Hier erfahren Sie, wie ein wissenschaftlich fundierter Vaterschaftstest funktioniert, was Sie vorbereiten und mit welchen Kosten Sie rechnen müssen.

Father Sitting With Children As They Eat BreakfastEinige Frauen und auch Männer kommen im Laufe ihres Lebens in die Situation, dass sie nicht genau wissen, ob das eigene Kind entweder vom Partner oder im Falle des Mannes von einem selbst stammt. Nach einigen Studien sollen 10% aller Schwangeren nicht sicher sein, wer der Kindsvater ist. Geht eine Beziehung in die Brüche oder ist ein Seitensprung von Seiten der Frau bekannt und kurz darauf wird eine Schwangerschaft festgestellt, so sehen sich vor allem die Männer einer ungewissen Vaterschaft ausgesetzt. Aber auch Kinder, inzwischen erwachsen, hegen gelegentlich Zweifel, wer ihr eigentlicher Vater ist. Dann ist ein Vaterschaftstest der richtige Weg, um die eindeutige Vaterschaft zu klären.

So funktioniert ein klassischer Vaterschaftstest

Ein klassischer Vaterschaftstest, der zur Klärung einer eindeutigen Vaterschaft herangezogen wird und der heutzutage unkompliziert bei Anbietern wie Vaterschaftstests.de gemacht werden kann, beruht auf einem recht komplexen und wissenschaftlichen Verfahren.

Von den beiden infrage kommenden Personen (Vater und Kind) werden Zellen benötigt. Diese kann man durch einen Abstrich von der Mundschleimhaut oder durch eine Blutprobe gewinnen. Die Proben werden in ein auf die Untersuchung spezialisiertes Labor eingeschickt. Zur Erstellung der Testergebnisse muss dem Labor eine schriftliche Einverständniserklärung der Betroffenen vorliegen.

A42934274_photo_jpg_xs_clipdealer.deAus den Zellen der beiden Personen werden dann Chromosomen untersucht. Diese Chromosomen enthalten in ihren Genen Erbinformationen, die von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sind. Bestimmte DNA-Abschnitte werden durch eine Polymerase-Kettenreaktion nach übereinstimmenden Merkmalen hin untersucht. Anders formuliert: Jeder Mensch besteht zu 50% aus dem Erbgut des Vaters, demnach muss die Hälfte des Genmaterials des Kindes mit dem des Vaters übereinstimmen. Nur dann ist eine Verwandtschaft bzw. Elternschaft des Vaters hundertprozentig erwiesen.

Vor dem Test bestimmte Fragen klären

Unabhängig davon, warum man in die Situation kommt, einen Vaterschaftstest machen zu müssen, sollten die Betroffenen vorab einige Punkte klären, bzw. sich über einige Sachen Gedanken machen.

Will ich den Vaterschaftstest heimlich machen?

Zum einen steht die Frage im Raum, ob man einen Vaterschaftstest auch heimlich machen kann. Viele wollen innerhalb ihrer Familie keine Unruhe stiften, weil sie sich nicht ganz sicher sind, ob es sich um das leibliche oder ein Kuckuckskind handelt.

Heimlichkeit ist in einem solchen Fall jedoch fehl am Platz, denn vor Gericht haben heimlich durchgeführte Tests eh keine Relevanz. Der deutsche Gesetzgeber sieht vor, dass für die Prüfung der Probennahme eine schriftliche Einverständniserklärung der beteiligten Personen vorliegt. Wer dagegen verstößt, muss im schlimmsten Fall sogar mit einer Geldstrafe rechnen. Seriöse Unternehmen und Labore fordern von ihren Kunden in der Regel immer eine Einverständnisbescheinigung.

viel GeldNeben dem gesetzlichen Verbot heimlich durchgeführter Tests muss zu bedenken gegeben werden, dass es sicherlich immer noch Labore in Deutschland (mit Sicherheit im Ausland) gibt, die trotzdem eine Probenuntersuchung vornehmen. Für einen heimlichen Test kommt man sehr viel schwerer bis gar nicht an die geforderten Blut- oder Mundschleimproben.

