Krebs ist für jede von uns ein Schreckgespenst. Jedes Jahr erkranken bei uns fast eine halbe Million Menschen daran. Und obwohl fast doppelt so viele Menschen an Herz-Kreislauferkrankungen sterben, fürchten wir den Krebstod mehr. Und wir möchten uns eigentlich gar nicht damit beschäftigen. Deshalb ist es wohl nötig, dass jedes Jahr am 4. Februar ein WELTKREBSTAG ausgerufen wird. Er soll uns in Erinnerung bringen, dass wir durch unseren Lebensstil ungefähr der Hälfte aller Krebserkrankungen vorbeugen können!

In früheren Artikeln hatte ich Ihnen bereits erklärt, wie wir uns durch eine vernünftige Ernährung und genügend Bewegung gesund erhalten und vor Krebs schützen können. Diese Methoden wirken sogar dann, wenn durch die Erbanlagen ein erhöhtes Krebsrisiko besteht. Auch der seelische Zustand, das soziale Umfeld und die Umwelt spielen eine Rolle.

Was aber, wenn wir glauben, alles oder zumindest vieles richtig gemacht zu haben, und dann erwischt es uns plötzlich doch? Vielleicht gehören Sie ja zu den Frauen, die tapfer die Augen zudrücken, alles über sich ergehen lassen, nach dem Motto: Augen zu und durch? Oder würden Sie eher depressiv werden, sich vor der Welt verkriechen und möglichst alles für sich behalten?

Im Ernstfall kann wohl keine von uns voraussagen, wie sie auf eine Krebsdiagnose reagieren würde. Deshalb ist es vielleicht ganz gut, sich mal Gedanken darüber zu machen. Schließlich wollen wir ja auch betroffenen Familienmitgliedern oder Freundinnen nicht hilflos gegenüber, sondern mit Rat und Tat zur Seite stehen. Eine Betroffene gibt Ihnen aus eigener Erfahrung wichtige weitere Ratschläge.

WISSEN hilft gegen Angst

Alexandra von Stein

Wenn Sie gerade eine lebensbedrohliche Diagnose erhalten haben, sind Sie sicherlich genauso geschockt, wie ich es damals war, als bei mir „Brustkrebs“ diagnostiziert wurde. Sie haben nun viele Dinge zu bewältigen: nicht nur die eigene Krankheit sondern auch die Tatsache, dass man einen Umgang mit der neuen Situation finden muss. Sie müssen es vielleicht Ihrem Partner sagen, Ihren Kindern, Enkeln, Eltern und Freunden. Menschen, die Sie eigentlich lieber schützen möchten.

Und Sie haben Angst

Angst um sich, um Ihr Leben und eben auch Angst um Ihre Angehörigen. Was kann man nun gegen diese oft erdrückende Angst tun, sie zumindest ein bisschen mindern?

Entdecken Sie Ihre Neugierde

WISSEN hilft gegen Angst

Fragen Sie, versuchen Sie alles über Ihre Erkrankung, über die Therapien, die Nebenwirkungen und die zeitlichen Abläufe zu verstehen. Informieren Sie sich, wo immer Sie können. Hören Sie nicht auf, dem Arzt Fragen zu stellen, bis sie auch wirklich alles verstanden haben. Vieles, was man „mal so gehört hat“ und sie beunruhigt, trifft vielleicht auf Ihre Erkrankung gar nicht zu. Darum müssen Sie sich dann schon einmal nicht mehr sorgen!

Beispiel, wie Wissen Angst bekämpfen kann

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    Stellen sie sich einmal vor, es schiebt sie jemand durch die geöffnete Tür eines völlig dunklen Raumes und sagt: „auf der anderen Seite ist irgendwo der einzige Ausgang, aber im Raum befinden sich tiefe Abgründe, in denen höchst giftige Schlangen sind“. Und dann fällt die Türe zu. Wie Sie sich in dieser Situation in der Dunkelheit fühlen werden, will ich hier gar nicht näher beschreiben. Das können Sie sich lebhaft selber vorstellen.

Wie sehr Wissen Ihnen in dieser Situation weiterhilft, zeigt die 2.Situation:

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    Wieder stehen sie vor dieser Türe, wieder erfahren Sie, dass es nur einen einzigen Ausgang gibt und tiefe Abgründe mit giftigen Schlangen. Allerdings haben Sie dieses Mal die Möglichkeit, sich den Raum für 10 Sekunden hell beleuchtet anzusehen. Sie WISSEN nun, dass die Türe gegenüber nur ein paar Schritte von Ihnen entfernt ist, Sie sehen einen sehr breiten Gang durch diesen Raum, der direkt zu dieser Türe hinführt. Sie sehen, dass nur an den Seiten ganz rechts und ganz links jeweils ein einziges Loch ist, in denen sich Schlangen- in verschlossenen Körben- befinden.

