Bei Hashimoto liegt häufig eine Östrogendominanz und ein Progesteronmangel vor. Ganzheitliche Ursachensuche erforderlich.
Die Hashimoto-Thyreoiditis könnte man fast eine typische Frauenkrankheit nennen, denn zehnmal mehr Frauen als Männer leiden daran. Diese Schilddrüsenstörung kann anfangs ganz untypische Symptome zeigen, wie Müdigkeit, Aggressivität, Schlafstörungen. Es können Zeichen der Schilddrüsenüberfunktion als auch der Schilddrüsenunterfunktion auftreten. Viele Frauen kennen sich selbst nicht wieder und glauben, nur überarbeitet zu sein oder schieben die Beschwerden auf eine Gelbkörperschwäche oder beginnende Wechseljahre.
Vor zwei Monaten hat Ihnen Christina Sachse ausführlich über diese Autoimmunerkrankung der Schilddrüse berichtet, die sie den Clown unter den Schilddrüsenkrankheiten nannte. Da bei kaum einer Erkrankung das hormonelle Gleichgewicht und gleichzeitig das Immunsystem so durcheinander sind wie bei Hashimoto, liegt es nahe, neben der Schilddrüsenhormontherapie auch ganzheitliche Behandlungen einzusetzen.
Interview mit Prof. Dr. Schulte-Übbing zur ganzheitlichen Therapie bei dieser Schilddrüsenerkrankung
Ein Kollege von mir, Prof. Dr. Schulte-Übbing, dessen Arbeit ich Ihnen schon in früheren Artikeln vorgestellt habe, weist Erfahrungen sowohl mit der Hormontherapie als auch mit verschiedenen alternativen Methoden auf. Mit Ihm führte ich ein Interview zu seinem Vorgehen bei Hashimoto-Thyroiditis.
Was Hashimoto bedeutet
Prof. G: Können Sie für unser Netzwerk kurz zusammenfassen, was M. Hashimoto bedeutet, und welche Auswirkungen die Krankheit haben kann?
Prof. SU: Sehr gern. Der M. Hashimoto, auch „autoimmune Thyreoiditis“ oder „chronisch lymphozytäre Thyreoiditis“ genannt, ist eine autoimmune Schilddrüsenentzündung, die Auswirkungen auf das gesamte Hormonsystem und den gesamten Organismus haben kann. Der Verlauf kann individuell sehr unterschiedlich sein. Zu den sogenannten Autoimmun- Thyreopathien gehört neben der Hashimoto- Thyreoiditis auch der Morbus Basedow. Zwischen beiden Krankheiten kann es auch diverse Übergänge geben.
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Prof. SU: Da gehen die Meinungen manchmal auseinander. Nach unserer Auffassung sollte ein M. Hashimoto behandelt werden, wenn entsprechende Symptome und/ oder auffällige Hormonwerte (z. B. fT3 und fT4 vermindert, TSH erhöht) vorliegen. Bei normalen fT3 und fT4 Werten kann u. U. auch ein erhöhter TSH Wert (als möglicher Hinweis auf eine bereits latente Unterfunktion) eine Indikation zur Behandlung darstellen. Genauere Angaben zur Diagnostik haben Sie ja schon in Ihrem Schilddrüsenartikel gemacht.
Progesteronmangel und Östrogendominanz bei Hashimoto
Prof. G: Was können wir gegen Hashimoto-Thyreoiditis tun? Und stimmt es wirklich, dass auch ein Progesteronmangel eine Rolle spielen kann?
Prof. SU: Wir betreuen viele Patientinnen mit M. Hashimoto. Bei sehr vielen sehen wir einen deutlichen Zusammenhang mit einem Progesteronmangel, oft gleichzeitig mit einer ausgeprägten Östrogendominanz.
Prof. G: Welche Konsequenzen haben diese Zusammenhänge?
Prof. SU: Wenn wir den Progesteronmangel ausgeglichen haben, können wir bei vielen Frauen bereits innerhalb weniger Monate beobachten, dass die Schilddrüsenantikörper sinken, z.B. die Anti- TPO um etwa dreißig bis fünfzig Prozent. Dies ist auch der Fall bei unseren sogenannten „therapieresistenten“ hypothyreoten Patientinnen. Hierbei handelt es sich um diejenigen Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution persistieren.
Prof. G: Wirkt die Therapie auch bei besonders hohen Antikörpern?
Prof. SU: Ja. Interessant ist, dass bei Patientinnen mit sehr hohen Antikörper- Ausgangswerten diese Therapie besonders wirksam zu sein scheint.
Prof. G: Viele Patientinnen mit M. Hashimoto sind schlechter belastbar, schlafen schlecht etc. Wirkt die Therapie auch in dieser Hinsicht?
Prof. SU: Ja. Die meisten Patientinnen geben an, dass sich durch die Therapie auch die körperliche und seelische Belastbarkeit, die Stimmung und der Schlaf bessern.
Prof. G: Sie erwähnen immer wieder mögliche Zusammenhänge zwischen M. Hashimoto, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Welche Krankheiten gehen noch mit Progesteronmangel und Östrogendominanz einher?
