Sechs Gefahren von grünen Smoothies, wie man sie vermeidet und obendrein aus dem Smoothie ein Superfood macht.

DSC_0057Im vergangenen Jahr habe ich Ihnen von meinen ersten schlechten Erfahrungen mit grünen Smoothies berichtet und später von meinen guten Erfahrungen. Seit einem Jahr trinke ich nun fast  jeden Morgen mein Glas grünen Smoothie. Ich muss ehrlich sagen, dass es zwischendurch immer mal einen Tag gibt, wo ich den Eindruck habe, dass ich ihn nicht vertragen habe:

  • ich werde müde, obwohl ich bis dahin ausgeschlafen war (ein Phänomen, das ich bei Nahrungsmittelunverträglichkeiten schon kenne),
  • ich spüre einen Druck im Leberbereich oder unter dem rechten Schulterblatt (typisches Leberzeichen),
  • manchmal habe ich sogar Durchfall.

Dann finde ich aber sehr schnell heraus, was ich wieder falsch gemacht habe: in Eile zu schnell getrunken, zu unreifes Obst benutzt, Gemüseblätter, die schon einige Tage im Kühlschrank lagen, weil ich keine Zeit zum Einkaufen hatte, zu bittere Kräuter usw. Ähnliche Erfahrungen höre ich auch von anderen, die dann meist frustriert aufgeben. Zumal es ja auch wirklich sehr kritische Stimmen gibt.

Im Internet finden Sie immer wieder Kommentare, die vor den Gefahren von grünen Smoothies warnen. Diese „Gefahren“ entstehen im Wesentlichen durch Unkenntnis.

Gefahr 1: durch grüne Smoothies bekommen Sie Nierensteine.

Blätter von Rote Bete, Spinat, Mango, Kohl und Salat

Blätter von Rote Bete, Spinat, Mango, Kohl und Salat

Hintergrund: Es stimmt, dass in einigen Gemüseblättern, bspw. in Spinatblättern oder Blättern von Roten Beten, Oxalsäure enthalten ist, und dass es Nierensteine gibt, die aus Calciumoxalat, einem Salz der Oxalsäure, bestehen. Leute, die an diesen Nierensteinen leiden, haben aber sicher nicht ihr Leben lang zu viel Spinat gegessen, sondern zu wenig getrunken, zu viel Kochsalz gegessen und zu wenig Magnesium und Kalium bekommen. Außerdem sind sie ständig latent übersäuert und haben eine schlechte Darmflora.

Meine Antwort: im Gegenteil: grüne Smoothies wirken allen diesen Risikofaktoren von Nierensteinen entgegen. Außerdem zwingt Sie niemand, täglich mehrere grüne Spinatsmoothies zu trinken. Abwechslung in den grünen Blättern wird sowieso empfohlen. Und Rhabarberblätter, die besonders viel Oxalsäure enthalten, gehören sowieso nicht in den grünen Smoothie.

Gefahr 2: durch grüne Smoothies kann man sich vergiften.

Was könnte in grünen Smoothies giftig sein?

Meine Antwort

1. die ganze Pflanze, die Blätter und Nadeln.

Die meisten können Sie verwenden. Finger weg von Eibe, Tollkirsche, Faulbaum, Einbeere, Robinie, Holunder (Holunderblüten dürfen Sie aber essen).

Folgende Wildkräuter sind giftig: Nachtschatten-, Hahnenfuß-, Liliengewächse, Maiglöckchen, Lupine, Fingerhut, rohe Bohnen samt Bohnengrün (gekocht nicht, aber dann gehören sie ja auch nicht in den Smoothie). Farne und Flechten sind auch nichts, aber Moose sind essbar (habe ich aber selber noch nicht probiert).

Zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören auch Alkaloide und „natürliche Pestizide“. Sie befinden sich in den für die Smoothies genutzten Blättern entweder gar nicht oder in so geringen Konzentrationen, dass sie sicher nicht schaden. Im Gegenteil, einige werden sogar therapeutisch genutzt.

In diesem Buch, das ich Ihnen schon empfohlen habe, finden Sie eine ausführliche Liste aller essbaren und giftigen Pflanzen: Dr. med. Christian Guth und des Autors Burkhard Hickisch: „Grüne Smoothies-Die gesunde Mini-Mahlzeit aus dem Mixer“.

2. die Kerne.

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Avocadobaum

Manche Obstkerne enthalten Blausäure, die kennen Sie von den Bittermandeln. Auch Aprikosenkerne und Kirschkerne sollten Sie nicht benutzen. Viele andere Kerne haben aber sehr gesunde Inhaltsstoffe, dazu gehören Kürbiskerne und Papayakerne. Beide helfen, Parasiten loszuwerden. Papayakerne werden auch als Pfefferersatz angeboten und Kürbiskerne bei Blasenbeschwerden eingenommen.

