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Diäten sind Dickmacher! Nur das Portemonnaie wird dünner

Von | 11. November 2011 – 02:12 2 Kommentare 9.881 AufrufeDrucken

Ob nach dem Urlaub, in Erwartung von Festtagen oder nach Feiertagen, immer wieder lautet die Devise zahlreicher Frauen: Her mit der neusten Diät, ich will ohne Mühe schlank und schön werden. Möchten auch Sie (wieder) einige Kilos loswerden? Dann vergessen Sie Dr. Dukan, Schlank-im-Schlaf, oder die hippe „High-School-Reunion“-Diät mit Celebrity-Faktor – auch Trennkost war gestern: „Trenn-Dich-Diät“ heißt der neuste Trend zum Abnehmen!

Werden Sie Single – denn „Beziehungen machen dicker“ haben Heidelberger Forscher herausgefunden. Obwohl diese Studie echt ist – Spaß beiseite, wenn Sie ernsthaft über eine Diät nachdenken: Diäten machen nicht schlank, sondern dick und krank, und sie können zu Essstörungen führen. Daran zweifelt niemand mehr. Insbesondere nicht die Frauen, die den JoJo-Effekt am eigenen Körper erleben.

Auf einen Nenner gebracht haben alle Abspeckkuren eines gemeinsam: große Versprechen, k(l)eine Wirkung. Denn jede künstliche Hungerkur, egal wie glamourös oder wissenschaftlich sie auch beworben wird, wirkt über ein und dasselbe Prinzip: Die Diätler müssen weniger essen, als sie benötigen, damit der Körper seine Reserven aufbraucht.

Die Abnehmwilligen werden also an der kurzen Kalorien-Leine gehalten, sodass der Gewichtsverlust durch eine künstliche Hungerkur erzwungen wird. In diesem Stadium der „negativen Energiebilanz“ verliert man dann Gewicht. Doch das schwere Erbe folgt sogleich: Wenn frau nach der Diät wieder „normal wie früher isst“, dann holt sich der Körper sein natürliches Gewicht zurück – plus einige Zusatzkilos als Reserve. Und die nächste Diät ist vorprogrammiert, JoJo-Effekt all inclusive.

Diäten sind gesundheitsgefährdende Volksverdummung

Die Gründe für den Dickmacher-Effekt von Diäten sind inzwischen bekannt – der Nahrungsmangel setzt ein körpereigenes „Energiesparprogramm“ in Gang, das zum JoJo-Effekt führt: Nach der zeitlich begrenzten Diät sorgt ein normales bis gesteigertes Essverhalten schnell wieder für frische Fettpfunde. Gerade haben Forscher der Universität Melbourne entdeckt, dass auch noch ein Jahr nach der Diät die Hormone den Körper auf „Hunger und Gewichtszunahme“ programmieren. Auch das Gefühl von „Ich habe Hunger“ spürten die Diät-Testpersonen ein Jahr nach der Abspeckkur noch immer verstärkt.

Darüber hinaus ist das dauernde Auf-und-Ab des Gewichts alles andere als ein Zuckerschlecken für den Diät-gestressten Körper: Viele Abnehmkuren können auf Dauer nicht nur dicker, sondern auch krank machen. Doch das interessiert den Kilo-Kommerz wenig, denn Diäten sind ein Milliarden-€-schwerer (Jahr)Markt, auf dem mit den Wünschen und Hoffnungen vieler Frauen gespielt wird.

Aber: Wenn irgendeine der bisherigen Abspeckkuren dauerhaft schlank machen würde, dann gäbe es nicht alle paar Monate neue Diäten. Daran sieht man: Diäten sind nutzlos. Außer für die Anbieter, die immer wieder neue Entfettungskuren anpreisen können, weil die Vorherigen die Diätler noch dicker gemacht haben. So einfach erhält man sich seine Zielgruppe.

