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Magnesium bei Zyklusbeschwerden und in der Schwangerschaft

Von | 17. Juni 2016 – 22:12 10 Kommentare 13.192 AufrufeDrucken

Die transdermale Anwendung von Magnesium ist gut verträglich, schont den Darm, ist vielseitig in der Schwangerschaft, Stillzeit und bei zyklusabhängigen Beschwerden einsetzbar und dazu noch preiswert.

 © Dr. Hilly Kessler*

© Dr. Hilly Kessler*

Seit einiger Zeit gibt es Magnesium zur transdermalen Anwendung, also zur Aufnahme über die Haut. Ich habe ausführlich im August letzten Jahres darüber berichtet und ein Interview mit der Magnesium-Expertin Dr. Barbara Hendel dazu geführt.

Seitdem werde ich immer wieder gefragt, wie man diese neue Form der Magnesiumsubstitution in der Schwangerschaft und Stillzeit und bei den typischen Frauenbeschwerden anwenden kann. Deshalb möchte ich heute zu diesem Thema Stellung nehmen, denn auch ich bin ein eifriger Benutzer von Magnesium Oil und froh, dass es diese neue Anwendungsform gibt.

Wer profitiert von der äußerlichen Anwendung?

Von dieser neuen Form profitieren alle, die Magnesium oral, also als Tabletten, Granulat oder als Flüssigkeit, schlecht vertragen. Eine ganze Reihe von Menschen verzichtet deshalb bewusst auf eine zusätzliche Magnesiumzufuhr, weil bereits in geringen Dosen Nebenwirkungen, wie Unwohlsein, Blähungen oder Durchfälle, auftreten. Mit der äußerlichen Anwendung sind derlei Probleme nicht zu befürchten, denn der Verdauungstrakt wird umgangen. Endlich, möchte man sagen, gibt es eine Lösung auch für diese Menschen, sich zusätzlich mit Magnesium zu versorgen.

Magnesium ist ein problematischer Stoff, was die Resorption im Darm betrifft. Selbst ein intakter Darm mit gesunder Darmflora nimmt nur zirka 30 Prozent des zugeführten Magnesiums auf. Die Aufnahmefähigkeit nimmt im Alter zusätzlich sukzessive ab. So wundert sich mancher, warum er nachts von Muskelkrämpfen geplagt ist, obwohl er über Jahre Magnesium oral eingenommen hat.

Die Erklärung ist ganz einfach: Magnesium konnte aus unterschiedlichen Gründen nicht im Darm resorbiert werden. Gerade für diese Gruppe von Menschen ist die äußerliche Anwendung von Magnesium ein Segen und die Lösung des Problems schlechthin.

Jeder Muskelkrampf sofort behoben

Magnesium Oil

Magnesium Oil

Und hier kommen wir gleich zum nächsten Vorteil. Mit keiner anderen Darreichungsform lässt sich ein Krampf so schnell beheben wie mit dem direkten Auftragen von Magnesium auf die schmerzhafte Muskulatur. Einfach auftragen, einreiben und in wenigen Augenblicken löst sich der Krampf. Mit Tabletten oder Granulat ist eine so punktgenaue und schnell wirksame Behandlung schlichtweg nicht möglich.

Kommen wir zu den speziellen Anwendungsmöglichkeiten bei Frauen.

Magnesium in Schwangerschaft und Stillzeit

In der Schwangerschaft steigt der Magnesiumbedarf erheblich an. Das geschieht einerseits durch erhöhten Verbrauch durch das Wachstum des Kindes. Andererseits wird durch die hormonellen Veränderungen in der Schwangerschaft bis zu 25 Prozent mehr Magnesium über die Nieren ausgeschieden. Dieser Verlust bei gleichzeitig erhöhtem Bedarf ist selbst bei gesündester Ernährung praktisch nicht aufzufangen.

Folgen von Magnesiummangel in der Schwangerschaft

Schwangerschaft © shutterstock

Schwangerschaft © shutterstock

Übelkeit, Brechreiz und Erbrechen, nächtliche Wadenkrämpfe, Bluthochdruck mit verminderter Durchblutung von Plazenta und Gebärmutter können die Folge von Magnesiummangel sein. Zusätzlich kann ein erhöhtes Risiko für vorzeitige Wehen, Blutungen und eine Frühgeburt bestehen. 50.000 Frauen sterben weltweit jedes Jahr an Krämpfen, hohem Blutdruck und Hirnschlag während der Schwangerschaft (so genannte Präklampsie). All dies könnte zum großen Teil durch eine ausreichende Magnesiumversorgung verhindert werden.

