Fast jede Frau leidet irgendwann einmal unter einer Scheideninfektion. Juckreiz, Ausfluss, Brennen und Schmerzen sind oft die typischen Anzeichen. Und viele Frauen schlagen sich immer wieder mit diesen quälenden Symptomen herum. Deshalb wurde ich von Frau Martina Seifen-Mahmoud für die Zeitschrift BIO zu dieser Erkrankung interviewed.Hier finden Sie das Interview mit einigen Ergänzungen und den Themen: Ursachen von Scheideninfektionen, Vorsorgemaßnahmen und Hilfen. In einem zweiten Artikel werde ich auf bestimmte Lebenslagen eingehen: Schwangerschaft, Stillzeit, Pille und die Probleme in den Wechseljahren.
Ursachen von Scheideninfektionen
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Sommer, Sonne, Badefreuden und Scheideninfektion?
Ja, den gibt es. Viele Haut- und Schleimhautbewohner lieben eine feucht-warme Umgebung. Synthetikunterwäsche, String-Tangas und hautenge Stretch-Jeans sorgen für dieses Hautklima, bei dem man im Sommer noch leichter ins Schwitzen kommt. Eine erhöhte Ansteckungsgefahr droht außerdem durch Schwimmbäder, nasse Badesachen und gemeinsam genutzte, feuchte Handtücher.
Im Urlaub kann die zu intensive Sonneneinstrahlung das Immunsystem schwächen. Auch ungewohnte Speisen oder ein Zuviel an bestimmten Nahrungsmitteln oder Alkohol belasten den Organismus vermehrt. Last but not least ist für viele im Urlaub endlich mal Zeit für häufigen Sex, der die Scheidenschleimhaut und das Scheidenmilieu verändert.
Was in der Scheidenhöhle wohnt
Warum kann es relativ schnell zu einer Infektion kommen?
In der weiblichen Scheide leben eine Vielzahl von Bakterien und Pilzen in Harmonie zusammen, sofern die Milchsäure produzierenden Döderleinbakterien überwiegen und die möglicherweise krank machenden Keime in Schach halten. Das schaffen sie, indem sie den Säuregrad der Scheide bei einem pH- Wert von etwa 4 halten. Die Milchsäurebakterien sind von den Östrogenen abhängig, deshalb schwankt ihre Zahl und Aktivität im Verlaufe des Zyklus.
Werden diese hilfreichen Bakterien abgetötet, beispielsweise durch Antibiotika oder gechlortes Schwimmbadwasser, dann vermehren sich die schädlichen Keime. Auch durch Reinigungsmittel, hormonelle Veränderungen, Samenflüssigkeit, Blut, kann sich der pH-Wert verändern. Rötung und Schwellung im Intimbereich, untypisch gefärbter oder übel riechender Ausfluss, Juckreiz, Brennen – all dies sind Zeichen einer Infektion.
Bakterien oder Pilze
Scheideninfektionen werden meistens durch Bakterien oder Pilze verursacht – worin liegt der Unterschied?
Pilze und Bakterien haben unterschiedliche Lebensbedingungen. Pilze lieben beispielsweise Zucker. Frauen mit Übergewicht und einer erhöhten Zuckerkonzentration im Gewebe erkranken deshalb häufiger an Pilzinfektionen. Hierbei handelt es sich um Hefepilze, sogen. Candida-Arten. Ganz typisch ist dabei der weiße bröckelige Ausfluss, starker Juckreiz, eine gerötete und geschwollene Schleimhaut. Wenn frau schon „Pilzerfahrung“ hat, kann sie bei den ersten Anzeichen drei Tage lang KadeFungin 3 (Dr. Kade) einführen, das rezeptfrei erhältlich ist und die Pilze abtötet. Anschließend empfiehlt es sich, mit KadeFungin Milchsäurekur den pH- Wert wieder zu stabilisieren. Inzwischen gibt es ein neues Produkt, Multi-Gyn FloraPlus, das durch die Förderung der eigenen Laktobazillen in vielen Fällen die Pilzbesiedelung verhindern oder stoppen kann.
Bei ernsteren Pilzinfektionen und geschwächtem Immunsystem kann es sein, dass die Pilzsporen, die sich tief ins Gewebe eingraben können, von einfachen Anti-Pilzmitteln nicht erreicht werden. Dann sind spezielle, verschreibungspflichtige Mittel nötig, wie bspw. Fluconazol, das Pilze und Sporen abtötet.
