Fast jede Frau leidet irgendwann einmal unter einer Scheideninfektion. Juckreiz, Ausfluss, Brennen und Schmerzen sind oft die typischen Anzeichen. Und viele Frauen schlagen sich immer wieder mit diesen quälenden Symptomen herum. Deshalb wurde ich von Frau Martina Seifen-Mahmoud für die Zeitschrift BIO zu dieser Erkrankung interviewed.Hier finden Sie das Interview mit einigen Ergänzungen und den Themen: Ursachen von Scheideninfektionen, Vorsorgemaßnahmen und Hilfen. In einem zweiten Artikel werde ich auf bestimmte Lebenslagen eingehen: Schwangerschaft, Stillzeit, Pille und die Probleme in den Wechseljahren.
Ursachen von Scheideninfektionen
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sommer, Sonne, Badefreuden und Scheideninfektion?
Ja, den gibt es. Viele Haut- und Schleimhautbewohner lieben eine feucht-warme Umgebung. Synthetikunterwäsche, String-Tangas und hautenge Stretch-Jeans sorgen für dieses Hautklima, bei dem man im Sommer noch leichter ins Schwitzen kommt. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr droht außerdem durch Schwimmbäder, nasse Badesachen und gemeinsam genutzte, feuchte Handtücher.
Im Urlaub kann die zu intensive Sonneneinstrahlung das Immunsystem schwächen. Auch ungewohnte Speisen oder ein Zuviel an bestimmten Nahrungsmitteln oder Alkohol belasten den Organismus vermehrt. Last but not least ist für viele im Urlaub endlich mal Zeit für häufigen Sex, der die Scheidenschleimhaut und das Scheidenmilieu verändert.
Was in der Scheidenhöhle wohnt
Warum kann es relativ schnell zu einer Infektion kommen?
In der weiblichen Scheide leben eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen in Harmonie zusammen, sofern die Milchsäure produzierenden Döderleinbakterien überwiegen und die möglicherweise krank machenden Keime in Schach halten. Das schaffen sie, indem sie den Säuregrad der Scheide bei einem pH- Wert von etwa 4 halten. Die Milchsäurebakterien sind von den Östrogenen abhängig, deshalb schwankt ihre Zahl und Aktivität im Verlaufe des Zyklus.
Werden diese hilfreichen Bakterien abgetötet, beispielsweise durch Antibiotika oder gechlortes Schwimmbadwasser, dann vermehren sich die schädlichen Keime. Auch durch Reinigungsmittel, hormonelle Veränderungen, Samenflüssigkeit, Blut, kann sich der pH-Wert verändern. Rötung und Schwellung im Intimbereich, untypisch gefärbter oder übel riechender Ausfluss, Juckreiz, Brennen – all dies sind Zeichen einer Infektion.
Bakterien oder Pilze
Scheideninfektionen werden meistens durch Bakterien oder Pilze verursacht – worin liegt der Unterschied?
Pilze und Bakterien haben unterschiedliche Lebensbedingungen. Pilze lieben beispielsweise Zucker. Frauen mit Übergewicht und einer erhöhten Zuckerkonzentration im Gewebe erkranken deshalb häufiger an Pilzinfektionen. Hierbei handelt es sich um Hefepilze, sogen. Candida-Arten. Ganz typisch ist dabei der weiße bröckelige Ausfluss, starker Juckreiz, eine gerötete und geschwollene Schleimhaut. Wenn frau schon „Pilzerfahrung“ hat, kann sie bei den ersten Anzeichen drei Tage lang KadeFungin 3 (Dr. Kade) einführen, das rezeptfrei erhältlich ist und die Pilze abtötet. Anschließend empfiehlt es sich, mit KadeFungin Milchsäurekur den pH- Wert wieder zu stabilisieren. Inzwischen gibt es ein neues Produkt, Multi-Gyn FloraPlus, das durch die Förderung der eigenen Laktobazillen in vielen Fällen die Pilzbesiedelung verhindern oder stoppen kann.
Bei ernsteren Pilzinfektionen und geschwächtem Immunsystem kann es sein, dass die Pilzsporen, die sich tief ins Gewebe eingraben können, von einfachen Anti-Pilzmitteln nicht erreicht werden. Dann sind spezielle, verschreibungspflichtige Mittel nötig, wie bspw. Fluconazol, das Pilze und Sporen abtötet.
Steigt der Scheiden-pH-Wert an, so vermehren sich die krank machenden Bakterien. Sie können aus dem Darm in die Scheide überwandern, bspw. die Colibakterien, oder durch Schmierinfektionen schon bei kleinen Mädchen in die Scheide eingebracht werden, bspw. die Streptokokken. Seltenere Erreger wie Gonokokken oder Chlamydien werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sie machen aber selten eine starke Scheidenentzündung, sondern viel mehr eine Eileiterentzündung.
Das Hämophilus vaginalis-Bakterium, das heute normalerweise Gardnerella vaginalis genannt wird, liebt basisches Milieu und vermehrt sich besonders auf mangelhaft aufgebauter Scheidenschleimhaut. Diese Infektion kommt häufig nach den Wechseljahren oder unter niedrig dosierten Verhütungs- Pillen vor. Der Ausfluss ist eher klar und dünnflüssig und riecht nach Fisch. Juckreiz kann, muss aber nicht auftreten. Manchmal reicht es dann schon, wenn man mit Vitamin C (Vagi-C, Taurus- Pharma) die Scheide ansäuert. Vitamin C hat auch antioxidative Eigenschaften und ist daher besser als Milchsäure. Unter dem Einfluss des Vitamin Cs kann sich die eigene Scheidenflora in kürzester Zeit wieder regenerieren. Oder Sie verbessern mit Milchsäurebakterien das Scheidenmilieu. Mitunter ist aber eine lokale Hormon- oder sogar Antibiotikatherapie (am besten mit Metronidazol oder Clindamycin) sinnvoller.
Da die unterschiedlichen Infektionsauslöser auch verschiedene Behandlungen brauchen, ist es wichtig, dass man in der Regel eine Scheidenentzündung nicht nach Schema F selber behandelt. Sondern dass zunächst der Frauenarzt die richtige Diagnose stellt.
Trichomonaden
Auch Trichomonaden, also einzellige Geißeltierchen, gelten als Auslöser. Was ist hier zu beachten?
Trichomonaden werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen, nur die Hälfte aller Frauen bekommt allerdings Symptome. Wenn bekannt ist, dass der Partner Trichomonaden hat, muss unbedingt mit einem speziellen Antibiotikum behandelt werden. Besonders gefährlich sind sie in der Schwangerschaft, da sie zu einer Frühgeburt führen können. Vor Trichomonaden schützt man sich am besten durch die Benutzung eines Kondoms bei jedem Geschlechtsverkehr.
