Viele Frauen sind besorgt, wenn sie die Diagnose „Myom“ erfahren. Doch die meisten dieser Wucherungen sind harmlos und machen keine Beschwerden. Da Myome so häufig sind und junge Frauen sich zunehmend dafür interessieren, wie sie sich davor schützen können, hat die Zeitschrift BIO mit mir ein Interview darüber geführt. Die Fragen stellte Martina Seifen-Mahmoud. Sie können das Interview in der BIO 3/2012, S. 48-53 nachlesen.
Was und wo Myome sind
BIO: Was sind Myome eigentlich?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome sind gutartige Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur. Sie sind die häufigsten gutartigen Tumore bei Frauen zwischen Pubertät und Wechseljahren.
BIO: Welche Frauen sind besonders betroffen?
Prof. Ingrid Gerhard: 30-70% der über Dreißigjährigen haben Myome. Der Altersgipfel liegt bei 50 Jahren. Häufiger als bei weißen Frauen treten Myome bei Frauen afrikanischer Herkunft auf.
BIO: Wodurch werden Myome verursacht?
Prof. Ingrid Gerhard: Da das Wachstum von Myomen an die Funktion der Eierstöcke gekoppelt ist, stehen sie unter Östrogeneinfluss. Je mehr das Gleichgewicht zwischen dem eher schützenden Gelbkörperhormon zugunsten von Östrogen verschoben ist, desto eher können sich Myome entwickeln. Man hat außerdem festgestellt, dass im Myomgewebe mehr Andockstellen (Rezeptoren) für Östrogene vorhanden sind als in der normalen Muskulatur der Gebärmutter. Das heißt die Myome reagieren auch auf ein Zuviel an Östrogen empfindlicher und wachsen leichter. Das Gute daran ist, dass sie nach den Wechseljahren, wenn nicht weiter Östrogene eingenommen werden, schrumpfen.
BIO: Wo können Myome auftreten?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können in der Gebärmutterwand auftreten (intramural), von dort mehr nach außen zum Bauchfell hinwachsen (subserös) oder mehr nach innen Richtung Gebärmutterschleimhaut (submucös). Wenn sie nur in der Gebärmutterwand wachsen, spricht man von intramural. Entsprechend unterschiedlich fallen dann die Symptome aus. Manchmal ist die gesamte Gebärmuttermuskulatur myomytös verändert, die Gebärmutter ist dann vergrößert, ohne dass man einzelne Knoten sicher abgrenzen kann.
BIO: Und wie groß können Myome werden?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können Kindskopfgröße und mehr erreichen. Aber meistens läßt man es ja nicht so weit kommen.
Beschwerden durch Myome
BIO: Welche Beschwerden können Myome verursachen?
Prof. Ingrid Gerhard: Am häufigsten sind Blutungsstörungen. Die Blutungen sind oft verstärkt, dauern zu lange oder können auch ganz unregelmäßig werden. Wenn der Blutverlust im Laufe der Zeit zu groß wird, werden Sie sich immer matt und müde fühlen. Dann ist eine Blutarmut (Anämie) entstanden, die dringend behandelt werden muss.
Myome können auch Schmerzen verursachen, bei der Periode, beim Geschlechtsverkehr oder bei der gynäkologischen Untersuchung. Es sind sogar manchmal wehenähnliche Schmerzen möglich, wenn ein Myom in der Gebärmutterhöhle hängt und die Gebärmutter sich schmerzhaft zusammenzieht, um es auszupressen.
Myome können auch auf die Organe im kleinen Becken drücken. So zum Beispiel auf die Blase, dann hat man den Eindruck einer Reizblase oder Blasenentzündung. Sie können hinten auf den Darm drücken, so dass man Schmerzen beim Stuhlgang oder Kreuzschmerzen hat.
Aber zu Ihrer Beruhigung: 50% der Myome machen keinerlei Beschwerden!
BIO: Wie kann frau feststellen, ob sie ein Myom hat?
Prof. Ingrid Gerhard: Myome können zunächst nur vom Frauenarzt bei der Tastuntersuchung oder, früher noch, bei der vaginalen Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Manchmal ist es nötig, dass auch noch ein Ultraschall von der Bauchwand aus gemacht wird, wenn die Lage des Myoms unklar ist. Größere Myome können Sie dann oft selber durch Abtasten des Bauches fühlen
Behandlung von Myomen
BIO:Wie werden Myome normalerweise behandelt?
