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Vitaminschub durch essbare Wildpflanzen

Von | 30. Januar 2012 – 01:02 3 Kommentare 11.534 AufrufeDrucken

Gehören Sie zu den Frauen, die sich bemühen, täglich gesund für Ihre Familie zu kochen? Aber sicher sind Sie sich trotzdem nicht, ob Sie nicht die eine oder andere Vitaminpille als Nahrungsergänzung anbieten sollten? Oder gehören Sie zu den Frauen, die aus Zeit- und Lustmangel eher die schnelle oder kalte Küche bevorzugen, die aus Tüte und Konserve oder der Imbissstube? Und dann lieber gleich im Supermarkt die Vitamin-Brausetablette für die ganze Familie mit einpacken?

Aber ehrlich: eigentlich gefällt uns allen die Pillenschluckerei nicht. Es gibt auch die andere Möglichkeit: Nahrungsmittel so auszuwählen und zu verarbeiten, dass die wertvollen Inhaltsstoffe in ihrer Kombination mehr bieten als Nahrungsergänzungen aus der Apotheke oder dem Naturkostladen.

Eine ganz besondere Methode möchte ich Ihnen heute vorstellen. Ein Naturwissenschaftler wird Ihnen aufzeigen, wie man mit essbaren Wildpflanzen Sommer wie Winter gesund und fit bleiben kann.

Selbstversorgung und gesunder Genuss aus der Natur von Dr. Markus Strauß

Essbare Wildpflanzen bieten das ganze Jahr über eine gesunde und kostenlose Bereicherung des Speiseplans – ein nicht zu verachtendes Argument angesichts der vielen Lebensmittelskandale und knapper Haushaltskassen. Voraussetzung für den Einsatz dieser wertvollen Lebensmittel in der Küche ist lediglich das sichere, zweifelsfreie Erkennen von essbaren wilden Pflanzen und Wildfrüchten sowie das Wissen, wann und wo welche Teile der Wildpflanzen gesammelt und verwertet werden können.

Wildpflanzen müssen sich, ohne die schützende Hand eines Gärtners oder Bauern, alleine auf sich gestellt an ihrem Standort gegen Wind und Wetter, die Konkurrenz anderer Pflanzen und eventuelle Fraßfeinde aus dem Tierreich behaupten. Ergebnis dieses Prozesses ist eine im Gegensatz zu unseren Kulturgemüsesorten unglaubliche Vitalität und Widerstandskraft. Daher enthalten essbare Wildpflanzen im Vergleich zu den gezüchteten Kulturgemüsesorten oft das Vielfache an Vitaminen, Mineralien und Spurenelementen. Außerdem sind sie reich an so genannten sekundären Pflanzenstoffen, wie ätherischen Ölen, wertvollen Bitterstoffen und Enzymen.

Essbare Wildpflanzen sind folglich ein echter Schatz unserer einheimischen Natur!

Auf Wildpflanzen ist Verlass – sie gedeihen jedes Jahr

Vogelmiere

Bodenvorbereitung, Aussaat, Bewässerung,

pikieren, düngen, hacken und jäten –

das alles entfällt,

man muss lediglich wissen,

was man wann und wo ernten kann!

Was ist nötig?

Gar nicht so viel, wie Sie vielleicht denken. In erster Linie die Bereitschaft, öfters hinaus in die Natur zu gehen und diese noch einmal mit anderen Augen anzusehen. Wichtig dabei ist, einen Bezug zu „Ihren“ essbaren Wildpflanzen in Ihrer unmittelbaren Heimat herzustellen, deren Werden und Vergehen im Ablauf der Jahreszeiten genau kennen zu lernen, um so zu wissen, wann Sie an welcher Stelle junge Blätter, Sprosse, Blüten, Samen, Wurzeln oder Früchte sammeln können.

Am besten Sie schauen sich ab dem kommenden Frühjahr einfach in Ihrer direkten Umgebung noch einmal neu um:

  • Was wächst dort unter dem Gebüsch, am Wegesrand oder in der Hecke?
  • Welche „Unkräuter“ in meinem Garten kann ich in Zukunft einfach essen?
  • Wachsen in Ihrem Rasen Löwenzahn, Gänseblümchen und Breitwegerich?

