Ein Wunder-volles Jahr liegt hinter uns. Überraschende Begegnungen, unversehens tiefsinnige Gespräche, tröstende Worte von Menschen, die wir vorher vielleicht gar nicht beachtet hatten, lachende Runden, gemeinsames Trauern, der rührende Anblick eines spielenden Kindes, eine frisch erblühte Rose im Garten, ein Freund, der sagt, du kannst auf mich zählen, eine Kollegin, die endlich ihr Herz ausschüttet und die wir plötzlich verstehen. Jeder von uns wird in dieser Jahres-Rückschau Augenblicke der Lebensfülle und der Liebe entdecken.

Auch das neue Jahr wird gefüllt sein von guten und schlechten Ereignissen. Ja, manchen von uns ist Angst vor drohenden, unberechenbaren Katastrophen, wie sie der Maya-Kalender für 2012 voraussagt. (Allerdings streiten sich die Experten immer noch über die Güte der Berechnungen.) Kümmern Sie sich nicht darum. Wir sehen sowieso immer nur winzige Ausschnitte der Wirklichkeit. Tun wir in unserem begrenzten Umfeld das, was in unseren Kräften steht. Und tun wir es in Liebe und Dankbarkeit. Es kommt, wie es muss, pflegte meine Oma immer zu sagen.

In den letzten Tagen habe ich von vielen lieben Freunden Parabeln, Gedichte und Bücher geschenkt bekommen. Eine kleine Auswahl möchte ich Ihnen hier vorstellen: Tiefsinniges, Lustiges, Esoterisches, meiner Meinung nach ist für Jede von Ihnen etwas Anregendes dabei.

Es war einmal auf einer Insel

Die Macht der Liebe

Eine Engelsgeschichte vom Mohnfeld

Ein Spruch für die Silvesternacht von Erich Kästner

Das Bank-Guthaben

Der Weg der Seele, ein Kalendarium

ES war einmal…

Vor langer, langer Zeit existierte eine Insel, auf der alle Gefühle der Menschen lebten:

die gute Laune, die Traurigkeit, das Wissen – und so wie alle anderen Gefühle – auch die Liebe.

Eines Tages wurde den Gefühlen mitgeteilt, dass die Insel sinken würde.

Also bereiteten alle ihre Schiffe vor und verließen die Insel. Nur die Liebe wollte bis zum letzten Augenblick warten.

Bevor die Insel sank, bat die Liebe doch um Hilfe.

Also fragte sie den Stolz: ,,Stolz, ich bitte dich, kannst Du mich mitnehmen?“

„Liebe, ich kann dich nicht mitnehmen, hier ist alles perfekt, Du könntest mein Schiff beschädigen.“

Also fragte sie die Traurigkeit: „Traurigkeit, bitte nimm mich mit.“

„Oh Liebe, ich bin so traurig, dass ich alleine bleiben muss.“

Auch die gute Laune ging an der Liebe vorbei, sie war so zufrieden, dass sie die Liebe nicht rufen hörte.

Plötzlich rief eine Stimme: „Komm, Liebe, ich nehme Dich mit.“

Es war ein Alter, der sprach.

Die Liebe war so dankbar und glücklich, dass sie vergaß, den Alten nach seinem Namen zu fragen.

Als sie an Land kamen, ging der Alte fort.

Die Liebe bemerkte, dass sie ihm viel schuldete und fragte das Wissen:

„Wissen, kannst Du mir sagen, wer mir geholfen hat?“

„Es war die Zeit“ antwortete das Wissen.

„Warum hat die Zeit mir geholfen?“ fragte die Liebe.