Zunächst kommt es immer darauf an, wie groß das Myom ist, ob es eins ist oder ob es mehrere sind und wo sie liegen. Dann spielt es natürlich eine Rolle, ob und welche Beschwerden sie verursachen, ob Kinderwunsch besteht oder ob Sie die Familienplanung abgeschlossen haben und kurz vor den Wechseljahren stehen.
Hormonell: Meistens versucht es die konventionelle Medizin zunächst mit Hormongaben, den GnRH-Analoga oder anderen, die die Eierstockfunktion völlig unterdrücken, in leichteren Fällen mit Hormonpillen in einer bestimmten Zusammensetzung, wie sie auch zur Verhütung eingesetzt werden. Die Hormone wirken nur, solange man sie einnimmt. Nach Absetzen dieser Medikamente ist ganz rasch die vorherige Myomgröße mit den gleichen Beschwerden erreicht.
Operativ: Deshalb entscheidet man sich heute oft zu einer operativen Maßnahme, bei der einzelne Myome chirurgisch oder mit besonderen Strahlentechniken entfernt oder eingeschmolzen werden. Allerdings muss bei 30-50% der Frauen damit gerechnet werden, dass sie im Laufe von 5 Jahren wiederkommen. In einem Buch der Professorin Gerlinde Debus wird ausführlich dargestellt, welche Methoden statt der Gebärmutterentfernung noch in Frage kommen. Des Weiteren kann man beim Frauengesundheitszentrum in München eine Broschüre zu Myomen erwerben.- Gebärmutterentfernung: sie ist nur selten nötig.
BIO: In welchen Fällen sollte man Myome operativ entfernen lassen?
Prof. Ingrid Gerhard:
- Wenn sie zu stark auf umliegende Organe drücken,
- die Blutungsstörungen nicht zu beherrschen sind oder
- Kinderwunsch besteht und der Arzt den begründeten Verdacht hat, dass die Myome die Befruchtung verhindern
- oder wenn die Myome Fehl-, Tod- oder Frühgeburten auslösen.
Sanfte Methoden
BIO: Gibt es auch sanfte Methoden aus der Naturheilkunde, mit denen frau sich helfen kann?
Prof. Ingrid Gerhard: Wenn die Myome noch klein sind, möglichst unter 4cm im Durchmesser, kann man versuchen, das Hormongleichgewicht wieder herzustellen. Dazu eignet sich die Ernährungsumstellung, bei Übergewicht die Gewichtsabnahme, unterstützt durch Pflanzenheilmittel, Homöopathie, Anthroposophische Mittel oder TCM.
Ich habe vor kurzem noch mal bei vielen Kollegen herumgefragt, ob sie wirklich mit diesen Methoden ein Verschwinden von Myomen beobachtet hätten. Der einstimmige Tenor ist: praktisch nie, aber die Blutungsstörungen und die Schmerzen können trotzdem in vielen Fällen gebessert werden. Ich selber erinnere mich nur an zwei Patientinnen, bei denen im Ultraschall einmal ein 2cm und einmal ein 4cm großes Myom nach homöopathischer Konstitutionstherapie nicht mehr nachweisbar waren.
Die typischen Frauenteemischungen werden gerne eingesetzt, um die Schmerzen bei der Periode und die Blutungsstörungen zu beeinflussen, bspw. Schafgarbenkraut, Frauenmantelkraut aber auch Mädesüßblüten, und entspannend wirkt Erdrauchkraut. In der „Neuen Pflanzenheilkunde für Frauen“ sind einige beschrieben. Agnus castus, das Keuschlamm, hat Progesteron ähnliche Wirkungen und kann manchmal auch erfolgreich zur Zyklusregulierung bei Myomen eingesetzt werden (Agnolyt, Agnucaston, Femicur N). Zur raschen Blutstillung bei Hypermenorrhö eignet sich Hirtentäscheltinktur, mehrmals täglich während der Periode 20-30 Tropfen. Man kann es mit CERES Bursa pastoris Urtinktur kombinieren, mehrmals täglich 5 Tropfen.
BIO: Und wie lässt sich ein Eisenmangel, der durch den zu starken Blutverlust zustande kommt, ausgleichen?
