Die weibliche Energie und die weiblichen Rhythmen sind mit den Mondkräften verbunden. In ihrem Buch „Roter Mond“ lädt uns Miranda Gray auf eine Abenteuerreise zu einer neuen Weiblichkeit ein.

Venus (2)

Venus

Mädchen betrachten ihre erste Periode als großes Ereignis. Sie wissen voneinander, welche es schon erlebt hat, und beneiden die Frühstarterinnen. Große Erwartungen sind an dieses erste Mal gebunden. Es ist ein Abschied von der Kindheit auf dem Weg zur fruchtbaren Frau.

Stolz und glücklich, aber mit mulmigem Gefühl beginnt dieser neue Lebensabschnitt. Für viele Frauen unserer Gesellschaft beginnt damit häufig aber auch eine Zeit der regelmäßig wiederkehrenden Schmerzen, der Ängste vor Entzündungen, Endometriose und ungewollten Schwangerschaften.

In vielen Kulturen beginnt für die Mädchen eine Zeit der Initiation im FrauSein. Dabei erfahren sie von den alten Frauen alles über ihren Zyklus, Sexualität, Fruchtbarkeit, Verhütung und andere wichtige „Frauengeheimnisse“. Diese Mädchen merken, dass sie etwas Besonderes sind, und akzeptieren und genießen ihr FrauSein.

Weibliche Initiation in unserer Kultur

Leider gibt es in unserer westlichen Kultur keine vergleichbaren Rituale und Frauengemeinschaften mehr. Die Eltern, vor allem die Mütter, sind die ersten Ansprechpartner, wenn die Mädchen ihre erste Periode bekommen. Liebevolle Zuwendung im Elternhaus schafft den geschützten Rahmen, um die erste Mens positiv zu erleben. Vertrauen und eine natürliche Offenheit im Umgang mit körperlichen Dingen sind wichtig. Doch den größten Einfluss hat das wahrhaft gelebte Frauenbild innerhalb der Familie. Welche Vorstellung davon geben Mutter und Vater -bewusst und unbewusst -tatsächlich weiter?

Mädchen, die Stolz auf ihre Weiblichkeit entwickeln können, lieben ihren Körper und achten ihre zyklische Natur.

Menstruation als „Unwohlsein“

Redmoon aus dem Buch

Redmoon aus dem Buch

Doch die heutige Elterngeneration ist immer noch geprägt von einer Gesellschaft, die seit Jahrhunderten ein negatives Bild der Menstruation vermittelt. All die Besonderheiten des weiblichen Körpers, die letztendlich Leben spenden, wurden mit Sünde und Schuld in Verbindung gebracht. Die göttliche Strafe dafür ist der Schmerz, so machte man(n) die Frauen glauben.

Viele Frauen haben diese Einstellung unbewusst verinnerlicht und geben sie so an ihre Tochter weiter. Voll Scham unterdrücken sie diese freien, schönen und veränderlichen Kräfte und damit ihre natürliche Kreativität, Sinnlichkeit und Sexualität. Dieselbe Scham und Angst sind auch immer wieder die Ursache für Schmerzen und zyklusbedingte psychosomatische Beschwerden.

So wird die Blutung der Frau heute noch als lästig, unrein, ja nahezu krankhaft angesehen.

Tatsächlich leiden über 80 Prozent der Frauen an Menstruationsbeschwerden seelischer oder körperlicher Art. Sie fühlen sich Monat für Monat „unwohl“. Schule und Beruf nehmen auf das scheinbare „nicht-Funktionieren“ keine Rücksicht. Oft sind Pille und Schmerztabletten die vermeintlichen Retter in der Not.

Sehnsucht nach dem FrauSein

Seit vielen Jahren versucht die Frau nun ihre Rolle in der Gesellschaft, Wirtschaft und Politik wieder einzunehmen. Es entstand eine Frauenbewegung, die eine Gleichstellung von Mann und Frau erkämpfte.

Doch viele Frauen sind des Kämpfens müde. In ihnen erwacht eine tiefe Sehnsucht nach einem FrauSein, bei dem man nicht zugleich seinen MannStehen muss. Sie wollen sich nicht noch mehr von ihren natürlichen Rhythmen abtrennen lassen, um in dieser Gesellschaft erfolgreich zu sein. Das Bestreben, ein „besserer Mann“ zu sein, unterdrückte die ureigenen Möglichkeiten, sich als Frau zu verwirklichen und in die eigene Kraft zu kommen. Doch die Erinnerung an unsere wahre weibliche Natur hat unaufhaltsam begonnen.

Viele Frauen begeben sich auf die spannende Suche nach altem Frauenwissen und weiblicher Spiritualität.

Mondkraft – Frauenkraft

Alte Göttin in Chalice Well

Alte Göttin in Chalice Well

Um den Weg zurück zu unserer wahren Identität zu finden, gibt es eine große Helferin: die Mondin. In allen romanischen Sprachen gilt der Mond als weiblich, nur in der deutschen Sprache ist er männlich. Seit Urzeiten ist die Mondin Sinnbild für Wachstum, Zerstörung und neues Wachstum. Sie steht für Fruchtbarkeit, Empfängnis und Geburt, aber auch für Unterbewusstsein, Seele, Gefühl, Sensibilität und Intuition. Im Gegensatz dazu steht die beständig scheinende Sonne für das urmännliche Prinzip.