Sogar Avocadokerne können Sie in den Smoothie tun. Er ist nicht so hart, wie er aussieht. Mit einem Messer lässt er sich leicht durchschneiden und vierteln. Am besten vorher abwaschen und abtrocknen, damit er Ihnen nicht aus den Fingern glitscht. Er enthält viele Antioxidanzien und Fettsäuren und gibt einen leicht nussigen Geschmack. Wenn ich nur einen halben brauche, friere ich die Reste in kleinen Portionen ein.

Apfelkerne enthalten viele Pektine, Ballaststoffe, die die Darmschleimhaut schützen und den Darm reinigen. Himbeerkerne enthalten Ellagsäure, ein hochwirksames Antioxidanz (Sie wissen ja: Krebszellen mögen keine Himbeeren!).

3. die Behandlung mit Pestiziden, Ablagerungen von Schwermetallen

Meine Antwort: Deshalb nach Möglichkeit nur Bio-Gemüse kaufen oder selber anbauen. Wildkräuter nur dort sammeln, wo Sie sicher sind, dass nicht gespritzt wird. Nicht in der Nähe von Autostraßen sammeln.

Gefahr 3: grüne Smoothies machen Verdauungsprobleme.

Meine Antwort: dann machen Sie entweder etwas falsch (wie ich bei meinem ersten Smoothie-Versuch) oder Sie haben Nahrungsmittelallergien, denen Sie auf den Grund gehen sollten.Und denken Sie an die Chinesische Medizin: Durch das viele Wasser in Obst und Gemüse wirkt es innerlich kühlend. Ein empfindlicher Magen-Darm-Trakt ist damit überfordert und reagiert mit Blähungen, Krämpfen und Durchfall.

Hier noch einmal zusammengefasst, wie vorsichtig man anfangs bei sensiblem Darm vorgehen muss:

  • DSC_0040Nur ganz wenig Obst nehmen, die grünen Blätter werden besser als Obst (wegen der Fruktose) vertragen. Eventuell statt Obst lieber mit etwas Ahornsirup süßen. Oder noch besser: biologisch angebautes Steviablätterpulver.
  • Nur eine oder maximal zwei verschiedene Blättersorten nehmen. Am besten zu verdauen ist grüner Salat.
  • Verdauungshilfen hinzufügen, wie bspw. Kardamom, Ingwer oder Galgantpulver. Oder die Gartenkräuter entsprechend kombinieren.
  • Mit Hochleistungsmixer sehr fein vermahlen.
  • eventuell etwas mit warmem Wasser verdünnen.
  • Nur auf nüchternen Magen trinken.
  • Mit einem Schnapsglas voll anfangen und langsam steigern.
  • Ganz langsam im Mund bewegen und über 10 min kauend trinken.
  • Danach mindestens eine halbe Stunde nichts essen.

Gefahr 4: grüne Smoothies verursachen Kopfschmerzen

Meine Antwort: wenn das der Fall ist, ist das ein Zeichen für Entgiftungsprozesse. Trinken Sie viel reines Wasser und geben Sie nicht auf. Ähnliche Symptome treten auch bei Fastenkuren auf.

Gefahr 5: grüne Smoothies schaden den Zähnen.

zähneMeine Antwort: grüne Smoothies schaden den Zähnen weniger als Fruchtsäfte, süße Brausen, Süßigkeiten oder Kaffee. Und davor warnt niemand. Die Vermutung der Zahnschädigung rührt wahrscheinlich daher, dass im Obst für die grünen Smoothies Fruchtsäuren enthalten sind. In süßem Obst aber deutlich weniger als in saurem. Außerdem erklärte mir mein Zahnarzt, dass die Fruchtsäuren frühestens nach einer halben Stunde auf den Zahnschmelz einwirken, Zucker aber sofort. Am besten also einfach nach dem grünen Smoothie den Mund mit Wasser spülen. Gilt natürlich auch für jede Mahlzeit und jede Nascherei zwischendurch!

Gefahr 6: grüne Smoothies schaden der Schilddrüse

Meine Antwort: In manchen Pflanzen gibt es Substanzen, die die Jodaufnahme blockieren können, sogen. goitrogene Substanzen. Resultat wäre dann eine Schilddrüsenunterfunktion. Zu diesen Nahrungsmitteln gehören Soja, Walnüsse, Kohl, Zwiebeln, Maniok, Pearl-Hirse. In Tierversuchen wirkten diese Nahrungsmittel aber nur dann goitrogen, wenn sie über Monate ausschließlich verfüttert wurden. Da für den grünen Smoothie höchstens Kohlblätter in Frage kommen, können Sie die Wirkung auf die Schilddrüse vergessen. Oder würden Sie jetzt ab sofort auch keinen Kohl mehr essen? Das wäre fatal, denn Kohlgewächse schützen u.a. vor Krebs und Infektionen.

