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Gesundheitstest: Kaffee oder Tee?

Von | 14. November 2011 – 01:04 2 Kommentare 9.839 AufrufeDrucken

Kaffee sei ungesund, entziehe dem Körper Wasser, mache abhängig und hindere am Einschlafen – diese Vorurteile dürften den meisten von Ihnen bekannt sein. Jüngste Studien zur Wirkung von Kaffee jedoch beweisen das Gegenteil und gehen sogar noch einen Schritt weiter, wenn Sie behaupten: Kaffee ist gut für die Gesundheit.

Vor einiger Zeit hatte ich Sie in einem separaten Artikel mit den neusten Ergebnissen zu Kaffee vertraut gemacht. In den letzten Tagen fand ich nun eine sehr schöne Gegenüberstellung der Vor- und Nachteile von Kaffee und Tee, die ich Ihnen nicht vorenthalten möchte. In dieser interessanten Infografik vom Fachmann.de ist zusammengestellt, wie Kaffee im Vergleich zum zweitliebsten Heißgetränk der Deutschen – dem Tee – in punkto Gesundheit wirklich abschneidet und welches der beiden Getränke vielleicht gesünder ist.

Kaffee – ein Beitrag zur Gesundheit?

Kaffee ist der Muntermacher schlechthin: Kein Wunder also, dass die Deutschen vor allem zum Frühstück und am Nachmittag am liebsten zu dem aromatischen Heißgetränk greifen, wie eine Umfrage des Instituts für Markt-, Meinungs- und Absatzforschung gezeigt hat. Mit durchschnittlich 4 Tassen täglich pro Kopf schneidet Kaffee laut einer Untersuchung des Deutschen Kaffeeverbandes aus dem Jahr 2010 so als beliebtestes Getränk der Deutschen ab, noch vor Wasser oder Bier! Kein Grund zur Sorge um das eigene Wohlbefinden: Einer niederländischen Studie aus dem Jahr 2010 zufolge leisten Kaffeeliebhaber, die täglich 2-4 Tassen Kaffee trinken, damit einen entscheidenden Beitrag zu Ihrer Gesundheit. Die Studie zeigt, dass regelmäßiger Kaffeekonsum das Herzinfarktrisiko erheblich senkt.

Doch damit nicht genug: Frauen, die täglich 6 Tassen Kaffee trinken, weisen zudem ein bis zu 70% geringeres Risiko für Brustkrebs auf. Aber auch das Risiko für Haut-, Dickdarm- und Blasenkrebs kann dank der im Kaffee enthaltenen Antioxidanzien verringert werden. Erstaunlich, aber wahr: Die höchste Sterberate wurde bei Männern festgestellt, die überhaupt keinen Kaffee tranken.

Einen weiteren Pluspunkt gewinnt der Kaffee außerdem nicht nur für seine aufmunternde und konzentrationsfördernde Wirkung, sondern auch für seinen Beitrag zum Ausgleich des Flüssigkeitshaushalts des Körpers. Entgegen seines schlechten Rufes im Volksmund ist die entwässernde Wirkung des Kaffees nämlich wissenschaftlich nicht belegbar. Forscher gehen sogar davon aus, dass Kaffee durchaus zum täglichen Flüssigkeitsbedarf des Menschen hinzuzurechnen ist und nicht, wie einst angenommen, dem Körper Wasser entzieht. Eine gute Nachricht für alle Kaffeeliebhaber.

Allerdings, Sie können auch des Guten zu viel tun: Frauen, die sich den ganzen Tag mit Kaffee doppen, ohne dabei vernünftig zu essen, werden hippelig, können sich weniger gut konzentrieren, werden schlechter schwanger und haben mehr Fehlgeburten. Wie so oft im Leben: alles offenbar eine Frage der Dosis!

Gesundheitsfaktor Tee – alles eine Frage der richtigen Sorte!

