Viele Frauen sind besorgt, wenn sie die Diagnose „Myom“ erfahren. Doch die meisten dieser Wucherungen sind harmlos und machen keine Beschwerden. Da Myome so häufig sind und junge Frauen sich zunehmend dafür interessieren, wie sie sich davor schützen können, hat die Zeitschrift BIO mit mir ein Interview darüber geführt. Die Fragen stellte Martina Seifen-Mahmoud. Sie können das Interview in der BIO 3/2012, S. 48-53 nachlesen.
Was und wo Myome sind
BIO: Was sind Myome eigentlich?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur. Sie sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren.
BIO: Welche Frauen sind besonders betroffen?
Prof. Ingrid Gerhard: 30-70% der über Dreißigjährigen haben Myome. Der Altersgipfel liegt bei 50 Jahren. Häufiger als bei weißen Frauen treten Myome bei Frauen afrikanischer Herkunft auf.
BIO: Wodurch werden Myome verursacht?
Prof. Ingrid Gerhard: Da das Wachstum von Myomen an die Funktion der Eierstöcke gekoppelt ist, stehen sie unter Östrogeneinfluss. Je mehr das Gleichgewicht zwischen dem eher schützenden Gelbkörperhormon zugunsten von Östrogen verschoben ist, desto eher können sich Myome entwickeln. Man hat außerdem festgestellt, dass im Myomgewebe mehr Andockstellen (Rezeptoren) für Östrogene vorhanden sind als in der normalen Muskulatur der Gebärmutter. Das heißt die Myome reagieren auch auf ein Zuviel an Östrogen empfindlicher und wachsen leichter. Das Gute daran ist, dass sie nach den Wechseljahren, wenn nicht weiter Östrogene eingenommen werden, schrumpfen.
BIO: Wo können Myome auftreten?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können in der Gebärmutterwand auftreten (intramural), von dort mehr nach außen zum Bauchfell hinwachsen (subserös) oder mehr nach innen Richtung Gebärmutterschleimhaut (submucös). Wenn sie nur in der Gebärmutterwand wachsen, spricht man von intramural. Entsprechend unterschiedlich fallen dann die Symptome aus. Manchmal ist die gesamte Gebärmuttermuskulatur myomytös verändert, die Gebärmutter ist dann vergrößert, ohne dass man einzelne Knoten sicher abgrenzen kann.
BIO: Und wie groß können Myome werden?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können Kindskopfgröße und mehr erreichen. Aber meistens läßt man es ja nicht so weit kommen.
Beschwerden durch Myome
BIO: Welche Beschwerden können Myome verursachen?
Prof. Ingrid Gerhard: Am häufigsten sind Blutungsstörungen. Die Blutungen sind oft verstärkt, dauern zu lange oder können auch ganz unregelmäßig werden. Wenn der Blutverlust im Laufe der Zeit zu groß wird, werden Sie sich immer matt und müde fühlen. Dann ist eine Blutarmut (Anämie) entstanden, die dringend behandelt werden muss.
Myome können auch Schmerzen verursachen, bei der Periode, beim Geschlechtsverkehr oder bei der gynäkologischen Untersuchung. Es sind sogar manchmal wehenähnliche Schmerzen möglich, wenn ein Myom in der Gebärmutterhöhle hängt und die Gebärmutter sich schmerzhaft zusammenzieht, um es auszupressen.
Myome können auch auf die Organe im kleinen Becken drücken. So zum Beispiel auf die Blase, dann hat man den Eindruck einer Reizblase oder Blasenentzündung. Sie können hinten auf den Darm drücken, so dass man Schmerzen beim Stuhlgang oder Kreuzschmerzen hat.
Aber zu Ihrer Beruhigung: 50% der Myome machen keinerlei Beschwerden!
BIO: Wie kann frau feststellen, ob sie ein Myom hat?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können zunächst nur vom Frauenarzt bei der Tastuntersuchung oder, früher noch, bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Manchmal ist es nötig, dass auch noch ein Ultraschall von der Bauchwand aus gemacht wird, wenn die Lage des Myoms unklar ist. Größere Myome können Sie dann oft selber durch Abtasten des Bauches fühlen
Behandlung von Myomen
BIO:Wie werden Myome normalerweise behandelt?