Sie erkennen, dass die Gefahr zu meistern ist

Mit diesem Wissen sind Sie nun im Dunkeln alleine, aber Sie fürchten sich längst nicht so wie in der ersten Situation. Sie WISSEN nun, wie Sie sich verhalten können, in welche Richtung Sie gehen müssen, dass nicht schon der erste Schritt Sie in einen vermeintlichen Abgrund stürzen lässt. Sie erkennen, dass die Gefahr vielleicht doch zu meistern ist! Und Sie werden die gegenüberliegende Türe auch in der großen Dunkelheit finden!

Nicht anders ist es bei Ihrer Erkrankung: Wenn Sie wissen, was Sie erwartet, wie die Therapien durchgeführt werden sollen, mit welchen Nebenwirkungen Sie zu rechnen haben (und dass man gegen Nebenwirkungen etwas tun kann!!) werden Sie ganz anders an die vor Ihnen liegende Behandlung ran gehen. Die freigewordenen Energien können Sie nutzen, um sich um sich und Ihr Gesamtbefinden zu kümmern. Es gibt viele unterstützende Maßnahmen die Sie für sich in Anspruch nehmen können -und sollen-, um sich stark und fit zu halten.

Hilfe für Sie, Ihre Familie und Ihre Freunde

Wenn Sie sich durch Ihr Wissen stark fühlen, geben Sie es ruhig an Angehörige und Freunde weiter, denn auch sie fühlen sich unsicher, ängstlich und hilflos. Sie wollen Ihnen Mut machen, Sie unterstützen und begleiten, wissen aber oft nicht wie, denn sie sind angewiesen auf die Signale, die von Ihnen selber kommen. Wenn Sie es Ihrem Umfeld leichter machen, wenn Sie die Unterstützung und Zuneigung bereit sind anzunehmen, werden Sie und Ihre Lieben gleichermaßen davon profitieren.

Alexandra von Stein, geb. 1955 in Köln, lebte im Iran und der ehemaligen Sowjetunion (Erzieherin) und in Spanien (Reiseleitung). Mutter von 2 erwachsenen Kindern und Großmutter eines Enkels. Arbeitete zuletzt mehrere Jahre im Verein „WIRALLE“, Frauen gegen Brustkrebs. Lebt heute abwechselnd in Berlin und der Türkei. Veröffentlichte ein Buch mit dem Titel: „Der Feind in meiner Brust“.

Alexandra von Stein
www.alexandravonstein.de

Buchempfehlungen

Als Alexandra von Stein im Februar 2005 völlig überraschend die Diagnose „Brustkrebs“ erhielt, stand sie vor dem Dilemma, wie sie das schnellstmöglich ihrer Familie und ihren Freunden mitteilen sollte: langwierig in Einzelgesprächen oder allen gleichzeitig in einer vielleicht eher unpersönlichen Rundmail?
Die Operation sollte schon eine Woche später stattfinden, so dass nicht viel Zeit blieb. Alexandra von Stein entschloss sich daher, alle gleichzeitig per E-Mail über die neue Situation in Kenntnis zu setzen. An den Reaktionen auf diese Mail konnte man die Betroffenheit erkennen, aber auch die Anteilnahme, die Wärme und die Hilfsbereitschaft.
Die gesamte Zeit der Behandlung über blieb der rege Austausch per E-Mail bestehen und trug nicht unerheblich zum Gesundungsprozess von Alexandra von Stein bei.
Die Idee, sich nach Abschluss der erfolgreichen Behandlung mit einer kleinen Broschüre aus den gesammelten E-Mails und einem Teil der Antworten bei allen Freunden und Familienmitgliedern zu bedanken, endete schließlich in einem Buch mit dem Titel: „Der Feind in meiner Brust“ (Verlag Hayit-Medien, ISBN 978-3-87322-090-4 oder direkt bestellbar bei der Autorin www.alexandravonstein.de)

Noch ein weiteres wunderbares Mutmach-Buch möchte ich Ihnen vorstellen: „Alles ist möglich, auch das Unmögliche“ der Herausgeberin Christel Schoen. Frauen und Männer, die an Krebs erkrankt waren oder sind, erzählen ihre Geschichten. Erschütternd mit welcher Offenheit sie sich in die Seele blicken lassen! Sie beschreiben, wie die Diagnose Krebs sie aus ihrem bisherigen Leben gerissen hat. Fast alle begannen den üblichen schulmedizinischen Weg. Einige brachen die Behandlung wegen unerträglicher Nebenwirkungen ab, obwohl die behandelnden Ärzte ihnen, wenig mitfühlend, den unausweichlichen Tod in wenigen Wochen ausmalten. Andere suchten von vornherein zusätzlich Therapeuten auf, die sie ganzheitlich behandelten.

