klein2Die Ursache magnetischer Wechselfelder sind Wechselströme. Auch in Hauszuleitungen über Dachständer oder Erdleitungen und Überlandleitungen fließen teilweise sehr hohe Ströme. In ländlichen Bereichen gibt es noch sehr oft auf den Häusern Dachständer, von denen aus in verschiedenen Richtungen blanke Freileitungen und/ oder isolierte, verdrillte Leitungen zu den Dachständern anderer Häuser abgehen. Bei den verdrillten Leitungen ist wegen der geringeren Leiterabstände die Feldausbreitung viel geringer als bei den nicht isolierten Freileitungen. Deshalb wird diese Art des Hausanschlusses über Dachständer von den Energieversorgern bevorzugt. In Neubaugebieten werden die Häuser grundsätzlich über Erdkabel mit geringerer Feldausbreitung versorgt.

Oft sind Halogenlampen mit „Freileitungen“ über Tischen oder Sitzgruppen installiert. Die Leiter haben einen großen Abstand voneinander, deshalb können sich die magnetischen Wechselfelder gut ausbreiten. Bei Leitungen (Mantelleitungen) mit geringem Leiterabstand heben sich die magnetischen Wechselfelder teilweise auf und die Feldbelastung wird dadurch bei gleichem Strom viel geringer. Eine große magnetische Feldbelastung haben wir im Gegensatz dazu bei Stegleitungen mit großem Leiterabstand.

klein3Halogen-Tisch-Lampen werden ja oft mit Kleinspannung von z.B. 12 V betrieben. Bei gleicher Leistung von z.B. 20 W nimmt deshalb der Strom gegenüber einer Lampe die mit 230 V betrieben wird, auf das 19-fache zu, weil sich die Ströme bei gleicher Leistung umgekehrt proportional wie die Spannungen verhalten. Der Strom fließt über ausziehbare Rohrleiter, die einen größeren Abstand voneinander haben. Die Folge davon ist eine weite Feldausbreitung. Zudem werden die Kleinspannungen meist über billige Transformatoren mit großen Streuungen erzeugt und damit werden zusätzlich magnetische Wechselfelder erzeugt. Hochwertige Ringkerntransformatoren sind teurer, haben jedoch fast keine Streuung.

Magnetische Wechselfelder lassen sich großtechnisch praktisch nicht abschirmen. Sie durchdringen fast ungehindert Baustoffe und Lebewesen. Deshalb müssen entsprechend große Abstände zu den Felderzeugern eingehalten werden.

Die häufig in Schlafzimmern anzutreffenden Radiowecker, die Leuchtziffern haben, stiften manche unruhige Nacht. Der eingebaute Transformator ist an der Netzspannung angeschlossen und baut ein starkes Streufeld auf, auch wenn der Radio nicht tönt. Diese netzbetriebenen Radiowecker sollten gegen batteriebetriebene Wecker ausgetauscht werden.

Niedervolt-Halogen-Steh-Lampen, wie sie oft hinter freistehenden Betten zu finden sind, werden häufig mit einem Steckertrafo mit Eurostecker betrieben. Der billige Trafo mit großer magnetischer Streuung liegt ständig über die Schukosteckdose an der Netzspannung, auch wenn die Lampe ausgeschaltet ist, und sendet seine magnetischen Wechselfelder meterweit.

Immer wieder lassen sich in Häusern magnetische Wechselfelder der Deutschen Bahn mit einer Frequenz von 16 2/3 Hz nachweisen. Die Entfernungen zur Bahntrasse sind oft 500 m und mehr. Der Fahrdraht ist die eine Leitung, die Schienen sind die andere Leitung. Die Leitungen sind mehrere Meter voneinander entfernt und deshalb können sich, wie schon früher beschrieben, die elektrischen und magnetischen Wechselfelder besser ausbreiten. Es entstehen sogen. vagabundierende Ströme, die im feuchten Erdreich, in metallenen Wasserrohren in die Häuser kommen und manchmal erst nach Kilometern wieder in die Schienen fließen.

Oft wird behauptet, dass Energiesparlampen kein magnetisches Wechselfeld haben. Dies ist falsch. Manche Messgeräte für magnetische Wechselfelder haben einen kleinen Frequenzbereich um 50 Hz oder von 10 Hz bis 2.000 Hz. Die Energiesparlampen werden aber in einem Frequenzbereich zwischen 20.000 Hz und 50.000 Hz betrieben. Die vorgenannten Messgeräte zeigen also deshalb nichts mehr an, weil ihr Frequenzbereich weit überschritten ist. Gute Kombi-Feldstärken-Messgeräte haben einen Frequenzbereich von ca. 5 Hz bis 100 kHz bzw. 400 kHz.

158-5891aus_IMGGünter Engelhardt, Jahrgang 1940, Ing. (grad.) Feinwerktechnik, Direktor a. D. einer Gewerbeschule in Baden-Württemberg. Ist seit 1969 Mitglied und war jahrelang Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins „Forschungskreis für Geobiologie Dr. Hartmann e.V.“ Als Referent und Ausbilder wurde er von Dr. med. Ernst Hartmann seit Anfang der siebziger Jahre in Informations-, Einführungs- und Schulungsseminaren eingesetzt. Seit vielen Jahren macht er geo- und elektrobiologische Beratungen und hält öffentliche Vorträge zum Thema Geo- und Elektrobiologie.

Für Fragen: Tel.: 06271/1708, Email: g.engelhardt@web.de

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