Zunächst kommt es immer darauf an, wie groß das Myom ist, ob es eins ist oder ob es mehrere sind und wo sie liegen. Dann spielt es natürlich eine Rolle, ob und welche Beschwerden sie verursachen, ob Kinderwunsch besteht oder ob Sie die Familienplanung abgeschlossen haben und kurz vor den Wechseljahren stehen.
Hormonell: Meistens versucht es die konventionelle Medizin zunächst mit Hormongaben, den GnRH-Analoga oder anderen, die die Eierstockfunktion völlig unterdrücken, in leichteren Fällen mit Hormonpillen in einer bestimmten Zusammensetzung, wie sie auch zur Verhütung eingesetzt werden. Die Hormone wirken nur, solange man sie einnimmt. Nach Absetzen dieser Medikamente ist ganz rasch die vorherige Myomgröße mit den gleichen Beschwerden erreicht.
Operativ: Deshalb entscheidet man sich heute oft zu einer operativen Maßnahme, bei der einzelne Myome chirurgisch oder mit besonderen Strahlentechniken entfernt oder eingeschmolzen werden. Allerdings muss bei 30-50% der Frauen damit gerechnet werden, dass sie im Laufe von 5 Jahren wiederkommen. In einem Buch der Professorin Gerlinde Debus wird ausführlich dargestellt, welche Methoden statt der Gebärmutterentfernung noch in Frage kommen. Des Weiteren kann man beim Frauengesundheitszentrum in München eine Broschüre zu Myomen erwerben.- Gebärmutterentfernung: sie ist nur selten nötig.
BIO: In welchen Fällen sollte man Myome operativ entfernen lassen?
Prof. Ingrid Gerhard:
- Wenn sie zu stark auf umliegende Organe drücken,
- die Blutungsstörungen nicht zu beherrschen sind oder
- Kinderwunsch besteht und der Arzt den begründeten Verdacht hat, dass die Myome die Befruchtung verhindern
- oder wenn die Myome Fehl-, Tod- oder Frühgeburten auslösen.
Sanfte Methoden
BIO: Gibt es auch sanfte Methoden aus der Naturheilkunde, mit denen frau sich helfen kann?
Prof. Ingrid Gerhard: Wenn die Myome noch klein sind, möglichst unter 4cm im Durchmesser, kann man versuchen, das Hormongleichgewicht wieder herzustellen. Dazu eignet sich die Ernährungsumstellung, bei Übergewicht die Gewichtsabnahme, unterstützt durch Pflanzenheilmittel, Homöopathie, Anthroposophische Mittel oder TCM.
Ich habe vor kurzem noch mal bei vielen Kollegen herumgefragt, ob sie wirklich mit diesen Methoden ein Verschwinden von Myomen beobachtet hätten. Der einstimmige Tenor ist: praktisch nie, aber die Blutungsstörungen und die Schmerzen können trotzdem in vielen Fällen gebessert werden. Ich selber erinnere mich nur an zwei Patientinnen, bei denen im Ultraschall einmal ein 2cm und einmal ein 4cm großes Myom nach homöopathischer Konstitutionstherapie nicht mehr nachweisbar waren.
Die typischen Frauenteemischungen werden gerne eingesetzt, um die Schmerzen bei der Periode und die Blutungsstörungen zu beeinflussen, bspw. Schafgarbenkraut, Frauenmantelkraut aber auch Mädesüßblüten, und entspannend wirkt Erdrauchkraut. In der „Neuen Pflanzenheilkunde für Frauen“ sind einige beschrieben. Agnus castus, das Keuschlamm, hat Progesteron ähnliche Wirkungen und kann manchmal auch erfolgreich zur Zyklusregulierung bei Myomen eingesetzt werden (Agnolyt, Agnucaston, Femicur N). Zur raschen Blutstillung bei Hypermenorrhö eignet sich Hirtentäscheltinktur, mehrmals täglich während der Periode 20-30 Tropfen. Man kann es mit CERES Bursa pastoris Urtinktur kombinieren, mehrmals täglich 5 Tropfen.
BIO: Und wie lässt sich ein Eisenmangel, der durch den zu starken Blutverlust zustande kommt, ausgleichen?
