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Umstandsmode für Schwangere-schadstoffarm und naturbelassen

Von | 4. Dezember 2013 – 00:10 61.692 AufrufeDrucken

Über die Haut können Schadstoffe in den Körper der Schwangeren und zum Baby gelangen. Deshalb muss die Schwangere ihre Kleidung besonders sorgfältig wählen. Kleidung aus Baumwolle, Wolle, Leinen, Hanf, Seide eignet sich als Umstandsmode, wenn sie mit Zertifikaten für Bio-Kleidung versehen ist.

Schwangere in Umstandsmode © crestock.com / photobac

Schwangere in Umstandsmode © crestock.com / photobac

In diesem Webmagazin habe ich Ihnen bereits in einigen Artikeln erklärt, warum es gerade bei Kinderwunsch und in der Schwangerschaft so wichtig ist, für eine gesunde Umgebung, Ernährung und Psyche zu sorgen. Gifte, die wir über die Atmung, die Nahrung, die Haut aufnehmen, werden über das Blut in die Eierstöcke getragen, wo sie die Eizellen schädigen können. In der Schwangerschaft können sie aber auch direkt über den Mutterkuchen zum Baby gelangen. Die kindlichen Entgiftungsorgane, wie bspw. die Leber, funktionieren aber noch nicht so gut wie bei einem Erwachsenen, die Blut-Hirnschranke ist durchlässiger. Das gilt übrigens auch noch, wenn Ihr Baby geboren ist.

In diesem Artikel möchte ich auf ein Thema eingehen, über das wir uns normalerweise nicht so viele Gedanken machen: die Kleidung. Gerade in der Schwangerschaft möchte frau attraktiv bleiben, sich gleichzeitig modisch und bequem kleiden. Wenn Sie allerdings berücksichtigen, dass die Haut, die von der Kleidung bedeckt wird, ein großes Organ ist, das flüssige und gasförmige Substanzen aus der Kleidung aufnehmen kann, wird deutlich, dass wir auch bei der Umstandskleidung achtsam sein müssen.

Die meisten Mütter geben sich große Mühe, um ihr Baby von allen Gefahren fernzuhalten. Sie achten auf gesunde Kost und Kinderbekleidung ohne Schadstoffe. Doch auch bei der Kleidung der Mütter selbst muss unbedingt auf den gesundheitlichen Aspekt für das Baby geachtet werden. Welche Schadstoffe in Textilien und im Alltag gefährden das Ungeborene? Welche ökologische Umstandsmode eignet sich und wie wäscht man sie? Und welche Zertifikate garantieren Bio-Kleidung?

Hinweise für den Kauf von Kleidung

Umstandsmode

Bei neuer Kleidung empfiehlt es sich, seinem Bauchgefühl zu vertrauen: Wenn sie deutlich nach Chemie riecht, ist sie sicher nicht geeignet. Auch bestimmte Anmerkungen auf den Textilien können auf die Behandlung mit gesundheitsschädlichen Stoffen verweisen. Dazu gehören Formulierungen wie

  • „Separat waschen“
  • „Knitterfrei“
  • „Vor dem Tragen waschen“

Vor dem ersten Tragen sollte man neue Kleidung eigentlich stets waschen. Verursachen sie nach dem Kauf und dem Waschen Hautausschläge, Juckreiz oder ähnliches, besteht ebenfalls eine gesundheitliche Gefährdung. Bestimmte Anzeichen in der Gestaltung weisen ebenfalls auf schadstoffbelasteten Hintergrund hin. So sollte man bei Kleidung im Used-Look (häufig Jeans) und bei farblichen Applikationen misstrauisch sein.

Auch bei Schuhen können Schwangere auf schadstoffarme Verarbeitung und Materialien achten. Ob Schlupfstiefel für den Winter aus pflanzlich gegerbtem Leder oder langlebige Hausschuhe aus biologisch hergestelltem Wollfilz, wenn man sich einmal umschaut, findet frau auch in dem Schuhsegment eine ausreichende Auswahl an natürlichen Materialien.

In Geschäften sind die angesprochenen Anzeichen für schadstoffbehaftete Kleidung oder Schuhe häufig kaum festzustellen. Deshalb ist es vernünftig, bei Internetshops, welche auf Umstands- und Babymode spezialisiert sind, in Ruhe zu bestellen. Dies ist auch insofern bequemer, da es für Schwangere belastend sein kann, sich durch vollgepfropfte Kaufhäuser zu zwängen. Außerdem kann man auf diese Weise dem Chemie- und Duftcoctail entgehen, der in Bekleidungsgeschäften und Kaufhäusern herrscht.

Werdende Mütter sollten beim Stöbern nach Umstandsmode ohne Schadstoffe sich auf naturbelassene Fasern konzentrieren, beispielsweise

  • Baumwolle
  • Wolle
  • Seide
  • Hanf
  • Leinen

Aber Sie wissen ja, dass auch diese natürlichen Fasern mit Giften belastet sein können, wenn bspw. die Baumwollfelder mit Insektengiften gespritzt worden sind oder billige Farbstoffe benutzt wurden, die beim Tragen durch Körperwärme und Feuchtigkeit auf der Haut und in der Haut landen. Allein das Wissen über das Material des Kleidungsstücks reicht also nicht aus. Weiter unten lesen Sie, worauf Sie noch achten müssen.

