Fast jede Frau leidet irgendwann einmal unter einer Scheideninfektion. Juckreiz, Ausfluss, Brennen und Schmerzen sind oft die typischen Anzeichen. Und viele Frauen schlagen sich immer wieder mit diesen quälenden Symptomen herum. Deshalb wurde ich von Frau Martina Seifen-Mahmoud für die Zeitschrift BIO zu dieser Erkrankung interviewed.Hier finden Sie das Interview mit einigen Ergänzungen und den Themen: Ursachen von Scheideninfektionen, Vorsorgemaßnahmen und Hilfen. In einem zweiten Artikel werde ich auf bestimmte Lebenslagen eingehen: Schwangerschaft, Stillzeit, Pille und die Probleme in den Wechseljahren.
Ursachen von Scheideninfektionen
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sommer, Sonne, Badefreuden und Scheideninfektion?
Ja, den gibt es. Viele Haut- und Schleimhautbewohner lieben eine feucht-warme Umgebung. Synthetikunterwäsche, String-Tangas und hautenge Stretch-Jeans sorgen für dieses Hautklima, bei dem man im Sommer noch leichter ins Schwitzen kommt. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr droht außerdem durch Schwimmbäder, nasse Badesachen und gemeinsam genutzte, feuchte Handtücher.
Im Urlaub kann die zu intensive Sonneneinstrahlung das Immunsystem schwächen. Auch ungewohnte Speisen oder ein Zuviel an bestimmten Nahrungsmitteln oder Alkohol belasten den Organismus vermehrt. Last but not least ist für viele im Urlaub endlich mal Zeit für häufigen Sex, der die Scheidenschleimhaut und das Scheidenmilieu verändert.
Was in der Scheidenhöhle wohnt
Warum kann es relativ schnell zu einer Infektion kommen?
In der weiblichen Scheide leben eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen in Harmonie zusammen, sofern die Milchsäure produzierenden Döderleinbakterien überwiegen und die möglicherweise krank machenden Keime in Schach halten. Das schaffen sie, indem sie den Säuregrad der Scheide bei einem pH- Wert von etwa 4 halten. Die Milchsäurebakterien sind von den Östrogenen abhängig, deshalb schwankt ihre Zahl und Aktivität im Verlaufe des Zyklus.
Werden diese hilfreichen Bakterien abgetötet, beispielsweise durch Antibiotika oder gechlortes Schwimmbadwasser, dann vermehren sich die schädlichen Keime. Auch durch Reinigungsmittel, hormonelle Veränderungen, Samenflüssigkeit, Blut, kann sich der pH-Wert verändern. Rötung und Schwellung im Intimbereich, untypisch gefärbter oder übel riechender Ausfluss, Juckreiz, Brennen – all dies sind Zeichen einer Infektion.
Bakterien oder Pilze
Scheideninfektionen werden meistens durch Bakterien oder Pilze verursacht – worin liegt der Unterschied?
Pilze und Bakterien haben unterschiedliche Lebensbedingungen. Pilze lieben beispielsweise Zucker. Frauen mit Übergewicht und einer erhöhten Zuckerkonzentration im Gewebe erkranken deshalb häufiger an Pilzinfektionen. Hierbei handelt es sich um Hefepilze, sogen. Candida-Arten. Ganz typisch ist dabei der weiße bröckelige Ausfluss, starker Juckreiz, eine gerötete und geschwollene Schleimhaut. Wenn frau schon „Pilzerfahrung“ hat, kann sie bei den ersten Anzeichen drei Tage lang KadeFungin 3 (Dr. Kade) einführen, das rezeptfrei erhältlich ist und die Pilze abtötet. Anschließend empfiehlt es sich, mit KadeFungin Milchsäurekur den pH- Wert wieder zu stabilisieren. Inzwischen gibt es ein neues Produkt, Multi-Gyn FloraPlus, das durch die Förderung der eigenen Laktobazillen in vielen Fällen die Pilzbesiedelung verhindern oder stoppen kann.
Bei ernsteren Pilzinfektionen und geschwächtem Immunsystem kann es sein, dass die Pilzsporen, die sich tief ins Gewebe eingraben können, von einfachen Anti-Pilzmitteln nicht erreicht werden. Dann sind spezielle, verschreibungspflichtige Mittel nötig, wie bspw. Fluconazol, das Pilze und Sporen abtötet.