Prof. SU: Viele unserer Patientinnen mit gynäkologischen und geburtshilflichen Erkrankungen (z. B. mit hormonabhängigen Tumoren (Brustkrebs, Eierstockkrebs, Gebärmutterkrebs), Endometriose, PMS (Prämenstruelles Syndrom), Uterus myomatosus, Blutungsstörungen, Dysmenorrhö, Habituelle Aborte) haben nicht nur eine Östrogendominanz und einen Progesteronmangel. Viele Frauen leiden gleichzeitig auch unter einer Schilddrüsen- Unterfunktion, sehr oft unter einer Hashimoto-Thyreoiditis.
Prof. G: Woher wissen Sie das? Gibt es dazu schon Studien?
Prof. SU: Nein, es gibt meines Wissens noch keine größeren Studien. Im Rahmen einer kleinen Praxis- Beobachtungsstudie achten wir besonders auf mögliche Zusammenhänge zwischen Progesteronmangel, Östrogendominanz und M. Hashimoto. Größere Zahlen liegen noch nicht vor.
Prof. G: M. Hashimoto ist ja bei Frauen viel häufiger als bei Männern. Warum? Sie behaupten, es läge vor allem am Progesteronstoffwechsel. Dann müsste sich ja in der Schwangerschaft, wo viel mehr Progesteron produziert wird, die Symptomatik eines M. Hashimoto deutlich bessern?
Prof. SU: Ja, in der Geburtshilfe sind Wechselwirkungen zwischen Ovarial- und Schilddrüsen- Hormonen schon seit Jahrzehnten bekannt. Wenn in der Schwangerschaft die Serum- Progesteronspiegel kontinuierlich zunehmen, erhöht sich üblicherweise gleichzeitig ebenfalls kontinuierlich die Sensibilität der Schilddrüsenzellen gegenüber TSH. In der Schwangerschaft geht es unseren Patientinnen mit M. Hashimoto oft deutlich besser: Stoffwechselwege, die M. Hashimoto direkt oder indirekt fördern können, werden bei Schwangeren vor allem durch das natürliche Progesteron geblockt, auch eine vormals bestehende übermäßige Östrogenproduktion.
Das in der Schwangerschaft kontinuierlich ansteigende, körpereigene Progesteron kann die Ausschüttung von SD- Antikörpern reduzieren und gleichzeitig auch die Bindungsfähigkeit der Schilddrüsenhormone erhöhen. Im Laufe der Schwangerschaft messen wir sehr oft geringere freie T3- und T4- Konzentrationen sowie steigende TSH- Werte. Bei vielen Schwangeren wächst die Schilddrüse.
Prof. G: Sie empfehlen bei M. Hashimoto und gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel eine Therapie mit sog. naturidentischem Progesteron?
Prof. SU: Ja. Das ist eine sehr einfache und oft sehr effektive Therapie. Man kann oft beobachten, dass – falls Symptome einer Hashimoto-Thyreoiditis bei gleichzeitig nachgewiesenem Progesteronmangel bestehen – auch bei normalen TSH- , T3- , T4- , Anti TPO- Werten eine Therapie mit naturidentischem Progesteron (z. B. als 3-, 5- oder 10 %-ige Creme aus der Yams- Wurzel) die Symptomatik bessern kann.
Prof. G: Mit welchen Nebenwirkungen muss gerechnet werden?
Prof. SU: Bei einer laborkontrollierten L- Thyroxin- plus Progesteron- Substitutionstherapie haben wir bisher keine nennenswerten Nebenwirkungen beobachtet. Wir kontrollieren, wenn möglich, fT3, fT4, TSH, Anti TPO, TAK im Abstand von vier Wochen. Bestehen keine Symptome mehr, bzw. liegen dann alle Werte im Zielbereich, können die Kontrollabstände verlängert werden. Eine halbjährliche oder jährliche Kontrolle kann bei guter Einstellung ausreichend sein.
Prof. G: Können Sie die Therapie mit einer naturidentischen Progesteronsalbe genauer erläutern?
Prof. SU: Bei nachgewiesenem Progesteronmangel therapieren wir, falls keine Gegenanzeigen bestehen, erfolgreich mit einer naturidentischen Progesteronsalbe (z. B. aus der Yams- Wurzel, je nach Serum- Laborwerten 3 %, 5 % oder 10 %). Diese kann z.B. abends (ein bis zwei Hübe) auf die Oberarm- Innenseite aufgetragen werden. Bei Hashimoto- Threoiditis kann sie auch direkt auf die Halsregion über der Schilddrüse aufgetragen werden.
Ein Fallbeispiel
L. S.-B., geb. 1967, 43 Jahre alt,
Patientin kommt im 3. Quartal 2010 in die Praxis.
Diagnosen: Uterus myomatosus, Dysmenorrhö, Metrorrhagien, bekannter therapieresistenter M. Hashimoto, chron. hohe Anti-TPO- Werte trotz normaler T3- , T4- Werte bei Thyroxin- Substitution, Leistungsverminderung, Müdigkeit.
