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Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – Hilfe aus der Natur

Von | 29. Januar 2011 – 16:09 65.437 AufrufeDrucken

Der Darm, das unbekannte Wesen. So lange wir ihn nicht spüren, kümmern wir uns nicht um ihn. Wir füllen oben was rein und erwarten, dass unten etwas ganz anderes herauskommt. Kennen Sie irgendeine Maschine, die so lautlos und perfekt arbeitet? Leider nicht immer lautlos und bei dem Großteil unserer Bevölkerung auch nicht mehr perfekt. Wir essen zu viel, wir essen das Falsche und wir sind im Stress. Schon in einem früheren Artikel hatte ich Ihnen von unserem Bauchgehirn erzählt, das nicht nur von unseren Stimmungen abhängt, sondern auch Stimmung macht. Und bei allen ganzheitlichen Therapien betone ich die Wichtigkeit eines gesunden Darms. Glücklicherweise gibt es phantastische Mittel aus der Naturapotheke, die immer dann zum Einsatz kommen, wenn sich unser Darm mit Schmerzen oder Verdauungsstörungen bemerkbar macht. Darüber wird Ihnen jetzt ein Apotheker und Pflanzenkenner berichten.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen – Hilfe aus der Natur, von Ernst-Albert Meyer

Normalerweise sieht und spürt man den Darm nicht, denn seine lebenswichtige Tätigkeit verrichtet der Darm völlig unbemerkt. Erst beim Auftreten von Darmbeschwerden und –krankheiten rückt er ins Bewusstsein der Betroffenen.

Der Darm

Das unbekannte Organ

Der Darm, dieser bis zu acht Meter lange Teil des Verdauungstraktes, reicht vom Magenausgang bis zum After und teilt sich in die Hauptabschnitte Dünn- und Dickdarm auf. Dabei findet die Verdauungsarbeit hauptsächlich im Dünndarm statt.

Das Ziel der Verdauung ist es, die aufgenommene Nahrung im Darm mittels Enzymen in Nährstoffe zu zerlegen, um sie dann durch die Darmwand ins Blut aufzunehmen. Denn viele dieser Nährstoffe sind wichtige Energielieferanten für den Organismus.

Bei seiner Verdauungsfunktion wird der Darm von einer Vielzahl verschiedener Bakterien unterstützt, die schon im letzten und längsten Teil des Dünndarms, dem Krummdarm (Ileum) nachweisbar sind. Vor allem aber sind Bakterien besonders zahlreich im Dickdarm vorhanden, dort, wo der Speisebrei eingedickt wird.

Diese als „Darmflora“ bezeichneten Keime erfüllen im Darm eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben. Dabei muss man sich die Darmflora als sehr kompliziertes Ökosystem vorstellen, in dem die verschiedenen Bakterienarten friedlich zusammenleben und so das bakterielle System im Gleichgewicht halten. Inzwischen vergleichen sogar die Universitätsmediziner die Stoffwechselleistung der Darmbewohner mit der menschlichen Leber. Sie nennen die Darmflora jetzt Mikrobiota.

Die Darmflora zeichnet sich durch einen sehr aktiven Stoffwechsel aus. Ständig werden Stoffe durch die Darmbakterien abgebaut (z.B. die Nahrungszellulose), umgebaut und aufgebaut (z.B. bestimmte Vitamine).

Bei der Spaltung unverdaulicher Nahrungsbestandteile – der Ballaststoffe – durch die Anaerobier (Bakterien, die keinen Sauerstoff benötigen) entstehen u.a. kurzkettige Fettsäuren, wie Essigsäure, Propionsäure, Buttersäure und Milchsäure. Sie sind sehr energiereich und für den Stoffwechsel (Ernährung) der Dickdarmschleimhaut unentbehrlich.

Die Zellen des Immunsystems, die sich in der Darmwand befinden, werden durch von außen aufgenommene Stoffe und Bakterien aktiviert. Im Ergebnis bilden sie genau passende Abwehrstoffe (Antikörper). Mit ihrer Hilfe werden die fremden Mikroorganismen, z.B. aus der Nahrung, abgetötet. Bei der Funktionstüchtigkeit des Immunsystems spielt die Darmflora eine wichtige Rolle. Denn diese für den Organismus ungefährlichen Keime trainieren die Abwehrzellen des Immunsystems und bereiten sie so auf die Abwehr von Krankheitserregern vor.

