Home » Erkrankungen, Ernährung

Ernährung als Schutz vor Brustkrebs

Von | 18. Dezember 2012 – 21:58 5 Kommentare 11.576 AufrufeDrucken

Busen mögen Hasenfutter

In Spitze verpackt, mit feinsten Ölen gecremt, von Malern huldigend verewigt- der weibliche Busen wird äußerlich gehegt und gepflegt. Wenn da nur nicht das Damoklesschwert der hohen Brustkrebsrate wäre, das über der sinnlichen Weiblichkeit schwebt und – im Westen – auch bei ca. jeder 10. Frau zuschlägt. Die Auswertung mehrerer Studien lässt hochaktuell einen Silberstreif am Horizont aufleuchten mit der Erkenntnis: Mehr Möhren, weniger Brustkrebs!

Nagelneue Studie

Karotten stehen hier als bekannteste Stellvertreter und Namensgeber des Inhaltsstoffes der Carotionoide, einem Sekundären Pflanzeninhaltsstoff, der in vielen gelben bis orangefarbenen und roten Obst- und Gemüsesorten darauf wartet, kulinarisch genutzt zu werden. In Zusammenarbeit mit der weltweit anerkannten Harvard Medical School werteten unabhängige Wissenschaftler ca. 80% der internationalen Carotin-Studien aus – mit über 3000 Teilnehmern. Dabei wurden verschiedene Carotinoide im Blut gemessen und mit der Brustkrebsrate verglichen.

Ergebnis

Diejenigen Frauen, die mehr von diesen wirkkräftigen Sekundären Pflanzeninhaltsstoffen im Blut hatten, bekamen seltener Brustkrebs.

Und wie bekomme ich Carotinoide?

Und wie, fragen Sie sich jetzt wahrscheinlich, kommt frau an das wundervolle Hasenfutter, ohne den lieben langen Tag nur an Möhren zu knabbern?

Ganz simpel und wissenschaftlich erwiesen sogar mehr als einfach: beim Schlemmen! Carotinoide haben nämlich den Vorteil, dass sie beim Garen nicht zerstört werden, im Gegensatz zum Vitamin C. Und aus mehreren Studien mit Männern, die an Prostatakrebs erkrankt sind, weiß man, dass z.B. 1 Glas Tomatensaft täglich schon reicht, um den PSA-Wert (Blutwert für Prostata-Störungen) deutlich sinken zu lassen.

Der Tomaten-Wirkstoff Lykopin gehört auch zu den Carotinoiden. Wer nicht jeden Tag ein Glas Tomatensaft trinken möchte und in Gedanken schon das nächste Vitamintablettenregal anpeilt, den möchte ich einladen, mit mir in Gedanken auf einen Wochenmarkt zu gehen und zu staunen über die überreiche Carotin-Vielfalt.

Vorkommen von Carotinoiden

Nicht nur Karotten oder Tomaten, sondern auch Kürbisse oder rote und gelbe Paprika versorgen mit der benötigten Wirkmenge. Noch köstlicher wird’s bei Kaki, Aprikosen, Pfirsichen oder Papaya und Mango. Sie sehen, jede Jahreszeit fährt eine Breitseite gegen Brustkrebszellen auf, wie sie leckerer nicht sein könnte.

Rote Nudelsoße

Das Beste an Carotinoiden: sie sind superschnell auf den Teller gezaubert. Mit dieser roten Nudelsoße geben sogar Kids grünes Licht am Essenstisch, und Freunde freuen sich über den mediterranen Gaumenschmeichler:

Braten Sie eine kleingehackte oder kleingeraffelte Zwiebel in Olivenöl an, geben am Brat-Ende noch 1 durchgedrückte Knoblauchzehe dazu und löschen ab mit passierten Tomaten aus dem Glas. Eindicken können Sie nach Belieben mit Tomatenmark. Das Würzen passen Sie an die Gäste an, zum Abend mit Freunden eignen sich italienische Kräuter. Als Gesundheits-Gourmet kommt bei mir immer noch etwas Kurkuma plus Pfeffer dazu gegen Krebszellen und rheumatische Entzündungen, außerdem ein Hauch Chili. Besonders fein duften frisch gezupfte Rosmarinnadeln, die mit dem Knoblauch nur ganz kurz angeschmort werden.

Wer diese einfache Soße einmal gekostet hat, ist „verdorben“, sprich, dem kommt keine Tütensoße mehr über die (Vollkorn-) Nudeln. Und der Busen freut sich.

Fazit

Sie können mit der richtigen Ernährung eine Menge zu Ihrem Schutz vor Brustkrebs beitragen. Aus dem, was etwas abwertend als Hasenfutter bezeichnet wird, kann man auch ein Genussmenü zaubern. Wie Prof. Leitzmann in seinem Interview mit diesem Netzwerk betonte: Vegetarismus ist heute salonfähig geworden, man muss nur etwas umlernen. Und für unsere fleischliebenden Männer den Fleischkonsum vorsichtig etwas herunterfahren.

Buchempfehlungen

Tomatenrot + Drachengrün, antikrebs-aktiv und abwehrstark

Weitere Carotinoid-strotzende Rezepte finden Sie im Beitrag „Rheuma wegschlemmen“ oder im Koch-und Gesundheitsbuch „Tomatenrot + Drachengrün, antikrebs-aktiv und abwehrstark“. Für dieses völlig neuartige Buch hat meine naturheilkundliche Kollegin Dr. Susanne Bihlmaier unabhängige Experten interviewt, hat weltweit Infos gesammelt und kurzweilig aufbereitet und jedes Kapitel mit fix-und-einfach Kochrezepten praktisch abgerundet. Zusätzlich verbindet sie westliches Ernährungswissen mit asiatischer Ernährungsweisheit. Das kommt so gut an, dass die erste Auflage ihres Buches 3 Monate nach Erscheinen schon zum Großteil abverkauft ist, obwohl es auf 3 Jahre angelegt war. Ich kann nur bestätigen: was ich bisher daraus gekocht habe, schmeckt lecker!