Alles was im weiblichen Körper passiert, geschieht auch in der Natur und im Kosmos. Besonders der Mondzyklus ist dem weiblichen sehr ähnlich. So wird die Mondin genauso voll und wieder leer wie die Gebärmutter, bei Neumond menstruiert sie und zieht sich zurück.

Roter Mond

Roter MondWie sehr die weibliche Energie und der weibliche Rhythmus mit den Mondkräften verbunden sind, hat auch Miranda Gray erkannt.

In ihrem Buch „Roter Mond. Von der Kraft des weiblichen Zyklus“ offenbart sie uns eine ganz neue Sicht des weiblichen Zyklus.

Miranda beschreibt ihn als große Kraftquelle, die tief verbunden ist mit dem Entstehen, Werden und Vergehen alles Lebendigen. „Roter Mond“ ist eine Einladung an uns Frauen, unseren ureigenen Zyklus mit seinen unterschiedlichen Energiephasen zu erforschen, gleichbedeutend einer Abenteuerreise, an deren Ende ein großer Schatz zu finden ist.

Der Rote Mondzyklus

Der Rote Mondzyklus

Die Menstruation ist dabei unsere machtvollste Zeit. „Unsere Tage“ dienen der Reinigung und Innenschau, angefüllt mit großem kreativem, intuitivem und spirituellem Potential. Angeleitet durch zahlreiche anschauliche Übungen und Meditationen können wir die verschiedenen Energien unseres Zyklus tiefgehender erfahren. Wir lernen uns selbst in diesen verschiedenen Phasen besser zu unterstützen und mit diesen Energien zielgerichtet umzugehen.

Durch ihre sehr bildhafte Sprache aktiviert die Autorin dabei sehr bewusst die intuitive, sinnliche Seite unseres Wesens. Ganz besonders zeigt sich dies auch in der Geschichte “Die Erweckung“. Sie beschreibt die Initiation eines jungen Mädchens zur Frau. Diese märchenhafte Erzählung gibt der Leserin/dem Leser die Möglichkeit, eingeweiht zu werden in altes kulturelles Wissen rund um Weiblichkeit und FrauSein, angefüllt mit Symbolen, Mythen und Geschichten. So begegnen wir in „Roter Mond“ auch allen Archetypen, die das zyklische Leben einer Frau bereithält: Der Jungfrau, Mutter, Zauberin und Greisin.

Erwachen einer neuen Weiblichkeit

Miranda Gray bestärkt uns Frauen in besonderer Weise auf unserem Weg der Eigenermächtigung. Sie motiviert uns, die Kräfte unserer innewohnenden weiblichen Archetypen wieder frei zu setzen und auf zeitgemäße Weise wieder lebendig zu machen.

Gleichzeitig ermutigt sie alle Mütter unter uns, unsere Töchter in der Zeit der ersten Menstruation liebevoll zu begleiten und sie in ihrem Frausein zu initiieren.

Gesellschaftswandel durch Weibliche Kraft

Quelle in Chalice Well

Quelle in Chalice Well

Die Erinnerung an unsere weibliche Natur verstärkt unser Sehnen nach Gemeinsamkeit und Austausch mit anderen Frauen. Darin liegt auch ein großes Potential für unsere Gesellschaft, die durch Egoismus und Konkurrenzdenken immer mehr in die Schieflage gerät.

So spielen wir Frauen eine entscheidende Rolle, wenn es darum geht, den mitmenschlichen Zusammenhalt wiederaufzubauen. Weibliche Energie hat die grundlegende Fähigkeit sich zu einer gemeinsamen Kraft zu vereinen und auf ein Ziel auszurichten. Diese vereinte Kraft könnte die Antwort auf die großen gesellschaftlichen, finanziellen und existenziellen Probleme der Menschheit sein.

Die Zukunft der westlichen Welt liegt in den Händen der Frauen, denn diese lehren uns das Mitgefühl.“ sagte bereits der Dalai Lama und betonte damit die weibliche Rolle, um ein neues Zeitalter einzuläuten.

Ein Zeitalter ohne soziales Ungleichgewicht, in dem weder Männer Frauen beherrschen noch umgekehrt.

Ich bin mir sicher, wenn Männer und Frauen ihre polaren Kräfte gegenseitig achten und zusammenschließen, kann eine harmonische Gesellschaft mit höherem Bewusstsein und humanitären Visionen entstehen.

Über die Autorin

Foto Claudia DaubenmerklClaudia Daubenmerkl ist als Astrologin und Numerologin in eigener Praxis tätig. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Rosenheim/Oberbayern. Weibliche Spiritualität und Potentialentwicklung gehören zu den Schwerpunktthemen ihrer Arbeit. Seit einigen Jahren leitet sie eine Frauengruppe und referiert in Vorträgen und Seminaren unter anderem über den Themenkreis „Kraftquelle Weiblichkeit“.

Kontakt:
info@claudia-daubenmerkl.de
www.claudia-daubenmerkl.de

Die Bilder sind mit freundlicher Genehmigung des Verlages dem Buch entnommen oder stammen aus dem eigenen Archiv der Autorin.

Und wie haben Sie Ihre erste Menstruation erlebt? Sollten wir wieder Rituale für unsere Mädchen und jungen Frauen einführen? Schreiben Sie uns doch Ihre Meinung in einem Kommentar!

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