Doch die Darmflora leistet noch einen weiteren wichtigen Beitrag: Indem ihre Bakterien das Darminnere und die Darmwand besiedeln, machen sie es „Eindringlingen“ schwer, im Darm eine Lebensgrundlage zu finden, um sich zu vermehren. Man spricht hier von einer „Barrierefunktion“ der Darmflora. Nach neusten Erkenntnissen werden von den Bakterien im Darm etwa 200 verschiedene Gene beeinflusst. Besonders Gene, die für eine intakte Barrierefunktion verantwortlich sind, werden dabei aktiviert.

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

In den westlichen Industrieländern auf dem Vormarsch

In den westlichen Industriestaaten leiden immer mehr Menschen an chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen (CED). Unter diesem Begriff werden die schubweise verlaufenden Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa verstanden.

In Deutschland sind rund 150 000 Menschen von Morbus Crohn und etwa genauso viele von Colitis ulcerosa betroffen. Dazu gehören auch ca. 40 000 Kinder und Jugendliche. Tendenz steigend! Eine medikamentöse Heilung der CED ist bis heute nicht möglich.

Bei gleicher Geschlechterverteilung beträgt die Erkrankungshäufigkeit bei Morbus Crohn heute 40 bis 60 Erkrankungen pro Jahr auf 100 000 Einwohner. Bei Colitis ulcerosa sind es jährlich 3 bis 9 Erkrankungen auf 100 000 Einwohner Bei den meisten Patienten beginnt die Erkrankung im dritten Lebensjahrzehnt.

Typisch für diese Darmerkrankungen ist ein Wechsel von Phasen hoher Krankheitsaktivität mit kürzer oder länger anhaltenden Remissionen. Unter einer Remission versteht der Arzt eine vorübergehende Besserung bzw. ein vorübergehendes Verschwinden von Krankheitssymptomen, d.h. der Patient ist in dieser Zeit beschwerdefrei.

Die „Familie“ der Zivilisationskrankheiten wird immer größer!

Zu viel Hygiene kann auch schaden

Zivilisation und Wohlstand haben auch ihre Schattenseiten. Eine davon ist das verstärkte Auftreten von so genannten Zivilisationskrankheiten, wie z.B. Diabetes mellitus oder Übergewicht (Adipositas). Wissenschaftler zählen seit einigen Jahren auch die CED zu den Zivilisationskrankheiten. Dafür spricht, dass auch Umweltfaktoren an der Entstehung dieser Darmerkrankungen beteiligt sind.

Diese Faktoren fördern die Entwicklung der CED

  • übertriebene Hygiene,
  • das Leben in der Stadt,
  • Rauchen,
  • Infektionen,
  • ungesunde Ernährung,
  • Schadstoffe.
  • Psychische Faktoren (Stress, Konflikte) werden ebenfalls als Krankheitsauslöser diskutiert, sind aber umstritten.
  • Vererbung (genetische Disposition), was die familiäre Häufung der CED belegt.

Schützend wirkt das Aufwachsen auf dem Lande und das Stillen der Kinder

Trotz großer wissenschaftlicher Bemühungen sind die Ursachen für die CED bis heute nicht eindeutig geklärt. Vermutlich müssen mehrere Faktoren (genetische, infektiöse, immunologische) zusammen treffen. Sie lösen eine pathologische Aktivierung des in der Darmwand befindlichen Immunsystems aus. Das Ergebnis ist eine Entzündung der Darmwand.

Da bei den CED eine Störung der Selbsttoleranz des körpereigenen Immunsystems vorliegt und die Abwehrzellen körpereigene Strukturen – hier die Darmwand – angreifen, werden die CED heute als Autoimmunerkrankung der Darmschleimhaut klassifiziert.

Morbus Crohn

Der ganze Verdauungstrakt leidet: Vom Mund bis zum After

Bei Morbus Crohn ist das entzündliche Geschehen nicht nur auf den Darm begrenzt, sondern meist ist der gesamte Gastrointestinaltrakt von der Mundhöhle bis zur Analregion betroffen.

Typisch für Morbus Crohn ist weiterhin, dass der Darm nicht gleichmäßig fortlaufend befallen ist, sondern dass sich gesunde Abschnitte mit entzündeten Abschnitten ablösen können.