Prof. Ingrid Gerhard: Den Eisenmangel gleichen Sie am besten durch Eisen als Gluconat aus, verbunden mit Pflanzenextrakten oder Vitamin C- haltigen Säften, die die Aufnahme des Eisens verbessern. Sehr gute Erfahrungen bzgl. Verträglichkeit und nachweisbarem Hb-Anstieg haben wir in meiner Sprechstunde mit Floradix Kräuterblut mit Eisen gemacht, worin u.a. auch der bewährte Brennnesselextrakt enthalten ist. Auch bei den Schüßlersalzen gibt es einige, die die Blutbildung verbessern.
Schließlich spielen wie bei allen Erkrankungen auch psychische und mentale Faktoren beim Umgang mit Myomen eine Rolle, so dass viele Kollegen auch gute Erfahrungen mit Hypnosetherapie, Visualisierungsreisen u.a. gemacht haben
Wann Myome gefährlich werden
BIO: Können Myome entarten und sich zu Krebsgeschwüren entwickeln?
Prof. Ingrid Gerhard: Nein, das gibt es praktisch nicht. Die bösartigen Geschwülste der Gebärmuttermuskulatur, die Myosarkome, entwickeln sich eigenständig, wie man aus genetischen Untersuchungen von gutartigen und bösartigen Knoten weiß.
BIO: Kann man trotz Myomen schwanger werden?
Prof. Ingrid Gerhard: Ja, das kann man. Es hängt von der Größe und der Lokalisation der Myome ab, ob u. U. die Einnistung des Embryos erschwert ist oder ob die Eileiter verlegt sind.
BIO: Gefährden Myome eine Schwangerschaft?
Prof. Ingrid Gerhard: Da in der Schwangerschaft viele Östrogene und Wachstumsfaktoren gebildet werden, kann es passieren, dass die Myome anfangen zu wachsen. Das kommt besonders in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft bei ungefähr jeder dritten Frau, die Myome hat, vor. U.U. muss dann auch mal in der Schwangerschaft ein Myom operativ entfernt werden. Dem Baby passiert aber dabei nichts.
Leider erleiden Frauen mit Myomen häufiger Fehlgeburten, weil die Myome den Raum in der Gebärmutter einschränken oder die Blutzufuhr im Mutterkuchen reduziert ist. Wenn das einmal vorgekommen ist, wird Ihnen Ihr Frauenarzt vielleicht empfehlen, die Knoten entfernen zu lassen.
Gelegentlich können Myome eine normale vaginale Entbindung erschweren oder unmöglich machen, dann wird Ihnen Ihr Geburtshelfer einen Kaiserschnitt empfehlen. Vielleicht denken Sie, dann kann man mir ja die Myome gleich mit entfernen! Aber das ist nicht sinnvoll, das Gewebe ist viel zu weich und zu stark durchblutet, das könnte sehr gefährlich werden.
Auch im Wochenbett können Komplikationen auftreten, wenn sich die Gebärmutter nicht richtig zusammenziehen kann, die Blutungen verstärkt sind oder sich Blut aufstaut und sogar Fieber auftritt.
Was jede Frau sonst noch tun kann
BIO: Welche Rolle spielt die Ernährung?
Prof. Ingrid Gerhard: Über mindestens vier verschiedene Mechanismen beeinflusst die Ernährung das Myomwachstum:
- Tierische Fette und Eiweiße regen das Wachstum von Myomen an, während die hohe Aufnahme von grünem Gemüse schützt.
- Umweltgifte, die eine Östrogenwirkung haben, die sogen. Xenoöstrogene, auch endokrine Disruptoren genannt, können an die Rezeptoren für Östrogene binden und wie Östrogene das Myomwachstum anregen. Hierzu gehören Schwermetalle, Weichmacher und viele weitere Industriechemikalien.
- Pflanzenöstrogene scheinen dagegen ein Schutz zu sein, wie bei japanischen Frauen festgestellt wurde, die sich sojareich ernährten.
- Durch einen zu hohen Verzehr von einfachen Zuckern und Weißmehlprodukten kommt es zu einer vermehrten Insulinausschüttung. Durch Insulin werden Wachstumsfaktoren in der Gebärmutter gebildet, die die Myome stimulieren.
Fazit
Sie schützen sich vor dem Wachstum von Myomen, wenn Sie viel Gemüse essen, Fleisch, Milch- und Milchprodukte reduzieren und Lebensmittel mit niedrigem Glyx- Index bevorzugen. Im Diametric-Verlag ist ein Myom-Kochbuch von Gudrun Brachhold erschienen, das Ihnen bei der Optimierung Ihrer Ernährung eine Hilfe sein kann.
