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Mutmachbücher für Krebspatienten und ihre Helfer

Von | 10. Juni 2015 – 23:40 2 Kommentare 7.226 AufrufeDrucken

Das Projekt „Mut-mach-Buch“ hilft Krebspatienten und ihren Angehörigen und Freunden, die Stille des Schweigens zu durchbrechen und gemeinsam neue Lebensperspektiven zu gewinnen.

Einsamkeit

Einsamkeit

Mein zweites Mut-Mach-Buch „Krebs: Wege aus der lauten Stille des Schweigens“ mit „persönlichen Berichten von Krebsbetroffenen und ihnen nahestehenden Menschen“ ist nun auf dem Markt! In diesem Fortsetzungsband aus meinem Projekt „Mut-Mach-Buch“ stehen neue Erfahrungsberichte aus einem bisher wenig beachteten Gebiet im Mittelpunkt. Das nähere Umfeld eines Krebspatienten ist ja ebenfalls schwer belastet. Bisher finden sich beispielsweise für Angehörige in der Literatur kaum Beispiele für einen konstruktiven Umgang mit der Krebserkrankung.
Der Buchtitel scheint provokativ, aber er entspricht der Erfahrung vieler Krebsbetroffener und ebenso meinen Erfahrungen nach meiner Diagnose „Fibromatöser Pleuratumor“, Anfang 2008.
Nach wie vor legt sich nach einer Krebs-Diagnose um die Krankheit eine schier undurchdringliche Mauer des inneren und äußeren Schweigens.

  • Nicht wahrhaben wollen.
  • Warum ich?
  • Warum meine Frau, mein Mann, mein Kind, meine Mutter, mein Vater?
  • Nicht darüber reden wollen, mit niemand, nicht einmal mit den nächsten Angehörigen.

Aber das Schweigen macht nur noch kränker.

Erfahrungen im Umgang mit Krebspatienten

In dem neuen Buch berichten Krebspatienten und ihnen nahestehende Menschen offen über ihr Leben mit Krebs oder das ihrer betroffenen Angehörigen. Da heißt es programmatisch: „Im Doppelpack!“ – lebensbejahend und sarkastisch zugleich: „Tumor-Tango“ oder „Chemo mit Champagner“. Aber es wird nichts beschönigt: „Tränen begleiten den Weg“. Dennoch, allen Beiträgen ist eines gemeinsam: „Wer die Angst besiegt, wird stark“. Und die Aufforderung: „Nicht aufgeben!“

Krebs: Wege aus der lauten Stille des Schweigens

wege aus der lauten Stille.jpgDie Autorinnen und Autoren beschreiben ihren Umgang mit den Fragen:

  • Wie kann man Worte finden bei diesem tabuisierten Thema und so das Schweigen brechen?
  • Wie schafft man den Spagat zwischen Fürsorge und Respekt für den individuellen Lösungsweg des Kranken?
  • Wie verhindert man es, sich als Angehöriger total zu verausgaben, und damit selber zum Patienten zu werden?
  • Wie wird man mit den teilweise enttäuschenden Reaktionen seiner Umwelt fertig, die meist auf Panik aufgrund der negativen gesellschaftlichen Vorstellungen zum Thema Krebs beruhen?
  • Wie geht man mit der oft genug unsensiblen Behandlung im „Medizinbetrieb“ um?
  • Und wie verschafft man sich ausreichend Informationen, um einen eigenverantwortlichen Genesungsweg zu wählen?

Ohne Ausnahme haben es die Autoren des Sammelbandes, wie auch ich selber, erfahren, wie wichtig Partner, Kinder, Angehörige und Freunde sind, um die Erkrankung mitzutragen. Sie sind unverzichtbare Co-Therapeuten! Wie viel Kraft es für alle Beteiligten kostet, aus dem Schweigen auszubrechen und laut zu werden – dafür gibt das neue Buch Zeugnis.

Mein eigener Weg nach der Krebsdiagnose 2008

Nachdem ich den Diagnose –Schock überwunden hatte und die ersten medizinischen Maßnahmen anliefen, machte ich mich auf die Suche nach Möglichkeiten, dieses Schweigen und die damit verbundene Passivität zu durchbrechen. Und das in mehrfacher Hinsicht.

Ich suchte und fand viele nützliche Informationen durch Gespräche mit Betroffenen, durch Bücher, in den Medien, im Internet. Neben der Akzeptanz der Schulmedizin ging ich unkonventionelle Wege mit alternativen Therapiemöglichkeiten.

Mein erster Bestseller 2011

Und nachdem 2010 das Gröbste hinter mir lag, wandte ich mich an die Öffentlichkeit. Ich initiierte das Projekt „Mut-mach-Buch“ und rief Krebskranke und Angehörige auf, von ihren persönlichen Erfahrungen mit der Krebserkrankung zu berichten. Insgesamt schickten mehr als 100 Autor/innen ihre Texte dazu ein.

Krebs: Alles ist möglich – auch das Unmögliche

alles ist möglich.jpgHeraus kam bereits 2011 der Buch-Bestseller „Alles ist möglich – auch das Unmögliche“. Anlässlich des Weltkrebstages 2012 wurde dieses Buch in diesem Webmagazin von Frau Professor Gerhard vorgestellt. Inzwischen hat dieses Buch schon einige Tausend Menschen durch eine schwierige Lebensphase begleitet und unterstützt. Die Botschaft dieses Buches mit einem ebenfalls scheinbar provokativen Versprechen:

  • Frieden mit sich und der Krankheit schließen,
  • mit Achtsamkeit auf die eigenen Bedürfnisse eine positive Einstellung zum Leben mit Krebs finden,
  • der Schulmedizin zu vertrauen,
  • aber sich keinen noch so unmöglich scheinenden alternativen Heilmethoden zu verschließen.

