Brustvergrößerungen können aus medizinischen Gründen erforderlich sein oder als reine Schönheitsoperationen gewünscht werden. Immer ist vorher eine individuelle Beratung erforderlich und eine genaue Überprüfung der medizinischen Angebote.

Kleine oder normale Brust? © clipdealer.de

Etwa 45.600 Brustvergrößerungen mit Silikonimplantaten wurden im Jahr 2016 in Deutschland durchgeführt. Diese Zahl zeigt, dass das Interesse von Frauen an operativen Brustvergrößerungen stets vorhanden ist. Neben dem Einsetzen von Silikonimplantaten kommen Eingriffe mit Implantaten anderer Art oder die Verwendung von Eigenfett hinzu. Laut aktueller Patientenstatistik der Deutschen Gesellschaft für Ästhetisch-Plastische Chirurgie war die Brustvergrößerung mit Implantaten auch 2017 die zweitbeliebteste ästhetisch-plastische Operation bei weiblichen Patienten.

Auch wenn sich insgesamt immer mehr Menschen für einen operativen Eingriff entscheiden und diese immer sicherer werden, ist die Entscheidung für jede einzelne Person doch lebensverändernd und sollte gut durchdacht werden. Wie das Ergebnis aussehen wird, kann zwar mit Computersimulationen angedeutet werden, ist aber nie komplett vorhersehbar. Diese Ungewissheit lässt viele Patienten zweifeln, ob ein solcher Eingriff das Richtige für sie ist.

Schönes Dekolleté im Urlaub oder auf der Party – 24h-Brustvergrößerung

Vor einigen Jahren sorgte ein amerikanischer Chirurg für Schlagzeilen, weil er seinen Patientinnen temporäre Brustvergrößerungen anbot als Entscheidungshilfe für eine Operation. Dafür spritzte er Kochsalzlösung in die Brüste, die sich nach etwa 24 Stunden wieder zurückbildet und so eine bessere Vorstellung von einer Brustvergrößerung geben kann. Dieses Probierangebot wurde schnell zu einem Trend, der als „Party-Brüste“ oder „InstaBreasts“ durch die Medien ging.

In Deutschland wird dieser Eingriff offiziell nicht angeboten, da Chirurgen die Risiken für zu hoch einschätzen. Trotzdem steigt auch hier die Nachfrage nach alternativen Methoden zur Brustvergrößerung. Um eines vorwegzunehmen, die nachfolgend vorgestellten Methoden sind keine dauerhaften Alternativen zur operativen Brustvergrößerung, d.h. die Eingriffe müssen nach einiger Zeit wiederholt werden. Wer permanente Resultate möchte, und sich dessen sicher ist, sollte sich gut zu Brustoperationen beraten lassen und vergleichen. Denn Risiken und Folgen kann ein operativer Eingriff immer mit sich bringen, auch wenn diese heutzutage relativ gering sind. Wer lieber auf eine OP verzichtet, kann sich zu den folgenden drei Möglichkeiten zur nicht-operativen Brustvergrößerung informieren:

Brüste vergrößern ohne OP – geht das?

Eine Brustvergrößerung ohne operativen Eingriff und damit in der Regel weniger Risiken ist tatsächlich möglich. Neben den natürlichen Mitteln, größere Brüste zu bekommen – Sport und Gewichtszunahme –, gibt es künstliche Hilfsmittel, mit denen oft sichtbarere Ergebnisse erzielt werden können.

  • Eine Vakuumpumpe regt die Durchblutung im Gewebe an und erzielt zunächst eine temporäre Vergrößerung. Bei regelmäßiger Anwendung kann der Brustumfang dauerhaft vergrößert werden.
  • Auch Hormonpräparate und Tabletten mit dem Versprechen eines Brustwachstums gibt es zuhauf auf dem Markt. Ihre Wirkung ist bei Experten umstritten, viele Mediziner warnen eher vor gesundheitsschädigenden Effekten. Daher sollte eine Einnahme immer mit dem Arzt besprochen werden.
  • Neben einer Kochsalzlösung gibt es auch andere Substanzen, mit denen die Brüste mittels Injektionen vergrößert werden können. In Deutschland wird dafür meistens Hyaluronsäure verwendet. Hiermit ist die Vergrößerung um etwa eine Körbchengröße oder eine leichte Formung der Brust möglich. Die Behandlung muss alle ein bis zwei Jahre aufgefrischt werden, da das Hyaluron vom Körper abgebaut wird.