Die Entzündung umfasst alle Schichten der Darmwand, die sich im Ergebnis durch eine Vermehrung von Bindegewebe (Granulationsgewebe) verdickt. Dies führt zur Verengung des Verdauungskanals.

Morbus Crohn beginnt meist allmählich und verläuft schubweise.

Symptome

  • Leibschmerzen,
  • Durchfälle (3 bis 6 mal täglich, meist ohne Blutbeimengung),
  • Fieber,
  • Anämie (Blutarmut).
  • Durch den ausgedehnten Dünndarmbefall kommt es zu Störungen der Aufnahme von Vitamin B12 und Gallensäuren ins Blut.
  • Gewichtsverluste sind deshalb häufig.

Komplikationen

  • Stenosen (Darmverengungen),
  • Perforationen,
  • Fistelbildung sowie – wenn auch selten –
  • schwere Blutungen

Begleiterkrankungen außerhalb des Darmes

Folgende Begleiterkrankungen können sich entwickeln:

  • Störungen der Leber- und Gallenwege, Gallengangsentzündungen,
  • Hautsymptome wie Erythema nodosum, eine entzündliche Hautrötung mit Knotenbildung,
  • Augenentzündungen (Uveitis),
  • Gelenkerkrankungen (Entzündungen von Knie- oder Hüftgelenk),
  • Osteoporose.

Colitis ulcerosa

Nur der Dickdarm ist betroffen

Die Colitis ulcerosa ist eine Entzündung, die auf den Dickdarm begrenzt ist. Typisch dafür ist die Ausbildung von Geschwüren (Ulcerationen), wobei aber nur die Zellen der Darmschleimhaut (Mukosa und Submukosa) betroffen sind. Der Entzündungsprozess beginnt im Enddarm (Rektum) und kann sich gleichmäßig fortschreitend bis zum Beginn des Dickdarms, dem Caecum, ausbreiten.

Frauen, Nichtraucher und Weiße sind häufiger betroffen als Männer, Raucher und Angehörige der schwarzen Rasse.

Der Arzt sieht bei der Darmspiegelung eine verstärkt durchblutete, geschwollene und Geschwüre aufweisende Darmschleimhaut. Typisch sind Kryptenabszesse (Vereiterungen der Krypten). Als Krypten werden normale Einstülpungen der Dickdarmschleimhaut bezeichnet.

Symptome

  • zuerst blutig-schleimige Durchfälle, die bis zu 30 mal täglich auftreten können.
  • Sie sind meist mit krampfartigen Schmerzen verbunden.
  • Im weiteren Krankheitsverlauf kommen Fieber,
  • Appetitlosigkeit,
  • Übelkeit und
  • Gewichtsverlust hinzu.

Das toxische Megacolon

Die gefährlichste Komplikation der Colitis ulcerosa ist das toxische Megakolon, eine massive Erweiterung des Darmlumens durch Schädigung der Darmwandnerven.

Symptome

  • Erbrechen,
  • hohes Fieber,
  • ein aufgetriebener, gespannter Bauch und
  • Schockzeichen

Weitere Komplikationen

  • Perforationen (Wanddurchbrüche),
  • lebensbedrohliche Blutungen,
  • Darmstrikturen (hochgradige Lumeneinengungen) sowie
  • Kolonkarzinome

Auslöser für das Krankheitsgeschehen im Darm

Wie schon oben beschrieben, müssen mehrere genetische und exogene Faktoren zusammentreffen, um eine CED auszulösen. Letztlich muss man sich fragen, was war zuerst, die Henne oder das Ei? Deshalb möchte ich Ihnen hier eine vereinfachte „Entzündungsgeschichte“ erzählen:

Bereits bei der Geburt und in den ersten Lebenstagen wird der Darm mit einer Vielzahl von Bakterienstämmen besiedelt. Durch Stoffe in der Nahrung, medizinische Behandlungen oder Erkrankungen kann deren Gleichgewicht immer wieder durcheinander geraten. Diejenigen, die die Darmschleimhaut schützen, können von denen, die die Schleimhaut angreifen, verdrängt werden. Die Schleimhaut entzündet sich, das Darm- Immunsystem reagiert heftig.