Labor vor Therapie (14. und 21. Zyklustag): Östrogendominanz: Estron und Estradiol (14. ZT) massiv erhöht. Extremer Progesteronmangel (21.ZT) 1,22 ng/ml (Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO 95,4 IU/ml (Norm: < 9 IU/ml), Serotonin 43,01 ng/ml (Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Therapie: Progesteronsalbe, 10%, abends in der 2. Zyklushälfte
Labor nach Therapie (1. Quartal 2011): Estron und Estradiol (14. ZT) im Normbereich, Progesteron (21.ZT) im Normbereich (25 ng/ml, Norm 25 – 27 ng/ ml), T3 und T4 normal, Anti- TPO erstmals halb so hoch (48,4 IU/ml, Norm: < 9 IU/ml). Serotonin besser (212,6 ng/ ml, Norm altersentsprechend 200 – 450 ng/ml).
Effekte: Myome sonographisch kleiner, dopplersonographisch weniger durchblutet, Zyklus normal. Keine Dysmenorrhö mehr. Leistung besser, voller Erfolg.
Follow up: 2. Quartal 2012: Zyklus regelmäßig, optimale Progesteronwerte (2. Zyklushälfte), T3, T4 normal, Dysmenorrhö minimal, Myome nach wie vor kleiner. Operation konnte vermieden werden. Patientin zufrieden.
Andere naturheilkundliche Ansätze
Prof. G: Gibt es auch noch andere naturheilkundliche Ansätze?
Prof. SU: Ja, eine Menge. In meinem Buch „Frauenheilkunde“ finden Sie eine Vielzahl naturheilkundlicher Rezepturen. Bewährt haben sich v. a. Heilpflanzen, die progesteronähnlich wirken können, z. B. Teemischungen, Tinkturmischungen oder Salben mit Extrakten u. a. aus Mönchspfeffer, Frauenmantel, Schwertlilie, Steinsamen, Rainfarn und Weinraute. Die genannten Heilpflanzen können die Ovarial-, Nebennieren- und Hypophysen- Funktionen günstig beeinflussen und ggf. auch beruhigend bzw. harmonisierend auf das Zentrale Nervensystem und Neurovegetativum wirken.
Das Wolfstrappkraut
Das Wolfstrappkraut (Lycopus europaeus, bspw. in thyreo-loges Tropfen) hilft bei leichten Formen der Schilddrüsenüberfunktion. Unterstützend setzte ich selbstverständlich auch gerne die Akupunktur, die Neuraltherapie und die Homöopathie ein. In diesem Webmagazin hat Ihnen eine Kollegin ein Beispiel der homöopathischen Therapie bei Hashimoto- Thyreoiditis gegeben.
Prof. G: Welche weiteren wichtigen Aspekte für die Therapie gibt es?
Prof. SU:
- Es gibt infektiologische Aspekte: Infektionen können hormonelle Störungen bewirken oder verstärken.
- Es gibt toxikologische Aspekte: Giftstoffe können M. Hashimoto, Progesteronmangel, Östrogendominanz bewirken oder verstärken.
- Wichtig sind auch diätetische Aspekte und
- immunologische Aspekte.
Infektionen bei Hashimoto
Prof. G: Welche infektiologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Die Hashimoto- Thyreoiditis kann und muss als sogenannte „Silent inflammation“ (stille Infektion) gesehen werden. Immundefizite und/ oder andere Entzündungsherde im Organismus können die Hashimoto- Thyreoiditis fördern.
Umweltgifte bei Hashimoto
Prof. G: Welche toxikologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Wir sehen immer wieder, dass gerade Patientinnen, die durch Giftstoffe mit Östrogenwirkung belastet sind, zu M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel neigen. Möglicherweise stören Pestizide, Schwermetalle und viele vor allem fettlösliche Umweltschadstoffe, wie bspw. Weichmacher oder Polychorierte Biphenyle, das hormonelle Gleichgewicht, indem sie eine Östrogendominanz fördern und/ oder bewirken können, aber auch über direkte und indirekte toxische Effekte.
Auch Quecksilber aus Amalgamfüllungen kann an der Bildung der Schilddrüsenantikörper und dem Progesteronmangel beteiligt sein. Immer wieder sehe ich Patientinnen, deren Schilddrüsenantikörper nach einer vorsichtigen Amalgamsanierung und Amalgamausleitung, deutlich abfallen, ja, die sogar ganz verschwinden können.
Ernährung bei Hashimoto
Prof. G: Welche diätetischen Aspekte sind wichtig? Gibt es eine spezielle Anti- Hashimoto- Diät?
Prof. SU: Eine gezielte Ernährungs- Analyse und ggf. –Umstellung kann sehr sinnvoll sein. Aufgrund unserer Erfahrungen sind Genussgifte im Allgemeinen zu meiden (Alkohol, Tabak – passiv und aktiv inhaliert – und Koffein). Alkohol kann als Lösungsmittel wirken und ggf. die Effekte sog. Endokriner Disruptoren, vor allem von diversen Metall- Östrogenen, potenzieren. So wenig wie möglich tierische Fette (in diesen reichern sich Schwermetalle, Pestizide, Lösungsmittel etc. an). Am meisten Schwermetalle enthalten rote Fleischsorten: Schweine-, Kalb-, Rindfleisch und Wild. So viel wie möglich Lebensmittel verzehren, die reich an pflanzlichen Phenolsäuren sind, Getreide, Früchte (v. a. Birnen, Äpfel, Zitrusfrüchte), Gemüse, Nüsse, Kartoffeln (enthalten Gallussäure, Chlorogensäuren). Speziell Blumenkohl kann das Wachstum progesteron- und östrogenabhängiger Zellen bremsen.