Das Frauen-Gesundheitsbuch

Das Frauen-Gesundheitsbuch

Aber Ernährung ist nicht Alles! Wenn auch das, was uns am einfachsten zugänglich ist. Deshalb möchte ich in diesem Zusammenhang auf mein „Das Frauen-Gesundheitsbuch“ hinweisen. Darin finden Sie viele andere Methoden zur Gesunderhaltung, die meisten leicht selber zu erlernen und anzuwenden. Außerdem biete ich darin eine Fülle von Tipps, Medikamenten und anderen Produkten an, die Sie bei sich und anderen anwenden dürfen, wenn Beschwerden auftreten oder tatsächlich schwere Erkrankungen vorliegen. Dieses Buch gehört als Lebenshilfe-Grundlage in jeden Haushalt, in dem sich Frauen befinden, die Körper, Geist und Seele in Einklang bringen wollen.

Quelle

Circulating Carotenoids and Risk of Breast Cancer: Pooled Analysis of Eight Prospective Studies.

Eliassen AH, Hendrickson SJ, Brinton LA, Buring JE, Campos H, Dai Q, Dorgan JF, Franke AA, Gao YT, Goodman MT, Hallmans G, Helzlsouer KJ, Hoffman-Bolton J, Hultén K, Sesso HD, Sowell AL, Tamimi RM, Toniolo P, Wilkens LR, Winkvist A, Zeleniuch-Jacquotte A, Zheng W, Hankinson SE.
Channing Division of Network Medicine, Department of Medicine, Brigham & Women’s Hospital and Harvard Medical School,
J Natl Cancer Inst. 2012 Dec 6. [Epub ahead of print]

5 Kommentare »

  • Rachel sagt:

    Hallo,
    danke für die Buchempfehlung, obwohl ich seit 1 Jahr zu 99 % vegan lebe und erfahren habe, wie sich meine Sodbrennen verabschiedet hat, meiner Darmentleerung 2 – 3 mal klappt (voher jahrelang Verstopfung alle 3 – 6 Tage), keine Zahnfleischentzündungen mehr, kein Belag auf den Zähnen…kann man ja nie auslernen und ich freuen mich schon auf dieses Buch, weil ich es toll finde, das aus der ayurvedischen, chinesischen, tibetischen Küche/Kräuter in diesem Buch mit berücksichtigt worden sind.

    Und für alle Paraplegiker/Tetraplegiker ist eine vegane oder Gemüsebasierte Ernährung eine Erfahrung wert ohne Abführmittel zurecht zu kommen. Bei anfänglicher Umstellung kann der zu weiche Stuhlgang mit Leinsamen in Form gebracht werden.

    Die Spastik lässt nach und für unsere Nieren ist diese Ernährung auch gut, für den Blutfluss, gegen Aterienverkalkung und für die Haut, die wir ja besonders pflegen müssen.

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Rachel,
      vielen Dank, dass Sie unsere Leserinnen an Ihren Erfahrungen teilhaben lassen. Ich kann nur bestätigen, was Sie zu den Paraplegikern sagen. Ich hatte eine Freundin, die viele Jahre wegen MS im Rollstuhl saß. So lange sie sich selber mit gesundem Essen versorgen konnte, ging es ihr vom Darm her prima. Erst als sie in ein Heim musste und dort auf das ballaststoffarme Heimessen angewiesen war, gab es fürchterliche Darmprobleme. Viele Grüße!

  • Danke für diesen informativen Artikel. Vor allem ist es nie zu spät von jetzt auf gleich viel gesünder zu leben. Zum Glück stehen Möhren bei mir täglich auf dem Ernährungsplan. Seit Umstellung fühle ich mich auch viel vitaler. Ich denke, dass ich einer Buchempfehlung sicherlich folgen werde.

  • Schon die Alten Chinesen wussten wie wichtig die gute Ernährung ist!
    Vielen Dank für diesen Beitrag!

    Sabine Feßler
    Ernährungsberatung für 5ElementeErnährung

  • Sehr geehrte Frau Gerhard,

    mal wieder ein fantastischer Bericht zur Thematik. Ich denke auch, dass Ernährung ein unglaublich wichtiger Faktor ist, der von vielen Frauen unterschätzt wird. Meiner Meinung nach hat das „Hasenfutter“ in meinem Bekanntenkreis in den letzten Jahren aber schon an Wertschätzung gewonnen. Während auf den Partys früher vor allem Chips, Flips und Erdnüsse zu finden waren, gibt es nun immer häufiger kleine Teller mit geschnittenen Möhrchen, Gurken oder anderer Rohkost.

    Der Gesundheitsgedanke ist auf jeden Fall im Kopf der Leute angekommen und dieser Fortschritt wird durch solche Artikel weiter vorangetrieben.

    Die Buchempfehlungen kann ich auf jeden Fall weiterempfehlen. Gerade als Weihnachtsgeshchenk auf den letzten Drücker eine nette Idee!

    Mit freundlichen Grüßen

    Markus Nolte

Kommentar schreiben

Hier können Sie Ihren Kommentar hinzufügen. Sie können diese Kommentare auch mittels RSS abonnieren

Seien Sie nett. Halten Sie es sauber. Bleiben Sie beim Thema. Kein Spam.

Um Ihren eigenen Gravatar einzurichten, registrieren Sie sich bitte bei Gravatar.