In der Darmwand werden von den Zellen des Immunsystems die Defensine gebildet, das sind hochpotente Verbindungen mit antibakterieller Wirkung. Bei Morbus Crohn kommt es infolge genetischer Veränderungen zur verminderten Bildung von Defensinen in der Darmwand. Durch den Mangel an Defensinen entstehen jetzt in der schützenden Darmschleimhaut Lecks, in die Keime aus dem Darminhalt eindringen können. Um das immunologische Gleichgewicht im Darm aufrecht zu halten, scheint eine Entzündungsreaktion der Darmschleimhaut als Antwort des körpereigenen Immunsystems gegen die invasiven Darmbakterien notwendig zu sein. Schließlich spielt das Darm-Immunsystem so verrückt, dass es selbst die normale Darmflora nicht mehr richtig toleriert.

Fazit

Die so entstandene überschießende Reaktion des Immunsystems löst den entzündlichen Prozess bei diesen Darmerkrankungen und die damit verbundenen Beschwerden aus und hält die Entzündung „am Leben“ (chronischer Verlauf).

Die Ansiedlung von Krankheitserregern auf der entzündeten Darmschleimhaut kann einen akuten Schub auslösen oder unterhalten.

Schulmedizinische Behandlung der CED

Nicht nur Vorteile

Ziel der Therapie bei CED ist es, einen akuten Schub in Remission zu bringen, d.h. die Entzündungsprozesse im Darm möglichst lange zu unterdrücken. Damit klingen die Beschwerden ab.

Zu diesem Zweck werden meist abgestuft synthetische Arzneimittel mit entzündungswidrigen Eigenschaften eingesetzt.

Die 5-Aminosalicylate wie z.B. Mesalazin, Sulfasalazin, Olsalazin, gelten als Mittel der ersten Wahl bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn. Die Wirkung beruht vor allem auf einer Hemmung der Leukotriensynthese. Leukotriene sind im Körper gebildete entzündungsfördernde Stoffe.

Bei unzureichender Wirkung der 5-Aminosalicylate kann zusätzlich ein Glukokortikoid (z.B. Budesonid, Prednisolon) peroral gegeben werden. Bessert sich der Befund nach 10 Tagen nicht, gelten die CED als steroidresistent, d.h. das Glukokortikoid zeigt keine befriedigende Wirkung.

Eine Alternative bietet dann die Arzneimittelgruppe der Immunsuppressiva (Ciclosporin, Tacrolimus, Azathioprin oder als letztes Mittel der Wahl Infliximab).

Wurden die Krankheitssymptome erfolgreich zurückgedrängt, beginnt die Remissionsphase. Sie ist charakterisiert durch die Abwesenheit von Durchfällen, sichtbarem Blut im Stuhl und intestinalen oder extraintestinalen Beschwerden.

Zur Remissionserhaltung werden – vor allem bei Colitis ulcerosa – vorwiegend oral und/oder rektal 5-Aminosalicylate eingesetzt.

Doch die notwendige Langzeitanwendung dieser synthetischen Arzneimittel über Monate oder sogar Jahre führt auch zu gesundheitlichen Risiken. Die Liste der z.T. schwerwiegenden Nebenwirkungen, Gegenanzeigen, Anwendungsbeschränkungen und Wechselwirkungen ist lang und beeinträchtigt den therapeutischen Einsatz dieser Medikamente.

Deshalb wird von den Patienten immer wieder nach gut verträglichen Alternativen gefragt!

Möglichkeiten der Naturmedizin

Besonders der Kamillenextrakt ist wertvoll!

Die weltweit am häufigsten verwendete Heilpflanze ist die echte Kamille (Matricaria recutita L.) Sie wurde als offizielle Heilpflanze in alle Arzneibücher der Welt aufgenommen.

Bei entzündlichen Magen- und Darmerkrankungen bringt aber der beim Verbraucher beliebte Kamillentee kaum eine Linderung der Beschwerden. Denn bei der Teezubereitung geht das wertvolle Kamillenöl mit den stark entzündungshemmenden Inhaltsstoffen, wie z. B. alpha-Bisabolol (Levomenol) und Matricin bzw. Chamazulen u.a., nur in unzureichender Menge in den Tee über.

