Warum denn auch noch Umweltmedizin?
Wie bei vielem, was ich im Laufe meines Lebens neu für mich entdeckt habe, war persönliche Betroffenheit nötig, um offen dafür zu werden. In diesem Fall war es eine schwere Holzschutzmittelvergiftung, die sich mein Sohn und ich zuzogen, ohne es über Jahre zu erkennen. Erst ein Zeitungsbericht von einer Holzschutzmittel geschädigten Frau in unserer Tageszeitung öffnete mir die Augen. Ich rief sie an, ließ mir alles erklären, veranlasste Blut- und Raumuntersuchungen und konnte endlich meinem Sohn und mir helfen. Jetzt achtete ich natürlich auch in der Klinik bei der Erhebung der Krankengeschichte auf mögliche Umweltbelastungen. Es stellte sich heraus, dass bei vielen der Frauen mit wiederholten Fehlgeburten eine Holzschutzmittel- oder andere Giftbelastung vorlag, ebenso bei Frauen mit verfrühten Wechseljahren, Männern mit Unfruchtbarkeit u.a. Ich absolvierte die Ausbildung zur Umweltmedizinerin und wurde auch in diesem Bereich als Dozentin tätig. Die Unterstützung der Kollegen, die sich wie ich Sorgen um unsere Patienten und die zunehmende Vernachlässigung unserer Umwelt machten, brauchte ich dringend, denn natürlich waren auch meine Ergebnisse zwischen Umweltbelastungen und Erkrankungen nicht gerne gesehen. Besonders bei Amalgam gingen die Schulmediziner auf die Barrikaden. Und es war ja auch nicht von der Hand zu weisen, dass bei allen Giftbelastungen, sei es durch Rauchen, am Arbeitsplatz oder in der Wohnung, nie alle Personen erkrankten. Deshalb prüfte ich Methoden, die dabei helfen könnten, die „anfälligen” Menschen zu schützen, vielleicht sogar zu „entgiften”. Das gelang in vielen Fällen durch Nahrungsergänzungen und eine Kombination verschiedener naturheilkundlicher Methoden. Somit hatte ich für mich eine ideale Kombination zwischen Schulmedizin, Umweltmedizin und Naturheilkunde entdeckt.