Die Auswahl der im ersten Band der Reihe „Natur&Genuss“ vorgestellten „12 wichtigsten essbaren Wildpflanzen“ orientierte sich an folgenden Kriterien:

  • die Pflanzen sind leicht und sicher zu erkennen,
  • sie bieten eine hohe Dichte an Nähr- und Vitalstoffen,
  • sie sind nahezu überall im deutschsprachigen Raum in großer Anzahl zu finden und
  • sie zeichnen sich durch eine lang andauernde Erntesaison aus oder stehen dem Sammler mit unterschiedlichen Pflanzenteilen sogar ganzjährig zur Verfügung.

Fleißigen Sammlern ist es daher möglich, ihren Bedarf an Lebensmitteln zu überwiegenden Teilen aus der Natur zu decken: Die vorgestellten Wildgemüse bieten eine Fülle an Vitalstoffen und sind zum Teil auch reich an leicht verdaulichen Proteinen und Fetten. Besonders im Zusammenhang mit den in den Folgebänden vorgestellten Verwendungen der Früchte des Waldes wie Eicheln, Bucheckern und Esskastanien (Band 2) sowie den Früchten von Hecken und Sträuchern (Band 3) wird deutlich: eine Ernährung auf Basis von essbaren Wildpflanzen ist nicht nur gesund, sondern auch vollwertig und reichhaltig, kann abwechslungsreich gestaltet werden und geschmacklich außerordentlich befriedigen.

Noch ein praktischer Hinweis zum Sammeln

Blätter und Blüten sammelt man am besten morgens nach dem Abtrocknen des Taus. Der Gehalt an Nähr- und Vitalstoffen ist zu dieser Tageszeit am höchsten. Pressen Sie Ihre Ernte nicht in Plastiktüten oder luftdichte Dosen, sondern legen Sie die Pflanzen luftig und locker in einen Korb – so kommen diese nicht ins Schwitzen. Zu Hause angekommen beginnen Sie am besten möglichst bald mit der Verarbeitung der Pflanzenteile.

Lehrgang: Fachberater für Selbstversorgung aus der Natur

Wer in die praktische Arbeit einsteigen möchte: in Zusammenarbeit mit der Akademie für Ganzheitsmedizin in Heidelberg biete ich in Heidelberg-Kohlhof einen ärztlich zertifizierten Lehrgang zum „Fachberater für Selbstversorgung aus der Natur“ an. An insgesamt 7 Tagen in der Zeit von April bis November 2012 werden die zur jeweiligen Jahreszeit wachsenden Wildpflanzen in der Natur vorgestellt, gemeinsam gesammelt und anschließend zu einem leckeren Menü verarbeitet. Auf diese Weise haben Sie die Möglichkeit, im Verlauf der Jahreszeiten unsere einheimischen essbaren Wildpflanzen näher kennen zu lernen und das neu erworbene Wissen auch gleich in die Praxis umsetzen zu können. Die Seminartage sind auch einzeln buchbar.

Zum „Hineinschnuppern“ in das Thema bieten wir zusätzlich am 31.März 2012 an der Akademie für Ganzheitsmedizin auf dem Kohlhof einen offenen Infotag, sowie am 01. April 2012 zwei Eintages-Seminare „Köstliches aus der Frühlings-Natur“ an. Alle, die sich für die Synthese aus Natur, Genuss und Gesundheitsvorsorge interessieren sind herzlich dazu eingeladen!

Viel Freude in Natur und Küche!

Dr. Markus Strauß

Über den Autor

Dr. rer. nat. Markus Strauß entdeckte bereits in seiner Kindheit seine Liebe zur Natur und studierte folgerichtig später Geographie, Geologie und Biologie in Heidelberg. Seine Arbeit in agrarökologischen Projekten führte ihn unter anderem in die Anden und den Himalaya, später aber auch wieder zurück nach Deutschland an das Südasien-Institut der Universität Heidelberg sowie an die Universität Mainz. In den letzten Jahren war er Buchautor, Berater und Seminarleiter. Sein Ziel ist es, Gesundheit, Genuss und Natur unter einen Hut zu bringen und attraktiv zu machen.

