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Wie ich zur Frauenheilkunde kam

Im Labor

Im Labor (Gernot Krautberger, www.fotolia.de)

Als mein Sohn drei Jahre alt war und sich schon ein halbes Jahr im Studentenkindergarten eingewöhnt hatte, wollte ich unbedingt wieder als Ärztin arbeiten, ohne jedoch durch ungeregelte Arbeitszeiten und Nachtdienste zu viel von meiner Familie aufzugeben. Da bot sich mir die Chance, in der neu gegründeten Abteilung für Hormonforschung und Fortpflanzungsmedizin an der Uni-Frauenklinik Heidelberg im Labor zu arbeiten und nachmittags in der Hormonsprechstunde, eine ideale Kombination aus Forschung und Praxis. Nach vier Jahren sah ich jedoch ein, dass ein berufliches Fortkommen nur mit einer Facharztausbildung möglich sein würde, so dass ich von nun an alle Stationen der Frauenklinik, zum Teil auch der Anästhesie und der Kinderheilkunde, durchlief. Überall fand ich gleich interessante Forschungsfelder und Kollegen, mit denen ich gut zusammenarbeiten konnte, so dass sich daraus fast zwangsläufig die wissenschaftliche Laufbahn mit Habilitation ergab.

Hausärztin

Hausärztin (bilderbox, www.fotolia.de)

Immer begleiteten mich meine Patientinnen der Hormonsprechstunde, so dass ich viele Frauenschicksale hautnah erlebte, vom unerfüllten Kinderwunsch über die Schwangerschaft zu den Wechseljahren, leider auch manchmal bösartige oder unheilbare Erkrankungen. Probleme in der Ehe, Familie und Beruf kamen immer zur Sprache, so dass enge Kooperationen mit den Psychologen und der Psychosomatischen Medizin aufgebaut wurden. Da es niemanden gab, der kleine Mädchen und Jugendliche ohne Narkose untersuchen wollte, richtete ich eine Kindersprechstunde ein und erlernte die Methoden, die eine schmerzlose und stressfreie gynäkologische Untersuchung auch bei Kindern ermöglichte. So fühlte ich mich zunehmend als Hausärztin der Frauen und wollte in der damals noch fast ausschließlich von Männern dominierten Frauenheilkunde ihre Rechte, Bedürfnisse und ihre Selbständigkeit fördern.

mit Wunschbaby

mit Wunschbaby

dasselbe "Baby" mehr als 20 Jahre später bei meiner Verabschiedung

dasselbe "Baby" mehr als 20 Jahre später bei meiner Verabschiedung