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Gedanken zum Totensonntag

Von | 17. November 2011 – 17:20 8.696 AufrufeDrucken

Im vergangenen Jahr hat sicher jede von uns Abschied nehmen müssen von einer Bekannten, einer lieben Freundin oder sogar einer engen Familienangehörigen. Oft kommen wir uns total verlassen und hilflos vor. Je älter wir werden, desto intensiver werden wir uns dann auch unserer eigenen Endlichkeit bewusst. Die meisten von uns haben Angst vor dem Tod.

  • Dann ist alles aus, fürchten die einen,
  • dann kommt Schreckliches auf uns zu, vielleicht gibt es das Jüngste Gericht ja doch, die anderen.
  • So lange wie möglich hier aushalten, man weiß ja nie, was kommt, so klammern sich auch Totkranke ans Leben in unserer hiesigen sichtbaren Welt.

Als Ärztin wurde ich früh und relativ häufig mit dem Sterben konfrontiert. Es gab schockierende Erlebnisse, wenn junge Menschen aus voller Gesundheit heraus verstarben. Es gab auch sehr tröstliche und berührende, wenn weise Menschen gelassen und wohl vorbereitet, den Tod als Freund in Empfang nahmen.

Nachdem mir einige Patientinnen von Nahtod-Erlebnissen berichtet hatten, beschäftige ich mich vermehrt mit den Vorstellungen von Leben und Tod in den verschiedenen Kulturen und Religionen. Die Entwicklungen in der modernen Physik verfolgte ich mit Spannung. Denn nachdem ich in den frühen 80er Jahren Akupunktur gelernt hatte, wurde mir bald klar, dass unsere Schulmedizin, die Meridiane und energetische Heilweisen (damals?) nicht akzeptierte, ein nur sehr begrenztes Welt- und Menschenbild hat.

In meinem wunderbaren Beruf als Frauenärztin war die Geburtshilfe immer das größte und erfüllendste, was ich mir als Frau vorstellen konnte. Vielleicht hat mich deshalb die folgende Parabel so berührt, die der niederländische Priester und geistliche Schriftsteller Henry Nouwen (1932-1996) verfasste. Die hier leicht abgeänderte Form fand ich auf dem Schweizer Blog Aliasinfo. Sollten Sie diese Geschichte schon kennen, dann scrollen Sie einfach weiter nach unten, denn dort empfehle ich Ihnen ein Buch, das erst in diesem Herbst erschienen ist und wunderbar zu unserem Thema passt.

Gibt es ein Leben nach der Geburt?

Im Bauch einer schwangeren Frau sind drei Embryonen. Einer davon ist der kleine Gläubige, einer der kleine Zweifler und einer der kleine Skeptiker.
Der kleine Zweifler fragt die anderen:
Glaubt ihr eigentlich an ein Leben nach der Geburt?
Der kleine Gläubige:
Ja klar, das gibt es. Unser Leben hier ist nur dazu gedacht, dass wir wachsen und uns auf das Leben nach der Geburt vorbereiten, damit wir dann stark genug sind für das, was uns erwartet.
Der kleine Skeptiker:
Blödsinn, das gibt es nicht. Wie soll denn das überhaupt aussehen, ein Leben nach der Geburt?

Der kleine Gläubige:
Das weiß ich auch nicht so genau. Es wird viel heller sein als hier. Und vielleicht werden wir herumlaufen und mit dem Mund essen.
Der kleine Skeptiker:
So ein Quatsch. Herumlaufen, das geht doch nicht. Und mit dem Mund essen, was für eine seltsame Idee. Es gibt doch nur die Nabelschnur, die uns ernährt. Außerdem geht das gar nicht, dass es ein Leben nach der Geburt gibt, weil die Nabelschnur schon viel zu kurz ist.
Der kleine Gläubige:
Doch, es geht bestimmt. Es wird eben alles ein bisschen anders werden.
Der kleine Skeptiker:
Es ist noch nie einer zurückgekommen nach der Geburt. Mit der Geburt ist das Leben zu Ende. Und das Leben hier ist nichts als Quälerei. Und dunkel.
Der kleine Gläubige:
Auch wenn ich nicht so genau weiß, wie das Leben nach der Geburt aussieht, jedenfalls werden wir dann unsere Mutter sehen, und sie wird für uns sorgen.
Der kleine Skeptiker:
Mutter! Du glaubst an eine Mutter? Wo ist die denn bitte?
Der kleine Gläubige:
Na hier, überall, um uns herum. Wir sind in ihr und leben in ihr und durch sie. Ohne sie könnten wir gar nicht sein.
Der kleine Skeptiker:
Quatsch. Von einer Mutter habe ich ja noch nie etwas gemerkt, also gibt es sie auch nicht.
Der kleine Gläubige:
Manchmal, wenn wir ganz still sind, kannst du sie singen hören. Oder spüren, wie sie unsere Welt streichelt.
Der kleine Zweifler fragt:
Und wenn es also ein Leben nach der Geburt gibt, wird der kleine Skeptiker dann bestraft, weil er nicht daran geglaubt hat?
Der kleine Gläubige:
Das weiß ich nicht so genau. Vielleicht kriegt er einen Klaps, damit er die Augen aufmacht und das Leben beginnen kann.

