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Wie die Therapeutische Frauenmassage bei Kinderwunsch hilft

Von | 3. April 2017 – 19:24 3.201 AufrufeDrucken

Die Therapeutische Frauen-Massage trägt zur Entgiftung und Hormonbalance auf der körperlichen Ebene bei und unterstützt die Partnerschaft auf emotionaler Ebene.

Kinderwunsch ©detailblick-foto – fotolia.com

Mit der bewussten Entscheidung eines Paares für ein Kind startet in der Partnerschaft der Entwicklungsprozess vom Paarsein zur Familie. Auf diesem Weg, der in seinen Etappen bereits als „Trainingslager für die Geburt“ angesehen werden könnte, unterstützt die Therapeutische Frauen-Massage als ganzheitliche Therapiemethode beide Partner: Entgiftung und Hormonbalance auf der körperlichen Ebene sowie Prozessbegleitung, Partnerschaftspflege und liebevolle Hinwendung auf der emotionalen Ebene. Paare können durch eine zertifizierte TFM-Therapeutin angeleitet werden, so dass sich das Paar zuhause ergänzend selber und gegenseitig massieren kann.

Hintergrundwissen zur Methode

Die Therapeutische Frauen-Massage (TFM) und die darin enthaltenen Einheiten der Fruchtbarkeitsmassage (FM) sind Bestandteil von Joseph B. Stephensons Creative Healing (CH). Die sanfte und lymphtätige Massage-Therapie arbeitet mit reinem Olivenöl als Gleitmittel.

In England wird die TFM schon seit vielen Jahrzehnten in der komplementären Kinderwunsch-Therapie eingesetzt. Dr. Gowri Motha, Gynäkologin und Geburtshelferin in London, hat sie auf der Suche nach hilfreichen Methoden zur Vorbereitung auf die Schwangerschaft etabliert. Ihr gilt besonderer Dank, was die Entwicklung der Stephenson-Technik hin zum therapeutischen Gebrauch in der komplementären Kinderwunsch-Therapie angeht. Sie hat die einzelnen Stephenson-Elemente in medizinisch-stimmige und für den Körper und seine Vorgänge abgestimmte und gut zu verarbeitende Massage-Einheiten eingeteilt.

Somit steht uns Therapeutinnen eine spezielle Hormoneinheit zur Verfügung, die umgangssprachlich auch als Fruchtbarkeitsmassage, Hormonmassage oder als Weiblichkeits- oder Frauenheilmassage bezeichnet wird. Allen Begrifflichkeiten gemeinsam ist der Maßnahmen-Katalog, der zur Hormonregulation ergriffen wird – denn eine Regulation der Hormone macht potentiell fruchtbarer.

Die Theorien und Grundprinzipien des Creative Healing und der TFM

Was in der TCM als Chi bezeichnet wird, bezeichnet der Geistheiler Joseph B. Stephenson als Life Force, was übersetzt so viel wie „Lebenskraft“ bedeutet. Die Life Force steht sowohl für das Strömen des Blutes, der Lymphe, das Strömen des Atems, die Reizleitung des Nervensystems als wissenschaftlich nachvollziehbare Körpervorgänge, aber auch für den Fluss der Energie, die Rückkehr der Körperspannkraft sowie anderer im Körper wirkende Kräfte.

Seine ganzheitliche Methode fußt auf 4 einfachen Prinzipien, die sich in jeder Behandlungseinheit wiederfinden und die in der unten stehenden Abbildung aufgezeigt sind.

© Edition LehrWERK

Stephenson (1874-1956) lebte in einer Zeit, in der es erst nach langer Kinderlosigkeit in einer stabilen Ehe überhaupt Usus war, ein Gespräch auf den Kinderwunsch zu lenken. Er bezeichnete seine spezielle Behandlung als fertility treatment, die aus einem Abdominal Toning, drainage und uterus lift besteht.