Professor Schilcher, der bekannte Wissenschaftler auf dem Gebiet der Heilpflanzenkunde, hat bei Untersuchungen folgendes festgestellt: Beim Aufgießen des Tees gehen nur 0,02 Prozent des in den Kamillenblüten enthaltenen Kamillenöls in das Teewasser über. Daraus resultiert ein deutlicher Wirkungsverlust des Kamillentees, vor allem bei entzündlichen Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts.

Deshalb ist bei CED nur ein Kamillen-Extrakt hilfreich! Er wird mit einem Alkohol-Wasser-Gemisch hergestellt und enthält alle therapeutisch wertvollen Kamillen-Inhaltsstoffe.

Allein der Kamillen-Extrakt zeigt die wissenschaftlich belegten Eigenschaften dieser Heilpflanze:

  • entzündungswidrig,
  • wundheilungsfördernd,
  • krampflösend,
  • ulcusprotektiv (Schutz vor Geschwürbildung),
  • antibakteriell,
  • pilzhemmend (antimykotisch) und
  • blähungstreibend.

Gerade bei entzündlichen Darmerkrankungen gilt die Kamille als eine der wertvollsten Heilpflanzen, da sich die therapeutischen Eigenschaften der einzelnen Inhaltsstoffe bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa sinnvoll ergänzen!

Die Myrrhe, nicht nur Kult- sondern auch Heilpflanze

Die Myrrhe wird schon in der Bibel erwähnt und war ein für Könige würdiges Geschenk. Bei Kulthandlungen verbrannte man schon vor Jahrtausenden Myrrhe zusammen mit Weihrauch und anderen angenehm riechenden Pflanzen. Mit dem zum Himmel aufsteigenden Rauch erflehten die Menschen die Hilfe der Götter.

Myrrhe ist ein aus der Ast-Rinde bestimmter nordafrikanischer Bäume und Sträucher (Commiphora-Arten) austretendes Harz.

Doch seit einigen Jahren steht auch die Myrrhe im Zentrum wissenschaftlichen Interesses. Denn sie zeigt viele Eigenschaften, die bei den CED hilfreich sind.

Eigenschaften der Myrrhe

  • entzündungshemmend,
  • adstringierend (Gewebe zusammenziehend),
  • desinfizierend (keimtötend),
  • granulationsfördernd (Gewebeneubildung anregend).

Deshalb wird sie schon seit langem – lokal als Tinktur – als bewährtes Mittel bei Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut verwendet.

Kaffeekohle – wertvoll bei Durchfallerkrankungen

Kaffeekohle ist pflanzliche Kohle. Sie entsteht durch Rösten und anschließendes Vermahlen der grünen, getrockneten Früchte (Kaffeebohnen) des Kaffeestrauches. Kaffeekohle enthält weniger Coffein, aber noch viele wichtige Inhaltsstoffe der Kaffeebohne.

Die Kaffeekohle wird offiziell als pflanzliches Mittel bei unspezifischen, akuten Durchfallerkrankungen eingesetzt.

Eigenschaften der Kaffeekohle

  • adstringierend,
  • absorbierend,
  • antibakteriell

Der absorbierende Effekt ist durch die große Oberfläche der Kaffeekohle bedingt. Dadurch können Bakterientoxine (Bakteriengifte), organische Verbindungen und Gärungsprodukte gebunden und mit dem Stuhl ausgeschieden werden.

Im Ergebnis kommt es zur Abnahme der Durchfall auslösenden Keime.

Der adstringierende Effekt führt durch eine Sekretionshemmung zu einer Verminderung der Gas- und Flüssigkeitsbildung im Darm, ein Effekt, der bei CED erwünscht ist.

Ein zugelassenes pflanzliches Arzneimittel bei CED

Kamille, Myrrhe und Kaffeekohle – bei CED ein starkes Team

Die Kombination von Kamille als Extrakt, Myrrhe und Kaffeekohle ist als traditionelles pflanzliches Arzneimittel Myrrhinil-Intest® im Handel.

Dabei ergänzen sich die therapeutischen Eigenschaften der drei Heilpflanzen nicht nur sondern greifen auch an verschiedenen Punkten im Krankheitsgeschehen an. Aufgrund langjähriger Erfahrungen kann davon ausgegangen werden, dass die Kombination der drei Heilpflanzen zu verstärkten therapeutischen Effekten führt.