Viele machten eine Odyssee durch, bis sie ihren Weg gefunden hatten. Sehr oft war die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr eine erste wichtige Instanz, die Alternativen zu den herkömmlichen Krebs zerstörenden Methoden aufzeigte. Alle Betroffenen waren sich im Verlauf ihrer Erkrankung aber sicher, dass es keine Lösung sein kann, eine Krebsgeschwulst zu entfernen, wenn man gar nicht weiß, warum sie sich überhaupt gebildet hat. Sie erkannten, dass Krebs nur ein äußerliches Symptom einer Störung ist, die sich auf vielen Ebenen des Seins abspielt. Sie fanden heraus, was in ihrem Leben schief lief. Einige gingen sogar so weit, dass sie einen Brief an ihren „lieben Krebs“ schrieben, der sie wieder zu sich selbst zurück gebracht hatte.

Ein unersetzliches Buch für Betroffene und für alle, die mit Krebspatienten zu tun haben. Viele Sätze treiben einem die Tränen in die Augen, so voller Mut, Weisheit und Größe sind sie. Wenn man einmal anfängt, darin zu lesen, kann man nicht mehr aufhören, man fühlt sich immer wieder beschenkt und ist dankbar, dass es so wundervolle Menschen gibt. Schicksale, die der Beweis dafür sind, dass auch bei jeder von uns das Unmögliche möglich sein kann.

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V.

In meiner Praxis habe ich viele ähnlich berührende Patientenschicksale erlebt. Ich bin sehr froh, dass ich in Heidelberg einen sehr engen Kontakt mit der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. pflegen konnte. Diese Gesellschaft wird von Ärzten geleitet, die ganzheitlich arbeiten und nicht den Krebs, sondern die Krebspatientin behandeln. Neben einer Telefonsprechstunde und wichtigem Informationsmaterial werden auch heilsame Benefizprodukte angeboten, von denen ich Ihnen schon Bücher, Kalendarien und CDs vorgestellt habe. Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. feiert am 6. Mai 2012 in Heidelberg ihr 30-jähriges Bestehen. Hier finden Sie schon einen Teil des vorläufigen Programms. Sie setzt sich zurzeit dafür ein, dass die Mistel auch in der adjuvanten Therapie auf Kassenrezept verordnet werden kann. In meinem Webmagazin hatte ich Ihnen schon mehrfach die Vorzüge der Misteltherapie aufgezeigt.

Legen Sie Protest ein!

Vergangenes Jahr gab es ein Gerichtsurteil, das dem Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) erlaubte, die Arzneimittelrichtlinie so zu ändern, dass Mistelpräparate nur noch in der Palliativmedizin von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden. Der G-BA hat am 15.12.2011 die Arzneimittelrichtlinie nun auch tatsächlich geändert: In der adjuvanten Therapie darf die Misteltherapie von Ihrem Arzt nicht mehr auf Kassenrezept verschrieben werden. Diese Änderung tritt mit ihrer Veröffentlichung im Bundesanzeiger in Kraft.

Die Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr e. V. hat daher eine konzertierte Protestaktion ins Leben gerufen. Zum einen werden für Arztpraxen Unterschriftenlisten zur Verfügung gestellt. Zum anderen werden die Mitglieder dabei unterstützt, sich als mündige Patienten selbst gegen diesen unsinnigen Beschluss zur Wehr zu setzen. Drucken Sie das Protestschreiben aus, fügen Sie oben Ihre eigene Adresse ein, ergänzen Sie das Datum und unterschreiben Sie den Brief. Natürlich dürfen Sie auch einen ähnlich lautenden Brief verfassen. Schicken Sie das Schreiben dann direkt an Herrn Dr. Rainer Hess, den Vorsitzenden des G-BA in Berlin. Gerne können Sie weitere Exemplare von Familie und Freunden versenden lassen.

Wenn auch Sie bereits Erfahrungen mit einer Krebserkrankung und ihrer Behandlung gemacht haben, schreiben sie doch einen Kommentar!

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