Interview mit Dr. Barbara Hendel, die in ihrem neuen Buch „Endlich frei von Allergie“ ihr erfolgreiches Therapiekonzept, u.a. mit Bioresonanztherapie, vorstellt.

Kontaktallergie

Kontaktallergie

Heute gibt es kaum noch eine Familie, in der nicht einer oder mehrere unter einer Allergie leiden. Jeder zweite bis dritte Erwachsene reagiert zumindest zeitweise allergisch. Besonders schlimm sieht die Situation bei den Kindern aus. Allergien gehören bei ihnen zu den häufigsten chronischen Krankheiten. Oft beginnt die „Allergie- Karriere“ als Neurodermitis, geht dann über in den Heuschnupfen und landet schließlich beim Bronchialasthma. In einem früheren Artikel stellte ich Ihnen schon vor, wie bereits Kinder mit Schadstoffen belastet werden.

Ursachen von Allergien

Die Ursachen sind vielfältig und die Hypothesen, warum Allergien so zugenommen haben, ebenfalls.

Sicher spielt die Veranlagung eine Rolle. Sie erklärt aber nicht, warum in allen zivilisierten Ländern die Allergien so zugenommen haben.

Unsere Nahrung, die Nahrungszusammensetzung, die Nahrungszubereitung und die künstlichen Zusätze belasten unseren Darm, beeinträchtigen die natürliche Darmflora und schädigen die Darmschleimhaut, so dass Nahrungsstoffe hindurchtreten können, die das normalerweise nicht tun. Dagegen wehrt sich natürlich unser Immunsystem.

Auch unsere Wohnbedingungen sind „unnatürlich“ geworden: Abgase in der Luft, Hausstaub durch Teppichböden, Aufenthalt in ständig geschlossenen Räumen, besonders im Winter usw.

Kann man dagegen denn überhaupt was tun?

Therapie von Allergien

Als Umweltärztin weiß ich natürlich, dass wir Ärzte oft mit kriminalistischem Gespür und viel Zeit versuchen müssen, die Allergieauslöser herauszufinden. Aber die Ursache finden und vermeiden ist nur eine Sache. Viel wichtiger scheint mir, die Allergiebereitschaft zu verringern, damit trotz der Allergie-auslösenden Substanzen ein weitgehend normales und gutes Leben geführt werden kann.

In diesem Sommer erschien das Buch der Ärztin Dr. Barbara Hendel: „Endlich frei von Allergie“. Dieser Ratgeber für alle, die wirklich an den Wurzeln ihrer Allergie ansetzen wollen, beschreibt ganzheitliche Heilweisen, die ich schon seit 20 Jahren verfolge. Sie können vielen Leidenden Besserung bringen, was besonders für Kinder ein Geschenk ist. Mit Frau Dr. Hendel führte ich das folgende Interview.

Endlich Frei von Allergie

Interview mit Frau Dr. Barbara Hendel

Frau Dr. Hendel, ist Allergie ein Schicksal, mit dem man leben muss?

Endlich frei von AllergieKeineswegs. Ich persönlich war als junges Mädchen sehr von Allergien betroffen, ich hatte Neurodermitis und Asthma. Die konventionelle Medizin hat mir nur bedingt geholfen. Und sobald die Medikamente abgesetzt wurden, war es schlimmer als vorher. Das war der Punkt, an dem ich einen anderen Weg gegangen bin. Gott sei Dank bin ich nach langem Irrweg an einen Arzt geraten, der mir diesen Weg aufgezeigt hat.

Ich lebe heute völlig normal und habe keinerlei allergische Symptome mehr. Natürlich bin ich immer noch ein allergischer Typ, das heißt, ich trage immer noch eine Veranlagung in mir. Solange ich aber keine Symptome entwickele, kann ich sehr gut damit leben. Das ist das Ziel meines Behandlungskonzepts. Meine eigene Krankengeschichte hat den Patienten sehr viel Mut gemacht.

Um Ihre Frage nochmals aufzugreifen, nein, man muss sich mit diesem Schicksal nicht abfinden. Aber man muss selbst etwas zu seiner Genesung tun – sprich, bereit sein, seine Lebensführung zu verändern. Das ist natürlich unbequemer, als einfach Medikamente einzunehmen. Doch dafür wird man anschließend belohnt, indem man sich einfach besser fühlt.

Therapiepfeiler

Sie haben eine Methode entwickelt, die dauerhafte Heilerfolge verspricht. Was sind die Pfeiler dieser Methode?

