Viele Frauen sind besorgt, wenn sie die Diagnose „Myom“ erfahren. Doch die meisten dieser Wucherungen sind harmlos und machen keine Beschwerden. Da Myome so häufig sind und junge Frauen sich zunehmend dafür interessieren, wie sie sich davor schützen können, hat die Zeitschrift BIO mit mir ein Interview darüber geführt. Die Fragen stellte Martina Seifen-Mahmoud. Sie können das Interview in der BIO 3/2012, S. 48-53 nachlesen.
Was und wo Myome sind
BIO: Was sind Myome eigentlich?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur. Sie sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren.
BIO: Welche Frauen sind besonders betroffen?
Prof. Ingrid Gerhard: 30-70% der über Dreißigjährigen haben Myome. Der Altersgipfel liegt bei 50 Jahren. Häufiger als bei weißen Frauen treten Myome bei Frauen afrikanischer Herkunft auf.
BIO: Wodurch werden Myome verursacht?
Prof. Ingrid Gerhard: Da das Wachstum von Myomen an die Funktion der Eierstöcke gekoppelt ist, stehen sie unter Östrogeneinfluss. Je mehr das Gleichgewicht zwischen dem eher schützenden Gelbkörperhormon zugunsten von Östrogen verschoben ist, desto eher können sich Myome entwickeln. Man hat außerdem festgestellt, dass im Myomgewebe mehr Andockstellen (Rezeptoren) für Östrogene vorhanden sind als in der normalen Muskulatur der Gebärmutter. Das heißt die Myome reagieren auch auf ein Zuviel an Östrogen empfindlicher und wachsen leichter. Das Gute daran ist, dass sie nach den Wechseljahren, wenn nicht weiter Östrogene eingenommen werden, schrumpfen.
BIO: Wo können Myome auftreten?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können in der Gebärmutterwand auftreten (intramural), von dort mehr nach außen zum Bauchfell hinwachsen (subserös) oder mehr nach innen Richtung Gebärmutterschleimhaut (submucös). Wenn sie nur in der Gebärmutterwand wachsen, spricht man von intramural. Entsprechend unterschiedlich fallen dann die Symptome aus. Manchmal ist die gesamte Gebärmuttermuskulatur myomytös verändert, die Gebärmutter ist dann vergrößert, ohne dass man einzelne Knoten sicher abgrenzen kann.
BIO: Und wie groß können Myome werden?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können Kindskopfgröße und mehr erreichen. Aber meistens läßt man es ja nicht so weit kommen.
Beschwerden durch Myome
BIO: Welche Beschwerden können Myome verursachen?
Prof. Ingrid Gerhard: Am häufigsten sind Blutungsstörungen. Die Blutungen sind oft verstärkt, dauern zu lange oder können auch ganz unregelmäßig werden. Wenn der Blutverlust im Laufe der Zeit zu groß wird, werden Sie sich immer matt und müde fühlen. Dann ist eine Blutarmut (Anämie) entstanden, die dringend behandelt werden muss.
Myome können auch Schmerzen verursachen, bei der Periode, beim Geschlechtsverkehr oder bei der gynäkologischen Untersuchung. Es sind sogar manchmal wehenähnliche Schmerzen möglich, wenn ein Myom in der Gebärmutterhöhle hängt und die Gebärmutter sich schmerzhaft zusammenzieht, um es auszupressen.
Myome können auch auf die Organe im kleinen Becken drücken. So zum Beispiel auf die Blase, dann hat man den Eindruck einer Reizblase oder Blasenentzündung. Sie können hinten auf den Darm drücken, so dass man Schmerzen beim Stuhlgang oder Kreuzschmerzen hat.
Aber zu Ihrer Beruhigung: 50% der Myome machen keinerlei Beschwerden!
BIO: Wie kann frau feststellen, ob sie ein Myom hat?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können zunächst nur vom Frauenarzt bei der Tastuntersuchung oder, früher noch, bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Manchmal ist es nötig, dass auch noch ein Ultraschall von der Bauchwand aus gemacht wird, wenn die Lage des Myoms unklar ist. Größere Myome können Sie dann oft selber durch Abtasten des Bauches fühlen
Behandlung von Myomen
BIO:Wie werden Myome normalerweise behandelt?