Und das Wissen antwortete: „Weil nur die Zeit versteht, wie wichtig die Liebe im Leben ist.“

DIE MACHT DER LIEBE

Freundlichkeit ohne LIEBE macht heuchlerisch

Verantwortung ohne LIEBE macht rücksichtslos

Erziehung ohne LIEBE macht widerspruchsvoll

Wissen ohne LIEBE macht rechthaberisch

Pflicht ohne LIEBE macht verdrießlich

Gerechtigkeit ohne LIEBE macht hart

Ehre ohne LIEBE macht hochmütig

Besitz ohne LIEBE macht geizig

Ordnung ohne LIEBE macht kleinlich

Wahrheit ohne LIEBE macht kritisch

Klugheit ohne LIEBE macht gerissen

Macht ohne LIEBE macht gewalttätig

Glaube ohne LIEBE macht fanatisch

So lass die LIEBE in Dein Leben – sie verwandelt es.

Denn Leben ohne LIEBE ist sinnlos –

Leben in LIEBE aber göttlich.

aus EDDA (Isländische Weisheiten)

Eine Engelsgeschichte

Es war einmal ein kleiner Engel im Himmel, der die Menschen mit solcher Nähe und Zärtlichkeit begleitete, dass er den unwiderstehlichen Wunsch empfand, nicht nur mit seinen Flügeln über die Erde zu schweben und schützend die Menschen zu achten, sondern er wollte selbst auf ihren Strassen gehen, einer von ihnen werden.

Eines Tages sah er auf der Erde eine eben erblühte Mohnblume. Da schien dem kleinen Engel, als habe er im Himmel noch nie ein solches Rot empfunden und seine Sehnsucht, zur Erde zu gehören, wuchs. So trat er vor Gottes Angesicht und bat: “Lass mich auf die Erde, lass mich ein Mensch unter Menschen werden.“ Da trat ein erhabener, weiser Engel dazu und sagte: „Weißt du auch, dass es auf der Erde nicht nur Sonne und Blumen gibt? Es gibt Stürme und Unwetter und allerlei Ungemütliches.“ „Ja“, erwiderte der kleine Engel,“ das weiß ich. „Doch sah ich auch einen Menschen, der hatte die Kraft, einen großen Schirm aufzuspannen, so dass zwei Menschen darunter Platz hatten.“ Es schien mir, den Beiden könnte kein Unwetter etwas anhaben.“ Da lächelte Gott dem kleinen Engel zu.

Die Zeit verging, und eines Tages erschien der kleine Engel wieder vor Gottes Angesicht und sprach. „ Ich habe mir noch mehr angesehen von der Welt. Es zieht mich mehr und mehr hinunter.“ Da trat der erhabene, weise Engel wieder hinzu und entgegnete: „Weißt du auch, dass es Nebel und Frost und eine Menge verschiedene Arten von Glatteis gibt auf der Welt?“ Da antwortete der kleine Engel: „ Ja ich weiß um manche Gefahren, doch sah ich auch Menschen, die teilten ihre warmen Mäntel. Und andere Menschen, die gingen bei Glatteis Arm in Arm.“ Da lächelte Gott dem kleinen Engel erneut zu.

Als wieder einige Zeit vergangen war, trat der kleine Engel zum dritten Mal vor Gottes Angesicht und bat: „Lass mich ein Mensch werden. So rot blüht der Mohn auf der Erde. Mein Herz ist voll Sehnsucht, etwas zu diesem Blühen beizutragen.“ Da trat der erhabene, weise Engel ganz nah zu dem kleinen Engel und fragte mit ernster Stimme: „Hast du wirklich genug hingesehen, das Leid und das Elend geschaut, die Tränen und Ängste, die Krankheiten, Sünde und den Tod geschaut?“ Mit fester Stimme erwiderte der kleine Engel: „Wohl habe ich auch das Düstere, Traurige und Schreckliche gesehen. Doch ich sah auch einen Menschen, der trocknete einem anderen die Tränen, der vergab einem Schuldigen und der reichte einem Sterbenden die Hand. Ich sah eine Mutter, die wiegte ihr krankes, ausgemergeltes Kind durch viele Nächte und wurde nicht müde, die alte leise Melodie der Hoffnung zu summen. Solch ein Mensch möchte ich werden.“ Da trat der erhabene, weise Engel zurück, und Gott schenkte dem kleinen Engel seinen Segen und gab ihm viel Himmelslicht mit auf die lange Reise.