  • Der wichtigste Pfeiler ist eine gesunde Lebensweise, zu der natürlich auch eine entsprechende Ernährung gehört.
  • Auch die Immuntherapie ist einer der Pfeiler, denn jede allergische Erkrankung ist eine immunologische Erkrankung. Deshalb muss man natürlich auch das Immunsystem im Auge behalten, wenn man eine Allergie behandeln möchte.
  • Der Darm spielt bei jeder Allergie eine zentrale Rolle, denn unser Immunsystem sitzt zu 80 Prozent im Darm. Bei sehr, sehr vielen Patienten ist der Darm nicht in Ordnung, so dass man oft um eine Sanierung nicht herumkommt. In erster Linie ist dies eine Folge einer falschen Ernährung.
  • Mit der Bioresonanz-Therapie besteht – vereinfacht ausgedrückt – die Möglichkeit, Allergien zu „löschen“, so dass man Dinge, auf die man vorher allergisch war, wieder verträgt.

Ernährung

Auf was sollte man bei der Ernährung achten?

Zunächst sollte man natürlich alle Lebensmittel meiden, bei denen man das Gefühl hat, dass sie einem nicht gut tun. Das muss nicht immer eine allergische Reaktion sein. Auch Müdigkeit nach dem Essen, Unwohlsein, Blähungen und dergleichen, können auf eine Unverträglichkeit hinweisen.

Ungünstige Ernährung

Dann gibt es Topallergene, wie zum Beispiel Nüsse oder Zitrusfrüchte, auf die viele Allergiker reagieren. Hier sollte man zurückhaltend sein.

Milchprodukte

Milchprodukte

Die wichtigsten Lebensmittelallergene sind jedoch Kuhmilch und Weizen.

Das Problem bei diesen beiden Lebensmitteln ist, dass wir sie täglich essen und deshalb keine akuten allergischen Reaktion auftreten. Man nennt sie deshalb auch „maskierte“ Allergene. Bei einer Allergiebehandlung müssen immer erst Kuhmilch und/oder Weizen behandelt werden. Dazu müssen sie vorher strikt gemieden werden. Eine genaue Anleitung dazu finden Sie im Buch „Endlich frei von Allergie“, ebenso wie Listen von gut und schlecht verträglichen Lebensmitteln.

Natürlich sind auch Fertigprodukte, die jede Menge Lebensmittelzusatzstoffe enthalten, für Allergiker ungeeignet.

Außerdem spielt der Säuregrad der Nahrung eine Rolle. Säurelieferanten sind alle Süßigkeiten, Getreide, Fleisch und Wurstwaren, Eier und Milchprodukte. Fleisch sollte überhaupt höchstens zwei- bis dreimal pro Woche gegessen werden.

Günstige Ernährung

  • Allgemein günstig wirkt sich eine basische Ernährungsform aus. Zu den basischen Lebensmitteln zählen Obst, Gemüse, Salate und Dinkel.
  • Verwenden Sie bei der Speisenzubereitung hochwertige kaltgepresste Pflanzenöle — diese enthalten entzündungshemmende Gamma-Linolensäure.
  • Zur Entschlackung und Entgiftung des Körpers sollte immer für ausreichend Flüssigkeitszufuhr gesorgt werden. Am besten sind stilles Mineralwasser und ungezuckerte Tees.

Bioresonanztherapie

Wie funktioniert die Bioresonanztherapie? Können Sie dieses Verfahren näher beschreiben?

Bioresonanztherapie bei einem Kleinkind

Bioresonanztherapie bei einem Kleinkind

Die Bioresonanz-Therapie ist eine Schwingungstherapie. Sie beruht im Prinzip auf der Spiegelbildschwingung des Allergens. Das heißt, dem Patienten wird mit Hilfe eines speziellen Geräts das Allergen als Gegenschwingung zugeführt. Die Vorstellung ist die, dass dadurch das Frequenzmuster zerstört wird und dass deshalb keine Reaktion mehr auf das Allergen erfolgt. Was da genau im Körper passiert, weiß man bis jetzt noch nicht genau. Wahrscheinlich wird mit dieser Methode die Toleranzgrenze auf ein bestimmtes Allergen erhöht.

Auf jeden Fall lassen sich damit unter der Regie eines Therapeuten, der mit dieser Methode gut vertraut ist, erstaunliche Erfolge erzielen. Und nur darauf kommt es an. Es erleichtert den Betroffenen das Leben erheblich, wenn Grundnahrungsmittel, wie Weizen oder Kuhmilch-Produkte wieder in Maßen gegessen werden können, die man vorher strickt meiden musste.

Wie lange dauert eine durchschnittliche Therapie nach Ihrer Methode?