Dass eine Brustvergrößerung ohne operativen Eingriff möglich ist, ist eindeutig ein Vorteil: Es gibt weniger Risiken und die Wahrscheinlichkeit von Komplikationen ist relativ gering. Außerdem ist das Ergebnis nicht endgültig, sondern kann immer wieder revidiert werden – gut für diejenigen, die sich noch nicht sicher sind. Eine wirkliche, dauerhafte Alternative zu operativen Brustvergrößerungen sind sie jedoch nicht. Und so kommen sie auch nicht in Frage für Frauen, die eine medizinische Indikation für eine Brustoperation mitbringen, also meistens im Falle von erworbenen oder angeborenen Brustdeformationen.

Wenn ein Brustaufbau nach Brustkrebs-OP notwendig ist

Frauen, die beispielsweise an Brustkrebs erkrankt sind und sich daraufhin einer Amputation der Brust (Mastektomie) unterziehen lassen mussten, können die Brust durch einen plastisch-chirurgischen Eingriff rekonstruieren lassen. Bei einer Mastektomie wird die Brustdrüse entfernt, in den meisten Fällen kann dafür eine brusterhaltende Operation durchgeführt werden. In schweren Fällen muss jedoch die gesamte Brust amputiert werden.

Für viele Patientinnen ist es ein wichtiger Schritt im Heilungsprozess und der Versöhnung mit dem eigenen Körper, die Brust nach der überstandenen Krebserkrankung rekonstruieren zu lassen. In diesen Fällen übernimmt auch die Krankenkasse in der Regel die Kosten für den Eingriff. Sogar bei einer prophylaktischen Brustamputation bei einem genetisch stark erhöhten Brustkrebsrisiko sind viele Krankenkassen bereit, die operative Behandlung vollständig bzw. anteilig zu übernehmen. Spätestens seitdem Angelina Jolie sich für diesen Schritt entschied und damit an die Öffentlichkeit ging, sind mehr Frauen für dieses Thema sensibilisiert.

Fehlbildungen der Brust behandeln

Unterschiedliche Brustgröße © SENTELLO-fotolia.com

Eine medizinische Indikation für eine Brustoperation besteht aber auch bei angeborenen Brustdeformationen. Die weibliche Brust ist als sensibles Organ anfällig dafür, genetisch oder krankheitsbedingt, durch hormonelle Veränderungen in Pubertät oder Schwangerschaft Fehlbildungen zu entwickeln. Obwohl diese eher kein körperliches Risiko darstellen, führen sie für die betroffenen Frauen oft zu großen psychischen Belastungen.

In solchen Fällen macht es Sinn, über eine Brust-OP nachzudenken und das Nutzen-Risiken-Verhältnis genau abzuwägen. Auch die Kostenfrage sollte bedacht werden. In Fällen angeborener Deformationen handelt es sich meist um ästhetische Indikationen mit bedingt medizinischer Grundlage. Krankenkassen entscheiden hier von Fall zu Fall über die Kostenübernahme.

Welche Deformationen gehören dazu, und wie werden sie behandelt?

Asymmetrische Brüste

Geringe Größenunterschiede zwischen den Brüsten sind völlig normal, da der menschliche Körper nie zu hundert Prozent symmetrisch ist. Ist der Unterschied jedoch so groß, dass beispielsweise schon verschiedene BH-Größen benötigt werden, spricht man von einer Anisomastie. Je nach Ausprägung und Wünschen der Patientin kann die Behandlung mit einer Vergrößerung oder Verkleinerung der Brust geschehen oder der Kombination aus beidem.

Fehlende oder unterentwickelte Brüste

Durch Gendefekte oder Hormonstörungen kann es zu Anlagestörungen der Brust kommen. Bei einer Amastie fehlen sowohl der Brustdrüsenkörper als auch die Brustwarze. Sie kann einseitig oder bei beiden Brüsten auftreten und ab dem Erwachsenenalter operativ behandelt werden.

Überzählige Anlage der Brust

Entlang der embryonalen Milchleiste oder in Richtung Achselhöhle kann sich eine zusätzliche Brust bilden, die erst während der Pubertät in Erscheinung tritt. Da so eine zusätzliche Brust vollständig ausgebildet ist, kann sie während der Schwangerschaft und Stillzeit besonders reizbar sein, bereitet ansonsten aber keine Probleme. Aus kosmetischen Gründen und auch um der Brustkrebsbildung im zusätzlichen Gewebe vorzubeugen, kann sie entfernt werden.

