Ist Ihnen auch aufgefallen, dass in den letzten Jahren in den Gesundheitsmagazinen viel mehr über Bewegung geschrieben wird? Nicht unbedingt mehr als über gesunde Ernährung, aber da es viele Ernährungsexperten mit unterschiedlichen Meinungen gibt, ist es gut zu hören, dass bzgl. Fitness durch Bewegung Einigkeit zu herrschen scheint.

Im Sommer ist es für uns ja meist kaum ein Problem, noch nach der Arbeit einen Spaziergang zu machen, am Wochenende zu wandern und immer mal das Fahrrad statt des Autos zu benutzen. Oder sogar morgens etwas früher aufzustehen und durch den Park oder den Wald zu joggen. Aber im Winter kostet das ganz schön Überwindung. Und wenn ich mal nachfrage: „Was für einen Sport machst du denn im Winter“, dann höre ich oft, „ich gehe Ski laufen“. Aber seien Sie mal ehrlich: diese eine Woche, die man Zeit und Geld für einen Skiurlaub hat, ob das als Bewegung für das Winterhalbjahr reicht, um gesund und fit zu bleiben?

Was Bewegung beim Gesunden bewirkt

  • Stress wird abgebaut. Nicht umsonst sieht man viele Manager vor der Arbeit durch die Parks laufen. Junge Väter und Mütter joggen mit dem Jüngsten im Kinderwagen.
  • Glückshormone werden freigesetzt, die Stimmung steigt, trübe Gedanken verfliegen, und der Schlaf wird tiefer und erholsamer.
  • Das Gewicht kann gehalten werden oder das Fett schmilzt dahin, denn der Stoffwechsel wird angeregt. und mit dem richtigen Training wird die Fettverbrennung angekurbelt.
  • Der Kreislauf wird trainiert, die Gefäße erweitern sich, die Durchblutung der Organe steigt, besonders wichtig für das Herz und Gehirn.
  • Die Atmung wird vertieft, der Organismus wird mit Sauerstoff vollgepumpt, so dass alle Stoffwechselvorgänge besser ablaufen können.
  • Die Muskeln werden gefordert, das stabilisiert Gelenke und Knochen.
  • Die Lymphe kommt in Schwung, dicke Beine vom langen Sitzen oder Stehen gehören der Vergangenheit an.
  • Der Darm wird massiert, die Verdauung angeregt, Stoffwechselschlacken werden schneller ausgeschieden.
  • Das Immunsystem wird trainiert, u.a. über die Darmmassage, denn unser Darm ist das Zentrum unseres Immunsystems.
  • Für Schwangere besonders wichtig, damit der Mutterkuchen viel sauerstoffreiches Blut zum Baby transportieren kann. Es wächst besser, wird klüger und gesünder.

Vor welchen Krankheiten Bewegung schützt

  • Schutz vor Krebserkrankungen, besonders effektiv zur Verhütung von Brustkrebs und Darmkrebs. Sogar bei erblichen Formen werden die Fitten seltener krank.
  • Schutz vor Herz-Kreislauferkrankungen, wie Herzinfarkt, Bluthochdruck oder Schlaganfall,
  • Schutz vor Alzheimer und anderen Demenzen,
  • Schutz vor Depressionen, Burnout,
  • Schutz vor Osteoporose,
  • Schutz vor Übersäuerung, Metabolischem Syndrom, hohen Blutfetten und Diabetes,
  • Schutz vor Arthrose.

Ausgerechnet jetzt in der Winterzeit und beim Weihnachtsstress, wo Sie doch gar keine Zeit für sich haben, muss ich Ihnen aufzeigen, wie gut etwas mehr Bewegung für Sie wäre! Aber das hat einen Grund. Denn mehr Bewegung bedeutet ja nicht, dass Sie jeden Tag eine Stunde Zeit für das Fitness-Studio freischaufeln sollen. Oder dass sie bei Schneeregen im Dunkeln nach der Arbeit an der Schnellstraße lang joggen sollen. Es geht viel einfacher und ganz effektiv.

Bewegung mit dem Trampolin

Während meiner 30 Jahre an der Klinik bin ich im Winter immer vor dem Hellwerden aus dem Haus, war den ganzen Tag in einer fensterlosen Ambulanz „eingesperrt“ und bin abends im Dunkeln wieder nach Hause. Sie können sich vorstellen, wie luft- und bewegungshungrig ich dann war! Mit meinem Mann zusammen wagten wir uns selbst bei Schnee noch mit der Taschenlampe auf die Straße, um zu joggen, was aber mehr in einer Rutschpartie als mit Joggen endete. Wenn wir uns vom Regen nicht abhalten lassen wollten, wurden wir fast regelmäßig mit einer Erkältung „belohnt“.