Steigt der Scheiden-pH-Wert an, so vermehren sich die krank machenden Bakterien. Sie können aus dem Darm in die Scheide überwandern, bspw. die Colibakterien, oder durch Schmierinfektionen schon bei kleinen Mädchen in die Scheide eingebracht werden, bspw. die Streptokokken. Seltenere Erreger wie Gonokokken oder Chlamydien werden beim Geschlechtsverkehr übertragen. Sie machen aber selten eine starke Scheidenentzündung, sondern viel mehr eine Eileiterentzündung.
Das Hämophilus vaginalis-Bakterium, das heute normalerweise Gardnerella vaginalis genannt wird, liebt basisches Milieu und vermehrt sich besonders auf mangelhaft aufgebauter Scheidenschleimhaut. Diese Infektion kommt häufig nach den Wechseljahren oder unter niedrig dosierten Verhütungs- Pillen vor. Der Ausfluss ist eher klar und dünnflüssig und riecht nach Fisch. Juckreiz kann, muss aber nicht auftreten. Manchmal reicht es dann schon, wenn man mit Vitamin C (Vagi-C, Taurus- Pharma) die Scheide ansäuert. Vitamin C hat auch antioxidative Eigenschaften und ist daher besser als Milchsäure. Unter dem Einfluss des Vitamin Cs kann sich die eigene Scheidenflora in kürzester Zeit wieder regenerieren. Oder Sie verbessern mit Milchsäurebakterien das Scheidenmilieu. Mitunter ist aber eine lokale Hormon- oder sogar Antibiotikatherapie (am besten mit Metronidazol oder Clindamycin) sinnvoller.
Da die unterschiedlichen Infektionsauslöser auch verschiedene Behandlungen brauchen, ist es wichtig, dass man in der Regel eine Scheidenentzündung nicht nach Schema F selber behandelt. Sondern dass zunächst der Frauenarzt die richtige Diagnose stellt.
Trichomonaden
Auch Trichomonaden, also einzellige Geißeltierchen, gelten als Auslöser. Was ist hier zu beachten?
Trichomonaden werden vor allem beim Geschlechtsverkehr übertragen, nur die Hälfte aller Frauen bekommt allerdings Symptome. Wenn bekannt ist, dass der Partner Trichomonaden hat, muss unbedingt mit einem speziellen Antibiotikum behandelt werden. Besonders gefährlich sind sie in der Schwangerschaft, da sie zu einer Frühgeburt führen können. Vor Trichomonaden schützt man sich am besten durch die Benutzung eines Kondoms bei jedem Geschlechtsverkehr.
Risiko: Geschlechtsverkehr
Wie reduziert man beim Geschlechtsverkehr das Risiko für eine Scheideninfektion?
Einen Schutz haben wir gerade schon genannt: das Kondom. Man verhindert damit nicht nur, dass krank machende Bakterien übertragen werden können, sondern gleichzeitig schützt man die Scheide vor der basischen Samenflüssigkeit. Es dauert nämlich bis zu vier Tage nach dem Geschlechtsverkehr, bis sich der normale saure pH- Wert wieder eingestellt hat. Deshalb empfehle ich Frauen, die zu Scheideninfektionen neigen, nach dem Geschlechtsverkehr prophylaktisch ein Scheidenzäpfchen mit biologisch aktiven Milchsäurebakterien einzuführen, bspw. Vagiflor (Chiesi), 4Vag (hypo-a, enthält noch „Futter“ für die Bakterien und Vitamine) oder SymbioVag (SymbioPharm, enthält noch Milchsäure und Inulin, einen Nährstoff für Milchsäurebakterien).
Auch bestimmte Sexualpraktiken erhöhen das Risiko für Infektionen. So zum Beispiel wenn nach dem Analverkehr direkt Vaginalverkehr ausgeführt wird, ohne das Kondom zu wechseln oder sich gründlich zu reinigen. Denn dann können sich die Darmbakterien richtig wohl in der Scheide fühlen.
Psyche schuld?
Wenn Frauen immer wieder unter einer Scheideninfektion leiden – welche Rolle spielt der psychische Aspekt dabei?
Stress und Überlastung beeinträchtigen das Immunsystem und damit auch das Ökosystem unserer Haut und Schleimhäute. Die einen Frauen reagieren auf Stress mit Magen- oder Darmbeschwerden, die anderen mit Asthma oder Neurodermitis und wieder andere mit ständig rezidivierenden Infektionen. Dahinter können Partnerprobleme stecken, Ängste, Erfolgsdruck bei Kinderwunsch usw. Den Einfluss von psychischen Faktoren und Umweltbelastungen auf wiederholte Scheideninfektionen hat meine Kollegin Dr. Ulrike Güdel-Banis in einem gesonderten Artikel dargestellt.