Eigentlich müsste jeder Frau aufgrund der dauernd neuen „revolutionären Diäten“ inzwischen klar sein: Irgendetwas stimmt hier nicht. Daher lassen Sie sich Ihrer Gesundheit zuliebe nicht mit unhaltbaren Schlankversprechen locken – auch nicht von den kommenden Trenddiäten 2012, denn das sind nur die alten Versager in neuem Gewand (Einheitsprinzip: Negative Energiebilanz, der Rest ist Hoffnung-weckende Vermarktungsstrategie). Aus diesen Gründen sollte man sein Entfettungsvorhaben schonungslos hinterfragen, bevor man sich der „Lebensaufgabe Abnehmen“ stellt.

„Warum bin ich so schwer?“

© Leah-Anne Thompson - Fotolia.com

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Die wichtigste Frage, die sich jede gesunde Frau mit Abnehmwunsch grundehrlich beantworten sollte, lautet: „Warum bin ich so schwer?“ Oftmals ist nämlich nicht das biologisch notwendige Essen zur Lebenserhaltung die Ursache der überflüssigen Pfunde, sondern Probleme im Alltag, die zu hungerfreiem Essen führen. Wenn Sie beispielsweise aus eingefahrener Routine frühstücken, weil es ja so gesund sein soll. Oder aus Langeweile, Frust oder Einsamkeit Leckereien in sich hineinstopfen. Auch Stress mit Völlerei zu „bekämpfen“ – all das ist hungerfreies Essen.

Hier gilt die nächste Frage dem „Warum esse ich, obwohl ich keinen echten Hunger habe?“ Seien Sie daher achtsam beim Essen und enttarnen Sie die Auslöser dieses „kompensatorischen“, des „Seele-fütternden“ Essens. Erkennen Sie zuerst diese Auslöser, bevor Sie überhaupt an eine Diät denken.

Spieglein, Spieglein an der Wand …

© waterlilly - Fotolia.com

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Um diese Gründe herauszufinden, bedarf es einer großen Portion Mut – Mut zur schonungslosen Eigenanalyse. Stellen Sie sich vor den Spiegel und fragen Sie sich ohne Scham und Scheu: Wo ist der Stress, wo ist die Langeweile, wo sind die Routinen, die mich ohne Hunger essen lassen? Aus welchem Grund habe ich mir einen emotionalen Schutzpanzer aus Fett angefuttert? Wann und warum tröste ich meine Seele mit Essen?

Da sollten Sie ansetzen, denn das setzt bei Ihnen an – und zwar unnatürliche Pfunde. Eliminieren Sie diese Ursachen des hungerfreien Essens und einige „Kompensatorenkilos Seelenballast“ verschwinden dann sicher von ganz allein – vielleicht erreicht Ihr Körper dann sogar seinen „Setpoint“: Das ist sein persönliches Wohlfühlgewicht, das maßgeblich durch die Gene festgelegt wird. Dieses individuelle Idealgewicht verteidigt Ihr Körper.

Kann man aus einem Bernhardiner einen Windhund machen?

Gerade die Frauen, die spürbar körperlich-zufrieden mit ihrem Setpoint leben und trotzdem abnehmen möchten, sollen sich nach dem „Warum?“ fragen und sich der Konsequenzen bewusst sein: Wenn Sie sich beispielsweise aus optischen Gründen von Ihrem natürlichen Setpoint runterhungern wollen, also etwa um dem künstlichen Körperideal unserer Gesellschaft nahe zu kommen, dann machen Sie sich auf einen lebenslangen Kampf gegen Ihren eigenen Körper bereit. Er wird sich mit allen Mitteln gegen die Zwangsreduzierung seines Wohlfühlgewichts wehren und irgendwann seine Chance zu „Heißhungerattacken & Fressorgien“ nutzen, um sich (peu a peu) sein altes, natürliches Gewicht zurückzuholen. Abnehmen gleicht einem Krieg gegen das eigene Körpergewicht. „Für Frauen stellt sich das wie ein hundertjähriger Krieg dar“, erklärte schon 2009 die wissenschaftliche Leiterin von Weight Watchers. Und nicht nur das: „Diäten sind der Weg in die Fettsucht“, warnte auch der Vorsitzende der deutschen Gesellschaft für Essstörungen.

Daher sollte die Entscheidung, den natürlichen Kilos den Kampf anzusagen, wohl überlegt sein – Ihrer eigenen Gesundheit zuliebe. Denn Sie leben nur einmal. Wenn Sie sich genauer darüber informieren wollen, was eigentlich „zu dick“ heißt, dann lesen Sie hier weiter.