Zunächst kommt es immer darauf an, wie groß das Myom ist, ob es eins ist oder ob es mehrere sind und wo sie liegen. Dann spielt es natürlich eine Rolle, ob und welche Beschwerden sie verursachen, ob Kinderwunsch besteht oder ob Sie die Familienplanung abgeschlossen haben und kurz vor den Wechseljahren stehen.
Hormonell: Meistens versucht es die konventionelle Medizin zunächst mit Hormongaben, den GnRH-Analoga oder anderen, die die Eierstockfunktion völlig unterdrücken, in leichteren Fällen mit Hormonpillen in einer bestimmten Zusammensetzung, wie sie auch zur Verhütung eingesetzt werden. Die Hormone wirken nur, solange man sie einnimmt. Nach Absetzen dieser Medikamente ist ganz rasch die vorherige Myomgröße mit den gleichen Beschwerden erreicht.
Operativ: Deshalb entscheidet man sich heute oft zu einer operativen Maßnahme, bei der einzelne Myome chirurgisch oder mit besonderen Strahlentechniken entfernt oder eingeschmolzen werden. Allerdings muss bei 30-50% der Frauen damit gerechnet werden, dass sie im Laufe von 5 Jahren wiederkommen. In einem Buch der Professorin Gerlinde Debus wird ausführlich dargestellt, welche Methoden statt der Gebärmutterentfernung noch in Frage kommen. Des Weiteren kann man beim Frauengesundheitszentrum in München eine Broschüre zu Myomen erwerben.- Gebärmutterentfernung: sie ist nur selten nötig.
BIO: In welchen Fällen sollte man Myome operativ entfernen lassen?
Prof. Ingrid Gerhard:
- Wenn sie zu stark auf umliegende Organe drücken,
- die Blutungsstörungen nicht zu beherrschen sind oder
- Kinderwunsch besteht und der Arzt den begründeten Verdacht hat, dass die Myome die Befruchtung verhindern
- oder wenn die Myome Fehl-, Tod- oder Frühgeburten auslösen.
Sanfte Methoden
BIO: Gibt es auch sanfte Methoden aus der Naturheilkunde, mit denen frau sich helfen kann?
Prof. Ingrid Gerhard: Wenn die Myome noch klein sind, möglichst unter 4cm im Durchmesser, kann man versuchen, das Hormongleichgewicht wieder herzustellen. Dazu eignet sich die Ernährungsumstellung, bei Übergewicht die Gewichtsabnahme, unterstützt durch Pflanzenheilmittel, Homöopathie, Anthroposophische Mittel oder TCM.
Ich habe vor kurzem noch mal bei vielen Kollegen herumgefragt, ob sie wirklich mit diesen Methoden ein Verschwinden von Myomen beobachtet hätten. Der einstimmige Tenor ist: praktisch nie, aber die Blutungsstörungen und die Schmerzen können trotzdem in vielen Fällen gebessert werden. Ich selber erinnere mich nur an zwei Patientinnen, bei denen im Ultraschall einmal ein 2cm und einmal ein 4cm großes Myom nach homöopathischer Konstitutionstherapie nicht mehr nachweisbar waren.
Die typischen Frauenteemischungen werden gerne eingesetzt, um die Schmerzen bei der Periode und die Blutungsstörungen zu beeinflussen, bspw. Schafgarbenkraut, Frauenmantelkraut aber auch Mädesüßblüten, und entspannend wirkt Erdrauchkraut. In der „Neuen Pflanzenheilkunde für Frauen“ sind einige beschrieben. Agnus castus, das Keuschlamm, hat Progesteron ähnliche Wirkungen und kann manchmal auch erfolgreich zur Zyklusregulierung bei Myomen eingesetzt werden (Agnolyt, Agnucaston, Femicur N). Zur raschen Blutstillung bei Hypermenorrhö eignet sich Hirtentäscheltinktur, mehrmals täglich während der Periode 20-30 Tropfen. Man kann es mit CERES Bursa pastoris Urtinktur kombinieren, mehrmals täglich 5 Tropfen.
BIO: Und wie lässt sich ein Eisenmangel, der durch den zu starken Blutverlust zustande kommt, ausgleichen?
Prof. Ingrid Gerhard: Den Eisenmangel gleichen Sie am besten durch Eisen als Gluconat aus, verbunden mit Pflanzenextrakten oder Vitamin C- haltigen Säften, die die Aufnahme des Eisens verbessern. Sehr gute Erfahrungen bzgl. Verträglichkeit und nachweisbarem Hb-Anstieg haben wir in meiner Sprechstunde mit Floradix Kräuterblut mit Eisen gemacht, worin u.a. auch der bewährte Brennnesselextrakt enthalten ist. Auch bei den Schüßlersalzen gibt es einige, die die Blutbildung verbessern.