Myrrhinil-Intest® ist gut verträglich und damit auch für eine Langzeit-Behandlung der CED geeignet. Die wichtige Darmflora wird nicht geschädigt.

Das pflanzliche Arzneimittel kann bei leichten Darmbeschwerden zur alleinigen Therapie eingesetzt werden. Oder bei stärkeren Symptomen auch zur unterstützenden Behandlung, in der Hoffnung, die Dosis der synthetischen Arzneimittel reduzieren zu können.

Besonders bewährt hat sich Myrrhinil-Intest® nach dem Abklingen eines akuten Schubs zum Erhalt der Remissionsphase (Intervalltherapie). Das bedeutet, dass das pflanzliche Arzneimittel zu einer erheblichen Verlängerung der beschwerdefreien Zeit (kein Durchfall, kein Blut im Stuhl, keine Schmerzen u.a.) beitragen kann.

Aufgrund der bisherigen guten Erfahrungen ist heute die Kombination von Kamille, Myrrhe und Kaffeekohle als pflanzliche Standardtherapie bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa anzusehen!

Weitere Anwendungsgebiete nicht vergessen!

Antibiotika sind wertvolle Arzneimittel zur Behandlung von Infektionskrankheiten. Sie werden häufig – manche Kritiker sagen zu häufig – vom Arzt verschrieben. Die Kritik ist nicht unberechtigt, denn Antibiotika weisen eine Reihe von schwerwiegenden Nebenwirkungen auf.

Nach Antibiotika-Therapie

U.a. töten Antibiotika Bakterien ab, ohne zwischen Krankheitserregern und den normalen und wichtigen Darm-Bakterien (Darmflora) zu unterscheiden. Im Ergebnis einer Antibiotika-Therapie kann die Darmflora empfindlich gestört sein. Dies äußert sich meist in gastrointestinalen Störungen (Übelkeit, Schmerzen, Durchfall).

Reisediarrhö

Urlaubsreisen in warme Länder werden oft von Durchfallerkrankungen überschattet, wodurch wertvolle Urlaubstage verloren gehen. Bei Störungen im Magen-Darm-Bereich nach Antibiotika-Einnahme und bei Reisediarrhö leistet Myrrhinil-Intest® wertvolle Hilfe.

Seine Wirkung als pflanzliches „Anti-Durchfallmittel“ basiert auf seinen entzündungs- und sekretionshemmenden, antibakteriellen, adstringierenden und absorbierenden Eigenschaften.

Durchfall-Prophylaxe

Auch als Durchfall-Prophylaktikum – mit der Einnahme schon eine Woche vor Urlaubsantritt beginnen – hat sich dieses pflanzliche Arzneimittel bewährt.

Pilzinfektionen

Außerdem verursacht die Einnahme von Antibiotika immer eine Schädigung der Abwehrkräfte (Immunsystem) des Darms. Dies fördert die Ausbreitung von potentiellen Krankheitserregern (Bakterien, Pilze) im Darm. Immer häufiger kommt es deshalb nach einer Antibiotika-Therapie zu Pilzinfektionen im Verdauungstrakt. Besonders der Hefepilz Candida albicans ist hier zu nennen.

Bei Magen-Darm-Mykosen (besonders Hefen- und Schimmelpilze) ist Myrrhinil-Intest® aufgrund seiner pilzschädigenden (antimykotischen) Eigenschaften ebenfalls zu empfehlen, wobei das pflanzliche Arzneimittel nicht die wichtige Darmflora schädigt.

Sämtliche Bilder wurden von fotolia.com erworben.

Über den Autor

Ernst-Albert Meyer ist Fachapotheker für Offizin-Pharmazie, Fachapotheker-Weiterbildungsleiter und Fachjournalist. Er hatte Führungspositionen im Arzneimittelgroßhandel und bei Pharma-Unternehmen inne. Heute ist er Freier Fachjournalist für Medizin und Pharmazie, Lektor, Dozent in der Fortbildung von Apothekern und PTA’s. Er schreibt regelmäßig für Ärzte- und Therapeutenzeitschriften, Pharmazeutische Zeitschriften und die Verbraucherpresse. Von den zahlreichen Bücher, die er verfasst hat, sei nur das letzte genannt, das sich an Laien wendet und 2007 im Trias-Verlag erschien: „Richtig behandeln – Ein Ratgeber für zu Hause“.