Aber bevor man die Ursache auf die Psyche schiebt, sollte man wirklich eine klare Diagnose stellen. Denn wie oft kommen Frauen in die Sprechstunde und wollen nur wieder „die Zäpfchen gegen meinen Pilz“, die überhaupt keinen Pilz haben. Oft ist die Schleimhaut durch Pilzbehandlungen geschädigt oder es steckt eine Hormonstörung dahinter. Dies alles kann behandelt werden und schon ist die „psychische Ursache“ aus dem Weg geräumt.
Übertriebene Hygiene meiden
Welches sind die häufigsten Fehler bei Hygienemaßnahmen, die immer wieder propagiert werden? Was kann man tun oder sollte man möglichst unterlassen?
Der häufigste Fehler ist sicher, dass man „untenrum“ besonders „rein“ sein und gut riechen will. Leider wird viel zu häufig, zu intensiv und mit zu vielen Waschmitteln und Deos gearbeitet. Das reizt die Haut, tötet die guten Hautbakterien ab und erleichtert den krank machenden Keimen, die beispielsweise aus dem Darm kommen, den Eintritt in die Scheide. Ganz wichtig: Der Intimbereich sollte immer von vorne nach hinten, also vom Scheidenausgang zum After gereinigt werden.
Man nimmt dafür am besten Einmalwaschlappen oder solche aus Baumwolle, die man nur einmal benutzt und dann bei mindestens 60 Grad wäscht. Benutzen Sie ein- zweimal am Tag eine Waschlotion mit einem pH-Wert unter 7, bspw. Deumavan sensitiv (Kaymogyn). Pflegende Salben, wie Deumavan Salbe (Kaymogyn) oder Asche Basis Creme (Chiesi) sind unbedingt nach dem Waschen zu empfehlen, da sie die Haut glätten, vor Austrocknung schützen, Beschädigungen verhindern und weniger Darmbakterien auf der Haut verbleiben.
Verzichten sollte man auf Scheidenduschen, die nur die normale Scheidenflora durcheinander bringen. Die Scheide kann sich selber reinigen. Zurückhaltung ist auch geboten bei der Benutzung von duftenden Feuchttüchern. Sie reizen unter Umständen die Haut und können allergische Reaktionen auslösen.
Welche Vorteile hat ein Bidet?
Wenn man richtig herum darauf sitzt, wird das Genitale von vorne nach hinten abgespült und man schmiert nicht mit einem Waschlappen in alle Richtungen. Auch kann man die Temperatur regeln und eine Art Kneippkur für den Unterleib machen, indem man zwischen warm und kalt wechselt. Manche haben einen integrierten Fön, so dass die Haut besonders schonend getrocknet wird.
Welche Maßnahmen gelten für den Partner?
Auch der Partner sollte sich vor dem Geschlechtsverkehr das gesamte Genitale waschen und dabei auch die Vorhaut zurückschieben. Anschließend ist gründliches Händewaschen angesagt. Damit reduziert er das Risiko von Scheideninfektionen bei der Partnerin. Leidet die Partnerin unter wiederholten Scheideninfektionen, muss unter Umständen beim Partner mal eine Spermaprobe untersucht werden, denn er kann unter einer Entzündung leiden, ohne es zu merken. Nur ein Abstrich vom Penis reicht normalerweise nicht aus.
Und nicht zu vergessen, das Kondom, das ihn selbst und die Partnerin vor Infektionen schützt. Übrigens gilt dasselbe, wenn frau eine Partnerin hat: durch den Austausch der Scheidensekrete kann sie sich infizieren, und zwar ist das Risiko umso höher, je häufiger die Partnerinnen wechseln.
Tabelle: Intimpflege: was ist richtig, was ist falsch?

Tipps zur Vorbeugung
Wie lässt sich einer Scheideninfektion am besten vorbeugen?
Das fängt im Alltag bei der Kleidung und der Hygiene an. Die Unterwäsche sollte aus atmungsaktivem Material und nach Möglichkeit bei 60 Grad waschbar sein, denn dann gehen auch Pilze kaputt. Tangas sind für anfällige Frauen nichts. Der Slip sollte täglich gewechselt werden, die Kleidung nicht zu eng sein. Superenge Jeans sehen zwar flott aus, wenn man aber den ganzen Tag darin sitzen muss, entsteht ein schlechtes Hautklima. Hat man eine sitzende Tätigkeit, dann ein Kissen oder eine Unterlage wählen, die nicht zum Schwitzen führen.
Piercing und Intimrasuren reizen die Haut, so dass sie besonders sorgfältig mit Pflegecremes nachbehandelt werden muss. Dafür bietet sich Sagella Sensitive Pflege-Balsam an (Rottapharm), in dem zusätzlich ein pflanzlicher Haarwuchshemmer enthalten ist. Über die vernünftige Hygiene hatten wir ja schon gesprochen.