Prof. Ingrid Gerhard: Den Eisenmangel gleichen Sie am besten durch Eisen als Gluconat aus, verbunden mit Pflanzenextrakten oder Vitamin C- haltigen Säften, die die Aufnahme des Eisens verbessern. Sehr gute Erfahrungen bzgl. Verträglichkeit und nachweisbarem Hb-Anstieg haben wir in meiner Sprechstunde mit Floradix Kräuterblut mit Eisen gemacht, worin u.a. auch der bewährte Brennnesselextrakt enthalten ist. Auch bei den Schüßlersalzen gibt es einige, die die Blutbildung verbessern.
Schließlich spielen wie bei allen Erkrankungen auch psychische und mentale Faktoren beim Umgang mit Myomen eine Rolle, so dass viele Kollegen auch gute Erfahrungen mit Hypnosetherapie, Visualisierungsreisen u.a. gemacht haben
Wann Myome gefährlich werden
BIO: Können Myome entarten und sich zu Krebsgeschwüren entwickeln?
Prof. Ingrid Gerhard: Nein, das gibt es praktisch nicht. Die bösartigen Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur, die Myosarkome, entwickeln sich eigenständig, wie man aus genetischen Untersuchungen von gutartigen und bösartigen Knoten weiß.
BIO: Kann man trotz Myomen schwanger werden?
Prof. Ingrid Gerhard: Ja, das kann man. Es hängt von der Größe und der Lokalisation der Myome ab, ob u. U. die Einnistung des Embryos erschwert ist oder ob die Eileiter verlegt sind.
BIO: Gefährden Myome eine Schwangerschaft?
Prof. Ingrid Gerhard: Da in der Schwangerschaft viele Östrogene und Wachstumsfaktoren gebildet werden, kann es passieren, dass die Myome anfangen zu wachsen. Das kommt besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft bei ungefähr jeder dritten Frau, die Myome hat, vor. U.U. muss dann auch mal in der Schwangerschaft ein Myom operativ entfernt werden. Dem Baby passiert aber dabei nichts.
Leider erleiden Frauen mit Myomen häufiger Fehlgeburten, weil die Myome den Raum in der Gebärmutter einschränken oder die Blutzufuhr im Mutterkuchen reduziert ist. Wenn das einmal vorgekommen ist, wird Ihnen Ihr Frauenarzt vielleicht empfehlen, die Knoten entfernen zu lassen.
Gelegentlich können Myome eine normale vaginale Entbindung erschweren oder unmöglich machen, dann wird Ihnen Ihr Geburtshelfer einen Kaiserschnitt empfehlen. Vielleicht denken Sie, dann kann man mir ja die Myome gleich mit entfernen! Aber das ist nicht sinnvoll, das Gewebe ist viel zu weich und zu stark durchblutet, das könnte sehr gefährlich werden.
Auch im Wochenbett können Komplikationen auftreten, wenn sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann, die Blutungen verstärkt sind oder sich Blut aufstaut und sogar Fieber auftritt.
Was jede Frau sonst noch tun kann
BIO: Welche Rolle spielt die Ernährung?
Prof. Ingrid Gerhard: Über mindestens vier verschiedene Mechanismen beeinflusst die Ernährung das Myomwachstum:
- Tierische Fette und Eiweiße regen das Wachstum von Myomen an, während die hohe Aufnahme von grünem Gemüse schützt.
- Umweltgifte, die eine Östrogenwirkung haben, die sogen. Xenoöstrogene, auch endokrine Disruptoren genannt, können an die Rezeptoren für Östrogene binden und wie Östrogene das Myomwachstum anregen. Hierzu gehören Schwermetalle, Weichmacher und viele weitere Industriechemikalien.
- Pflanzenöstrogene scheinen dagegen ein Schutz zu sein, wie bei japanischen Frauen festgestellt wurde, die sich sojareich ernährten.
- Durch einen zu hohen Verzehr von einfachen Zuckern und Weißmehlprodukten kommt es zu einer vermehrten Insulinausschüttung. Durch Insulin werden Wachstumsfaktoren in der Gebärmutter gebildet, die die Myome stimulieren.
Fazit
Sie schützen sich vor dem Wachstum von Myomen, wenn Sie viel Gemüse essen, Fleisch, Milch- und Milchprodukte reduzieren und Lebensmittel mit niedrigem Glyx- Index bevorzugen. Im Diametric-Verlag ist ein Myom-Kochbuch von Gudrun Brachhold erschienen, das Ihnen bei der Optimierung Ihrer Ernährung eine Hilfe sein kann.