Dies sind nur einige von möglichen Brustfehlbildungen. Bei den drei genannten Deformitäten bestehen jedoch recht gute Chancen, dass die Operationen zur Korrektur von den Krankenkassen übernommen werden und diese so angeglichen werden können.

Mikromastie

Bei einer Mikromastie ist das Brustgewebe vorhanden, aber die Brüste sind unterentwickelt, das heißt in einem auffälligen Missverhältnis zur Körpergröße und Statur. Die Diagnose gestaltet sich hier allerdings schwierig, da die Wahrnehmung von Brustgröße und Proportionen individuell und kulturell sehr unterschiedlich sein kann. Es gibt keinen wissenschaftlichen Messwert oder eine Vorgabe, die hier entscheidend ist, sondern das persönliche Empfinden ist im Endeffekt ausschlaggebend. Frauen mit einem proportional angemessenen C-Körbchen können ihre Brüste als zu klein empfinden, genauso wie Frauen mit einem A-Körbchen vollkommen zufrieden damit sein können.

Frauen mit unterschiedlichen Haarschnitten und unterschiedlichen Brustgrößen © sashazerg-fotolia.com

Brustvergrößerung als reine Schönheitsoperation

Empfindet eine Frau ihre Brüste nicht als schön, kann das schon in der Pubertät zu Unzufriedenheit oder sogar Minderwertigkeitskomplexen führen. Mit dem Erwachsenwerden lernen aber viele Menschen, ihren Körper so zu lieben, wie er ist. Deshalb und weil der Körper erst mit einem bestimmten Alter ausgewachsen ist, ist es vor dem 18. Lebensjahr nicht sinnvoll, eine Brustvergrößerung durchzuführen.

Viele Ärzte empfehlen selbst vor dem Abschluss des 21. Lebensjahrs keine Schönheitsoperationen, auch weil diese meist irreversibel sind und für so eine lebensverändernde Entscheidung eine geistige Reife und Stabilität grundlegend sind. Hinzu kommt, dass das Körpergewicht über einen längeren Zeitraum vor der Operation stabil sein muss.

Der Arzt kann eine Empfehlung aussprechen, letztendlich entscheidet aber die Patientin selbst darüber, um wie viel sie ihre Brüste vergrößern lassen möchte. Für die Entscheidung kann eine Brustvolumenbestimmung hilfreich sein, zum Beispiel um bei Asymmetrien herauszufinden, wie viel Milliliter für jede Brust zum Angleichen nötig sind. Diese Brustvolumenbestimmung kann nur von einem Arzt exakt durchgeführt werden.

Folgende Methoden stehen zur Brustvergrößerung zur Verfügung.

Brustvergrößerung mit Implantaten

Kosmetischer Chirurg und Patientin mit Implantat © tunedin-fotolia.com

Der Klassiker unter den Brustvergrößerungen bringt den Vorteil mit, dass hier verschiedenste Modelle in Größe und Form zur Verfügung stehen, die sehr sicher und dauerhaft sind. Sie können entweder mit Silikon oder einer Kochsalzlösung gefüllt werden. Silikon bietet den Patientinnen eine größere Auswahl an Formen, während für Kochsalz kleinere Einschnitte zum Einsetzen nötig sind, da diese Implantate leer eingesetzt und dann auf das gewünschte Volumen aufgefüllt werden. Die Kochsalzimplantate sind allerdings nicht so langlebig, wodurch sich die Form nach einigen Jahren verändern kann.

Brustvergrößerung durch Lifting

Nach Schwangerschaft und Stillzeit oder einem drastischen Gewichtsverlust kann es sein, dass die Brüste an Volumen verloren haben. Ein Lifting kann hierbei schon dafür sorgen, dass die Brust optisch wieder größer wirkt. Manchmal ist dafür auch die Kombination einer Bruststraffung und einer Vergrößerung durch Implantate notwendig.

Brustvergrößerung mit Eigenfett

Wünschen die Patientinnen keinen Fremdkörper in der Brust, kann die Vergrößerung mit Eigenfett eine Alternative sein. Dafür wird an anderer Stelle Fett abgesaugt. Damit eignet sich die Methode nicht für sehr dünne Frauen oder wenn die Brust um mehr als eine Körbchengröße vergrößert werden soll. Aber gerade für Frauen mit Autoimmunerkrankungen kann dies eine sinnvolle Alternative sein, da bei ihnen das Risiko höher ist, dass der Körper eingesetzte Implantate als Fremdkörper bekämpft. Allerdings gibt es dazu nur wenige wissenschaftliche Studien, die zudem statistisch nicht aussagekräftig sind.