Bevor der kleine Engel zur Erde niederstieg, nahm ihm der erhabene, weise Engel einen Flügel ab und der andere Flügel wurde unsichtbar. Da fragte der kleine Engel: „Mein Gott, wie soll ich vorwärts kommen und wie zurück finden ohne Flügel?“ „Das herauszufinden wird deine Lebensaufgabe sein“, hörte er Gottes Stimme zärtlich sagen.

In dieser Nacht kam ein kleines Kind zur Welt. Seine Mutter, noch vor Schmerz und Anstrengung betäubt, nahm das Kind in die Arme, sah das Himmelslicht wie einen Lockenkranz um das Köpfchen des Kindes leuchten und flüsterte: „ Sei willkommen unter uns, mein kleiner Engel.“ Noch lange sah man das Himmelslicht um das Kind. Doch wie das Leben so ist, es beschmutzt auch die reinsten und hellsten Lichter. All die vielen Einflüsse, die Härte und der Kampf taten ein Übriges. Bald sah niemand mehr, dass der Mensch himmlisches Licht in sich trug. Zwar machte sich der unsichtbare Flügel hier und da bemerkbar, doch was bei dem Kind als träumerischer, schwebender Schritt wahrgenommen wurde, das wirkte bei dem Heranwachsenden eher als unsicheres Schwanken und dann beim Erwachsenen nur noch als Hinken und Stolpern.

Je länger der Mensch, der einst ein Engel gewesen war, auf den staubigen und steinigen Wegen des Lebens ging, die mühsamen Treppen bestieg, die steil abfallenden dornigen Hänge hinunter strauchelte, desto mehr hatte er vergessen, woher er kam und weshalb er hier wanderte. Einzig die grosse Liebe zu den kleinen roten Mohnblumen, die an Wegrändern und Magerwiesen blühten, war ihm geblieben. Viel Leidvolles begegnete dem Menschen auf seinem Lebensweg. Zwar konnte er manchmal eine Träne trocknen, zwar reichte er ab und zu einem schwankenden Mitmenschen die Hand, zwar brach er zuweilen sein Brot mit einem Hungernden, doch die meisten Rätsel blieben, und er merkte mehr und mehr, wie wenig er tun konnte und wie vieles er unerledigt zurücklassen musste. Seine Kraft reicht nur für ganz wenig, und oft schien es ihm, als bewirkte sein Leben nichts.

Jeden Frühling aber blühte der Mohn an den Straßenrändern und erfreute des Menschen Herz. Nach einem besonders langen kalten Winter, in dem der Mensch kaum genug Wärme und Schutz, Raum und Nahrung, Freundschaft und Brot gefunden hatte, konnte er sich nur noch langsam und mühsam fortbewegen. Er musste viele Pausen machen und schlief vor Erschöpfung am Wegrand ein. Da erblickte er weit über sich auf einem unerreichbar hohen Felsen eine kleine Wiese voll rotem Mohn. Der Mensch rieb sich die Augen. So rot, so rot erblühte der Mohn! Beim Anblick dieser Blumen wünschte er so sehr, dass er allen Menschen, denen er begegnete und allen Tieren, die um ihn waren, eine solche Blume und so ein klares, inniges Rot als Zeichen der Liebe schenken dürfe.

Da bemerkte er neben sich einen Wanderer, genauso müde, genauso gezeichnet von der langen Straße wie er. „Wohin schaust du so voller Sehnsucht und voller Wehmut?“ fragte dieser. „Dort auf die Mohnblüten. So müsste die Farbe unserer Liebe sein.“ „Weißt du denn nicht, wie schnell diese Art Blumen welken, wie wunderbar sie sind?“ kam die Frage des Wanderers. Der Mensch, der einst ein Engel gewesen war, flüsterte: „Ich weiß um ihre Sterblichkeit. Trotzdem ist kein roteres Rot in der Welt und in meinem Herzen. „Diese Blumen sind wie die Liebe, mag das Äußere auch welken, ihr Rot bleibt in der Seele“.