Leseprobe aus HUNGER & LUST  Diäten machen dick & krank!

Uwe Knop (39) ist Diplom-Ernährungswissenschaftler und arbeitet seit zwölf Jahren als Kommunikationsexperte in der Ernährungs-, Medizin- und Pharmabranche. Grundlage seines Buches „Hunger & Lust“ ist die Auswertung von über 300 aktuellen, internationalen Studienergebnissen der Jahre 2007 bis 2011.

Um herauszufinden, ob die Menschen ihren echten Hunger noch kennen oder den „Zugang zum Hungergefühl verloren haben“, wie die DGE spekuliert, hat Knop eine Online-Umfrage gestartet.

Darüber hinaus bewertet Knop auf der facebook-Site Kulinarische Körperintelligenz tagesaktuell die neusten Ernährungsstudien.

Uwe Knop
Postfach 1166
65701 Hofheim a.Ts.
Telefon: 069 / 1707 1735
E-Mail: kontakt@echte-esser.de
Website: www.echte-esser.de

Und welche Erfahrungen haben Sie mit Diäten gemacht? Können Sie dem Autor zustimmen? Dann teilen Sie uns Ihre Meinung in einem Kommentar mit!

2 Kommentare »

  • Uwe Knop sagt:

    Sehr geehrte Frau Rintermann

    Ihre Versprechungen entbehren leider jeglichen wissenschaftlichen Beweis. Eine lebenslange Ernährungsumstellung, mit dem Ziel, schlanker zu werden, bei der es „kein Hungergefühl, keine Heißhunger-Attacken und auch kein Gefühl des ständigen Verzichts“ gibt, ist nirgendwo belegt. Genauso wenig wie Ihre Versprechungen,“es gibt keinen Verlust der Muskulatur, sondern nur des Fetts!“.

    Zwei Grundthematiken sind zu beachten:

    1. Wenn ein Mensch sich von seinem biologischen Setpoint (KÖRPERLICHES Wohlfühlgewicht) runterhungern will, hat er ein Problem: Sein Körper wird „rebellieren“. Wenn Sie das lebenslang empfehlen, ist das Ihre Entscheidung.

    2. Wenn ein Mensch aufgrund emotinal eating, kompensatorischem Essen und/oder Krankheiten einen ZU HOHEN Setpoint aufweist, gilt es, die URSACHEN herauszufinden, um diese zu behandeln. Eine lebenslange Ernährungsumstellung löst keines der Ursachen des Übergewichts, sondern ganz im Gegenteil: Ein restriktives, kontrolliertes Essverhalten kann die Gesamt-Psychische-Situation der Betroffenen noch weiter verschlechtern.

    Schönen Gruß, Ihr
    Uwe Knop

  • Sehr geehrte Frau Dr. Gehard,
    ich teile nur in einigen Dingen die Fakten in dem Artikel.
    Natürlich bringt jeder eine genetische Disposition mit. Natürlich gibt es, wie beschrieben, den JoJo Effekt. Und natürlich ist der Körper bei/nach Diäten auf Gewichtszunahme programmiert.
    Aber nur dann, wenn es falsch gemacht wird.
    Deswegen ist eine Diät, d.h. eine zeitlich begrenzte und veränderte Ernährung auf alle Fälle Unsinn.
    Wenn aber eine wirkliche Umstellung der Ernährung geschieht, dann wird ein JoJo Effekt nicht eintreten. Das heißt auch, es gibt kein Hungergefühl, keine Heißhunger-Attacken und auch kein Gefühl des ständigen Verzichts.
    Diese Ernährungsumstellung ist gut in den Tagesablauf zu integrieren und geschieht lebenslang.
    Vor allem wichtig dabei, und es funktioniert, es gibt keinen Verlust der Muskulatur, sondern nur des Fetts!!
    Wenn man ein paar Dinge beachtet, dann macht eine Ernährungsumstellung, z.B. nach dem InsuLean Prinzip (Schlank im Schlaf) medizinisch, gesundheitserhaltend und figürlich auf alle Fälle Sinn und Freude.
    Schöne Grüße aus München

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