Bei Hashimoto liegt häufig eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel vor. Ganzheitliche Ursachensuche erforderlich.
Die Hashimoto-Thyreoiditis könnte man fast eine typische Frauenkrankheit nennen, denn zehnmal mehr Frauen als Männer leiden daran. Diese Schilddrüsenstörung kann anfangs ganz untypische Symptome zeigen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen. Es können Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion als auch der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Viele Frauen kennen sich selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.
Vor zwei Monaten hat Ihnen Christina Sachse ausführlich über diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse berichtet, die sie den Clown unter den Schilddrüsenkrankheiten nannte. Da bei kaum einer Erkrankung das hormonelle Gleichgewicht und gleichzeitig das Immunsystem so durcheinander sind wie bei Hashimoto, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen.
Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung
Ein Kollege von mir, Prof. Dr. Schulte-Übbing, dessen Arbeit ich Ihnen schon in früheren Artikeln vorgestellt habe, weist Erfahrungen sowohl mit der Hormontherapie als auch mit verschiedenen alternativen Methoden auf. Mit Ihm führte ich ein Interview zu seinem Vorgehen bei Hashimoto-Thyroiditis.
Was Hashimoto bedeutet
Prof. G: Können Sie für unser Netzwerk kurz zusammenfassen, was M. Hashimoto bedeutet, und welche Auswirkungen die Krankheit haben kann?
Prof. SU: Sehr gern. Der M. Hashimoto, auch „autoimmune Thyreoiditis“ oder „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ genannt, ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Auswirkungen auf das gesamte Hormonsystem und den gesamten Organismus haben kann. Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten Autoimmun- Thyreopathien gehört neben der Hashimoto- Thyreoiditis auch der Morbus Basedow. Zwischen beiden Krankheiten kann es auch diverse Übergänge geben.
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Prof. SU: Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Nach unserer Auffassung sollte ein M. Hashimoto behandelt werden, wenn entsprechende Symptome und/ oder auffällige Hormonwerte (z. B. fT3 und fT4 vermindert, TSH erhöht) vorliegen. Bei normalen fT3 und fT4 Werten kann u. U. auch ein erhöhter TSH Wert (als möglicher Hinweis auf eine bereits latente Unterfunktion) eine Indikation zur Behandlung darstellen. Genauere Angaben zur Diagnostik haben Sie ja schon in Ihrem Schilddrüsenartikel gemacht.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto
Prof. G: Was können wir gegen Hashimoto-Thyreoiditis tun? Und stimmt es wirklich, dass auch ein Progesteronmangel eine Rolle spielen kann?
Prof. SU: Wir betreuen viele Patientinnen mit M. Hashimoto. Bei sehr vielen sehen wir einen deutlichen Zusammenhang mit einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz.
Prof. G: Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?
Prof. SU: Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.
Prof. G: Wirkt die Therapie auch bei besonders hohen Antikörpern?
Prof. SU: Ja. Interessant ist, dass bei Patientinnen mit sehr hohen Antikörper- Ausgangswerten diese Therapie besonders wirksam zu sein scheint.
Prof. G: Viele Patientinnen mit M. Hashimoto sind schlechter belastbar, schlafen schlecht etc. Wirkt die Therapie auch in dieser Hinsicht?
Prof. SU: Ja. Die meisten Patientinnen geben an, dass sich durch die Therapie auch die körperliche und seelische Belastbarkeit, die Stimmung und der Schlaf bessern.
Prof. G: Sie erwähnen immer wieder mögliche Zusammenhänge zwischen M. Hashimoto, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Welche Krankheiten gehen noch mit Progesteronmangel und Östrogendominanz einher?
Prof. SU: Viele unserer Patientinnen mit gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungen (z. B. mit hormonabhängigen Tumoren (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs), Endometriose, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, Dysmenorrhö, Habituelle Aborte) haben nicht nur eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel. Viele Frauen leiden gleichzeitig auch unter einer Schilddrüsen- Unterfunktion, sehr oft unter einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Prof. G: Woher wissen Sie das? Gibt es dazu schon Studien?
Prof. SU: Nein, es gibt meines Wissens noch keine größeren Studien. Im Rahmen einer kleinen Praxis- Beobachtungsstudie achten wir besonders auf mögliche Zusammenhänge zwischen Progesteronmangel, Östrogendominanz und M. Hashimoto. Größere Zahlen liegen noch nicht vor.
Prof. G: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?
Prof. SU: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.
Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.
Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?
Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
Prof. G: Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
Prof. SU: Bei einer laborkontrollierten L- Thyroxin- plus Progesteron- Substitutionstherapie haben wir bisher keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet. Wir kontrollieren, wenn möglich, fT3, fT4, TSH, Anti TPO, TAK im Abstand von vier Wochen. Bestehen keine Symptome mehr, bzw. liegen dann alle Werte im Zielbereich, können die Kontrollabstände verlängert werden. Eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle kann bei guter Einstellung ausreichend sein.
Prof. G: Können Sie die Therapie mit einer naturidentischen Progesteronsalbe genauer erläutern?
