Gehören Sie auch zu den Frauen, die bei einer anstehenden Entscheidung lieber auf ihren Bauch hören als stundenlang das Pro und Kontra im Kopf abzuwägen? Dann liegen Sie wahrscheinlich meistens richtig. Denn unser Bauchgehirn funktioniert ähnlich wie das in unserem Kopf. Bis in die kleinsten Darmzotten hinein gehen Gefäße und Nerven. Millionen von Nervenzellen senden ständig ihre Informationen zum Kopfhirn. Dieselben Überträgerstoffe wie im Gehirn findet man auch im Darm, bspw. das Glückshormon Serotonin. Aber nur, wenn Ihr Darm gesund ist, kann auch das Bauchhirn richtig arbeiten, deshalb gehen Sie pfleglich mit Ihrem Darm um.

Tipps zur Darmpflege

  • Bevorzugen Sie ökologische Frischkost mit viel Obst und Gemüse, Vollkorngetreideprodukte, aber Achtung, wenn Sie darauf mit Blähungen oder Durchfall reagieren, ist etwas faul (im wahrsten Sinne des Wortes!). Diese Revolution im Bauch ist ein Zeichen dafür, dass das Gleichgewicht bei den Darmbakterien gestört und die Darmschleimhaut gereizt ist. Eventuell liegen auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten vor. Näheres dazu im Frauen-Gesundheitsbuch.
  • Wählen Sie Nahrungsmittel, die keine Konservierungsstoffe, künstliche Aromen und künstliche Farbstoffe enthalten, sie verschlacken den Darm, fördern Allergien und stören das friedliche Zusammenleben Ihrer Darmbakterien
  • Verwenden Sie Kräuter und Gewürze, die dem Darm helfen, z.B. Bärlauch, der Entzündungen heilt und die Durchblutung verbessert, Kapuzinerkresse, die das Anheften von Pilzen an der Darmschleimhaut verhindert, Nelken, Wermut, Dill
  • Werten Sie Ihre Ernährung auf und unterstützen Sie Ihren Darm mit guten Darmbakterien aus Natur belassener Joghurt, Sauerkraut, Kanne Brottrunk
  • Kauen Sie gut, damit der Darm weniger Arbeit hat und nicht mit zu grober Nahrung belastet wird.
  • Lassen Sie Pausen zwischen den Mahlzeiten, damit sich der Darm auch mal ausruhen kann
  • Treiben Sie regelmäßig Sport, der Sie zwingt, tief in den Bauch zu atmen, dadurch wird die Durchblutung und die Aktivität des Darms verbessert, bspw. schnelles Gehen, Joggen.
  • Sorgen Sie für regelmäßigen Stuhlgang mindestens einmal am Tag. Leiden Sie unter Verstopfung, dann ergänzen Sie Ihre Nahrung mit Ballaststoffen, wie bspw. Leinsamen, Haferkleie und trinken Sie mehr, mindestens 1,5 Liter pro Tag (Alkohol- und Koffeinhaltige Getränke nicht einberechnet, da sie entwässernd wirken).
  • Reduzieren Sie Ihren Stress, nicht nur das Kopfhirn, sondern auch das Bauchhirn reagieren darauf sehr sensibel!

Besonderheiten von Leinsamen

Leinsamen

Und noch etwas zu Leinsamen: er hilft sowohl bei Verstopfung als auch bei Durchfall und kann vor vielen Krankheiten schützen.

  • Bei Verstopfung schlucken Sie den ganzen Samen Tee- bis Esslöffelweise mit viel Wasser. Er quillt im Darm auf und regt die Durchblutung und Bewegung des Darms an. Er wird nicht verdaut, so dass die kostbaren Inhaltsstoffe im wesentlichen verloren gehen.
  • Bei Durchfall kochen Sie einen Schleim daraus und essen Sie ihn teelöffelweise
  • Zur Verhütung von Krankheiten schroten Sie den Samen und essen Sie ihn zu Joghurt oder über das Müsli. 3 gehäufte Esslöffel am Tag sind ausreichend, um Sie mit den wertvollen Leinölen, Pflanzenhormonen und Antioxidanzien zu versorgen. Studien konnten zeigen, dass dadurch die Blutfette abnehmen, das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen sinkt und Brust- und Prostatakrebs seltener vorkommen.

Eine kleine Anekdote

Eine Patientin mit Wechseljahrsbeschwerden kam zu mir, sie klagte außerdem über Verstopfung und Gewichtszunahme. Ihr Internist hatte ihr wegen der erhöhten Blutfette zu Fett senkenden Medikamenten geraten. Sie hatte aber keine Lust, Hormone oder andere Medikamente zu schlucken. Ich erklärte ihr die Sache mit dem Darm, der Ernährung und Bewegung und wir vereinbarten, dass sie in 3 Monaten zu einer Blutkontrolle kommen sollte.

Sie kam nach 4 Monaten, strahlte, da sie beim Internisten gewesen war, der ihr bescheinigt hatte, dass die Blutfette so stark gesunken waren, dass sie die „Medikamentendosis“ reduzieren sollte. Als sie ihm gestand, dass sie die Medikamente gar nicht eingenommen hatte, sondern nur die Ernährung umgestellt und Leinsamen gegessen hatte, behauptete er, dass könne nicht sein, vielleicht wäre es ja auch ein Laborfehler und man müsse dringend die Blutfette noch mal kontrollieren.

Sie erzählte, dass sie auch wieder ihr früheres Gewicht erreicht, regelmäßig Stuhlgang und kaum noch Hitzewallungen hatte. Und der Clou: „Mein Mann macht mit und auch bei ihm hat der Internist eine Verbesserung seiner Blutwerte festgestellt“.

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