Wenn wir seine Fruchtbarkeitsbehandlung ins Deutsche übersetzen, handelt es sich um die Grundbehandlung des Bauches mit Lotos-Massage und seitlicher Drainage sowie der Behandlung der Gebärmutter. Stephensons Überlegung war es,

  • den Bauchraum zunächst mit dem Abdominal Toning vorzubereiten und
  • die Lymphe zum Fließen zu bringen,
  • Blockaden auf allen Ebenen des (Mutter-)Seins zu lösen sowie
  • die Gebärmutter als Wohnung des zukünftigen Untermieters durch den aufwärts gerichteten Uterus lift optimal mit Energie zu versorgen und
  • die Gewebe durch die Behandlung besser zu durchbluten.

Was auf den ersten Blick seltsam anmutet und sich in der Theorie vielleicht mechanisch anhören mag, erweist sich in der Praxis als sanfte Berührung und Behandlung zugleich.

Das Besondere an der Therapeutischen Frauen-Massage ist die Tatsache, dass sie sowohl die Therapeutin als auch Patientin in die Mitte und hin zur inneren (hormonellen) Balance bringt.

Was stimmige Kinderwunsch-Behandlungen mittels der TFM bewirken

Diese Kinderwunschbehandlungen mit der TFM

  • binden beide (!) Partner in die ganzheitliche Behandlung mit ein und tragen individuell Sorge für die Beschwerden, mit denen das Paar zu uns kommt.
  • Sie unterstützen die Ausscheidungsorgane (Leber, Nieren, Darm) sowie den Lymphfluss.
  • Sie dienen der Herstellung des hormonellen Gleichgewichts durch die Behandlung der entsprechenden Drüsen (Hypophyse, Nebennieren, Schilddrüse, Gonaden, Pankreas) sowie der Leber.
  • Sie können durch die reflektorische Prostata-Behandlung sowie das endokrine Behandlungsschema Einfluss auf das Spermiogramm nehmen.
  • Sie orientieren sich am Zyklusgeschehen der Frau und sparen die Zeit der Menstruation von der Behandlung aus.
  • Sie bieten ein integratives Schema, um das Paar auch bei gleichzeitiger IVF-Behandlung zu unterstützen.
  • Sie sind in Teilen als Eigenmassage geeignet.

Paare können durch eine zertifizierte TFM-Therapeutin angeleitet werden, so dass sich das Paar zuhause ergänzend selber und gegenseitig massieren kann.

TFM-Schemata zur Fruchtbarkeitsbegleitung

Fruchtbarkeitsbegleitung

Wahre Berührung findet in unserer schnelllebigen Zeit viel zu selten statt. Daher ist die TFM eine wichtige Komponente in der Konzeptions-Therapie. Die sanften Streichungen (das Be-Hand-eln) berühren Körper-Geist-Seele. Massage im Allgemeinen fördert Entspannung und beeinflusst die Hormonausschüttung sowie verschiedene Immunparameter. Im therapeutischen Setting arbeitet die TFM modular, jeweils beginnend mit den Grundbehandlungen an Rücken und Bauch. Mittels sanfter Streichungen (2. Prinzip) und speziellen Kreiselungen (3. Prinzip) werden die reproduzierenden Organe sowie die Hormondrüsen stimuliert. Je nach Zyklusphase wird auf einzelne Behandlungsteile jedoch verzichtet, um eine Einnistung auf gar keinen Fall zu gefährden.

Jede TFM-Behandlung beginnt im Sitzen mit einer 10-minütigen Lymphatischen Grundbehandlung. Neben der Lymphanregung wird mit den acht Schritten der Grundbehandlung gleichzeitig die Entgiftung über die Haut in Gang gebracht; darüber hinaus hat die Grundbehandlung viele weitere wunderbare Effekte: sie entspannt Nacken und Schultergürtel, aktiviert die Nieren, klärt Gewebsverschlackungen.

Die etwa 5 Minuten dauernde Nieren-Behandlung findet sowohl zur allgemeinen Entgiftung als auch zur Stimulation des endokrinen Systems über die Therapie der Nebennieren ihre Berechtigung im Kinderwunsch-Schema. Joseph B. Stephenson bezeichnet den Nervenaustritt auf Th11 als Fruchtbarkeitspunkt (Fertility spot).