Prof. SU: Bei nachgewiesenem Progesteronmangel therapieren wir, falls keine Gegenanzeigen bestehen, erfolgreich mit einer naturidentischen Progesteronsalbe (z. B. aus der Yams- Wurzel, je nach Serum- Laborwerten 3 %, 5 % oder 10 %). Diese kann z.B. abends (ein bis zwei Hübe) auf die Oberarm- Innenseite aufgetragen werden. Bei Hashimoto- Threoiditis kann sie auch direkt auf die Halsregion über der Schilddrüse aufgetragen werden.
Ein Fallbeispiel
L. S.-B., geb. 1967, 43 Jahre alt,
Patientin kommt im 3. Quartal 2010 in die Praxis.
Diagnosen: Uterus myomatosus, Dysmenorrhö, Metrorrhagien, bekannter therapieresistenter M. Hashimoto, chron. hohe Anti-TPO- Werte trotz normaler T3- , T4- Werte bei Thyroxin- Substitution, Leistungsverminderung, Müdigkeit.
Labor vor Therapie (14. und 21. Zyklustag): Östrogendominanz: Estron und Estradiol (14. ZT) massiv erhöht. Extremer Progesteronmangel (21.ZT) 1,22 ng/ml (Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO 95,4 IU/ml (Norm: < 9 IU/ml), Serotonin 43,01 ng/ml (Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Therapie: Progesteronsalbe, 10%, abends in der 2. Zyklushälfte
Labor nach Therapie (1. Quartal 2011): Estron und Estradiol (14. ZT) im Normbereich, Progesteron (21.ZT) im Normbereich (25 ng/ml, Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO erstmals halb so hoch (48,4 IU/ml, Norm: < 9 IU/ml). Serotonin besser (212,6 ng/ ml, Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Effekte: Myome sonographisch kleiner, dopplersonographisch weniger durchblutet, Zyklus normal. Keine Dysmenorrhö mehr. Leistung besser, voller Erfolg.
Follow up: 2. Quartal 2012: Zyklus regelmäßig, optimale Progesteronwerte (2. Zyklushälfte), T3, T4 normal, Dysmenorrhö minimal, Myome nach wie vor kleiner. Operation konnte vermieden werden. Patientin zufrieden.
Andere naturheilkundliche Ansätze
Prof. G: Gibt es auch noch andere naturheilkundliche Ansätze?
Prof. SU: Ja, eine Menge. In meinem Buch „Frauenheilkunde“ finden Sie eine Vielzahl naturheilkundlicher Rezepturen. Bewährt haben sich v. a. Heilpflanzen, die progesteronähnlich wirken können, z. B. Teemischungen, Tinkturmischungen oder Salben mit Extrakten u. a. aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schwertlilie, Steinsamen, Rainfarn und Weinraute. Die genannten Heilpflanzen können die Ovarial-, Nebennieren- und Hypophysen- Funktionen günstig beeinflussen und ggf. auch beruhigend bzw. harmonisierend auf das Zentrale Nervensystem und Neurovegetativum wirken.
Das Wolfstrappkraut
Das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus, bspw. in thyreo-loges Tropfen) hilft bei leichten Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Unterstützend setzte ich selbstverständlich auch gerne die Akupunktur, die Neuraltherapie und die Homöopathie ein. In diesem Webmagazin hat Ihnen eine Kollegin ein Beispiel der homöopathischen Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis gegeben.
Prof. G: Welche weiteren wichtigen Aspekte für die Therapie gibt es?
Prof. SU:
- Es gibt infektiologische Aspekte: Infektionen können hormonelle Störungen bewirken oder verstärken.
- Es gibt toxikologische Aspekte: Giftstoffe können M. Hashimoto, Progesteronmangel, Östrogendominanz bewirken oder verstärken.
- Wichtig sind auch diätetische Aspekte und
- immunologische Aspekte.
Infektionen bei Hashimoto
Prof. G: Welche infektiologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Die Hashimoto- Thyreoiditis kann und muss als sogenannte „Silent inflammation“ (stille Infektion) gesehen werden. Immundefizite und/ oder andere Entzündungsherde im Organismus können die Hashimoto- Thyreoiditis fördern.
Umweltgifte bei Hashimoto
Prof. G: Welche toxikologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.
Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.
Ernährung bei Hashimoto
Prof. G: Welche diätetischen Aspekte sind wichtig? Gibt es eine spezielle Anti- Hashimoto- Diät?
Prof. SU: Eine gezielte Ernährungs- Analyse und ggf. –Umstellung kann sehr sinnvoll sein. Aufgrund unserer Erfahrungen sind Genussgifte im Allgemeinen zu meiden (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Alkohol kann als Lösungsmittel wirken und ggf. die Effekte sog. Endokriner Disruptoren, vor allem von diversen Metall- Östrogenen, potenzieren. So wenig wie möglich tierische Fette (in diesen reichern sich Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. an). Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. So viel wie möglich Lebensmittel verzehren, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind, Getreide, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl kann das Wachstum progesteron- und östrogenabhängiger Zellen bremsen.