Ernst-Albert Meyer

E-Mail: MedWiss-Meyer@t-online.de

Abschließender Kommentar von Prof. Gerhard

Es ist keine Frage, dass chronisch- entzündliche Darmerkrankungen zugenommen haben. Wenn Sie sich mal überlegen, was für viele Zusatzstoffe Sie nicht nur bei Fertigmahlzeiten zu sich nehmen, wie unser Gemüse gespritzt, unsere Tiere gefüttert und unser Brot gebacken wird, dann werden Sie Verständnis dafür haben, dass unser Darm damit überfordert sein kann. Bei manchen Menschen durch Genetik und Lebensstil früher, bei anderen erst später.

Abgesehen von den schweren chronischen Darmerkrankungen, M. Crohn und Colitis ulcerosa, die in diesem Artikel vorgestellt wurden, ist dieses Pflanzenmittel im täglichen Leben unverzichtbar und gehört in jede Hausapotheke. Ich möchte Ihnen nur zwei Beispiele aus meiner Praxis nennen, die zeigen sollen, wie breit einsetzbar Myrrhinil-Intest® ist.

Eine über 70-jährige Patientin mit Eierstockkrebs hatte nach Operation und Chemotherapie schwere Durchfälle. Alles was man in der Klinik so einsetzte, half nicht. Sie wurde mit dem Durchfall entlassen, nachdem noch eine Spezialkultur aus dem Stuhl angelegt worden war. Zu Hause erhielt sie von ihrem Hausarzt Myrrhinil-Intest®. Bereits nach einem Tag ließ der Durchfall nach. Nach einer Woche war sie gesund und konnte wieder alles essen. Da kam der Anruf aus der Klinik, man hätte eine schwere Darmpilzinfektion festgestellt, und sie müsste sofort wieder in die Klinik kommen. Sie können sich sicher vorstellen, wie verwundert die Ärzte über die Heilung waren!

Aber auch bei ganz einfachen Beeinträchtigungen hilft das Präparat. Vor einigen Monaten kam eine Freundin von mir aus dem Urlaub, dort hatte sie 2 Tage eine Darminfektion mit Durchfall und Erbrechen gehabt. Sie klagte: „Mein Bauch ist immer noch so gebläht, er drückt richtig, ich mag gar nicht essen.“ Auch sie nahm Myrrhinil-Intest® und rief nach einigen Tagen begeistert an, dass sie keine Beschwerden mehr hatte. Sie nimmt die Tabletten immer mal wieder zwischendurch, wenn sie den Eindruck hat, dass durch falsches Essen oder Stress der Darm nicht so richtig arbeitet.

Da Sie von der großen Aufgabe der Darmbakterien gehört haben, ist es natürlich sinnvoll, die guten Darmbakterien zu füttern und zu züchten. Dazu nimmt man Präbiotika oder Probiotika, die ich Ihnen schon in dem Artikel über die Entsäuerung vorgeschlagen habe. Und last not least: Essen Sie so viel wie möglich unbehandelte Bio-Nahrungsmittel, damit Ihr Darm sich nicht auch noch mit Giften und Zusatzstoffen rumschlagen muss.

Selbsthilfegruppen

Vielleicht wollen Sie sich mit Betroffenen austauschen. Es gibt viele Selbsthilfegruppen für Darmprobleme. Bspw.

CED-Hilfe e.V.
Brauhausstieg 15-17
22041 Hamburg
Tel.: 040/6323740
www.ced-hilfe.de

Kompetenznetz Darmerkrankungen
Assistenz Geschäftsführung/Sekretariat
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein
Campus Kiel
Arnold-Heller-Str. 3, Haus 6
D-24105 Kiel
Tel.:  +49 431 597 3937
Fax:  +49 431 597 3988
Email: sekretariat@kompetenznetz-ced.de

Phytotherapie beim Reizdarmsyndrom

Ordnungstherapie und Entspannung beim Reizdarmsyndrom

Neurobiologische und psychologische Grundlagen zum Reizdarmsyndrom

Vielleicht haben Sie selber schon Erfahrungen mit der „natürlichen“ Darmbehandlung, dann schreiben sie doch hier einen Kommentar.

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