BIO: Frau Prof. Gerhard, wir danken Ihnen ganz herzlich für das informative Gespräch!
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
Das BIO-Heft 3, 2012 empfehle ich Ihnen nicht nur wegen meines Interviews, sondern weil Sie darin weitere wichtige Artikel finden über:
Sonne und Haut- Diabetes
- Wie Singen die Abwehrkräfte stärkt
- Homöopathie als Selbsthilfe
- welche Blüten Sie essen dürfen
- warum Linkshändigkeit kein Makel mehr ist
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Hallo ich habe schon erwähnt das die FA mir hormonspirale einsetzten will um das Wachstum der Myomen zu unterdrücken jetzt hätte ich eine Frage wenn ich die mir nicht einsetze lasse wachen dann die Myomen oder muss man nicht unbedingt was dagegen tun ich weiß ja nicht von was die Blutungen kommen Myomen oder Polypen ich habe zu große Angst von Nebenwirkungen Dank.
Hallo
Ich habe seid November leichte bist mäßige Blutungen bin zum FA gegangen und die hat bei mir kleine Myomen nicht eine und Polypen im Gebärmutterhals festgestellt jetzt will die mir eine Ausschabung machen und danach hormonspirale einsetzen um das Wachstum der Myomen zu unterdrücken ich will aber keine Hormone hab bis jetzt auch nicht mit Hormonen verhütet was würden sie mir empfehlen bin 37 J. Danke
Liebe Olja,
finde den Vorschlag Ihrer FÄ gut. Schließlich leiden Sie unter einem Östrogenüberschuss und der kann mit der Gelbkörperhormonspirale vielleicht gut eingestellt werden.
Viele Grüße
Hallo,
Stehe (alter45 )kurz vor einer gebärmutterentfernung. Grund ein 9cm gestieltes myome. Doppleruntersuchung wurde gemacht.
War unauffällig myome nicht gut durchblutet.
Jetzt habe ich aber Zweifel, möchte meine gebärmutter behalten . Außer gelegentlichen Druck im Unterleib habe ich keine Probleme.
Frage kann ich night nur das myome entfernen lassen. Habe sehr schwaches Bindegewebe und habeAngst vor blasensenkung (harninkontinenz).
Mit was kann ich argumentieren.
Vielen Dank schon im Vorraussetzung
Liebe Momo,
ein gestieltes Myom lässt sich normalerweise auch mit anderen Methoden entfernen. Suchen Sie einen anderen Arzt für eine zweite Meinung auf.
Guten Abend Frau Dr. Gerhard
ich habe diesen Sonntag erfahren, dass ich schwanger bin. Die Freude ist sehr gross, da ich vor zwei Jahren eine Fehlgeburt erlitten habe.
Ich habe seit einiger Zeit schmerzen im Rücken und in der rechten Hüfte.(die Behandlung beim Osteopathen half leider nicht viel). Am Dienstagmorgen hatte ich einen so stechenden Schmerz im Rücken, dass ich gleich meiner Frauenärtzin angerufen habe und sie meinte ich soll doch gleich vorbei kommen. Die Schwangerschaft wurde bestätigt und Sie fand beim Ultraschall einen gutartigen Tumor (etwa 4cm Durchmesser) an meinem rechten Eierstock. Da ich erst in der 5ten SSW bin, konnte Sie noch nicht viel dazu sagen. Seither bin ich natürlich sehr beunruhigt und suche überall im Netz nach Frauen die ähnliches erlebt haben. Zwischenzeitlich weiss ich, dass meine Rückenschmerzen sehr wohl damit zutun haben könnten. Man findet auch sehr viel über Myome in der Gebärmutter und die möglichen Folgen während der SSW. Aber nicht wenn man schwanger ist und einen gutartigen Tumor am Eierstock hat. Können Sie mir da Auskunft geben? Natürlich ist es immer individuell verschieden. Aber ich wüsste sehr gerne ob eine Schwangerschaft ohne Probleme verlaufen kann und, oder mit was für Komplikationen man rechnen muss. Kann man diesen Tumor trotz SSW behandeln? Vorab vielen herzlichen Dank und ganz liebe Grüsse Rebecca
liebe Rebecca,
so ein gutartiger Tumor am Eierstock ist in der Frühschwangerschaft gar nicht selten. Meistens ist es eine Zyste, die durch die Schwangerschaftshormone entstehen. und jede Zyste ist für Ärzte ein Tumor! Also keine Panik und in Ruhe abwarten!