Waschen von biologischer Umstandsmode

Nach dem Kauf und später beim Tragen der biologischen Umstandsmode ist es notwendig, diese regelmäßig zu waschen. Was muss man dabei beachten?

Grundsätzlich ist es kein Problem, Kleidung aus Naturfasern mit herkömmlichen Waschmitteln zu waschen. Es sind jedoch verschiedene biologische Waschmittel erhältlich, die den gleichen Ansprüchen wie die Kleidung genügen sollten. Also ist es als erstes ratsam, auf die gleichen Zertifikate und Herstellungsmethoden wie bei Kleidern zu achten (siehe „Zertifikate für Bio-Kleidung“). Weitere Überlegungen zum ökologischen Waschen finden Sie hier.

Bei Color-Flüssigwaschmitteln sollte die Empfehlung „für Allergiker“ erwähnt sein. Dann muss das Produkt schonend hergestellt sein. Waschmittel sollten am besten reine ätherische Öle enthalten, etwa Bio-Aloe Vera. Zudem kann man Fell- und Wollshampoo nutzen, um die natürlichen Wollfette zu schützen.

Checkliste zu Schadstoffen in Textilien und im Alltag

Viele Schwangere sind sich nicht klar, welche Gefahren in Textilien und im Alltag lauern. Sorgen sie jedoch nicht dafür, können die Ungeborenen gefährdet werden, da sie nicht in der Lage sind, sich dagegen zu wehren.

Schadstoffe in Textilien

  • Weichmacher, z.B. Phtalate, speziell DEHP, das Kunststoffe dehnbarer macht. Kann zur Unfruchtbarkeit führen und Fehlentwicklungen des Fötus verursachen.
  • Bleichmittel, deren Verfahren durch Oxidation immer mehr durch sauerstoffbasierte Verfahren ersetzt werden. Wurden speziell bei mit Indigo gefärbter Kleidung, etwa bei Blue Jeans, eingesetzt
  • Amine, die Krebs verursachen können
  • Formaldehyd, das Allergien, Atemwegserkrankungen, Augenreizungen hervorrufen und karzinogen (krebserregend) wirken kann
  • Blei
  • Biozide, das sind u.a. Pflanzenschutzmittel und Insektizide
  • Chromate

Schadstoffe und andere Belastungen im Alltag

Wenn möglich, sollten Schwangere Gebiete mit konstant vorhandener Luftverschmutzung meiden. Sie sollten keinerlei giftige Haushaltsprodukte (Bleichmittel, Waschmittel, Reiniger, Schädlingstilger) verwenden. Dasselbe gilt für Stoffe, die zum Streichen und für Möbel verwendet werden (Wandfarben, Lacke). Ebenso müssen sich Schwangere unbedingt von Schimmel, für den Stockflecken Hinweise sind, entfernt halten.

Verantwortungsbewusste Mütter sollten weder rauchen noch Drogen oder Alkohol konsumieren. In den ersten zwei Monaten ihrer Schwangerschaft sollten Frauen mit Saunabesuchen vorsichtig sein. Darüber hinaus sollten während der Schwangerschaft keine Impfungen mit Lebendimpfstoffen oder strahlengebundene Untersuchungen (beispielsweise CT, Röntgen) stattfinden.

Zertifikate für Bio-Kleidung

Global Organic Textile Standard

Verschiedene Gütesiegel und Zeichen garantieren die Kontrolle der Produktion von Rohstoffen und die nachfolgende Textilbearbeitung. Hier ist das von der Europäischen Union eingeführte „BiO“-Siegel zu nennen, es ist sechseckig und besitzt einen grünen Rand. Ähnlich wie die deutsche Bezeichnung „aus kontrolliert biologischem Anbau“ (kbA) steht es für die naturbelassene Herstellung. Der Global Organic Textile Standard (GOTS) zeigt an, dass die Fasern zu 70 Prozent (Kat. 2) oder sogar 95 Prozent (Kat. 1) unbelasteter Herkunft sind. Weiterhin bestätigt das Siegel „ÖkoTex 1000“, dass die Textilien nachhaltig hergestellt wurden.

Oekotex-1000

Die genannten Siegel und Zertifikate, beispielsweise das GOTS, sind nicht direkt auf der Kleidung aufgenäht. Die Kennzeichnungsbedingungen erlauben keine Verwendung des Labels auf dem fertigen Produkt. Stattdessen sind Einzelhändler oder Großhändler, die in einer lückenlos zertifizierten Produktionskette von der Ernte über die Produktion bis zur verkauften Kleidung im Laden den anspruchsvollen Kriterien genügen, als Firma insgesamt beglaubigt. Die Logos und Zertifikate zeigen Firmen auf ihren Webseiten oder auf entfernbaren Anhängern an der Kleidung selbst. Im Zweifelsfall kann man im Laden nachfragen oder sich bei Hotlines der Firma erkundigen.

Fazit

Zum Wohl ihres ungeborenen Kindes sollten sich Schwangere nicht nur über ihre Ernährung oder äußere Bedingungen, sondern auch über ihre Kleidung ernsthaft Gedanken machen. Dieser Artikel beinhaltet einige Anregungen, um angehenden Müttern bei ihrer Umstandsmode die Suche nach naturbelassenen und schadstofffreien Produkten zu erleichtern.

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