Grüne Smoothies sind moderne Mixgetränke, von denen positive Auswirkungen auf die Gesundheit erwartet werden. Aber auch das Gegenteil kann der Fall sein.

Grüner Smoothie

Grüner Smoothie

Erstaunlicherweise gibt es immer noch viele Menschen, die nicht wissen, was grüne Smoothies sind. Dabei sind Smoothies in den letzten zehn Jahren zu einem Modegetränk geworden. Ich hatte schon einiges darüber gelesen, dann aber gedacht, dass ich mich gesund genug, mit viel Salat und Gemüse, ernähre und nicht jede Mode- Diät mitmachen muss. Außerdem wusste ich, dass ich frisches Obst schlecht vertrage und dass Obstsäfte den Blutzuckerspiegel und den Darm von empfindlichen Personen durcheinander bringen. Also hakte ich das Thema für mich als „uninteressant“ ab.

In den letzten Monaten wurde ich immer wieder auf das Thema „Entgiften“ gestoßen. Dabei kamen auch die grünen Smoothies ins Gespräch. Ich fragte in meinem Bekanntenkreis herum, wer grüne Smoothies kennt, und bekam die unterschiedlichsten Antworten, aber keiner wusste wirklich Bescheid:

  • Fragezeichen, © Fotolia.com

    Fragezeichen, © Fotolia.com

    Haben Die Grünen schon wieder irgendeine verrückte Idee?

  • Das ist irgend so etwas mit Säften.
  • Das sind Obstsäfte, aber die kann ich nicht vertragen.
  • Ich koche so viel Gemüse (mindestens einmal am Tag), das brauchen wir nicht.
  • Ist das so etwas wie Haribo und Gummibärchen?
  • Lass mich bloß mit dieser Rohkost in Ruhe, mein Mann isst das NIE!
  • Bei uns im Supermarkt führt man keine grünen Smoothies.
  • Usw.

Jetzt wollte ich es aber dann doch gerne richtig wissen und stelle Ihnen hier zusammen, was ich in Erfahrung bringen konnte.

Was sind nun grüne Smoothies?

Grüne Smoothies sind keine Säfte, sondern winzig fein geschnittene und gemixte grüne Blätter, verfeinert mit Obst und verdünnt mit Wasser. Das Besondere daran ist, dass sämtliche Inhaltsstoffe, Ballaststoffe, Randschichten so aufgeschlossen werden, dass sie mühelos vom Darm aufgenommen werden. Da nichts erhitzt wird, bleiben die wertvollen sekundären Pflanzenstoffe, Enzyme, Aminosäuren und Vitamine erhalten. Alles kann der Körper problemlos verwerten.

Inhaltsstoffe von grünen Smoothies

Grüne Smoothies sind echtes Powerfood. Sie bieten uns eine geballte Ladung von

  • Vitaminen: praktisch alle Vitamine können Sie in ausreichender Menge über grüne Smoothies aufnehmen, außer Vitamin D (genießen Sie Ihren Smoothie in der Sonne!) und Vitamin B12.
  • Mineralstoffen und Spurenelementen: Alle Pflanzen sind sehr mineralstoffreich. Die Blätter der Gemüse enthalten ein Vielfaches der Mineralien im Vergleich zu den Wurzeln.
  • Aminosäuren: einige Aminosäuren kann der Körper nicht selber bilden, die essenziellen Aminosäuren. Sie finden sich aber in Pflanzen. Inzwischen raten die Ärzte von zu viel tierischem Eiweiß ab, da es zur Übersäuerung führt, zur vermehrten Harnsäureproduktion und zu den bekannten Wohlstandskrankheiten, wie Metabolisches Syndrom, Diabetes, Bluthochdruck, Arteriosklerose.
    Pflanzliche Aminosäuren können Sie praktisch unbegrenzt essen.
    Wichtig für Veganer: um den Tagesbedarf an Eiweiß zu decken, braucht man etwa 2000gr grüne Blätter! Also besser noch bei anderen Mahlzeiten mit Hülsenfrüchten, Vollkorngetreide und Nüssen arbeiten.
  • Fettsäuren: auch wenn sich grüne Blätter nicht fett anfühlen oder fett schmecken, so enthalten sie doch die wichtigen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
  • sekundären Pflanzenstoffen, wie Flavonoide, Carotinoide, Lignine, usw. Von diesen Stoffen weiß man, dass sie den Blutdruck normalisieren, Entzündungen hemmen, die Blutfette senken, vor Krebs schützen, das Hormongleichgewicht herstellen und große antioxidative Fähigkeiten haben.
  • Ballaststoffen: sie binden Giftstoffe im Darm, außerdem Gallensäuren, so dass der Cholesterinspiegel gesenkt wird. Sie dienen den guten Darmbakterien als Nahrung, so dass sich die Verdauung stabilisiert und die Darmschleimhaut geschützt wird.
  • Enzymen: sie sind an vielen Reaktionen im Körper beteiligt und erforderlich. Aber durch Erhitzen werden sie zerstört.
  • Chlorophyll: ist ähnlich aufgebaut wie unser roter Blutfarbstoff, das Hämoglobin. Während Hämoglobin Eisen enthält, enthält Chlorophyll Magnesium. Durch Chlorophyll wird im Körper Sauerstoff angereichert. Forscher fanden heraus, dass Chlorophyll Krebszellen am Wachstum hindert. Außerdem kann Chlorophyll als natürlicher Chelatbildner Giftstoffe aus unserem Körper entfernen, wie Blei, Arsen, Quecksilber.

