Mit der richtigen Ernährungsweise können Sie Ihr Demenz-Risiko um 90% senken,
je früher – desto besser!

Kaffeeklatsch ohne Torte

Demenz ist eine schwerwiegende Erkrankung, deren Häufigkeit und Bedeutung in den nächsten Jahrzehnten aufgrund der demographischen Entwicklungen stetig ansteigen und kaum vorstellbare Ausmaße annehmen wird. Die Krankheit beeinträchtigt nicht nur die Psyche und das Sozialleben der Betroffenen, sondern auch der pflegenden Angehörigen. Sie führt bei diesen nicht selten zu massiver Erschöpfung und Burnout.

Eine Demenz hat vielfältige Ursachen, zu denen genetische Faktoren und die Ernährungs- und Lebensweise zählen. Die Krankheit ist derzeit nicht heilbar; die medikamentöse Behandlung dient vornehmlich der Linderung von Symptomen und kann das Fortschreiten der Demenz nicht verzögern.

Doch niemand ist dieser Krankheit hilflos ausgeliefert. Es gibt effektive Möglichkeiten, einer Demenzerkrankung vorzubeugen. Die richtige Ernährungsweise kann das Risiko um fast 90 % senken – je früher Sie damit anfangen, umso besser! Das Geheimnis einer gesunden Ernährung, die vor Demenz und Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt, ist der Ersatz von ungesunden mit gesunden Lebensmitteln in der täglichen Ernährung.

Mehr als jeder Dritte wird in Zukunft an einer Demenz leiden

Fast jede zweite Frau und jeder dritte Mann müssen laut Barmer GEK Pflegereport 2010 damit rechnen, dement zu werden (Rothgang et al., 2010). Laut der Deutschen Alzheimer Gesellschaft gab es in Deutschland im Jahr 2010 rund 1,4 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt waren – fast so viele wie Krebspatienten (1,5 Millionen). Bis zum Jahr 2050 soll sich die Zahl der Betroffenen auf 3 Millionen Demenzkranke mehr als verdoppeln (DAlG, 2012).

Demenz führt zwangsläufig zur Pflegebedürftigkeit – und ist damit auf Dauer für Betroffene, Angehörige und unser Sozialsystem eine Herausforderung, welche sogar die Tragik und Kosten von Krebserkrankungen in den Schatten stellt. Es besteht höchster Handlungsbedarf – nahezu jeder wird in Zukunft mit Demenz konfrontiert sein, ob als Patient oder Angehöriger.

Ursachen der Demenz

Morbus Alzheimer ist die häufigste Form von Demenz und macht nahezu zwei Drittel aller Demenz-Fälle aus. Weniger bekannt ist die vaskuläre Demenz als zweithäufigste Form, die etwa 20 % aller Erkrankten betrifft. Bei einer vaskulären Demenz kommt es zum geistigen Abbau aufgrund von Durchblutungsstörungen der kleinen Gefäße und Mikroinfarkten im Gehirn. Risikofaktoren sind Bluthochdruck, Rauchen, erhöhte Homocystein-, Blutfett- und Cholesterinwerte, Diabetes mellitus, verschiedene Herzkrankheiten und vor allem höheres Lebensalter. Die verschiedenen Phasen der Demenz wurden Ihnen schon in einem früheren Artikel erläutert.

Als wichtige Ursachen der Alzheimer-Demenz gelten u.a.

  • eine genetische Vorbelastung,
  • gesteigerter oxidativer und nitrosativer Stress,
  • toxische Metalle wie Quecksilber und Kupfer,
  • Entzündungsprozesse sowie
  • die Ansammlung von Plaques aus beta-Amyloid-Peptiden im Gehirn.
  • Alzheimer scheint auch mit dem Stoffwechsel zusammenzuhängen, denn ausgeprägte Störungen im Energiestoffwechsel und in der Insulinempfindlichkeit im Gehirn führen zu den Alzheimer-typischen neurologischen Veränderungen und Symptomen (de la Monte, 2012).

Immer mehr Studien belegen eine deutliche Risikoerhöhung für eine Alzheimer-Demenz durch Fettleibigkeit, Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und Insulinresistenz/Diabetes mellitus. Diese Erkrankungen werden durch eine fett-, fleisch- und zuckerreiche Ernährung sowie Bewegungsmangel verursacht (Martins et al., 2006). Doch die Ernährung hat auch einen direkten Einfluss auf die geistige Leistung. Eine Ernährung mit viel Cholesterin, gesättigtem Fett, tierischem Eiweiß und Kalorien, aber wenig Ballaststoffen, Gemüse und Obst trägt entscheidend zur Entstehung von Alzheimer bei (Luchsinger et al., 2002; Morris et al., 2003; Ortega et al., 1997).