Steigt der Scheiden-pH-Wert an, so vermehren sich die krank machenden Bakterien. Sie können aus dem Darm in die Scheide überwandern, bspw. die Colibakterien, oder durch Schmierinfektionen schon bei kleinen Mädchen in die Scheide eingebracht werden, bspw. die Streptokokken. Seltenere Erreger wie Gonokokken oder Chlamydien werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sie machen aber selten eine starke Scheidenentzündung, sondern viel mehr eine Eileiterentzündung.
Das Hämophilus vaginalis-Bakterium, das heute normalerweise Gardnerella vaginalis genannt wird, liebt basisches Milieu und vermehrt sich besonders auf mangelhaft aufgebauter Scheidenschleimhaut. Diese Infektion kommt häufig nach den Wechseljahren oder unter niedrig dosierten Verhütungs- Pillen vor. Der Ausfluss ist eher klar und dünnflüssig und riecht nach Fisch. Juckreiz kann, muss aber nicht auftreten. Manchmal reicht es dann schon, wenn man mit Vitamin C (Vagi-C, Taurus- Pharma) die Scheide ansäuert. Vitamin C hat auch antioxidative Eigenschaften und ist daher besser als Milchsäure. Unter dem Einfluss des Vitamin Cs kann sich die eigene Scheidenflora in kürzester Zeit wieder regenerieren. Oder Sie verbessern mit Milchsäurebakterien das Scheidenmilieu. Mitunter ist aber eine lokale Hormon- oder sogar Antibiotikatherapie (am besten mit Metronidazol oder Clindamycin) sinnvoller.
Da die unterschiedlichen Infektionsauslöser auch verschiedene Behandlungen brauchen, ist es wichtig, dass man in der Regel eine Scheidenentzündung nicht nach Schema F selber behandelt. Sondern dass zunächst der Frauenarzt die richtige Diagnose stellt.
Trichomonaden
Auch Trichomonaden, also einzellige Geißeltierchen, gelten als Auslöser. Was ist hier zu beachten?
Trichomonaden werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen, nur die Hälfte aller Frauen bekommt allerdings Symptome. Wenn bekannt ist, dass der Partner Trichomonaden hat, muss unbedingt mit einem speziellen Antibiotikum behandelt werden. Besonders gefährlich sind sie in der Schwangerschaft, da sie zu einer Frühgeburt führen können. Vor Trichomonaden schützt man sich am besten durch die Benutzung eines Kondoms bei jedem Geschlechtsverkehr.
Risiko: Geschlechtsverkehr
Wie reduziert man beim Geschlechtsverkehr das Risiko für eine Scheideninfektion?
Einen Schutz haben wir gerade schon genannt: das Kondom. Man verhindert damit nicht nur, dass krank machende Bakterien übertragen werden können, sondern gleichzeitig schützt man die Scheide vor der basischen Samenflüssigkeit. Es dauert nämlich bis zu vier Tage nach dem Geschlechtsverkehr, bis sich der normale saure pH- Wert wieder eingestellt hat. Deshalb empfehle ich Frauen, die zu Scheideninfektionen neigen, nach dem Geschlechtsverkehr prophylaktisch ein Scheidenzäpfchen mit biologisch aktiven Milchsäurebakterien einzuführen, bspw. Vagiflor (Chiesi), 4Vag (hypo-a, enthält noch „Futter“ für die Bakterien und Vitamine) oder SymbioVag (SymbioPharm, enthält noch Milchsäure und Inulin, einen Nährstoff für Milchsäurebakterien).
Auch bestimmte Sexualpraktiken erhöhen das Risiko für Infektionen. So zum Beispiel wenn nach dem Analverkehr direkt Vaginalverkehr ausgeführt wird, ohne das Kondom zu wechseln oder sich gründlich zu reinigen. Denn dann können sich die Darmbakterien richtig wohl in der Scheide fühlen.
Psyche schuld?
Wenn Frauen immer wieder unter einer Scheideninfektion leiden – welche Rolle spielt der psychische Aspekt dabei?
Stress und Überlastung beeinträchtigen das Immunsystem und damit auch das Ökosystem unserer Haut und Schleimhäute. Die einen Frauen reagieren auf Stress mit Magen- oder Darmbeschwerden, die anderen mit Asthma oder Neurodermitis und wieder andere mit ständig rezidivierenden Infektionen. Dahinter können Partnerprobleme stecken, Ängste, Erfolgsdruck bei Kinderwunsch usw. Den Einfluss von psychischen Faktoren und Umweltbelastungen auf wiederholte Scheideninfektionen hat meine Kollegin Dr. Ulrike Güdel-Banis in einem gesonderten Artikel dargestellt.