Häufig findet sich bei Patientinnen mit Hashimoto auch eine Glutenunverträglichkeit. Die Abwehrstoffe gegen Gluten kann man im Stuhl und im Blut nachweisen. Ist das der Fall, müssen sämtliche glutenhaltigen Getreide weggelassen werden: Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste. bei manchen Frauen ist es lediglich eine Weizenunverträglichkeit. Machen Sie am besten selber den Versuch und lassen Sie mal zwei Wochen alle Weizenprodukte weg. Wenn Sie sich wie neugeboren fühlen, wird auch Ihre Schilddrüse wieder normaler arbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. William Davis empfehlen: „Weizenwampe: warum Weizen dick und krank macht„. Darin erklärt er, dass der heutige Weizen so genetisch verändert wurde, dass das viele Gluten darin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führt. Er gibt Hilfestellung, wie man selber herausfinden kann, ob einem der Weizen schadet, und wie man wieder gesund werden kann.
Immunsystem bei Hashimoto
Prof. G: Welche immunologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Immundefizite können die Effekte von Entzündungen und Östrogendominanz noch mal verstärken. Eine Lymphozytendifferenzierung kann zeigen, ob immunologische Schwachstellen bestehen. Ein Mangel an Natürlichen Killerzellen, T- Helfer, T- Suppressorzellen oder B- Lymphozyten sowie eine Interleukin- Verschiebung sollten behandelt werden, z. B. mit hochdosierten Antioxidantien. Bewährt haben sich Vitamin-C-Infusionen (Hochdosis), ggf. plus Folsäure, Vitamin-B-Komplex, reduziertem Glutathion etc. Der Therapieerfolg sollte dann mittels Lymphozyten- Differenzierung kontrolliert werden.
Glutathion bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Glutathion erwähnt. Ich halte es für eine sehr wichtige Substanz und habe selbst einige Artikel darüber geschrieben. Können Sie dem Netzwerk kurz erklären, was Glutathion ist und wozu wir es brauchen?
Prof. SU: Sehr gern. Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid, d. h. eine Substanz, die aus drei wichtigen Aminosäuren besteht. Die Schilddrüsenrezeptoren sind – wie auch die Östrogen- und Progesteronrezeptoren – u. a. vom Glutathion- Stoffwechsel (bspw. von dem der sogenannten Glutathion-S-Transferase, GST, einem wichtigen Enzym) sowie von der Glutathionkonzentration abhängig. Ein Mangel an Glutathion-S-Transferase und an Glutathion kann M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel- Effekte fördern. Die Glutathion- und GST- Serumspiegel sollten gemessen werden. Ggf. sollte Glutathion (GSH) substituiert werden. Wir haben bei Hashimoto- Patientinnen sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten Glutathion- Infusionen gemacht. Wenn das nicht möglich ist, kann man auch das S-Acetylglutathion einnehmen. Vorher sollte aber eine Messung des reduzierten Glutathions in einem Speziallabor erfolgen.
Vitamin D bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Vitamin D3 erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Patientinnen mit Hashimoto- Thyreoiditis haben oft deutlich niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Serum als gesunde Frauen. Vitamin D3 zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende und antientzündliche Effekte. Die Vitamin D3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden, und Vitamin D sollte bei Mangel substituiert werden.
Selen bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Selen erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Selen ist zur Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. Die Funktion wichtiger Enzyme, wie z. B. die Aktivität der Glutathion-Peroxidase, ist selenabhängig. Bei Selenmangel kann das Gewebe durch H2O2 (=giftiges Wasserstoffperoxid) geschädigt werden. Auch die Aktivität eines anderen wichtigen Enzyms, der sogenannten Dejodase ist selenabhängig. Fehlt Selen, wird zu wenig T3 aus dem vorhandenen T4 hergestellt. Selen scheint generell bei einer Reihe von Entzündungsreaktionen vor allem von hormonellen Organen eine Schlüsselrolle zu spielen: Selen hat antientzündliche Effekte.
Psyche bei Hashimoto
Prof. G: Welche Rolle spielt die Psyche?
Prof. SU: Eine ganz große Rolle. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es sein kann, bei der Therapie des M. Hashimoto seelische, psychische und psychosomatische Faktoren mit einzubeziehen.
Zusammenfassung
Prof. G: Können Sie noch mal die wichtigsten Zusammenhänge zusammenfassen?