Risiko: Geschlechtsverkehr
Wie reduziert man beim Geschlechtsverkehr das Risiko für eine Scheideninfektion?
Einen Schutz haben wir gerade schon genannt: das Kondom. Man verhindert damit nicht nur, dass krank machende Bakterien übertragen werden können, sondern gleichzeitig schützt man die Scheide vor der basischen Samenflüssigkeit. Es dauert nämlich bis zu vier Tage nach dem Geschlechtsverkehr, bis sich der normale saure pH- Wert wieder eingestellt hat. Deshalb empfehle ich Frauen, die zu Scheideninfektionen neigen, nach dem Geschlechtsverkehr prophylaktisch ein Scheidenzäpfchen mit biologisch aktiven Milchsäurebakterien einzuführen, bspw. Vagiflor (Chiesi), 4Vag (hypo-a, enthält noch „Futter“ für die Bakterien und Vitamine) oder SymbioVag (SymbioPharm, enthält noch Milchsäure und Inulin, einen Nährstoff für Milchsäurebakterien).
Auch bestimmte Sexualpraktiken erhöhen das Risiko für Infektionen. So zum Beispiel wenn nach dem Analverkehr direkt Vaginalverkehr ausgeführt wird, ohne das Kondom zu wechseln oder sich gründlich zu reinigen. Denn dann können sich die Darmbakterien richtig wohl in der Scheide fühlen.
Psyche schuld?
Wenn Frauen immer wieder unter einer Scheideninfektion leiden – welche Rolle spielt der psychische Aspekt dabei?
Stress und Überlastung beeinträchtigen das Immunsystem und damit auch das Ökosystem unserer Haut und Schleimhäute. Die einen Frauen reagieren auf Stress mit Magen- oder Darmbeschwerden, die anderen mit Asthma oder Neurodermitis und wieder andere mit ständig rezidivierenden Infektionen. Dahinter können Partnerprobleme stecken, Ängste, Erfolgsdruck bei Kinderwunsch usw. Den Einfluss von psychischen Faktoren und Umweltbelastungen auf wiederholte Scheideninfektionen hat meine Kollegin Dr. Ulrike Güdel-Banis in einem gesonderten Artikel dargestellt.
Aber bevor man die Ursache auf die Psyche schiebt, sollte man wirklich eine klare Diagnose stellen. Denn wie oft kommen Frauen in die Sprechstunde und wollen nur wieder „die Zäpfchen gegen meinen Pilz“, die überhaupt keinen Pilz haben. Oft ist die Schleimhaut durch Pilzbehandlungen geschädigt oder es steckt eine Hormonstörung dahinter. Dies alles kann behandelt werden und schon ist die „psychische Ursache“ aus dem Weg geräumt.
Übertriebene Hygiene meiden
Welches sind die häufigsten Fehler bei Hygienemaßnahmen, die immer wieder propagiert werden? Was kann man tun oder sollte man möglichst unterlassen?
Der häufigste Fehler ist sicher, dass man „untenrum“ besonders „rein“ sein und gut riechen will. Leider wird viel zu häufig, zu intensiv und mit zu vielen Waschmitteln und Deos gearbeitet. Das reizt die Haut, tötet die guten Hautbakterien ab und erleichtert den krank machenden Keimen, die beispielsweise aus dem Darm kommen, den Eintritt in die Scheide. Ganz wichtig: Der Intimbereich sollte immer von vorne nach hinten, also vom Scheidenausgang zum After gereinigt werden.
Man nimmt dafür am besten Einmalwaschlappen oder solche aus Baumwolle, die man nur einmal benutzt und dann bei mindestens 60 Grad wäscht. Benutzen Sie ein- zweimal am Tag eine Waschlotion mit einem pH-Wert unter 7, bspw. Deumavan sensitiv (Kaymogyn). Pflegende Salben, wie Deumavan Salbe (Kaymogyn) oder Asche Basis Creme (Chiesi) sind unbedingt nach dem Waschen zu empfehlen, da sie die Haut glätten, vor Austrocknung schützen, Beschädigungen verhindern und weniger Darmbakterien auf der Haut verbleiben.
Verzichten sollte man auf Scheidenduschen, die nur die normale Scheidenflora durcheinander bringen. Die Scheide kann sich selber reinigen. Zurückhaltung ist auch geboten bei der Benutzung von duftenden Feuchttüchern. Sie reizen unter Umständen die Haut und können allergische Reaktionen auslösen.
Welche Vorteile hat ein Bidet?
Wenn man richtig herum darauf sitzt, wird das Genitale von vorne nach hinten abgespült und man schmiert nicht mit einem Waschlappen in alle Richtungen. Auch kann man die Temperatur regeln und eine Art Kneippkur für den Unterleib machen, indem man zwischen warm und kalt wechselt. Manche haben einen integrierten Fön, so dass die Haut besonders schonend getrocknet wird.
Welche Maßnahmen gelten für den Partner?
Auch der Partner sollte sich vor dem Geschlechtsverkehr das gesamte Genitale waschen und dabei auch die Vorhaut zurückschieben. Anschließend ist gründliches Händewaschen angesagt. Damit reduziert er das Risiko von Scheideninfektionen bei der Partnerin. Leidet die Partnerin unter wiederholten Scheideninfektionen, muss unter Umständen beim Partner mal eine Spermaprobe untersucht werden, denn er kann unter einer Entzündung leiden, ohne es zu merken. Nur ein Abstrich vom Penis reicht normalerweise nicht aus.
Und nicht zu vergessen, das Kondom, das ihn selbst und die Partnerin vor Infektionen schützt. Übrigens gilt dasselbe, wenn frau eine Partnerin hat: durch den Austausch der Scheidensekrete kann sie sich infizieren, und zwar ist das Risiko umso höher, je häufiger die Partnerinnen wechseln.
Tabelle: Intimpflege: was ist richtig, was ist falsch?

Tipps zur Vorbeugung
Wie lässt sich einer Scheideninfektion am besten vorbeugen?
Das fängt im Alltag bei der Kleidung und der Hygiene an. Die Unterwäsche sollte aus atmungsaktivem Material und nach Möglichkeit bei 60 Grad waschbar sein, denn dann gehen auch Pilze kaputt. Tangas sind für anfällige Frauen nichts. Der Slip sollte täglich gewechselt werden, die Kleidung nicht zu eng sein. Superenge Jeans sehen zwar flott aus, wenn man aber den ganzen Tag darin sitzen muss, entsteht ein schlechtes Hautklima. Hat man eine sitzende Tätigkeit, dann ein Kissen oder eine Unterlage wählen, die nicht zum Schwitzen führen.
Piercing und Intimrasuren reizen die Haut, so dass sie besonders sorgfältig mit Pflegecremes nachbehandelt werden muss. Dafür bietet sich Sagella Sensitive Pflege-Balsam an (Rottapharm), in dem zusätzlich ein pflanzlicher Haarwuchshemmer enthalten ist. Über die vernünftige Hygiene hatten wir ja schon gesprochen.