Häufig findet sich bei Patientinnen mit Hashimoto auch eine Glutenunverträglichkeit. Die Abwehrstoffe gegen Gluten kann man im Stuhl und im Blut nachweisen. Ist das der Fall, müssen sämtliche glutenhaltigen Getreide weggelassen werden: Weizen, Dinkel, Roggen, Hafer und Gerste. bei manchen Frauen ist es lediglich eine Weizenunverträglichkeit. Machen Sie am besten selber den Versuch und lassen Sie mal zwei Wochen alle Weizenprodukte weg. Wenn Sie sich wie neugeboren fühlen, wird auch Ihre Schilddrüse wieder normaler arbeiten.
In diesem Zusammenhang möchte ich Ihnen ein Buch des amerikanischen Arztes Dr. William Davis empfehlen: „Weizenwampe: warum Weizen dick und krank macht„. Darin erklärt er, dass der heutige Weizen so genetisch verändert wurde, dass das viele Gluten darin zu ernsthaften Gesundheitsschäden führt. Er gibt Hilfestellung, wie man selber herausfinden kann, ob einem der Weizen schadet, und wie man wieder gesund werden kann.
Immunsystem bei Hashimoto
Prof. G: Welche immunologischen Aspekte sind wichtig?
Prof. SU: Immundefizite können die Effekte von Entzündungen und Östrogendominanz noch mal verstärken. Eine Lymphozytendifferenzierung kann zeigen, ob immunologische Schwachstellen bestehen. Ein Mangel an Natürlichen Killerzellen, T- Helfer, T- Suppressorzellen oder B- Lymphozyten sowie eine Interleukin- Verschiebung sollten behandelt werden, z. B. mit hochdosierten Antioxidantien. Bewährt haben sich Vitamin-C-Infusionen (Hochdosis), ggf. plus Folsäure, Vitamin-B-Komplex, reduziertem Glutathion etc. Der Therapieerfolg sollte dann mittels Lymphozyten- Differenzierung kontrolliert werden.
Glutathion bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Glutathion erwähnt. Ich halte es für eine sehr wichtige Substanz und habe selbst einige Artikel darüber geschrieben. Können Sie dem Netzwerk kurz erklären, was Glutathion ist und wozu wir es brauchen?
Prof. SU: Sehr gern. Glutathion ist ein sogenanntes Tripeptid, d. h. eine Substanz, die aus drei wichtigen Aminosäuren besteht. Die Schilddrüsenrezeptoren sind – wie auch die Östrogen- und Progesteronrezeptoren – u. a. vom Glutathion- Stoffwechsel (bspw. von dem der sogenannten Glutathion-S-Transferase, GST, einem wichtigen Enzym) sowie von der Glutathionkonzentration abhängig. Ein Mangel an Glutathion-S-Transferase und an Glutathion kann M. Hashimoto, Östrogendominanz und Progesteronmangel- Effekte fördern. Die Glutathion- und GST- Serumspiegel sollten gemessen werden. Ggf. sollte Glutathion (GSH) substituiert werden. Wir haben bei Hashimoto- Patientinnen sehr gute Erfahrungen mit hochdosierten Glutathion- Infusionen gemacht. Wenn das nicht möglich ist, kann man auch das S-Acetylglutathion einnehmen. Vorher sollte aber eine Messung des reduzierten Glutathions in einem Speziallabor erfolgen.
Vitamin D bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Vitamin D3 erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Patientinnen mit Hashimoto- Thyreoiditis haben oft deutlich niedrigere Vitamin-D3-Spiegel im Serum als gesunde Frauen. Vitamin D3 zeigt gute hormonregulierende, immunstärkende und antientzündliche Effekte. Die Vitamin D3- Serumspiegel sollten regelmäßig gemessen werden, und Vitamin D sollte bei Mangel substituiert werden.
Selen bei Hashimoto
Prof. G: Sie haben das Selen erwähnt. Wozu ist dieses wichtig?
Prof. SU: Selen ist zur Gesunderhaltung der Schilddrüse von Bedeutung. Die Funktion wichtiger Enzyme, wie z. B. die Aktivität der Glutathion-Peroxidase, ist selenabhängig. Bei Selenmangel kann das Gewebe durch H2O2 (=giftiges Wasserstoffperoxid) geschädigt werden. Auch die Aktivität eines anderen wichtigen Enzyms, der sogenannten Dejodase ist selenabhängig. Fehlt Selen, wird zu wenig T3 aus dem vorhandenen T4 hergestellt. Selen scheint generell bei einer Reihe von Entzündungsreaktionen vor allem von hormonellen Organen eine Schlüsselrolle zu spielen: Selen hat antientzündliche Effekte.