Die Behandlung des Beckens öffnet den Beckenring, löst Spannung aus dem Beckengürtel und aktiviert das Bindegewebe. Reflektorisch kann über das Kreuzbein das kleine Becken bereits mitbehandelt werden: durch sanfte Kreiselungen werden die Beckenorgane besser durchblutet. Spezielle Griffe am hinteren Beckenboden entlasten die gerade Rückenmuskulatur und können durchaus auch eine libidosteigernde Wirkung haben.

Die aufwärts gerichtete Lotos-Massage am Bauch und die seitlichen Drainage-Griffe an der Beckeninnenkante lösen Stauungen aus den Geweben, was gleichzeitig zur Entlastung der unteren Extremitäten führt. Die seitlichen Drainagegriffe haben den Zweck einer Entlymphung der Beckenlymphe. Gleichzeitig tragen sie zu einer besseren Durchblutung der Eileiter bei.

Die Eierstöcke werden entweder direkt über den Organen oder – falls die Frau in künstlicher Hormonbehandlung ist – über die Reflexpunkte am Unterbauch in sanften Kreisungen behandelt, wodurch auch hier die Gewebe besser durchblutet und die eigene Hormonproduktion ausbalanciert werden kann. Die Gonadenbehandlung kann in Eigenregie durchgeführt werden.

Unumgänglich zur Unterstützung des Stoffwechsels sowie des Endokrinums ist die Behandlung der Leber. Der erste Schritt dieser TFM-Einheit kann beiden Partnern auch als Selbstmassage beigebracht werden.

In unseren Praxen sehen wir immer häufiger Paare mit Schilddrüsenproblemen. Da Kinderwunscharbeit ohne die Behandlung der Schilddrüse kaum möglich oder sinnvoll ist, wird die Schilddrüse als endokrine Taktgeberin des Körpers stimmig und in Kombination mit der Herzbehandlung in das Behandlungsschema der Fruchtbarkeitsmassage mit integriert.

Auch stehen mittlerweile Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Autoimmungeschehen im Vordergrund. In der TFM wird hier die Milz therapiert, um eine bessere Balance für das Immunsystem zu schaffen. Diese Behandlungs-Einheit wird auch im Vorfeld einer künstlichen Befruchtung mit in das Schema integriert.

Bei Pankreas-assoziierten Vorerkrankungen kann mithilfe der Bauchspeicheldrüsen-Einheit unterstützt werden.

In wahren Kontakt und zueinander kommen

Einige der TFM-Einheiten können im Rahmen eines Kinderwunsch-Coachings auch angeleitet werden. Die Fruchtbarkeitsmassage mit ihren sanften Drainage-Streichungen gibt dem Körper das Gefühl von Zeit-Losigkeit und trägt im positiven Sinn zu mehr Gelassenheit der Seele bei. Gleichzeitig bringt sie eine neue Ebene und wortloses Verständnis für den anderen in die Partnerschaft und begleitet so vom Paar zur Familie, bereitet im wahrsten Sinne des Wortes den Boden für das Seelchen vor.

Die männliche Fruchtbarkeitsbehandlung der TFM

Pusteblume © UlrikeAdam – fotolia.com

Dass auch die Spermienqualität durch moderne Umwelteinflüsse leidet, ist durch Studien hinlänglich bekannt. Die vermeintlich einfachste „schnelle“ Lösung für das Problem bedeutet dann Spermienaufbereitung und Insemination oder gleich eine IVF oder ICSI-Behandlung.

Für den Partner gibt es zur Verbesserung des Spermiogramms spezielle Einheiten. Auch er kann den Entgiftungseffekt durch die Lymphatische Grund- Behandlung nutzen und sein Endokrinum mittels Behandlung der Nieren, Gonaden, Schilddrüse und Leber in Balance bringen.

Eine spezielle Prostata- Massage, die sanft über die Reflexzone der Prostata geführt wird, kann bei schlechtem Spermiogramm als Selbstmassage angewendet werden. Sie wird ebenfalls bei Obstruktion der Samenwege eingesetzt.

Therapeutische Fruchtbarkeits-Massage – „Mehr“ als nur Massage

Die Therapeutische Fruchtbarkeits-Massage ist weitaus mehr als nur manuelle Technik. Bereits zu seiner Zeit, aber auch darüber hinaus, ist Joseph B. Stephensons Methode einzigartig: durch stimmige Visualisierungen der Therapeutin gewinnen die sanften Streichungen und Behandlungseinheiten an Effizienz, da dadurch ein zusätzlicher Heilimpuls gesetzt werden kann.

