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Wie ich zur Naturheilkunde kam

Da ich mich jahrelang an derselben Klinik befand und die Chance hatte, immer wieder dieselben Patientinnen zu treffen, fiel mir auf, dass die üblichen schulmedizinischen Methoden zwar oft einen Soforteffekt hatten, bspw. das Antipilzmittel bei Scheidenpilzen oder Hormone bei Gelbkörperschwäche, dass aber nach Absetzen der Medikamente der alte Zustand in kürzester Zeit wieder da war. Als deshalb ein neuer Kollege begeistert von der Akupunktur erzählte und ich mit ihm einige meiner Patientinnen behandelte, war ich überwältigt von den Veränderungen und begann sofort eine entsprechende Ausbildung. Mein Chef ließ mir großzügig freie Hand mit der Aufforderung: „aber vergessen Sie mir die Hormonsprechstunde und die Schulmedizin nicht!” Natürlich musste ich diese neuen Methoden auch vor den Kollegen vertreten können, so dass ich von Anfang an den Anspruch hatte, die Anwendungen bei meinen Patientinnen zu dokumentieren und im Rahmen von Studien zu verifizieren.

Ohrakupunktur in der Ambulanz

Ohrakupunktur in der Ambulanz

Die Ergebnisse wurden nicht überall gerne gesehen und selten in großen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert, zu schockierend war bspw., dass Ohrakupunktur bei einer bestimmten Gruppe von Frauen ohne Eisprung genauso wirksam sein sollte wie Hormontabletten und besser als Placebo.

Aber immerhin wurde die Karl und Veronica Carstens Stiftung auf mich aufmerksam, so dass ich von nun an einen starken Partner und Förderer hatte, was mir ermöglichte in größerem Ausmaß auch weitere, bisher nicht in der Uniklinik überprüfte Methoden zu erlernen, einzusetzen und auszuwerten.