Tierische Lebensmittel verschlechtern die Gedächtnisleistung

Ronald Reagan und Margaret Thatcher waren nicht nur Staatschefs und gute Freunde, sondern auch ausgesprochene Anhänger einer fleischreichen Low-Carb-Ernährungsweise. Beide erkrankten an Alzheimer. Neben diesen Einzelfällen belegen auch immer mehr Studien einen positiven Zusammenhang zwischen einer fett- und fleischreichen Ernährung und Demenz.

Eine Studie mit 6183 Frauen in Altersheimen ergab, dass diejenigen, die besonders viele Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren zu sich nahmen (Fleisch, Butter, Käse, u. a.), ein um 64 % erhöhtes Risiko für eine verschlechterte Gedächtnisleistung hatten. Bei denjenigen Frauen hingegen, die viele Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an einfach ungesättigten Fettsäuren aßen (Olivenöl, Samen, Nüsse, Avocados, u. a.), war das Risiko um 48 % reduziert (Okereke et al., 2012). Doch vermutlich spielen nicht nur die gesättigten Fettsäuren, die vor allem aus Fleisch- und Milchprodukten stammen, eine wichtige Rolle, sondern auch das darin enthaltene tierische Eiweiß und das prooxidative Eisen sowie die erhöhte Entzündungsaktivität, die mit dieser Ernährungsweise einhergeht (Smith, 2009; Mertin, 2013).

Eine andere Studie identifizierte ein Ernährungsmuster, das mit einem 38 % geringeren Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung einherging. Das Ernährungsmuster beinhaltete einen reichlichen Verzehr von Salatdressings mit pflanzlichen Ölen, Nüssen, Tomaten, Kohlgemüse, dunklem und grünem Blattgemüse, Obst, Fisch und Geflügel. Fettreiche Milchprodukte, rotes Fleisch, Innereien und Butter waren hingegen wenig enthalten (Gu et al., 2010). Eine polnische Studie bestätigt diese Erkenntnisse: Die befragten Alzheimer-Patienten wiesen einen hohen Konsum an Fleisch, Butter, fettreichen Milchprodukten, Eiern und raffiniertem Zucker auf, während sich die Gesunden überwiegend von Getreide und Gemüse ernährten (Gustaw-Rothenberg, 2009).

Homocystein und Methionin: Gefahr für Gefäße und Gehirn

Homocystein ist ein wichtiger Risikofaktor für die Blutgefäße. Hohe Blutspiegel (≥ 14 µmol/l) erhöhen das Alzheimer-Risiko auf das 4,5-Fache. Homocystein entsteht aus dem Abbau von Methionin, das besonders reichlich in tierischem Eiweiß (Fleisch, Milchprodukte) vorkommt. Entsprechend hatten ausgeprägte Fleischkonsumenten in einer Studie von Giem und Kollegen (1993) ein dreimal so hohes Demenzrisiko wie Vegetarier. Bei Mäusen führte eine Methionin-reiche Ernährung zu vermehrten Ablagerungen von beta-Amyloid und zu Verhaltensstörungen (Zhuo et al., 2010).

Wahrscheinlich sind neben dem Homocystein auch noch andere Methionin-Abbauprodukte für dessen gefäßschädigende Effekte verantwortlich. Ein verringerter Konsum von Fleisch- und Milchprodukten reduziert die Aufnahme von Methionin und trägt somit zum Schutz vor einer Demenzerkrankung bei.

Toxische Metalle fördern oxidativen Stress im Gehirn

Alzheimer-Erkrankte weisen vermehrten oxidativen Stress im Gehirn auf, der u.a. durch eine erhöhte Konzentration an Kupfer verursacht wird (Jomova et al., 2010). Erhöhte Kupferwerte gehen daher mit einem erhöhten Alzheimerrisiko einher. Deshalb sollte die Kupferzufuhr beschränkt werden, vor allem durch die Vermeidung von Kupferrohren bei Trinkwasserleitungen bzw. durch das Trinken von gefiltertem Wasser sowie durch einen möglichst geringen Verzehr von rotem Fleisch.