Jahrzehnte lange Erfahrungsmedizin mit dem Fruchtbarkeits-Schema der TFM hat gezeigt, dass bereits die rein manuelle Behandlung Wirkung zeigt. Durch die Kraft der inneren Bilder setzte Stephenson bereits damals einen zusätzlichen Fokus und Heilerfolg und einen damit wichtigen Schritt in die richtige Richtung: Unsere TFM-Kinderwunsch-Arbeit kann Blockaden auf sanfte und wortlose Art und Weise lösen.

Durch die sanften Streichungen, die auf der körperlichen Ebene Lymphe in Fluss bringen und Drainagekanäle öffnen, bringen gleichzeitig Lösungsprozesse auf emotionaler und mentaler Ebene in Fluss.  Die TFM-Herz-Einheit hilft dabei Trauerprozesse zu begleiten und die Schwere aus dem Herzen abfließen zu lassen.

Komplementäre Kinderwunsch-Begleitung

Wie der individuelle Kinderwunschweg genau aussieht, lässt sich im Vorfeld nie vorhersagen.

Gemeinsam mit dem Paar betreten wir TFM-Therapeutinnen jedes Mal Neuland. Wir begleiten die beiden – egal ob im natürlichen Zyklus oder unterstützend zur IVF-Behandlung – auf dem Weg zum Kind mit der Fruchtbarkeitsmassage der TFM ganzheitlich auf ihrem Weg vom Paar sein zur Familie.

Über die Autorin

Claudia A. Pfeiffer ist Heilpraktikerin und Doula. Sie lebt und arbeitet in Saarbrücken, wo sie in eigener Praxis mit Schwerpunkt Ganzheitliche Frauengesundheit viele Kinderwunschpaare auf ihrem Weg individuell berät und begleitet. Als einzige von Dr. Motha für den deutschsprachigen Raum zertifizierte Creative Healing Lehrerin bildet sie im Kleingruppensetting Fachfrauen zu TFM-Praktikerinnen und Creative Healing Practitioner aus. Desweiteren ist sie freie Dozentin für Frauennaturheilkunde an der Freiburger Heilpflanzenschule und hat das erste deutschsprachige TFM-Lehrbuch geschrieben.

Kontakt

Claudia A. Pfeiffer
Naturheilpraxis für Frauengesundheit
Arndtstr. 19
66121 Saarbrücken
Tel. 0681 / 41 09 81 22
E-Mail: claudia@therapeutischefrauenmassage.de
https://www.therapeutischefrauenmassage.de

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Therapeutische Frauen-Massage: Ganzheitliche Massage für natürliches Frau-Sein

In der alternativen Frauenheilkunde hat sich die TFM seit Jahren bewährt. In diesem Webmagazin wurden Ihnen schon einige andere hilfreiche Methoden vorgestellt, um frau Zugang zu sich selber zu verschaffen, so zum Beispiel Luna-Yoga, die Schoßraumprozess-Begleitung, Methoden zur Entfaltung der Weiblichkeit oder die Mondkraft als Frauenkraft.

In diesem Ratgeber über die Therapeutische Frauen-Massage beleuchtet Claudia Peiffer gynäkologische Krankheitsbilder und beschreibt, wie die Therapeutische Frauen-Massage als Begleittherapie eingesetzt werden kann. Ganzheitlich arbeitende Frauenärzte finden neue Anregungen, um ihren Patientinnen in der Kinderwunschtherapie beizustehen. Aber auch für Therapeuten ohne viel gynäkologisches Vorwissen ist es ein Nachschlagewerk, das den Umgang mit dem weiblichen und männlichen Körper erleichtert. Anleitungen zur Selbstmassage unterstützen die Therapie zusätzlich. Frauen und Männer lernen einen liebevollen Umgang mit sich selber und dem Partner. Durch anschauliche Illustrationen und Fotos ist die TFM einfach umsetzbar.

Haben Sie schon Erfahrungen mit der Therapeutischen Frauen-Massage? Dann berichten Sie unseren Leserinnen doch davon in einem Kommentar.

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