Um Infektionen durch Schwimmbadbesuche vorzubeugen, führt man am besten vor dem Schwimmen einen nicht reizenden Spezialtampon in die Scheide ein, den Symbiofem protect (SymbioPharm). Und wenn man befürchten muss, dass durch Medikamente, wie bspw. Antibiotika oder Nebennierenrindenhormone, die Scheidenflora leiden könnte, führt man prophylaktisch aktive Milchsäurebakterien ein, wie bspw. 4Vag (hypo-a) oder Vagiflor (Chiesi).
Auch nach einer Untersuchung beim Frauenarzt, nach operativen Eingriffen am Muttermund oder einer Ausschabung können die vorsichtshalber benutzt werden. Für Frauen, die besonders nach der Periode oder nach dem Geschlechtsverkehr an Scheidenentzündungen erkranken, sind diese Zäpfchen oder Scheidencremes auch eine große Hilfe.
Wichtig ist, dass nicht nur äußerlich mit Salbe behandelt wird, sondern dass die Zäpfchen tief in die Scheide, am besten abends, eingeführt werden. Außerdem gibt es zahlreiche Feuchtmittel als Vaginalsalben, -gels und -zäpfchen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, wie Hyaluronsäure, Pflanzenextrakten (Aloe vera, Teebaumöl, Soja, Ringelblumen), die neben der Befeuchtung auch antientzündliche Eigenschaften haben. Sie sind aber wirklich nur zur Prophylaxe und als Gleitmittel geeignet. Informieren Sie sich vorher, ob sie mit Kondomen vereinbar sind.
Naturheilverfahren einsetzen
Welche naturheilkundlichen Maßnahmen empfehlen Sie?
In der Naturheilkunde wird ja weniger ein bestimmter Keim behandelt als das Terrain, der Boden, auf dem sich eine Erkrankung erst ausbilden kann. Deshalb kann man mit homöopathischen Mitteln behandeln, wenn der Ausfluss eine bestimmte Qualität hat, Besonderheiten bei der Monatsblutung bestehen und gleichzeitig typische Gemütssymptome auftreten.
Nur ein Beispiel: Calcium carbonicum, wenn die Patientin unter einem wund machenden milchigen Ausfluss leidet, die Blutungen zu stark und zu lang sind und sie ewig fröstelt. Homöopathische Komplexmittel können dann verschiedene Arten von Ausfluss abdecken. Mehr dazu finden Sie in meinem Frauengesundheitsbuch.
Oder man versucht es mit den Schüßlersalzen, bspw. Natrium chloratum D6 (Nr. 8) bei wässrig-klaren, wund machenden Absonderungen oder Natrium phosphoricum D6 (Nr. 9) bei sauer-käsigem Ausfluss. Auch Pflanzenmittel aus Sonnenhut, Lavendel oder der Kapuzinerkresse können helfen, die in Form von CERES Urtinkturen (Alcea) den Körper und die Seele bei der Selbstheilung unterstützen. Am besten wendet man sich an eine naturheilkundlich geschulte Therapeutin.
Aber Achtung: Wie größere Studien gezeigt haben, hilft bei immer wiederkehrenden Pilzinfektionen oft der wiederholte Einsatz eines bestimmten Anti-Pilzmittels besser als die Homöopathie, wie ich in einem anderen Artikel schon ausgeführt habe.
Ernährungsumstellung hilft
Kann sich frau auch durch die richtige Ernährung vor Scheideninfektionen mit Pilzen schützen?
Immer wieder tauchen neue Pilzdiäten auf. Letzten Endes wird man sein Immunsystem am besten stärken, wenn man wenig Industriezucker und Auszugsmehle zu sich nimmt, dafür reichlich Obst, Salat, Gemüse und Vollkornprodukte. Auch ein Zuviel an tierischen Nahrungsmitteln sollte vermieden werden, darunter fällt auch der reichliche Konsum von Milch und Käse.
Bei chronischen Pilzinfektionen sollte man auf jeden Fall beim Hausarzt einen Zuckerbelastungstest machen. Auch wenn er unauffällig sein sollte, ist vorübergehend der Konsum von süßem Obst und Kohlenhydraten einzuschränken.
Besteht der Verdacht, dass auch im Darm zu viele Pilze wohnen, was sich durch Blähungen und Durchfall bemerkbar machen kann, so sollte frau mit Ihrem Arzt besprechen, ob eine Stuhluntersuchung nötig ist. Werden darin viele Pilze nachgewiesen, muss der Darm behandelt werden, damit die Pilze nicht die Scheide besiedeln und das Immunsystem weiter schwächen. Frau kann auch auf eigene Faust rechtsdrehende Milchsäure schlucken, bspw. Mykocur (Asconex). Man rührt dreimal täglich 20 Tropfen dieser 20% igen Milchsäure in Wasser oder Tee ein (nicht in Milch!) und trinkt sie über mehrere Wochen regelmäßig. Dadurch wird wieder ein gesunder Darm-pH-Wert eingestellt, das Immunsystem wird aktiviert und der Stoffwechsel entlastet. So stellt sich dann auch wieder eine normale Scheidenflora ein.
Heute wissen wir, dass viele Frauen sogar im Sommer unter einem Vitamin D- Mangel leiden, auch dann droht eine verstärkte Anfälligkeit für Scheideninfektionen. Am besten den Vitamin D- Spiegel messen lassen und Abhilfe schaffen, was übrigens sehr gut mit Vitamin D- Öl über Scheidentampons oder –zäpfchen geht.
Weitere Hilfen
In der Apotheke gibt es Vitamin-C-Tabletten für die Scheide. Was ist davon zu halten?
Diese Tabletten säuern die Scheide an und ermöglichen dadurch den guten Scheidenbakterien bessere Überlebensbedingungen. Vitamin C hat antioxidative und immunmodulatorische Eigenschaften und ist daher mehr als eine Säure. Vitamin -C-Tabletten für die Scheide haben sich als Schutz vor bakteriellen Infektionen besonders in der Schwangerschaft bewährt. Voraussetzung ist natürlich, dass die eigenen Laktobazillen von guter Qualität und in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Seit einigen Jahren wissen wir erst, dass vollwertige Laktobazillen Wasserstoffsuperoxid bilden können, das H2O2, und damit die anderen Bakterien in Schach halten. Wenn die Laktobazillen diese Fähigkeit nicht haben, hilft auch das Vitamin C nicht weiter. Übrigens kann man im Labor durch einen Abstrich und eine spezielle Kultur testen lassen, ob die eigenen Milchsäurebakterien Wasserstoffsuperoxid bilden können.
Joghurt für die Scheide?