Schließlich spielen wie bei allen Erkrankungen auch psychische und mentale Faktoren beim Umgang mit Myomen eine Rolle, so dass viele Kollegen auch gute Erfahrungen mit Hypnosetherapie, Visualisierungsreisen u.a. gemacht haben
Wann Myome gefährlich werden
BIO: Können Myome entarten und sich zu Krebsgeschwüren entwickeln?
Prof. Ingrid Gerhard: Nein, das gibt es praktisch nicht. Die bösartigen Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur, die Myosarkome, entwickeln sich eigenständig, wie man aus genetischen Untersuchungen von gutartigen und bösartigen Knoten weiß.
BIO: Kann man trotz Myomen schwanger werden?
Prof. Ingrid Gerhard: Ja, das kann man. Es hängt von der Größe und der Lokalisation der Myome ab, ob u. U. die Einnistung des Embryos erschwert ist oder ob die Eileiter verlegt sind.
BIO: Gefährden Myome eine Schwangerschaft?
Prof. Ingrid Gerhard: Da in der Schwangerschaft viele Östrogene und Wachstumsfaktoren gebildet werden, kann es passieren, dass die Myome anfangen zu wachsen. Das kommt besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft bei ungefähr jeder dritten Frau, die Myome hat, vor. U.U. muss dann auch mal in der Schwangerschaft ein Myom operativ entfernt werden. Dem Baby passiert aber dabei nichts.
Leider erleiden Frauen mit Myomen häufiger Fehlgeburten, weil die Myome den Raum in der Gebärmutter einschränken oder die Blutzufuhr im Mutterkuchen reduziert ist. Wenn das einmal vorgekommen ist, wird Ihnen Ihr Frauenarzt vielleicht empfehlen, die Knoten entfernen zu lassen.
Gelegentlich können Myome eine normale vaginale Entbindung erschweren oder unmöglich machen, dann wird Ihnen Ihr Geburtshelfer einen Kaiserschnitt empfehlen. Vielleicht denken Sie, dann kann man mir ja die Myome gleich mit entfernen! Aber das ist nicht sinnvoll, das Gewebe ist viel zu weich und zu stark durchblutet, das könnte sehr gefährlich werden.
Auch im Wochenbett können Komplikationen auftreten, wenn sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann, die Blutungen verstärkt sind oder sich Blut aufstaut und sogar Fieber auftritt.
Was jede Frau sonst noch tun kann
BIO: Welche Rolle spielt die Ernährung?
Prof. Ingrid Gerhard: Über mindestens vier verschiedene Mechanismen beeinflusst die Ernährung das Myomwachstum:
- Tierische Fette und Eiweiße regen das Wachstum von Myomen an, während die hohe Aufnahme von grünem Gemüse schützt.
- Umweltgifte, die eine Östrogenwirkung haben, die sogen. Xenoöstrogene, auch endokrine Disruptoren genannt, können an die Rezeptoren für Östrogene binden und wie Östrogene das Myomwachstum anregen. Hierzu gehören Schwermetalle, Weichmacher und viele weitere Industriechemikalien.
- Pflanzenöstrogene scheinen dagegen ein Schutz zu sein, wie bei japanischen Frauen festgestellt wurde, die sich sojareich ernährten.
- Durch einen zu hohen Verzehr von einfachen Zuckern und Weißmehlprodukten kommt es zu einer vermehrten Insulinausschüttung. Durch Insulin werden Wachstumsfaktoren in der Gebärmutter gebildet, die die Myome stimulieren.
Fazit
Sie schützen sich vor dem Wachstum von Myomen, wenn Sie viel Gemüse essen, Fleisch, Milch- und Milchprodukte reduzieren und Lebensmittel mit niedrigem Glyx- Index bevorzugen. Im Diametric-Verlag ist ein Myom-Kochbuch von Gudrun Brachhold erschienen, das Ihnen bei der Optimierung Ihrer Ernährung eine Hilfe sein kann.
BIO: Frau Prof. Gerhard, wir danken Ihnen ganz herzlich für das informative Gespräch!