Psyche bei Hashimoto
Prof. G: Welche Rolle spielt die Psyche?
Prof. SU: Eine ganz große Rolle. Wir sehen immer wieder, wie wichtig es sein kann, bei der Therapie des M. Hashimoto seelische, psychische und psychosomatische Faktoren mit einzubeziehen.
Zusammenfassung
Prof. G: Können Sie noch mal die wichtigsten Zusammenhänge zusammenfassen?
Prof. SU: Sehr gerne. Wir sehen bei unseren Patientinnen immer wieder Zusammenhänge zwischen dem Auftreten einer Hashimoto- Thyreoiditis, Progesteronmangel und Östrogendominanz. Oft besteht auch ein gleichzeitiger Selen-, Zink- und Vitamin- D- Mangel. Wenn wir neben der Substitution der Schilddrüsenhormone sowie von Selen, Zink und Vitamin- D3 den Progesteronmangel behandeln, können wir immer wieder beobachten, dass dadurch die Schilddrüsenantikörper sinken, meist innerhalb von 2- 6 Monaten, um im Schnitt etwa um dreißig bis fünfzig Prozent. Dies gilt auch für sogenannte therapieresistente hypothyreote Patientinnen, bei denen hohe Anti- TPO trotz Thyroxin- Substitution bestehen bleiben. Wirksam scheint der beschriebene Effekt vor allem bei Patientinnen mit hohen Antikörper- Ausgangswerten zu sein. Viele Patientinnen äußern auf Befragen, dass sich durch die Therapie auch Schlaf, Stimmung sowie körperliche und seelische Belastbarkeit besserten. Für dauerhafte Besserung ist es natürlich erforderlich, dass Umweltbelastungen so weit wie möglich reduziert werden und dass die Ernährung angepasst wird.
Prof. G: Vielen Dank für das sehr interessante Interview. 
Für alle, die weitere Informationen über Hormone und Hormonstörungen wünschen, weise ich auf Clio 75 hin. In dieser Broschüre des FFGZ Berlin geht es um Schilddrüsenhormone, männliche und weibliche Hormone und vieles mehr.
Zur Person: Prof. Dr. med. Claus Schulte-Übbing
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing ist Frauenarzt mit der Spezialisierung Umweltmedizin, Endokrinologie, Onkologie und Immunologie. Er leitet das Umweltmedizinische Therapiezentrum am Dom in München. Schulte-Uebbing ist umweltmedizinischer Gutachter, Autor medizinischer Fach- und Lehrbücher und international gefragter Referent. Er hält regelmäßig Vorlesungen und hat seit 2007 eine Professur.
Prof. Dr. med. Claus Schulte-Uebbing
Umweltmedizinisches Therapiezentrum am Dom
Weinstr. 7A
80333 München
Tel.: 089/ 299655
089/ 299655
Fax: 089/299672
E-Mail: info@prof-schulte-uebbing.de
Und welche Erfahrungen haben Sie mit der ganzheitlichen Behandlung der Hashimoto- Schilddrüsenerkrankung gemacht? Berichten Sie doch Ihren Leidensgenossinnen in einem Kommentar darüber.







Netzwerk Frauengesundheit





Hallo,
Ich habe seit einigen Jahren Hashimoto, bin mit einem Kombipräperat ganz gut eingestellt und nehme zusätzlich Selen.
Ich bin jedoch alles andere als zufrieden. Mein größtes Problem sind Ängste und Depression, absolutes Stimmungschaos. Mit nun 50 Jahres könnten ja auch noch andere hormonelle Schwankungen dazukommen, wobei ich vor etwa 3 Monaten einen Hormontest habe machen lassen. Dieser ergab weder nennenswerte Ungleichgewichte bei Östrogen noch bei Progesteron, alles soweit normal. Ich muß unbedingt etwas unternehmen, denn mein psychisches Problem ist für mich fast unerträglich. Diese Angstphasen sind Schübe, die nach ein paar Wochen wieder abklingen und dann meist über Monate fast weg sind.
Ich würde mich sehr freuen, wenn sie mir einen Rat geben könnten.
Liebe Grüße
Manuela
Liebe Manuela,
leider können nur wenige Ärzte die Hormonergebnisse richtig interpretieren. Wie Sie in dem Hashimoto-Artikel sicher gelesen haben, besteht bei vielen Frauen ein Gestagenmangel. Ich würde deshalb auf jeden Fall mal eine Gestagentherapie versuchen. Eventuell brauchen Sie auch etwas Östrogen dazu, am besten über die Haut. Vielleicht finden Sie ja einen Hormonspezialisten, der Sie richtig einstellen kann. Oder Sie schauen mal in der Therapeutenliste von psenergy nach, wer in Ihrer Nähe ist: http://www.psenergy.ch/Therapeuten Auch damit sehen wir gute Erfolge.
Gute Besserung und liebe Grüße!
