichen Zyklen):
27ZT – 15,3 ng/ml
20ZT – 6,48 ng/ml
20ZT – 5,63 ng/ml
Meine FA ist der Meinung, ich muss die Schilddrüsenwerte verbessern (T3 höher, TSH unter 1), der Zyklus wird sich dadurch verkürzen, also L-Thyroxin 50 nehmen.
Der Endokrinologe sieht keine Unterfunktion und keine Notwendigkeit, Thyroxin zu nehmen.
Miene Fragen:
– wie sehen Sie das?
– wenn ja, welche Dosierung werden Sie empfehlen?
– wenn die Werte im Normbereich sind, schadet Thyroxin der Schilddrüse (wird dann die eigene Hormonproduktion verringert)?
– wenn ich jetzt mit L-Thyroxin anfangen muss ich die Tabletten dann für immer nehmen oder kann man die dann wieder absetzen?
Vielen Dank
Jamina
Liebe Jamina,
Stimme Ihrem Endokrinologen zu. Der leicht erhöhte Progesteronwert am 20. Tag spricht für einen Eisprung am 18.-19. Tag. Am 27. haben Sie ja einen guten Progesteronwert. Wenn dann die Periode erst nach dem 32. Tag kommt, ist ja alles gut. Der Prolaktinwert wäre im Zusammenhang mit dem Zyklus noch wichtig. Versuchen Sie mal Agnus castus (Agnucaston oder Femicur N) zur Zyklusstabilisierung. Und warum haben Sie die SD-AK? Amalgam, Selenmangel, Vitamin-D-Mangel, Darm nicht gesund? Mal die Ursache suchen und behandeln!
Viel Glück!
Liebe Frau Dr.Gerhard,
vor genau 2 Jahren, wurde bei mir Hashimoto diagnostiziert. Mir ging es zu der Zeit sehr schlecht, da sich ein Großteil von Über,- und Unterfunktion vermischt hatte. Ich hatte ständig mit einem zu hohen Blutdruck, Herzstolpern/Rhytmusstörungen und einem ständigen Schwindel zutun. Meine Laborwerte lagen immer im Bereich der Norm, mein TSH zwischen 1,9 und 2,7. Da ich in einem Labor arbeite kann ich die Werte ständig selbst kontrollieren. Mein Hausarzt hat mir Selen, Vitamin D und andere Vitaminpräparate empfohlen, die ich zur Zeit auch immer noch einnehme. Zusätzlich ging ich zu einer Endokrinologin, die mich dann mit L-Thyroxin 50 eingestellt hat. Mein Zustand hat sich dann zeitweise verbessert aber auch zeitweise ging es mir wieder schlechter. Seit Januar diesen Jahres, habe ich mit vielen Unterbrechungen im durchschnitt 4 – 5 Std. Schlaf pro Nacht. Hinzu kommen starke Unruhe, verstärktes Herzrasen, Herzstolpern, kurzfristig zu hohen Blutdruck, Schwindel, Magen,- Darmbeschwerden und immer heftigere Angstsymptome. Da die Endokrinologin sich nicht mal 2 min. Zeit genommen hat, bin ich auf anraten einer Bekannten zu einer Nuklearmedizinerin, die sich verstärkt mit Hashimoto beschäftigt. Sie hat mir Vorgeschlagen, von L-Thyroxin 50. auf Novothyral 50 umzusteigen, da laut ihrer Erfahrung es vielen Hashimotopatienten dadurch besser ging. Seit 3 Wochen nehme ich Novothyral und es geht mir noch schlechter.
Meine Werte lagen am 06.01.2014:
FT4 : 12,4 ng/l Normwert: 9,3 – 17
FT3 : 2,8 pg/ml 1,7 – 3,7
TSH : 0,4 mU/ml 0,35 – 4,5
Anti TPO : 113 Iu /ml
Meine Werte mit Novothyral nach 3 Wochen:
FT4 : 10,1
FT3 : 3,6
TSH : 0,2
Nehme zusätzlich noch ein Pflaster mit Östrogenen mit tgl. 7 Mikrogramm.
Meine Werte waren vor 2 Jahren:
Estradiol : < 20
Testosterone : < 20
FSH : 142
Meine Frage an Sie, ist das Novothyral für mich zu hoch dosiert, da es T3 enthält und könnte ich L-Thyroxin und Novothyral kombinieren, so dass ich z.B. nur L-Thyroxin 25 und Novothyral 25 einnehme, so dass T3 nicht zu hoch dosiert ist?
Im vorraus bedanke ich mich ganz herzlich und wünsche Ihnen eine gute Zeit.
Liebe Grüsse Andrea M.
Liebe Andrea,
ich habe den Eindruck, dass Sie sich viel zu sehr auf die Schilddrüse fokussieren, anstatt die Ursache der Beschwerden herauszubekommen. In dem Artikel finden Sie ja Anregungen bzgl. Umweltbelastungen, Nahrungsmittelunverträglichkeit, wobei besonders dem Weizen eine wichtige Rolle zukommt. Ihre Symptome passen wunderbar zu einer Nahrungsmittelunverträglichkeit und Darmstörung! Suchen Sie einen Arzt für Naturheilkunde, der mal ein bisschen weiter denkt! Das Pflaster scheint mir ebenfalls nicht ausreichend zu sein, und ein bioidentisches Progesteron nehmen Sie ja offenbar gar nicht. 2 Jahre alte Hormonwerte sind von der Diagnostik her etwas kümmerlich. Und die Anti TPOs und Schilddrüsenwerte sind so wenig auffallend, dass sie Ihre starken Beschwerden nicht erklären. Ich drücke Ihnen die Daumen, dass Sie einen kompetenten ganzheitlichen Therapeuten finden! Gute Besserung!