Aber bevor man die Ursache auf die Psyche schiebt, sollte man wirklich eine klare Diagnose stellen. Denn wie oft kommen Frauen in die Sprechstunde und wollen nur wieder „die Zäpfchen gegen meinen Pilz“, die überhaupt keinen Pilz haben. Oft ist die Schleimhaut durch Pilzbehandlungen geschädigt oder es steckt eine Hormonstörung dahinter. Dies alles kann behandelt werden und schon ist die „psychische Ursache“ aus dem Weg geräumt.
Übertriebene Hygiene meiden
Welches sind die häufigsten Fehler bei Hygienemaßnahmen, die immer wieder propagiert werden? Was kann man tun oder sollte man möglichst unterlassen?
Der häufigste Fehler ist sicher, dass man „untenrum“ besonders „rein“ sein und gut riechen will. Leider wird viel zu häufig, zu intensiv und mit zu vielen Waschmitteln und Deos gearbeitet. Das reizt die Haut, tötet die guten Hautbakterien ab und erleichtert den krank machenden Keimen, die beispielsweise aus dem Darm kommen, den Eintritt in die Scheide. Ganz wichtig: Der Intimbereich sollte immer von vorne nach hinten, also vom Scheidenausgang zum After gereinigt werden.
Man nimmt dafür am besten Einmalwaschlappen oder solche aus Baumwolle, die man nur einmal benutzt und dann bei mindestens 60 Grad wäscht. Benutzen Sie ein- zweimal am Tag eine Waschlotion mit einem pH-Wert unter 7, bspw. Deumavan sensitiv (Kaymogyn). Pflegende Salben, wie Deumavan Salbe (Kaymogyn) oder Asche Basis Creme (Chiesi) sind unbedingt nach dem Waschen zu empfehlen, da sie die Haut glätten, vor Austrocknung schützen, Beschädigungen verhindern und weniger Darmbakterien auf der Haut verbleiben.
Verzichten sollte man auf Scheidenduschen, die nur die normale Scheidenflora durcheinander bringen. Die Scheide kann sich selber reinigen. Zurückhaltung ist auch geboten bei der Benutzung von duftenden Feuchttüchern. Sie reizen unter Umständen die Haut und können allergische Reaktionen auslösen.
Welche Vorteile hat ein Bidet?
Wenn man richtig herum darauf sitzt, wird das Genitale von vorne nach hinten abgespült und man schmiert nicht mit einem Waschlappen in alle Richtungen. Auch kann man die Temperatur regeln und eine Art Kneippkur für den Unterleib machen, indem man zwischen warm und kalt wechselt. Manche haben einen integrierten Fön, so dass die Haut besonders schonend getrocknet wird.
Welche Maßnahmen gelten für den Partner?
Auch der Partner sollte sich vor dem Geschlechtsverkehr das gesamte Genitale waschen und dabei auch die Vorhaut zurückschieben. Anschließend ist gründliches Händewaschen angesagt. Damit reduziert er das Risiko von Scheideninfektionen bei der Partnerin. Leidet die Partnerin unter wiederholten Scheideninfektionen, muss unter Umständen beim Partner mal eine Spermaprobe untersucht werden, denn er kann unter einer Entzündung leiden, ohne es zu merken. Nur ein Abstrich vom Penis reicht normalerweise nicht aus.
Und nicht zu vergessen, das Kondom, das ihn selbst und die Partnerin vor Infektionen schützt. Übrigens gilt dasselbe, wenn frau eine Partnerin hat: durch den Austausch der Scheidensekrete kann sie sich infizieren, und zwar ist das Risiko umso höher, je häufiger die Partnerinnen wechseln.
Tabelle: Intimpflege: was ist richtig, was ist falsch?

Tipps zur Vorbeugung
Wie lässt sich einer Scheideninfektion am besten vorbeugen?
Das fängt im Alltag bei der Kleidung und der Hygiene an. Die Unterwäsche sollte aus atmungsaktivem Material und nach Möglichkeit bei 60 Grad waschbar sein, denn dann gehen auch Pilze kaputt. Tangas sind für anfällige Frauen nichts. Der Slip sollte täglich gewechselt werden, die Kleidung nicht zu eng sein. Superenge Jeans sehen zwar flott aus, wenn man aber den ganzen Tag darin sitzen muss, entsteht ein schlechtes Hautklima. Hat man eine sitzende Tätigkeit, dann ein Kissen oder eine Unterlage wählen, die nicht zum Schwitzen führen.
Piercing und Intimrasuren reizen die Haut, so dass sie besonders sorgfältig mit Pflegecremes nachbehandelt werden muss. Dafür bietet sich Sagella Sensitive Pflege-Balsam an (Rottapharm), in dem zusätzlich ein pflanzlicher Haarwuchshemmer enthalten ist. Über die vernünftige Hygiene hatten wir ja schon gesprochen.