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
Das BIO-Heft 3, 2012 empfehle ich Ihnen nicht nur wegen meines Interviews, sondern weil Sie darin weitere wichtige Artikel finden über:
Sonne und Haut- Diabetes
- Wie Singen die Abwehrkräfte stärkt
- Homöopathie als Selbsthilfe
- welche Blüten Sie essen dürfen
- warum Linkshändigkeit kein Makel mehr ist
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Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard ich habe im Januar schon an sie geschrieben ich hatte eine Ausschabung hatte Polypen im Gäbermutterhals und kleine Myomen weiß nicht wie groß FA sagte viele kleine die hatte mir zu Hormonspiralle geraten was ich auch gemacht habe jetzt sind es ca6 Wochen her und ich hab vermehrt einen dursichtigen gelblichen Aussfluss ist das normal ?das stört mich ständig zu Toilette zu gehen weil es halt alles nass ist was meinen sie dazu? Danke
Liebe Olja,
kann sein, dass der Ausfluss nur durch die Reizung der Schleimdrüsen im Gebärmutterhals hervorgerufen wird. Kann auch sein, dass die Scheidenflora durcheinander geraten ist. Am besten vom FA überprüfen lassen.
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard,
vielen Dank für Ihre rasche Antwort!
Der Bettplatz wurde schon bei der Einrichtung des Schlafzimmers geprüft, aber da es schon ein paar Jahre her ist, werde ich dies nochmals veranlassen.
Kryptozoospermie: könnte es vielleicht auch damit zusammenhängen, dass mein Mann vor 3 Jahren bei einem Unfall eine Niere verloren hat?
Ich habe heute noch einen Termin bei meinem FA und ich danke Ihnen nochmals für die Antwort. Somit tue ich mir bei diesem Termin schon etwas leichter, da sie meine Entscheidung nochmals bekräftigt haben.
Und ich werde mir Ihre Ratschläge und Tipps zu Herzen nehmen!
Freundliche Grüße
Eva
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard,
ich (34) habe seit Jahren ein intramurales Myom (4,5 cm groß)und mein Partner und ich haben einen Kinderwunsch und versuchen seit 6 Monaten schwanger zu werden. Da ich fast dauernd ein Ziehen im Unterleib habe, hat mein Arzt vorgeschlagen, mich für 3 Monate in den Wechsel zu versetzen. Aber da ein Kinderwunsch vorliegt, hat er meinen Partner zum Urologen zu einem Spermiogramm geschickt. Diagnose: Kryptozoospermie und der Urologe hat eine ICSI empfohlen. Ich habe dann mit meinem Arzt gesprochen und er meinte, dass es meine Entscheidung sei, ob wir nun mich in den Wechsel versetzen oder ob wir gleich schauen sollen, dass ich so schnell wie möglich schwanger werde. Und nun bin ich ratlos. Wir möchten sehr gerne ein Kind haben, aber was sind die Risiken und ist eine Versetzung in den Wechsel überhaupt sinnvoll? Welche Konsequenzen können entstehen, ob ich diese Therapie mache oder nicht? Welche Konsequenzen hätte ich in der Schwangerschaft?
Vielen Dank im Voraus!
Liebe Grüße
Eva
Liebe Eva,
Kann Ihnen nur empfehlen, erstmal so schnell wie möglich eine Schwangerschaft zu versuchen. Klappt es nicht und der Arzt ist der Überzeugung, dass das Myom Schuld daran sein könnte, kann man das mit dem Wechsel immer noch machen, bzw. muss überlegen, ob das Myom operativ entfernt werden kann (was bei richtig intramuralem Sitz schwierig ist). In einer Schwangerschaft könnte das Myom wachsen. Aber erstmal abwarten.
Übrigens, warum hat Ihr Mann eine Kryptozoospermie? Wenn das unklar ist, würde ich auf jeden Fall mal den Bettplatz untersuchen lassen, vielleicht gibt es eine Störung im Unterleibbereich von Ihnen beiden. http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/wenn-die-erde-krank-macht/
Und noch etwas: wenn Sie eine ICSI machen lassen müssen, dann suchen Sie sich bitte ein großes Fortpflanzungszentrum, wo man eventuell auch Erfahrung mit mikrochirurgischen Eingriffen hat. Ich drücke Ihnen die Daumen!
Ach ja, ich habe vergessen zu schreiben, dass das Myom auf meine Blase drückt, heisst, ich merke es zunehmend wenn sich diese füllt und schmerzen habe ich auch ab und an, allerdings sind diese auszuhalten. Blutungen sind sehr gering.