Eine Kollegin erzählte mir eines Tages, als ich mal wieder verschnupft in der Klinik ankam, dass sie im Winter immer Trampolin springe. Ich besuchte sie und probierte aus, ob ich mich überhaupt darauf halten konnte. Es ging besser als gedacht, so dass ich mir zu Weihnachten ein Trampolin wünschte. Seit vielen Jahren benutze ich es nun immer dann,

  • wenn draußen schlechtes Wetter ist,
  • wenn ich wenig Zeit habe,
  • wenn nach 2 Stunden Arbeit am PC die Konzentration nachlässt,
  • wenn ich mich müde fühle,
  • wenn die Gedanken sich im Kreis drehen.

Ich suchte mir die unterschiedlichsten Orte zum Springen aus: In der Küche, wenn ich darauf wartete, dass das Wasser kochte, auf dem überdachten Balkon, wenn ich dabei dem Regen lauschen konnte, im Wohnzimmer bei den Nachrichten im Fernsehen, beim Spanischlernen mit Kassette, beim Toben mit den Kindern. Wenn ich richtig trainieren wollte, legte ich mir Gewichte an die Unterschenkel und Arme und machte Gymnastikübungen damit. Oder ich legte Musik auf, die zum Mitsingen oder schneller springen animierte.

Nachdem ich anfangs nur ein ganz einfaches Trampolin hatte, mit knarrenden Stahlfedern und eigentlich viel zu hart für mein Gewicht, habe ich mir jetzt eins mit hochelastischen Gummiseilringen, ein Bellicon, zugelegt. Warum soll ich mir nicht bei einem Sportgerät mal den Mercedes leisten! Ein völlig neues Lauf- und Hüpfgefühl! Dieses Trampolin hat den Vorteil, dass es so vollendet schwingt, dass auch Menschen mit Gelenkproblemen, Rückenbeschwerden oder Osteoporose keine Angst haben müssen, sich durch das Hüpfen zu schaden.

Studien haben gezeigt, dass schon 30 Minuten täglich zu Fuß gehen die Gesundheit verbessert. Die Zeit haben Sie aber nicht immer, vor allen Dingen, wenn Sie mit dem Auto zur Arbeit fahren müssen. Dann springen Sie doch einfach 10 Minuten täglich Trampolin! Das ist immer drin! Stellen Sie das Trampolin doch einfach irgendwo auf, wo Sie „darüber stolpern“ müssen: dann können Sie immer zwischendurch ein paar Minuten Schwerelosigkeit genießen. Vorausgesetzt Ihre Familie macht Ihnen das Gerät nicht streitig, passiert leider sehr rasch.

Wenn Sie einmal ein Trampolin mit Seilringfederung im Haus haben, werden Sie auch sicher die Familienmitglieder dafür begeistern können, die Sportmuffel sind oder die glauben, wegen einer Erkrankung keinen passenden Sport treiben zu können. Dann zähle ich Ihnen mal einige Fakten auf, die für das Trampolin als Reha-Gerät daheim sprechen

Was Bewegung beim Kranken bewirkt

  • Frauen mit Brustkrebs leben länger, wenn sie sich mit Bewegung fit halten.
  • Der Gehirnabbau wird auch bei dementen Patienten verlangsamt.
  • Alte Menschen haben weniger Knochenbrüche, bleiben länger mobil.
  • Bewegung verbessert die Herzfunktion besser als ein Stent.
  • Hoher Blutdruck wird niedriger und niedriger Blutdruck wird normal.
  • Krebskranke haben eine bessere Lebensqualität, leben in vielen Fällen auch länger.
  • Metabolisches Syndrom und Diabetes bessern sich.
  • Die Parkinson-Symptomatik bessert sich.
  • Depressionen bessern sich, Psychopharmaka-Gebrauch sinkt.