Um Infektionen durch Schwimmbadbesuche vorzubeugen, führt man am besten vor dem Schwimmen einen nicht reizenden Spezialtampon in die Scheide ein, den Symbiofem protect (SymbioPharm). Und wenn man befürchten muss, dass durch Medikamente, wie bspw. Antibiotika oder Nebennierenrindenhormone, die Scheidenflora leiden könnte, führt man prophylaktisch aktive Milchsäurebakterien ein, wie bspw. 4Vag (hypo-a) oder Vagiflor (Chiesi).
Auch nach einer Untersuchung beim Frauenarzt, nach operativen Eingriffen am Muttermund oder einer Ausschabung können die vorsichtshalber benutzt werden. Für Frauen, die besonders nach der Periode oder nach dem Geschlechtsverkehr an Scheidenentzündungen erkranken, sind diese Zäpfchen oder Scheidencremes auch eine große Hilfe.
Wichtig ist, dass nicht nur äußerlich mit Salbe behandelt wird, sondern dass die Zäpfchen tief in die Scheide, am besten abends, eingeführt werden. Außerdem gibt es zahlreiche Feuchtmittel als Vaginalsalben, -gels und -zäpfchen mit unterschiedlichen Inhaltsstoffen, wie Hyaluronsäure, Pflanzenextrakten (Aloe vera, Teebaumöl, Soja, Ringelblumen), die neben der Befeuchtung auch antientzündliche Eigenschaften haben. Sie sind aber wirklich nur zur Prophylaxe und als Gleitmittel geeignet. Informieren Sie sich vorher, ob sie mit Kondomen vereinbar sind.
Naturheilverfahren einsetzen
Welche naturheilkundlichen Maßnahmen empfehlen Sie?
In der Naturheilkunde wird ja weniger ein bestimmter Keim behandelt als das Terrain, der Boden, auf dem sich eine Erkrankung erst ausbilden kann. Deshalb kann man mit homöopathischen Mitteln behandeln, wenn der Ausfluss eine bestimmte Qualität hat, Besonderheiten bei der Monatsblutung bestehen und gleichzeitig typische Gemütssymptome auftreten.
Nur ein Beispiel: Calcium carbonicum, wenn die Patientin unter einem wund machenden milchigen Ausfluss leidet, die Blutungen zu stark und zu lang sind und sie ewig fröstelt. Homöopathische Komplexmittel können dann verschiedene Arten von Ausfluss abdecken. Mehr dazu finden Sie in meinem Frauengesundheitsbuch.
Oder man versucht es mit den Schüßlersalzen, bspw. Natrium chloratum D6 (Nr. 8) bei wässrig-klaren, wund machenden Absonderungen oder Natrium phosphoricum D6 (Nr. 9) bei sauer-käsigem Ausfluss. Auch Pflanzenmittel aus Sonnenhut, Lavendel oder der Kapuzinerkresse können helfen, die in Form von CERES Urtinkturen (Alcea) den Körper und die Seele bei der Selbstheilung unterstützen. Am besten wendet man sich an eine naturheilkundlich geschulte Therapeutin.
Aber Achtung: Wie größere Studien gezeigt haben, hilft bei immer wiederkehrenden Pilzinfektionen oft der wiederholte Einsatz eines bestimmten Anti-Pilzmittels besser als die Homöopathie, wie ich in einem anderen Artikel schon ausgeführt habe.
Ernährungsumstellung hilft
Kann sich frau auch durch die richtige Ernährung vor Scheideninfektionen mit Pilzen schützen?
Immer wieder tauchen neue Pilzdiäten auf. Letzten Endes wird man sein Immunsystem am besten stärken, wenn man wenig Industriezucker und Auszugsmehle zu sich nimmt, dafür reichlich Obst, Salat, Gemüse und Vollkornprodukte. Auch ein Zuviel an tierischen Nahrungsmitteln sollte vermieden werden, darunter fällt auch der reichliche Konsum von Milch und Käse.
Bei chronischen Pilzinfektionen sollte man auf jeden Fall beim Hausarzt einen Zuckerbelastungstest machen. Auch wenn er unauffällig sein sollte, ist vorübergehend der Konsum von süßem Obst und Kohlenhydraten einzuschränken.