Und so sieht mein grüner Smoothie zur Zeit aus

Zwei Drittel Grünes, maximal ein Drittel Obst. Nie zusätzliches Eiweiß oder Fett, keine Nüsse. Bei den Blattgemüsen Abwechslung reinbringen, nicht alle Sorten jeden Tag.

  • Grüner Salat, ev. etwas Rucula

    Koriander

    Koriander

  • Blattgrün von Möhren (oder Rote Beten oder Radieschen oder Kohlrabi)
  • Spinat oder Mangold
  • ein Stück Salatgurke
  • Grünkohl oder andere Kohlblätter (wenig)
  • Kräuter wie Petersilie, Basilikum, Koriander
  • Ein Apfel mit Schale und Gehäuse oder Mandarine oder Kaki oder Mango
  • Drei entsteinte Datteln
  • eventuell ein Avocadokern
  • Kokoswasser (macht den Smoothie sämig)
  • einen gehäuften Teelöffel Gerstengraspulver
  • 5ml Lactirelle (mit B-Vitaminen, Milchsäure und Laktat)

Fazit

Es gibt keine echten Gefahren durch das Trinken von grünen Smoothies, nur Vorteile! Wichtig ist aber meiner Meinung nach, dass man auf seine Körpersignale hört. Nicht jeder Tag ist gleich. Oft haben wir auch nur am Abend vorher zu viel und falsch gegessen und müssten unserem Bauch am nächsten Morgen etwas Ruhe gönnen. Dann tut es auch mal nur ein Gerstengrassaft. Und orientieren Sie sich etwas am Ayurveda oder der Traditionellen Chinesischen Medizin. Berücksichtigen Sie Ihren Typ und die Jahreszeit, dann können Sie jeden grünen Smoothie für sich verträglicher gestalten.

Buchempfehlungen

Grüne Smoothies – Die gesunde Mini-Mahlzeit aus dem Mixer

Guth SmoothieIm ersten Artikel habe ich Ihnen schon den GU-Ratgeber meines Kollegen Dr. med. Christian Guth und des Autors Burkhard Hickisch: „Grüne Smoothies-Die gesunde Mini-Mahlzeit aus dem Mixer“ empfohlen.

Im zweiten Artikel zu grünen Smoothies habe ich Ihnen zwei weitere Bücher empfohlen.

7 Tage grün – Grüne Smoothies und Rohkost

Schmid 7 Tage grün
Ein Ratgeber für eine gesunde Entgiftungswoche mit grünen Smoothies, leicht auch trotz Berufstätigkeit durchführbar.

Garten-Smoothies – gesunde Drinks aus eigenem Anbau

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Eine Anregung, sich auf Balkon, Terrasse oder im Garten einen immer nachwachsenden, ungespritzten Blätter- und Kräutervorrat anzubauen.

Wilde grüne Smoothies

bräutigam wilde grüne smoothiesBei diesem Ratgeber der zertifizierten Kräuterführerin Gabriele Leonie Bräutigam über „Wilde grüne Smoothies“ bleibt wirklich keine Frage offen. 50 heimische Wildkräuter werden von ihr genau beschrieben. Ab sofort macht Ihnen sogar das Unkrautrupfen im Garten Spaß, denn Sie werden einiges davon für Ihre grünen Smoothies gebrauchen können!

Die Rezepte sind außergewöhnlich in ihrer Zusammensetzung, illustriert mit wunderschönen Bildern, die allein schon das Buch zu einer kleinen Kostbarkeit machen. Das Aroma der Wildpflanzen wird beschrieben und die passenden Obstsorten dazu komponiert. Wenn Sie Ihren Gästen diese Smoothies servieren, halten sie Sie für eine Sterneköchin!

Kokoswasser

Fife KokoswasserBruce Fife hat sich viele Jahre mit den heilsamen Eigenschaften der Kokosnuss beschäftigt. Im Zusammenhang mit der Ketonkur bei Alzheimer hatte ich Ihnen schon sein Buch „Stopp Alzheimer!“ vorgestellt. In seinem Buch über Kokoswasser beschreibt er die Inhaltsstoffe, die Kokoswasser zu einem wunderbaren isotonischen Getränk machen. Der Geschmack ist leicht nussig. Sportler trinken es gerne auch als Schorrle und brauchen keine weiteren Mineralstoffe mehr.

Und wie sind Ihre Erfahrungen inzwischen mit den grünen Smoothies? Vielleicht haben Sie noch besondere Tipps für unsere Leserinnen, dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

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