Guten Tag,
vor kurzem war ich bei einem Endokrinologen, der auch Studien durchführt. Auf Befragen über den Nutzen von Selen wurde mir geantwortet, dass gerade eine neu durchgeführte Testreihe hierzu keinen Nutzen zeigen konnte. Außerdem ist noch nicht klar, was eine lange Seleneinnahme sonst noch bewirkt, oder? Ich habe es jedenfalls erstmal abgesetzt und fühle mich wirklich nicht schlechter damit.
Grüße
Sumse
Liebe Sumse,
es würde auch niemand erwarten, dass Sie so rasch eine Veränderung nach Absetzen von Selen merken. Es wird ja auch nicht behauptet, dass jede Frau mit Hashimoto von Selen profitiert. Deshalb würde ich immer erst den Selenspiegel im Blut messen lassen, ehe ich Selen verordnen würde. Der Blutselenwert sollte hochnormal sein, das ist er bei vielen deutschen Frauen nicht. Wenn ein Selenmangel besteht, muss man es ergänzen, dann sinken normalerweise auch die Antikörpertiter. Aber Sie wissen ja: jeder Mensch ist einmalig. Und was dem einen gut tut, braucht der andere nicht. Insofern kann man auch nicht aus einer Studie Schlussfolgerungen für alle ziehen, sondern muss jeden Patienten ganz gezielt und genau untersuchen.
Viele Grüße!
Hallo!
ich hätte gern gewusst, ob und welche symthome bei MAK anti TPO 8515 und unaufälligen FT3 und FT4 vorhanden sein können, da unsere Familie gerade auseinander bricht.
Meine Frau weisst seit der vorletzen Geburt seit 6 Jahren eine vielzahl der Symthome auf!
Vor einigen Wochen drängte ich Sie dann ihre Schilddrüse zu untersuchen.
Die Endokrinologin vertitt aber die Auffassund das unsere Probleme nicht daher rühren.
Sollten wir trotzdem eine Behandlung durchführen?
Lieber Gerd,
da macht Ihr ja Schlimmes durch! Wie war denn der TSH-Wert? Dann wüsste man, ob Ihre Frau zurzeit mehr eine Überfunktion oder eine Unterfunktion der Schilddrüse hat. Die hohen Antikörper zeigen, dass Ihre Frau krank ist und sich sicher schlecht fühlt! Da reicht es aber in der Regel nicht, dass man ihr nur Schilddrüsenhormone gibt, denn damit ist die Ursache ja nicht behoben. Warum richtet sich das Immunsystem plötzlich gegen eigene Zellen? Ihre Frau leidet unter einer Autoimmunerkrankung. Wenn die Endokrinologin das nicht versteht, suchen Sie sich eine andere. Besser noch, suchen Sie sich zusätzlich einen Arzt oder HP, der Ihre Frau ganzheitlich behandelt. Sie haben ja sicher diesen Artikel über Homöopathie gelesen: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hashimoto-thyreoiditis-hilfe-durch-homoeopathie/ Oder hier eine Therapeutenliste, die mit einer speziellen Art von homöopathischen Mitteln arbeiten, wobei auch der psychische Zustand berücksichtigt wird: http://www.psenergy.ch/pages/p-therapeuten.php Sie glauben nicht, wie viele Familien schon kaputt gegangen sind, weil Hahimoto zu spät erkannt und behandelt wurde! Ich wünsche Ihnen viel Glück!
sehr geehrte Damen und Herren,
können sie mir einen arzt oder homöophaten im grossraum köln/Bonn empfehlen, der sich mit der Behandlung von hashimoto auskennt?
vielen dank!
mit freundlichen grüssen
wende
Leider nein,
uns liegen keine Adressenlisten vor. Vielleicht finden Sie jemanden über http://www.kit-online.org/hashimoto-thyreoiditis oder http://autoimmun.wordpress.com/info-ht/arzteliste/
Würden Sie heutzutage zu einer vollständigen Schilddrüsenentfernung raten, wenn ein Patient über mehrere Jahre nicht einzustellen ist ?
LG
Michael
Das kann man nicht ohne Hintergrundwissen entscheiden. Meine Erfahrung sagt mir, dass mit einer guten ganzheitlichen Therapie fast immer zu helfen ist.
PS mein Sohn 20 Jahre hat auch sehr viele symptome für ihn habe ich jetzt ein Termin bei einem Endokrinologe und meine Tochter 21 Jahre die im 8 Monat schwanger ist leider auch . Aber die will sich nicht damit beschäftigen . Das macht mir sorgen .Ich schreibe mal meine Werte datum:30.10.2012
Antiethyreoidale Peroxidase TPO
AK MAK: 5963,4 U/ml (normberreich< 60 U/ml)
Thyreoglouin-AK : 11,0 U/ml(normberreich<60 U/ml)
TRAK(TSH-Rezeptor-AK): 0,4 U/ml (<IU/I negativ)
(1,0-1,5 IU/I grauberreich
(<1,5 IU/I positiv)
ich schreibe mal spasses halber die werte bei der normalen blutuntersuchung auf am 28.8 2012
TSH1 3,03 mlU/l 0,27 – 4,20
normalen blutuntersuchung auf am 24.10 2012
TSH1 3,24 mlU/l 0,27 – 4,20
Liebe Anja,
Da spielt Ihr Immunsystem ja ganz schön verrrückt! Haben Sie den Selenspiegel kontrolliert? Wenn Sie Selen einnehmen, werden die AK sicher abfallen. Und Sie werden sich besser fühlen.