Besteht der Verdacht, dass auch im Darm zu viele Pilze wohnen, was sich durch Blähungen und Durchfall bemerkbar machen kann, so sollte frau mit Ihrem Arzt besprechen, ob eine Stuhluntersuchung nötig ist. Werden darin viele Pilze nachgewiesen, muss der Darm behandelt werden, damit die Pilze nicht die Scheide besiedeln und das Immunsystem weiter schwächen. Frau kann auch auf eigene Faust rechtsdrehende Milchsäure schlucken, bspw. Mykocur (Asconex). Man rührt dreimal täglich 20 Tropfen dieser 20% igen Milchsäure in Wasser oder Tee ein (nicht in Milch!) und trinkt sie über mehrere Wochen regelmäßig. Dadurch wird wieder ein gesunder Darm-pH-Wert eingestellt, das Immunsystem wird aktiviert und der Stoffwechsel entlastet. So stellt sich dann auch wieder eine normale Scheidenflora ein.
Heute wissen wir, dass viele Frauen sogar im Sommer unter einem Vitamin D- Mangel leiden, auch dann droht eine verstärkte Anfälligkeit für Scheideninfektionen. Am besten den Vitamin D- Spiegel messen lassen und Abhilfe schaffen, was übrigens sehr gut mit Vitamin D- Öl über Scheidentampons oder –zäpfchen geht.
Weitere Hilfen
In der Apotheke gibt es Vitamin-C-Tabletten für die Scheide. Was ist davon zu halten?
Diese Tabletten säuern die Scheide an und ermöglichen dadurch den guten Scheidenbakterien bessere Überlebensbedingungen. Vitamin C hat antioxidative und immunmodulatorische Eigenschaften und ist daher mehr als eine Säure. Vitamin -C-Tabletten für die Scheide haben sich als Schutz vor bakteriellen Infektionen besonders in der Schwangerschaft bewährt. Voraussetzung ist natürlich, dass die eigenen Laktobazillen von guter Qualität und in ausreichender Anzahl vorhanden sind. Seit einigen Jahren wissen wir erst, dass vollwertige Laktobazillen Wasserstoffsuperoxid bilden können, das H2O2, und damit die anderen Bakterien in Schach halten. Wenn die Laktobazillen diese Fähigkeit nicht haben, hilft auch das Vitamin C nicht weiter. Übrigens kann man im Labor durch einen Abstrich und eine spezielle Kultur testen lassen, ob die eigenen Milchsäurebakterien Wasserstoffsuperoxid bilden können.
Joghurt für die Scheide?
Eine positive Wirkung sagt man auch so genannten Milchsäure-Gels bei Scheidenpilzinfektionen nach? Mitunter hilft aber auch ganz einfach ein Naturjoghurt, mit dem man die Scheide behandelt. Welche Erfahrungen gibt es?
Die Milchsäure-Gels säuern nur an. Besser sind Milchsäurebakterien(s.o.). Die haben allerdings den Nachteil, dass sie im Kühlschrank aufbewahrt werden sollten. Für Reisen sind die Milchsäuregels deshalb praktischer. Von Naturjoghurt würde ich heute abraten. Diese Laktobazillen gehören nicht zu Vaginalflora! Joghurt hat zwar einen kühlenden Effekt, was manchmal schon hilfreich ist. Das kann aber höchstens mal ein Notbehelf sein, wenn alle Apotheken geschlossen sind.
Impfung gegen Scheideninfektionen
Man hört auch immer mal, dass man sich gegen Scheideninfektionen impfen lassen kann. Was ist davon zu halten?
Das kann eine sehr hilfreiche Sache sein. Es gibt eine spezielle Impfung gegen Candidapilze, aber auch eine zweite, die aus Milchsäurebakterien gemacht wird und das Immunsystem der Scheide verbessert, so dass sie auch anderen Entzündungserregern vorbeugen kann.
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
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Und welche Erfahrungen haben Sie mit der Scheidenhygiene und Infektionen gemacht? Unten können Sie einen Kommentar hinterlassen!

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ich habe seit 2 wochen einen ganz komischen und anderst riechenden Ausfluss ,brennen im Genitalbereich und Juckreiz. Außerdem hat es ein/zweimal leicht geblutet. Bevor ich diese Symptome bekommen habe ,hatte ich Beschwerden mit meinem Magen-Darm und hatte Durchfall .Ich leide seit Wochen unter extremen Stress und Druck und esse viel Zucker.In lezter Zeit uíst zusätzlich meine Neirodermitis schlimmer geworden. Ich war noch bei keinem Arzt aber hab es mit Joghurt versucht ,was nicht wirklich geholfen hat. Wäre es ratsam einen Arzt aufzusuchen ?
Liebe Bea,
bitte unbedingt einen Arzt aufsuchen! Und gibt es denn keine Möglichkeit, den Stress zu reduzieren?