Das gehört in grüne Smoothies

Gemüseblätter

Gemüseblätter

1.  Wie der Name schon sagt, sind das Wichtigste an den grünen Smoothies die grünen Blätter. Schauen Sie sich mal in der Natur und in Ihrem Garten um: fast alles, was grün ist, kann verwertet werden. Anfangs nimmt man am besten, was man kennt: grünen Salat, Rucula, Spinat, das Grün von Wurzelgemüsen (Möhre, Kohlrabi, Radieschen), Kohlblätter usw.

Fortgeschrittene wagen sich später auch an essbare Wildpflanzen: Blätter von Bäumen und Sträuchern. Gerade im Frühjahr sind die jungen Triebe von Eiche, Birke, Linde, Kastanie usw. angeblich eine Delikatesse. Auch die Blätter von Obstbäumen und Beerensträuchern eignen sich.

Schauen Sie sich auch die sogen. „Unkräuter“ in Ihrem Garten genau an: Brennnessel, Giersch, Löwenzahn, Wegwarte, alles „Grünzeug“, das Sie verwenden dürfen. Dann natürlich auch die bekannten Küchenkräuter, wie Petersilie, Basilikum, Minze.

Obst

Obst

2.  Die zweite Komponente in einem grünen Smoothie ist Obst. Am einfachsten ist es, mit Apfel, Banane, Nektarine anzufangen. Je nach Geschmack können Sie variieren mit Beerenfrüchten, Kiwi, Mango, Dattel. Wenn Sie gerade kein frisches Obst haben, können Sie auch Trockenobst, das sie vorher eingeweicht haben, nehmen.

Auch Fruchtgemüse passen in Ihren grünen Smoothie: Gurke, Avocado, Zuckererbsen, Peperoni, grüne Zucchini, Tomate u.a.

3.  Mit Wasser von guter Qualität wird die gewünschte Konsistenz erreicht.

4.  Aufpeppen können Sie Ihren grünen Smoothie mit Pulver aus Gerstengras oder selbst gezogenem Weizengras, Moringa, Chlorella-Algen, Aloe, Granatapfelelixier. Oder auch Agavendicksaft oder Ingwerwurzel, aber nur in kleinen Mengen, usw.

5.  Gewürze sind in vorsichtiger Dosierung zur Abwechslung des Geschmacks erlaubt: Kardamom, Zimt, Vanille, Kurkuma

Das gehört nicht in grüne Smoothies

Kartoffeln

Kartoffeln

Damit die wertvollen Inhaltsstoffe des grünen Smoothies rasch den Magen passieren können, ohne bereits dort verdaut zu werden, ist es wichtig, dass auf keinen Fall sehr fette oder sehr stärkehaltige Nahrungsmittel hineingegeben werden. Also ein „No“ bei den folgenden Nahrungsstoffen:

  • Wurzelgemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Getreideprodukte (sie enthalten zu viele komplexe Kohlenhydrate, was die Verdauung erschwert)
  • pflanzliche Öle, Nüsse (Fett erschwert die Verdauung, Ausnahme Avocado, die sind erlaubt)
  • tierische Fette (auch keine Sahne) oder tierisches Eiweiß
  • Süßungsmittel, Proteinpulver

Das Besondere an grünen Smoothies

Vielleicht werden Sie jetzt genauso wie ich denken, „was ist das wieder für eine Hype mit den grünen Smoothies, ich kann doch auch meinen grünen Salat so essen!“ Machen Sie sich mal das „Vergnügen“ und kauen Sie ihren Salat wie üblich. Anstatt ihn runterzuschlucken, schauen Sie sich den Bissen mal an. Sie werden erstaunt sein, wie viele große Stückchen noch darin sind, die Ihr Darm nur schwer verdauen kann.