Deshalb sollte jede Schwangere zusätzlich mit Magnesium versorgt werden. Die muskelentspannende Wirkung von Magnesium vermeidet Krämpfe der Muskulatur. Zusätzlich kann Magnesium schwere Schwangerschaftskomplikationen vermeiden helfen. Magnesium entspannt auch die Muskulatur der Blutgefäße und wirkt so dem Bluthochdruck entgegen. Mithilfe von Magnesium können die Zuckerbausteine besser in die Zellen transportiert werden, weil es die Wirkung des Insulins verbessert. Dadurch kann Schwangerschaftsdiabetes verhindert werden.

Magnesium hat auf die Gebärmutter eine zweifache Wirkung: einerseits fördert es das Wachstum des Kindes, andererseits verhindert es durch seine entspannende Wirkung Kontraktionen und Vorwehen.

Übrigens: Viele Frauen reagieren auf „die Pille“ ebenfalls mit erhöhtem Blutdruck. Magnesiummangel und/ oder vermehrte Magnesiumausscheidung ist auch hier meistens die Ursache.

Magnesium in der Stillzeit

Stillende Mütter leiden chronisch unter Minderversorgung mit Vitalstoffen, denn die Natur hat es so eingerichtet, dass in erster Linie der Nachwuchs gut versorgt sein soll. So gehen alle wertvollen Vitalstoffe, die die Mutter zu sich nimmt, erst einmal über die Muttermilch zum Säugling. Nur wenn ausreichend Vitamine und Mineralstoffe aufgenommen werden, bleibt für die Mutter etwas übrig. Dies trifft in besonderem Maße auf Magnesium zu.

In Schwangerschaft und Stillzeit Magnesium über die Haut

Stillzeit © shutterstock

Stillzeit © shutterstock

Nun ist es so, dass Schwangere häufig an Übelkeit leiden und auch ungern etwas einnehmen. Deshalb hat sich gerade in der Schwangerschaft die äußerliche Anwendung von Magnesium bewährt. Der Magen-Darm-Trakt wird dadurch entlastet und die Wirkung tritt zum Beispiel bei Muskelkrämpfen in den Beinen oder Verhärtung des Bauches unmittelbar und sofort ein. Einfach Magnesium Oil sanft in die betroffene Stelle einreiben und in wenigen Augenblicken löst sich der Krampf.

Hier können Sie sich ein kurzes Video anschauen über Magnesium Oil in der Schwangerschaft und bei Kindern. Aber passen Sie auf: im Internet wird mit sehr billigen Produkten gehandelt, die für Sie und Ihr Kind nicht ausreichend sind. In den Kommentaren zu meinem anderen Magnesiumartikel wird bspw. behauptet, Sie könnten sich für einen Bruchteil des Preises Magnesium Oil selber herstellen. Wie Sie ein seriöses und qualitativ hochwertiges Magnesium Oil erkennen, lesen Sie hier.

Massage mit Magnesiumgel

Durch die veränderte Statik und Haltung in der Schwangerschaft leidet der Rücken in besonderem Maße. Verspannungen im Nacken–, Schulter- und Lendenwirbelbereich sind die Folge. Auch hier hilft Magnesium. Lassen Sie sich die schmerzhaften Stellen von Ihrem Partner mit Magnesium Gel massieren. Das entspannt die verhärtete Muskulatur und bringt Ihnen rasche Linderung.

Entspannung mit Magnesiumbad

Bei Unruhezuständen und Schlafstörungen rate ich Ihnen zu einem Magnesiumbad. 20 Minuten in einem Magnesiumbad sind wie Wellness für Ihre Seele. Es bringt Sie nicht nur zur Ruhe, sondern gibt Ihnen gleichzeitig Kraft und Energie zurück. Ein wohliges Gefühl der Entspanntheit durchströmt den gesamten Körper und lässt Sie wieder zu sich selbst finden.