Danke nochmal im Voraus.
MFG Nadine
Umso mehr ein Grund, schleunigst was zu unternehmen!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
ich bin 33 Jahre und habe ein 8cm grosses Myom. Mein Problem, ich habe ein grosses Problem mit einer Operation. Zuerst war ich mir sicher das ich die OP durchziehe, aber nachdem ich mit dem Professor sprach und der mein eigentliches „Kopfproblem“ nicht verstand, habe ich mich anders entschieden. In der Zeit (1Jahr) ist das Myom kurz kleiner geworden, jetzt aber wieder bei 8cm. Ob ich einen Kinderwunsch habe… gute Frage. Ich kann es nicht sagen.
Ich bin mir nicht sicher, ob ich bisher mein eigentliches Problem gut erklärt habe. Eine Blinddarm OP vor ca. 10 Jahren, war kein Thema, aber irgendwie ist das jetzt anders. Ich reagiere aggressiv, wenn ich zu einer Untersuchung des Myoms gehe, habe Durchfall und meine Gedanken drehen sich nur darum, obwohl es ja nicht gefährlich ist. Jetzt war ich nochmals in einer „Privatklinik“, von der ich mir erhoffte Esmya verschrieben zu bekommen, hier ist der Tenor „wir verschreiben dieses Präparat in der Kombi mit einer OP, es wäre sonst zu teuer“ und normalerweise würde man dies erst ab 9-10cm geben, weil eine OP ratsam wäre. Zählt hier nicht nur der „Geld-Gedanke“? Eine Entfernung der Gebärmutter wäre auch undenkbar für mich, vielleicht will ich doch noch Kinder. Nun weiss ich einfach nicht, was ich machen soll, das Myom liegt aussen, Platz bis zur Schleimhaut ist wohl auch noch etwas, aber wie lange soll/kann ich warten. Auch der Heilungsprozess von 14 Tagen (Bettruhe) und dann erst nach 4-6 Wochen Sport (da ich ein Pferd besitze) schreckt mich zunehmend ab! Ich hoffe sie können mir einen Rat geben. Ist die OP wirklich unabdingbar? Wie kann ich diese Kopfsache abstellen? Ich weiss es ist keine schlimme Krankheit und ich muss „dankbar“ sein, aber wie soll das gehen, wenn mich der Gedanke daran fast den Tränen nahe bringt.
Vielen Dank für Ihre Zeit!
MFG
Nadine
Liebe Nadine,
natürlich gibt es in Ihrem Alter keine Frage, dass man das Myom konservativ entfernen muss, denn die Chance auf eine Schwangerschaft dürfen Sie ja nicht vergeben. Nach meinen Erfahrungen bildet sich so ein großes Myom durch keine medikamentöse Therapie dauerhaft zurück. Hier lesen Sie, warum Esmya nur vor einer Op verschreiben wird: http://www.uterus-myomatosus.net/esmya-ulipristalacetat-myome-beispiele-fuer-wen-geeignet.html Wenn die OP für Sie ein „Kopfproblem“ ist, müssen Sie zu einem Spezialisten für „Kopfprobleme“ gehen. Es hat wenig Sinn, eine unausweichliche Sache vor sich herzuschieben und sich dadurch seine Lebensqualität zu ruinieren. Viel Glück!
Sehr geehrte Frau Dr. Gerhard,
beim letzen Kontrolltermin sagte meinFA ich hätte mehrere Myome in der Gebärmutter. Ich habe zumindest wissentlich kein Probleme damit,(wobei evtl. meine deutliche Gewichts-/Umfangzunahme in den letzen zwei Jahren und verstärkte Schmerzen im Kreuzbeinbereich (mit Magnesiummangel) damit in Verbindung gebracht werden könnten.)
Ich trage seit mind. 11,5 Jahren die Mirena- Hormonspirale und habe seitdem keine Regelblutung mehr und ein Wechsel der Mirena steht jetzt an.
Mein FA sagte mir, das aufgrund der Lage der Myome ein Austausch der Mirena nicht problemlos möglich sei, bzw. ich damit rechnen muss dass die neue nicht platziert werden könne. Leider kann ich ihnen derzeit nicht mitteilen wie groß die Myome sind. Ich habe gehofft noch einmal mit der Mirena zu verhüten und danach mit den Wechseljahren evtl durch zu sein. Ich bin 47 und habe ein Kind 16,5 J.
