Blasenentzündung im Winter, weil man ständig friert, im Frühjahr, weil man die erste Sonne überschätzt, im Sommer, weil man sich im nassen Badezeug verkühlt, im Herbst…Und ganz schlimm im Urlaub, wenn man sich doch endlich mal richtig erholen und regenerieren will. Da Blasenentzündungen viele Frauen quälen und es gute Vorsorgemöglichkeiten gibt, sofern frau sie kennt und anwendet, hat mich Frau Ritter, die Chefredakteurin von BIO zu diesem Thema befragt. Sie können das ganze Interview in der BIO 3, 2010 lesen. Hier stelle ich Ihnen Ausschnitte und Ergänzungen vor.
BIO: Jede 2. Frau hat mindestens einmal im Leben mit einer Blasenentzündung zu tun, so zeigen Studien. Was sind die typischen Symptome?
Prof. Ingrid Gerhard: Neben dem ständigen Harndrang verspüren die Betroffenen Brennen beim Wasser lassen und Schmerzen im Unterleib. Es können nur kleine Urinmengen entleert werden, was meist mit Krämpfen verbunden ist.
BIO: Durch welche Faktoren wird eine Blasenentzündung ausgelöst?
Prof. Ingrid Gerhard: Ursache einer Blasenentzündung sind fast immer Bakterien, die durch eine Verkühlung, durch Geschlechtsverkehr oder eine Katheterisierung der Blase überhand genommen haben.
BIO: Warum tritt sie immer wieder mal auf?
Prof. Ingrid Gerhard: Hierfür gibt es verschiedene Gründe. So haben Frauen – im Unterschied zu Männern – eine kurze Harnröhre. Die Bakterien haben deshalb leichtes Spiel, vom äußeren Genitale in die Blase hoch zu wandern. Auch hormonelle Schwankungen können dazu führen, dass nicht nur die Schleimhaut der Scheide, sondern auch die der Blase verkümmert, so dass Bakterien leichter anhaften können.
Ebenso kann eine Antibiotika-Therapie das natürliche Gleichgewicht von guten und schlechten Bakterien auf Haut und Schleimhäuten stören. Last but not least ist ein geschwächtes Immunsystem häufig Auslöser einer Blasenentzündung. Der Körper kann die Bakterien nicht richtig in Schach halten, so beispielsweise bei der Zuckerkrankheit oder als Folge von anderen Erkrankungen.
BIO: Welche naturheilkundlichen Maßnahmen sind bei einer Blasenentzündung erfolgreich?
Prof. Ingrid Gerhard: An erster Stelle stehen hier die pflanzlichen Antibiotika aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel in ANGOCIN Anti.Infekt N (Repha). Sie werden bereits in den oberen Darmabschnitten in das Blut aufgenommen und schädigen die „guten“ Darmbakterien nicht. Sie sind rezeptfrei in der Apotheke erhältlich. Auch die Homöopathie kann helfen, doch sollte man sich das passende Mittel von einem Arzt empfehlen lassen.
BIO: Was kann Frau vorbeugend tun?
Prof. Ingrid Gerhard: Die Badezeit und das Tragen nasser Badekleidung begünstigen gerade im Sommer eine Infektion der Harnwege. Deswegen sollte nach dem Schwimmen möglichst der Badeanzug gewechselt werden. Auch das Sitzen auf blanken Stühlen oder Steinen ist zu vermeiden.
Die Blase hat gerne warme Füße, denn an den Füßen endet der Blasenmeridian. Das bedeutet auch: Nicht auf kaltem Boden barfuß laufen! Wer viel schwitzt, sollte viel trinken, damit die Blase gut durchgespült wird. Bei den allerersten Anzeichen einer Blasenentzündung ist es ratsam, mit einer Wärmflasche auf dem Bauch ins Bett zu gehen und viel zu trinken.
Ideal ist beispielsweise Cranberrysaft. Dieser verhindert, dass sich die Bakterien an der Blasenwand anheften können. Außerdem macht Vitamin C den Urin sauer, und das mögen die Bakterien gar nicht. Am besten nur leichte basische Nahrungsmittel essen und für eine gute Verdauung sorgen.
Auch Schüßlersalze sind im Anfangsstadium hilfreich. Hier kann alle zehn Minuten 1 Tablette Natrium phosphoricum D6 – möglicherweise im Wechsel mit Ferrum phosphoricum D12 – eingenommen werden. Natrium sulfuricum D6 ist zu empfehlen, wenn die Entzündung nach Kälte und Nässe aufgetreten ist. Dann ist nach einem Tag meist alles ausgestanden.