Um Infektionen durch Schwimmbadbesuche vorzubeugen, führt man am besten vor dem Schwimmen einen nicht reizenden Spezialtampon in die Scheide ein, den Symbiofem protect (SymbioPharm). Und wenn man befürchten muss, dass durch Medikamente, wie bspw. Antibiotika oder Nebennierenrindenhormone, die Scheidenflora leiden könnte, führt man prophylaktisch aktive Milchsäurebakterien ein, wie bspw. 4Vag (hypo-a) oder Vagiflor (Chiesi).
Auch nach einer Untersuchung beim Frauenarzt, nach operativen Eingriffen am Muttermund oder einer Ausschabung können die vorsichtshalber benutzt werden. Für Frauen, die besonders nach der Periode oder nach dem Geschlechtsverkehr an Scheidenentzündungen erkranken, sind diese Zäpfchen oder Scheidencremes auch eine große Hilfe.
Wichtig ist, dass nicht nur äußerlich mit Salbe behandelt wird, sondern dass die Zäpfchen tief in die Scheide, am besten abends, eingeführt werden. Außerdem gibt es zahlreiche Feuchtmittel als Vaginalsalben, -gels und -zäpfchen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, wie Hyaluronsäure, Pflanzenextrakten (Aloe vera, Teebaumöl, Soja, Ringelblumen), die neben der Befeuchtung auch antientzündliche Eigenschaften haben. Sie sind aber wirklich nur zur Prophylaxe und als Gleitmittel geeignet. Informieren Sie sich vorher, ob sie mit Kondomen vereinbar sind.
Naturheilverfahren einsetzen
Welche naturheilkundlichen Maßnahmen empfehlen Sie?
In der Naturheilkunde wird ja weniger ein bestimmter Keim behandelt als das Terrain, der Boden, auf dem sich eine Erkrankung erst ausbilden kann. Deshalb kann man mit homöopathischen Mitteln behandeln, wenn der Ausfluss eine bestimmte Qualität hat, Besonderheiten bei der Monatsblutung bestehen und gleichzeitig typische Gemütssymptome auftreten.
Nur ein Beispiel: Calcium carbonicum, wenn die Patientin unter einem wund machenden milchigen Ausfluss leidet, die Blutungen zu stark und zu lang sind und sie ewig fröstelt. Homöopathische Komplexmittel können dann verschiedene Arten von Ausfluss abdecken. Mehr dazu finden Sie in meinem Frauengesundheitsbuch.
Oder man versucht es mit den Schüßlersalzen, bspw. Natrium chloratum D6 (Nr. 8) bei wässrig-klaren, wund machenden Absonderungen oder Natrium phosphoricum D6 (Nr. 9) bei sauer-käsigem Ausfluss. Auch Pflanzenmittel aus Sonnenhut, Lavendel oder der Kapuzinerkresse können helfen, die in Form von CERES Urtinkturen (Alcea) den Körper und die Seele bei der Selbstheilung unterstützen. Am besten wendet man sich an eine naturheilkundlich geschulte Therapeutin.
Aber Achtung: Wie größere Studien gezeigt haben, hilft bei immer wiederkehrenden Pilzinfektionen oft der wiederholte Einsatz eines bestimmten Anti-Pilzmittels besser als die Homöopathie, wie ich in einem anderen Artikel schon ausgeführt habe.
Ernährungsumstellung hilft
Kann sich frau auch durch die richtige Ernährung vor Scheideninfektionen mit Pilzen schützen?
Immer wieder tauchen neue Pilzdiäten auf. Letzten Endes wird man sein Immunsystem am besten stärken, wenn man wenig Industriezucker und Auszugsmehle zu sich nimmt, dafür reichlich Obst, Salat, Gemüse und Vollkornprodukte. Auch ein Zuviel an tierischen Nahrungsmitteln sollte vermieden werden, darunter fällt auch der reichliche Konsum von Milch und Käse.
Bei chronischen Pilzinfektionen sollte man auf jeden Fall beim Hausarzt einen Zuckerbelastungstest machen. Auch wenn er unauffällig sein sollte, ist vorübergehend der Konsum von süßem Obst und Kohlenhydraten einzuschränken.