Eine positive Wirkung sagt man auch so genannten Milchsäure-Gels bei Scheidenpilzinfektionen nach? Mitunter hilft aber auch ganz einfach ein Naturjoghurt, mit dem man die Scheide behandelt. Welche Erfahrungen gibt es?
Die Milchsäure-Gels säuern nur an. Besser sind Milchsäurebakterien(s.o.). Die haben allerdings den Nachteil, dass sie im Kühlschrank aufbewahrt werden sollten. Für Reisen sind die Milchsäuregels deshalb praktischer. Von Naturjoghurt würde ich heute abraten. Diese Laktobazillen gehören nicht zu Vaginalflora! Joghurt hat zwar einen kühlenden Effekt, was manchmal schon hilfreich ist. Das kann aber höchstens mal ein Notbehelf sein, wenn alle Apotheken geschlossen sind.
Impfung gegen Scheideninfektionen
Man hört auch immer mal, dass man sich gegen Scheideninfektionen impfen lassen kann. Was ist davon zu halten?
Das kann eine sehr hilfreiche Sache sein. Es gibt eine spezielle Impfung gegen Candidapilze, aber auch eine zweite, die aus Milchsäurebakterien gemacht wird und das Immunsystem der Scheide verbessert, so dass sie auch anderen Entzündungserregern vorbeugen kann.
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
BIO-Heft 4
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Und welche Erfahrungen haben Sie mit der Scheidenhygiene und Infektionen gemacht? Unten können Sie einen Kommentar hinterlassen!

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Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
auf der Suche nach möglichen Gründen für meine Sorge bin ich auf diese Seite gestoßen und hoffe mir von Ihnen einen Rat einholen zu können.
Ich bin 28 Jahre alt und zweifache Mutter. Nach meiner letzten Entbindung (Mai 2008) fing ich dann mit der 3 Monatsspritze an mit der ich bis auf extrem Mangelnde Lust auf Sex auch sehr Zufrieden war. Ich brauchte gar keinen Sex mehr was natürlich für meinen Mann nicht sehr berauschend war weswegen ich die Spritze dann auch Anfang 2011 abgesetzt habe.
Seit Juli 2012 nehme ich nun minisiston fem 20.
Laut meines FA ist mein Abstrich in Ordnung (dieser war allerdings im Juli als ich mir die Pille verschreiben lassen habe). Allerdings ist seit der Pilleneinnahme mein Ausfluss extrem stinkend sodass ich mich selbst nicht mehr riechen kann.
Genauso leide ich seit dem ich mit der Spritze angefangen habe daran, das ich egal in welcher Situation, welcher Tageszeit etc. nicht feucht werde. Egal wie lang das Vorspiel andauert. Anfangs dachte ich daran das es nur an der 3 Monats Spritze lag, aber selbst seit ich diese dann abgesetzt habe bessert sich da nichts.
Jetzt ist meine Frage, woran liegt es das ich nicht feucht werde? Mangelnde Östrogene?
Was kann ich gegen den extrem stinkenden Ausfluss machen?
Sollte ich nochmal meinen FA aufsuchen und ggf. ein Pillenwechsel ansprechen?
Vielen Dank schonmal für ihre Antwort.
Liebe Grüße
Christine
Liebe Christine,
Sie haben es ganz richtig erkannt, die zu niedrig dosierte Pille ist das Problem. Da kann man weder feucht werden, noch kann sich eine vernünftige Scheidenflora halten, denn auch die braucht genügend Östrogen. Der Ausfluss stinkt so, weil diese Bakterien nicht von den Milchsäurebakterien (die keinen Nährboden haben) in Schach gehalten werden können. Also entweder eine total andere Pille, (eventuell mal zu einem Hormonspezialisten gehen) oder eine Spirale.
Viel Erfolg und wieder guten Sex!
Liebe Grüße!
Sehr geehrte Frau Gerhard!
Ich leide seit ein paar Tagen an einem weiß-gelblichen Ausfluss und immer wieder kehrendem Juckreiz, mal mehr, mal weniger.
Ich bin 18 Jahre alt und nehme die Pille (aida) . Seit ein paar Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen und wir hatten in der letzten Zeit ziemlich häufig GV. Könnte das damit zusammenhängen? Darf ich trotz dieser Beschwerden normal Geschlechtsverkehr haben? Ich will nicht unbedingt deshalb gleich zum Gynäkologen rennen.
Wäre Super wenn Sie mir weiterhelfen könnten! Vielen Dank und liebe Grüße
Liebe Laura,
ohne Untersuchung kann ich nicht sagen, was dem Juckreiz zugrunde liegt. Etwas weiß-gelblicher Ausfluss ist bei vielen Frauen ganz normal. Der Juckreiz könnte nur eine leichte Hautreizung durch häufigen Verkehr und die Intimhygiene sein. Sollte es schlimmer werden, müsste eine Frauenärztin Sie untersuchen, um eine Infektion auszuschließen. Also erst mal abwarten!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
vielen Dank für Ihre Homepage und Ihre interessanten Tipps!
Ich bin 36 Jahre alt und leide seit 11 Jahren an immer wieder kehrenden Scheideninfektionen. Fast immer handelt es sich um Candidainfektionen. Letztes Jahr habe ich über ca. 4 Monate 2mal wöchentlich Fluconazol eingenommen. In dieser Zeit hatte ich keine Beschwerden. Aber ich denke, dass eine lebenslange Tabletteneinnahme keine Lösung sein kann.
Vor 10 Tagen habe ich mich mit Gynatren impfen lassen. Die Impfreaktion war sehr stark und ich bekam hohes Fieber und Erkältungserscheinungen. Nun steht die zweite Impfung an und ich habe die Befürchtung, dass die Reaktion wieder ähnlich wird. Verträgt man die zweite Spritze besser?
Ausserdem möchte ich bald schwanger werden. Bisher habe ich keine Kinder. Wie lange muss ich nach der Gynatren-Grundimmunisierung warten um schwanger zu werden?
Was kann ich vorbeugend für Produkte verwenden und wie oft? Momentan benutze ich SymbioVag. Reicht eine vorbeugende Behandlung einmal wöchentlich?
Welche Milchsäureprodukte beeinträchtigen die Fruchtbarkeit der Spermien nicht?
Es wäre wunderbar, wenn Sie mir weiterhelfen könnten. Herzlichen Dank!
Viele Grüße
Liebe Simone,
So starke Impfreaktionen auf Gynatren sind sehr selten, meistens werden die Folgeimpfungen besser vertragen. Gegen das schwanger werden spricht nichts. Aber wenn Sie sich unwohl fühlen, warten sie besser 4 Wochen nach der Impfung ab. Wenn immer wieder Pilzinfektionen auftreten, stimmt was mit Ihrem Immunsystem, bzw. dem Darm nicht. Lesen Sie mal diese Artikel in meinem Webmagazin oder besrogen Sie sich „Das Frauen-Gesundheitsbuch“ von mir. Es gibt auch eine spezielle Candida-Vaccine. Einmal pro Woche Symbiovag ist wohl nicht ausreichend: am besten immer, wenn sich der pH-Wert in der Scheide verändert hat, also nach der Periode und dem Geschlechtsverkehr und dem Schwimmbad. Die Milchsäureprodukte sicherheitshalber erst 2-5 Std. nach dem Verkehr anwenden.