BIO: Welche Mittel können Sie zur Vorbeugung empfehlen?
Prof. Ingrid Gerhard: Die folgenden Rezepte kann man sowohl zur Vorbeugung von Blasenentzündungen als auch zur Begleitung einer antibiotischen Therapie einsetzen.
Blasentees

• Je 20 g Birken-, Orthosiphon-, Bärentrauben- und Schwarze Johannisbeerblätter sowie Goldrutenkraut mischen. Davon 1 EL mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und fünf bis maximal acht Minuten ziehen lassen. Viermal täglich 1-2 Tassen trinken.
• 20 g Birken- und Orthosiphonblätter mit 30 g Bärentrauben- und 10 g Pfefferminzblättern mischen. Davon 1 EL mit 150 ml kochendem Wasser übergießen und zehn Minuten ziehen lassen. Viermal täglich 1 Tasse lauwarm trinken.
Achtung: Bärentraubenblätter sind für Kinder unter 12 Jahren sowie während der Schwangerschaft und Stillzeit nicht geeignet. Auch sollten Tees und Medikamente, die Bärentraubenblätter enthalten nur maximal fünfmal im Jahr und dann höchstens eine Woche verwendet werden, da sonst Leberschäden auftreten können. Deshalb noch ein Tee ohne Bärentraubenblätter:
• 50 g Schachtelhalmkraut, 30 g Birkenblätter, 20 g Wacholderbeeren mischen. 1 TL der Mischung mit 150 ml kochendem Wasser aufgießen und zehn Minuten ziehen lassen. Dreimal täglich 1 Tasse nach den Mahlzeiten trinken.
Pflanzliche Arzneimittel
Bärentraubenblätter gibt es auch in Tabletten, z. B. Cystinol akut Drg. oder mit Goldrutenkraut zur Nierendurchspülung als Cystinol N Lösung (Schaper und Brümmer).
Bei wiederkehrenden Blasenentzündungen und Reizblase Canephron N (Bionorica SE) längerfristig einnehmen, z.B. 12 Wochen durchgehend, bei akuten Harnwegsinfektionen bis zum Abklingen der Symptome. Die Pflanzenkombination enthält Tausendgüldenkraut, Liebstöckelwurzel und Rosmarinblätter. Dadurch entkrampft sie die Blase, wirkt antientzündlich und antibakteriell. Dosierung: 3 x tgl. 2 überzogene Tbl. oder 5ml.
Oder:
Morgens, mittags und abends je 3-5 Tr. von je einer Sorte: CERES Solidago Ø, CERES Echinacea Ø und CERES Tropaeolum Ø (ALCEA). Wenn Sie Ihren Körper gut kennen, werden Sie vielleicht schon bei den ersten Anzeichen mit diesen Tropfen verhindern, dass es zu einer ausgewachsenen Entzündung kommt.
Nahrungsergänzung
Die Kombination aus Cranberry, Vitamin C, Zink und Selen stärkt das Immunsystem und schützt gezielt die Blase (in Tuim urofemin, Dr. Willmar Schwabe, 4 x tgl. 4 Tbl.).
Spagyrik
Bei ersten Signalen 3x tgl. je 20 Tr. Akutur® spag und Toxex® spag Tropfen (Pekana) in etwas Flüssigkeit vor den Mahlzeiten.
BIO: Wann ist bei einer Blasenentzündung von einer Behandlung mit herkömmlichen Antibiotika eher abzuraten?
Prof. Ingrid Gerhard: Wenn es sich um wiederkehrende Blasenentzündungen ohne Fieber handelt. In diesem Fall würden die meisten Antibiotika nur die natürliche Keimbesiedlung von Darm und Schleimhäuten zerstören, was weitere Infekte vorprogrammiert. Dann ist es viel besser, die Wurzel des Übels herauszufinden und mit naturheilkundlichen Methoden das Immunsystem zu stärken. Die oben beschriebenen pflanzlichen Antibiotika aus Kapuzinerkresse und Meerrettichwurzel in ANGOCIN Anti-Infekt N (Repha) beispielsweise schädigen die Darmbakterien nicht. In der Therapie stehen sie darum immer an erster Stelle. Bei den Alarmsignalen Fieber und Rückenschmerzen dagegen sollte man nicht alleine herumdoktern, sondern schleunigst einen Arzt aufsuchen.