Besteht der Verdacht, dass auch im Darm zu viele Pilze wohnen, was sich durch Blähungen und Durchfall bemerkbar machen kann, so sollte frau mit Ihrem Arzt besprechen, ob eine Stuhluntersuchung nötig ist. Werden darin viele Pilze nachgewiesen, muss der Darm behandelt werden, damit die Pilze nicht die Scheide besiedeln und das Immunsystem weiter schwächen. Frau kann auch auf eigene Faust rechtsdrehende Milchsäure schlucken, bspw. Mykocur (Asconex). Man rührt dreimal täglich 20 Tropfen dieser 20% igen Milchsäure in Wasser oder Tee ein (nicht in Milch!) und trinkt sie über mehrere Wochen regelmäßig. Dadurch wird wieder ein gesunder Darm-pH-Wert eingestellt, das Immunsystem wird aktiviert und der Stoffwechsel entlastet. So stellt sich dann auch wieder eine normale Scheidenflora ein.
Heute wissen wir, dass viele Frauen sogar im Sommer unter einem Vitamin D- Mangel leiden, auch dann droht eine verstärkte Anfälligkeit für Scheideninfektionen. Am besten den Vitamin D- Spiegel messen lassen und Abhilfe schaffen, was übrigens sehr gut mit Vitamin D- Öl über Scheidentampons oder –zäpfchen geht.
Weitere Hilfen
In der Apotheke gibt es Vitamin-C-Tabletten für die Scheide. Was ist davon zu halten?
Diese Tabletten säuern die Scheide an und ermöglichen dadurch den guten Scheidenbakterien bessere Überlebensbedingungen. Vitamin C hat antioxidative und immunmodulatorische Eigenschaften und ist daher mehr als eine Säure. Vitamin -C-Tabletten für die Scheide haben sich als Schutz vor bakteriellen Infektionen besonders in der Schwangerschaft bewährt. Voraussetzung ist natürlich, dass die eigenen Laktobazillen von guter Qualität und in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Seit einigen Jahren wissen wir erst, dass vollwertige Laktobazillen Wasserstoffsuperoxid bilden können, das H2O2, und damit die anderen Bakterien in Schach halten. Wenn die Laktobazillen diese Fähigkeit nicht haben, hilft auch das Vitamin C nicht weiter. Übrigens kann man im Labor durch einen Abstrich und eine spezielle Kultur testen lassen, ob die eigenen Milchsäurebakterien Wasserstoffsuperoxid bilden können.
Joghurt für die Scheide?
Eine positive Wirkung sagt man auch so genannten Milchsäure-Gels bei Scheidenpilzinfektionen nach? Mitunter hilft aber auch ganz einfach ein Naturjoghurt, mit dem man die Scheide behandelt. Welche Erfahrungen gibt es?
Die Milchsäure-Gels säuern nur an. Besser sind Milchsäurebakterien(s.o.). Die haben allerdings den Nachteil, dass sie im Kühlschrank aufbewahrt werden sollten. Für Reisen sind die Milchsäuregels deshalb praktischer. Von Naturjoghurt würde ich heute abraten. Diese Laktobazillen gehören nicht zu Vaginalflora! Joghurt hat zwar einen kühlenden Effekt, was manchmal schon hilfreich ist. Das kann aber höchstens mal ein Notbehelf sein, wenn alle Apotheken geschlossen sind.
Impfung gegen Scheideninfektionen
Man hört auch immer mal, dass man sich gegen Scheideninfektionen impfen lassen kann. Was ist davon zu halten?
Das kann eine sehr hilfreiche Sache sein. Es gibt eine spezielle Impfung gegen Candidapilze, aber auch eine zweite, die aus Milchsäurebakterien gemacht wird und das Immunsystem der Scheide verbessert, so dass sie auch anderen Entzündungserregern vorbeugen kann.
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
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Und welche Erfahrungen haben Sie mit der Scheidenhygiene und Infektionen gemacht? Unten können Sie einen Kommentar hinterlassen!

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Hallo, nach einer harnröhrenentzündung habe ich mir Vagisan Milchsäure Zäpfchen aus der Apotheke geholt. am Anfang hat es leicht gebrannt, und nach der 4. Behandlung ist meine Scheide dick geworden und angeschwollen. Reicht es, wenn ich abwarte und die Zäpfchen absetze? Heute Nacht habe ich eine Allergietablette genommen. Gibt es einen tip wie die Anschwellung schneller geht. Oder lieber zum Frauenarzt?
Vielen dank!
Liebe Eva,
Klingt wirklich nach einer Unverträglichkeit. Die sollte aber innerhalb von 3 Tagen abgeklungen sein. Wenn die Beschwerden anhalten, unbedingt zum Frauenarzt.
Hallo Frau Gerhard….
Ich habe da mal eine Frage…
Ich bin 23 Jahre und habe seit sechs Jahren schon eine Tochter.