BIO: Frau Prof. Gerhard, wir danken Ihnen ganz herzlich für das informative Gespräch!
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
Das BIO-Heft 3, 2012 empfehle ich Ihnen nicht nur wegen meines Interviews, sondern weil Sie darin weitere wichtige Artikel finden über:
Sonne und Haut- Diabetes
- Wie Singen die Abwehrkräfte stärkt
- Homöopathie als Selbsthilfe
- welche Blüten Sie essen dürfen
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Netzwerk Frauengesundheit





Liebe Frau Prof. Dr. Gerhard,
auch ich habe ein Myom von einem Durchmesser von 5 cm. Relativ klein zu den Damen, die hier im Forum geschrieben haben. Dennoch wurde mir zu einer Entfernung geraten, da ich starke Schmerzen bei der Regelblutung habe sowie starke und lange Blutungen. So stark, dass ich am 1. Tag meiner Regel am Besten das Haus nicht verlassen sollte. Da ich aber so viel negatives zu den OP’s gelesen habe, habe ich Angst vor der OP. Was würden Sie mir raten?
Vielen lieben Dank für Ihre baldige Antwort.
Ihre Claudia
Liebe Claudia,
Auf Dauer gesehen, können Sie sich nicht durch eine zu starke Blutung schwächen lassen. Deshalb würde ich Ihnen zu einer OP raten. Wenn Sie allerdings in Ihrer Nähe eine Frauenärztin finden, die ganzheitlich arbeitet und Ihnen spezielle Mittel gegen die Blutungen verschreiben kann und diese Ihnen helfen, könnten Sie erst mal abwarten. Ärzteliste unter http://www.natum.de
Viele Grüße
Hallo Frau Prof.Dr. Gerhard,
ich habe seit Jahren Myome die klein waren, aber stetig leicht gewachsen sind. Bei der letzten Routineuntersuchung wurde festgestellt, daß ein Myom auf mittlerweile 6 cm gewachsen ist. Ich habe eine Spirale und dadurch keine Beschwerden (vorher hatte ich sehr starke Blutungen und auch starke Bauchkrämpfe).Die Spirale habe ich schon seit 6 Jahren.
Mein FA meinte nun wäre es allerhöchste Zeit und eine OP unumgänglich. Das Myom könnte Blase und Darm beeinträchtigen und er sprach sogar von einem erhöhten Tromboserisiko. Wie schnell muß die Gebärmutter operativ entfernt werden, oder gibt es noch andere Möglichkeiten? Muß ich mir jetzt zeitlich Streß machen mit einer OP?
Vielen Dank im Voraus für Ihre Anwort.
LG
Christina (46 Jahre)
Liebe Christina,
Sie müssen sich keinen zeitlichen Stress machen. Aber je größer das Myom wird, desto schwieriger kann eventuell die OP werden. Wenn Sie bald in die Wechseljahre können, könnten Sie die Chance haben, dass das Myom etwas schrumpft. Ohne eingehende Untersuchung und US kann ich natürlich nciht entscheiden, wie dringend bei Ihnen die OP ist. Wenn Sie unsicher sind, suchen Sie doch eine Frauenärztin für eine zweite Meinung auf. Unter http://www.natum.de finden Sie Ärzte, die auch naturheilkundlich arbeiten und ganzheitlich denken.
Liebe Frau Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
auch bei mir sind seit ca. 2009 mehrere Myome endeckt worden, die mittlerweile laut Aussage meines FA „grösser als ein Baby“ sind…im November 2012 waren es ca. 15 cm x 8 cm – jetzt angeblich ca. verdreifacht grösser. Hatte in der Zwischenzeit leider auch sehr viel Stress….
Sie schreiben an Maria v. 09.April 2013: „..Neben der Entfernung gibt es moderne radiologische Methoden, die das Myom eventuell schrumpfen lassen..“ Könnten Sie mir sagen, welche radiologischen Methoden Sie dabei meinen? Die Aussage des Klinikum Dachau im Nov. 2012, nach meinem MRT-Befund war, dass das Myom für eine Ultraschall-Zertrümmerung bei mir „zu gross und zu sehr durchblutet“ sei. Gibt es noch andere Methoden? Leider hat mir bisher keiner meiner FA zu Anfang, trotz Nachfrage, ein Medikament gegeben um das Wachstum zu verhindern. Ich bin nun seit März 51 Jahre alt, habe, ausser einem sehr dicken Myombauch…wie eine Schwangere, keine Schmerzen und Beschwerden (ausser, dass ich öfter Wasser lassen muss, da es wohl auf die Blase drückt) – und die letzte Periode (3. April 2013) ist nun seit 6 Wochen überfällig. Die Wechseljahrsbeschwerden, wie starke Hitzewallungen, habe ich mit nur einer individuell ausgetesteten hömöopathischen Spritzenbehandlung vollständig weg bekommen (Toll!!!)(durch den HP Prof. Gottfried Wagner( http://www.heilzentrum-wagner.de ).