Hallo Fr.Prof Dr. Gerhard !
Ich besitze derzeit die Vermutung, dass ich mir eine Pilzinfektion eingefangen habe (Termin beim Frauenarzt ist schon in Aussicht), da mein Ausfluss kumplig und eher grünlich als weiß ist – meine Frage daher: können sich Pilzinfektionen nachhaltig negative Auswirkungen haben(Schwangerschaftsunfähigkeit etc), wenn man zu lange mit der Behandlung gewartet hat oder solche Infektionen immer wieder auftreten?
Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen :))
liebe Helena,
wenn es nur eine Pilzinfektion ist, sollte sie keine langfristigen negativen Auswirkungen haben. Wenn so eine Infektion immer wieder auftritt, sollte man nach der Ursache forschen: zu viel Stress, falsche Ernährung, kranker Darm usw., damit gute Gesundheit besteht, bevor man schwanger werden möchte.
Hallo Frau Dr. Gerhard,
diese Seite gibt mir zum ersten Mal das Gefühl, dass ich wirklich noch etwas tun kann. Ich habe wie einige andere schon Jahre mit einer wiederkommenden Pilzinfektion und Blasenentzündung zu kämpfen. Manchmal wechselt sich das ab, manchmal kommt es auch zusammen. Leider geht es mir wie vielen hier, und ich habe das Gefühl, dass mein Frauenarzt das nicht so ernst nimmt, wie ich es mir wünschen würde. Manchmal haben mich sogar schon die Praxishelferinnen mit einem Medikament abgewimmelt, ohne dass ich einen Arzt gesehen habe. So nach dem Motto, „ach es brennt un juckt , nadann ist es ein Pilz“ – so viel zu, ich fühle mich nicht ernst genommen. Auch der Wechsel meines Gynäkologen wurde nur mit Enttäuschungen bestätigt, weshalb ich seit einiger Zeit immer in Selbstversuchen das ganze zu bekämpfen versuche. Mir ist bewusst, dass ich von Ihnen jetzt keine Wunder erwarten darf, aber ich hoffe zumindest von Ihnen ernst genommen zu werden. Ich weiß ehrlich nicht mal mehr, wie es genau anfing, entweder mit einem Pilz oder mit einer Blasenentzündung. Und dann das klassische Hin- und Her, Gynäkologe und Urologe behandeln fleißig immer nur auf Ihrem Gebiet, nebeneinander her. Auch auf Fragen hin, ob es sich hierbei vielleicht um ein Zusammenspiel der beiden Infektionen handeln könnte, bekam ich nur ein „Ja, könnte sein“ – aber eine wirkliche Hilfe gab es nicht. Außer, dass ich zusätzlich zu Antibiotika noch ein Scheidenpilzrezept bekam. Nun ist es leider mal wieder so weit, meine Scheide ist trocken, brennt, juckt und meine Blase entleert sich nur tröpfchenweise und das tut auch noch höllisch weh. Gefühl: eindeutig zu trockene Scheide, ob es bereits Pilze oder Bakterien gibt, weiß ich nicht, aber die Blasenentzündung ist in jedem Falle kurz vor Ausbruch. Manchmal hab ich es schon geschafft diese mit viel trinken (u.a. cranberrysaft und blasentee) und warm halten einzudämmen. Antibiotika habe ich bereits 20 Tage am Stück nehmen müssen (vor zwei Monaten), um das endgültig los zu werden. Danach habe ich dann noch 40 Tage Tabletten gegen „Resturin“ in der Blase bekommen. Das sollte aber keine Dauerlösung sein. Derzeit versuche ich erstmal meine Scheidenflora mit einer Milchsäurekur von KadeFungin aufzubauen. Nun habe ich aber gelesen, dass dies nur sinnvoll wäre, wenn ich da noch Laktobazillen habe, aber wenn alles weg ist, sollte man eher die MultiGyn FloraPlus nutzen. Ist das richtig? Oder würden Sie noch etwas anderes empfehlen. Leider weiß ich nicht, ob ich da nun noch welche habe, so wie es mir scheint, habe ich aber keine, da ich eindeutig zu häufig (alle 3 Wochen und /aber vor allem nach der Periode). Zusätzlich ist da diese Blasenentzündung, die mich plagt. Ich weiß jetzt leider auch nicht in welcher Reihenfolge ich was machen soll. Sie empfehlen nach dem Sex auch ein VagiFlorzäpfchen, Sie empfehlen nach der Intimrasur auch ein Produkt, welches mit Milchsäure angereichert ist. Soll ich die Kur sein lassen und das FloraPlus beginnen? und was dann? Ist es sinnvoll, regelmäßig eine Kur zu machen, muss ich dann alle Produkte gleichzeitig nehmen? Oder nach dem Aufbau mit dem FloraPlus noch die Kur ranhängen oder ist das zuviel – vor allem dauert das ja auch alles immer und dann kommt die Periode und der „Spaß“ geht von neuem los. Ich bin 23 Jahre alt, nehme die Pille (Yaz, 24 Tage), vertrage diese gut, habe keine Allergien, bin Nichtraucher, lebe in einer festen Partnerschaft. Ich habe oft auch Schmerzen beim GV (trotz Gleitgel), ich weiß eigentlich gar nicht mehr, wie es sich anfühlt keine Schmerzen dabei oder danach zu haben. Das ist nicht schön, vor allem, weil ich eigentlich mal gerne Sex hatte, aber jetzt ist es immer der pure Stress für meinen Körper. Das belastet mich, und dann auch meinen Partner sehr. Ich bin verzweifelt, aber nur weil ich das Gefühl habe, dass Ärzte aneinander vorbei arbeiten, mich nicht ernst nehmen, nichts dauerhaft hilft. Mein Gyn meinte zusätzlich, dass „nur Frauen in den Wechseljahren“ Östrogenmangel bekommen könnten – dabei liegt in seiner Praxis eine Broschüre bei der auch gebährfähige Frauen trotz (oder aufgrund) Pilleneinnahme genau mit dem Problem „Scheidentrockenheit“ aufgrund von Östrogenmangel beschrieben werden. Ich könnte noch drei Seiten darüber schreiben. Ich könnte auch noch drei weitere Seiten mit Fragen aufschreiben, aber ich hoffe erstmal die wichtigsten gestellt zu haben. Ich danke Ihnen schon einmal für diese Seite und Ihren Beitrag und für’s lesen..ich wäre Ihnen sehr dankbar, wenn ich vielleicht ein wenig Unterstützung bekommen könnte.