Guten Tag Frau Dr. Gerhard,
ich bin fast 47 Jahre alt. Seit Anfang des Jahres hatte ich Dauerblutungen, am Ende (vor 12 Wochen) hatte ich eine Hysterektomie. Begleitet wurden die Blutungen von ständig wiederkehrender bakterieller Vaginose, Gebärmutterschleimhautentzündung und dauerhaft schlechtem PH-Wert.
8 Wochen nach der OP war der PH-Wert in Ordnung. Dann kam es nochmal zu einer Blutung wegen einem Hämathom. Seit dem ist der PH-Wert wieder schlecht, wird jeden tag schlechter. Ich behandle alle 2 bis 3 Tage mit Vagisan Milchsäurezäfchen. Das reicht dann wieder für 2 bis 3 Tage. Liegt das an den Wechseljahren? Muss ich das jetzt immer machen? Oder ist das eventuell das Hämathom? Mein FA meinte, bei manchen Frauen ist das so. Diese Auskunft finde ich irgendwie unzureichend. Es fällt mir gerade etwas schwer, mich mit einer nun lebenslangen Behandlung mit Milchsäure abzufinden. Besten Dank für eine Antwort.
Liebe Heike,
Irgendwas stimmt ja offenbar mit Ihrem Unterleib nicht. Gehen Sie mal zu einem Arzt für Naturheilkunde. Vielleicht findet er Mittel, um die Heilung zu beschleunigen. Sie befinden sich sicher noch in einer Übergangsphase. Statt Milchsäurezäpfchen können Sie mal Milchsäuebakterien versuchen, eventuell auch 4vag
Hallo Frau Doktor,
Mein scheidenpilz hat sich im Laufe der Tage verbessert aber am Dienstag hab ich meine Tage bekommen und somit ist das Brennen in meiner Scheide wieder da aber wenn sie da ist dann nur für paar Stunden und dann ist es wieder weg.. Kommt meine Pilzinfektion zurück? Ich habe ja noch gynoflor zum einführen aber das darf ich erst wenn meine Periode weg ist.. Was soll ich jetzt machen?
Liebe Melek,
nur keine Panik, abwarten!
Hallo liebe Frau Doktor!
Ich habe sehr oft mit Vaginalpilzen zu kämpfen. Meine Frage ist, ob Hautpilz etwas mit Scheidenpilz zu tun hat? Denn ich habe starke Schuppen auf dem Kopf und auf dem Schampoo ist die Rede von einem HefePilz welcher die Schuppen auslöst und ich habe gelesen, dass Vaginalpilz auch eine Hefepilz ist, kann es sein, dass ich mich immer wieder selbst anstecke, wenn ich mir auf den Kopf und dann in den Intimberich fasse?
Liebe Grüße Jana
Hallo Freu Dr Ingrid Gerhard,
ich hatte vor ca. 2 Wochen mit meinem Freund GV (mit Kondom)..
beim einführen hat es ziemlich weh getann… nach 1..2 tagen hatte ich dann meine Regel beim OB einschieben hats auch weh getann ich hatte meine Regel nicht sehr stark und dachte das es vielleicht unten zu trocken ist und deswegen weh getann hat.. als meine Tage vorbei waren hat es manchmal beim Wasserlassen gebrannt.. dann kam dazu das ich sehr starken ausfluss habe.. durchsichtig sehr wenig gelblich… .. ich habe ein Blässchen indekt und dachte es ist ein Brandbläschen.. jetzt hab ich zwei unten nebeneinander.. und meine Scheide hat kleine wunde Stellen… und die kleiner Scheide ist seid heute richtig stark Angeschwollen… beim Wasserlassen brennt es richtig schlimm…
Der Ausflus hört nicht mehr auf.. :( ich habe morgen einen Termin beim FA am Abend.. davor muss ich noch in die Arbeit.. aber ich weiss nicht wie ich das noch aushalen soll .. Ich hab bisschen Wundsalbe drauf aber das hat nicht wirklich geholfen :(
Liebe Bibi,
da hilft leider nur der Frauenarzt, klingt wie eine Infektion.
Hallo,
Habe folgendes Problem: ich bin zum zweiten Mal schwanger (11. Woche) und habe einen Scheidenpilz, der auch von meiner Frauenärztin behandelt wird. Schon in der Schwangerschaft mit meinem ersten Kind hatte ich immer wieder Pilze und bakterielle Infektionen. Außerhalb der Schwangerschaften war nie etwas in der Richtung! Frage mich natürlich, was da bei mir los ist. Bin schon seit Beginn der zweiten Schwangerschaft total panisch, was Ausfluss und sonstige Symptome angeht. Gibt es ein Medikament, mit dem man sich in der Schwangerschaft schützen kann? Habe zu Beginn der Schwangerschaft Vagi C bekommen, aber mit Pilz ist das ja nun schlecht.