Nachdem die erste Auflage Ende 2014 vergriffen war, wollte ich eine überarbeitete Neufassung (mit zum Teil anderen Beiträgen) – diesmal in Eigenregie –  herausbringen. Auch in der nun erweiterten Neuauflage „Krebs: Alles ist möglich – auch das Unmögliche“ machen die Erfahrungsberichte deutlich: Krebs ist ein Sammelbegriff, der eine Menge verschiedener Erkrankungen umfasst – und es gibt so viele Genesungswege wie Patienten.

Den eigenen Genesungsweg gehen

Eine Mehrzahl der Patienten hat sich an schulmedizinische Vorgaben gehalten, diese aber oft mit komplementären Methoden ergänzt, von denen man in beiden Büchern eine Fülle entdeckt, wenn man nur danach sucht:

  • Traditionelle Chinesische Medizin,
  • Homöopathie,
  • spezielle Ernährungsweisen,
  • sportliche Aktivität,
  • fernöstliche Bewegungskünste,
  • Meditation,
  • Visualisierungen
  • und vieles mehr.

Das Spannendste aber: Fast alle Autoren berichten, sie hätten in der konkreten Situation genau gefühlt, was ihnen gut tut – und oft genug hat es ihnen dann geholfen. In den Erfahrungsberichten stehen die klassische und „alternative“ Medizin nicht im Gegensatz, im Gegenteil: Beide lassen sich wunderbar kombinieren. Nur ist die Offenheit in den medizinischen Fraktionen höchst unterschiedlich.

Übereinstimmend kamen aber die meisten Schreibenden zur Erkenntnis, dass sie allein entscheiden müssen, welche Therapien für sie richtig sind, und verantworteten ihr Schicksal selbst – oft mit beeindruckendem Erfolg!

Neue Lebensperspektiven

neue Perspektive

neue Perspektive

Dabei scheint die genaue Wahl der Behandlungsarten gar nicht so entscheidend zu sein, gemessen an einer anderen Parallele, die in fast allen Geschichten auftaucht: Die Bedrohung durch eine gefährliche Krankheit führt nämlich dazu, plötzlich zu wissen, was einem im Leben wirklich wichtig ist und was nicht.

Viele ordnen schlagartig ihr gesamtes Dasein neu:

  • Konfliktbelastete Situationen im Beruf werden grundlegend verändert,
  • Familie und Partnerschaft werden auf den Prüfstein gelegt,
  • andere Betätigungsfelder gesucht,
  • die Sorgen des Alltags ausgetauscht durch das Genießen des Augenblicks,
  • die Freude daran, hier und jetzt noch zu leben und sich selber Gutes zu tun, anstatt sich weiter für das Wohl anderer abzurackern.

Dieses Abstellen krankmachender Faktoren ist eine der wichtigsten Voraussetzungen dafür, dass Therapien greifen können. In vielen Geschichten ist zu lesen, man verdanke es seinem Leiden, neue Lebensperspektiven gewonnen zu haben.

Beide Mut-mach-Bücher sollen keine typischen Ratgeber sein, sondern eine Schatztruhe – mit einer beeindruckenden Fülle an erstaunlichen, berührenden und inspirierenden Erfahrungsberichten über die persönlichen Erlebnisse der Autorinnen und Autoren. Leserinnen und Leser können einige Überraschungen erleben.

Da gibt es Patienten, welche trotz düsterster Prognosen der Ärzte nun schon die zweite Buchauflage erleben. Schönfärberei findet allerdings nicht statt: Angst, Leiden, Schmerzen und Tod werden nicht ausgeklammert.

Im Anhang beider Bücher

Literaturempfehlungen der Mitautor/innen und eine Link- und Adressenliste für wichtige Kontakte und Informationen zum Thema Krebs im deutschsprachigen Raum.

Über die Autorin

Christel Schoen, Diplom-Sozialpädagogin/Diplompädagogin, Ingolstadt

Portraitfoto SchoenChristel Schoen wurde 1956 im Münsterland geboren. Kindheit und Jugend verbrachte sie dort auf dem elterlichen Hof. Nach dem Studium in Bayern arbeitete sie in unterschiedlichen sozialpädagogischen Einrichtungen, zuletzt in Berlin als Geschäftsführerin bis zur Erkrankung 2008. Christel Schoen ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und vier Enkelkinder. Seit 2009 lebt sie wieder in Ingolstadt, ist verrentet (Erwerbsminderungsrente).

Neben dem „eigenen Gesundheitsmanagement“ ist sie beschäftigt mit dem Buchprojekt, Kreativen Schreibwerkstätten und ist freiberufliche Gesundheitstrainerin nach dem Modell der Ruhr-Universität Bochum

Kontakt:

info@projekt-mut-mach-buch.de

www.projekt-mut-mach-buch.de

https://de-de.facebook.com/christel.schoen

Haben Sie schon eines der Bücher gelesen oder haben Sie ein anderes Mutmachbuch, dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

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