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Unser täglich Jod gib uns heute mit jodreicher Ernährung

Von | 7. September 2017 – 21:42 1.546 AufrufeDrucken

Jod spielt eine entscheidende Rolle für die Gesunderhaltung des ganzen Körpers. Eine jodreiche Ernährung mit Algen, Meeresfrüchten und Fisch spart Arztbesuche und Pillen.

Kranke junge Frau © maroke-fotolia.com

Sind Sie oft müde und erschöpft? Frieren Sie im Sommer, leiden Sie unter einem unregelmäßigen Zyklus oder haben Sie gar Zysten in der Brust? Dann könnten Sie von einem Jodmangel betroffen sein.

Leider ist das Wissen um die Relevanz einer regelmäßigen Jodzufuhr für die Gesundheit  des Hormonsystems,  der Nebennieren und der Brust kaum bekannt.  Durch einen tragischen Zufall in der Medizingeschichte wurde Jod bis heute nur mit einem Organ in Verbindung gebracht, nämlich der Schilddrüse.

Dieses Phänomen kennen wir auch schon von anderen Vitalstoffen. In ziemlich ähnlicher Weise wurde das Vitamin D noch bis vor wenigen Jahren ausschließlich mit Knochengesundheit diskutiert.

Dabei ist heutzutage längst bekannt, dass Jod eine entscheidende Rolle bei der Gesunderhaltung von Magen-Darm, Nebenniere, Gehirn, Haut, Eierstöcken, Prostata und der weiblichen Brust spielt.

Da der Körper Jod nicht selbst herstellen kann, muss es TÄGLICH über die Nahrung zugeführt werden. Ohne Jod ist kein dauerhaftes Leben möglich!

Man geht davon aus, dass die Hälfte unserer Jodzufuhr in der Schilddrüse verbraucht wird, die andere Hälfte benötigen die übrigen jodverbrauchenden Organe.

Wie viel Jod benötigen Erwachsene pro Tag?

Pauschale Aussagen zum Mikronährstoffbedarf sind generell schwierig. Der Bedarf an Jod hängt wie bei allen anderen Vitalstoffen von vielen Faktoren ab:

  • Alter,
  • Geschlecht,
  • Lebensstil (Stress?/ Intensiver Sport?),
  • Medikamente (Hormone, „Pille“, bestimmte Psychopharmaka),
  • Schadstoffexposition (Rauchen, toxische Metalle),
  • Schilddrüsenvolumen,
  • Schwangerschaft/Stillzeit usw.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung gibt an, dass Jugendliche und Erwachsene pro Tag mindestens 200 mcg Jod benötigen, Kinder ab einem Jahr 100-200 mcg Jod. Diese Angaben sind abgeleitet von den WHO-Empfehlungen zur Verhinderung von Schilddrüsenerkrankungen.

Wie viel Jod haben Sie heute zu sich genommen?

Schauen wir uns doch mal an, was die normale deutsche Kost an Jod beinhaltet (im Durchschnitt pro 100 g bzw. 100 ml):

  • 100 g Brot: 2 mcg Jod

    Jodpyramide © Systemed Verlag

  • 200 ml Karottensaft: 7 mcg Jod
  • 100 g Walnüsse: 3 mcg Jod
  • 100 g Rinderleber: 14 mcg Jod
  • 100 g Schellfisch: 200 mcg Jod

Die LOGI-Lebensmittelpyramide zeigt deutlich, dass wesentliche Mengen Jod nur in drei Nahrungsgruppen enthalten sind: Algen, Meeresfisch und Meeresfrüchten (© Systemed-Verlag Lünen)

Seien Sie nicht enttäuscht, wenn Sie die 200 mcg Jod nicht erreichen. Das schaffen hierzulande die wenigsten.

Viele versuchen daher, ihren Jodgehalt mit Jodsalz auszugleichen. Untersuchungen haben allerdings gezeigt, dass wenn zum Würzen der Speisen ausschließlich Jodsalz verwendet wird, eine Durchschnittsmenge von nur ca. 125 mcg Jod am Tag erreicht werden kann.

Wenn Sie kein ausgesprochener Fan der maritimen Küche sind (und täglich eine Portion Fisch oder Meeresfrüchte oder Algen zu sich nehmen), werden Sie kaum den empfohlenen Mindestbedarf an Jod pro Tag erreichen.