Prof. SU: Sehr gerne. Wir sehen bei unseren Patientinnen immer wieder Zusammenhänge zwischen dem Auftreten einer Hashimoto- Thyreoiditis, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Oft besteht auch ein gleichzeitiger Selen-, Zink- und Vitamin- D- Mangel. Wenn wir neben der Substitution der Schilddrüsenhormone sowie von Selen, Zink und Vitamin- D3 den Progesteronmangel behandeln, können wir immer wieder beobachten, dass dadurch die Schilddrüsenantikörper sinken, meist innerhalb von 2- 6 Monaten, um im Schnitt etwa um dreißig bis fünfzig Prozent. Dies gilt auch für sogenannte therapieresistente hypothyreote Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution bestehen bleiben. Wirksam scheint der beschriebene Effekt vor allem bei Patientinnen mit hohen Antikörper- Ausgangswerten zu sein. Viele Patientinnen äußern auf Befragen, dass sich durch die Therapie auch Schlaf, Stimmung sowie körperliche und seelische Belastbarkeit besserten. Für dauerhafte Besserung ist es natürlich erforderlich, dass Umweltbelastungen so weit wie möglich reduziert werden und dass die Ernährung angepasst wird.
Prof. G: Vielen Dank für das sehr interessante Interview. 
Für alle, die weitere Informationen über Hormone und Hormonstörungen wünschen, weise ich auf Clio 75 hin. In dieser Broschüre des FFGZ Berlin geht es um Schilddrüsenhormone, männliche und weibliche Hormone und vieles mehr.
Zur Person: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Übbing
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing ist Frauenarzt mit der Spezialisierung Umweltmedizin, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie. Er leitet das Umweltmedizinische Therapiezentrum am Dom in München. Schulte-Uebbing ist umweltmedizinischer Gutachter, Autor medizinischer Fach- und Lehrbücher und international gefragter Referent. Er hält regelmäßig Vorlesungen und hat seit 2007 eine Professur.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstr. 7A
80333 München
Tel.: 089/ 299655
089/ 299655
Fax: 089/299672
E-Mail: info@prof-schulte-uebbing.de
Und welche Erfahrungen haben Sie mit der ganzheitlichen Behandlung der Hashimoto- Schilddrüsenerkrankung gemacht? Berichten Sie doch Ihren Leidensgenossinnen in einem Kommentar darüber.







Netzwerk Frauengesundheit





Sehr geehrte Frau Gerhard,
bei mir wurde vor acht Jahren ein Hashimoto diagnostiziert. Ich bin 26 und lebe zudem seit 9 Jahren vegetarisch. Sehr gerne möchte ich eine „vegane Kur“ machen und mich 4 Wochen einmal komplett „tierfrei“ ernähren. Allerdings wollte ich mich zunächst umfassend informieren, was bei Ernährung und Hashimoto zu beachten ist.
In diesem Zusammenhang habe z.B. ich immer wieder gelesen, dass Soja bei Hashimoto nicht zu empfehlen ist. Morgens nach der Tabletteneinnahme warte ich ja sowieso mindestens 30 min. bis zum Frühstück. Wie kann dann die Aufnahme gestört werden? Ich esse mein Müsli momentan mit Sojamilch, aber sonstige Sojaprodukte in geringen Maßen (1x wöchentlich Tofu, 2x Sojajoghurt).
Bei meiner Recherche ist mir auch aufgefallen, dass immer wieder von Hashimoto und verschiedenen Intoleranzen zu sprechen ist. Jetzt bin ich völig verunsichert. Was kann und darf ich essen. Gibt es Grundsätze einer vegetarischen Hashimoto Ernährung?
Ich wende mich auch an Sie, da ich seit ca 5 Wochen ständig müde und schlapp bin, und manchmal nach dem Essen ein Kribbeln und Jucken an unterschiedlichen Hautstellen auftritt (meist am Arm). Dies hatte ich im letzten Sommer bereits, keiner konnte mir sagen, was es damit auf sich hatte. Seit zwei Wochen habe ich auch immer wieder Schmerzen in der Bauchgegend nach dem Essen. Kann es sein, dass ich eine Glutenunverträglichkeit habe? Wie kann ich beim Arzt einen Test verlangen (als Kassenpatient)? Und gäbe es dann hier eventuell wieder Probleme mit meinem Hashimoto was die Ernährung betrifft? Wenn ich auf eine Glutenfreie Ernährung umsteigen müsste und Soja nicht gut ist.
Wie kann ich umfassend herausfinden (lassen), was momentan das Problem bei mir ist. Ein umfassendes Blutbild, eine Analyse der Ernährung oder „nur“ die Psyche?
Ich lebe momentan für ein Jahr in einer neuen Stadt und habe hier bisher keinen Arzt, daher meine Fragen an Sie.
Dominique
Liebe Dominique,
da Hashimoto eine Autoimmunerkrankung ist, bei der sich das Immunsystem gegen körpereigene Zellen richtet, kann es natürlich sein, dass auch andere Organe angegriffen werden. Häufig findet man tatsächlich eine Gluten- oder Lactoseunverträglichkeit, beides kann man durch Laboruntersuchungen feststellen. Das Kribbeln hängt eventuell mit einem Vitamin B12-Mangel zusammen, der bei vielen Vegetarierinnen anzutreffen ist: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/zivilisationskrankheiten-durch-vitamin-b12-mangel/ Am besten suchen Sie sich einen Arzt für Naturheilkunde, z.B. über diese Gesellschaft: http://www.erfahrungsheilkunde.org/2.html Das Institut für Mikroökologie ist auf den Darm spezialisiert. Sicher kann man Ihnen dort einen Arzt nennen, der sich mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, der Darmdiagnostik, der Darmbehandlung und der Ernährungsberatung auskennt. Denn wenn Sie viel schlapp und müde sind, können auch noch andere Vitamine oder Spurenelemente fehlen, wie Vitamin D, Eisen, Selen etc. http://www.mikrooek.de/fuer-patienten Alleine auf gut Glück eine vegane Ernährung zu machen, ist schwierig, wenn man Mangelerscheinungen verhindern will. Soja in Maßen, so wie Sie es essen, sollte der Schilddrüse nicht schaden.