Meine Hoffnung ist nun: Kann durch die ausbleibende Periode, bzw. die Wechseljahre, das Myom wieder schrumpfen? Oder erliege ich da einer Illusion? Irgendwie hoffe und galube ich ganz tief in meinem Inneren, dass es auch ohne eine schwere, grosse OP wieder schrumpfen kann…
Für Ihre Antwort bedanke ich mich ganz herzlich, Ihre Christine S.
Liebe Christine,
Es tut mir sehr leid, aber bei der Größe des Myoms sehe ich wenig Chancen, dass das Myom sichtbar kleiner wird. Natürlich kann man sagen: „Wunder passieren immer wieder, und auch Krebsgeschülste können mal von alleine zurückgehen“, aber darauf können wir uns ja leider nicht verlassen. Sie müssen sich mal überlegen, wie Ihr Darm, Ihre Blase, ja sogar Herz und Lungen unter so einem Riesending im Bauch leiden! Die kriegen ja gar keine Luft! Wenn ich an Ihrer Stelle wäre, und das sage ich jetzt wirklich ganz ehrlich, würde ich mir die Gebärmutter entfernen lassen. Allerdings würde ich gleichzeitig meinen Schlafplatz untersuchen lassen. Ich habe gerade auf der Webseite von Herrn Wagner gesehen, dass er auch Kinesiologie macht. Vielleicht kann er damit Anhaltspunkte finden, was man noch Ganzheitliches tun kann.
Viel Glück!
Sehr geehrte Frau Prof.Dr.Gerhard,
vor anderthalb Jahren betrug der Durchmesser meines Myoms (Außenseite der Gebärmutter) ca. 4 cm, nun sind es 13cm mal 10cm mal 10cm. Das Myom soll 2/3 des Unterbauchs ausfüllen. – Meine Beschwerden, die vermutlich durch das Myom hervorgerufen werden, sind starke Blähungen, sonst aber nichts, also z.B. keine Blutungen.
Meine Frage: Muss ich das Myom operativ entfernen lassen? Gäbe es alternativ Behandlungsmethoden? Oder: Kann ich mit diesem Myom erst mal so weiterleben?
Herzlichen Dank im voraus und freundliche Grüße,
Maria (48 Jahre)
Liebe Maria,
meiner Erfahrung nach bildet sich so ein großes Myom nicht von alleine weit genug zurück, auch nicht nach den Wechseljahren. Neben der Entfernung gibt es moderne radiologische Methoden, die das Myom eventuell schrumpfen lassen. Sprechen Sie mal Ihren FA darauf an. Homöopathische und andere naturheilkundliche Methoden helfen da nicht.
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
seit 2 Jahren riet mir meine Frauenärztin, eine Ausschabung vornehmen zu lassen, da in meiner Gebärmutter etwas wachsen würde was man nicht genau identifizieren könne. Daher habe ich dies vor 4 Monaten machen lassen und ein gutartiger Polyp wurde entfernt. Seitdem habe ich so extrem starke Perioden (termingerecht), dass ich wieder zur Ärztin gegangen bin. Jetzt heisst es, ich hätte in der Gebärmutter ein ca 4 cm grosses Myom und die Gebärmutter solle doch entfernt werden. Dies war definitiv schon vor der Ausschabung da, man hat es aber nicht für nötig befunden, mir davon etwas zu sagen. Da ich auch eine Bauchspiegelung hatte, wäre es durchaus möglich gewesen, das Myom gleichzeitig zu entfernen. Ich habe daraufhin die Ärztin gewechselt, und meine neue Ärztin rät mir zu einer Hormonspirale. Jetzt habe ich aber schon von vielen Nebenwirkungen gehört, und da ich eh schon übergewichtig bin und Gemütsschwankungen habe, weiss ich nicht, ob diese Methode für mich geeignet wäre. Treten die Nebenwirkungen oft auf? Was würden Sie mir raten? Wäre eine Gebärmutterentfernung eventuell doch angebracht? Da ich bereits eine Senkung und einen leichten Vorfall habe und bei Husten etwas Urin verliere, habe ich Bedenken, dass dies durch eine Entfernung verschlimmert würde. Könnte man bei einer Entfernung eventuell etwas gegen die Blasenschwäche und den Vorfall tun? Ich bin 46 Jahre alt und noch nicht in den Wechseljahren, der Hormonhaushalt wurde gerade erst überprüft.