Alles Gute!
Hallo Frau Prof. Dr. Gerhard,
bitte entschuldigen Sie das ich nochmal schreibe aber Ihr Rat tut mir sehr gut. Ich habe nochmal mit meiner Frauenärztin über das Myom gesprochen. Es ist an der Gebärmuttervorderwand. Sie sagte das es verhältnismäßig gut sitzt. Ich versuche mir keinen Streß mehr zu machen aber eine Restangst ist trotzdem da. Meine Frauenärztin ist sehr gewissenhaft und vorsichtig was schwangere Frauen angeht. Ich habe das Gefühl sie ist recht entspannt was das Myom angeht. Ich versuche mich so gut es geht zu schonen und mich gesund zu ernähren und darauf zu vertrauen das einfach alles gut geht.
Ich habe im Moment auch keine Beschwerden und auch keine Blutungen, das einzige was ich ein bißchen habe sind Bauchschmerzen
Liebe Yvonne,
das klingt doch alles prima! Wenn die Bauchschmerzen in der Gebärmuttergegend sitzen, unbedingt mit der Frauenärztin wegen Progesteron sprechen, das macht die Gebärmutter ruhiger.
Hallo Fr. Prof. Dr. Gerhard,
ich habe die Stelle des Myoms etwas falsch beschrieben. Es liegt an der Innenseite der Gebärmutterwand. Muss ich mir in dem Fall Sorgen machen? Ich bin einfach so unsicher
Liebe Grüße
Yvonne
Liebe Yvonne,
Sorgen machen ist immer überflüssig! Denn damit verändern Sie gar nichts. Natürlich macht es einen Unterschied, ob das Myom an der Innen-oder Außenwand der Gebärmutter liegt. Immerhin sind Sie schwanger geworden und darüber freuen Sie sich erstmal. Reden Sie mit Ihrer Ärztin über die Progesteronbestimmung, ernähren Sie sich und Ihr wachsendes Baby gesund, und üben Sie sich im Stressabbbau. Seien Sie zuversichtlich, dass alles gut wird, denn ändern können Sie jetzt sowieso gar nichts. Bedenken Sie, dass Ihr Baby Ihre Gefühle wahrnimmt, umgeben Sie es mit Liebe, dann wird es sich auch trotz Myom in Ihrer Gebärmutter wohlfühlen.
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
ich habe heute von meiner Frauenärztin erfahren das ich in der 5 SSW bin und gleichzeitig habe ich erfahren das ich ein Myom an der Außenseite der Gebährmutter habe….Größe 1,8/3,7 cm.
Ich bin 38 Jahre alt und habe schon eine dreijährige Tochter.
Die Ärztin sagte das es die Schwangerschaft nicht beeinträchtigt, dennoch habe ich jetzt ein wenig Angst wegen einer evtl. Fehlgeburt.
Sind Fehlgeburten bei einem Myom sehr häufig?
Auch habe ich ein wenig Angst vor der Geburt da es ja zu verstärkten Blutungen kommen kann. Ich war sehr froh als ich erfahren habe das ich schwanger bin aber jetzt hat es irgendwie einen Beigeschmack. Muss ich mir Sorgen machen oder kann ich meine Schwangerschaft geniessen???
Liebe Grüße
Yvonne
Liebe Yvonne,
das Myom ist sehr klein und liegt an der Außenseite der Gebärmutter. Da kann man ruhig erst mal Entwarnung geben. Bei der Lage ist eine Fehlgeburt unwahrscheinlich, ebenso die befürchteten verstärkten Blutungen bei der Geburt. Da ein Myom ein Zeichen für einen Östrogenüberschuss sein könnte, sollten Sie Ihre Gelbkörperhormonwerte im Blut überprüfen lassen und eventuell bei zu niedrigen Werten bioidentisches Progesteron einnehmen. Lassen Sie sich am besten von Ihrer Frauenärztin beraten. Und dann genießen Sie mal Ihre Schwangerschaft!