Alles Gute
RICHTIGE DRUCKVERSION- die drei andere Briefe bitte löschen. Danke
Sehr geehrte Damen und Herren,
Ich bitte sehr herzlich um Klärung.
I. Meine Mutter leidet unter Schilddrüsenunterfunktion. es wurde Hashimoto festgestellt (sie nimmt ca. 50 mg. Eutyrox); sie hat mehrere Knoten, angeblich nicht bösartig; der Endokrinologe ist der Meinung, dass die Schilddrüse immer kleiner wird und was dann? kann sie überhaupt verschwinden????
II. Meine Schwester hat nur Hashimoto, weder noch Schildrüssenrkrankung, sie nimmt keine Tabletten.WENN MAN KEINER UNETER UND ÜBER FUNKTION HAT; NUR HASHIMOTO; IST ES TROTZDEM NICHT SINNVOLL DIE TABLETTEN ANZUNEHMEN???
III.Mein Vater leider weder noch über und unter Schilddrüsenerkrankung, bei ihm wächst eine/LINKE ODER RECHTE Schilddrüse nach innen, es ist ziemlich groß, manche Ärzte wollen sofort operieren, manche sind sehr vorsichtig und haben sich dagegen entschieden, er nimmt keine Tabletten, er hat viele nicht bösartige Knoten. Sollte er trotzdem keine Tabletten nehmen, dadurch die Schilddrüse sich (Kropf) nicht verkleinert? Manche Ärze waren der Meinung, es druckt ganz tolle, damit kann er oft keine Luft kriegen oder hustet. Der Lungenarzt ist informiert. Mein Vater hat nicht bösartigen Knoten an der Lunge.
IV: jetzt ICH: Ich nehme seit 4 Jahren 75 L-Thyroxin (Unterfunktion). eines Tages hat der Arzt gesagt, dass die TPO werte sind erhöht, dazu habe ich keine Erklärung bekommen. Ein andere Arzt (Infektologe, hat mich gründlich Untersucht und auch welche TPO Werte festgestellt. Er hat mich informiert, dass ich unter Hashimoto leide und mein Immunsystem „im Laufe des Lebens“ geschwächt wird. Ich leide öfters als an Infektionen usw. Er sagte, wenn ein einziges mal TPO festgestellt wurde, die Krankheit ist und bleibt da. Erstmal war es ca. 60, dann über 100 dann meine er, es hat keinen Sinn mich weiter in die Richtung untersuchen zu lassen, weil ich einfach die TPO Werte im meinem Körper habe. Der Hausarzt hat hat das Thema nie erwähnt, nie für wichtig gehandelt. Der Infektologe sagte, es gibt grundsätzlich kein Medikament dagegen und auch keine Therapie. Meine TPO Werte liegen bei etwa, 1, 5 (ich finde es ok).Sie können mal kommen, mal verschwienden mal kleiner oder größer sein.
Jetzt lese ich Ihre Seite und möchte einiges klären lassen. Ich leide unter MG; CA, VIT D3 (VitD) Mangel (Tetanie). Es macht mein Leben schwierig. Insgesamt: Elektrolytenstörung. Jetzt lese ich, dass es möglich ist auch möglich Selen dazu zu nehmen und Zink? Vit. D nehme ich schon (Dekristol). Ich brauche aber spezielle Klinik, speziellen Arzt, der sich damit auskennt.
Kann es sein, dass mein 7-jähriges Sohn meine Schilddrüsenerkrankung sowie diese sog. Tetanie vererben könnte? Könnte ich ihn dagegen untersuchen lassen. Meine Kinderärztin will ihn nicht bei ihm das Blut entnehmen, weil sie Angst hat, das das Kind zu ihr Vertrauen verließt was ich für langsam unakzeptabel finde.
Mein Sohn ist total alegrgisch (ich habe von der Ärztin endlich verlangt, Prick-Test durchführen zu lassen, die beiden Proben gegen Hausstaubmilben waren sofort positiv), es kommt noch dazu, und wenn ich meinem Art und Kinderärztin von meinem Problemen erzähle (Tetanie, Vit D. Mangel usw.), sie finden es auch sog. HKUS POKUUS (es ist ein Ehepaar). Ansonsten sind sie sehr menschlich, dass reicht manchmal nicht. Am 05.03. habe ich mit meinem Sohn einen Termin in der richtigen Klinik (wegen Allergie).