Für einen Rat wäre ich echt dankbar!
Vielen Dank
Julia
Liebe Julia,
das geht einigen Frauen in der Schwangerschaft so und hängt mit der veränderten Immunlage in der Schwangerschaft zusammen. Sie könnten prophylaktisch Multigyn nehmen. Außerdem müssen Sie besonders auf die ballaststoffreiche Bio-Vollwerternährung mit viel Gemüse achten. Versuchen Sie Ihren Darm zu pflegen, dazu gehört auch das Trinken von Kanne Brotrunk: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/kanne-bio-brottrunk%C2%AE-ein-lebensmittel-das-es-in-sich-hat/ der ist auch für Ihr Baby wichtig.
Viele Grüße und eine wunderschöne Schwangerschaft!
Hallo,
Ich habe seit einer Woche scheidenpilz und war am Dienstag beim Frauenarzt und mir wurde dann fluconazol verschrieben aber das ist bis heute noch nicht weg:-( ich bekomme das Gefühl das es weg ist und auf einmal kommt das Brennen wieder oder wenn ich auf die Toilette gehe habe ich das Gefühl das es schlimmer wird.. Ich hatte das schon mal und zwar im Juni da hatte ich das erste mal Geschlechtsverkehr da hab ich Milchsäure Tabletten bekommen und binnen einer Woche war es schon weg danach hatte ich keinen Geschlechtsverkehr mehr und vor zwei Wochen hatte ich das erste mal wieder GV und das kam dann wieder.. Ich habe noch zusätzlich gynflora bekommen welche ich aber nach meiner Periode die jetzt bald kommen einnehmen soll weil es sonst nicht wirkt .. ich wollte fragen wann die Wirkung von fluconazol einwirkt und ob es schlimmer wird wenn ich mich mit einem wärmebeutel untenrum wärme..?!
Liebe Melek,
nach einer Woche müssten die Beschwerden weg sein. Wenn nicht, müssten Sie noch mal zum Arzt gehen. Ich könnte mir vorstellen, dass Kälte mehr lindert als Wärme, aber das müssen Sie mal ausprobieren. In Zukunft am besten immer gleich nach dem Verkehr ein Scheidenzäpfchen, bespw. Multigyn oder Milchsäurebakterien
Liebe Frau Dr. Gerhard,
seit fast eineinhalb Jahren leide ich unter Brennen, Rötungen und zum Teil auch Schwellungen im äußeren Intimbereich (Scheideneingang, Schamlippen). Angefangen haben die Beschwerden mit einer Pilzinfektion nach Antibiotikaeinnahme. Nach Anwendung einer Antipilzsalbe sind die Beschwerden geblieben und ich bekam von der Frauenärztin im Wechsel weitere Antipilz- und Kortisonsalben verschrieben, durch die die Beschwerden aber nur noch schlimmer wurden. Seit ca. einem Jahr nehme ich auf Anraten eines anderen Frauenarztes nur noch Deumavan, nachdem er Pilze und andere Infektionen ausgeschlossen hatte.
Die Beschwerden sind seitdem mal schlimm, mal weniger schlimm, gehen aber nie ganz weg. Nun habe ich in Ihrem Buch und in Ihren Artikeln gelesen, dass die Ursache oft im Darm liegt, und habe die Darm- und Vaginalflora von einem darauf spezialisierten Labor untersuchen lassen. Der Vaginalstatus war ohne Befund. Bei der Darmflora wurde ein Mangel an Laktobazillen, Bifidobakterien, Enterokokken und Akkermansia gefunden, außerdem ein deutlich verminderter IgA-Wert und ein stark erhöhter Lysozym-Wert.
Nun meine Fragen:
1. Können die Beschwerden im Intimbereich trotzdem mit dem Darm zusammenhängen, obwohl die Vaginalflora genügend (sogar sehr viele) Laktobazillen aufweist? (Ich habe ein weiteres chronisches Hautproblem, ein juckendes Ekzem an den Füßen.)
2. Wie gehe ich am besten vor, um die Ursache für meine Darmbeschwerden zu finden? Das Labor schreibt, dass der erhöhte Lysozym-Wert auf eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung hinweist, die Symptome von Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa habe ich aber nicht (auf jeden Fall keine Durchfälle). Kann die Entzündung auch andere Ursachen haben, wie Nahrungsmittelunverträglichkeiten? Ich habe auch eine leichte chronische Gastritis, oft Blähungen und manchmal leichte, brennende Schmerzen im Magen-/Darmbereich.
Danke im Voraus und ein großes Lob für Ihre wirklich sehr hilfreiche Internetseite und für Ihr Engagement!!