BIO: Kann eigentlich eine Blasenentzündung auch durch zu häufigen Geschlechtsverkehr ausgelöst werden?

Prof. Ingrid Gerhard: Leider ja, wir Frauenärzte sprechen dann oft von einer Honeymoon-Cystitis. Beim Austausch von Intimitäten werden Keime vom gesamten Genitalbereich einschließlich der Afterumgebung verteilt und in die Scheide eingebracht. Durch die „Massage“ der Scheide werden die Bakterien in die Harnröhre und Blase gedrückt. Deshalb sollten sich beide Partner vor dem Verkehr gründlich säubern. Zur Prophylaxe empfehlen wir den anfälligen Frauen die Blasenentleerung nach jedem Geschlechtsakt. Außerdem hat es sich bewährt, viel zu trinken, damit sich die Bakterien nicht anheften können.
BIO: Manche Frauen klagen unter der Einnahme der Pille oder in den Wechseljahren über gehäufte Blasenentzündungen, gibt es da tatsächlich einen Zusammenhang?
Prof. Ingrid Gerhard: Ja, den gibt es deshalb, weil die Schleimhaut der Blase wie die Scheidenschleimhaut auf Östrogene anspricht. Wenn eine Pille mit sehr niedrigem Östrogengehalt eingenommen wird oder wenn nach den Wechseljahren die Eierstöcke nicht mehr genügend Östrogene produzieren, trocknen bei manchen Frauen die Schleimhäute des Genitalbereichs einschließlich der Blase aus. Bakterien können sich dann leichter in der Blase ansiedeln. Wenn das der Fall ist, helfen oft Scheidenzäpfchen mit Östriol auch der Blase. Oder die Frauenärztin verschreibt eine andere Verhütungspille, bzw. für die ältere Frau natürliche Östrogene.
BIO: Welche Hygienemaßnahmen sind wichtig für den Intimbereich?
Prof. Ingrid Gerhard: Die häufigsten Bakterien, die man bei Blasenentzündungen findet, stammen aus dem eigenen Darm. Deshalb sollten Mütter ihren Töchtern von klein auf beibringen, dass sie sich nach der Toilette immer von vorne nach hinten abwischen müssen. Seifen, Waschlotionen und Deos sollten nur sehr zurückhaltend benutzt werden, um die empfindliche Haut im Genitalbereich nicht zu schädigen und die natürliche gesunde Keimbesiedelung zu erhalten. Am besten eignen sich Produkte, die den Säureschutzmantel stärken, beispielsweise Deumavan Waschlotion sensitiv (Kaymogyn). Einmalwaschlappen sind zu bevorzugen, damit keine Keime in den vorderen Genitalbereich verschleppt werden.
BIO: Frau Prof. Gerhard, wir danken Ihnen ganz herzlich für das Gespräch!
Text incl. Bildnutzung mit freundlicher Genehmigung des Bio Ritter Verlags.
Falls sie Fragen zu Blasenentzündungen haben oder eigene Erfahrungen mit anderen Leserinnen teilen wollen, gehen Sie einfach auf dieser Seite nach unten und geben Sie Ihren Kommentar ein. Ich werde auf jeden Fall darauf antworten.
Im BIO-Heft 3, 2010 finden Sie weitere interessante Artikel über:
• Schilddrüsenstörungen
• Essstörungen
• Wie wichtig Tanzen ist
• Pilgern der besonderen Art
• Selbstachtung
• Sonnenyoga
• Außerdem Wohlfühltipps für die heiße Jahreszeit und vieles mehr
Im August erscheint das BIO-Heft 4. Darin erfahren Sie in einem weiteren Interview mit mir, was Sie gegen Scheidenentzündungen tun können.