Ich bitte um Hilfe und evtl. Empfehlung wo ich mich melden könnte?
Ich wohne im Raum Braunschweig/Hannover, natürlich vor allem was Thema Schilddrüse anbelangt.
Im Voraus
Herzlichen Dank
Liebe Ines,
Leider kann ich Ihnen nicht viel zu Ihrer ganzen Familiengeschichte sagen, da müsste ich Bände schreiben. Sie müssten halt herausfinden, warum Sie so viele Mangelerscheinungen haben: Umweltbelastungen, falsche Ernährung, kranker Darm usw. Habe mal im Internet für Sie gegoogelt und in Hannover eine Praxis gefunden, die mir für Ihre Problematik genau richtig erscheint: Dr. med. Birgit Steuernagel. Wenn Sie Glück haben, kann sie alles: die Schilddrüse beurteilen, die Ursache für Ihre Erkrankungen finden und auch Ihrem Sohn weiterhelfen.
Viel Glück
Liebe Fr Dr. Gerhard,
vielen lieben dank für Ihre schnelle Antwort, sie haben mir sehr geholfen. Nun habe ich Ansätze, und soeben bei meiner Ärztin angerufen und für Montag einen Termin zur erneuten TSH bestimmung bekommen. Ich habe auch bei meiner Frauenärztin angerufen, und Ihr gesagt das ich unter der Novofem Herzstolpern und Herzrasen bekomme. Soll sie ab heute nicht mehr nehmen. Sollte mein TSH Wert im Normbereich sein, dann möchte meine Frauenärztin mich noch mal untersuchen und den Progesteronstatus überprüfen . Bei einem Edokrinologen habe ich auch schon angerufen und nach einen Termin gefragt, aber ohne „DRINGLICHKEITSVERWEIS “ von meiner behandelnden Ärztin und Überweisung beträgt die Wartezeit ein Jahr :(
Oh man, Hoffendlich wird alles gut. Danke vielmals für Ihre Wertvollen Tipps :
Lg Gela
Hallo
Erstmal klasse das Sie hier Ihre Wertvollen Ratschlge und Tipps weiter reichen, das ist für viele hier ein Ansatzpunkt. Bei mir wurde vor drei Jahren eine SSD-Unterfunktion festgestellt, und bekomme seid dem L-Thoraxin 50 mg. Die Symptome verschwanden, aber nun geht es seid ungefähr drei Monaten wieder los. Angefangen mt Haarausfall, Schlafsörungen, Wasseransammlungen in den Beinen, Herzryhtmusstörungen, Panikanfällen, Schweissausbrüchen Zyklusstörungen, Zysten im Unterleib. War dann vor 2 Wochen bei meiner Frauenärztin die mich untersuchte und ein Hormonstatus ansetzte. Diagnose : Östrogen und Testosteron im Normbereich. Bekam dennoch eine Hormonersatztherapie( Novofem) verordnet , Wechseljahre mit 42? Habe am 4.März.14 wieder einen Termn bei meiner Hausärztin und möchte das Sie mich auf Hashimoto testet. Sie sieht mich schon als „Hypochonder“an, und schließt meine Symptome nur auf meine Psyche. Aber ich kenne mich anders, und weiss das es keine DEPRESSIONEN sein können ! Meine Frage ist nun, was muss ich abklären lassen, was für Untersuchungen sind Wichtig , um Feststellen zu können ob ich eventuell unter Hashimoto leide ?
Liebe grüße Angela
P.S. Danke schon mal für Ihre Antwort
Liebe Angela,
in diesem Artikel steht, welche Untersuchungen erforderlich sind, ebenfalls Bücher zum Nachlesen: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hashimoto-thyreoiditis-%E2%80%93-clown-der-schilddrusenerkrankungen/ Am besten lassen Sie sich zu einem Endokrinologen überweisen oder suchen sich eine ganzheitlich arbeitende Frauenärztin unter http://www.natum.de Danach würde ich erst entscheiden, ob Novofem wirklich das Richtige für Sie ist. Ihre Symptome können auch auf eine Umweltbelastung, Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Progesteronmangel hinweisen.
Alles Gute und berichten Sie doch mal, wenn es Ihnen wieder besser geht!
Liebe Frau Dr. Gerhard,
Wie dankbar bin ich, diese Seite gefunden zu haben… und wie schockierend andererseits, daß sich kein einziger Arzt auch nur ansatzweise mit dieser Krankheit auskennt…
Ich bin 47 Jahre, Hashimoto wurde bei mir vor 7 Jahren diagnostiziert. LThyroxin war immer 75, dazu nahm ich fast von Anfang an Cefasel 200. (Antikörper seitdem von 1800 auf ca. 400)
Vor 15 Monaten bekam ich ein Kind (mein erstes). Seitdem ist die Schilddrüse irgendwie komplett entgleist. Mal steigt der Bedarf, dann sinkt er wieder. Am meisten leide ich unter den psychischen Problemen, die sehr zugenommen haben.