Liebe Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
vielen, lieben Dank für Ihren Tipp. :)
Ich war gestern bei meiner Frauenärztin, zu der ich seit 21 Jahren hingehe. Zum Glück war sie aus dem Urlaub wieder da. Sie hat die modernsten Ultraschallgeräte und sich meine Gebärmutter genauestens angesehen – auch mit einem Doppler. Für sie habe ich ganz klar und zu 100 % ein Myom, das nicht behandelt werden muss. Ich soll halbjährlich bis jährlich zur Kontrolle kommen – mehr nicht. Eine Gebärmutterausschabung oder Hysteroskopie ist in ihren Augen absolut kein Thema und total unnötig. Sie hat mir geraten, einen Menstruationskalender zu führen, in dem ich auch eventuelle weitere Zwischenblutungen vermerken soll.
Ich bin froh, auf Ihren Rat gehört zu haben und möchte mich auf diesem Wege nochmal ganz herzlich bedanken.
Liebe Grüße,
Michaela Kirchhoff
Liebe Michaela,
da bin ich aber sehhhr erleichtert! Und sehr lieb von Ihnen, dass Sie sich noch mal gemeldet une Entwarnung gegeben haben. Alles Gute!
Liebe Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
ich bin 46 Jahre alt und hatte Neujahr Zwischenblutungen. Da meine Frauenärztin gestern im Urlaub war, bin ich zu einem Vertretungsfrauenarzt. Dieser hat einen Abstrich gemacht und beim Vaginalultraschall ein ca. 4 cm großes intramurales Myom festgestellt. Er meinte, in meinem Alter wäre das zu 99 % ein Myom und gutartig. Zur ganz sicheren Abklärung (und Besprechung, ob das Myom in jedem Fall später operativ entfernt werden soll) möchte er, dass ich im Krankenhaus eine Gebärmutterausschabung (Hysteroskopie, Abrasio) machen lasse. Er meinte, dass jede 2. oder 3. Frau über 35 (größtenteils unbemerkt) ein Myom hat.
Ich denke darüber nach, am Montag früh zu meiner Gynäkologin zu gehen, um eine zweite Meinung einzuholen. Würden Sie dazu raten? Ist es üblich, zur 100 %ig sicheren Diagnose eines Myoms eine Ausschabung zu machen? Er meinte, ja – auch wenn es sich in seinen Augen zu 99 % um ein Myom handelt. Normalerweise wird eine Ausschabung in einer kurzen Vollnarkose gemacht. Trotz zwei Kaiserschnitten habe ich panische Angst vor einer Vollnarkose und würde lieber alles andere machen. Was halten Sie von einer lokalen Anästhesie (Muttermund) oder Periduralanästhesie?
Vielen Dank im voraus für Ihre Antwort.
Liebe Grüße,
Michaela
Liebe Michaela,
holen Sie bitte eine zweite Meinung ein, denn eine Ausschabung bei einem intramuralen Myom ist unüblich und auch unnötig. Allerdings kann ich mich da nicht festlegen, weil ich nicht den genauen Befund kenne. Kommt auch auf die Stärke der Zwischenblutung an und wie die Schleimhaut in der Gebärmutter aufgebaut ist. Auch die Art der Anästhesie hängt davon ab, was nun eigentlich gemacht werden soll und wie die Anästhesisten ausgestattet sind.
Viel Glück und nichts überstürzen!!!
Liebe Frau Prof.Gerhard,
ich bin 51 Jahre alt und habe seit 2006 ein Myom, das sich wie folgt entwickelt hat:
2006 3 cm, 2009 3,4 cm, 2011 4,6 cm, 2012 7 cm, 2013 8,5 cm (letzte Untersuchung am 18.12.13). Bei der letzten Vorsorgeuntersuchung vor einer Woche riet mir mein Frauenarzt dringend zu einer Gebärmutterentfernung, da sich ein Myosarkom entwickeln könnte. Ich habe aber außer einem leichten Druckgefühl keine Beschwerden. Ist eine Gebärmutterentfernung ihrer Meinung nach wirklich notwendig? oder kann sich das Myom noch rasant vergrößern? Dieser Zyklus ist der erste, in dem meine Periode ausblieb.
Vielen Dank im Voraus!
Liebe Anne,
Lassen Sie sich bitte von einem anderen FA, der Sie untersuchen kann, beraten. Ohne genaue Befunde und persönlichen Kontakt kann und darf ich Ihre Frage nicht beantworten. Wenn Sie jetzt tatsächlich in die Wechseljahre kämen, hätten Sie die Chance, dass das Myom nicht weiter wächst.
Viele Grüße!