Die Allergietherapie nach diesem Konzept ist immer eine kurmäßige Anwendung. Es wird erst ein Allergietest gemacht und zwar mit bioenergetischen Methoden, weil man damit die zentralen Allergene auf Kuhmilch und Weizen gut enttarnen kann. In der Regel braucht man etwa drei Wochen, um gute Resultate zu erzielen.

Weitere Ratschläge

Welche Tipps und Ratschläge würden Sie Allergikern erteilen?

  • Das Allerwichtigste ist, dass die Kinder von allergischen Eltern gestillt werden. Es ist wirklich ein Vergehen an den Kindern, wenn man das nicht tut.
  • Man sollte nicht rauchen. In einer Studie wurde herausgefunden, dass rauchende Eltern viel wahrscheinlicher ein allergisches Kind bekommen als nicht rauchende Eltern.
  • Ganz wichtig sind ein geregelter Tagesablauf mit ausreichend Schlaf.
  • Ein ausgeglichenes psychisches Umfeld ist sehr bedeutsam. Ich erinnere mich an den Fall eines fünfjährigen Mädchens, das ich erfolgreich behandelt hatte. Als es sieben Jahre alt war, haben sich die Eltern scheiden lassen und plötzlich zeigte das Kind wieder allergische Reaktionen. Die Psyche spielt also eine ganz große Rolle. Je ausgeglichener, je harmonischer das Familienleben ist, desto besser ist auch die Voraussetzung, dass ein Therapie-Erfolg anhält oder dass bei vorliegender Disposition die Allergie etwa gar nicht erst ausbricht.
  • Besonderes Augenmerk sollte auf die Ernährung gelegt werden. Diese sollte möglichst naturbelassen und bodenständig sein. Einfach das essen, was bei uns wächst. Exotische Lebensmittel überlasten das Immunsystem. Dann sollte man aufpassen, dass die Nahrung möglichst wenig Konservierungsstoffe und Zusatzstoffe enthält. Das heißt: keine Fertigprodukte, also möglichst die Speisen selbst zubereiten. Auf denaturierte Lebensmittel wie Zucker und Weißmehlprodukte sollte man weitgehend verzichten.
  • Wenn die Eltern bereits Allergiker sind, sollte man sich die Anschaffung eines Haustiers gut überlegen. Es ist immer mit Leid verbunden, sowohl für die Tiere als auch für den Menschen, wenn man so ein Tier wieder weggeben muss.
  • Achten Sie auf schadstoffarme, verträgliche Kleidung, das ist schon in der Schwangerschaft ganz wichtig, um das Baby zu schonen.
  • Auch bei der Wohnungsausstattung sollte man einiges beachten. Vermeiden Sie insbesondere Teppichböden und gehen Sie eher auf Parkettboden über. Benutzen Sie Allergiker-Bettwäsche und spezielle Matratzenbezüge gegen Milben. Ideal ist Seide. Schalten Sie eben all die Dinge aus, die eine potenzielle Allergiebereitschaft fördern können.
Dr. Barbara Hendel

Dr. Barbara Hendel

Dr. med. Barbara Hendel studierte an der Ludwig-Maximilian-Universität in München Humanmedizin. Es folgten Jahre der Fortbildung in allen Bereichen der Naturheilkunde. Sie gründete eine Tagesklinik für Präventiv- und Ganzheitsmedizin und spezialisierte sich auf die Behandlung chronischer Krankheiten. Dabei war es ihr Ziel, die Selbstheilungskräfte des Patienten zu aktivieren.

Das Geheimnis ihres Erfolges: intensive Beratung bzgl. Ernährungsweise und Lebensstil und individuelle Anwendung biologisch-regulativer Therapien. Inzwischen hat sie ihre Praxis in Herrsching an Ihre Nachfolgerin Dr. Eva-Maria Schneider übergeben, die sie in Ihrem Sinne weiterführt.

Seit einigen Jahren widmet sich Frau Dr. Hendel ausschließlich dem Thema „gesunde und bewusste Ernährung“. Nach neuesten ernährungsmedizinischen Erkenntnissen hat sie ein computergestütztes Ernährungsprogramm entwickelt, mit dem Interessierte sich individuelle Ernährungspläne erstellen lassen können.

Frau Dr. Hendel ist bekannt als Autorin zahlreicher Bücher aus dem Gesundheitsbereich, in denen sie ihre Philosophie von gesundem und bewusstem Leben einem breiten Publikum zugänglich macht.

Weitere Informationen und Kontakt: www.dr-barbara-hendel.de

Welche Erfahrungen haben Sie mit der Allergiebehandlung gemacht? Schreiben Sie doch einen Kommentar!

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