Weniger überraschend dürfte hingegen die Erkenntnis sein, dass Tee eine positive Wirkung auf die Gesundheit von Teetrinkern hat. Vor allem grüner Tee gilt in zahlreichen Kulturen als beruhigend, ja mitunter sogar als Heilmittel. Verständlich also, dass die Deutschen vor allem abends und am Nachmittag am liebsten Tee trinken. Auch wissenschaftlich ist diese beruhigende Wirkung mehrfach belegt worden. Studien haben gezeigt, dass Menschen, die über einen Zeitraum von 6 Wochen viermal täglich eine Tasse Tee genießen, einen geringeren Anteil des Stresshormons Cortisol aufweisen als Nicht-Teetrinker.

Auch das Risiko für Herzkrankheiten kann durch Teekonsum bewusst verringert werden. So können 2-4 Tassen Tee täglich das Risiko für Bluthochdruck um 46 % senken, wie eine Forschungsgruppe aus Taiwan jüngst herausgefunden hat. Was Sie vielleicht nicht wussten: Auch im Tee ist Koffein zu einem geringen Anteil von 17-38 mg je nach Teeart- und Teesorte. Somit müssen auch Teetrinker auf die positive, anregende Wirkung des Koffeins nicht ganz verzichten. Bei längerer Ziehzeit jedoch verliert Tee diese stimulierende Wirkung.

Und wenn Sie dauerhaft den Tee als Heilmittel einsetzen wollen, dann machen Sie es wie die Chinesen: brühen Sie sich Grüntee mit nicht mehr kochendem Wasser auf und begießen Sie die alten Teeblätter immer wieder mit heißem Wasser, dann nutzen sie die guten Teeinhaltsstoffe optimal für Ihre Gesundheit aus, ohne durch das Koffein überdreht zu werden. Die Top-Teetrinker Deutschlands sind übrigens die Ostfriesen. Sie trinken zwölf mal mehr Tee als der bundesdeutsche Durchschnittsbürger und übertreffen damit sogar die Engländer und Iren in punkto Teekonsum.

Fazit

Tee gilt von je her als gesundheitsförderlich und wird es wohl aufgrund seiner natürlichen Inhaltsstoffe auch immer bleiben. Dennoch steht ein frisch gemahlener Brühkaffee im Hinblick auf die gesundheitlichen Vorteile einer Tasse Tee in nichts nach. So kann man guten Gewissens die individuellen geschmacklichen Präferenzen darüber entscheiden lassen, welches Heißgetränk letztendlich die eigene Tasse füllen wird.

2 Kommentare »

  • Ach, das mit dem Kaffe Pro & Contra ist derzeit wirklich ein Stolperstein für mich …

    Nachdem ich angefangen habe, auf Rohkost umzusteigen (bzw. zumindest, mich bei 85 / 90 % Rohkostanteil einzupendeln), lese ich immer wieder, dass man Kaffee und Tee meiden soll, weil beides die Zellwände angreifen. Sogar Kakaobohnen werden als schädlich angesehen (und ich liebe z. B. Rohkost-Schokolade, die macht mich wirklich selig …).

    Nun sitze ich da, verbrauche die letzte Packung „Chi-Café“, die ich mir vor wenigen Wochen noch gegönnt habe (weil er ja gesünder sein soll) und weiß so gar nicht, inwieweit ich mir mit diesem Kaffee nun schade oder nicht.

    Ich werde nach dem Aufbrauchen dieser Dose vermutlich einfach mal eine Pause einlegen, meinen Grüntee aufbrauchen und dann wieder auf Rooibos oder ayurvedischen Gewürztee umsteigen (eigentlich mache ich es nur wegen des leckeren Soja-Schaums) und es dann wie früher machen (ab und zu mal eine ganz große Portion Soja-Cappuccino bei Starbucks trinken, was ohnehin nur selten der Fall sein wird, weil der nächste Starbucks in Wien ist, also gute 50 km entfernt).

    So viele Pros & so viele Contras … ich will da gar nicht mehr hinhören, weil es mich sonst vor lauter Informationen zerreißt :-(

    Herzgrüße aus Pannonien

    Sabrina Ankov

    .

    • Prof. Dr. Ingrid Gerhard sagt:

      Liebe Sabrina,
      Du hast Recht, manchmal ist es schwierig, bei so vielen Informationen noch sein Bauchgefühl wiederzufinden! Alles in Maßen und so BIO wie möglich, das ist mein Credo. Da scheinst Du ja auf einem guten Weg zu sein! Viele Grüße!

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