Am schlimmsten ist das ständige Überfordert-Sein und die Antriebslosigkeit.
Bekomme fast nichts mehr auf die Reihe, die Arbeit türmt sich, alles ist mir zuviel.
Wie kann ich dieses Symptom bloß in Griff bekommen?
Seit Schwangerschaft nehme ich jetzt Cefasel 300. Und Ferro Sanol Duodenal.(Eisenmangel ist aber wohl wegen Hashimoto…) Seit ich gestern Ihre Seite entdeckt habe, nehme ich auch Vitamin D, mit Calcium.
LThyroxin z. Zt. 137,5ug.
Progesteron ist noch nicht bestimmt.
Ich habe Ihre Links gleich nach einem Arzt hier in der Nähe (Minden/Herford) durchgeschaut, aber nichts entdeckt. Kennen Sie vielleicht einen Kollegen hier im Umkreis, maximal 70-80-100km? Ob Allgemeinmediziner oder Gynäkologe wäre mir egal… Sonst auch ein Heilpraktiker…
Habe seit einigen Monaten auch fast jede Nacht taube Hände, vermute Karpaltunnelsyndrom. Das scheint ja ebenfalls zum Symptomenkomplex zu gehören.
Was mache ich denn damit?
Liebe Grüße
Marion
Liebe Marion,
zunächst mal Glückwunsch, dass Sie trotz Hashimoto ein Baby bekommen haben, toll! Klar, dass mit der Erkrnakung, Kleinkind und dann wahrscheinlich noch Beruf, rasch Erschöpfung auftreten kann. Wie weit ist denn Wolfhagen von Ihnen entfernt? Vielleicht könnte der Kollege Runow Ihnen weiterhelfen. Leider kenne ich sonst keine Adressen in Ihrer Nähe. Er schrieb diesen Artikel: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/der-darm-denkt-mit-interview-mit-umweltmediziner-runow/
die tauben Hände können ein Zeichen für Ödeme durch eine Schilddrüsenunterfunktion (zu wenig lThyroxin) oder Progesteronmangel sein.
Alles Gute!
Liebe Frau Gerhard,
ich habe aufmerksam alle Beiträge gelesen und hoffe, dass Sie mir im Zusammenhang mit hohen Prolaktinwerten und Hashimoto helfen können.
Ich habe seit etlichen Jahren einen erhöhten Prolaktinwert und werde mit Bromocriptin zur Senkung der Werte behandelt. Ein Prolaktinom ist ausgeschlossen. Nun hat sich im letzten Jahr (aufgrund Kinderwunsch) die Diagnose Hashimoto (TPO-AK 180) gesichert und ich werde aktuell zusätzlich mit L-Thyroxin 50 behandelt. Gibt es einen Zusammenhang mit einer latenten Schildrüsenunterfunktion, inkl. Hashimoto und über Jahre hinweg erhöhte Prolaktinwerte? Frage mich, warum die Schilddrüse nicht schon vor 10 Jahren mit untersucht wurde. Gleichzeitig habe ich keinen Eisprung und mittlerweile einen unregelmäßigen Zyklus. Besteht hier ein Zusammenhang mit Progesteron? Auf was kann ich Ihrer Meinung nach noch achten? Ein Arzt riet mir, die SD enfernen zu lassen und somit den AK Haushalt wieder einzufangen. Einen guten Arzt zu finden, ist nicht einfach bzw. werde ich ehr von Arzt zu Arzt gereicht. Vielen Dank vorab für Ihre Antwort.
LG Jana
Liebe Jana,
bei meinen Forschungsarbeiten fand ich einen häufigen Zusammenhang von Amalgam und Prolaktinerhöhungen und oft auch die Neigung zur Bildung von Autoantikörpern, so wie bei Ihnen die SD-AK. Von einer Entfernung der Schilddrüse erhoffe ich mir keine Hilfe, nur eine Verschiebung der Krankheitssymptome. Wenn die Schilddrüse ncht mehr da ist, bildet der Körper eben Antikörper gegen ein anderes Organ! Geben Sie nicht auf und suchen Sie weiter nach einem guten Arzt, der den ganzen Menschen betrachtet!
Sehr geehrte Frau Gerhard,
bei mir wurde vor 2 Monaten Hashimoto diagnostiziert. Ich leide seit 9 Monaten unter zeitweisem Kribbeln in den Händen und an den Füßen. Alle fachärztlichen Untersuchungen waren jedoch ohne Befund (alle neurologischen Untersuchungen,Orthopädische Untersuchungen, 4 MRTs wurden zum Ausschluss nervenentzündlicher Erkrankungen wie MS gemacht), wie gesagt: Alles ohne Befund. Die Hashimotodiagnose war vielmehr ein Zufallsbefund. Kann es sein, dass dieses Kribbeln (1-2mal am Tag für ca 1 Minute, keine Schmerzen) eine Nebenerscheinung dieser Schilddrüsenerkrankung ist?