Ich habe seit der Geburt von meiner Tochter die viertel jahresspritze genommen,die musste ich jetzt leider absetzen weil ich sie schon zu lange nehme.nun hatte ich vor fünf Wochen einen Abstrich machen lassen und der war nicht gut…ich musste insgesamt 20 Tabletten Antibiotika nehmen. Danach hatte ich zwei Wochen Ruhe.
Nun ist seit zwei Wochen wieder ein fischiger Geruch da, der von innen kommt…also Ausfluss ist nur ab und an mal da…jucken oder brennen tut nichts.ich dusche täglich aber kaum bin ich fertig mit duschen und ich geh dann kurz mit meinen Finger am scheideneingang…riecht mein finger wieder nach fisch.helfen sie mir bitte…ich weiß nich mehr weiter…und mein Freund riecht es ja auch beim GV und das ist mir unangenehm..
Lg.
Liebe Anne,
das ist eine bakterielle Vaginose. Die verschiedenen Bakterien, die in der Scheide wohnen, haben sich verändert. Stress, Antibiotika, Hormonmangel können Ursachen sein. Wenn die normalen „guten“ Döderleinbakterien nicht aktiv genug sind und genug H2O2 produzieren, steigt immer wieder der pH-Wert der Scheide an, und dann vermehren sich diese anderen Bakterien, die den dünnflüssigen, oft fischig riechenden Ausfluss hervorrufen. Hier finden Sie Erklärungen dafür http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hilfe-bei-scheideninfektionen-und-trockener-scheide-teil-2-verschiedene-lebensphasen/ und Sie werden verstehen, warum Sie diesen Ausfluss nicht wegbekommen. Einige Therapievorschläge finden sie bereits in dem Artikel.
Vorschläge speziell für Sie: entweder
• Multigyn Vaginaldusche benutzen, einmal täglich, dann Multigyn Actigel einführen oder
• Fluomicin, das die schlechten Bakterien abtötet, dann aber die Scheidenflora wieder mit guten Döderleinbakterien aufbauen.
Auf jeden Fall mit der Frauenärztin das weitere Vorgehen besprechen.
Hallo an alle Mitleidenden,
Ich habe mich entschlossen meine Erfahrungen hier kurz zu schildern da ich selbst 6 Jahre dauerhaft unter einer Scheidenenzümdung litt,die es mir unmöglich machte überhaupt Sex zu haben und meine Beziehung sehr stark belastete. Bei mir fing alles vor 6 Jahren mit einer Antibiotika Therapie gegen Blasenentzündung an, ein paar Wochen später bekam ich eine leichte Entzündung der Scheide , eim Frauenarzt erhielt ich eine Pilzsalbe, obwohl kein Pilz festgestellt wurde, diese half aber nicht. Ab jetzt therapierte ich 1 Jahr lang bei verschiedenen Frauenärzten mit Pilzsalben und Cortison . Erst nach einem Jahr setzte ich die Pille ab und jetzt brach die Entzündung richtig aus. Festgestellt wurde ein massiver Candidabefall im Darm. Ich bekam wieder Pilzmittel als Tabletten und Salben mehrere Monate bis kein Pilz mehr festgestellt wurde, aber eine Restentzündung blieb. Ab jetzt suchte ich selber und ging nicht mehr zum Frauenarzt, da ich absolut keinen Bock mehr auf Medikamente hatte, die eh nicht halfen, sondern nur alles noch verschlimmerten.
Ich begann
1. die scheidenflora wieder aufzubauen mit verschiedenen Präparaten, das beste darunter Multi gyn aktigel, Multi gyn Flora plus. Dies zeigte eine geringe Linderung.
2. begann ich eine Leber und Gallenblasenreinigung nach Andreas Moritz (Buch dazu im Internet ). Dies brachte mich sehr stark voran, Entzündung besserte sich und auch mein Allgemeinbefinden!!!! Reinigung immer mit einer Colonhydrotherapie machen, nie ohne!!!!