Neben der wertvollen Zusammensetzung des grünen Smoothies kommt es nämlich auf die Zerkleinerung an. Nur ein sehr leistungsfähiger Mixer mit ca. 30.000 Umdrehungen in der Minute ist in der Lage, die Zellulose der Zellwände aufzubrechen und Blätter, Stiele und Kerngehäuse so fein zu zermahlen, dass die wertvollen Inhaltstoffe für die Kraftwerke Ihrer Zellen zur Verfügung stehen. Außerdem schmeckt Ihr Smoothie nur dann schön sämig und verursacht keine Verdauungsprobleme.

Meine eigenen schlechten Erfahrungen

Nachdem ich Ihnen beschrieben habe, was für ein Kraftpaket grüne Smoothies sind, werden Sie sich fragen, warum ich dieses Powerfood so bewerbe und es selber früher nicht trank (heute aber nicht mehr darauf verzichten wollte).

Schon vor einigen Jahren erzählten mir Kolleginnen begeistert von den grünen Smoothies, und was sie erzählten, erschien ganz einfach: Obst und verschiedene Gemüseblätter mit etwas Wasser in den Mixer und dann langsam trinken. Da ich einen sehr empfindlichen Darm hatte und viele Obstsorten nicht vertrug, war ich gespannt, wie ich auf das gemixte Obst reagieren würde.

Ich machte mir nicht die Mühe, genau nachzulesen, sondern machte einfach nach. Für meinen Mann und mich mixte ich einen halben Liter Smoothie aus Apfel, Himbeeren, Banane und mindestens zehn verschiedenen Blattsorten. Es entstand ein relativ fester Smoothie, den wir nach dem Frühstück tranken, weil wir normalerweise das Obst auf vollen Magen besser vertragen.

Fragezeichen, © Fotolia.com

Fragezeichen, © Fotolia.com

Es wurde eine Katastrophe: wir bekamen in Kürze sehr starke Bauchschmerzen und Kopfschmerzen. Der Leib war so gebläht, dass wir dachten, er würde platzen. Der Zustand dauert einige Stunden an. Den Rest des Smoothies schüttete ich weg und schwor uns: „nie wieder Smoothie!“

Wissen Sie, welche Fehler ich gemacht hatte? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

Im nächsten Artikel werde ich Ihnen die Auflösung bringen. In der Zwischenzeit können Sie sich schon mal eine eigene Meinung bilden, indem Sie den folgenden Ratgeber lesen.

Buchempfehlung

Guth SmoothieEinen hervorragenden Überblick gibt der GU-Ratgeber meines Kollegen Dr. med. Christian Guth und des Autors Burkhard Hickisch: „Grüne Smoothies-Die gesunde Mini-Mahlzeit aus dem Mixer“. Darin stellen die Autoren genau dar, was den grünen Smoothie zu so einem Power-Getränk macht. Tabellen geben Auskunft über die unterschiedlichen Konzentrationen der Inhaltsstoffe von Blättern im Vergleich zu dem normalerweise in der Küche benutzten Gemüse. Eine ausführliche Zusammenstellung der erlaubten Obst- und Gemüsesorten machen die Auswahl für den Anfänger leicht.

Rezepte für jede Gelegenheit machen Appetit. Auch Vitalstoffsuppen und grüne Puddings, die mit dem Mixer superleicht hergestellt werden können, regen zum Ausprobieren an. So ist mir ohne Mühe gleich beim ersten Versuch eine Spinatsuppe gelungen. Ein ausführliches Kapitel geht auf verschiedene Beeinträchtigungen der Gesundheit ein, die mit Smoothies gebessert werden können. Eine lange Liste mit Buchempfehlungen und Links zu „gesunden“ Webseiten vervollständigen das Buch. Diesen Ratgeber möchte ich jedem Einsteiger empfehlen.

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