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Hallo Frau Dr. Gerhard,
Seit etwas über einem Jahr leide auch ich häufig unter Blasenentzündungen. Anfangs traten sie vor allem nach dem Sex auf, aber inzwischen bekomme ich quasi ständig welche. Vom Sex kann es definitiv nicht kommen, da ich mich zum Einen danach immer sofort gründlich mit Wassser wasche. Zum anderen treten sie inzwischen auch auf, wenn ich gar nicht mit meinem Freund intim war (was mir durch die ständigen Blasenentzündugen sowieso kaum noch mögich ist). Vom Hausarzt bekam ich immer sofort Antibiotika, was ja aber auf Dauer keine Lösung sein kann. Gerade weil ich dadurch auch ständig erkältet bin, oder neue Blasenentzündungen bekomme… Ich schlafe immer mit Wärmfläsche, bzw. wärme prinzipiell immer meine Füsse usw. Ausreichend zu trinken schaffe ich aufgrund meiner stressigen Beschäftigung leider nicht immer- und sobald ich mal ein paar Stunden nicht genug trinken kann, bemerke ich schon das typische Ziehen im Unterleib bzw. den starken Harndrang (der inzwischen sowieso meistens schon sehr stark ist).
Was kann ich noch tun, um prinzipiell einer Blasenentzündung vorzubeugen? Und stimmt es, dass Baumwollunterwäsche hilfreich ist?
Danke!
Liebe Sarah,
Baumwollunterwäsche ist sicher besser als nur Synthetik. Im Übrigen gilt, was ich schon anderen Leserinnen empfohlen habe: Darmsanierung!
Sehr geehrte Frau Gerhard.
Bin 54 Jahre, habe seit ca. 7 Jahren immer wieder BE (ganz selten brennen , in der Regel nur ständig dieser Druck und das Gefühl ständig „bieseln“ zu müssen, immer wieder Coli-Bakterien). Manchmal mit Cranberrys, Angocin geschafft. Leider häufig Antibiotika. Urovaxom, Autovaccine, Heilpraktiker sehr viel ausprobiert, leider nur etwas besser, aber nie in den Griff bekommen. Vor ein paar Monaten Estriol-Salbe begonnen.Auslöser sehr häufig Geschlechtsverkehr, auch kalte Füße, kaltes Wasser.
Paralell passte sein 2 1/2 Jahren mein Pap-Abstrich nicht, immer 3 d, in Verbindung mit sehr vielen HPV Viren low und high risk. (+CN 2).Vor einem Jahr Konisation, danach 2 w dann, wieder 3 d. Nachdem man mich doch sehr verängstigt hatte und der Arzt meinte, es besteht Hoffnung damit meine Blasenentzündungen in den Griff zu bekommen, habe ich mich vor 3 Wochen zur Op (HE) entschieden.
Seit diesem Zeitpunkt musste ich nachts immer raus um zu „bieseln“, vorher nie. Nun habe ich seit Freitag erhöhte Leukozyten (von Hausarzt fest gestellt) und das Gefühl einer Blasenentzündung.
Der Entlassungsbericht vom KH ergab Restharn, dies hatte ein Urologe bei Spiegelung auch bereits festgestellt.
Soll morgen zu meiner Gynokologin. Befürchte es lautet wieder Antibiotika.
Nun entdecke ich Sie mit dieser Seite… Ab Freitag bin ich für 1 Woche im Urlaub. Vielen Dank im voraus.(langfristig werde ich mich um einen Arzt kümmern, wie von ihnen empfohlen : natum.de, vielen Dank für den Tipp)
Viele Grüße
Gabi
Liebe Gabi,
Da haben Sie ja wirklich schon viel durchgemacht! Die Gebärmutterentfernung wird die Blasenentzündungen natürlich nicht heilen können, aber immerhin brauchen Sie keine Angst mehr vor Gebärmutterhalskrebs zu haben. Bitte unbedingt den Bettplatz untersuchen lassen, den Darm konsequent behandeln lassen, eventuell mal eine energetische Methode einsetzen, wie bspw. den Emotionscode http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/neues-vom-emotionscode-emotionale-altlasten-aufloesen/ oder den Healing Code http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/buecher-zur-inneren-erneuerung-fuer-fruehling-und-osterzeit/ und etwas gegen die Übersäuerung tun, denn die wird von Bakterien geliebt!
Erholsamen Urlaub und viel Erfolg bei der Heilung!
Guten Tag Frau Dr. Gerhard,
Ich bin 41 Jahre alt und habe seit 6 Jahren immer wieder BE. Seit 4 Monaten bin ich in Wechseljahren. Mein Frauenarzt hält es für frühzeitig und verschrieb Hormonpreparat und er meinte es könnte positiv auch auf die Blase auswirken. Ich habe mit der Einnahme noch nicht begonnen. Es sind so viele Nebenwirkungen in der Packungsbeilage beschrieben und Einnahme erst ab Ausbleiben der Regel von 12 Monaten empfohlen wird. Was meinen Sie?