Bei Alzheimer-Erkrankten wurden zum Teil erhöhte Quecksilberkonzentrationen in Gehirnproben und im Blut festgestellt. Experimentelle Studien zeigen, dass schon geringste Mengen von Quecksilber Alzheimer-typische Nervenzellveränderungen auslösen können (Mutter et al., 2007). Das toxische Schwermetall Quecksilber nehmen wir regelmäßig auf, z. B. über Amalgamfüllungen, Impfungen, Fisch oder Energiesparlampen. Amalgamfüllungen bestehen zu etwa 50 % aus Quecksilber und enthalten auch große Mengen an Kupfer, die ständig in kleinen Mengen freigesetzt werden. Sie sollten fachgemäß entfernt werden.

Auch Eisen, Blei und Aluminium spielen eine wichtige Rolle in der Entstehung der Alzheimer-Demenz, wobei sie vor allem auch die neurotoxische Wirkung von Quecksilber potenzieren (Mutter et al., 2007). Polyphenole, eine vielfältige Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe, die in pflanzlichen Lebensmitteln, wie Grüntee und Granatapfel, enthalten sind, können Metalle wie Kupfer in gewissem Maße binden und wirken antioxidativ.

ApoE4 und Schwermetalle in Kombination potenzieren Alzheimer-Risiko

Personen, welche erblich bedingt durch das Apolipoprotein E4 (ApoE4) als Bestandteil eines Fetttransporters vorbelastet sind, haben ein 15-fach erhöhtes Alzheimer-Risiko. Dies könnte dadurch bedingt sein, dass ApoE4 Schwermetalle nicht gut binden kann und damit kein ausreichender Abtransport aus dem Nervengewebe stattfindet. In Kombination mit einer erhöhten Schwermetallbelastung ist ApoE4 demnach besonders gefährlich.

Gesunde Ernährung plus Kaffee kann Demenzrisiko um fast 90 % reduzieren

Eine finnische Studie untersuchte den Einfluss der Ernährungsweise im mittleren Alter auf das spätere Demenzrisiko. Diejenigen mit der gesündesten Ernährung im Alter um die 50 Jahre hatten in den folgenden 21 Jahren ein 88 % niedrigeres Risiko für Demenz als diejenigen mit der ungesündesten Ernährung (Eskelinen, 2004). Als gesund wurden Gemüse, Obst, Kaffee, Brot, Fisch sowie ungesättigte Fettsäuren aus Pflanzenöl und Margarine eingeordnet; Würstchen, Eier, Süßigkeiten, zuckerhaltige Getränke, Alkohol, Salz, salziger Fisch und gesättigte Fettsäuren aus Butter und anderen Milchprodukten galten dagegen als ungesund.

Eine hohe Aufnahme von gesättigten Fettsäuren ging mit einer schlechteren kognitiven Leistung und Gedächtnis-Funktion einher. Bereits eine moderate Aufnahme von gesättigten Fettsäuren erhöhte das Demenz- und Alzheimerrisiko, insbesondere bei genetischer Vorbelastung (Apolipoprotein E4-Allel). Eine hohe Aufnahme von mehrfach ungesättigten Fettsäuren wirkte dagegen vorbeugend.

Kaffeekonsum senkt Demenzrisiko um 65 %

Kaffeetrinker erkranken deutlich seltener an Demenz. In der beschriebenen finnischen Untersuchung hatten Personen, die im mittleren Alter täglich 3-5 Tassen Kaffee tranken, ein um 65 % reduziertes Demenzrisiko (Eskelinen et al., 2009). Die Ursachen für diese positive Wirkung des Kaffee-Konsums sind noch nicht sicher identifiziert. Vermutlich spielen sowohl das Koffein als auch weitere Inhaltsstoffe hierbei eine Rolle.

Kaffee kann auch ein Schutzfaktor gegen Parkinson sein. Eine Übersichtsstudie aus dem Jahr 2010 ergab, dass Kaffeetrinker ein um 25 % verringertes Risiko für Parkinson haben. Der Effekt war dosisabhängig und stärker, je mehr Kaffee getrunken wurde (Costa et al., 2010).

Ballaststoffreiche Ernährung senkt Cholesterinspiegel und Alzheimerrisiko

Cholesterin spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Demenz. In Tiermodellen wurde ein starker Zusammenhang zwischen fett- und cholesterinreicher Ernährung und erhöhten Amyloid-beta-Spiegeln im Gehirn gefunden. Eine hohe Aufnahme von Cholesterin erhöht somit das Risiko für eine Alzheimer-Erkrankung (Martins und Binosha Fernando, 2014).