Deshalb müssten forensische Sonderproben, wie Zahnbürste, Zigarettenstummel, Kaugummi, Trinkglas, Haare mit Haarwurzeln, entnommen und eingereicht werden. Allerdings ist die Entnahme von DNA, d.h. verwertbarem Untersuchungsmaterial, sehr viel aufwendiger. Ganz sicher muss man daher mit einem Aufpreis zum Normalpreis rechnen. Heimliche Tests sind demnach nicht nur verboten, sondern auch teurer.

Soll der Vaterschaftstest gerichtliche Relevanz haben?

Zudem ist es wichtig, dass sich Personen, die einen Vaterschaftstest machen wollen, vorab ganz genau überlegen, ob der Test nur im privaten Umfeld Gewissheit schaffen soll, oder ob er vor Gericht – beispielsweise bei Unterhaltsforderungen – verwendet werden soll.

Für den privaten Zweck wird meist ein Test im Internet bestellt. Will man zusätzlich ein beglaubigtes Gutachten vorliegen haben, müssen die Proben vor einem objektiven Zeugen (Arzt, Labor, Jugendamt) entnommen werden. Diese Proben werden dann an ein entsprechendes Labor geschickt.

Kosten eines Vaterschaftstests

Die Kosten für einen Vaterschaftstest lassen sich nicht pauschal benennen, sondern variieren je nach Situation. Erst wenn das Gutachten im Voraus bezahlt wurde, erfolgt die Auswertung der Proben und die Erstellung des Gutachtens. Natürlich ist gerade Auswertung und Erstellung mit einem erhöhten Zeitaufwand verbunden, den man einplanen sollte. Die Kosten für einen privaten Test können durchaus zwischen 200 € bis 700 € liegen, je nachdem welche Standards auch das Labor pflegt.

Bei gerichtlich anerkannten Tests sind die Auflagen hinsichtlich des Vaterschaftstests noch etwas strenger. Zu den reinen Kosten des DNA-Tests müssen bei gerichtlich bestellten bzw. gerichtsverwertbaren Vaterschaftstests zudem Kosten für Zeugen und Sachverständige eingeplant werden. Die Kosten sind dabei im Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz aufgelistet.

Die Eindeutigkeit des Testergebnisses ist gewährleistet

A11206064_photo_jpg_xs_clipdealer.deWer einen Vaterschaftstest macht, wird nie ein eventuelles Ergebnis erhalten oder ein „vielleicht“ hören, sondern immer mit einer absoluten Gewissheit konfrontiert. Das heißt, den Auftraggebern eines Vaterschaftstests wird stets eine verlässliche und vor allem auch eindeutige Aussage bezüglich des untersuchten Verwandtschaftsverhältnisses übermittelt. Bei der Aussage „Vaterschaft praktisch erwiesen“ handelt es sich eindeutig um eine vorhandene Vaterschaft zwischen dem männlichen Auftraggeber und dem Kind – und zwar mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 99,9 Prozent.

Kann eine Vaterschaft nicht nachgewiesen und bestätigt werden, steht in dem Gutachten „Vaterschaft ausgeschlossen“. Bei solch einem Ergebnis wird häufig noch eine Zweitprobe kostenlos analysiert, so dass der Ausschluss der Vaterschaft zu 100 Prozent sicher ist.

Wenn sich der Verdacht bestätigt

Wird ein vermeintlicher Vater durch den Test damit konfrontiert, dass er nicht der leibliche Vater des Kindes ist, kann dies zu einer starken Familienkrise führen, die im schlimmsten Fall sogar eine Trennung und den Rückzug aus dem bestehenden Familienkonstrukt bedeuten kann. Doch dies muss nicht immer zwangsläufig der Fall sein. Viele betroffene Männer gehen mit dieser Situation recht gut und besonnen um, und ziehen das Kind weiterhin groß, als wenn es das leibliche Kind wäre.

Für Erwachsene, die Zweifel daran haben, wer nun eigentlich ihr leiblicher Vater ist, kann die Sicherheit durch einen Vaterschaftstest endlich zur Entspannung und Normalisierung der Vater-Mutter-Kind-Beziehungen beitragen.

Die Bilder sind von Clipdealer und sind Lizenzfrei.

Haben auch Sie mal an einen Vaterschaftstest gedacht oder ihn sogar durchführen lassen, dann berichten Sie doch über Ihre Erfahrungen und schreiben sie einen Kommentar!

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