Ich finde es schon echt verblüffend, dass sich so wenige Ärzte mit dieser Krankheit beschäftigen. Es könnte viel Leid und Geld gespart werden. Ich habe vor zwei Wochen endlich die Diagnose bekommen. Ich wusste sie aber schon mindestens fünf Jahre vorher. Zwar nicht dass es Hashimoto ist, aber dass es die Schilddrüse sein müsste. Weil ich schon sehr viele Symptome davon hatte. Ich habe mich auch zwischen durch darauf untersuchen lassen, aber es wurde mir immer nur gesagt, dass alle Werte gut sind, manchmal waren sie leicht an der Grenze. Ich habe in meinem Leben leider so manche Erkrankung schon hinter mir wie Rheuma, Knoten in der Brust, Gebärmutter entfernt, Gallenblase entfernt, beide Schwangerschaften waren der reine Horror von Anfang an. Mit danach schweren Angstzuständen und Gefühlsschwankungen..immer mal wieder Herzrhythmusstörungen, sehr niedrigen Blutdruck, mir ist immer kalt und was ich schon seit meiner Jugend sehr stark habe, sind diese Dauermüdigkeit, und ich meine richtig müde. Ich habe meistens das Gefühl gehabt, dass ich mich nicht im Schlaf erholen kann.. und ich könnte noch mehr aufzähle,n und die Beschwerden hatte ich schon alle vorher …und immer mal wieder Fieber, ohne dass ich mir das erklären konnte … dann kamen vor fünf Jahren noch die Symptome mal von einer Überfunktion und dann wieder von einer Unterfunktion. Das beste: vor fünf Wochen waren die Werte bei der ersten Untersuchung gut. Ich fühlte mich so schlecht, dass ich dachte, ich habe einen Herzinfarkt. Es ging nichts mehr, war auch drei Tage im Krankenhaus und die Aussage war schon ein Witz. Ich hätte zu viele Symptome, die nicht zusammen passen … Was lernen die Ärzte eigentlich ??? Ich hatte sie darauf hingewiesen, dass sie mal nach der Schilddrüse schauen sollen ….nein die Werte waren in Ordnung. Ich war eine Woche später nochmal von meinem Hausarzt zur SD- Untersuchung geschickt worden … und was soll ich sagen? Da habe ich endlich eine Diagnose bekommen …. Und was ich ganz wichtig finde, ich hatte Glück im Unglück, denn ich habe an dem Tag der Untersuchung gearbeitet, und es ist körperlich anstrengende Arbeit … Ich habe die Vermutung dass es auch damit zusammen hängt. Denn immer wenn ich mich körperlich belaste, bin ich absolut platt oder habe die Probleme sehr ausgeprägt .
Liebe Anja,
da haben Sie ja wirklich schon viel mitgemacht! Ich bezweifle bei der langen Krankengeschichte aber, dass alles nur von der Schilddrüse kommt. Viel wahrscheinlicher ist, dass eine Grundstörung vorliegt, die zu diesen verschiedenen Erkrankungen und Beschwerden geführt hat. Vielleicht vertragen sie bestimmte Nahrungsmittel nicht, so dass sie davon immer müder werden. Oder Ihr Körper ist ausgelaugt und Sie müssten ihm mit Hilfe einer guten Ernährung und guten Nahrungsergänzungen Kraftstoff liefern. Auch der Umgang mit psychischen Belastungen und Stress kann zu diesen Symptomen führen. Am besten suchen Sie sich zusätzlich zu dem Schilddrüsenspezialisten einen Arzt, der Sie naturheilkundlich mitbehandelt. Gute Besserung!
Ich behandele in meiner Naturheilpraxis viele Frauen mit Schilddrüsenunterfunktion und Hashimoto. Wenn ich im Labor einen TSH von > 2,6 sehe, fange ich sofort an mit der Unterstützung der Schilddrüse und warte nicht erst bis gar nichts mehr geht. Dazu setze ich Mikronährstoffe und pflanzliche Arzneimittel ein.
Ich arbeite präventiv und nicht erst wenn das „Kind buchstäblich in den Brunnen gefallen ist“. Gerade die Schilddrüse finde ich wird oft viel zu sehr vernachlässigt. Und jede Frau reagiert außerdem anders. Nicht alle haben die laut Schulmedizin „klassischen Symptome“.
Bzgl. der Progesteronschwäche, kann ich das nur bestätigen. Aufgrund der vielen Kontakte mit Plastik in unserer Nahrung, werden vermehrt Östrogene entwickelt und führen dadurch zur sog. Östrogendominanz. Ich habe ebenfalls wunderbare Erfahrung mit einem natürlichen Progesteronöl und zusätzlich noch auf jede Patientin angepasste weitere Medikation. Wer seine Hormone Progesteron/ Östrogen/ Testosteron/ DHEA überprüfen möchte, sollte einen Speicheltest durchführen lassen.