Sicher könnte ich noch viele Krankheiten aufzählen, für die durch Studien gesichert ist, dass sich Bewegung günstig auswirkt. Alle diese Vorteile gelten auch für die Bewegung auf dem Trampolin. Der weitere Vorteil ist, dass kaum ein Übungsgerät oder Sport so gelenkschonend ist. Für die Ängstlichen ist es gut zu wissen, dass es einen Haltegriff gibt, der am Anfang beim Üben oder in fortgeschrittenem Alter Sicherheit gibt. Das ist übrigens das Tolle bei einem Trampolin: es gibt kein Alter, für das es nichts wäre: Babys, natürlich unter Aufsicht, werden gerne darauf gewippt. Kinder hopsen ausgelassen darauf herum und machen ihre kleinen Kunststücke. Als Nebeneffekt werden ihre Schulleistungen besser. Erwachsene können es als Spaß- und Sportgerät benutzen.

Das Trampolinspringen wirkt besonders den Rückenschmerzen und Nackenverspannungen entgegen, an denen immer mehr Menschen durch die PC-Arbeit leiden. Schließlich sind alte Menschen froh und glücklich, wenn sie sich bei all ihren körperlichen Einschränkungen darauf bewegen dürfen. Neben den Haltegriffen gibt es auch Randschutzpolster aus dickem Schaumstoff. Sie sind zwar eigentlich für ganz kleine Kinder gedacht, aber sie sind auch sinnvoll für ältere Menschen, damit sie die ersten Berührungsängste verlieren.

Ein Einführungsbuch zum Trampolin brauchen Sie nicht extra zu kaufen. es liegt dem bellicon bei und bietet Übungen für Anfänger und Fortgeschrittene.

Selbstverständlich können Sie sich auch weiterhin durch Joggen, Skigymnastik, Schwimmen, Fitnessstudio oder was Ihnen sonst noch Freude macht, in Bewegung halten. Für mich ist einfach das Trampolin so ideal, weil ich mit wenig Zeit viel erreichen kann. Und weil ich es hoffentlich bis an mein Lebensende nutzen kann.

Fit ohne Geräte

Wenn Sie sich gar nicht mit dem Trampolin anfreunden können, dann wäre vielleicht der neue amerikanische Trend etwas für Sie: „Fit ohne Geräte“. Der Amerikaner Mark Lauren trainiert seit Jahren amerikanische Elitesoldaten. Er nutzt dabei nichts als das Gewicht des Körpers. Der Vorteil ist, dass man auf kleinstem Raum, ob zu Hause, im Hotel oder am Arbeitsplatz, seine Übungen machen kann.

Das Prinzip ist das Intervallkrafttraining. Zahlreiche Studien haben herausgefunden, dass intensives Intervall-Krafttraining einen stärkeren Fettabbau bewirkt als ein moderates Ausdauertraining. Und nicht nur in Amerika ist es ja meistens der Fettabbau, der von den Übenden angestrebt wird. Aber auch den Schlanken bietet das Intervallkrafttraining Vorteile: die Muskelkraft nimmt zu, und man gewinnt an Sauerstoffkapazität. Angeblich reichen schon 4 Minuten Intervalltraining an fünf Tagen in der Woche, um Ausdauerleistung und Kraft stärker zu verbessern als mit einer Stunde gemächlichem Ausdauertraining. Wenn das nicht motiviert! Bei Anfängern ist das aber sicher nicht ausreichend. Wenn das mal nicht ein Übersetzungsfehler ist!

125 Übungen stellt Lauren in seinem Buch vor. Viele Übungen sind Ihnen sicher noch aus der Schule, dem Turnverein oder der Skigymnastik bekannt. Sie sind in ihrer korrekten Ausführung genau beschrieben und mit Bildern illustriert. Er erklärt einleuchtend, worauf es ankommt und wie durch millimeterweise Veränderung der Stellung völlig andere Muskelpartien gefordert werden. Am Ende des Buches sind Wochenprogramme für Einsteiger, Fortgeschrittene und Spitzensportler zusammen gestellt. Motivations- und Ernährungstipps ergänzen das Ganze. Ein brauchbares Weihnachtsgeschenk für Menschen, denen es leicht fällt, alleine zu trainieren, sich zum Erfolg zu quälen und freiwillig mindestens dreimal in der Woche ihre Übungsserien durchziehen. Für das nächste Jahr habe ich mir vorgenommen, wenigstens mal einen Versuch für Anfänger zu starten. Wenn ich wirklich in kurzer Zeit Erfolge sehe, werde ich wieder berichten.

Oder Sie probieren mal was Neues aus und berichten dann den anderen Leserinnen von Ihren Erfahrungen, freue mich über die Kommentare.

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