Schnitttechniken bei der Brustvergrößerung

Für die Brustoperation gibt es verschiedene Schnitttechniken, die auf die Methode abgestimmt werden müssen. Die Einschnitte hinterlassen in jedem Fall Narben, allerdings sind diese versteckt: entweder in der Achselhöhle, in der Brustumschlagfalte oder auf dem Brustwarzenhof. Bei der Auswahl der passenden Schnitttechnik spielt es auch eine Rolle, ob das Implantat über oder unter dem Brustmuskel platziert wird und ob eine Straffung mit durchgeführt wird.

Brustvergrößerung. Silikonimplantat. Mögliche Narben © Henrie-fotolia

Risiken der operativen Brustvergrößerung

Wie jede Operation bringt auch eine Brustvergrößerung Risiken mit sich, die gemessen am Aufwand gut abgeschätzt werden müssen. Eine Brustvergrößerung ist ein schwerer operativer Eingriff, der in der Vergangenheit durchaus schon zu Todesfällen geführt hat. Das größte Risiko bei Operationen sind Infektionen, die durch schlechte Hygiene verursacht werden.

Neben dem allgemeinen OP-Risiko gibt es aber auch spezielle Risikofaktoren: Bei unter 5 Prozent der Operationen mit Implantaten entstehen Kapselfibrosen oder Verhärtungen im Bindegewebe der Brust, die teilweise schmerzhaft sind und die Brust verformen können.

Auch wenn die Implantate immer weiterentwickelt werden, sind sie gerade bei Unfällen oder anderen starken Einwirkungen auf den Oberkörper anfällig zu platzen oder zu reißen. Dieses Risikos ist jedoch von Implantat zu Implantat unterschiedlich.

Wichtig für ein zufriedenstellendes Ergebnis: das Beratungsgespräch beim Arzt

Wer wirklich ernsthaft über eine Brustvergrößerung nachdenkt, sollte sich in jedem Fall von mindestens einem Arzt dazu beraten lassen. Entscheidende Fragen zu Risiken, Folgen, den passenden Implantaten und Schnitttechniken und letztendlich auch den Kosten kann nur der durchführende Chirurg beantworten. Oft ist es auch angebracht, einen Psychologen zu Rate zu ziehen.

In den Beratungsgesprächen können die Patientinnen erkennen, ob der Arzt oder die Ärztin auf die Wünsche und Bedürfnisse eingeht und ob sie ihm oder ihr vertrauen. Die Kosten sollten bei der Entscheidung für die passende Klinik und den durchführenden Chirurgen letztendlich eine untergeordnete Rolle spielen, denn Qualität hat nun mal ihren Preis. Wird die Operation in Deutschland durchgeführt, sollten die Patientinnen mit 3.000 bis 7.000 Euro rechnen. Im Ausland können die Angebote durchaus günstiger sein, eine vorherige Qualitätsprüfung ist allerdings schwieriger.

Neben der Wahl der passenden Klinik ist es wichtig, die richtige Entscheidung für sich selbst zu treffen. Nach einem Beratungsgespräch entscheiden sich viele Frauen nochmal gegen eine Brustvergrößerung. Wird die Entscheidung gut durchdacht und nicht überstürzt getroffen, trägt das deutlich zur Zufriedenheit mit dem Endergebnis bei. Genauso wichtig ist eine Klinik, die Vertrauen erweckt und eine gute Betreuung verspricht. Auch diese Fürsorge trägt zur Zufriedenheit mit dem Ergebnis bei.

Wie zufrieden die Patientinnen nach der OP sind, hängt auch stark von den eigenen Erwartungen ab. Wer schwere Probleme mit dem eigenen Selbstwertgefühl hat, dem kann auch keine Schönheitsoperation helfen. Wer sich in seinem Körper wohlfühlt und sich aus freien Stücken für die OP entscheidet, wird nach einer gelungenen Operation jedoch voraussichtlich sehr glücklich sein mit dem Ergebnis.

Und wie stehen Sie zu einer Brustvergrößerung? Können Sie von eigenen Erfahrungen berichten? Dann schreiben Sie doch einen Kommentar!

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