Vergleich der Jodversorgung zwischen Japan und Deutschland

Fischsuppe

In unserer Ernährung spielt Jod kaum eine Rolle. In anderen Ländern sieht es hingegen deutlich anders aus, nehmen wir z .B. Japan: Japaner essen täglich große Mengen an Algen sowie Fisch und Meeresfrüchte und kommen daher auf eine Jodzufuhr von mehreren mg pro Tag (es gibt Schätzungen von bis zu 13 mg pro Tag).

Ist es nun Zufall, dass die Japaner das Volk mit der höchsten Lebenserwartung und der geringsten Krebsrate ist?

Insbesondere Brustkrebs tritt bei Japanerinnen im Vergleich zu Europäerinnen über fünfmal weniger häufig auf. Dass dies nicht genetisch bedingt ist, zeigen Emigrationsstudien an Japanerinnen, die in die USA auswandern. In der Auswandergeneration und der üblichen jodarmen Kost in den USA (ähnlich wie in Europa) erkranken Japanerinnen genauso so häufig an Brustkrebs wie Amerikanerinnen.

Ein Umdenken ist notwendig!

Denn egal, welchem Ernährungstrend Sie gerade folgen, eines ist ziemlich sicher: Ihre Speisen haben mit Sicherheit zu wenig Jod und können daher ihre Zellen nicht gesund halten. Am schwersten haben es dabei immer noch Veganer, denn der Verzicht auf Fische, Algen und Meeresfrüchte führt sie kurz oder lang fast immer in den Jodmangel.

Fische und Meeresfrüchte sind aufgrund der Belastung unserer Meere durch Überfischung, Mikroplastik, Schwermetalle und andere Schadstoffe nur bedingt zum Verzehr geeignet. Besondere Vorsicht ist in der Schwangerschaft angezeigt. Es gibt aber immer noch einige Sorten, die dank ökologischer Zucht- und nachhaltiger Fangmethoden empfehlenswert sind. Wir empfehlen, sich auf den Internetseiten von Greenpeace oder WWF zu informieren und beim Kauf von Fisch und Meeresfrüchten auf Öko-Label zu achten.

Eine vegane Alternative zu Fischen und Meeresfrüchten sind Meeresalgen.

Neuentdeckungen der Gourmet-Köche – Meeresalgen

Kennen Sie Wakame, Dulse und Meeresspaghetti? Sie gehören zu den Meeresalgen. Kein Lebewesen hat einen höheren Jodgehalt. Sie sollten sich mit Algen vertraut machen. Mehr als 15 Sorten sind in Deutschland mittlerweile erhältlich (oftmals auch in Bio-Qualität). Viele davon kommen aus Frankreich, Spanien oder den britischen Inseln – also europäische Erzeugnisse.

Algen waren früher gerade in den Küstenregionen Europas, z. B. in der Bretagne, ein fester Bestandteil der einheimischen Küche und werden zurzeit wiederentdeckt. Dabei sind diese Jod-Bomben nichts, was nur der Haute Cuisine vorbehalten sein sollte. Sie sind vielseitig verwendbar, z. B. zum Würzen und Abschmecken, als Salat oder Gemüseersatz. Sie sind lange haltbar und einfach in der Handhabung.

Meeresalgen haben darüber hinaus neben ihrem Jodgehalt noch viele andere gesundheitliche Vorteile: Sie sind kalorienarm und beinhalten fast alle notwendigen Vitamine, Mineralien und Aminosäuren.

Wir brauchen dringend unser täglich’ Jod!

Natürlich könnte man den Jodbedarf über eine zusätzliche Kapsel decken. Der Trend zu immer mehr NEM-Töpfen auf dem Tisch widerstrebt uns allerdings. Vielmehr ist die neue Jod-Küche lecker und auch gesund. Lassen Sie Ihre Sinne entscheiden.

Inspiriert wurden wir von unseren Kindern. Die sind mittlerweile zu groß, um ausreichend Jod über die Muttermilch zu bekommen (die beste Jodquelle überhaupt, sofern die Mutter genug Jod zu sich nimmt) aber auch zu klein, um Kapseln schlucken zu müssen.

Daher haben wir gemeinsam mit einem Koch eine einfache, schnelle Jod-Küche entwickelt, die ohne Exotik und Asia-Laden-Besuch auskommt. Hier findet man Gerichte, die Menschen jeden Alters schmecken.