Liebe Laura,
wahrscheinlich hängen Ihre immer wiederkehrenden Beschwerden schon mit der Pille zusammen, denn sie ist recht niedrig dosiert. Und das kann sich sowohl auf die Scheiden- als auch Blasenschleimhaut auswirken. Sie hatten bei Ihrem Frauenarzt ja schon die richtige Broschüre entdeckt! Außerdem gibt es Frauen, die generell unter der Pilleneinnahme zu Pilzinfektionen neigen. Per Internet darf ich IHnen aber keine weiterreichenden persönlichen Therapieempfehlungen geben. Schauen Sie mal in der Ärzteliste von http://www.natum.de, vielleicht finden Sie dort eine Frauenärztin, die ganzheitlich arbeitet. Wegen der Blasenentzündungen verweise ich auf diesen Artikel http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/immer-wieder-blasenentzundung-muss-nicht-sein/ Darin finden Sie viele Vorschläge zur Verhütung und Behandlung mit Pflanzen, bspw. Angocin antiinfect oder Canephron N
Viel Erfolg!
Guten Tag,
Bin 21 jahre alt , Habe immer vor meiner Rengel weissen Ausfluss und ein ziehen im Eierstock, habe auch ein Juckreiz und ab und zu brennen beim Harn lassen??
Hätte noch eine Frage warum ich beim Sex immer blähungen bekomme das direkt dann sticht bis zur Schulter wenn ich mich nicht anders positioniere?? ist das alles normal?
Vielen Dank im Vorraus
Hallo, Tina,
das kann alles normal sein. Sicherheitshalber mal vom Frauenarzt den Urin untersuchen und einen Abstrich auf Chlamydien machen lassen.
Hallo Frau Dr. Gerhard,
ich habe Ihre Seite gelesen und mich bei vielen Beiträgen wiedergefunden. Das was Sie schreiben finde ich gut, deshalb schreibe ich Ihnen mein Problem auch:
Vor 3 1/2 Jahren hat mein Ex-Mann mich und meinen Sohn wegen einer anderen Frau verlassen, eine Woche später bekam ich die erste Scheideninfektion. (Mit 16 Jahren hatte ich auch schon über mehrere Monate / Jahre Infektionen.) Seitdem habe ich einmal im Monat eine Infektion. Ganz plötzlich kommt es, ich habe schon immer eine Packung Canifug oder andere Zäpfchen zuhause, falls es abends anfängt, dass ich es gleich nehmen kann. Ich habe auch schon den Frauenarzt gewechselt, da er mir nicht mehr helfen konnte. Er sagte, ich brauch nicht vorbeikommen, ich kann das Medikament in der Apotheke holen. Der neue Arzt meinte auch, es könne psychisch sein, denn mit meinem Ex-Mann habe ich noch ziemlich Stress und wir streiten ums Geld, er hintergeht mich. Ich habe noch mit der ganzen Sache zu kämpfen. Einen neuen Freund habe ich wieder. Aber da er gerne und oft Sex hat und wir dann aber wegen der Infektionen nicht können, belastet dies natürlich so langsam auch die Beziehung. Meine Intymhygiene ist normal, ich weiss ja, auf was ich achten muss. Es sei denn, ich weiss einiges noch nicht, aber wir haben uns die letzten Monate in vieles eingelesen. Eine Impfung habe ich auch hinter mir, aber das viele Geld war leider unnötig ausgegeben, es half gar nichts. Mir macht das ganze jetzt so langsam immer mehr mein Leben schwer. Ich fühle mich dann nicht wohl, nehme die Zäpfchen, mir tut alles weh, ich habe dann Kleidung an, in der ich mich gar nicht wohlfühle. Ich finde es so gemein, denn die Trennung selber ist nicht einfach und jetzt habe ich einmal im Monat so eine Infektion – so geht es mir nie besser. Ich hoffe, Sie können mir irgendwie helfen. Wenn Sie noch bestimmte Sachen wissen müssen, antworte ich Ihnen gerne. Die Pille nehme ich nicht mehr. Das hat mein Freund entschieden, auch die Heilpraktikerin hat mir davon abgeraten. Letzten Sonntag wäre die Zeit meines Eisprungs gewesen, und soeben habe ich wieder eine Infektion. Hängt es damit zusammen. Ich bin 42 Jahre alt. Ich möchte gerne mal wieder fröhlich sein, ich hoffe, Sie können mir helfen. Vielen Dank und viele Grüße Hilke
Liebe Hilke,
Sicher ist es zunächst einmal vernünftig, wenn der Frauenarzt bei immer wiederkehrenden Scheidenpilzen ein Mittel verschreibt, das mit Chemie die Pilze abtötet. Und auch, wenn das wiederholt in den kritischen Zyklusphasen gemacht wird, in denen sich die Pilze zu wohl fühlen und sich wieder vermehren. In einer Studie konnte gezeigt werden, dass dieses Vorgehen besser half als Homöopathie: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/scheidenpilze-behandlung-mit-chemie-oder-homoopathie/.
Wir müssen uns aber klar darüber sein, dass kein Mensch dauerhaft pilzfrei ist. Damit kommen wir zur Naturheilkunde, nicht der Pilz ist der Böse, sondern das Milieu, in dem er sich wohlfühlt. In verschiedenen Artikeln über Scheidenpilze in diesem Webmagazin können Sie nachlesen, welche Vorsorgemaßnahmen Sie treffen können, damit sich die Pilze in Ihrer Scheide nicht mehr wohlfühlen, bzw. das Immunsystem so stark ist, dass es die Pilze an der Vermehrung hindert.
In Ihrem Fall würde ich Scheidenzäpfchen benutzen, die antientzündlich wirken, die natürliche Scheidenflora wieder aufbauen und den Scheiden-pH-Wert konstant niedrig halten. Nach der Periode, nach Geschlechtsverkehr, nach dem Schwimmen wird der pH zu basisch, also dann immer prophylaktisch diese Zäpfchen einführen (bspw. Multi-Gyn Floraplus, Vag4, Delima).
Vorausgesetzt Sie haben wirklich Beschwerden durch Pilze, könnten Sie in den nächsten 3 Monaten einmalig nach jeder Periode Itraconazol schlucken, sofern nichts gegen die Einnahme dieses Medikaments spricht.
Wichtig bei immer wiederkehrenden Beschwerden ist es auch, seine Ernährung genau zu überprüfen und dafür zu sorgen, dass auch die Mikroflora des Darms gesund ist. Das erreichen Sie durch vollwertige Biokost mit wenig einfachen Kohlehydraten, genügend Ballaststoffen aus Getreide, Gemüse und Obst und milchsäurehaltige Nahrungsmittel, wie Sauerkraut, saure Bohnen oder am bequemsten mit Kanne Brottrunk.