Wem ein Vollbad zu aufwendig ist, kann einen ähnlichen Effekt mit einem Magnesium-Fußbad erleben. Gerade in der Schwangerschaft sind die Beine und Füße durch die verschobene Statik und das erhöhte Gewicht besonderen Strapazen ausgesetzt. Gönnen Sie sich ein Magnesium-Fußbad und schalten Sie für 15 Minuten ab. Es ist nicht nur Balsam für Ihre Füße, sondern Erholung für den gesamten Körper. Alle Anwendungstipps treffen in gleicher Weise auf Stillende zu.

Menstruationsbeschwerden mit Magnesium behandeln

PMS © shutterstock

PMS © shutterstock

Die Gebärmutter besteht aus glatter Muskulatur. Wie jeder andere Muskel benötigt sie Magnesium für ihre normale Funktion. Während der Menstruation ziehen sich die Gebärmuttermuskeln zusammen, um die alte Schleimhaut abzustoßen. Bei zahlreichen Frauen ist dieser Prozess mit mehr oder weniger stark ziehenden und auch krampfartigen Schmerzen im unteren Bauch- und Rückenbereich verbunden. Magnesium sorgt dafür, dass die verkrampfte Muskulatur wieder erschlaffen kann. Fehlt es an Magnesium, sind Regelschmerzen und überdurchschnittlich starke Blutungen die Folge.

Wenn Sie an Menstruationsbeschwerden leiden, rate ich Ihnen, es einmal mit Magnesiumeinreibungen zu versuchen. Geben Sie Magnesium Oil auf die untere Bauchhälfte, da wo Sie die Schmerzen empfinden, und massieren sie es sanft ein. Wenn auch die Kreuz- und Steißbeinregion betroffen ist, dort ebenfalls einreiben. Vielen Betroffenen verschafft diese Anwendung eine spürbare Linderung der Beschwerden.

Prämenstruelles Syndrom (PMS) und Magnesium

Beim prämenstruellen Syndrom handelt es sich um ein weit verbreitetes Frauenleiden. Jede dritte deutsche Frau ist davon betroffen. Es tritt einige Tage vor der Menstruation auf und ist gekennzeichnet durch Spannungen in der Brust, Bauchschmerzen, Gewichtszunahme, Wassereinlagerungen, Kreislaufproblemen, Kopfschmerzen, Reizbarkeit und Stimmungsschwankungen. Ursache sind Hormonverschiebungen vor der Regelblutung, durch die vermehrt Magnesium und Vitamin B6 verbraucht werden.

Die B-Vitamine gelten als die „Nervenvitamine“ und Magnesium als das Mineral für ruhige Nerven. Beide werden auch für die Produktion des „Glückshormons“ Serotonin benötigt. Je weniger Serotonin im Gehirn verfügbar ist, desto stärker ausgeprägt sind Aggression und Depression. Magnesium- und Vitamin-B6-Gaben können bei PMS psychische Symptome mit gereizter Stimmung sowie Kopfschmerzen lindern.

Mein Tipp bei PMS

Hendel magnesiumGönnen Sie sich etwas, was Ihre Laune hebt und was Sie entspannt. Nehmen Sie abends ein Magnesiumbad und führen Sie sich auf diese Weise fehlendes Magnesium zu. Das entspannt nicht nur kolossal und hebt die Stimmung, sondern lässt Sie auch noch gut schlafen. Wer keine Badewanne hat, dem rate ich zu einem Magnesium-Fußbad. Zusätzlich können Sie morgens und abends Magnesium Oil auf Armen und Schultern einreiben und so mit der Zeit Ihren Magnesiumstatus verbessern.

Wollen Sie ein Magnesiumspezialist werden, dann arbeiten Sie doch das beste Magnesiumbuch, das ich kenne durch: „Das Magnesiumbuch“ von Dr. Barbara Hendel.

Und schreiben Sie uns von Ihren Erfahrungen in einem Kommentar!

Über die Künstlerin

Poortraits 018*Frau Dr. Hilly Kessler ist Frauenärztin in Luxemburg und international bekannte Künstlerin. Ihre Frauenportraits machen betroffen und nachdenklich. Für dieses Webmagazin hat Frau Dr. Kessler mir ihre Bilder zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!

www.hillykessler.com

 

10 Kommentare »

  • Lena sagt:

    Liebe Frau Gerhard, ich habe mit großem Interesse den Artikel zum Magnesium-Öl gelesen. Ich (35) bin ganz am Anfang meiner zweiten Schwangerschaft und hatte in der ersten einen höheren Bedarf an Magnesium, da ich ständig einen harten Bauch bekommen habe. Am Ende habe ich sehr hohe Dosen genommen. Nun würde ich gerne in dieser Schwangerschaft dem Magnesiummangel vorbeugen, auch meiner Schwangerschaftsübelkeit, die bei der ersten Schwangerschaft ziemlich extrem war. Ich würde gerne dieses Öl probieren, bin mir aber unsicher, ob es komplett ungefährlich für das Kind ist. Kann man es überdosieren? Ebenso bin ich auf die Empfehlungen der Ernährung während der Schwangerschaft gestoßen und auf Produkte wie: Basenpulver, Lactacholin, Chlorella Synergie…ich möchte in dieser Schwangerschaft keine Kombiprodukte aus der Apotheke nehmen, mir wäre gezielt und natürlich lieber. Sind diese Produkte absolut ungefährlich in der Schwangerschaft? Dann würde ich sie mal probieren und sehen, wie es mir damit geht. Da ich eine Depression nach der Schwangerschaft hatte, habe ich etwas Sorge davor, dass dies wieder passieren könnte. Daher mein Wunsch natürlich vorzusorgen, damit ich dieses Mal nicht so in ein Loch falle. Vielleicht gibt es noch andere Möglichkeiten dem vorzubeugen? Vielen Dank und herzliche Grüße, Lena

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Lena,
      schön, dass Sie so interessiert sind, vorzusorgen. Magnesium Oil ist ungefährlich, auch Magnesium Fußbäder können Sie reichlich machen. Folsäure und B-Vitamine kennen Sie ja. Bitte denken an Vitamin D und Jod, letzteres besonders wichtig, um eine Wochenbettdepression zu vermeiden und gut stillen zu können. Mit Kanne Brottrunk tragen Sie dazu bei, dass Ihr Darm gut funktioniert und Ihr Baby ein geringeres Allergie-Risiko hat. Lesen Sie einfach noch ein paar Artikel aus der Kategorie Schwangerschaft. Alles Gute für Sie und IHr Baby!

      • Lena sagt:

        Liebe Frau Gerhard,
        Vielen vielen Dank für Ihre Antwort. Das hilft mir schon sehr viel weiter. Folsäure nehme ich in Kombination mit Vitamin D und Jod. Jedoch weiß ich , dass Vitamin D eher hoch dosiert werden muss, damit es Wirkung hat. Welche Dosis ist in der Schwangerschaft unbedenklich? Ich habe gelesen es können bis 4000IE täglich sein, oder ist das zu viel? Vitamin B12 habe ich als Tropfen, sollte ich diese auch schon vorsorglich nehmen? Ich werde mir dann mal das Magnesium Öl besorgen und zusätzlich Fußbäder machen. Ebenso den Brottrunk. Nochmals vielen Dank! Lena

  • Sarah sagt:

    Ich benütze das OIL täglich und es hilft mir gegen meine müden Beine und Krämpfe in den Waden.
    Sehr schnell hat sich meine Haut daran gewöhnt und das anfängliche Brennen ist nach CA 14 Tagen weg.

  • Anja sagt:

    Liebe Frau Gerhard, ich benutze selbst Magnesiumöl und nehme auch die direkte entspannende und insgesamt wohltuende Wirkung wahr. Allerdings benutze ich es (leider) nicht täglich, denn mir ist das klebrige Gefühl auf der Haut nach Anwendung des Öls äußerst unangenehm. Außerdem empfinde ich ein deutliches Kribbeln und Stechen auf der Haut. Ich verwende das Öl deshalb nicht mehr vor dem Zubettgehen, da mich dieses Hautbrennen vom Schlaf abhält.
    Haben Sie einen Hinweis, wie ich das Kleben einerseits und das Brennen/Kribbeln andererseits abstellen kann? Herzlicher Gruß Anja

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      liebe Anja,
      ging mir ähnlich, aber Magnesium Oil ist ein Naturprodukt und ja keine echtes Öl, man kann es also nicht verändern. Ich habe dann die Oberarme damit besprüht, und erst nach einigen Tagen wieder die Oberschenkel. Jetzt habe ich kein Problem mehr mit Kribbeln. Benutze es aber auch nur abends. Alles Gute!

    • Sabine sagt:

      verdünnen sie das Magnesiumöl mit Wasser so lässt sich das kribbeln auf der Haut weitgehend eindämmen, ich selber mache es so bei mir und es behält trotzdem die volle Wirkung.

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