Viele Grüße
Ina
Liebe Ina,
das Kribbeln kann eine Nebenerscheinung der SD-Erkrankung sein, bspw. wenn Sie eine Unterfunkton haben und leichte Ödeme, dann werden die Nerven etwas gedrückt. Kann aber auch ein Hinweis auf Mangelerscheinungen sein, bspw. Magnesium, Kalzium Vitamin D, Vitamin B12 usw. Am besten stöbern Sie mal weiter in meinem Webmagazin, da finden Sie Hinweise auf Mangelerscheinungen und wie man sie behandeln kann. Unbedingt einen Arzt für Naturheilkunde aufsuchen, damit die Ursache behandelt werden kann.
Gute Besserung!
Guten Tag,
vielleicht können Sie mir ja helfen …. versuche mit seit ca. 1,5 Jahren an der richtigen Einstellung mit L-Thyroxin und es ist ein ständiges Auf und Ab. Bis vor ca. 4 Jahren war ich super eingestellt, habe mehrere Jahre Tabletten genommen und es ging mir gut. Dann habe ich auf Anraten eines Arztes die Tabletten leider abgesetzt damals … und nun o.g. Problem :-(! Nun bin ich auf Ihre Seite gestoßen und habe nachgedacht ….. damals habe ich noch die Pille genommen. Können meine Schwankungen mit einem nicht-ausbalancierten Hormonspiegel bzgl. der Sexualhormone zusammenhängen??
Über Antworten freue ich mich sehr!
Viele Grüße von Britta Johanna
Liebe Britta,
ich könnte mir vorstellen, dass Ihre Vermutung richtig ist. Lassen Sie auf jeden Fall mal die übrigen Hormone kontrollieren.
Viele Grüße
Hallo,habe seit 6 Jahren Hashimoto und durch meinen Umzug noch keinen Arzt gefunden,der das Thema ernst nimmt.Bei meinem Hausarzt habe ich das Gefühl-er hat zwar schon davon gehört,behandelt aber mehr oder weniger nach der üblichen Methode. Nehme zur Zeit 100 er L-Thyrox und abénds eine Selentablette.Fühle mich grade nicht so gut. Hier meine aktuellen Werte vom 19.12.13 FT3 4,1, Ft4 14,8,TSH o,36 und dann Thyreoidea-Perox.Antikörper 153 das rot geschrieben ist. Was bedeutet das? Gruß Susanne
Liebe Susanne,
das rot geschriebene bedeutet wahrscheinlich „Achtung, auffallender Wert“. Er passt zu einer Hashimoto- Erkrankung. Insgesamt scheinen Sie aber gut eingestellt zu sein. Wenn Sie sich nicht so wohl fühlen, sollten Sie sich fragen, ob Sie zu viel gestresst sind, ob Sie sich vernünftig ernähren und ob Sie pMS- ähnliche Symptome haben, die zu einem Gestagenmangel passen könnten. Wenn Sie mal rumfragen, finden Sie sicher einen Arzt, der Sie ganzheitlich mitbehandeln kann.
Liebe Frau Gerhard,
ich danke Ihnen so für Ihre Seite.
Ich habe eine Hausarzt, der meine Haschimoto Erkrankung nicht ernst nimmt und meint, wenn mein TSH Basal Wert in Ordung sei, müsse es mir gut gehen. Seit ich Haschimoto habe, durchlebe ich ein Wechselbad der Gefühle. Ich kenne mich mittlerweile sehr genau, aber werde leider nicht ernst genommen. Ich habe Herz Rhytmusstörungen, mal mehr, mal wneiger, fühle mich mal wieder ein ganzes Jahr super, vor wllem im Sommer, wenn es warm ist, aber erlebe oft im November, mit einbrechender Kälte und wenig Licht einen Einbruch. Ebenfalls habe ich das Gefühl, dass die Pille mir seitdem sehr geschadet hat, vor allem psychisch. Bei so vielen hier habe ich ja ja ja geschrien, weil es genau die paradoxen Symptome sind, die auch ich kenne. Zur Zeit geht es mir nicht gut, aber ich wurde nur an einen Psychologen weitergereicht, wenngleich ich meinen Hausarzt aufmerksam gemacht habe, ob mein Haschimoto nicht eine Rolle spielen könnte. Das wurde nur abgewiegelt und wann immer ich komme, um meine Werte testen zu lassen, muss ich mich regelrecht „anschnauzen“ lassen, dass dies nicht nötig sei. Dass er auch andere Werte, wie FT3 und FT4 misst, dazu bekomme ich ihn erst Recht nicht. Nun zahle ich die Laborauswertung oftmals selbst, um überhaupt einen Anhaltspunkt zu haben, jedoch weiß ich nun, dass viel mehr gecheckt werden müsste, um Aussagekräftig zu sein. Mir ging es vor Haschimoto gut und das schlimmste ist, sich so allein gelassen zu fühlen. Nochmals tausend Dank, ich werde sofort einen Termin bei Herrn Schulte-Uebbing ausmachen. Liebe Grüße Steffi