Für Ihre Antwort bedanke ich mich vielmals im Voraus und möchte Ihnen ein schönes Osterfest wünschen.
Mit freundlichen Grüssen Christiane Touzin
Liebe Christiane,
wenn in der Gebärmutterhöhle, also im Bereich der Schleimhaut ein Myom sein sollte, ist das nichts für eine Hormonspirale. Wenn das Myom woanders sitzt, könnte man eine Hormonspirale in Erwägung ziehen. Sie wird sich nicht ungünstig auf Gemütsschwankungen auswirken. Ist die Gebärmutter nicht zu groß, so kann man sie sehr gut von der Scheide aus entfernen und dabei gleich die Blase anheben, so dass sie hinterher keine Blasenschwäche mehr haben sollten. Wenn Sie sich nicht sicher sind, was Sie machen sollen, holen Sie eventuell noch eine dritte Meinung ein! Aus der Entfernung ohne eigene Untersuchung kann ich nicht entscheiden, was für Sie die beste Methode ist. Wegen der Blutungsstörung und Blasenschwäche käme auch noch die Beratung bei einer homöopathisch arbeitenden Ärztin infrage. In der Ärzteliste der NATUM finden Sie vielleicht jemanden in Ihrer Nähe: http://www.natum.de
Viele Grüße und auch ein frohes Osterfest!
Liebe Beatrix,
Bei einem Myom von lediglich 4 cm Durchmesser ist in Ihrem Alter normalerweise die Gebärmutterentfernung nicht angebracht. Vertrauen Sie sich ruhig Ihrem Frauenarzt an, der Sie an ein Zentrum für MrgFUS vermitteln kann. Er wird Ihnen die entsprechenden Unterlagen für die Krankenkasse mitgeben. Ob sich Ihr Myom für diese Therapie eignet, müssen Sie vor Ort die radiologischen Fachärzte entscheiden lassen. Die können Ihnen unter Umständen auch alternative Methoden vorschalgen, ohne dass die Gebärmutter entfern werden muss. Die Schmerzen sollten Sie nicht länger aushalten, manchmal hilft dagegen auch eine Behandlung beim homöopathischen Arzt. Viel Glück und gute Besserung!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard
War heute beim F.A. und Er nimmt mal an, dass ich ein Myom habe (war sich leider nicht zu 100% sicher).Was mich ein klein wenig stuzig macht ist, dass Myome gerne an und in der Gebährmutter enstehen. Habe aber seit 3 Jahren keine Gebärmutter sowie kein Gebärmutterhals mehr. Kann ich trotzdem ein Myom bekommen. Ich bin 31 Jahre alt. Wie würde dann für mich der weiter Weg aussehen, wenn es ein Myom ist????
Ich danke schon mal im voraus für Ihre Antwort, wünsche Ihnen noch einen schönen Tag und schöne Ostern
Mit freundlichen Grüßen Patricia Tholl
Liebe Patricia,
Wenn Sie keine Gebärmutter mehr haben, können Sie auch kein Gebärmuttermyom haben. Sie sollten den Frauenarzt wechseln.
Lieben Gruß
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
auch ich bin leider betroffen.Im März 2011 wurde bei mir ein Myom im
mittleren Größenbereich festgestellt. (ca 4cm Durchmesser) Im September
2012 war es leider gewachsen auf fast 10 cm Durchmesser. Nun war ich wieder zur Kontrolle und soll mich DRINGEND operieren lassen. Praktischer Weise gleich die komplette Gebärmutter Entfernung! Ich weiß, welche Probleme so etwas mit sich bringt und habe auch gerade einen nahen Angehörigen durch einen Behandlungsfehler mit Todesfolge verloren. Deshalb suche ich dringend nach Alternativen. Aufgrund meines Alters (44) hoffe ich, dass ich auf die Wechseljahre rechnen kann. Natürlich habe ich leider auch eine Eisenmangelanämie mit leeren Eisenspeichern, trotz jahrelanger Eisen Einnahme verschiedener Präparate. Kann Sepia hier nicht auch hilfreich sein? Agnus castus nehme ich schon regelmäßig seit ca 2 Jahren. Ebenso diverse Eisenpräparate.Vielen herzlichen Dank für einen Rat und einen angenehmen Tag !