3. Darmaufbau mit Darmflora plus select Kapseln von Dr.Wolz und Mutaflor 3 Monate lang
4. flor essence (ist ein indianischer Heiltee, reguliert körperfunktion, entsäuert sehr stark und tötet schädliche Erreger, Bakterien, Vieren, Pilze ab) bitte diese Tinktur nicht unterschätzen!!!!!!! Und mind.6 Monate lang trinken
5. Ernährungsumstellung auf basische Ernährung (80 Prozent basisch, 20 Prozent Säure Nahrungsmittel tägl.)
6. der wichtigste Schritt um wieder gesund zu werden: Speichel Hormontest machen und therapieren mit bioidentischen Hormonen um hormonelles Gleichgewicht wiederherzustellen und somit die Schleimhäute zu stabilisieren (estriol sehr wichtig, ist das sogenannte Schleimhauthormon, ist dieses zu gering vorhanden, kann es zu Infektneigung der Scheide kommen)
Jetzt nach 6langen Jahren kann ich endlich wieder sagen, ich fühl mich sehr gut und kann endlich wieder mein Leben leben. Ich wünsche allen anderen viel Erfolg liebe Grüße Anja
Liebe Anja,
vielen Dank für den ausführlichen Kommentar. Er ist wirklich eine gute Zusammenfassung dafür, was ich in diesem Webmagazin immer wieder propagiere: Verantwortung für die eigene Gesundheit übernehmen, immer die Ernährung verbessern, den Darm behandeln und „entgiften“. Wenn nötig die hormonelle Situation überprüfen.
Guten Morgen Ich hatte vor Wochen das Problem Feuchttuch benutzt und dann hatte ich diesen Juckreiz und Ausfluss. Habe Ihren Rat angenommen bin zum Artzt der mir sagte das jetzt alles durcheinander ist da Ph wert zu hoch,hat mir Arilin und eine Creme mit Aplikator Kadefungin verschrieben was geholfen hat nur jetzt ist es wieder da dieser Ausfluss Hatte mir 3Tage combiKadefungin besorgt aber ich weiss mir jetzt kein Rat mehr war es nicht ausgeheilt
Liebe Ines,
Offenar wusste Ihr Arzt ja nicht, ob Sie unter Bakterien oder Pilzen leiden. Besorgen Sie sich mal Fluomicin Vaginaltabletten. Anschließend aber unbedingt die gesunde Scheidenflora unterstützen mit Produkten, die in meinen Artikeln genannt sind.
Gute Besserung
Dankeschön,
Meine Periode kommt immer unregelmäßig. Von hormonmangel weiß ich nichts, was aber auch nicht untersucht wurde. Ich denke ich werde auf jeden Fall eine andere Ärztin aufsuchen.
Liebe Frau Gerhard.
Ich bin 30 Jahre alt und habe seit 5 Jahren immer extremes Brennen und Ausfluss nach dem Liebesspiel. Habe schon alles ausprobiert. Über Verhütung wechseln (Verschiedene Pillen, Kondome und jetzt Implanon). Wasche mich Intimfreundlich. Die Frauenärztin kann mir auch nicht helfen außer immer wieder Flora Zäpfchen zu verabreichen. Also sobald nach dem Geschlechtsverkehr muss ich die Zäpfchen einführen.
Meine Frage: Kann das sein, dass ich mein Leben lang nach dem Liebesspiel aus dem Bett springen muss, zuerst Wasserlösen, dann mich mit Wasser waschen und anschliessend das Zäpfchen einführen muss?
Habe bis jetzt leider keinen Partner gefunden, wo das auf eine längere Zeit mitmacht. Bin sehr verzweifelt.
Liebe Grüsse Lili
Liebe Lili,
wahrscheinlich verkrampfen Sie sich aus Angst immer so, dass die Scheide zu trocken ist und dann wird die Schleimhaut natürlich stark beansprucht. Versuchen Sie doch einfach mal vor dem Liebesspiel ein geruchsfreies oder lecker duftendes Gel oder Bioöl außen und innen in der Scheide mit den Fingern zu verteilen, muss der Partner gar nicht merken. Einfach mal googeln.
Mal Bescheid sagen, ob das geholfen hat!
Vielen dank erstmal für die Antwort Frau Dr. Gerhard.
Ich benutze keine Tampons, daran kann es also nicht liegen. Für die äußere Entzündung ist die Salbe aber gut oder? Es handelt sich dabei um Linoladiol.
Ihre genannten Möglichkeiten werde ich auf jeden Fall meiner Ärztin vorschlagen. Sie ist aber fest davon überzeugt, dass eine Infektion nicht ohne Geschlechtsverkehr entstehen kann. Sollte ich vielleicht die Ärztin wechseln?
Liebe Anika,
Die Salbe enthält Östrogen, haben Sie keine Periode oder einen Hormonmangel? Wenn nicht, gibt es auch hormonfreie Salben. Wenn Ihre Ärztin sich wirklich so geäußert hat, liegt sie falsch. Pilze und bakterielle Infektionen kann frau auch ohne Ansteckung durch Geschlechtsverkehr haben. Falls Sie eine Zweitmeinung einholen wollen, gehen Sie doch mal auf http://www.natum.de . Dort gibt es eine Ärztesuchliste von FrauenärztInnen, die ganzheitlich arbeiten.