Dr. rer. nat. Markus Strauß
Dorfstraße 10
99735 Friedrichsthal
Telefon: 036337 – 48900
e-mail: info@dr-strauss.net
www.dr-strauss.net/
www.simply-wild.de

Kommentar von Frau Prof. Gerhard

In mehreren Artikeln hatte ich Sie schon darauf aufmerksam gemacht, wie wichtig zur Vorbeugung und bei jeder Erkrankung eine naturbelassene BIO-Vollwertkost ist. Auch hatte ich Ihnen schon einige Nahrungsmittel vorgestellt, die einen besonderen Energieschub bieten, z.B. Kanne Brottrunk, das Granatapfel-Elixier, Aminas Vitalkost oder den Zell-Oxygen Immunkomplex Dr. Wolz. Mit den essbaren Wildpflanzen können Sie sich preiswert täglich mehrfach etwas Gutes tun.

Vielleicht wundern Sie sich, dass ich Ihnen im Januar so viel über Wildpflanzen erzähle. Das hat mehrere Gründe:

  • Im Januar ist unser Terminkalender für dieses Jahr noch einigermaßen leer, hoffentlich! Und wenn Sie die Ausbildung „Ärztlich zertifizierter Fachberater für Selbstversorgung aus der Natur“ machen wollen, sind es ja doch einige Wochenenden, die Sie dafür einplanen müssen. Also entscheiden Sie sich rasch, schließlich geht es ja schon im April los.
  • Wenn Sie erst noch darüber nachdenken müssen, dann haben Sie jetzt die Möglichkeit, sich schon mal in den Büchern schlau zu machen. Die Bücher sind Ratgeber und Kochbuch in einem und führen Sie genussvoll in die Wildpflanzenküche ein. Mit Pflanzenporträts, Sammeltipps, Erntekalender und Rezepten. Vielleicht bekommen Sie dann ja doch Lust, mehr über die Wildpflanzenküche zu lernen.
  • Und schließlich werden Sie merken, dass es auch jetzt im Winter Wildpflanzen gibt, die Sie nutzen können. Einige kennen Sie vielleicht schon, mit anderen werden Sie Ihre Familie überraschen können. Ich habe mir jedenfalls die Bücher schon mal zugelegt und werde mindestens am Schnupperkurs teilnehmen. Vielleicht treffen wir uns dann ja!

3 Kommentare »

  • Lia sagt:

    Liebe Frau Professor Gerhard,

    meine Mutter hat seit einigen Monaten starke Schmerzen nach einer Gürtelrose. Sie nimmt Schmerzmittel und ist schulmedizinisch betreut. Jedoch will sich so recht keine Verbesserung einstellen, weswegen sie über alternative und oder begleitende Maßnahmen nachdenkt. Welche Möglichkeiten gibt es hier?
    Bestimmt ist eine generelle Stärkung des ganzen Immunsystems auch sinnvoll, oder? Ich habe schon gute Erfahrung mit Dr. Wolz Immunkomplex gemacht – Sie empfehlen das ja auch, wie ich gesehen habe.
    Was alles könnte gegen die Schmerzen hilfreich sein?

    Ich danke Ihnen vielmals,
    viele Grüße
    Lia

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      liebe Lia,
      ja, das ist eine langwierige Sache! Wenn Sie einen guten (Einzelmittel) Homöopathen kennen, dann gehen Sie mal mit Ihrer Mutter dorthin. Ich kenne einige Patientinnen, die dadurch schmerzfrei geworden sind. Curcuminphospholipid hochdosiert hilft gut gegen Schmerzen und Entzündung. Dr. Wolz Immunkomplex hilft weniger gegen die Schmerzen, stabilisiert aber das Immunsystem. Gute Besserung!

  • Liebe Frau Professor Gerhard, liebe Ingrid,
    Dein „Netzwerk frauengesundheit“ bietet durchgehend spannende Neuigkeiten! Den Kurs zum „zertifizierten Fachberater für Selbstversorgung aus der Natur“ von Dr. Markus Strauß werde ich meinem Mann weiterempfehlen, der gerade den „Naturpädagogen“ absolviert. Und wer weiß, vielleicht mache ich als Naturärztin auch mit…

    Super, vielen Dank für Dein Engagement!

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