Kommen Sie alleine nicht klar, so schauen Sie mal in der Ärzteliste der NATUM nach, einer Gesellschaft von Frauenärzten, die sich mit Naturheilkunde und Ganzheitsmedizin beschäftigen: http://www.natum.de
Viel Erfolg und Gute Besserung!
Liebe Prof. Dr. Ingrid Gerhard,
Ich habe vor ca zwei Jahren zum ersten mal eine eierstock- blasen- entzündung und eine zyste gehabt, eine zeit in der ich sehr überfordert und in sämtlichen lebensbereichen gestresst war und sexuell etwas fordenden freund hatte. Diese krankheit wurde leider nicht richtig erkannt und behandelt, nach zahreichen antibiotika kehrten die probleme immer wieder und ich lag mehrere monate nur im bett. Sie wollten dann meinen bauch aufschneiden und reinschauen was los ist, aber ich habe mich dagegen entschieden. Gibt es nicht auch eine andere möglichkeit um zu sehen was in meinem unterleib los ist, als ihn aufzuschneiden? Mir kommt das nicht richtig vor.
irgendwann sagte mir meine frauenärztin in deutschland, dass sie denkt, ich könnte mir gar nicht mehr vorstellen ohne antibiotika gesund zu sein und riet mir ab, weitere tabletten zu nehmen, und mich stattdessen wieder langsam ans leben zu gewöhnen. Es dauerte weitere 3 monate, bis ich wieder größtenteils beschwerdenfrei war, auch wenn mein unterleib sich lange angeschwollen angefühlt hat. Mit yoga, tees, wärme und kräutern und viel viel ruhe bin ich langsam wieder komplett fit und gesund geworden.
Nach 10 immer gesunderen monaten passierte dann wieder das selbe, ich wurde wieder krank, konnte es nicht ganz auskurieren und kämpfte wieder lange mit der entzündung. Seit dem bin ich aber nicht mehr komplett beschwerdenfrei:
Wenn immer ich mich selbst befriedige bekomme ich eine leichte blasenentzündung und meine scheide juckt. Ich dachte ich hätte einen pilz, aber bei einem test wurden coli- bakterien in meiner scheide gefunden, es wurde getestet auf welches antibiotikum sie ansprechen und ich habe es genommen, aber es ist nicht besser geworden!
Im gegenteil, mittlerweile habe ich mich von meinem freund getrennt und eine weile keinen sex gehabt, aber vor kurzem habe ich wieder mit jemandem geschlafen und die symptome waren sofort ein stechender schmerz unter dem bauchnabel, geschwollene lymphknoten, eine juckende scheide und klitoris und ein seltsames gefühl beim wasserlassen und blähungen.
Die ärzte verschreiben mir immer antibiotika und meinen es dauert halt, aber es muss doch noch irgend eine andere möglichkeit geben? Mittlerweile habe ich auch im leben kaum noch stress und achte darauf, immer viel zeit zu haben und auszuruhen, aber ich bin echt verzweifelt, habe angst und kann schon seit ein paar monaten nicht mehr richtig entspannt atmen.
Ich möchte so gern einmal kinder haben und ein schönes Leben mit einem Mann führen, aber ich kann doch nicht mit jemandem zusammen sein wenn ich nach jedem Geschlechtsverkehr erstmal ein paar Wochen krank bin.. :(
Falls sie mir irgendwie helfen können oder jemanden empfehlen können wäre ich sehr dankbar. Ich habe zu den ärzten in Wien, bei denen ich war mittlerweile eigentlich kaum noch vertrauen, aber ich weiß auch nicht an wen ich mich wenden soll, und da ich schon so lange krank war und das thema auch für die meisten menschen ein tabu ist kann ich eigentlich mit niemandem mehr so richtig darüber sprechen und tue immer so als wäre alles in ordnung.
Ich war sehr froh diese seite zu finden und zu sehen, dass auch andere frauen unter scheideninfektionen leiden und bin für jede hilfe dankbar.
Liebe freddie,
Bei diesen immer wiederkehrenden Entzündungen müsste Ihr gesamtes Immunsystem stabilisiert und Ihr Darm behandelt werden. Schauen Sie sich einfach in meinem Webmagazin mal die Artikel zur Bedeutung des Darms an. Vielleicht finden Sie ja über diese Adresse: http://www.mikrooek.de/fuer-patienten weitere Hinweise und einen Arzt vor Ort. Da mir auch der psychische Faktor eine große Rolle zu spielen scheint, habe ich für Sie mal die Webseite rausgesucht, die mit einer sehr speziellen Methode, der Psenergy, arbeitet. Frau Dr. Banis hat schon einige Artikel dazu bei mir geschrieben. Hier ist die Therapeutenliste, wobei erfreulicherweise auch einige in Wien dabei sind: http://www.psenergy.ch/pages/p-therapeuten.php
Viel Erfolg und ein zunehmend gesundes 2013 wünscht Ihnen Ihre Ingrid
Sehr geehrte Frau Gerhard,
vor einigen Jahren hatte ich länger Zeit mit sehr häufigen Scheidenpilzen zu kämpfen, damals war ich ich 17. Nachdem ich sehr viele Pilzmittel ausprobiert habe und mich auch mit Gynatren habe impfen lassen, und das alles nur kurzzeitig geholfen hat, bin ich irgendwann zu einem Heilpraktiker gegangen und habe eine Anti-Pilz-Diät gemacht und die Infektionen von da an mit dem Majorana Vaginalgel von Wala bekämpft. Zudem habe ich meine Pille gewechselt und nehme seitdem die Maxim. Das hat alles sehr lange gut funktioniert und meine Scheide hat sich super erholt, so dass ich mir kaum noch Gedanken über Infektionen gemacht habe. Seit einiger Zeit merke ich jedoch, dass ich wieder zu Infektionen der Scheide neige. Das Vaginalgel von Wala scheint nicht mehr richtig zu helfen und auch eine zweite Diät hat nicht den gewünschten Effekt gebracht.
Nun würde ich von ihnen gerne wissen, ob es sein kann, dass der Erfolg z.T. doch von der Imfpung abhängt und diese vielleicht nicht mehr wirkt. Muss man sie auffrischen?
Oder könnte ein erneuter Pillenwechsel mir etwas bringen?
Ich habe Angst, durch erneutes dauerhaftes Verwenden von Anti-Pilz-Mitteln wie Canifug meine mühsam aufgebaute Schleimhaut wieder zu schädigen.