Eine ballaststoffreiche Ernährung reduziert die Cholesterinaufnahme aus der Nahrung, senkt den Cholesterinspiegel und reguliert den Amyloid-beta-Stoffwechsel (Chittur et al., 2008). Hierzu tragen zum einen Phytosterole bei, zum anderen aber auch kurzkettige Fettsäuren, die bei einer ballaststoffreichen Ernährung vermehrt im Darm gebildet werden. Eine ballaststoffreiche Ernährung, die zudem wenig Fett und Zucker enthält, kann das Alzheimer-Risiko reduzieren (Martins und Binosha Fernando, 2014).

Polyphenole schützen vor Alzheimer

Auch der regelmäßige Konsum von Obst- und Gemüsesäften kann vor der Alzheimer-Krankheit schützen. Personen, die mindestens dreimal pro Woche solche Säfte zu sich nahmen, hatten in der Studie von Dai et al. (2006) ein um 76 % geringeres Risiko an Alzheimer zu erkranken als Personen, deren Konsum geringer war.

Ein positiver Faktor sind hierbei die in den Säften enthaltenen Polyphenole (Dai et al., 2006). Beispielsweise ist die protektive Wirkung von Granatapfel-Polyphenolen bezüglich Alzheimer nachgewiesen. Granatapfelsaft reduzierte im Gehirn von Mäusen die Ablagerung von beta-Amyloid um die Hälfte und senkte somit deutlich das Risiko, an einer Alzheimer-Demenz zu erkranken (Hartman et al., 2006). Diese Ergebnisse lassen sich einerseits auf die direkte antioxidative Wirkung der Polyphenole zurückführen, da oxidativer Stress bei der Entstehung der Alzheimer-Erkrankung eine bedeutende Rolle spielt. Andererseits sind auch eine Beeinflussung von Zellsignalwegen und eine Regulation der Genexpression durch die Granatapfel-Polyphenole möglich.

Auch andere antioxidativ wirksame Substanzen, die in Gemüse und Obst reichlich vorhanden sind, wie die Carotinoide, Vitamin C und E, schützen – aufgenommen in Form von Nahrungsmitteln – vor Alzheimer (Li et al., 2012). Vermutlich trägt zudem der hohe Kaliumgehalt der Obst- und Gemüsesäfte zu deren protektiver Wirkung bei, denn auch kaliumsparende Diuretika, die zu einem Anstieg der Kaliumspiegel im Blut führen, senken das Alzheimer-Risiko.

Gamma-Tocopherol bekämpft nitrosativen Stress

Vitamin E kommt wahrscheinlich eine große Bedeutung beim Schutz vor Alzheimer zu, da es vor oxidativem und insbesondere nitrosativem Stress sowie entzündlichen Prozessen schützt, die bei der Entwicklung einer Alzheimer-Erkrankung eine wichtige Rolle spielen. Die zwei häufigsten Formen von Vitamin E sind alpha-Tocopherol und gamma-Tocopherol. Beide Formen hemmen die Bildung von freien Radikalen. Dabei wirkt alpha-Tocopherol zwar stärker antioxidativ, doch insbesondere gamma-Tocopherol kann nitrosativen Stress entschädigen (Cooney et al., 1993; Kamel-Eldin und Appelqvist, 1996). Diese Wirkung zeigte sich in der Studie von Williamson et al. (2002) auch im Gehirn. Gamma-Tocopherol hemmt zudem Entzündungsfaktoren (Jiang et al., 2000; Jiang et al., 2001).

Eine Studie ergab, dass Vitamin E die Auswirkung von Genen positiv beeinflusst, die an der Beseitigung von Amyloid-beta-Proteinen beteiligt sind (Rota et al., 2005). Entsprechend gehen höhere gamma-Tocopherol-Konzentrationen mit einer verringerten Bildung Alzheimer-typischer Veränderungen im Gehirn einher (Morris et al., 2014).

In einer Studie von Morris et al. (2005) zeigte sich, dass eine vermehrte Aufnahme von gemischten Tocopherolen aus der Nahrung mit einem geringeren Risiko für kognitive Beeinträchtigungen einherging als nur die Aufnahme von alpha-Tocopherol. Zudem reduzierte gamma-Tocopherol das Risiko für eine Alzheimer-Demenz stärker als alpha-Tocopherol: Die vermehrte Aufnahme von 5 mg alpha-Tocopherol pro Tag senkte das Alzheimer-Risiko um 34 %, gamma-Tocopherol sogar um 40 %. (Die Zufuhrempfehlung der DGE liegt bei 12-15 mg Vitamin E/Tag.) Weitere Studien bestätigen die Bedeutung von Vitamin E bei der Vorbeugung von Alzheimer (Rota et al., 2005; Kontush und Schekatolina, 2004; Tucker und Townsend, 2005).

