© giorgiomtb - Fotolia.com

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Immer wieder vernehme ich insbesondere von Frauen, dass sie es als besonders wichtig empfinden, in ihrem Beruf Sinnvolles zu tun. Frauen scheinen noch viel mehr Sehnsucht zu verspüren als Männer, einer Berufung statt eines schnöden Berufs nachzugehen. So äußern sie deutlich häufiger als Männer, dass sie mit ihrer beruflichen Tätigkeit etwas bewirken wollen. Dass sie „gutes“ Geld verdienen möchten. Oft entscheiden sie sich sogar für eine schlechter bezahlte Arbeitsstelle, wenn ihnen diese sinnhafter erscheint als eine besser bezahlte Alternative mit weniger hohen ethischen Ansprüchen.

Woran liegt es, dass Frauen soviel mehr Wert auf ethische Prinzipien, auf Werte – auf Sinnstiftendes und Nachhaltiges legen?

Zum einen mag es daran liegen, dass Frauen meist stärker dem weiblichen Prinzip – dem Yin folgen. Ist das männliche Prinzip oder Yang sehr stark auf ein Ziel und auf das TUN ausgerichtet, so öffnet sich das Yin dem Weitblick, der Nachhaltigkeit und dem Miteinander in liebevollem SEIN.

"Das Licht der Göttin" Bild auf Seide von Karin Sahrea Scheickl

Doch ist es auch ein Zeichen der Zeit, dass der Wunsch nach sinnhaftem beruflichen Tun immer größer wird. Konsum allein macht nicht glücklich. Das stellen viele Menschen fest, die rund um die Uhr fleißig in Jobs arbeiten, die ihnen keine Erfüllung schenken, nur um sich den Traum vom Eigenheim, vom Auto, von Luxusküche und Luxusreise zu erfüllen – notfalls auf Pump. Menschen, denen am Ende des Tages oft kaum Zeit bleibt, um ihr Leben zu genießen, zu feiern und zu zelebrieren. Menschen, die sich ausgebrannt und müde fühlen, weil sie den Bezug zu sich und anderen Menschen verloren haben.

Denn entgegen der inneren Einstellung, den persönlichen Werten, dem Biorhythmus, den Talenten und den kreativen Potenzialen zu agieren, kostet Kraft. – Und führt letztendlich zu Erschöpfung, Entfremdung, Krankheit und Depression.

Spätestens jetzt wird Betroffenen klar, dass eine berufliche Neuorientierung dringend nötig ist, um das Leben wieder lebenswert, bunt, genussreich und erfüllend zu gestalten.

Wer aber lange entgegen den eigenen Potenzialen gelebt hat, dem fällt es oft schwer herauszufinden, was die persönliche Berufung sein soll, wo die eigenen Stärken liegen und welche Herzenswünsche auf Erfüllung warten.

Hilfreich auf dem Weg zu beruflicher Neuorientierung können deshalb folgende Fragen sein:

1. Was sind Ihre besonderen Stärken, Talente, Fähigkeiten?

Schöpfen Sie aus dem Vollen!

„Bescheidenheit ist eine Zier – doch weiter kommt man ohne ihr“. Sprechen Sie auch ruhig Ihre Freundinnen oder Familienmitglieder an, Sie werden staunen, was Sie für Seiten an sich entdecken.

Auf 30 Eigenschaften und Fähigkeiten sollten Sie schon kommen können!

2. Welche Tätigkeiten haben Sie immer besonders gerne ausgeübt?

Was hat sie bisher am ehesten erfüllt?

Das können berufliche Tätigkeiten sein, aber auch haushaltliche Aufgaben oder Dinge, die Sie als Kind/Jugendliche besonders gerne gemacht haben. Kramen Sie auch in Ihren Erinnerungen hinsichtlich Hobbys, Ehrenämtern, Aufgaben in Nebenjobs, Freizeitaktivitäten, familiären Aufgaben (wie z.B. der Organisation/Koordination, besondere Fantasie, Streitschlichtung, Kinderbasteln, …) Hier gehört wirklich alles notiert, was Sie in irgendeiner Form erfüllt hat. Lassen Sie auch ruhig das Kind in sich sprechen.

3. Wofür sind Sie bisher immer eingetreten?

Lakshmi

Was ist Ihnen etwas wert?

Welche Wertvorstellungen treiben Sie an?

Notieren Sie auch hier so viele Werte wie möglich.

Um Ihren Werten näher zu kommen, sind folgende Fragen hilfreich:

Erinnern Sie sich an Situationen, in denen es Spitz auf Knopf stand? Wofür haben Sie sich entschieden? Was haben Sie abgelehnt und aus welchem Grund? Was zählt für Sie in Freundschaften oder Geschäftspartnerschaften? Wofür würden Sie auf die Straße gehen? Wo würden Sie keine Kompromisse machen?

Beispiele für Werte sind: Ehrlichkeit, Integrität, Naturschutz, Gleichberechtigung von Frau und Mann, Qualität, Respekt, liebevoller Umgang miteinander, Engagement, Authentizität, …

4. Was wäre, wenn Geld keine Rollen spielen würde? Was würden Sie tun, wenn für das nötige Einkommen jeden Monat gesorgt wäre?

© ElenaR - Fotolia.com

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Tragen Sie den Zettel mit den Notizen in den kommenden Tagen und Wochen stets bei sich und ergänzen Sie Ihre Notizen, sobald Ihnen etwas Neues einfällt.

Können Sie bei Betrachtung Ihrer Notizen immer wiederkehrende Muster erkennen, Dinge, für die Sie sich immer wieder engagiert haben, die Sie immer wieder erfüllt haben?

Dann bewegen Sie sich auf Ihr Herzensanliegen / Ihre Berufung zu!

Lesen Sie gerne mehr unter www.inga-dalhoff.de oder www.wechselzeit-netzwerk.de oder melden Sie sich bei Rückfragen bei mir!

Herzliche Grüße,

Inga Dalhoff

Berufungs- und Gründungsberaterin

Betreiberin des Frauennetzwerks wechselzeit

Seit 2003 begleite ich vornehmlich hochsensible Menschen dabei, ihre Berufung zu finden und authentisch, kraftvoll und erfolgreich zu leben. Dabei biete ich auch KfW-geförderte Gründungsberatung und Jahresgruppen zur „Aktivierung des Kunden- und Geldflusses“ in den ersten Jahren der Selbständigkeit.

Mit meinem Frauennetzwerk wechselzeit und meiner Jahresgruppe „Weiblichkeit“ setze ich mich dafür ein, dass wir Frauen zu unserer authentischen Weiblichkeit zurückfinden – jenseits verstaubter Rollenbilder und alter (kollektiver) Verletzungen.

Und wie haben Sie Ihre Berufung gefunden? Schreiben Sie doch einen Kommentar.

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