Da schauten sich die beiden Menschen ins Gesicht und erkannten den letzten Funken Himmelslicht in den Augen des Anderen. Sie sahen, woher sie kamen, wozu sie gewandert waren und wohin sie noch unterwegs waren.

Und sie sahen an sich jeweils einen Flügel. Voller Freude umarmten sie sich. Da geschah das Wunder. Sie erreichten das Mohnfeld, gemeinsam konnten sie fliegen, denn…

Menschen sind Engel mit nur einem Flügel – um fliegen zu können, müssen sie sich umarmen.

Spruch für die Silvesternacht

Erich Kästner

Man soll das Jahr nicht mit Programmen

beladen wie ein krankes Pferd.

Wenn man es allzu sehr beschwert,

bricht es zu guter Letzt zusammen.

Je üppiger die Pläne blühen,

umso verzwickter wird die Tat.

Man nimmt sich vor, sich zu bemühen,

und schließlich hat man den Salat!

Es nützt nicht viel, sich rotzuschämen.

Es nützt nichts, und es schadet bloß,

sich tausend Dinge vorzunehmen.

Lasst das Programm! Und bessert euch drauflos!

Das Bank-Guthaben

© ElenaR - Fotolia.com

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Stell dir vor, jeden Morgen stellt dir eine Bank 86.400 Euro auf deinem Konto zur Verfügung. Du kannst den gesamten Betrag an einem Tag ausgeben. Allerdings kannst du nichts sparen, was du nicht ausgegeben hast, verfällt. Aber jeden Morgen, wenn du erwachst, eröffnet dir die Bank ein neues Konto mit neuen 86.400 Euro für den kommenden Tag. Außerdem kann die Bank das Konto jeden Tag ohne Vorwarnung schließen. Sie kann sagen: Das Spiel ist aus. Was würdest du tun?

Dieses Spiel ist Realität: Jeder von uns hat so eine magische Bank. Jeden Morgen bekommen wir 86.400 Sekunden Leben für den Tag geschenkt. Was wir an diesem Tag nicht gelebt haben, ist verloren, für immer verloren. Aber jeden Morgen beginnt sich das Konto neu zu füllen.

Der Weg der Seele

Karl-Lottchen und Charlotte, ein transdimensionales Märchen-Kalendarium

Schon einige Male hatte ich Ihnen Benefizprodukte der Gesellschaft für Biologische Krebsabwehr vorgestellt, bspw. „Mit dem Herzen heilen„. In diesem Sommer hat mein verehrter Kollege Dr. Ebo Rau ein weiteres wunderbares immerwährendes Kalendarium geschaffen. Er schrieb ein sehr inniges und berührendes Seelenmärchen. Während seiner eigenen Krankheitsphase vor vielen Jahren war die intensive Beschäftigung mit der SEELE für ihn der wichtigste Aspekt im Umgang mit der Krebserkrankung.

Der Lichtstrahl Karl-Lottchen ist die Seele von Charlotte, die von der Geburt bis zum Tod vielen Herausforderungen begegnet. Die Texte vermitteln tiefgreifende Erkenntnisse und einfache Weisheiten, regen zum Nachdenken an und geben neue Impulse. Sprüche und Affirmationen für jeden Tag helfen Gesunden und Kranken bei der Bewältigung des Alltags.

Das Netzwerk Frauengesundheit wünscht Ihnen einen guten Start in das neue Jahr

Liebe

Gesundheit

Frieden


Und wenn Sie einen Lieblingsspruch oder eine Lieblingsgeschichte haben, schicken Sie sie mir doch oder schreiben Sie einen Kommentar.