Die Auswirkungen der beiden Tocopherole auf die Entstehung von Alzheimer sind komplex, wobei gamma-Tocopherol eine entscheidende Rolle zu spielen und mit alpha-Tocopherol zusammenzuarbeiten scheint. Gute Quellen für Vitamin E sind Nüsse, Samen und Pflanzenöle sowie Vollkorngetreide und Gemüse. Besonders reich an gamma-Tocopherol sind Walnüsse, Leinsamen, Kürbiskerne, Sesamsamen, Paprika, Buchweizen, Quinoa und Sojaöl (USDA, 2014).

Kalium, Magnesium und Calcium schützen, Salz fördert Demenz

Neben Kalium schützen offenbar auch Magnesium und Calcium vor Demenz. In einer japanischen Studie hatten die Teilnehmer, die am meisten Kalium, Magnesium oder Calcium aufnahmen, in den folgenden 17 Jahren ein 36-48 % geringeres Risiko an einer Demenz zu erkranken als diejenigen mit der niedrigsten Aufnahme. Das Risiko für eine gefäßbedingte Demenz wurde sogar um 74-80 % reduziert. Der Effekt von Kalium war am stärksten (Ozawa et al., 2012). Mineralstoffe, Ballaststoffe, Kaffee und Granatapfel-Polyphenole sind z. B. in Chi-Cafe balance synergistisch kombiniert.

Salz (Natrium) bewirkt das Gegenteil der eben genannten Mineralstoffe: Ältere Menschen mit einer niedrigen Natriumaufnahme (< 2,3 mg/Tag) weisen eine deutlich bessere geistige Leistungsfähigkeit auf als diejenigen mit einer höheren Natriumaufnahme. Dieser Zusammenhang bestand jedoch nur bei Personen mit geringer körperlicher Aktivität (Fiocco et al., 2012).

Fazit

Metalle wie Quecksilber, Aluminium und Kupfer, gesättigte Fettsäuren, Methionin und oxidativer Stress sind wesentliche Faktoren in der Entstehung von Alzheimer. Ein hoher Fleischkonsum wirkt prooxidativ und steigert die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren, Cholesterin, Methionin, Eisen und Kupfer. Diese Faktoren fördern auch eine Insulinresistenz sowie eine prooxidative und entzündliche Stoffwechsellage. Ein solches Milieu begünstigt die für Alzheimer typischen Veränderungen im Gehirn.

Eine Ernährung, die reich an Gemüse, Obst, Nüssen, Hülsenfrüchten, (Granatapfel-)Polyphenolen, gamma-Tocopherol und anderen Antioxidantien, Mineralstoffen, Ballaststoffen und Omega-3-Fettsäuren ist sowie wenig Salz, Fleisch und Milchprodukte enthält, ist sowohl vorbeugend als auch in frühen Stadien einer Demenz-Erkrankung wirkungsvoll. Dabei kann ein moderater Kaffeekonsum eine sinnvolle Ergänzung einer gesunden Lebensweise sein.

Geistig und körperlich mobil und aktiv zu bleiben ist jedoch für den Erhalt der geistigen Fitness mindestens genauso wichtig wie die Ernährung. Das Kaffeekränzchen (ohne Sahnetorte!) ist damit ein wirkungsvoller Beitrag zur Vorbeugung einer Demenz.

Über die Autorin

Frau Sandra Karl machte 2010 an der Universität Gießen ihren Masterabschluss in Ernährungswissenschaften. Ihre Abschlussarbeiten schrieb sie zu den gesundheitlichen Wirkungen der Holunderbeere und über das Stillen. Ihr Tätigkeitsschwerpunkt liegt im Bereich der Gesundheitsförderung durch eine ausgewogene Ernährung und gesunde Lebensweise. Weiterhin befasst sie sich mit der Ernährungsmedizin, insbesondere in Zusammenhang mit Zivilisationserkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Übergewicht. Im April 2014 schrieb Frau Karl für Sie bereits einen wichtigen Artikel zur Übersäuerung in diesem Webmagazin.

Wenn Sie die Originalstudien interessieren, können Sie sich das Literaturverzeichnis als pdf hier herunterladen.

Kontakt: sandra_karl@web.de
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