Liebe Frau Baumann,
Es gibt heute moderne Methoden, mit denen man Myome „still legen“ kann. Ob Ihr Myom dafür in Frage kommt, weiß ich nicht. Bei einem Myom von 10 cm Durchmesser und Ihrer jahrelangen Eisenmangelanämie dürfen Sie nicht auf die Wechseljahre warten. Am besten lassen Sie sich noch mal von einer zweiten Frauenärztin beraten, die nach Möglichkeit nicht selber operiert. Ich kann Ihre Sorgen verstehen, aber das darf Sie nicht von einer sinnvollen Operation abhalten. Ich kenne viele Frauen, denen es durch die vielen Blutungen richtig schlecht ging und die nach der OP sagten: „warum habe ich das nicht früher machen lassen, endlich bekomme ich wieder Kraft!“Wenn Sie noch mal die Homöopathie versuchen wollen, dann nur bei einer sehr guten Homöopathin, die Sie konstitutionell behandelt. Einfach mal Sepia oder Agnus castus nehmen bringt nichts. Außerdem würde ich mal den Bettplatz untersuchen lassen. Dazu finden Sie in diesem Webmagazin einige Artikel mit Begründungen. Viel Glück und gute Besserung!
schoenen guten tag, ich bin in der 12ten schwangerschaftswoche und bei mir wurde am gebaehrmutterhals ein myom entdeckt.
nun habe ich schon soviele berichte gelesen das es zu komplikationen kommen kann das ich mir so langsam sorgen mache.. mein frauenarzt hingegen meint das es nicht schlimm sei und da myom nicht unbedingt wachsen muss.
wie sieht es aus mit anstrengungen, stress etc…? kann man weiter arbeiten?
danke
Liebe Nadine,
Wenn Ihr Frauenarzt den Eindruck hat, dass das nicht schlimm ist, hat er sicher Recht. Myome am Gebärmutterhals können höchstens mal bei der Entbindung Probleme machen, aber das wird er Ihnen dann schon früh genug sagen. Natürlich können Sie weiter arbeiten. Sie können sich ganz normal wie immer verhalten.
Alles Gute!
Myome sind als gutartige Gewächse anzusehen, die durch Stimulation entstanden sind. Damit stehen sie in einer Reihe mit Warzen, Polypen, Zysten, gutartigen Knoten, aber auch mit Organvergrößerungen, wie einer Schilddrüsenüberfunktion mit Kropfbildung, Leberschwellungen und auch mit dem Bluthochdruck. Das Ziel der Behandlung ist neben der Beschwerdebesserung von Blutungen und Schmerzen die Beruhigung der chronischen systemischen Stimulation. Das kann erreicht werden durch körperliche Aktivität, durch Vegetarismus und immer wieder eingeschaltete Fastenzeiten, durch Schlafausdehnung, Meditation, Kaffeeverzicht und einen umsichtigen Stressabbau. Die Frau muss das Tempo aus ihrem Leben nehmen. Für besonders wichtig halte ich die komplette Beendigung von Impfungen, die als immunprovokative Ereignisse unheilvolle systemische Stimulationen bewirken. Häufig wird die betroffene Frau in ihrer Vergangenheit das Zusammentreffen von Impfereignissen und den Beginn der Myomvergrößerung feststellen können. Homöopathisch können die individuellen Anteile aus der Vergangenheit mit dem Beschwerdebild der Gegenwart zusammengeführt und in Reaktion gebracht werden. Hilfreich kann Schwangerschaft werden: Zwar wird zunächst das Myom wachsen, sich aber in der zweiten Hälfte der Zeit erweichen und nach der Geburt schrumpfen. Mit der Fortsetzung einer oben beschriebenen achtsamen Lebensführung wird danach das Myom kaum weiter wachsen.
(Umfangreichere Erläuterungen zu diesem Thema finden Sie in meinen Schriften im Verlag unter http://www.sprangsrade.de)