Danke
Liebe Sabine,
Wenn Sie in den Wechseljahren sind, ist durch den Östrogenmangel die Blasenschleimhaut nicht so gut aufgebaut und anfällig gegen Bakterien. Es kann durchaus sein, dass durch die Hormone eine Besserung eintritt. Wenn Sie alle anderen ganzheitlichen Methoden, die in den verschiedenen Artikeln beschrieben wurden, schon ausprobiert haben und Sie keinen Naturheilkundearzt haben, der Sie ganzheitlich behandeln könnte, müssen Sie wohl wirklich in den sauren Apfel der Hormontherapie beißen. Aber im Prinzip würde ich Ihnen empfehlen, noch mal genau zu recherchieren, was es für Alternativen gibt, die Sie noch nicht berücksichtigt haben.
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hilfe-teufelskreis-blasenentzuendung-und-scheidenentzuendung/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/haeufige-harnwegsinfekte-helfen-zubereitungen-aus-der-preiselbeere/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/neues-vom-emotionscode-emotionale-altlasten-aufloesen/
http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/die-chronische-harnwegsinfektion-bei-frauen-eine-diagnostische-und-therapeutische-herausforderung/
Viele Grüße
Guten Tag Frau Dr. Gerhard,
ich bin 30 Jahre alt und habe seit 4 Monaten ein starkes Brennen in der Scheide. Das Brennen ist so stark, das an Geschlechtsverkehr mit meinem Freund (sind seit ca. 3 Jahre zusammen) nicht zu denken ist. Es gibt Tage da brennt es nach dem Wasserlassen, dann wieder auch nicht, und es gibt Tage da brennt es auch ohne das ich zuvor auf Toilette war. Angefangen hatte alles im Dezember 2013. Da der Verdacht eine Blasenentzündung nahe lag, hat mein Hausarzt mir 2 x Levoxacin verschrieben. Das Brennen jedoch verschwand nicht. Es folgten viele Arztbesuche beim Urologen, Gyn., usw. Die Laborteste vom Urin waren ok, aber jetzt ist bei einem der Labortest folgende Diagnose bestätigt worden: Massenhaft Enterokokken faecalis in der Scheide. Mein Arzt hat mir darauf „Augmentin“ verschrieben. Das brennen war während der Therapie die ersten 3 Tage verschwunden, dann jedoch folgte starker Durchfall und das Brennen kam wieder zum Vorschein. Ich weis einfach nicht mehr weiter. Ich weiß nicht ob ich nochmal Antibiotika nehmen soll oder es mal mit einem Grapefruitkernextrakt Therapie versuchen soll. Was meinen Sie?
Danke!!
Liebe Isabel,
was heißt „Brennen in der Scheide“? Meinen Sie äußerlich im Bereich der Schamlippen oder innen im Bauch? Wenn es äußerlich sein sollte, hat dann schon mal ein guter Hautarzt drauf gesehen? Die Ursachen können von Stress über Hormonstörung, Allergie bis zur Entzündung durch Bakterien oder Pilze oder Viren gehen. Deshalb kann ich Ihnen ohne genauere Kenntnis des Befundes auch nichts persönlich raten. Vielleicht finden Sie unter http://www.natum.de einen naturheilkundlich versierten Arzt, der Sie ganzheitlich beraten und behandeln kann. Von weiteren Antibiotika kann ich Ihnen nur abraten und auf gut Glück und eigene Faust den Grapefruitkernextrakt nehmen, ist wahrscheinlich auch hinausgeworfenes Geld. Bis Sie einen Therapeuten gefunden haben, würde ich an Ihrer Stelle nur Multigyn oder Deumavan zur Pflege nehmen, keine Feuchttücher, keine Weichspüler für die Wäsche, keine Synthetikunterwäsche usw.
Viel Erfolg! Und berichten Sie ruhig mal, was oder wer Ihnen geholfen hat.
Guten Tag Frau Dr. Gerhard,
Ich bin 41 Jahre alt und habe seit 6 Jahren immer wieder BE. Seit 4 Monaten bin ich in Wechseljahren. Mein Frauenarzt hält es für frühzeitig und verschrieb Hormonpreparat und er meinte es könnte positiv auch auf die Blase auswirken. Ich habe mit der Einnahme noch nicht begonnen. Es sind so viele Nebenwirkungen in der Packungsbeilage beschrieben und Einnahme erst ab Ausbleiben der Regel von 12 Monaten empfohlen wird. Was meinen Sie?