Liebe Grüße,
Hannah
Liebe Hannah,
Es ist ja die Frage, ob Sie tatsächlich immer Pilze haben oder ob es sich um Mischinfektionen oder überwiegend bakterielle Infektionen handelt. Es gibt zwei Möglichkeiten: entweder ist das Immunsystem zur Zeit geschwächt, so dass Sie vermehrt zu Scheideninfektionen neigen (Stress, falsches Essen, Partnerprobleme) oder die Pille ist wirklich etwas zu niedrig dosiert, so dass es sinnvoll sein könnte, sie zu wechseln, bzw. zu einer ganz anderen Verhütung zu greifen, denn die künstlichen Hormone könnten sich langfristig auch auf das Immunsystem auswirken. Da Gynatren offenbar früher schon mal geholfen hatte, spricht das eher für Mischinfektionen, und Sie können ruhig eine Auffrischimpfung machen lassen.
Sehr geehrte Frau Gerhard, mit großem Interesse habe ich Ihre Seite gelesen. Auch ich (63 J.) habe seit fast einem Jahr ständig Probleme, die mittlerweile auch meine Ehe belasten. Es begann mit extrem starken Schmerzen beim GV, an eine Infektion dachte ich erstmal nicht. Nun bin ich bei dieser Sache beim 3. Gynäkologen, der als erstes die Befunde ins Labor schickte. Hier kurz die Ergebnisse:
Der Arzt meinte, in erster Linie sind die Beschwerden hormonell bedingt und gab mir Vagifem-Zäpfchen. Der Laborbefund ergab mäßig Gardnerella vaginalis und reichlich „Ureaplasma urealyticum“. Ich bekam 10x Doxycyclin, 6x Arilin und 1x Fluconazol. Der Partner wurde auch mit Doxycyclin behandelt. Danach wurden Streptokokken festgestellt, dagegen bekam ich Amoxi 1000, gegen den aufgetretenen Scheidenpilz Canifug und anschließend Mysteclin Vaginaltabl., da ich immer noch Ausfluss und Brennen verspürte. Zum Aufbau der Scheidenflora nehme ich derzeit Gynoflor, ansonsten 1x pro Woche Vagifem.
Ich möchte keine Antibiotika mehr nehmen; was kann ich tun, damit ich endlich diese Infektionen loswerde und auch wieder angstfrei GV haben kann. Besten Dank für Ihre Antwort.
Liebe Brigitte,
vielleicht reicht einmal in der Woche Vagifem nicht. Höher sollte man diese Art von Östrogenzäpfchen aber nicht dosieren, besser Östriol Vaginalsalbe nehmen. Etwa 10 Tage täglich und dann nur 3 mal in der Woche. Dann müsste sich die Scheidenschleimhaut normalisiert haben. Als Gleitmittel sollten Sie ein Multigyn-Produkt wählen, das die Scheide befeuchtet. Bringen Sie Ihren Darm in Ordnung, indem Sie regelmäßig Joghurt essen, auch darunter verbessert sich die Scheidenflora. Hilft das alles nicht, bitte mich noch mal anschreiben.
Viel Erfolg!
Liebe Frau Gerhard,
ich bin gerade etwas verzweifelt und fühle mich schlecht verstanden und beraten. Nun bin ich auf diese Seite gestoßen und hätte gerne Ihren Rat. Ich habe schon seit längerem immer wieder Juckreiz und Rhagaden im Intimbereich. Im April habe ich mein Kind spontan zur Welt gebracht und stille es noch teilweise. Nun war ich bereits im Sommer zur Nachsorge bei meinem Gynäkologen und habe ihm schon damals mein Problem geschildert. Dieses war zwar bereits vor der Schwangerschaft immer mal wieder vorhanden, aber war nicht von Dauer. Er sagte mir, dass ich stillbedingt einen Östrogenmangel hätte und untenrum wie eine 70-Jährige aussähe. Meine Haut wäre weißlich und ich hätte eine Atrophie der Labien. Ich solle erstmal einmal täglich Oekolp-Salbe verwenden und nach der Stillzeit wiederkommen. Von dem Vergleich war ich natürlich etwas schockiert. Ich war etwas skeptisch gegenüber der Nutzung einer Östrogensalbe während des Stillens, tat es dann trotzdem eine Weile. Darunter verschlimmerten sich der quälende Juckreiz und Rhagaden aber. Ich verwendete dann zeitweise Deumavan bzw. Tannolact. Momentan leide ich permanent darunter. Deshalb war ich nun nochmals beim Gyn. Er konfrontierte mich wieder mit dem obengenannten Vergleich, legte mir dann einen Zettel vor, auf dem „Lichen planus“ stand und sagte, das wäre meine Diagnose. Es sei eine Art Flechte. Ich müsse abstillen, sonst könne ich Geschlechtsverkehr irgendwann nur noch mit Gewalt haben. Die Krankheit werde mich wohl erstmal für längere Zeit begleiten. Auf die Frage, ob das vergleichbar mit Lichen sclerosus et atrophicus sei (darüber hatte ich mich schon informiert), sagte er ja. Dass ich ein Problem damit habe, abzustillen, wollte er nicht verstehen. Die Bindung sei jetzt hergestellt und mehr als 6Monate seien unnütz. Dass ich die Nähe zu meinem Kind, die in dieser Weise ja sowieso nur noch wenige Monate bestehen wird, nicht so plötzlich aufgeben möchte, brauchte ich diesem Arzt dann nicht mehr erzählen. Er rezeptierte mir 1x/tgl. Linoladiol H. Nun bin ich total überfordert, traurig, ängstlich und hin-und hergerissen. Muss ich wirklich schon abstillen? Sollte ich mir vorher eine Zweitmeinung einholen? Was passiert, wenn ich nach einer erneuten Schwangerschaft wieder stillen will? Habe ich jetzt wirklich für lange Zeit oder gar immer diese Symptome? Dazu kommt die Angst vor dem Entartungsrisiko… Haben Sie damit Erfahrung? Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!
Mit freundlichen Grüßen,
Hannah
Liebe Hannah,
da scheinen Sie ja wirklich an einen sehr gefühlvollen Gynäkologen geraten zu sein. Unter http://www.natum.de finden Sie Frauenärzte, die ganzheitlich arbeiten und vielleicht noch andere Ideen haben. Es ist sicher richtig, dass Sie einen stillbedingten Hormonmangel haben, aber das hat ja jede Frau. Wenn sich Ihre Haut so stark verändert hat, kommt sicher auch noch ein Problem des Immunsystems dazu. Ist Ihr Vitamin-D-Spiegel in Ordnung? Natürlich dürfen Sie weiterstillen. Folgende Behandlungen kommen in Frage:
Oekolp-Creme: darin ist ein Östrogen, das Östriol, das Ihrem Baby mit Sicherheit nicht schadet.
Aromatherapie, in diesem Artikel finden Sie auch eine Apotheke.
Colostrum, am besten lokal und trinken. Damit würde ich anfangen, dann in Ruhe einen anderen Arzt suchen. NIcht zu vergessen die Darmtherapie. Dafür würde ich Kanne Brottrunk empfehlen, der auch Ihrem Baby über das Stillen guttut. Alles Gute und berichten Sie mal, was geholfen hat.