-Könnte die jetzt noch vorhandene Spirale liegen bleiben bis zum
Ende der Wechseljahre und möglicherweise eine zweite dazu gelegt.
werden? Denn Hormonreservoir auffüllen geht leider nicht.
-Kann ich evtl. erreichen, dass die Myome „kurzzeitig“ ausreichend entleert sind, damit eine neue Mirena gelegt werden kann? Z.b. durch Akupunkuter der Nervbahnen am Unterarm bzw. Wade, die auch zu einem Abort führen könnten. Ich weiß, dass es sehr unangenehm ist , diese Nervpunkte zu reizen, aber dafür würde ich das evtl. in Kauf nehmen.
ich würde mich freuen, wenn sie mir auch weiterhelfen können so, wie sie bereits vielen anderen geholfen haben.
Viele Grüße
Liebe Angelika,
Nein, leider kann man keine Myome „entleeren“, denn sie bestehen aus fester Muskulatur. Lassen Sie doch erstmal eine Hormonbestimmung machen, vielleicht brauchen sie ja gar keine Verhütung mehr. Sonst kennt Ihr FA sicher noch Alternativen, bspw. Hormonstäbchen, die man unter die Haut einsetzt. Alles Gute!
Oder gibt es andere Alternative zu Hormonspirale und dreimonatsspritze?Danke
Ernährung, Ernährung, Ernährung: tierische Produkte reduzieren, keine einfachen Kohlehydrate, viel Gemüse, Smoothies, mal die Artikel über Ernährung durcharbeiten.
P.S. Ich bin 45 Jahre alt.
Liebe Marianne,
Geschwollene Brüste sind immer ein Zeichen für einen Östrogenüberschuss, bzw. Progesteronmangel. In den Artikeln über Wechseljahre habe ich Agnus castus Präparate genannt, die Sie ruhig einnehmen können. Prinzipiell sollte aber jede Behandlung unter der Aufsicht Ihrer Frauenärztin erfolgen. Achten Sie auch auf Ihre Ernährung, indem Sie tierische Produkte reduzieren und viel Gemüse essen.
Hallo Frau Dr. Gerhard,
bei der Vorsorge wurde ein Myom entdeckt 5 cm x 7 cm.
Keine Beschwerden.
28 Jahre
Kinderwunsch.
Ich habe eine Überweisung zur operativen Gyn. erhalten.
Jetzt habe ich gehört, dass man nicht jedes Myom behandeln muß, ist man beschwerdefrei.
Oder ist meins zu groß?
Reicht auch beobachten?
Oder was halten Sie von fokussiertem Ultraschall?
Ist die Methode sicher?
Danke vorab.
Liebe Ruth,
kommt ganz darauf an, wie und wo das Myom liegt. Lassen Sie sich in einem Zentrum beraten, das auf mikrochirurgische Eingriffe in der Frauenheilkunde spezialisiert ist.
Liebe Frau Prof.Dr. Gerhard,
ich hatte schon einmal am 22.September geschrieben.
Gestern war ich bei meiner Frauenärztin, das Myom ist
unverändert 4cm. Nun könnte ich ja froh sein, dass es
nicht gewachsen ist, aber ich hatte gehofft, wenn
ich so eifrig Hormonyoga mache, dass es sich vielleicht
etwas verkleinert.;-(
Meine Ärztin hält nichts davon, dass ich etwas zum
Hormonausgleich einnehme. Sie schrieben von Mönchspfeffer,
kann ich das bedenkenlos einnehmen und können Sie mir
da etwas empfehlen ? Wäre Progesteronsalb einen Versuch
wert ?
Ich habe keine Zyklusunregelmäßigkeiten und keine sehr
starke Blutung. Die Eisenwerte sind in Ordnung.
Zu Beginn der Periode habe ich sehr starke Schmerzen,
nur mit Schmerzmittel zu ertragen ungefähr einen Tag und
eine Nacht. Dann wird es besser.
Ich habe keine Hitzewallungen oder nachts Schweißausbrüche,
allerdings sehr trockene Schleimhäute und geschwollene
Brüste. Seelisch habe ich das Gefühl sehr häufig PMS zu
haben, nicht nur vor den Tagen. Ich bin extrem dünnhäutig.
Für Ihren Rat wäre ich sehr dankbar.
Viele Grüße
Marianne