Danke
Ein großes Dankeschön, Frau Prof. Dr. Gerhard,
dann werde ich selbstverständlich lieber warten.
Ich möchte an dieser Stelle auch ein Lob an Sie aussprechen, für die schnellen Antworten und tollen Ratschläge. Man fühlt sich hier wirklich aufgehoben und ernst genommen.
Josephine
Vielen Dank Frau Prof. Dr. Gerhard,
ich bin 21 und die Pille nehme ich seit ca. 7 Monaten nicht mehr, weil man mir den Tipp gegeben hatte, dass dies auch Auslöser für Blasenentzündungen sein kann. Kann ich Ihrer Meinung nach wieder die Pille nehmen?
Vielen Dank auch für die anderen Tipps. Ich werde definitiv anfangen, Kanne Brottrunk täglich zu trinken.
Mit besten Grüßen,
Josephine
Liebe Josephine,
So lange Sie nicht mindestens ein halbes Jahr beschwerdefrei sind, halte ich die Pille für riskant, da sie sich wirklich auf das Immunsystem auswirkt. Vielleicht können Sie doch noch darauf verzichten und lieber Barrieremethoden anwenden. Hier ist übrigens ein neuer Artikel, der noch mal genauer den Zusammenhang mit dem Darm erklärt: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/hilfe-teufelskreis-blasenentzuendung-und-scheidenentzuendung/
Viele Grüße
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard,
seit knapp 1,5 Jahren habe ich in regelmäßigen Abständen mit Blasenentzündungen zu kämpfen. Diese stehen in unmittelbarem
Zusammenhang mit Sex. Anfangs gelegentlich, inzwischen jedoch nach jedem Sex mit meinem Partner. Dies kann aber auch damit zusammenhängen, dass wir durch meine häufigen Erkrankungen seltener miteinander schlafen können. Bis jetzt wurde jede Blasenentzündung mit Antobiotika
behandelt. Hätte ich Ihre Artikel bloß früher gelesen…
Ansonsten weiß ich nicht, was ich noch falsch mache. Mein Partner und ich gehen vor dem Sex duschen, ich auch danach. Außerdem gehe ich sofort danach auf Toilette und trinke wenigsten noch 750 ml Tee.
Vorbeugend habe ich mich vor 5 Wochen mit Strovac impfen lassen. Dazu kann ich allerdings noch nichts sagen, da ich mich ohne meinen Partner im Ausland befinde, und somit keinen Sex habe.
Vor meinem Auslandsaufenthalt jedoch, bahnten sich wieder typische Symptome einer BE an. Ich habe daraufhin meine Einnahme von Angocin erhöht und mich mit einem Kirschkernkissen auf die Couch gelegt. Nach zwei Tagen waren keine Bakterien mehr im Urin nachzuweisen. Es wäre natürlich trotzdem belastend, wenn nach jedem Sex mindestens zwei Tage folgen, die ich auf der Couch verbringen muss. Aber es hat mich doch schon sehr gefreut, die BE auf diesem Wege losgeworden zu sein.
Mittlerweile nehme ich Angocin wieder in der üblichen Dosierung 2 Tabletten, dreimal am Tag. Trotz dessen und trotz Abstinenz verspüre ich immer mal wieder Schmerzen in der Blase, auch wenn keine Bakterien nachgewiesen werden können. Diese Schmerzen gehen oft nach ein paar Stunden und mit einem Kirschkernkissen vorüber; sind aber trotzdem sehr belastend.
Woran kann das liegen? Durch die häufige Einnahme und die häufigen BE´s? Ich kann mir vorstellen, dass meine Blasenwand total hinüber ist. Wenn ja, wie lange wird es dauern, bis sich eine kaputte Blasenwand wieder regeneriert?
Mit freundlichen Grüßen und vielen Dank für die Antwort im Voraus!
Liebe Josephine,
Sie haben Recht, Kirschkernkissen und Couch können keine Dauerlösung sein. 2 Gründe könnten eine Rolle spielen:
1. die Blasenschleimhaut ist ungenügend durch Östrogene aufgebaut, kann am zunehmenden Alter Richtung Wechseljahre oder einer zu niedrig dosierten Pille liegen.