Hallo Frau Doktor, ich bin es nochmal,
also meine Beschwerden waren wirklich besser, nachem ich jetzt auch homeopathisch behandelt werde, eine Candida Diät mache, und noch Sachen zur Entgiftung nehme. Profilaktisch hab ich dann weiterhin das ACtigel und Majoranagel genommen, soweit war es also ok also vom Juckreiz und komischen Gefühl her, aber weder Geruch noch Ausfluss sind weggegangen, was mich schon stört. Und jetz (während b.z.w nach den Tagen,also seit Samstag habe ich wieder Beschwerden wie Juckreiz (Schamlippen, Scheideneingang) und leichtes Brennen (ich denke, das kommt durch FloraPlus, was ich dummerweise ausser zur inneren Anwenung, auch noch außen genommen habe, was sehr sehr gebrannt hat)naja ich bin jetzt wieder sehr unsicher weil es sich schon wieder ähnlich anfühlt wie da, als Baktrien aussen und innen festgestellt wurden. Nur ist es jetzt noch viel weniger Juckreiz als es damals war aber eben schon ähnlich vom Gefühl, woher weiß ich denn ob ich eine Infektion habe? Denken sie ich sollte wieder zum Fa gehen? Liebe Grüße Vicky
Liebe Vicky,
während einer homöopathischen Behandlung kann es immer mal zu einem Auf und Ab der Symptome kommen. Also einfach mal an was Anderes denken und auf jeden Fall dem Homöopathen davon berichten.
Viele Grüße
Hallo,
Ich bin 18 Jahre alt und habe schon länger starken Ausfluss der schleimig und übelriechend ist.Dazu habe ich immermal wieder Entzündungen an der Scheidenhaut, die sehr stark jucken und brennen. Meine Frauenärztin hat es allerdings nicht für nötig gehalten, die Ursache für den Ausfluss herauszufinden, da ich noch Jungfrau bin und meiner Religion nach bleiben muss. Für die äußerliche Entzündung hat sie mir eine Salbe verschrieben. Der Ausfluss war nämlich auch schon vor dem Auftreten der Entzündungen stark.Sollte eine andere Ursache, obwohl ich noch keinen Geschlechtsverkehr hatte, ausgeschlossen werden?
Danke
Liebe Anika,
Ihr Ausfluss mit der folgenden Entzündung könnte für eine Pilzinfektion der Scheide sprechen oder, da Sie sagen, dass der Ausfluss übel riecht, auch eine bakterielle Infektion. Benutzen Sie Tampons? Auch Tamponreste in der Scheide können mal Scheidenentzündungen verursachen. Am besten bitten Sie Ihre Frauenärztin um eine Untersuchung des Ausflusses unter dem Mikroskop und/oder eine Untersuchung der Scheide mit einem Vaginoskop, das man auch für kleine Mädchen benutzt, um das Jungfernhäutchen nicht zu verletzen (haben aber nicht alle Frauenärzte Erfahrung damit). Wenn der Ausfluss aus der Scheide kommt, hat es wenig Sinn, nur äußerlich Salbe aufzutragen.
Viele Grüße
Hallo!
Ich habe ein Problem. Und zwar habe ich eben bei Ihnen gelesen, dass ein Wechsel zwischen analem Verkehr und vaginalem Verkehr Bakterien in der Scheide verursachen kann. Leider wusste ich das vorher nicht und hatte gestern diesen Wechsel ohne zwischendurch den penis gereigt zu haben. Hab ich jetzt zu 100% eine Infektion? Woran merke ich das? Was soll ich jetzt tun?
LGt
Cool bleiben! Vielleicht ist Ihr Immunsystem so gut, dass nichts passiert. Falls Sie verstärkten Ausfluss bekommen oder juckreiz, gehen Sie zum Frauenarzt. In Zukunft vorsichtiger sein oder ruhig mal nach dem Verkehr eine Scheidendusche benutzen. http://www.multi-gyn.de/scheidendusche-vorteile-scheidenspuelung.html?utm_source=Netzwerk+Frauengesundheit+Newsletter&utm_campaign=1ec3bd084f-Newsletter11_2013&utm_medium=email
Cool bleiben!
Wenn Sie Ausfluss oder Juckreiz bekommen, zum Frauenarzt gehen. Beim nächsten Mal vorsichtiger sein, eventuell eine Scheidendusche nach dem GV. http://www.multi-gyn.de/scheidendusche-vorteile-scheidenspuelung.html