Beispiel für ein jodhaltiges Gericht

Algen-Reibekuchen

Zubereitungszeit: 15 Minuten

Algen-Reibekuchen © Systemed Verlag Lünen

Zutaten

  • 1 EL Noriflocken
  • 1 Kartoffel
  • 1 kleine Zwiebel
  • 1 kleine Zucchini
  • 1 kleine Möhre
  • 1 Ei
  • 2-3 EL Mehl
  • Salz
  • Pflanzenfett

Zubereitung

Algen wässern und abtropfen lassen. Kartoffel und die kleine Zwiebel in eine Schüssel fein reiben. Die Zucchini waschen und zusammen mit der geschälten Möhre in die Masse raspeln bzw.  grob reiben. Die Algen, das Ei und etwas Salz hinzugeben und mit dem Mehl zu einem Teig verrühren.

Eine Pfanne mit Pflanzenfett aufsetzen und dieses erhitzen. Je nach gewünschter Größe ein bis zwei Esslöffel Masse in das heiße Fett gebe und diese von beiden Seiten goldbraun backen.

Jodgehalt pro Portion 80 bis 100 mcg

(© Systemed Verlag Lünen)

Wir wünschen guten Appetit!

Über die Autoren

Kyra Hoffmann, geb. 1971, ist Heilpraktikerin und Mutter zweier Söhne. Sie ist Journalistin sowie Autorin mehrere Fachbücher. Zudem ist sie Referentin vor allem für die Themen Schilddrüse, Nebennieren, mitochondriale Störungen sowie Umweltmedizin.

Sascha Kauffmann, geb. 1973, ist Heilpraktiker, Journalist und Autor. Er ist Begründer des Patienten- und Therapeuteninformationsportals www.kpu-online.de.

Kontakt

Kyra Hoffmann
Heilpraktikerin
Hauptstrasse 66A
65719 Hofheim am Taunus
Tel:   06192-9550950
Fax:  06192-9550951
e-mail: kyra@naturheilkundliche-medizin.de
http://naturheilkundliche-medizin.de

Buchvorstellung von der Redaktion

Das Jod-Kochbuch

Auf den ersten 40 Seiten dieses Kochbuches erklären die Autoren, warum wir Jod brauchen und weshalb ca. 90% der Deutschen unter Jodmangel leiden. Sie räumen mit 10 Mythen auf, die allgemein mit Jod in Verbindung gebracht werden, bspw. dass Jodsalz einen Jodmangel verhindert oder dass Hashimoto-Kranke sich vor Jod hüten sollen. Damit hat der Leser eine gute Zusammenfassung der Jodproblematik, wie sie ausführlich in dem Bestseller der Autoren „Jod, Schlüssel zur Gesundheit“ beschrieben wird. Einen Überblick verschafffen Sie sich sofort in ihrem Artikel „Jod wichtig für die Schilddrüse und die Brustgesundheit“ in diesem Webmagazin.

Zwar werden Nahrungsergänzungen mit Jod angeboten, aber da in Deutschland maximal 150 mcg Jod pro Kapsel eingesetzt werden dürfen und bei vielen Menschen ein deutlich höherer Bedarf besteht, ist es sicher sinnvoller, seine Nahrungsmittel so klug zusammenzustellen, dass der Jodbedarf gedeckt werden kann.

Im Jod-Kochbuch wird in Tabellen aufgezeigt, wie hoch, bzw. erschreckend niedrig, der durchschnittliche Jodgehalt unserer Nahrungsmittel ist. Ein darauf basierender Jod-Ernährungscheck wird sicher auch bei Ihnen aufdecken, dass Sie an keinem Tag die von der DGE empfohlenen 200 mcg Jod erreichen.

Vom Einkauf über die Vorbereitung bis hin zur Zubereitung einfacher oder auch ausgeklügelter Kochrezepte finden Sie in diesem Jod-Kochbuch viele Anregungen, wie Sie Meeresgemüse, Meeresfrüchte und Fische in Ihren täglichen Speiseplan aufnehmen können. Bei den hübsch arrangierten Fotos der Mahlzeiten läuft einem das Wasser im Mund zusammen. Und auch Veganer finden leckere Rezepte aus Meeresgemüse, frisch oder getrocknet oder als Pulver, die sie lieben werden. Denn gerade Veganer haben ein extrem erhöhtes Risiko für einen Jodmangel. Ein innovatives und sehr empfehlenswertes Koch- und Gesundheitsbuch.

Und wenn Sie Fragen oder ein eigenes gutes Rezept zur Verbesserung Ihres Jodstatus haben, dann schreiben Sie einen Kommentar!

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