Liebe Frau Teutsch,
vielen Dank für die Mitteilung Ihrer wichtigen Erfahrungen, denen ich voll und ganz zustimme. Bzgl. der Hormonbestimmungen halte ich es für sehr wichtig, dass sich die Patientin in Betreuung eines Therapeuten befindet, der auch mit den Ergebnissen was anfangen kann. Was für den einen Normwerte sind, ist für den anderen zu hoch oder zu niedrig. Da braucht es schon Erfahrung!
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard !
Bei mir wurde vor ca. 2 Jahren eine Unterfunktion festgestellt. Ich nahm einige Zeit L-Thyroxin 75 ein, was ich aber leider – meiner Meinung nach – nicht gut vertragen habe, da es bei mir vermehrt Tachykardien auslöste. Diese sind vegetativ bedingt. Mein Hausarzt, der mich aufgrund eines auffälligen Langzeit- EKGs zum Kardiologen überwies, dieser mich dann ziemlich schnell zur Katheterablation nach Bad Nauheim schickte – ich diese ganze Prozedur über mich ergehen ließ – ohne den erwünschten Erfolg – nach 2 Monaten sollte nochmal das Gleiche erfolgen; da hat mir aber glücklicherweise der Arzt, der den Eingriff machen sollte von der 2. Ablation abgeraten, weil der Punkt zu nah am AV Knoten lag- hat er mich mit einem Antiarrhythmikum therapiert ( Tabl.) – Das habe ich ca. 2 Mon. einegenommen, dann habe ich beide Medikamente abgesetzt und seitdem keine Tachykardien mehr gehabt. Nun habe ich gerade meine neuesten SD Werte abgefragt und mein TSH liegt bei 4,26. Medikation wieder mit L-Thyroxin 125Ich weiß nicht was ich tun soll. Da ich Ihre Seiten sehr schätze, wende ich mich hilflos an Sie.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Wennmann
P.S. Die Ablation war Dez./ Jan. 2010/2011
Liebe Frau Wennmann,
Ist bei Ihnen denn schon mal der Selenspiegel gemessen worden? Der ist sicher zu niedrig. Nehmen Sie einfach mal Selen als Selenit (bspw. selen-loges), fangen Sie mit 100mikrogram/ Tag an, eventuell steigern. L-Thyroxin dazu, aber ganz wenig, nur 50. Eventuell weitere Nahrungsergänzungen dazu, eventuell auch Progesteroncreme. Aber da müssten Sie vor Ort einen Arzt finden, der Sie ganzheitlich betreut. Und nicht zu viel auf einmal probieren, wenn es Ihnen eigentlich gut geht. Viel Erfolg! Sie kriegen das sicher wieder gut hin!
Prof. G: Wann muss ein M. Hashimoto behandelt werden?
Meiner Meinung nach ist das die falsche Frage, weil sie die Ärzte und ihre defensivmedizinischen Bedürfnisse zu sehr in den Mittelpunkt stellt.
Mich interessiert, wann und wie Hashimoto möglichst früh behandelt werden kann. Die meisten Patientinnen, die sich mit Hashimoto schlecht fühlen, wollen nämlich eine Behandlung nicht erst dann, wenn es der Arzt nicht mehr aufschieben kann und fT4 unter die Normgrenze gefallen ist. Dann ist nämlich so manche Patientin schon bei Hartz IV gelandet oder hat die zweite Fehlgeburt hinter sich.
Auch bei scheinbar unauffälligen Werten inklusive normalem TSH kann man es meiner Meinung nach mit Thyroxin versuchen, ich habe zum Beispiel davon profitiert und bin bei weitem nicht die Einzige. Bei undramatischen Ausgangswerten muss man eben die Einstiegsdosis niedriger wählen als bei einer eindeutigen Unterfunktion. Wer normale Werte hat und dennoch 25 oder 37,5 µg Thyroxin nimmt, kommt damit nicht in die Überfunktion, profitiert aber möglicherweise. Außerdem wird Thyroxin so viel besser vertragen als wenn sich der Körper bereits an die Unterfunktion gewöhnt hat.
Ich verstehe nicht, warum die Medizin bei Hashimoto so sehr mit Thyroxin zaudert, während die Gynäkologie den Frauen bei banalsten Anlässen die Pille aufdrängen will.
Ich stimme Ihnen zu, dass bei nachgewiesenem Hashimoto frühzeitig behandelt werden sollte. Ich möchte aber zu bedenken geben, dass wir mit der Substitution von Schilddrüsenhormon nur ein Symptom behandeln. Viel wichtiger finde ich, dass wir versuchen, die Ursache der fehlgeleiteten Immunreaktion zu finden: Umweltgifte ausleiten, Selen und ev. noch andere Mineralstoffe, Spurenelemente und Vitamine ergänzen, den Darm als wichtigsten Part unseres Immunsystems stabilisieren, usw. Leider beschränkt man sich in der Standard-Arztpraxis auf das Organ Schilddrüse, ohne dabei den ganzen Menschen einzubeziehen.