Es gibt keinen Tod
Warum wir unsterblich sind

Von meinem Heidelberger Arztkollegen und Schriftsteller Lothar Hollerbach hatte ich ihnen bereits vor einem Jahr ein Buch vorgestellt, den Quantencode. Darin verbindet er in verständlicher Form die Erkenntnisse der modernen Quantenphysik mit Quantenheilung.

In seinem neuen Buch beschreibt er die erschütternden tödlichen Unfälle seiner zwei Töchter und den Krebstod seiner Frau, alles 2010, mit einem Abstand von nur wenigen Monaten. Was gab ihm die Kraft, diese Schicksalsschläge hinzunehmen? Warum zog er sich nicht verbittert und verzweifelt zurück? Wenn Sie sein erstes Buch gelesen haben, ahnen Sie die Antwort.

Mit unseren Augen nehmen wir nur 5% der sichtbaren Materie wahr. Bereits Albert Einstein sagte: „Es ist durchaus möglich, dass sich hinter unseren Sinneswahrnehmungen ganze Welten verbergen, von denen wir keine Ahnung haben.“ Und diese sichtbare Welt ist nicht einmal eine objektive Tatsache, sondern sie wird vom Betrachter subjektiv erschaffen, wie die Experimente der modernen Quantenphysik zeigen. Und was verbirgt sich hinter der Materie? Lassen Sie mich noch einen großen Physiker zitieren, Max Planck: „Denn die Materie bestünde ohne Geist überhaupt nicht- sondern der unsichtbare, unsterbliche Geist ist das Wahre.“

In seinem Buch „Es gibt keinen Tod“ legt Hollerbach ausführlich dar, wie sich der Mensch zusammensetzt, wobei er sich nicht nur auf die Physik beruft, sondern auch auf die Erkenntnisse von Rudolf Steiner, dem Begründer der Anthroposophie. Wenn sich oben die Embryonen fragen: „Gibt es ein Leben nach der Geburt?“, so könnte Hollerbach antworten: „Mit der Geburt beginnt der Tod“. Verwirrend? Denn gleichzeitig behauptet er ja, dass es keinen Tod gibt!

Hollerbach klärt in beeindruckender Weise diese scheinbaren Widersprüche auf. Für ihn bedeutet Tod Verwandlung. Mit jedem Tag, den wir leben, verwandeln wir uns. Täglich sterben Körperzellen in uns und werden durch neue ersetzt. Der geistige Plan in uns weiß, was er zu tun hat. Durch geistige Übungen können wir unseren Körper bei der Heilung unterstützen. Mehr noch: durch Schulung unserer geistigen Fähigkeiten werden wir offen für Inspiration und lernen, uns auf unsere Intuition zu verlassen.

In seinem Buch schafft Hollerbach die Grundlagen für ein umfassendes Verständnis unserer Rolle in der Welt. Er zeigt auf, wie wichtig es ist, sich mit der geistigen Welt zu beschäftigen, mit dem, was nach dem Tode sein könnte. Er bringt die einleuchtende Erklärung: „Wenn Sie in den Urlaub fahren wollen, informieren Sie sich ja auch darüber, was Sie antreffen werden und wie Sie untergebracht sind.“ Er nimmt die Furcht vor dem Tod und macht offen für ein erweitertes Weltbild.

Ich kann Ihnen also nur empfehlen, sich intensiv mit diesem Buch auseinanderzusetzen. Keine Angst, es wird auf keiner Seite langweilig! Im letzten Kapitel schlägt Hollerbach Ihnen Übungen vor, die es Ihnen erleichtern, Vertrauen in Ihre geistigen Fähigkeiten zu entwickeln und Ihr Innenleben zu bereichern. Sie werden erleben, dass sich nicht nur Ihre Beziehung zum Tod ändert, sondern jegliche Beziehung zu Ihren Mitmenschen ebenfalls.

Und Sie werden vielleicht erkennen, warum der Totensonntag eigentlich wirklich ein Ewigkeitssonntag ist.

Sie dürfen auch alles hinterfragen! Schreiben Sie doch einen Kommentar, wie Ihnen das Buch gefallen hat. Welche Strategien haben Sie im Umgang mit dem Tod entwickelt?

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