Liebe Stefanie,
Da sind sie ja schon richtig weit mit Ihren Untesuchungen gekommen, gratuliere! Der darm muss sicher behandelt werden, am besten wenden Sie sich an das Institut für Mikroökologie. Das Institut für Mikroökologie ist auf den Darm spezialisiert. Sicher kann man Ihnen dort einen Arzt nennen, der sich mit der Darmdiagnostik und der Darmbehandlung auskennt. http://www.mikrooek.de/fuer-patienten Außerdem gibt es in der Scheide verschiedene Typen von Laktobazillen, die guten sollten H2O2 bilden. Auch das kann man von dem Institut prüfen lassen. Selbstverständlich können auch Nahrungsmittelallergien eine Rolle spielen, ist sogar sehr häufig. Also nicht aufgeben, weitermachen mit einem guten Therapeuten. Bis dahin vielleicht schon mal Kanne Brottrunk probieren, hilft bei den meisten darmbedingten Beschwerden: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/kanne-bio-brottrunk%C2%AE-ein-lebensmittel-das-es-in-sich-hat/
Liebe Frau Prof. Dr. Gerhard,
das werde ich tun. Haben Sie evtl. eine Empfehlung (Hautarzt) für den Berliner Raum?
Vielen Dank.
Nicole
Leider nein.
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
ich habe sehr aufmerksam die vielen Fragen und Ihre hilfreichen Antworten gelesen und möchte Sie nun ebenfalls um Hilfe bitten.
Ich bin 32 Jahre alt, verhüte nicht hormonell, hatte im Januar und Mai jeweils Antibiotika-Behandlungen wegen Mandelentzündungen.
Folgenden Verlauf möchte ich Ihnen schildern:
Juni: Beginn von starkem Juckreiz der äußeren Schamlippen, (innen und außen). Auffällig war hier, dass beim Kratzen mit den Fingernägeln eine gräuliche schmierige Substanz unter den Fingernägeln blieb.
Juli: Versuch der eigenmächtigen Behandlung mit Canesteen once.
–>Keine Linderung. Weiterhin starker Juckreiz.
August: erster Besuch beim FA. Sichtkontrolle und Abstrich. Diagnose: Überpflegter Intimbereich. Klarer Ausfluss. Kein Pilz. Ich sollte mir Baby-Wundschutzsalbe, sowie Sagella Waschlotion kaufen.
–>Keine Linderung. Juckreiz wird zunehmend stärker und diese graue Substanz beim Kratzen ist weiterhin vorhanden.
Oktober: zweiter Besuch beim FA. Erneuter Abstrich. Klarer Ausfluss. Ich bekam auf Drängen die Salbe „Baycuten HC“ (Wirkstoff Clotrimazol) verschrieben.
Der Abstrich ergab zu wenige „Döderlein-Stäbchen“. Daraufhin sollte ich mir die 7-Tage Kadefungin Milchsäurekur kaufen.
–> Keine Linderung. Juckreiz wird zunehmend stärker.
Inzwischen auch auf den inneren Schamlippen und im Analbereich. Ich kratze zeitweise bis es blutet (Schamlippen).
November: Aus Verzweiflung Wechsel des FA. Sichtkontrolle. Diagnose: zu trockene Haut. Pilzinfektion.
Ich bekam Fungizid Vaginalcreme (Wirkstoff Clotrimazol) verschrieben. Dazu sollte ich Babyöl und SpenglerSan Immunmodulationswasser Creme benutzen.
–> heute nach 5 Tagen Behandlung mit der Vaginalcreme: Juckreiz weiterhin unverändert stark vorhanden. Die graue Substanz ist jedoch nicht mehr vorhanden beim Kratzen.
Ich schlafe seit Monaten nicht mehr richtig und tagsüber werde ich verrückt, wenn die Juckattacken kommen.
Der Juckreiz äußert sich wie kleine Nadelstiche auf der Innenseite der äußeren Schamlippen.
Vom ständigen Kratzen ist die Haut inzwischen so kaputt und empfindlich, dass jede Berührung schmerzt. Beim Wasserlassen brennen die aufgekratzten Stellen wie Feuer.
Es tut mir leid für diese lange Ausführung, aber ich hoffe so sehr, dass Sie mir helfen können.
Vielen Dank
Nicole
Liebe Nicole,
Leider habe ich keine Lösung für Sie. Ohne sich das selber anschauen zu können, kann auch ich keine Diagnose stellen. Ich würde Ihnen empfehlen, mal einen guten Hautarzt aufzusuchen, damit er feststellen kann, ob eine Allergie oder eine Autoimmunerkrankung dahinter steckt.
Gute Besserung!