2. die gute Darmflora ist gestört, was nach wiederholter Antibiotikagabe kein Wunder ist. Dadurch werden zu wenig Schleimhautschutzfaktoren gebildet.
Am besten lassen Sie sich von Ihrer Frauenärztin und einem Arzt für Naturheilkunde beraten. Hier können Sie einen Arzt in Ihrer Nähe finden:
http://www.erfahrungsheilkunde.org/2.html Das Institut für Mikroökologie ist auf den Darm spezialisiert. Auch dortkann man Ihnen einen Arzt nennen, der sich mit der Darmdiagnostik und der Darmbehandlung auskennt. http://www.mikrooek.de/fuer-patienten
Empfehlenswert ist auf jeden Fall Kanne Brottrunk http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/kanne-bio-brottrunk%C2%AE-ein-lebensmittel-das-es-in-sich-hat/
Viel Erfolg und gute Besserung!
Was ich nicht ganz verstehe, ich soll mich basisch ernähren, aber den Urin sauer halten. Macht preiselbeersaft nicht sauer? Was man im Netz findet ist so widersprüchlich. Habe gelesen, dass E-Choli Bakterien sich auf Dauer an das saure Milieu in der Blase anpassen können. Manche schreiben, im basischen Urin halten sich Bakterien erschwerend. Alles sehr verwirrend! Welches globuli denken Sie ist am besten, bei starkem Brennen beim Wasserlassen, wärme ist beruhigend, bei Kälte wird es schlechter. Muss nicht häufiger zur Toilette bei BE, nur starke Schmerzen in der Blase und harnröhre. Ich würde wirklich alles machen, um diese Beschwerden wenigstens zu reduzieren!
Liebe Judith,
ich darf Ihnen aus juristischen Gründen keine gezielten Therapievorschläge machen. Bei Säure muss man unterscheiden zwischen dem sauren Stoffwechsel und dem sauren Urin. Lesen Sie einfach mal den Artikel über den Säure-Basen-Haushalt: http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/gesund-und-schlank-durch-teilfasten-mit-basischer-kost/ Zur Behandlung finden Sie sicher einen homöopathisch arbeitenden Arzt vor Ort. Gute Besserung!
Sehr geehrte Frau Prof. Dr. Gerhard, ich hatte vor 4 Wochen wieder eine blasenentzündung die ich mit ciprobeta 250mg behandelte. Seit dieser Zeit nehme ich Urovaxom. Seit Sonntag habe ich wieder ein Brennen beim Wasserlassen, der Frauenarzt sagt aber es sind keine Leukos drin, nur Ery’s. Ich nehme jetzt canephron, cantharis und trinke jeden Tag dieses Preiselbeergranulat. Es wird nicht besser und ist unangenehm, aber auch nicht so schlimm dass ich gleich AB nehmen müsste. Ja jetz mach ich mir Sorgen, da am Wochenende mein Eisprung ist (möchte schwanger werde) und ich weiß genau dass ich nach dem GV wieder dran bin mit BE. Wissen Sie Rat? Mein Frauenarzt hat mir Miktonetten verschrieben, aber die behandeln ja das Problem nicht. Danke schonmal für ihre Bemühungen! Ich lese diese Beiträge von den Leidensgenossinnen und halte sehr viel von ihrer Meinung, da Sie mit alternativmethoden arbeiten. Ich fühle mich auch nicht so allein mit diesem gravierendem Problem. Danke!
Liebe Judith,
erst mal relaxen, denn durch Anspannung verschlechtert sich die Durchblutung, was dann wieder Beschwerden nach dem Geschlechtsverkehr machen könnte. Legen Sie doch einfach mal nach dem GV eine Wärmflasche auf den Unterbauch und auch häufiger zwischendurch. Tun Sie was für Ihren Darm, am einfachsten Kanne Brottrunk http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/kanne-bio-brottrunk%C2%AE-ein-lebensmittel-das-es-in-sich-hat/ Wichtig ist auch basisch zu essen http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/ich-bin-sauer-so-kann-ich-mir-helfen/ Auch mal über eine Moorkur zu Hause nachdenken, wenn es mit der Schwangerschaft nicht klappen sollte und die Beschwerden immer wieder kommen http://www.netzwerk-frauengesundheit.com/weltneuheit-fur-jede-frau-heiser-moortampon-zur-selbstheilung-vagipeat/
Gute Besserung!